Cambodia

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  • Day44

    Als dieser Beagle aus einer Versuchstier Zuchtstätte im State New York, zu uns ins Labor in Basel kam, war er nicht mehr als eine Nummer.
    #221 wurde bald durch die Tierpfleger, welche für die Neuankömmlinge gesorgt haben, auf den Namen Caesar getauft.

    Der Name war Programm. Caesar setzte sich schon bald als Alpha Beagle seines Rudels durch. Er fiel weiter durch sein besonderes Verhalten auf; während der Rest der Mäute immer in wildem Chaos Richtung Ausgangstor rannte, sobald jemand den Haltungsraum betrat, blieb Caesar jeweils auf seinem erhöhten Posten sitzen und beobachtete von dort aus erhaben, den Zirkus welchen seine Rudelkollegen aufführten.

    Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann ich Caesar zum ersten mal getroffen habe. Doch es stand schnell fest, dass dieser Hund etwas ganz besonderes ist. Im Gegensatz zu all den anderen Laborhunden, sprang er während einer Studie nicht ununterbrochen in seiner Box auf und ab. Die restlichen Hunde konnten vor lauter Aufregung noch so laut kläffen und heulen, Caesar blieb stumm. Unbeeindruckt und mit einem Gesichtsausdruck, als ob ihn das alles gar nichts angehe, sass er da und blickte einen leicht gelangweilt an.
    Egal wie hektisch das Geschehen im Labor wurde, Caesar bewahrte Haltung und stand über allem, egal was geschah, dieser Hund blieb sitzen und beobachtete stoisch die Welt um ihn herum.

    Er ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

    Es existierte ein Adoptionsprogramm, für pensionierte Laborhunde und obwohl ich mich einen grossen Teil meiner Arbeitszeit mit den Hunden beschäftigte, wollte ich doch niemals einen dieser Beagles adoptieren.
    Bis auf Caesar.
    Für ihn hätte ich eine Ausnahme gemacht. Er machte stets einen sicheren und ruhigen Eindruck, war freundlich zu allen und niemals ängstlich.
    Er war meiner Meinung nach der einzige der Hunde, welcher mit den ganzen, unbekannten Dingen, ausserhalb eines Labors, hätte umgehen können. An dieser Stelle muss ich sagen, dass diese Hunde mit nichts in unserem Alltag jemals in Kontakt kamen. Sie kannten weder Autos, noch andere Tiere oder Möbel. Nicht mal eine simple, grüne Wiese, geschweige denn, die ganzen Geräusche und Gerüche da draussen.

    Wie es so ist in der Pharmaindustrie, kam plötzlich der Tag, an welchem uns verkündet wurde, dass unsere Abteilung obsolet ist. Schlagartig waren wir alle (die Hunde eingeschlossen) arbeitslos.
    Es ging nun darum, alle 30 Hunde, innert 2 Monaten zu vermitteln. Einige meiner Kollegen entschieden sich schnell dafür, einem der Beagles ein neues Zuhause zu geben. Zu Beginn war ich noch skeptisch. Lohnt sich der ganze Ärger? Die Hunde mussten mit viel Geduld und Zeitaufwand an die Aussenwelt gewöhnt werden.
    Doch ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass Caesar in die Hände einer unerfahrenen Person fällt!
    Nach kurzer Rücksprache mit meinen Eltern, ohne dessen Hilfe es nicht möglich gewesen wäre, entschlossen wir uns, Caesar zu adoptieren.

    Ich reservierte ihn gleich im System und stellte sicher, dass er an keiner weiteren Studie mehr teilnehmen musste. Von diesem Moment an, war jeder Arbeitstag ab 15 Uhr für Caesar reserviert. Da wir alle keine Jobs mehr hatten, war die Arbeitsmoral so tief, man hätte bestimmt irgendwo Erdöl gefunden und deshalb war es auch allen egal, wohin ich verschwand.

    Ich besuchte Caesar täglich und holte ihn aus dem Gruppenhaltungsraum. Ich knuddelte ihn und striegelte sein Fell. Gewöhnte ihn an sein neues Geschirr und an das an der Leine gehen. Ich beschäftigte ihn mit Suchspielen und trainierte Basiskommandos.
    Caesar zeigte grosses Interesse an den neuen Herausforderungen und es dauerte nicht lange, bis er mich freudig erwartete und gleichermassen Spass an dem neuen Tagesablauf hatte.
    So konnte ich sicherstellen, dass er nicht komplett unvorbereitet in die neue Welt entlassen wird und von Anfang an eine Bezugsperson hat.

