Colombia
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226 travelers at this place:

  • Day97

    Ja, was soll ich sagen? Bogota gefällt uns nicht. Weder die Strassen und Pärke noch die Leute auf und in diesen. Schwierig zu sagen, an was das genau liegt. Manchmal ist einem jemand oder etwas sympathisch und manchmal eben nicht. Für Bogota gilt Letzteres. Daran ändert auch die Gesellschaft von Robyn und Simon - Südafrika und Schweden vom Galapagos Cruise - vorerst nicht viel. Mit ihnen sind wir seit unserer Abreise aus Quito wieder unterwegs und dank ihnen halten wir eine von mir bereits abgeschriebene Kaution von $200 wieder in den Händen. Aber das ist eine lange Geschichte und wir wollten uns davon die Freude am Erlebnis Galapagos nicht vermiesen lassen. Ausserdem interessiert sich mein Lieblingstennisgegner Kurt ja bekanntlich nicht für lange Geschichten. Nur interessiert das auch niemanden. Also, was war passiert?

    Unsere Tagesausflüge und den Cruise auf den Galapagos Inseln haben wir bei Jorge bzw. seiner Agency „Galapagos Evolution Dreams“ gebucht. Ich würde ihn hier ja auch Ramon nennen, aber das würde mich selber verwirren und der Arsch verdient es, bei seinem richtigen Namen genannt zu werden. Nachdem Jorge - der uns zugegebenermassen äusserst zufriedenstellend beraten hat - gemerkt hat, dass auf dem eben über ihn gebuchten Cruise - zu einem zugegebenermassen fairen Preis - das Snorkling-Equipment nicht wie uns gegenüber erwähnt inkludiert, sondern extra zu bezahlen ist, offerierte er uns umgehend sein eigenes Equipment zum Nulltarif. Inklusive Wet-Suits gegen eine Kaution von $200. Das schien uns eine gute und faire Lösung. Die Rückgabe sollte direkt am Flughafen passieren, da unser Cruise auf Baltra endete und wir am selben Tag nach Quito flögen. Dem aufmerksamen Leser - Kurt also eher nicht - dürfte schon klar sein, wie die Geschichte weitergeht. Obwohl wir von 08:30 bis weit nach 16:00 (unser Flug hatte fast zwei Stunden Verspätung) am Flughafen sassen, fand keine Übergabe statt. Gründe dafür gab es diverse, ua ein Missverständnis zwischen dem Abholer und unserem Encantada-Tour-Guide. Das spielt an der Stelle aber keine Rolle. Kurz vor Abflug mussten auch wir in den Flieger und so drückten wir das Equipment einem augenscheinlich minderjährigen Flughafen-Security in die Hände. Immer in der Hoffnung, der von Jorge vor über zwei Stunden telefonisch versprochene Abholer wäre tatsächlich unterwegs zum Flughafen. Naive Touris wie wir sind.

    Irgendwie blieb trotz der stundenlangen frustrierenden Warterei, den offensichtlichen Unwahrheiten und mehrmaligem Telefonieren mit einem äusserst unfreundlichen und abweisenden Ramon, äh Jorge, doch noch ein wenig Hoffnung, dass wir unsere Kaution über PayPal oder sonst einen Weg wieder bekommen würden. Zumindest bei Sue. Ich wollte seine scheiss Wet-Suits noch am Flughafen verbrennen. Entschied mich aber wie so oft, vernünftig zu handeln. Zwei, drei Mal drauf rumzutrampeln hat auch schon gut getan. Wie sich aber herausstellte, war der doofe Jorge auch nach unserer Abreise trotz unzähliger und meist unbeantworteter Nachrichten weiterhin nicht sonderlich motiviert, seine Sachen wiederzubekommen. Ich hatte die $200 zu dem Zeitpunkt abgeschrieben und in Gedanken bereits an den unzähligen 1-Sterne-Ratings auf allerlei Plattformen gearbeitet. Nicht so die kämpferische Sue, deren Wortwahl und WhatsApp-Schreibstil sich im Laufe der Geschichte von „zuvorkommend freundlich“ zu „ich fackel dem verdammten Lügner die Hütte ab“ entwickelte. Ich war ziemlich beeindruckt. Und ein wenig stolz. Sue war es denn auch, die mit der glorreichen Idee, unser persönliches Inkasso Team vorbeizuschicken - bestehend aus der grossgewachsenen und sprachgewandten Robyn und dem muskelbepackten und kampfsporterfahrenen Simon -, den Stein wieder ins Rollen brachte. Die beiden waren noch für einige Tage auf den Inseln und nach Sue‘s Schilderung dermassen pissed, dass sie am nächsten Tag bereits um 07:30 bei Jorge auf der Matte standen, um unmissverständlich klarzustellen, dass Schluss ist mit Bullshiting. Denn das ist definitiv Jorge‘s Paradedisziplin, verdammter Schwätzer.

    „Inkasso Team Encantada“ wich in der Folge nicht mehr von Jorge‘s Seite, bis er sich um sein scheiss Material gekümmert und die $200 rausgerückt hat. Das dauerte zwar nochmals zwei Tage, doch dank den beiden schickte er dann tatsächlich jemanden zum Flughafen, der nach einigem hin und her das Equipment vom scheinbar gut funktionierenden Lost&Found-Büro in Empfang nehmen konnte. Die anschliessende Übergabe der $200 sei dann ohne viel Worte über die Bühne gegangen, worauf der ausnahmsweise finstere Simon das brennende Feuerzeug wieder in die Tasche steckte und sich mit halbseitigem Grinsen für das versehentlich verschüttete Benzin entschuldigte. So oder so ähnlich wird es gewesen sein. Bestimmt. Alles in allem ein Grund zum Feiern, was wir vier dann in einem der wohl aussergewöhnlichsten Restaurants auch getan haben. Das kunterbunte Andrés Carne de Res liegt etwas ausserhalb Bogotas, bietet Platz für 2’000 Leute und kostet doch tatsächlich Eintritt. Die Hütte war trotzdem voll. Lustiges Konzept. Die $200 haben zum Schluss natürlich auch nicht gereicht. War ja klar. Aber endlich begingen wir einen Samstag, wie sich das für einen Samstag gehört. Gut essen, noch besser trinken und anschliessend zu Latino-Mucke leicht hüftsteifes jedoch ober-cooles Torkeln auf einem der total überfüllten Dancefloors. Ausser Sue, die hat natürlich richtig getanzt. Und schön. Und cool.

