Greenland

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Most traveled places in Greenland:

  • Day3

    Der Abflug von Kopenhagen klappt problemlos, wenn man davon absieht, dass ich bei der Sicherheitskontrolle die Schuhe und beinahe auch die Hose ausziehen muss, weil irgendein Alarm anschlägt. Ich hab noch einen angebissenen Marsriegel bei mir, den der strenge Mann bei der Leibesvisitation aus meiner Hosentasche fischt. Vielleicht doch zu energiereich das Futter!

    Der Flug dauert etwas über 4 Stunden. Lustigerweise begrüßt uns der Captain vormittags mit "Good afternoon!" Wahrscheinlich kommt man mit den Tageszeiten durcheinander, wenn die Sonne 24 Stunden scheint. Den Weg nach Grönland findet er zum Glück trotzdem. Beim Überqueren des Inlandeises haben wir freie Sicht auf die Eiswüste. Wir halten den Atem an!

    In Kangerlussuaq hat es bei unserer Ankunft 16 Grad und das Thermometer wird im Laufe des Tages noch auf 21 Grad im Schatten steigen. Blöd nur, es gibt keinen Schatten! Ein Einheimischer erzählt uns, dass es hier im Landesinneren im Sommer bis zu 30 Grad hat. Ich glaub ich hör nicht richtig! Tausche sofort Daunenjacke gegen Eisbärfellbadehose!

    Der Flughafen ist putzig und wirkt familiär. Einmal am Tag landet die Maschine aus Kopenhagen. Ansonsten verkehren hier nur kleine Wolkenhäcksler, die die Inlandsflüge bedienen. Mehr ist nicht los.
    Unser Quartier, die "Polar Lodge", liegt unmittelbar neben der Rollbahn. Eine einfache Unterkunft ohne Schnickschnack, unseres Wissens die einzige im 500 Seelen Ort. Das Container Hotel Tuttu dürfte eine Unterkunft für Arbeiter sein. Die Sprache hier ist wirklich lustig. Jedes zweite Wort endet mit "Fik" und am einzigen öffentlichen Verkehrsmittel steht "Bussii" für Autobus.

    "Kangerlussuaq ist nicht schön. Kangerlussuaq ist zweckmäßig. Der Ort entstand 1943 als Nachschubdepot für die amerikanische Armee. Bis zu 3000 Soldaten waren hier gleichzeitig stationiert. 1992 verkauften die Amerikaner den Ort für einen Dollar an die grönländische Regierung. Kangerlussuaq blieb der Ort mit der besten Infrastruktur der Insel. Der Flughafen ist die Anbindung an die Welt. Kangerlussuaq ist kein Ziel, es ist der Durchgangsort für alle, die mit dem Flugzeug nach Grönland reisen."

    Wir beschließen, nach dem Check-In die Gegend zu erkunden. Ein kleiner Spaziergang, Beine vertreten halt. Daraus wird eine 4 stündige Wanderung durch die Tundra! Eigentlich wollten wir zum nahe gelegenen Lake Ferguson (Taserssuatsiaq). Ich entdecke eine Abkürzung, querfeldein! Was soll ich sagen, wir landen im Hochmoor, schlagen uns durchs Heidekraut, erfreuen uns am Anblick des arktischen Heidenröschens, klettern über eiszeitliche Felsen - stets verfolgt von einem Mückenschwarm. Im aufgeweichten Boden und in den Tümpeln vermehren sich die Stechmücken. Sobald wir stehenbleiben, setzen sich die Sauger auf unbedeckte Körperstellen und spitzen die Rüssel. Also nicht stehenbleiben und immer weiter hecheln. Bergauf in der glühenden Sonne, die vom knallblauen Himmel lacht. Einzige Rettung: Wind! Ein Hauch, ein Lüfterl, eine Brise - wir nehmen alles! Hauptsache die Stechmücken schwirren ab.

    Ich hebe eine Rabenfeder auf. Haarbüschel vom Winterfell eines Polarhasen wandern in meine Tasche. Das sind meine ersten Souvenirs aus Grönland.