    Es kam der Stichtag und Caesar und ein weiterer Beagle, der eine Bekannte meiner Mutter übernahm, wurden in grossen Hundeboxen in das Auto meiner Eltern verladen. Auf der Heimfahrt von Basel nach Bern, sass ich zwischen den Hundeboxen und kontrollierte, dass es den Hunden während der Autofahrt gut ging.

    Zu Hause war Caesar überwältigt vom Gras und dem Waldboden. Die Hunde meiner Eltern begrüssten ihn herzlich. Der Erstkontakt mit der Aussenwelt ist geglückt!

    Von da an entwickelte sich Caesar schnell. Am liebsten verbrachte er den gesammten Spaziergang, mit der Nase am Boden. Sobald er ein ihm unbekanntes Geräusch hörte, musste er innehalten und konnte erst weiter gehen, wenn er den Ursprung des Geräusches lokalisiert hatte. Anderen Hunden begegnete er mit Neugierde, sobald er einen von weitem sah, zog und zerrte er an der Leine, nur um keine Ahnung zu haben, was zu tun war, sobald er vor dem Artgenossen stand.
    Ich versuchte ihn auf meine Joggingrunden mitzunehmen, doch für dieses Mass an körperlicher Anstrengung, zeigte er nur wenig Begeisterung. Wir beschlossen einvernehmlich, dies wieder sein zu lassen.
    Meine Mutter entdeckte sein grosses Talent für die Nasenarbeit. Speziell das Erschnüffeln von vermissten Personen, wurde zu seiner Spezialität.

    Mit der Zeit wurde aus dem ruhigen Labortier ein fröhlicher Hund voller Emotionen, der es liebte, stundenlang auf dem Sofa zu schlafen und dazu laut zu schnarchen. Er war allem gegenüber neugierig und räumte regelmässig die untersten Regale meines Küchenschranks leer und verteilte alles in der Wohnung. Er liebte seine Kauknochen und war ein Mimöschen, was kalte Temperaturen anging. Trotz Wintermäntelchen gab er einem mit leisen aber kontinuierlichen Fiebtönen zu verstehen, dass es einfach zu kalt ist, um draussen zu sein.

    Keiner konnte sich so ankuscheln wie Caesar und er war der einzige Hund der es schaffte, nach einem Schluck Wasser alles im Umkreis von 2 Metern unter Wasser zu setzen.

    Wollte man sich die Schuhe schnüren, um Raus zu gehen, stürmte er heran und knuffte einen mit dem Kopf in die Seite, stupste mit der Schnauze gegen die Hände und legte sich quer über die Schuhe, damit man ihm den Bauch kraulte.

    Er konnte wie verrückt seinen Plüschtieren nachjagen und diese durch die Wohnung schleppen und überall verteilen.
    Nichts was nicht ausser Reichweite war, blieb unangeknabbert.

    Ich staunte über seine Entwicklung und amüsierte mich ab seinen, teilweise kuriosen Reaktionen auf die Welt.
    Die Begrüssungssprints, welche er sich aneignete, sobald man zur Haustüre herein kam, waren pure Fröhlichkeit.

    Caesar ist ein ganz besonderer Hund, mit zwei Leben.

    Heute morgen mussten wir uns dazu entscheiden, ihn zu erlösen.
    Ein agressiver Leptospirose Erreger hat seinen kleinen Körper befallen und war verherrender als alles, was ich jemals zuvor gehört habe.
    Die einzige Erleichterung die ihm noch geboten werden konnte, war ihn für immer einschlafen zu lassen.

    Es wird nicht mehr das Selbe sein ohne dich, Borsti.
    Du wirst uns sehr fehlen.

    Dö & Pa

    P.S.: Wir haben uns dazu entschlossen die Reise abzubrechen, weshalb dies vermutlich der letzte Blogpost sein wird. Wir bedanken uns für die virtuelle Mitreise und all die Kommentare.
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  • Day5

    Nach noch einer unruhigen Nacht und lauten Bettnachbarinnen, beschließe ich heute ein Fahrrad zu mieten und mir schon mal auf eigene Faust den größten Tempel Angkor Wat anzuschauen. Der einzige Nachteil an den im Hostel gebuchten Touren ist nämlich, dass man nur wenig Zeit pro Tempel hat. Und weil es jeden Tag Regen geben könnte (vorhergesagt ist er immer, aber zum Glück bleibt es bei einzelnen Schauern gefolgt von Sonnenschein), will ich meine Chance nicht verpassen den bekanntesten Tempel im Trockenen zu sehen.