    Trotz unbestreitbarer Antipathie gegenüber Bogota als Gesamterscheinung, haben wir unseren Aufenthalt noch auf drei Nächte verlängert, bevor wir per Bus nach Medellin reisen. Die Gesellschaft unseres Inkasso-Teams und der ausgelassene Samstag haben dann doch ein wenig geholfen und wir haben auch sonst ein paar spannende Aktivitäten wie Graffiti- und Food-Walkings und Orte wie den Cerro Montserrate und das Museo de Oro gefunden. Unsere Lieblingsstadt wirds trotzdem nicht. Das bleibt Sarmenstorf.
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  • Day102

    Pablo und seine Kaugummi-Buebe

    April 28 in Colombia

    Ja, was soll ich sagen? Medellin gefällt uns verdammt gut. Ab der ersten Minute. Nach über elf Stunden im Bus - Autobahnen scheint es hier leider nicht zu geben - werden wir überfreundlich in unserem Hostel empfangen. Der nette Sebastian läuft nach kurzem Check-In denn auch gleich mit uns die Strasse runter und weist auf allerlei empfehlenswerte Gaststätten hin. Nachdem wir unser bisher schönstes Hostel-Zimmer bezogen haben - das Hostel hat erst vor zwei Wochen seine Pforten geöffnet -, gönnen wir uns noch ein spätes Chicken-Wings-Dinner um die Ecke. Die Frage, ob wir einen Schlüssel für die Eingangstür brauchen, wird mit dem Hinweis auf Sebastians permanente Anwesenheit verneint. Äusserst müde aber froh im total tollen Medellin zu sein, klingeln wir also anderthalb Stunden später wieder beim total netten Sebastian. Und macht der Arsch auf? Natürlich nicht. Daran ändert auch zwanzigfaches Sturmläuten nichts. Ich bin eigentlich viel zu müde, um mich zu ärgern. Aber natürlich raffe ich mich auf und ärgere mich tierisch. Und das für knapp eine Stunde. So lange und zehn Sturmläuten dauert es nämlich, bis der dämliche Sebastian doch noch aus seinem Dornröschen- oder Drogenschlaf erwacht und uns tatsächlich die Türe aufmacht. Wir sind sprachlos. Er auch.

    Die Enttäuschung wog schwer und wurde auch durch das vorzügliche Frühstück am nächsten Morgen nicht wirklich gelindert. Und nachdem wir für das Geschehene keinerlei Wiedergutmachung oder sonstige Anmerkungen durch den Schuldigen erfuhren, wechselten wir kurzerhand die Unterkunft. Hätten wir dies nicht aus grenzenloser Enttäuschung getan, wäre auch der nach wie vor omnipräsente Baulärm Grund genug gewesen. Ab dann gings nur noch bergauf. Steil bergauf - kleine Zwischenkater ausgenommen. Die Geschichte Medellins ist extrem eindrücklich und die beiden absolvierten Walking-Tours definitiv die fesselndsten und besten Touren die wir in den letzten drei Monaten erlebt haben. Die jüngste Geschichte der ehemaligen Narcos-Hochburg und der ganzen Region ist geprägt von äusserst blutigen und oft unübersichtlichen Konflikten zwischen mindestens vier Parteien - den linken Guerillas (ua FARC), den rechten Paramilitärs der reichen Oberschicht, diversen Drogenkartellen (allen voran Pablo Escobar) und der oft überforderten und passiven Regierung -, die untereinander nicht selten unheilige Allianzen schlossen, um ihre individuellen Ziele zu erreichen. Stets zum Leid der unbeteiligten Bevölkerung. Doch Kolumbianer - und Paisa, die etwas „eigenen“ Einwohner der Region rund um Medellin, im Speziellen - sind gut im Vergessen. Dürfte neben durchaus bewusstem selektiven Kollektivgedächtnis wohl auch an den äusserst leckeren und bisweilen übergrossen Cocktails liegen, denn ich kann mich irgendwie auch nicht mehr an jede Einzelheit unseres Aufenthalts erinnern. Und Sue schweigt.

    Wir sind auf jeden Fall ziemlich beeindruckt, mit wie viel Lächeln und Freude die Menschen einem begegnen. Denn gewaltsame Konflikte sind nach wie vor Teil dieser Stadt, insbesondere im Vorfeld der in wenigen Wochen anstehenden Präsidentschaftswahlen. So kommt es bei Bandenkriegen rund um den ehemals gefährlichsten Distrikt „Communa 13“ am Tag (bzw. in der Nacht nach) unserer Walking-Tour zu zahlreichen Toten. Trotz Rückschlägen waren und sind die Menschen hier voller Hoffnung und die Anwesenheit von Touristen und Reisenden wie uns wird als Zeichen der Veränderung zum Guten gefeiert. Und beim Feiern machen wir doch gerne mit. Sehr zu meiner Freude so ziemlich jeden Tag. Und da es unser Inkasso Team Encantada einen Tag nach uns ebenfalls nach Medellin geschafft hat, des Öfteren auch zu viert. Selten haben wir uns in einer Stadt so willkommen und wohl gefühlt. Auch wenn wir die Tage bezüglich Budget und Waage nicht gross an der „Galapagos-Kompensation“ gearbeitet haben, wären wir gerne noch etwas länger geblieben. Die Reaktionen der Leute auf der Strasse (oder im städtischen Fussballstadion beim siegreichen Heimspiel vom Samstag), die bis vor wenigen Jahren noch keine gross gewachsenen, blonde und blauäugige Touristen kannten, reichen von ungläubigem Nachschauen bis zu überschwänglichen „Welcome to Colombia“-Rufen und Daumen hoch Gesten. In Poblado kommt dann alle paar Meter noch die zuvorkommende und freundliche Frage hinzu, ob man denn gerne Kaugummi, Gras oder Koks kaufen möchte. Auf jeden Fall! Kaugummi ist ja eigentlich nie verkehrt.

    Wir verlassen Medellin nach fünf spannenden Tagen mit weinenden Augen. Also nassen Augen. Es regnet nämlich in Strömen und der verdammte Wecker klingelt zur unfassbarsten Unzeit überhaupt - um 03:45. Am Sonntag! Wer bucht denn so einen Scheiss? Zuerst „let it rain“ auf den Galapagos Inseln und jetzt wegen drei Fränkli auf den sechs Uhr Flug?! Am Sonntag? Zum Kotzen! Den nächsten Flug darf Sue wieder buchen.
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  • Day100

    Wie es sich für Menschen in unseren Positionen (arbeitslos bzw. „eternal sabbatical“) und unseren Gehaltsklassen (0.-) gehört, ziehen wir nach den ersten hundert Tagen Bilanz. Unterm Strich kann man sagen, dass es uns gefällt. Dieses Reisen. Und wir uns auch immer noch total lieb haben. Auch gegenseitig.

    In den vergangenen dreieinhalb Monaten haben wir 30‘000 km mit 13 Flugzeugen, 10 Schiffen und 25 Bussen zurückgelegt, um 38 Destinationen in 9 Ländern zu besuchen, an welchen wir in 48 verschiedenen Betten geschlafen und schon 6 Mal Pinguine gesehen haben. Gestritten haben wir uns 2 Mal - getrennt noch nicht. Wieso wissen wir nicht mehr. Ziemlich sicher wegen mir. Oder Sue. Vielleicht auch wegen den 5 Dingen, die wir schon verloren haben. Auf jeden Fall hiess die Lösung jeweils Gummibärchen.

    Für die Ewigkeit haben wir unsere bisherige Reise mit 3’509 Fotos, 27’796 Worten, 82 Wein-Reviews und 15 Clips produziert aus 78 Videos festgehalten. Die 2’361 Likes von Freunden und Familie freuen uns natürlich auch, denn die Minuten, in denen wir die Heimat dann doch ein wenig vermissen, zählen wir nicht. Wer will schon Depressionen? Dafür reicht ja die Statistik der Tage, an denen wir krank oder verletzt waren. Die völlig überraschende Bilanz? Sue war ganze 2 Tage ausser Dienst. Und das vermeintlich schwache Glied der Kette? Null. 0. Nix. Nada. Always up and running. Huere Maschine!