    Am Ende stehen wir auf dem Ravneklippen, einer hohen Felsformation, die die Fjordlandschaft überragt. Winzig erscheinen die Häuschen und der Flughafen von ihr oben. Der lang gezogene Fjord (~200 km) und in der Ferne das Inlandeis ergeben ein grandioses Panorama. Der Ferguson See lacht auch zu uns herüber. Der Ausblick entschädigt für die Strapazen.

    "Die sanft gerundeten Hügel steigen und fallen wie das Meer bei leichtem Wellengang. Das Braun und Grün und Rot und Gelb der Büsche und der Blüten des Heidekrauts addieren sich zu einem Pünktchenmuster, aus dem sich nur hin und wieder nackte Felsen spitz, kalt und hart herausschieben und in dem da und dort in Mulden leuchtende Bergseen wie Augen in den Himmel blinzeln. Hügel, Seen, Felsen. Selbst die Abwechslung wird in der ständigen Wiederholung zur Monotonie."

    Hinunter geht's auf einer staubigen Piste, die auf der Rückseite des Bergrückens zur Radarstation führt.

    Die letzten 3 Kilometer Fußmarsch ersparen wir uns. Helga hält einen klapprigen Pickup auf. Ein junger Grönländer nimmt uns mit und führt uns nachhause. Er sagt, wer nach Grönland kommt, sollte die Natur lieben. "Wer Grönland verstehen will, muss die Natur Grönlands verstehen, und das ist für Fremde fast unmöglich. Schon die Einteilung des Tages in Morgen, Nachmittag und Abend ist nicht selbstverständlich. Die Sonne geht im Winter vier Monate lang nicht auf und im Sommer vier Monate lang nicht unter. Auch die Übereinkunft, dass ein Jahr aus vier Jahreszeiten besteht, gilt nicht."

    Wir geben uns Mühe, zu verstehen. Versprochen!
    Morgen nehmen wir an einer Ice Camp Tour teil. Geplant ist eine Übernachtung am Gletscher. Im Zelt!
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  • Day5

    Bergauf - bergab stapfen wir 4 Stunden lang durch die traumhaft schöne Eislandschaft. Wieder entschädigt das grandiose Naturerlebnis für alle Mühen und Plagen! Wir sind alle hin und weg, so unbeschreiblich schön ist der Anblick! Weil es im Sommer relativ warm ist (+2 bis + 5 Grad), die Luft extrem trocken und die Sonne gnadenlos herunterbrennt, schmelzen Schnee und Eis dahin. Kleine Rinnsale werden zu Bächen von Schmelzwasser, die sich mit Getöse in sogenannten Gletschermühlen in die Tiefe stürzen. Diese Löcher im Eis können hunderte Meter tief werden. Unterirdisch fließt das Wasser ab und Bilder am Ende die Gletscherflüsse in den Fjorden. Beeindruckend sind die blitzblauen Seen, die sich stellenweise auf der Oberfläche bilden. Hinter jeder Eisklippe erwartet uns ein neues Highlight. Unter uns hunderte Meter Eis, vor uns hunderte Kilometer Eis - da kommt man schon ins Grübeln. Wenn das alles schmilzt, steigt der Meeresspiegel weltweit um 7 Meter. Die größten Süßwasser Vorräte auf unserem Planeten lagern hier und in der Antarktis. Apropos Trinkwasser: wir füllen unsere Flaschen aus den Bächen und das Eiswasser schmeckt köstlich! Wir schätzen uns sehr glücklich, das alles mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Apropos Augen: naturgemäß ist das Licht extrem hell und kommt durch die Reflexion von allen Seiten. Ohne gute Sonnenbrille bist du hier bald so blind wie ein Schneehuhn.
    Die Zeit vergeht wie im Flug und wir erreichen erschöpft, aber glücklich das Basislager. Von hier geht es noch einmal eineinhalb Stunden hinunter zur Moräne und dann noch einmal 40 Minuten über die Geröllhaufen zum Bus. Als ich in den LKW hineinklettere und mich in den bequemen Sitz fallen lasse, fühle ich mich wie im 7. Himmel. An die Rückfahrt kann ich mich kaum mehr erinnern. Während wir talwärts schaukeln, träume ich vom Eisschild. Ich sinke tiefer und tiefer ins kühle Blau. Über mir eine Krähe, die eine Feder verliert und mir auf Grönländisch etwas zuruft, was ich nicht verstehe. "uaq ... kra ... lu ... qaq ...!" Helga rüttelt mich wach: Kangelussuaq! Wir sind da!

