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  • Day189

    Osaka

    February 5, 2019 in Japan ⋅ ⛅ 8 °C

    Kon‘nichiwa, wir haben unsere erste Station in Japan erreicht. Pünktlich um 8:30 Uhr landet unser Flieger auf dem Kansai Airport. Diesmal haben wir irgendwie Anlaufschwierigkeiten mit dem Start in ein neues Land. Da die Preise hier annähernd deutsches Niveau haben, müssen wir uns wieder mehr für die richtigen Dinge entscheiden und das bedeutet diesmal keine SIM-Karte mit mobilem Internet und vielleicht doch ein Zugpass? Nach 20 Minuten warten an der Touristen-Information brachen wir ab und kauften einfach so ein Ticket in die Stadt. Wir konnten noch nicht direkt unsere Betten im Hostel beziehen und suchten uns einen Platz zum Frühstücken. Aus Mangel an zusagenden Alternativen holten wir uns im Supermarkt ein paar Schoko-Milchbrötchen und eine Flasche warmen Kaffee und setzten uns an den Doutonbori-Kanal. Zurück im Hostel ruhten wir uns erstmal bis zum Nachmittag aus bevor wir nochmal loszogen, die nähere Umgebung zu erkunden. Auf Schritt und Tritt verfolgt einen hier das Essen und so starteten wir experimentierfreudig mit der ersten lokalen Spezialität, den Tako-Yaki. Das sind Teigbällchen mit Oktopus-Stückchen gefüllt. Dazu gibt es Sauce und Zwiebeln und Ingwer. Es hat uns gut geschmeckt und neugierig auf die anderen Sachen gemacht. Das Viertel rund um den Kanal ist anscheinend das pulsierende Zentrum Osakas. Hier reihen sich die Läden dicht an dicht. Es gibt unzählige Restaurants, Spielhallen, Shops und Pubs. Am Rand liegt America-Mura, ein Auswandererviertel, welches sich seine eigene kleine Version der Freiheitsstatue aufgestellt hat. Bevor wir ins Hostel zurückgehen, wollen wir noch Okonomiyaki probieren. Das sind Plinsen, gefüllt mit Kohl, Ei und Fleisch oder Meeresfrüchten. Am Restaurant angekommen mussten wir uns erstmal in die Warteliste eintragen und während wir warteten inspizierten wir schon mal die Karte. Gottseidank konnten wir Google-Übersetzer nutzen, um die Karte zu übersetzen und um ein Pärchen neben uns nach ihren Empfehlungen zu fragen. Das Restaurant war recht klein und im großen U um die Bar war durchgehend eine heiße Platte angeordnet vor der wir Platz nahmen. Unsere Okonomiyaki wurden frisch zubereitet und dann vor uns auf der heißen Platte warm gehalten. Nun konnten wir uns immer kleine Stückchen abmachen und mit Sauce essen. Wir konnten nicht zurück zum Hotel um nicht wenigstens einmal unser Glück in den Spielhallen mit den Greifer-Automaten versucht zu haben. Naja so richtig gelungen ist es uns nicht - wir haben so circa 10€ verspielt (doppelt so viel wie in Las Vegas), nichts gewonnen und alle Sachen eher noch schlechter platziert als vorher. Dafür hatten wir aber ziemlichen Spaß und beobachteten viele Leute die nach etlichen Versuchen auch Erfolg hatten. Es steckt schon eine gewisse Strategie dahinter, wir konnten sie bis jetzt bloß noch nicht erfolgreich umsetzen.
    Am nächsten Tag nahmen wir an einer Stadtführung teil, die auch nochmal sehr interessant war.
    Obst und Gemüse ist zum Beispiel recht teuer, da es nur kleine Betriebe gibt und der Anbau sehr arbeitsintensiv ist. Außerdem werden die Früchte Spezialisiert und Optimiert. Die perfekten Früchte können dann bis zu 100 US-$ kosten und sind auch als Geschenk geeignet.
    Die Japanische Schrift setzt sich aus 3 Zeichensätzen zusammen. 2 phonetischen Sätzen, einer für Vokale und einer für Umlaute mit jeweils 46 Zeichen und einem Zeichensatz mit Bedeutungen der über 50.000 Zeichen umfasst. Zum Beispiel Flugzeug wird aus Reisen, Fliegen und Maschine zusammengesetzt.
    Auch unser Guide kann nicht aufhören von Osakas Spezialitäten zu erzählen und passend dazu ist das Motto der Stadt: „Iss solange bis du pleite bist“ (im vgl. Tokio: „Shoppe solange bis du pleite bist“). Auf einem Markt probieren wir noch 2 Süßigkeiten, Ichigo Daifuku und Sakura Mochi. Beide bestehen aus einer Art Reismehlteig wobei letztere in Soyamehl gewälzt am Spieß gegessen werden und erstere eine Füllung mit einer süßlichen Paste aus roten Bohnen enthalten und mit Erdbeeren dekoriert sind. Nach der Tour gingen wir in eine Pachinko-Spielhalle und schauten uns das wilde Treiben an. Den Lärm der Kugeln und der Musik hörte man schon von draußen. Anschließend besichtigten wir noch die Burg von Osaka, die mitten in der Stadt auf einem Hügel liegt und in der Sonne funkelte. Am Abend wollte ich unbedingt noch Kaiten-Sushi essen gehen. Dabei handelt es sich um die Sushi-Restaurants in denen das Sushi auf Bändern an einem vorbei fährt und man sich herunter nimmt was einem zusagt. Diese Erfindung stammt aus den 1950er Jahren aus Osaka und wir waren auch noch in dem Laden, der es erfunden hat (da er am nächsten und günstigsten war). Als wir kurz vor halb 10 am Laden waren stand ein Schlange auf dem Bürgersteig. Allgemein ist es hier oberste Pflicht, überall da wo mehrere Leute die gleich Sache wollen, eine ordentliche Schlange zu bilden. Wir stellten uns artig an und nach 30-40 Minuten konnten wir dann anfangen zu essen. Jetzt hatten wir noch genau 20 Minuten bevor die Küche schließen würde aber wir schafften trotzdem genug Sushi und konnten pünktlich um halb elf zum Ladenschluss das Restaurant verlassen.
    Konrad
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