    Und last and least bläht das Thema Kohle die ganze Bilanz dann doch ein wenig auf. Die angepeilten hundert Stutz pro Person und Tag wurden um fast neun Stutz überschossen. Verschwenderisch wie wir sind, geben wir im Schnitt 29% für den Transport zwischen den Destinationen aus, 14% für Übernachtungen und die restlichen 57% für den ganzen Spass dazwischen. Dazu gehört natürlich auch die Verpflegung. Fest und flüssig. Im März dürfte also rund die Hälfte davon in Wein geflossen sein. Also für rund die Hälfte davon Wein geflossen sein. Oder wie auch immer. Den Rest haben wohl die Galapagos-Schildkröten gefressen. So oder so, wir geben zu viel aus. Das muss aufhören. Daher nochmals unsere Bitte, uns weitere Penthäuser kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das wäre echt toll. Danke.

    So, nun gönnen wir uns zur Abwechslung ein lukullisches Candle-Light-Dinner und stossen mit einer guten Flasche Rotwein auf die nächsten 100 Tage an. Prost und Hasta!
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  • Day117

    Darauf haben wir uns wirklich gefreut. Auf alles andere natürlich auch. Aber die vier Nächte im Casa en el Agua (www.casaenelagua.com) sind das, was man als effektive Ferien nach einer Reihe ferienähnlicher Wochen auf Reisen bezeichnen könnte. Das Casa ist definitiv eines der spektakulärsten Hostels überhaupt. Family-, Relax- und Party-Feeling umgeben von karibischem Blau und Türkis. Nicht ein Haus AM See, nein, ein Haus AUF dem See. Also Meer. Und ja, Geschichten gäbe es viele zu erzählen. Von Nachbarsinseln mit der weltweit höchsten Bevölkerungsdichte, von rauschenden Festen, von fiesen Sonnenbränden vom Nichtstun und von noch mehr rauschenden Festen. Aber irgendwie hatte ich einfach zu keinem Zeitpunkt Bock, mein Handy in die Finger zu nehmen. Verdammt nochmal auch meine Ferien. Daher bleibt an der Stelle nur zu sagen: „What happens in the Casa, stays in the Casa!“

    Ein paar Drohnenaufnahmen mussten aber schon sein. Die Location ist einfach zu geil, als dass man die mitgebrachte Spark unangetastet im Zimmer lassen könnte. Hier gehts zum Video: https://youtu.be/bBdTGp90v6E

    Gut, eine spannende Geschichte gibt es doch. Und die ist einfach zu gut, um sie nicht zu erzählen. Und fast zu gut, um sie zu glauben. An unserem letzten Tag im Casa - es war nachmittags um drei - waren wir bereits wieder auf gutem Weg, uns für die bevorstehende letzte Partynacht aufzuwärmen. Soll heissen, wir waren bereits wieder bei Bier, Cocktails und - zumindest in meinem Fall - Sonnenbrand angelangt. Nachdem ein eher unscheinbares Boot am Casa angelegt hatte, kam einer der Typen auf mich zu und fragte, ob wir für ein Bier bei einer kurzen Fotosession mitmachen würden. Sie hätten ein paar Minuten entfernt auf der Insel Tintipan eine Airbnb-Location die sie vermieten und für welche sie ein paar Bilder mit attraktiven Menschen machen wollen. Ok, einfach mit Menschen. Gratis Bier? Klar, wo kann ich unterschreiben?! Nach kurzem Zögern, liess sich auch die fotogene Sue und ein weiteres Pärchen für den Kurztrip motivieren. Die Anfrage dürfte sich eh mehrheitlich an meine schöne Begleitung und weniger an mich gerichtet haben. Mir Wurst, solange ich mein Bier kriege! Zwei Minuten später sitzen wir lediglich mit Badehose und einem Bier ausgestattet auf einem Boot und tuckern davon. Als einer der Jungs dann noch eine Flasche Rum in den Händen hält und anfängt Shots zu verteilen, ist meine Freude schon fast grenzenlos. Wobei, irgendwie zittert der Junge - wohl so Anfang / Mitte Zwanzig - beim Einschenken und er macht mir auch sonst einen etwas nervösen Eindruck. Irgendwie macht mich das dann auch ein wenig nervös. Wohin gehen wir nochmal? Was wollen die von uns? Sind das auch Pablo's Kaugummibuebe? Im nahe gelegenen Cartagena ist ja bekanntlich der grösste Export-Hafen für kolumbianisches Kokain. Ich lasse mir die Unsicherheit natürlich nicht anmerken und nehme noch einen beherzten Schluck vom überaus leckeren Rum.

    Erst unterwegs realisiere ich, dass insgesamt vier Pärchen "zu Gast" sind auf dem Kutter. Alles scheinbar nette Leute. Die Spannung steigt, als wir nach etwa zehn Minuten wieder in Richtung Ufer fahren. Wird das hier gar etwas mit Erotik? Wir werden sehen. Als wir endlich den Bootssteg erreichen, schauen wir uns gegenseitig ziemlich verunsichert an, bevor wir an Land gehen. Denn vor uns liegt ein imposantes Anwesen mit mehreren Gebäuden, einem Pool, diversen Lounges, exotischen Papageien in den Bäumen und allerlei Spielzeug. Das wäre definitiv auch eine ideale Location für die nächste Folge „Bachelorette“ von 3+ (für die Deutschen: Das ist etwa gleich trashy wie RTL2) oder den nächsten Züri-Boyz Ausflug. Ich sehe Miro schon das Mobiliar ins Meer schmeissen und Kevin hinterher springen. Totale Eskalation eben. Nachdem uns weitere alkoholische Getränke angeboten wurden, sollen wir uns ausruhen und einfach ein wenig relaxen. Einige Angestellte bereiteten derweil allerlei exotische Cocktails zu. Ich wusste es, es wird ein Porno! Cool. Und wie gesagt, "what happens in the Casa, stays in the Casa!"

    Ok, einige mögen nun sagen, dass wir doch etwas gar leichtsinnig auf Gratis-Bier (ich) und mögliche Model-Verträge (andere) reagiert haben. Aber eigentlich hatte ich zu jeder Zeit alles im Griff. Also eigentlich Robin. Er hätte sicher sofort ein Bravo-Team zu unserer Rettung geschickt, wäre das nötig geworden. Ziemlich sicher. Ich hatte zumindest damit gerechnet. Natürlich wurde es dann doch kein Porno und plötzlich eingeschlafen sind wir nach den Drinks auch nicht. Nein, viel besser. Für die nächsten Stunden sind wir Gäste von Andres, der das anfängliche Zittern beim Rum Ausschenken allmählich in den Griff bekam und nach eigenem Bekunden Sohn einer kolumbianischen Unternehmerfamilie aus der Mode-Branche ist. Seine Angestellten sorgen dafür, dass wir nicht trocken laufen und bei Dingen wie Kayak-Segeln, Schnorcheln, Tube hinterm Boot herziehen, vom Strandhaus ins Meer springen oder einfach nur am Pool liegen, ununterbrochen Spass haben. Hell yeah! Den haben wir auch. Oleg - der Fotograf, ursprünglich aus der Ukraine - macht derweil ein paar Fotos vom Boden aus oder mit seiner geilen Drohne. Ab und zu gibt es fotografische Anweisungen von Jorge - eine Art Art Director -, wobei diese jeweils eher als Frage in der Art von "würde es euch etwas ausmachen, wenn ihr kurz mit dem Motorboot und Tube spielen würdet? Danach könnt ihr dann natürlich wieder relaxen ..." formuliert werden. So gefällt mir das!