    Morgen fliegen wir an die Küste nach Ilulissat.
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  • Day14

    Das kleine Fischerdorf hat unsere Herzen im Sturm erobert. Wir fühlen uns hier auf Anhieb sehr wohl. Keine Hektik, kein Lärm, kaum Stechmücken und noch weniger Touristen, Kinder spielen auf der Straße, jeder grüßt freundlich, Wale und Eisberge vor der Haustüre, beeindruckende Tafelberge ... Ich denke, in Uummannaq hätten wir ähnliche Bedingungen vorgefunden und wir hätten uns auf der kleinen Insel sicher auch sehr wohl gefühlt. Schade, dass die Anreise nicht geklappt hat. Andererseits war das Tsunami Ereignis sicher kein guter Zeitpunkt für einen Besuch.

    Heute entdecken wir die nähere Umgebung von Qeqertarsuaq. Wir wandern die Bucht entlang, klettern über erstarrte Lavaströme und überqueren Gletscherabflüsse, die ins Meer münden. Im Rücken stets die gigantischen Tafelberge aus Basalt, vor uns die unzähligen Eisberge, die, wenn sie von der Sonne beschienen werden, wie Ozeanriesen oder Hochhäuser einer fernen Großstadt wirken.

    Apropos Großstadt: wir kommen zufällig (meine berühmten Abkürzungen!) an der überschaubaren örtlichen Müllkippe vorbei. Im Wesentlichen wird der Abfall vergraben. Und ja, wie überall stinkt der Müll zum Himmel. Im Ort haben wir Altglas Container gesehen und Problemstoffe scheinen gesondert behandelt zu werden. Der Rest landet, wie gesagt, unter der Erde. Wie übrigens bei uns früher auch.

    Den Aufstieg zum Lyngmarksbraen Gletscher verschieben wir auf unsere nächste Grönlandreise. Oder so. Obwohl uns der geschäftstüchtige Veranstalter der Hundeschlitten Tour versichert, sogar 90 jährige Frauen hätten den mehrstündigen Aufstieg problemlos geschafft, sehen wir der Realität ins Auge, dass ich, mit der Kondition eines Hundertjährigen ausgestattet, mit einer 9-stündigen Tagestour (inkl. Schlittenfahrt) etwas überfordert sein könnte. Üblicherweise nächtigen die Wanderer in einer Hütte am Gletscher, bevor sie am nächsten Tag den mehrstündigen Abstieg auf sich nehmen. Wir müssten am selben Tag wieder runterkraxeln, weil uns das Boot am Sonntag wieder nach Ilulissat bringt. Hört sich für mich nicht nach Entspannung im Urlaub an und darum lassen wir das. Abends treffen wir Franzosen, die die Tour in 2 Tagen gemacht haben und berichten, dass sowohl Auf- als auch Abstieg durchaus eine konditionelle Herausforderung seien. Am Ende hätte es mich dann doch fast gereizt, es den Neunzigjährigen zu zeigen... aber eben nur fast.

