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  • Day4

    Belém

    July 21, 2017 in Portugal ⋅ 🌙 18 °C

    5 Jahre verheiratet! Kaum zu glauben dass es schon so lange her ist. Dafür haben wir jetzt aber auch zwei entzückende Kinder vorzuweisen :-)
    Heute wollen wir mit Katja und Rolf, die ja noch nie hier waren, das Touri-Programm fortsetzen und fahren nach Belém zum Jeronimuskloster, Torre de Belém, zum Seefahrerdenkmal und natürlich ins Pasteis de Belém, wo es der Welt beste Pasteis gibt.
    Leider ist heute etwas der Wurm drin. Der Weg zum Praça do Commercio geht noch ganz gut, aber dann kommt die Straßenbahn nach Belém ewig nicht, 10min, 20min, inzwischen stauen sich die Menschenmassen an der Haltestelle, also hüpfen wir schließlich in zwei Taxis, die uns hinfahren. Wir beschließen, erstmal ins Pasteis de Belém zu gehen denn inzwischen ist es schon bald Mittag und wir sind noch nicht besonders weit gekommen. Wie immer ist es extrem voll und eng und laut und hektisch, nur mit Mühe ergattern wir einen kleinen Tisch in einer Ecke und zwängen uns zu acht irgendwie drumrum. Der Kellner ignoriert uns lange, bevor wir ihn mal festnageln können, unfreundlich ist er auch noch. Die Pasteis entschädigen immerhin für das nervige Drumherum, einfach unbeschreiblich megalecker, noch warm, außen super knusprig, innen warmer süßer Pudding, obendrauf mit Zimt bestreut...sagenhaft! Den dazu servierten Galão kippt mir Nele - die sich weigert irgendwo sonst zu sitzen als auf Mamas Arm - dann allerdings fast komplett über mein weißes Kleid, das gibt super Flecke über die komplette Front. Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Auch die anderen Kinder sind unruhig und zappelig und so sehen wir zu, dass wir rauskommen.
    Auch im Kloster ist es extrem voll, dank der Babies kommen wir aber relativ schnell durch die Kasse. Das Kloster selber ist wirklich sehr sehr schön, die sandsteinfarbenen Bögen kontrastieren wunderbar mit dem tiefblauen Himmel und dem grünen Innenhof und zwischen den Säulen und Treppen und Gängen und Fenstern gibt es viel zu entdecken.
    Wieder draußen am Tejo stellt sich schon fast so etwas wie Gelassenheit ein, da weht der Wind Minas Hut ins Wasser, das betonierte Ufer bietet keine Chance zur Rettung und er sinkt auch ziemlich schnell. Viel Geschrei und bittere Tränen, schließlich hatten Mina und Lea ja Zwillingshüte und Leas Kommentare ("Ich hab meinen Hut noch, ich hab gut aufgepasst") sind auch wenig hilfreich zur Entspannung der Situation. Ein Eis hilft über den ärgsten Schmerz hinweg und der Weg zum Torre de Belém am Wasser könnte ganz entspannt sein, hätte nicht Anouk beschlossen, jetzt mal ihren Teil zum Dramatag beizutragen und -völlig übermüdet- die ganze Strecke aus voller Kehle zu brüllen und nicht einschlafen zu wollen. Als dann endlich Ruhe einkehrt, relaxen wir etwas an dem kleinen Strand am Turm und halten die Füße ins Wasser, bevor es zurück Richtung Stadt geht. Leider fährt die Straßenbahn immer noch nicht, dafür gibt es inzwischen Ersatzbusse, die entsprechend voll sind und hier nimmt auch niemand mehr Rücksicht auf Babies oder Kinderwägen, so dass wir arg kämpfen müssen um irgendwie mitzukommen. Rolf hat es mit seinem Platz eingekeilt in unangenehmer Nähe zu den Achselhöhlen einer sehr dicken Frau am besten getroffen... Am Cais de Sodre flüchten wir aus der Enge des Busses und gehen zu den Food Stalls im Time Out Market, dort speisen wir geniales Steak, leckere Burger und eine tolle Obstplatte. Danach beruhigen sich alle Gemüter (der Effekt guten Essens auf die Stimmung ist nicht zu unterschätzen!), die Kinder sind fröhlich und gutgelaunt, nach dem Entdecken einer Kindertoilette mit eigenem kleinem Waschbecken fällt ihnen alle 2 Minuten ein dass sie ganz dringend müssen, ansonsten springen sie fröhlich zwischen den Tischen hin und her. In solch guter Stimmung geht es zurück durch die Neustadt, heute ist White Night in Lissabon, alles ist bis spät in die Nacht geöffnet und viele Straßenkünstler präsentieren sich. Nachdem wir einige Zeit einer Breakdancetruppe zugeschaut haben, ziehen wir dann aber doch nach Hause um die Kinder ins Bett zu bringen. Den ursprünglichen Plan, noch mal zu zweit loszuziehen, verwerfen wir nach diesem wirklich unglaublich anstrengenden Tag zugunsten eines Absackers auf der Dachterrasse.
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