    Beim Extrem-Modelling vergeht die Zeit schnell und die gebuchte nächtliche Plankton-Tour vom Casa aus muss ohne Sue stattfinden. Als sich die Köchin dann auch noch daran macht, uns ein üppiges Dinner auf der Terrasse zu servieren, platzen wir fast vor Glück. Und dem guten Essen. Ähnlich unserem Penthouse in Santiago, beschleicht uns ab und zu aber noch das ungute Gefühl, dass das Ganze doch irgendeinen Haken haben muss. Für solchen Scheiss geben wir sonst ja gerne und viel Geld aus. Die Jungs scheinen aber auch ihren Spass zu haben und sie lehren uns freudig einige kolumbianische Trink- und Würfelspiele. Die beim abschliessenden Rücktransport zum Casa gestellte Frage, was wir denn morgen machen würden, ist (leider) schnell beantwortet. Wir müssen vom Casa zurück nach Cartagena, da dies die letzte Nacht im Casa sein wird und das Speed-Boat bereits gebucht ist. Zwei der Pärchen scheinen da etwas flexibler zu sein und so erfahren wir mit einem Ohr, dass dem Andres seine Familie mehrere Anwesen in dieser Region besitzt und man total froh wäre, wenn man am nächsten Tag dort auch ein paar Bilder mit professionellen Hobby-Models machen könnte. Als ich die Verzweiflung hinter dieser Frage spüre, kann ich nicht anders, als unsere Hilfe ebenfalls anzubieten. Ok, aufzudrängen. Scheiss auf die Boot- und Hostelbuchungen, das kriegen wir dann schon geregelt. Und sonst sollen das die Narcos-Kiddies für uns regeln. Die können das. Ziemlich sicher. Irgendwie.

    Nachdem wir die anschliessende und letzte Nacht im Casa nochmals ordentlich gefeiert haben, dafür gab es ja auch genügend Gründe, wurden wir am nächsten Morgen von unseren neuen Freunden in einem weit weniger unscheinbaren Speed-Boat abgeholt. Das Casa staunte nicht schlecht, als wir samt Gepäck und wie Rockstars das Boot besteigen und mit laut aufgedrehter Musik davon rauschen. Gut, vielleicht waren das auch eher besorgte denn erstaunte Gesichter. Denn die Frage, wo wir mit den Typen hingehen, können wir abermals nicht genau beantworten und diesmal haben wir auch alle unsere Habseeligkeiten bei uns. Aber egal, wir fühlen uns grossartig und unser Vertrauen haben sich die Jungs längst erkauft. Das nächste Shooting wartet sicher auf uns. Und hoffentlich ein paar Drinks dazu! Und believe it or not, aber genau so ist es. Nach vierzig Minuten erreichen wir das Festland und beziehen unser neues Strandhaus, in welchem wir erneut als teure Gäste behandelt und von Angestellten umsorgt und schrittweise abgefüllt werden. Wenngleich diese Hütte nicht ganz so spektakulär ist wie die Gestrige, lässt sie ebenfalls keine Wünsche offen. Ausser Vorhänge. Ich würde Vorhänge montieren. Macht es einfach gemütlicher. Andres stimmt mir zu und macht sich entsprechende Notizen. Gern geschehen.

    Wer denkt, das wars dann ... wir sind entweder fertig mit Fotos und können lebend gehen oder wir werden doch noch brutal missbraucht und anschliessend in Stücken im Meer versenkt, irrt. Da wir ja unsere Hostel-Buchungen für diesen Tag haben sausen lassen, sind wir allesamt herzlich eingeladen, die Nacht auf dem ersten und auch beim erneuten Betreten noch spektakulären Anwesen auf der Insel zu verbringen. Natürlich im gewohnt luxuriösen Stil mit komplettem Rundum-Sorglos-Paket und weiteren kurzen Foto-Sessions mit nächtlicher Prunk-Beleuchtung. Fuck yeah! Sechs Europäer und drei Jungs mit unklarem Background. Wir haben eine grossartige Zeit mit vielen spannenden Diskussionen und selbstverständlich erstklassiger Verpflegung. Die Jungs löchern uns mit unzähligen Fragen zum Leben, der Politik und Steuern in Europa, während ich mir meine zweitletzte Montecristo reinziehe. Irgendwann kaufe ich den Jungs dann auch die Sache mit der Mode-Kette irgendwie ab. Vielleicht doch keine Narcos. Als wir im hauseigenen und von Mangroven umgebenen Mini-Hafen beim Besteigen des Bootes, welches uns am nächsten Morgen zurück zum Casa bringt (wo unser „umgebuchtes“ Speed-Boat auf uns wartet), einen grossen Haufen Versandpakete auf dem daneben liegenden Schiff erspähen, kommen dann nochmals kleinere Zweifel auf. Vernünftig wie ich bin, entscheide ich aber, nicht nachzuhaken. Beim Casa angekommen, fällt der Abschied von Andres, Oleg und Jorge sehr herzlich aus. Offensichtlich hätten wir alle noch Lust auf weitere gemeinsame Tage gehabt. Wie man - bzw. Andres - uns aber erklärt, sei das verlängerte Weekend nun vorbei und er müsse tags darauf wieder fürs Familienimperium arbeiten. Stimmt, da waren ja noch diese komischen Pakete, welche wohl auf ihre Auslieferung warten. Die abschliessende Frage, ob wir das eine Päckchen seinem Cousin in der Schweiz mitbringen könnten, mussten wir natürlich verneinen. Ok, das war jetzt gelogen ...