    Angkor Wat ist mit 7 km Entfernung am nächsten an Siem Reap. Nach anfänglich grauem Himmel, breche ich dann in der prallen Mittagsonne auf. Die Fahrt geht gut und ich bin nach ca. 45 Minuten da. Es ist wenig los in der Mittagssonne. Ich kann mir in Ruhe Angkor Wat angucken.
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  • Day6

    Für den 3. und letzten Tag der Tempelbesichtigungen habe ich die "Sunrise"-Tour für 6$ bei meinem Hostel gebucht.

    Um 4 Uhr morgens stehe ich dafür auf und fahre um 4:30 Uhr zusammen mit zwei anderen zu Angkor Wat für den Sonnenaufgang, dann zu Bayon, Takeo, Ta Prohm und Banteay Kdet.

    Leider sind wir umsonst so früh aufgestanden; es ist bewölkt und der Sonnenaufgang dadurch nur durch heller werden erkennbar. Ich bin froh, dass ich Angkor Wat schon bei Sonnenschein und mit weniger Andrang gesehen habe.

    Am besten gefallen hat mir Ta Prohm, wo Tomp Raider gefilmt wurde. Hier hat der Dschungel sich seinen Weg durch den Tempel gebahnt.
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  • Day42

    Als ich heute Morgen die Augen aufschlug, war alles was ich wahrnahm ein allgegenwärtiger, hämmernder Schmerz, der unter meiner Schädeldecke pochte.
    Am Essen vom vorangehenden Abend kann es nicht gelegen haben, vielmehr vermute ich, dass das Rollerfahren während man nass bis auf die Knochen ist, meinen Schnupfen und die einhergehenden Symptome verstärkt hat.
    Ich bin mir Kopfschmerzen (glücklicherweise) nicht wirklich gewohnt doch diese Schädelbrumm-Episode dauerte den ganzen Tag über an.
    Die Erinnerungen an den Tagesverlauf sind demzufolge entsprechend verschwommen.

    Wir liesen das Frühstück, mangels Hunger und Geruchssinn (zwei schniefende Reisende in einem Teil der Welt, wo Nasenputzen als unglaublich eklig empfunden wird... Herrlich) sausen und packten gemächlich unsere, grösstenteils, klatschnassen Sachen.

    Die Fahrt zum Flughafen und die Sicherheitskontrollen gestallteten sich überraschend unkompliziert.
    Die Männchen in militärisch wirkenden Uniformen an den Flughafenschaltern, nahmen ihre Aufgabe sehr wohl ernst, doch gab es bei uns nichts zu finden. So sassen wir also, mehr tot als lebendig am Gate und warteten auf unseren Flug.

    Ich bekomme das Gefühl, dass ich nicht mehr so empfindlich für Details bin, wenn ich ein neues Land besuche. Oder zumindest berichte ich nicht mehr so minutiös darüber. Dem muss definitiv wieder mehr Beachtung geschenkt werden.

    Die Südvietnamesen jedenfalls sind jung, gebildet, haben mit der Vergangenheit abgeschlossen und blicken nach vorne. Zudem vermute ich, dass sie nicht natürlich geboren werden, sondern gleich auf einem Roller (im Gegensatz zu Indonesien, immer mit Helm) in die Welt raus fahren. :)

    Während dem Flug konnte man vom Fenster aus den imposanten Mekong Fluss in seiner vollen Dimension bestaunen. Auffallend war, dass grosse Teile des Landes von Wasser überflutet waren. Ein weiteres Indiz für die momentan herrschende Regenzeit. Während dem Flug wurden uns jeweils gleich zwei verschiedene dieser Visapapiere ausgeteilt, welche wir für die Einreise nach Kambodscha benötigten.

