Satellite
  • Day17

    Pferdemädchen

    July 17 in Norway ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute also Laufen lassen statt Laufen - Reiten statt Wandern. Ich freute mich auf das Reiten, ging aber relativ unaufgeregt an die Sache ran. Anders Philipp. Er ist durch sein privates Umfeld bereits geprägt, was das Reiten und "Pferdemädchen" angeht und war irgendwie sehr aufgeregt. Auch für ihn war es das erste Mal. Wir waren insgesamt ca. 30 Reiter. Die Gruppe teilte sich in eine größere Gruppe erfahrener Reiter und eine kleinere Gruppe mit Philipp und mir. Wir bekamen gezeigt, wie man das Pferd mit zwei Bürsten säubert, die Hufe reinigt, die Decke und den Sattel auflegt und das Zaumzeug anlegt. Dann wurden die Pferde zugeteilt. Meine süße, kleine Island-Pferdedame hieß Eir. Sie war dreizehn Jahre alt und sehr lieb.
    Ich bürstete sie und tat all die anderen Dinge. Sie ließ alles mit sich machen. Plötzlich stellte sie ihren Vorderhuf auf meinen Fuß und ich bekam ihr zartes Gewicht zu spüren. Ich bekam meinen Fuß wieder weg. Sie tat das im Laufe des Tages noch zwei weitere Male und ich weiß nicht, ob ich mich besonders blöd anstellte oder sie es mit Absicht tat. Nachdem Sattel und Zaumzeug angelegt und überprüft waren, ritten wir los. Eir wusste was zu tun war und alle folgten in einer Reihe. Ich war überrascht, welche Wege oder auch keine Wege Eir gehen konnte. Wir ritten durch Birkenwälder, über Fjellmoos, durch Matsch und überquerten kleine Flüsse. Eir meisterte alles problemlos. Und ich hatte riesigen Spaß. Später schalteten wir einen Gang höher und Eir ging in ihre spezielle Isländer-Gangart über. So ging es über Stock und Stein. Mega Fun!
    Wir machten eine Lunchpause und auch die Pferde hatten frei. Wir schnallten alles ab und führten sie auf eine Koppel. Einige wälzten sich erstmal. Andere begannen gleich mit grasen. Das war nämlich während des Reitens nicht erlaubt. Eir wußte das. Es war ihr aber relativ egal und so nutzte sie jede Gelegenheit unterwegs bereits für einen Snack. Dabei sah sie manchmal sehr lustig aus, wenn sie beim Reiten durch das Fjell einen Grashalm lässig zwischen den Lippen kaute.
    Auf den Rückweg probierten wir Galopp aus und es war großartig. Immer wieder streichelte ich Eir und sprach ihr gut zu. Ich glaube sie verstand und wir waren ein gutes Team. Als wir zurück waren, hieß es abrüsten und Abschied nehmen. Ich dankte Eir und Caro, unserem Guide, für die tolle Erfahrung. Eir bekam noch einen Apfel, den ich vom Frühstücksbuffet mitgenommen hatte. Er schmeckte ihr sichtlich. Ein letztes Tschüss und Danke auf der Weide und dann gesellte sie sich zu den anderen.

    https://www.komoot.de/tour/79549986?ref=itd
    Read more