    Einige Fotos von den Shootings werden wir separat posten, sobald Oleg mit der Post-Production durch ist. Vorausgesetzt er ist kein Arschloch, hält sich an sein Versprechen und teilt auch schön alles mit uns. Wir sind in Cartagena derweil schon ready für das nächste Abenteuer. Am Sechzehnten besteigen wir die Quest - ein gemütliches Segelschiff eines Schweden -, die uns innerhalb von fünf Tagen von Kolumbien via San Blas Islands nach Panama City bringen wird. Vorausgesetzt, wir gehen nicht unter und es sind keine Kaugummibueben an Bord. Die mögen sie in Panama nämlich nicht. Wir werden sehen.
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  • Day104

    Von echter Liebe und Hollywood

    April 30 in Colombia

    Im ganzen Medellin Trubel wäre beinahe untergegangen, dass wir nun schon über 100 Tage auf Reisen sind. Gut möglich, dass diesem besonderen Jubiläum noch ein eigener Post gewidmet wird. Ziemlich sicher sogar. Sonst würden die ganzen Statistiken die wir führen ja gar keinen Sinn machen. Die Zeit vergeht schnell und doch realisiert man(n), wie sehr Freunde und Familie einem fehlen. Sue ist natürlich auch ganz toll, aber ihr wisst schon was ich meine. Oder auch nicht. Beispiele? Hm, bei Familie Fischer verpasst man, wie bereits das zweite Kind schon vor dem Kindergarten zwar sauber blinken und abbiegen kann, aber nie lernt Fahrrad zu fahren und der Nachwuchs von Familie Stauber wird bei seiner Taufe wohl bereits die Einschulung und das erste fehlerfreie Diktat hinter sich haben. Und von all den noch zu gründenden Vereinen, bei denen ich zwar im Vorstand aber dann doch nicht aktiv sein werde, fange ich gar nicht erst an.

    Um so mehr haben wir uns hier in Cartagena über den ersten echten Liebesbeweis gefreut. Keine gut gemeinten Nachrichten von total schönen Wein-Abenden unter Freunden, zu denen man doch nicht eingeladen war. Keine zuckersüssen Videos von kleinen Menschen, die man dann doch nicht auf den Arm nehmen kann. Und keine schmerzenden und kaum verständlichen Video-Chats während dem Stimmungshöhepunkt am Karfreitags-Jass, bei welchem man doch nicht wie gewohnt an Tisch 1 sitzt. Und auch nicht an Tisch 2, dort aber in erster Linie wegen dem bedenklichen Jass-Niveau. Nein, echte Zuneigung zeigt sich durch physische Präsenz. Und so hoffen wir, es werden noch viele dem Beispiel von Lea folgen und uns effektiv und in Person auf unserer Reise besuchen. Extra für uns und nur für zwei Tage ist unser Lieblingsmensch Lea den weiten Weg von Zürich nach Cartagena in Kolumbien gereist. Nur um uns zu sehen. Zumindest habe ich das so verstanden. Echt schön von ihr. Wir haben uns natürlich tierisch gefreut und zur Feier des Tages ein frisches T-Shirt angezogen. Also Sue. Meins war noch ganz ok.

    Unsere gedankliche Spontanbewerbung als Statisten am Set von Will Smith‘s neuem Film „Gemini Man“ war nicht sonderlich erfolgreich. „Too gorgeous and glamorous“ hiess die zwar unausgesprochene aber sicherlich zutreffende Begründung. Und für tragende Rollen haben wir ganz einfach keine Zeit. Sorry. Cartagena - an der Karibikküste gelegen - markiert ja auf eine gewisse Art den Abschluss unserer Südamerika-Reise, wo dank karibischen Temperaturen und ständigen Salsa-Klängen auch bei uns ein wenig Ferien-Feeling aufkommt. Denn bevor wir uns auf den Weg nach Zentralamerika machen, steht noch der vor einigen Wochen geheimnisvoll angedeutete und höchst verdiente „Urlaub“ an. Also keine Zeit für Hollywood. Doch vor dem längst überfälligen Urlaub geht es noch für eine letzte Woche voller südamerikanischer Surf- und Hiking-Abenteuer zum Tayrona Nationalpark. Also Sue surft. Ich saufe. Wahrscheinlich. Ausser Will will uns doch noch. Wobei, auch dann.
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  • Day107

    Nachdem unser Lieblingsmensch Lea sich nach zwei Tagen wieder auf den Heimweg gemacht hat - zumindest hat sie das gesagt - machen wir uns auf den Weg nach Mendihuaca - was wie sich herausstellt ein Fluss und gar kein Dorf ist - und lernen dort endlich die überaus entzückende und energiegeladene Monica kennen, ihres Zeichens aktuelle Freundin meines kleinen Bruders Tobi und somit Familie in Spe. Moni betreibt ein Hostel samt Surf-Schule am Ende des Tayrona Nationalparks. Auch wenn ich mit Kahlkopf und Wampe wenig mit einem stereotypischen Surfer-Boy gemein habe, lassen wir uns unter Ausschluss der Öffentlichkeit - wer geht schon um 08:00 zum Strand? - von Moni in die Basics des Surfens einführen. Kurze Materialkunde, das Meer und die Natur lesen, eindehnen, schnelles Paddeln im seichten Wasser ohne vom Brett zu fallen und last but not least blitzschnelles Aufstehen. So weit so gut, das scheint machbar. Wobei, aufstehen ohne Kaffee oder Coca-Tee war noch nie meine Stärke und auf dem Surfboard haben kompaktere Menschen eindeutig einen Vorteil. Dieser entpuppt sich beim „Einwassern“ allerdings als rigoroses Handycap. Hat man aufgrund der vorherrschenden Wellenbrechungslinien und Impact-Zone die richtige Stelle seitlich des White-Waters lokalisiert, wird mit dem Board über Kopf ins Meer und durch die einfallenden Wellen gestampft. Kurz bevor man den Boden unter den Füssen verliert, schwingt man sich aufs Board und paddelt mit aller Kraft und bis zur totalen Erschöpfung. Also etwa zwölf Sekunden. Im besten Fall hat man zu diesem Zeitpunkt die Spülmaschinen-Todeszone bereits hinter sich. Bei Sue war das nicht immer so. Arme Sue. Wobei ich fand, sie sah auch mit sandig-zerzausten Haaren noch zum Anbeissen aus.

    Dem aufmerksamen Leser - und Kurt - ist sicherlich bereits bildlich klar geworden, dass einem teutonischen Brocken wie mir diese erste Phase weit weniger Mühe bereitet, als den kürzeren Menschen unter uns. So bewirkt mein erstes beherztes und äusserst selbstbewusstes Einwassern denn auch eine Mischung aus Gelächter und Staunen. Mein zügiges und zielgerichtetes Marschieren und Wellenbrechen zeichnete eine eindrückliche Schneise ins Meer, wie man dies sonst nur von modernen und unkaputtbaren Containerschiffen kennt. Ich werte die Reaktionen trotz einer gewissen Verunsicherung aufgrund des Lachens - die ich mir natürlich nicht anmerken lasse - schlussendlich als Sieg. Keiner ist schneller im Wasser als ich. Yay! Es sollte aber der letzte Punkt bleiben, den ich an diesem Tag erzielen werde. Zwar erwischt man ab und zu eine der deutlich grösser als erwarteten Wellen und in einem Fall könnte man mit ein wenig Fantasie sogar von „Stehen“ sprechen, aber in den meisten Fällen wird man nach einigen Versuchen dank Strömung und Wellen samt Brett wieder an den Strand gespült. Das Lycra nicht selten bis über die Nippel hochgekrempelt und die zerkratzte und sandige Wampe wenig vorteilhaft entblösst. Trotz einigen spassigen Body- und Knee-Boarding Sequenzen, die allerdings gleich eindrucksvoll wie eben erwähnt enden, packt uns das oft gehörte Surf-Fieber noch nicht so richtig. Nachdem sich Sue dann auch noch schmerzhaft das Knie verdreht und eine neue Art des „Rückwärts-Surfens“ erfindet und ich mir den Fuss an ein paar schroffen Steinen aufschlage, legen wir die Pro-Surfer Karriere nach insgesamt vier kräftezehrenden Stunden vorerst auf Eis. Vorerst. Wir (und mein Ego) sind ja noch ein paar Tage hier.