    Am Flughafen in Phnom Penh bemerkten wir, dass wir unsere eVisa Bestätigungen in Papierform hätten vorweisen sollen (was keinen Sinn macht, wenn der ganze Prozess elektronisch verläuft), die äusserst aufgestellten Beamten an den Einreiseschaltern belehrten uns mit allem, was sie an englischem Wortschatz auf Lager hatten (nach ca. 3 Sekunden war das Geschimpfe auch schon wieder vorbei) und dann, jedoch nicht ohne Foto- und Fingerabdruckdokumentation, durften wir passieren.

    Für eine Lokale SIM-Karte mussten wir bar bezahlen und ich war ein wenig erstaunt, als der Geldautomat mir US Dollar ausspuckte, aber die einheimische Währung ist so stabil wie eine Sandburg bei Flut, sodass alle lieber Dollars als Zahlungsmittel annehmen.

    Wir wurden auch gleich von Taxifahrern belagert, während wir einen Uber Fahrer suchten. In Kambodscha ist, sich zu Fuss zu bewegen, ein Ding der Unmöglichkeit. Man wird so lange belagert, bis man resigniert in einem Taxi oder Tuk Tuk sitzt, als Ausländer hat man erst recht keine Ruhe.
    Desalb ruft man lieber von Anfang an ein Tuk Tuk, sobald man die Hotellobby verlässt.
    Die Taxifahrer hier erklärten uns auch gleich, dass es am Flughafen kein Uber gibt, wir nickten geduldig und stiegen wenige Momente später in ein Uber Auto auf der anderen Strassenseite ein.

    Unser Hotel ist brandneu und im Vergleich zu allem vorher dagewesenem Luxus pur! Gekos im Badezimmer gehören aber nach wie vor auch dazu. :)

    Nach einer schnellen Recherche und dem zu Rate ziehen der gängigsten Reiseapps, entschieden wir uns ein Mini-Kino in der Stadt zu besuchen. Das Kino wurde auf freiwilliger Basis betrieben und bot gerade mal genug Platz für 16 Gäste, welche es sich auf Sofas und Liegematten bequem machen konnten. Das dazugehörige Restaurant, lieferte uns die Pizzen direkt in den Kinosaal, oder viel mehr in das Kinokämmerchen.

    Passend zur Geschichte des Landes lief an diesem Abend der Film "Killing Fields" - mehr dazu später.
    Nach dem Kino bestellten wir uns via Tuk Tuk App ein Gefährt, welches uns wieder zurück zum Hotel brachte. Die App ist extrem praktisch, da man wegen der Sprachbarriere den Fahrpreis mit den Fahrern auf normalem Weg nicht aushandeln kann und so die App das für einen übernimmt.

    Zurück im Hotel, gönnten wir uns auf der Dachterasse, mit Ausblick über die Stadt, ein Bier.

    Die Kopfschmerzen gaben sich weiterhin hartnäckig, weshalb wir schon bald Schluss machten für den Tag und uns für den nächsten auch nicht viel vornahmen.
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  • Day7

    Um 6:40 Uhr soll ich abgeholt werden für das 7 Uhr Boot von Siem Reap nach Battambang. Um kurz vor 7 Uhr ist noch nichts passiert und ich werde unruhig. Aber völlig umsonst. Ich muss mich erst wieder dran gewöhnen, dass hier nicht alles nach Plan läuft, man aber am Ende immer sein Ziel erreicht. Gegen halb 8 werde ich abgeholt und fahre im Minivan mit den anderen Boot Reisenden zum Pier. Das Boot ist kleiner als erwartet und es scheint keine Toilette zu geben. Obwohl ich am Pier nochmal zur Toilette gehe, signalisiert mir mein Körper, dass ich bald wieder muss. Meine Gedanken kreisen nur noch darum. Ich denke zurück an die schlimmste Bootfahrt meines Lebens in Malaysia, auf der ich 3 Stunden auf eine Toilette warten musste. Kurze Zeit später kriege ich mit, dass es eine kleine Toilette auf dem Boot gibt. Sofort entspannt sich mein Körper und ich muss die ganze Bootfahrt nicht mehr zur Toilette. Die 6,5 Stunden Fahrt führt durch Seerosen-Felder, vorbei an Häusern auf Pfählen, auf dem Wasser treibenden Häusern und Bäumen von denen in der Regenzeit nur der oberste Teil der Krone aus dem Wasser guckt. Es ist nicht sehr gemütlich, der Motor ohrenbetäubend, aber dafür gibt es die ganze Zeit etwas zu sehen.Read more

  • Day8

    Beim Frühstück im Hostel komme ich ins Gespräch mit der Belgierin Laura, die sich mit einem TukTuk Fahrer für eine Tour in die umliegenden Dörfer verabredet hat. Ich schließe mich ihr an. Wir sehen wie Nachtisch aus Reis und Kokosnuss gemacht wird, wie Reispapier für Frühlingsrollen entsteht, wie man 'sticky rice' in Bambusrohren kocht, sehen den lokalen Fischmarkt und trinken Reiswein mit Kobra - hilft unter anderem gegen Rückenschmerzen!