    Ein Schlagzeug wird auf der Ladefläche eines rostigen Pickup angeliefert. In der Veranstaltungshalle des Dorfes wird ein Benefizkonzert für die Tsunami Opfer gespielt. Gar nicht schlecht, was die Burschen und Mädchen da spielen. Rockige Eigenkompositionen - der Text, wie immer, unverständlich. Punkt 23:00 endet die Veranstaltung. Alle gehen brav nachhause. Kein Alkohol - keine Probleme. Wir sind auch zufrieden - haben uns schließlich rechtzeitig mit Tuborg Øl eingedeckt.
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  • Day4

    "In die Natur ist es von Kangerlussuaq aus nie weit. Nach Westen erstreckt sich die Tundra in sanften Wellen fast 200 Kilometer bis zum Meer. Im Osten endet sie nach 30 Kilometern abrupt an der haushohen Steilwand des Inlandeises, jenes riesigen Eisfelds. das fast 90 Prozent Grönlands bedeckt. Glatt wie ein Spiegel dehnt es sich aus bis zum Horizont."

    Unser Bergführer namens Steven holt uns und die drei niederländischen Tourteilnehmer zu Mittag von der Polar Lodge ab. Wir sind alle etwas verwundert, weil die Tour relativ spät startet, aber wir trösten uns schließlich damit, dass es ja nicht dunkel wird. Wir stecken eindeutig noch im alten Zeitgefühl. In einem umgebauten Lastwagen holpern wir 35 Kilometer landeinwärts in Richtung Inlandeis. Für die Strecke brauchen wir 2 Stunden. Wir erfahren, dass es in diesem Gebiet so wenig Niederschlag gibt wie in der Sahara. Allerdings sorgt das Schmelzwasser vom Eisschild für ausreichend Feuchtigkeit in der Tundra. Wir sehen Moschusochsen, Rentiere und zahlreiche Vogelarten. Laut Steven jagen hier extrem viele Falken. Kleinere Vögel, Polarhasen und andere kleine Säugetiere zählen zu ihrer Beute. Am Eisschild selber gibt es nur Polarfüchse, Krähen und Eisbären. Wobei sich Bären sehr selten in diese Gegend verirren. Die Exemplare, die man hier erlegt hat, hatten alle leere Mägen. Hunderte Kilometer gewandert und nichts zu fressen gefunden. Leer sind auch die Flugzeugwracks, die hier im trockenen Klima kaum rosten. Die Amerikaner testeten hier während des Kalten Kriegs ihre Militärmaschinen und mancher Pilot musste sich mit dem Schleudersitz retten. Die Metallskelette sind Mahnmale einer Zeit, die hoffentlich nicht wiederkommt. Die Einheimischen sind aber davon überzeugt, dass die Amerikaner eines Tages zurückkommen, wenn es ihren strategischen Interessen dient. Im Norden, in Thule, betreiben sie aktuell noch eine Militärbasis.
    Die Schottterpiste, auf der wir nur langsam vorankommen, hat übrigens Volkswagen gebaut. Sie dient im Winter als Teststrecke für neuen Modelle.

    Am Ende der Piste angekommen (Ice Cap Point 660), verteilen wir die Lasten (Verpflegung, Schlafsäcke etc.) auf Schlitten, die wir selber ziehen müssen. Zunächst geht es bergauf und bergab über Geröllhalden. Die Moränenlandschaft erinnert mich an Bilder von der Mondlandung. Durchgeschwitzt erreichen wir nach 40 Minuten das Eisfeld. Nun werden Steigeisen angelegt und Wanderstöcke verteilt. Unser Bergführer gibt erste Anweisungen und ab geht Post. Im Gänsemarsch knirschen wir übers Eis. Überall rinnt das Schmelzwasser in großen und kleinen Bächen talwärts. Schnee und Eis sind stellenweise schmutzig grau oder braun. Das Eis schmirgelt das Gestein (Gneis u. Granit) wie Sandpapier glatt und durch ungeheuren Druck werden die Felsen am Ende zu feinem Staub zerrieben. Staub und Sand lagern sich wie Puderzucker auf der Oberfläche ab. Die Oberfläche des Eises ist rissig, scharfkantig und wie Schweizer Käse von unzähligen kleinen und größeren Löchern durchsetzt. Kreisrunde Löcher entstehen, wenn mikroskopisch kleine schwarze Partikel auf dem Eis landen und sich durch das Sonnenlicht mehr erwärmen als der reflektierende Schnee. Diese Partikel können durch den Jetstream von überall kommen. Sand aus der Sahara, Reifenabrieb aus Amerika, Vulkanasche aus Asien ... Noch etwas: das Schmelzwasser enthält so viele gelöste Mineralien, dass man aus den getrockneten Ablagerungen (Steinmehl) Mineraldünger herstellen kann. Grönland soll in Zukunft zum größten Düngerproduzenten aufsteigen und weltweite Hungersnöte verhindern helfen. Die Eisschmelze hat also auch seine guten Seiten, sagt man uns.