    In jedem Fall steht uns Moni und ihr Team ja auch noch zur Seite. Sowohl die Tage wie auch die Abende haben einen hohen Unterhaltungsfaktor in diesem ziemlich einfachen aber sehr gemütlichen Hostel. Da hat der Tobi ein wirklich cooles Girl gefunden, die in Wirklichkeit noch viel hübscher und aufgestellter ist, als dies Fotos bereits vermuten liessen. Sue ergänzt, dass Moni der Typ Frau ist, der zwar mega hübsch ist, aber mit dem man (bzw. Frau) auch mega gerne zusammen ist. Keine Ahnung was sie damit meint, ist wohl so ein Mädchen-Ding. Erfreut ob dieser gross-brüderlichen sowie unverständlich-weiblichen Zustimmung, wusste sich dann auch der liebe Tobi nicht mehr mit Komplimenten per WhatsApp zurückzuhalten. Sue sähe einfach fantastisch aus und sei ja wirklich parat, auch mit Kniebinde. Äh, absolut. Finde ich natürlich auch! Und ich wäre ja fit wie noch nie und hätte fast ein Sixpack. Hm, ok, „fast“ lässt natürlich einigen Spielraum und kann durchaus Ausdruck für diese über Facetime scheinbar visuell ansprechend wirkende Anordnung von Fettröllchen sein. Aufgestellt hat uns das Feedback nach der immer noch sicht- und spürbaren Galapagos-Völlerei natürlich schon. Und so gab es zum Lunch neben den geplanten Früchten prompt noch Grilliertes mit Frittiertem am Strand. Danke Tobi. Wir verbringen also einen ganzen Lazaret-Tag am Strand und tun nichts. Gar nichts. Nicht so die mit Moskitos identisch überflüssigen Sand-Fliegen. Die können gar nicht aufhören mit ihrem verdammten Getue. Gut möglich, dass Hämorrhoiden bald auf Platz drei zurückfallen. Aber noch ist das letzte Fläschli Anti-Brumm nicht leer und der Krieg somit noch nicht verloren. Noch.

    Nach einem heissen Hiking- und Beach-Day im Nationalpark - dessen Strände übrigens ganz ohne die primitiven Sand-Fliegen auskommen, was den hohen Eintrittspreis zumindest teilweise rechtfertigt - bleiben uns noch anderthalb Tage in Moni‘s Surf-House. Und natürlich mussten wir nochmal aufs Board. Dieses wie ein Wal an den Strand gespült werden kann es ja nicht gewesen sein. Nach ein paar weiteren lächerlichen Versuchen und etwa zwei Liter Meerwasser in den Lungen war es dann so weit. Wir stehen tatsächlich auf dem Board, im Wasser, getrieben von einer Welle. Was wie surfen aussieht (schau Fotos), fühlt sich auch wie surfen an. Irgendwie schon geil. Jeweils nur für ein paar Sekunden, aber das Gefühl macht durchaus Lust auf mehr. Surf-Mama und Schwägerin in Spe Moni gefiel es auch. Hat sie uns ja auch schön beigebracht. Aber auch mit diesem kleinen Achtungserfolg sind sich die schöne und oft sandig-zerzauste Sue und ich ziemlich sicher, dass wir keine Pro-Surfer werden. Wie damals beim Eisklettern in Adelboden. Irgendwie schon cool aber ein Fieber bricht nicht aus. Bezüglich der äusserst schwachen Aufwand/Ertrags-Bilanz, wurde ich denn auch ständig an „Powder-Gögi“ aus unserer Jugend erinnert. Schon damals konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, wie man mit Snowboard im Tiefschnee neunzig Minuten den Berg hinauf oder einen Grat entlang laufen kann, nur um vier Sekunden und zwei gefahrene Bogen später, wieder auf der Piste neben mir zu stehen. Das „Powder-Feeling“ sei einfach „unbeschreiblich und jeden Aufwand wert“. Die Kaugummi-Buebe aus Medellin würden dem ziemlich sicher zustimmen. Ich für meinen Teil habs früher schon nicht verstanden und ordne Surfen irgendwie an ähnlicher Stelle ein. Trotzdem, eines der Poser-Pics hänge ich mir ziemlich sicher ins neue Büro. Irgendwann.
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  • Day111

    Eigentlich hatten wir ja genug vom Dschungel. Aber aufgrund diverser Empfehlungen und gestützt von eigenen Recherchen, wollten wir dann doch noch einen kurzen Abstecher nach Minca machen. Etwas abgelegen und mitten im Dschungel - so abgelegen, dass meine Tasche zum ersten Mal auf den Rücken musste und ich ausnahmsweise weniger nach Ibiza und mehr nach Backpacker aussah -, beziehen wir ein äusserst romantisches Bungalow. Ein übergrosser Ameisenhaufen wäre allerdings eine gleichermassen korrekte Beschreibung. Zusammengefasst also ein romantischer Ameisenhaufen, der auch sonst von allerlei Getier frequentiert wird. Die Geckos im Bad fanden wir ja ganz süss, die braunen Brummkäfer im Bett weniger. Aber so ist das eben im Dschungel. Wir schlafen in der Folge eher mittelmässig, was das zweifelsfrei beste und üppigste Frühstück in hundert Tagen aber locker (bzw. lecker) wieder wett macht. Auch sonst ganz nette Gastgeber hier. Dennoch freuen wir uns beide auch wieder auf die Tage, an denen unsere Körper nicht von immerneuen Stichen übersät aufschwellen und der immerwährende Juckreiz letztlich ein Ende findet. Das von mir gewünschte und von Lea dankenswerterweise mitgebrachte Tübli Fenistil neigt sich nämlich bereits wieder dem Ende zu. Die von Sue gewünschte übergrosse Tafel Ovischoggi ist hingegen schon lange weg. Ich sah davon natürlich kein einziges Stück. War ja klar.

    Nachdem ich Sue daraufhin eröffne, dass ihr somit auch kein Fenistil mehr zustünde, reagierte sie ähnlich einem Junkie, dem der unmittelbare und unfreiwillige Entzug droht. Mit einer Hand das Bein wundkratzend poltert sie etwas von Trennung oder Toten, so genau habe ich das nicht verstanden. Grosszügig wie ich bin, gewähre ich ihr also noch eine letzte Fingerspitze des kühlenden Gels, bevor ich es an einem sicheren Ort verwahre. Für knapp zwei Minuten. Bevor die bereits brenzlige Situation mit dem fortwährend fluchenden Junkie vollends eskaliert, überlasse ich ihr eben auch noch mein Fenistil. Und so haben dank meinem vernünftigen Handeln einmal mehr alle überlebt. Ausser die Ovischoggi. RIP.