    Abends fahre ich zum Zirkus. Eine Empfehlung von Suse und Cesco. In Battambang gibt es eine Schule, wo Kinder aus benachteiligten Familien umsonst Unterricht bekommen und künstlerisch ausgebildet werden. Es gibt Popkorn und eine eindrucksvolle Vorstellung mit Tanz, Schauspiel, Musik und Akrobatik.
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  • Day210

    Besuch der beeindruckenden Tempel von Angkor. Komplett anders als Bagan, insbesondere der dichte Dschungel. Wir fanden insbesondere Angkor Thom schön. Als Rarität hier machen wir den 30km+ Trip nicht per Tuktuk oder Tourbus sondern per Fahrrad bei drückender Hitze und Sonnenschein. Hauptsächlich in Angkor Wat begegnen wir wieder unseren ‘Freunden‘ aus China, die sofort Aggressionen auslösen - chinesische Reisegruppen en masse. Zum Glück fahren sie wie Roboter wieder nur die Top 3 Highlights ab. Man bemerkt auch hier schon den negativen Einfluss des chinesischen Massentourismus, der wohl bald ganz Asien ändert.

    Bei einem Fahrrad hat sich irgendwann ein Mantel vom Reifen gelöst, was notdürftig mit Tape repariert wurde und noch für 20km Fahrt auf dem Schlauch gereicht hat.
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  • Day43

    Denkt man an Geschichte, fallen einem uralte Geschehnisse ein, aus längst vergangenen Jahrhunderten und Epochen, dessen Jahreszahlen man sich für eine Prüfung im Geschichtsunterricht ins Kurzzeitgedächtnis drücken musste.

    Dieser Ausschnitt aus der Vergangenheit, wie er sich hier in Kambodscha abgespielt hat, ist noch so jung und zugleich so grotesk grausam, dass es mir die Sprache verschlug, als ich die Schauplätze dieser dunklen Ära besuchte.

    Bereits in Vietnam waren die Dokumentationen des Krieges und dessen Folgen erdrückend und natürlich kann ein bestimmter Krieg nicht mehr aufwiegen als ein anderer. Den Schmerz, die Verluste und Zerstörungen welche Kriege verursachen, sind niemals Messbar und immer unnötig.

    Und trotzdem, was sich in diesem kleinen Land, welches eingeklemmt zwischen Vietnam und Thailand gerne mal vergessen geht, vor weniger als 40 Jahren abgespielt hat, machte mich tief betroffen, insbesondere weil ich noch nie davon gehört habe und weil es etliche Jahre nach dem 2. Weltkrieg geschehen ist, in einer Zeit in welcher die ganze Welt auf das Thema Genozid sensibilisiert hätte sein solllen.

    Zum Ende hin, des Vietnam Krieges, wurde auch Kambodscha stark in Mitleidenschaft gezogen. Amerikanische B52 Bomber entluden bereits zu Vietnamkriegszeiten gezielt Sprengsätze über kambodschanischem Gebiet. Ziel waren nach wie vor die Vietkong und ihre Sympatisanten, getroffen wurden aber hauptsächlich kambodschanische Zivilisten.
    Die wachsende Wut dieser Umstände trieb das einfache Volk direkt in die Arme einer kleinen maoistisch, sozialistisch orientierten Gruppierung, später bekannt unter dem Namen Khmer Rouge.

    Im Frühjahr, 1975 zogen sich die USA und auch Frankreich aus dem Land zurück. Kambodscha war bereit für die Unabhängigkeit. Viele bejubelten die aufstrebende Macht der Khmer Rouge und glaubten an die Visionen des Anführers Pol Pot. Dieser versprach ein Paradies, nach dem Vorbild des Kommunismus, in welchem Alle gleich waren und jeder genug zum leben hat. Misstrauen und Paranoia verhinderten jedoch jede Form von logischem und rationalem Denken, was schlussentlich zu einer Katastrophe führte.