    Wir lernen den Unterschied zwischen Gletscher und Inlandeis kennen. Gletscher fließen, manche sogar sehr schnell, während sich der bis zu 3000 Meter dicke Eispanzer nur extrem langsam in Richtung Meer bewegt. Das Eis, auf dem wir uns herumkraxeln, hat eine Mächtigkeit von ca. 300 Metern. Der Eispanzer entsteht über einen Zeitraum von vielen tausend Jahren, in denen frischgefallener Schnee zusammengedrückt wird und immer tiefer sinkt. Wenn durch den hohen Druck nahezu keine Luftbläschen mehr eingeschlossen sind, wird das Eis durchsichtig wie Glas. Davor erscheint es bläulich und ist undurchsichtig.

    Nach einer knappen Stunde erreichen wir das Basislager. Das orangefarbene Hauptzelt ist in der Eiswüste nicht zu übersehen. Inzwischen ist es fast 18 Uhr und wir sind ein bisschen müde. Steven besteht darauf, dass wir unsere Zelte sofort aufbauen. Das gehöre zum Tourenprogramm. Zum Glück habe ich eine sehr erfahrene Zeltbauerin an meiner Seite. Trotzdem gestaltet sich die Angelegenheit nicht so einfach, weil wir erstens einen geeigneten Platz finden und zweitens eine ebene Fläche schaffen müssen. Das Eis ist verdammt hart und kompakt. Trotzdem gelingt es uns mit vereinten Kräften, unseren Schlafplatz herzurichten. Eine Matte, darüber eine aufblasbare Matratze und ein warmer Schlafsack samt Inlay sollten genügen.

    Nach der Plagerei gibt es Tee und Kekse. Um 19:30 Uhr brechen wir zu einer kleinen Wanderung in die nähere Umgebung des Lagers auf. Wir bekommen eine Unterweisung, wir man sich mit Steigeisen sicher im steilen Gelände bewegt. Wir sind alle etwas erschöpft, aber die einzigartige Landschaft lässt uns die letzten Kraftreserven mobilisieren.

    Während die Sonne beharrlich ihren Untergang verweigert, sitzen wir anschließend im Großzelt um den Gaskocher und warten, bis die Expeditionstrockennahrung im Beutel, nach Zugabe von heißem Wasser, genießbar wird. Draußen ist etwas Wind aufgekommen und es hat 2 Grad. Nun, das Essen schmeckt gewöhnungsbedürftig. Aber der Magen freut sich über etwas Warmes und wir sind ohnehin zu müde, um den Hungerstreik auszurufen.

    Die Nacht ist trotz aller Matten, Matratzen, Schlafsäcke, langer Unterwäsche, Daunenjacken und Wollmützen frostig. Zumindest am Anfang frieren wir. Irgendwann schlafe ich dann doch vor Erschöpfung ein. Der Toilettengang (Expeditionsnahrung!) verschafft zwar einen herrlichen Ausblick auf die Mitternachtssonne, wirft mich wärmetechnisch jedoch wieder zurück zum Start. Falls es jemanden interessiert: die Toilette ist in einem kleinen Zelt untergebracht. Die menschlichen Ausscheidungen landen in einem Plastiksack, den wir am nächsten Tag wieder nachhause mitnehmen. Wenn Mandeln Reißverschluss am WC-Zelt offen lässt, thront man bei Mitternachtssonne mit Blick auf das endlose Meer aus Eis. Das kann was!