    Die beiden Tage hier verbringen wir mit kurzen Hikes bzw. ausgedehnten Spaziergängen im strömenden Regen, wobei jedes erreichte Ziel noch eine kleine Enttäuschung für uns parat hielt. Die Brauerei neben der besuchten Kaffee-Farm war geschlossen, worauf es kein lange ersehntes Happy-Tucan-Bier gab und die mehrstufigen Wasserfälle von Ponzo Azul mit sonst kristallklaren Badebuchten erstrahlten aufgrund der starken Regenfälle in schlammigem braun. Wir hatten trotzdem unseren Spass hier. Wohl nicht zuletzt wegen der Tüte mit saurem Gummizeugs, die ich als Belohnung für die tapferen Regenwanderungen für uns bereit hielt. Die haben wir dann zur Abwechslung fair geteilt. Geht doch. Zumindest wenn ich die Verteilung kontrolliere.

    Unser nächstes Ziel werden wir ab Cartagena mit dem Speed-Boat erreichen. Wlan/Empfang erwarten wir nicht, es soll ja auch ein entspannter fünftägiger Kurzurlaub werden. Wir sind dann also Mal weg ...
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  • Day157

    Urlaub unter Palmen

    April 15 in Colombia

    Allen Widrigkeiten zum Trotz sind wir nun hier an der Karibikküste von Kolumbien angekommen. Der Platz oder sollte ich sagen der Palmen Strand liegt neben einem überteuertem Nationalpark in dem es wohl das gleiche geboten gibt wie hier auch, karibische Küste, Palmen und Strand. Als einziges Manko haben wir an diesem Küstenabschnitt das Problem mit einer sehr gefährlichen Unterströmung gepaart mit Kreuzströmungen was das Baden im Meer nicht zulässt. Als alternative aber werden wir wohl in der kommenden Woche einen Surf Kurs belegen denn mit Brett ist das ganze dann nicht so gefährlich und man kann ins Wasser. Wir sind hier in guter Gesellschaft von einem älterem australischem Ehepaar die auch Südamerika bereisten und nun nach Mexiko verschiffen Anfang der kommenden Woche. Auch ihr Fahrzeug ist etwas neues es ist ein klein Laster mit Koffer und Hubdach( hab ich noch nicht gesehen), die zwei waren auch schon in Afrika und Europa unterwegs, haben sie erzählt aber damals mit einem T2.
    Vielleicht sollte ich auch auf die wohl größte Gefahr hier hinweisen, fallende Kokosnüsse. Wie der ein oder andere vielleicht weiß ist dies hier in Kolumbien gefährlichste was nach dem Fall von Pablo Escobar auf einen zukommen kann. Nein natürlich muss man vorsichtig sein und uns kommt das Land allem Anschein nach sicherer vor als den Kolumbianern selbst.
    Des weitern gibt es zu berichten.
    Nach dem wir nun eine Anzahlung für unsere Stoßdämpfer geleistet haben, werden diese hoffentlich auch Morgen von Seikel verschickt, so das wir dann in zwei Wochen das Auto in einen Container packen und nach Panama Verschiffen können. In der Zwischenzeit werden wir hier ausharren und glücklicherweise ist dieser Ort doch ganz angenehm dafür. ( gäb auch schlechter Orte an dem man fest sitzen würde eine Autobahn Tankstelle zum Beispiel) unsere Tagesaufgaben versuchen wir professionell zu meistern wobei Dolly schon ganz schön gestresst war vom gestrigen Einkauf. Das Angeln am Strand ist noch nicht vollständig ausgereift da ich mit einer gebrochenen Rutenspitze kämpfe und die Brandung doch ziemlich stark ist, auch sollte man festhalten das eine'Karpfen-Rute nicht optimal für das Brandungsangeln ist.
    Für die Koch begeisterten vielleicht noch kurz ein Tutorial für das herstellen von Kokosmilch. Man nehme eine Alte ( auf manchen Polynesischen Inseln auch als Kokosnüsse für die Schweine bekannt) Kokosnuss die frisch von der Palme gewedelt wurde. Diese wird dann geschält mit Hilfe einer Machete oder Axt oder beidem. Wen man dann an der eigentlichen Nuss angekommen ist beginnt die Arbeit erst richtig. Das Kokos Wasser kann man Trinken, was uns interessiert ist das Fleisch welches gerieben werden muss um so feiner um so besser. Das geriebene Fruchtfleisch wird in einem Gefäß mit heißem Wasser übergossen und stetig verrührt bis nach ungefähr 10 Minuten dann das Fett gelöst ist und wir damit beginnen die Raspeln aus der Flüssigkeit zu filtrieren. Nun kann oder sollte je nach verwendeter Wassermenge die Kokosmilch noch etwas eingekocht werden, und fertig ist die selbst gemachte Kokosmilch und neben bei Beschäftigung gehabt und Geld gespart.
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  • Day158

    Das Leben am Strand

    April 16 in Colombia

    Nach dem wir uns entschlossen haben hier am Strand-Campingplatz unsere Wartezeit zu verbringen fahren wir etwas runter. Ja zum Teil soweit das wir nach dem Aufstehen schon wieder so fertig sind das wir den ganzen Tag faulenzen. Doch heute war ein erfolgreicher Tag es galt die Hintern Bremsbeläge zu checken ( hab ich sind in Ordnung).Dolly hatte sich vorgenommen unser Bettzeug zu waschen und auch das wurde erfolgreich noch for 11.30 Uhr erledigt. Gut dann stellte sich die Frage was nun mit dem Rest vom Tag. Die Antwort war schnell gefunden, kurz zur ansässigen Surf Schule geschlendert. Der Plan war für den morgigen Tag mal zwei Unterrichtsstunden aus zumachen was leider nicht klappte. Nein der Unterricht fand dann gleich am Nachmittag statt. Also machten wir uns bereit einfach in eine Badeshort/ Bikini geschlüpft und zur Palm-Hütte gewatschelt. Erst unterhielt sich Dolly mit einer Volontäre aus Deutschland die mit einem weitern Jungen auch aus Deutschland in der Hütte chillten. Die Surf Lehrerin kam und stellte uns dann anfänglich erst einmal Fragen wie könnt ihr schwimmen? Ja , macht ihr regelmäßig Sport? Nein (den Autofahren gehört nicht dazu, auch wenn es Motorsport heißt) die Frage nach denn Krankheiten von denen sie wissen müsste war dann auch mit einem Nein Beantwortet. Ja und dann gings los. Also mit Surfboards in Richtung des Flusses nach anfänglichen Übungen am Strand und dem vorgehenden Dehnen und die Beobachtung des Meeres wo die Großen Wellen brechen und wo der Chanel ist der dich leichter raus bringt. Ab in den Fluss Paddeln, Gleichgewicht halten, auf dem Board aufstehen lernen. Das alles machten wir in diesem Badewannen warmem Fluss um uns aufs Meer vorzubereiten. Neben her stellte ich fest das in dem Fluss auch Krebse Leben ( einer hat mich in den großen Zeh gezwickt ) doch mir wurde mitgeteilt das diese Krebse keine Menschen fressen und sicher auch nicht so große. Gut nach diversen versuchen auf Brett zu kommen hat es dann tatsächlich das ein oder andere mal geklappt. Gut soweit dann ging es ins Meer. Man sollte dazu sagen das heute ein guter Surf Tag ist,denn es sind gut Wellen, vielleicht nicht unbedingt für Anfänger aber gut sind sie alle mal. Den Anfang machte ich denn Dolly wollte noch mal im Ruhigen Fluss üben. Ein weite Stück rein laufen über Wellen springen und das Brett immer über dem Kopf halten war die Aufgabe bis sie dann schrie “ aufs Brett und Paddeln“ zack waren wir in der richtigen Position, dachte ich und wurde vom Brett gespült , im Kampf mit Welle und Brett ist es dann passiert! Die einzige ganz gut sitzende Badehose ist mir dann im Schritt aufgerissen. Tja das ist blöd aber da wir eh schon vor den Wellen waren gings mit denen auch wieder Richtung Land auch wenn es doch Sportlich frisch im Schritt war. Mein Glück nur das Dolly dann auch einen Versuch gestartet hat, so konnte ich mir Überlegen wie ich das Problem etwas unsichtbar mache, (man hat ja eh nur alles gesehen wenn ich nicht auf dem Brett lag) die nächsten zwei Versuche waren ähnlich anstrengen und maximal von dem Erfolg gekrönt das ich die Wellen mehr oder weniger auf dem Brett liegend geritten habe mit dem Versuch aufzustehen. Leider ging mir dann auch beim Dritten Versuch die Kraft aus, so das wir dann Schluss machten. Den Abend mit einem Bier gekrönt ist die Überlegung da wann wir wieder aufs Waser gehen.Read more