    Innert 48 Stunden wurden die Bewohner Phnom Penhs und anderer grosser Städte auf das Land getrieben, um Zwangsarbeit zu verrichten. Die Khmer Rouge rekrutierten hauptsächlich Kinder für ihre Bewegung und bildeten sie zu erschreckend effizienten Soldaten aus. Minderheiten, Akademiker und gebildete Menschen wurden zu Feinden erklärt.

    Das tragen einer Brille oder zarte Hände, waren bereits Beweis genug, dass man samt Familie, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt wurde. Im von uns besuchten Hochsicherheitsgefängnis, Tuol Sleng, besser bekannt als "S-21", wurde den Gefangenen unter Folter ein schriftliches Geständnis aberzwungen, in welchem sie festhalten mussten, dass sie für die CIA oder den KGB arbeiteten, Organisationen, von welchen die Opfer vermutlich noch nie gehört haben, nur um sie anschliessend auf den "Killing Fields" zu ermorden.

    Das S-21 war ein ehemaliges Schulgelände mit mehreren Gebäuden, welches von den Khmer Rouge umfunktioniert und umgebaut wurde. In den Klassenzimmern wurden zum Teil Ziegelsteinmauern hochgezogen, um winzige Einzelzellen zu erschaffen. In anderen Räumen wurden Verankerungen im Boden angebracht um Gefangene, zu hunderten, an Fussfesseln, dort festzuhalten.
    In den Folterkammern fand man jeweils einen leeren, metallenen Bettrost mit Fesseln vor, an der Wand das dazugehörige Bild, welches zeigte wie die Befreier die Opfer nach dem Einmarschieren vorfanden. Die offenen Durchgange der Stockwerke waren mit Stacheldraht gesichert, damit die Gefangenen nicht hinunterspringen und sich selber umbringen konnten.

    Als wir im Innenhof der Anlage auf einer Bank sassen, erschien plötzlich ein Pfau, der seelenruhig auf der Suche nach Nahrung, umherspazierte. Mit seinem schillernden Federkleid und der eleganten Gangart, bildete er einen surealen und etwas tröstenden Kontrast zu diesem bedrückenden Ort, welchen ihn umgab.

    Ich habe vorher noch nie ein Konzentrationslager dieser Art besucht.

    Anschliessend an den S-21 Besuch, fuhren wir raus, zu einem der Schauplätze, bekannt als "Killing Fields".
    Gefangene, welche ein Geständnis abgelegt haben, wurden in Lastern hierher gebracht und noch in der selben Nacht, ermordet und in Massengräbern verscharrt. Um kein Misstrauen seitens der Bevölkerung zu erwecken, verwendete man für die Exekutionen keine Schusswaffen, welche zu viel Lärm verursacht hätten, sondern prügelte die Gefangenen zu tode. Ein anderes Argument war auch, dass die Kugeln zu teuer und wertvoll waren, um Verräter damit zu töten.

    Heute steht vor Ort eine Gedenkpagode, in welcher sich die Gebeine der Opfer meterhoch stapeln. Unter dem angrenzenden See, liegen immer noch tausende von anonymen Toten. Man beschloss, sie dort ruhen zu lassen.

    So geschah es von 1975-79, Nacht für Nacht, mit lauter Propagandamusik, um die Schreie zu übertönen und ohne dass Details dieser Grausamkeiten die Landesgrenzen wirklich überschritten oder angehört wurden.
    Alle Menschen mit Fachwissen waren ermorded oder geflohen und die Menschen aus den Städten hatten keine Ahnung von Landwirtschaft. Das Volk verhungerte langsam und wurde gezwungen, sich zu tode zu arbeiten.

    Keine vier Jahre dauerte es, bis die Khmer Rouge Bewegung und ihr "Steinzeitkommunismus" am Ende und zerschlagen waren. Von einer 8 Millionen Bevölkerung wurden rund 3 Millionen durch ihre eigenen Landsleute und ohne Grund getötet.

    Die Anführer konnten in den Untergrund fliehen und wurden viel zu lange nicht verurteilt. Die Grausamkeiten, welche sie begangen haben, wurden von den grossen Nationen dieser Welt nicht anerkannt, schlimmer noch, die Khmer Rouge wurde von den Weltmächten weiterhin als Regierung Kambodschas anerkannt und hatte sogar einen Sitz in der UNO.

    Die ehemaligen Kindersoldaten sind heute gerade mal in ihren 40ern.
    Das erste Strafgerichtsverfahren gegen einen der Anführer der Khmer Rouge wurde 2009 eröffnet.
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  • Day7

    Auf dem Weg zum Hostel "Here be dragons" (Game of Thrones Hinweise verstecken sich hier unter anderem im Wifi-Passwort), bietet mein TukTuk Fahrer an mich heute noch zum Phnom Sampeau - einem Berg mit zwei Sehenswürdigkeiten - zu fahren. Innerhalb von 30 Minuten checke ich ein, dusche und sitze um 15:30 Uhr wieder im TukTuk.

    Auf halber Höhe des Berges sind die Killing Caves, das erste Denkmal des Genozids das ich in Kambodscha besuche. Tausende von Menschen wurden von den Khmer Rouge in eine Höhle gestoßen, wo sie durch den Sturz starben. Allerdings wurde der Aufprall später dann durch die Körper gedämpft, wodurch die Opfer nicht mehr durch den Sturz, sondern durch Verdursten oder Verhungern starben. Vom Gipfel mit goldener Pagode aus, hat man eine schöne Aussicht.

    Am Fuß des Berges kann man dann bei Sonnenuntergang (ca. 17:30 Uhr) sehen wie über eine Millionen Fledermäuse aus einer Höhlenöffnung fliegen. Es scheint gar nicht aufzuhören.

    Abends gibt es dann noch "Kino" auf der Dachterasse. Wir sehen "The last of the Elephant Men", ein Film über Kambodianische Elefanten-Mahouts.
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  • Day209

    Ein paar Tage in Siem Reap stehen an. Kambodscha gefällt uns sofort ziemlich gut. Die Stadt selbst ist sehr touristisch und eine Blase im dem sehr armen Land, hat aber trotzdem viel Charme behalten mit einer sehr netten Bevölkerung und einem tollen Stadtleben. Kaum ist man aber ein paar Kilometer aus der Stadt raus, wie per Fahrrad zum Tonle Sap See, hat man direkt einen Eindruck vom normalen Leben hier. Einzig störend ist der ständige Versuch fast aller Kambodschaner, auf sehr nette Art und Weise Mondpreise von Touristen zu verlangen oder etwas Geld zu erschwindeln. So extrem wie hier hatten wir das fast nie.Read more

You might also know this place by the following names:

Kingdom of Cambodia, Kambodscha, Cambodia, Kambodja, Kambodia, ካምቦዲያ, Campuchia, كمبوديا, Kambodiya, Камбоджа, Kamboji, ক্যাম্বোডিয়া, ཀམ་བོ་ཌི་ཡ།, Kambodža, Cambodja, ཀམ་བོ་ཌི་ཡ, Kambodia nutome, Καμπότζη, Kamboĝo, Camboya, KambodĪa, Kanbodia, کمبودیا, Kambodso, Kambodza, Cambodge, Cambodg·e, An Chambóid, કંબોડિયા, קמבודיה, कंबोडिया, Kambodźa, Kanbòdj, Kambodzsa, Կամբոջա, Cambodgia, Kamboja, Kambódía, Cambogia, カンボジア国, კამბოჯა, ព្រះរាជាណាចក្រកម្ពុជា, ಕಾಂಬೋಡಿಯಾ, 캄보디아, کەمبۆدیا, Kambodya, ກຳປູເຈຍ, Kambôdja, Kamapōtia, Камбоџа, കംബോഡിയ, Kemboja, ကမ္ဘောဒီးယား, Kambodsja, कम्बोडिया, Cambòja, କାମ୍ବୋଡିଆ, Kambodża, کمبوډيا, Camboja, Kambuya, Cambodscha, Kamboje, Camboggia, Kämbôzi, Kamboodiya, Kamboxhia, கம்போடியா, కంబోడియా, Камбоҷа, ประเทศกัมพูชา, Kamboçiýa, Kemipōtia, Kamboçya, كامبودژا, کمبوڈیا, Cam-pu-chia, Kambocän, Orílẹ́ède Kàmùbódíà, 柬埔寨, i-Cambodia

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