  • Day136

    Erster Stop in Kolumbien

    March 25 in Colombia

    Erster Stop im 7 Land zweiter Dschungel, ist noch immer das selbe Gebiet. In Ecuador waren wir ziemlich schnell unterwegs, diese Zeit wollen wir uns nun aber in Kolumbien nehmen. Ersteinmal sind wir über die Grenze bei San Miguel wie sich im nachhinein herausstellte ein wohl nicht zu Hundert Prozent sicherer Grenzübergang. Doch die fortwährende Präsenz von Polizei und Militär ( die uns alle samt sehr freundlich behandelten bis zuweilen ignorierten) hat doch ein erhebliches Gefühl von Sicherheit gegeben. Unser erster Weg führte uns in ein kleines Dorf Geld holen und dann ins nächste um eine Autovrsicherung abzuschließen. Was sich als nicht zu leicht heraus stelle denn die Anlaufstellen die wir hatten verkaufen zwar Versicherungen hatten aber Mittag oder einfach keine Versicherungen für Internationale Autos. Doch die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen war sehr groß so dass an jeder Station die Leute anfingen zu telefonieren mit Mindestens drei weiteren Personen bis wir dann von einem Motorrad abgeholt wurden und zu einem Versicherungsbüro gebracht wurden das wohl allem Anschein nach eigentlich zu hatte. Es hat dann auch nur eine Stunde Stunde gedauert bis wir sie hatten und als Entschädigung gabs dann auch noch 4 Orangen dazu( ja höchstwahrscheinlich haben wir eh mehr bezahlt als ein einheimischer) zu dem kam dann noch kurz ein Einwohner vorbei und erzählte das er Verwandtschaft in Deutschland hat aber kein Deutsch spricht sehr Ibrahim informativ. Wir machten unsere Strecke bis kurz vor Mocoa auf einen Platz der sehr schön ist nicht einsehbar von der Strasse und saubere Toiletten hat. Die erste Nacht allerdings hat uns ein kleiner Rumbs aufgeschreckt und Dolly schwört Stein auf Bein einen Jaguar gesehen zu haben ( ja ich meinen nicht den mit 8 Zylindern) um dies zu bestätigen gabs für mich erstmal heute Thunfisch und es wurde ein Köder ausgelegt. Aber das war nicht alles was wir heute gemacht haben. Wir sind hier nämlich in direkter Nachbarschaft mit einem erneuten Fin del Mundo( das Ende der Welt das wir doch schon vor guten 3 Monaten in Uschuaia besucht hatten), es handelt sich hierbei aber nicht um den Endpunkt des Festlandes sondern um einen 80 Meter hohen Wasserfall. Dem nach gings heute Morgen um 10.00 Uhr dann bei gefühlten 35°C und ungefähr 120% Luftfeuchtigkeit . zum Eingang des Pfades zum Wasserfall bei dem natürlich ein Eintritt fällig wurde allerdings sparten wir uns den Führer ( den hatten wir ja schon mal. Nein man braucht keinen) der bei dem ein oder anderem Bericht erwähnt und als Voraussetzung galt. Frohen Mutes und mit langen Hosen( was das ganze noch etwas wärmer erscheinen ließ) begaben wir uns auf den Pfad durch den kolumbianischen Dschungel ein eher angenehmer wenn auch sehr feuchter Wanderweg( nicht nur von den Boden Bedingungen her sondern auch von den gefühlten 20Litern Schweiß die ich verlor) leichte Steigungen in höllisch, feucht, heißem Klima durch einen Dschungel auf Wegen aus Baumstümpfen und Felsplatten. Der Wrg hat sich voll auf gelohnt wenn auch erst der Gedanke aufkam wofür man das nun gemacht hat bevor man bemerkte das das noch nicht der Wasserfall war und man den Weg dann doch bis zum Ende gehen sollte. Dies passierte mir zweimal bei jeweils kleinen Wasserfällen an den sich Leute im Wasser tummelten, doch schlussendlich wurde der Schweiß treibende Marsch mit einer Spektakulären Sicht auf dem Bauch liegend in einen 80 Meter Tiefen Abgrund belohnt.Read more

You might also know this place by the following names:

Republic of Colombia, Kolumbien, Colombia, Kolombië, Kolombia, ኮሎምቢያ, كولومبيا, Kolumbiya, Калумбія, Колумбия, Kolombi, কোলোম্বিয়া, ཀོ་ལོམ་བི་ཡ།, Kolumbija, Colòmbia, Kolumbie, Kolombia nutome, Κολομβία, Kolombio, Columbia, Kolonbia, کلمبیا, Kolombiya, Kolumbia, Colombie, An Cholóim, Coloimbia, કોલમ્બિયા, Yn Cholombey, Kolambiya, קולומביה, कोलम्बिया, Kolonbi, Կոլումբիա, Kólumbía, コロンビア共和国, კოლუმბია, កូឡុំប៊ី, ಕೊಲಂಬಿಯಾ, 콜롬비아, کۆلۆمبیا, Kolombya, ໂຄລຳເບຍ, Kôlômbia, Колумбија, കൊളംബിയ, Kolumbja, ကိုလံဘီယာ, Korombiya, Kholombiya, कोलोम्बिया, Colómbia, କୋଲମ୍ବିଆ, کولمبيا, Colômbia, Kulumbiya, Kolombïi, කොළොම්බියාව, கொலம்பியா, కొలంబియా, Kolómbia, Кулумбия, โคลอมเบีย, Kolomipia, كولومبىيە, Колумбія, کولمبیا, Cô-lôm-bi-a (Colombia), Kolumbän, קאלאמביע, Orílẹ́ède Kòlómíbìa, 哥伦比亚, i-Colombia

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