    Kaum hat man's im Schlafsack endlich warm, ist die Nacht auch schon wieder um. Das Nachtlager auf dem kalten Boden hat mich steif gemacht wie nie. Kreuz und Gelenke meine ich! Ich kann ohne Helgas Hilfe nicht einmal aus dem Zelt kraxeln. Meine Lendenwirbel knacken lauter als das Eis unter meinen Füßen. Bücken geht gar nicht. Unser Bergführer, hat übrigens bequem auf einem Feldbett genächtigt. Das sind mir die Richtigen! Wasser predigen und Wein trinken. Überhaupt erscheint mir der Däne reichlich verhaltenskreativ. Er weiß alles besser, muss stets das letzte Wort haben und geht in den Eiskeller lachen. Nicht mein Fall.

    Nach dem Frühstück bauen wir unsere Zelte wieder ab. Auch das gehört zum Expeditionserlebnis. Das Hauptzelt des Basislagers muss alle 2 Wochen versetzt werden, weil das Eis rundherum schneller schmilzt und das Zelt mit der Zeit auf einem hohen Sockel thront. Gemeinsam bauen wir das große Zelt ab und an anderer Stelle auf. Steven gibt Kommandos und dirigiert uns meisterlich. Wir Touristen schwitzen. Arbeiten im Urlaub! Ist das überhaupt erlaubt? Nach getaner Arbeit kommt die Belohnung: die ersehnte Wanderung durch die Eislandschaft. Endlich! Wir sind bereits süchtig nach Eiswandern!

    Fortsetzung folgt.
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  • Day6

    Um 22:00 laufen wir aus. Das kleine Schinakl mit 12 Landratten an Bord tuckert gemächlich aufs Meer hinaus. Von Zeit zu Zeit, wenn wir Treibeis rammen, macht es Rumms und die Nussschale beginnt zu schaukeln. Ich male mir aus, was passiert, wenn wir Papa Eisberg streifen. Ich stelle mich ganz vorne am Bug in Position, um, wenn es zum Äußersten kommt, wie Leonardo di Caprio in der berühmten Titanic Szene, einen würdevollen Abgang, nein Untergang, in Szene zu setzen. Es passiert ... nichts. Unser Steuermann, Frank (Nachnamen sind in Grönland nicht gebräuchlich), weiß was er tut und navigiert mit ruhiger Hand.

    "Der Fjord ist ein Labyrinth aus Eis. Wie schwimmende Burgen wirken die Eisberge. Die Disko Bucht ist eine Freilichtausstellung bizarrer Eisskulpturen, die als endlose Parade am Ufer vorbeitreiben."

    Die Mitternachtssonne taucht die Eiswürfellandschaft in goldenes Licht.

    Pünktlich um Mitternacht ereignen sich zwei Dinge: erstens zieht rasch Nebel auf und lässt die Eisberge in einer weißen Suppe verschwinden. Zweitens haut es mich am Aussichtsdeck auf die Pfeife. Es gibt folgenden Zusammenhang: wegen der schlechten Sicht muss der Skipper plötzlich einem Eisbrocken ausweichen. Durch das Manöver kommt das kleine Boot ins Schaukeln. Ich, natürlich allein ganz oben im Ausguck, halte mich an der Kamera statt an der Reling fest und schon ist es passiert. Ich lege eine filmreife Eskimorolle aufs Parkett. Zum Glück bin ich in 17 Schichten Isomaterial eingepackt und somit ist dem Micheline Manderl nix passiert. Leider gibt es keine Aufnahme von diesem Stunt.

    Durch den Nebel kühlt es noch einmal empfindlich ab. Wenn man nichts sieht (alle) und vor Kälte zittert (Helga), wird es Zeit, nachhause zu fahren. Um 00:30 erreichen wir den Hafen. Ilulissat ist in dichten Nebel gehüllt. Trotzdem ist es noch immer so hell, wie in unseren Breiten an einem bedeckten Wintertag.
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  • Day7

    Am Lufthavn Ilulissat erfahren wir, dass heute viele Flüge wegen Nebel abgesagt werden müssen. So auch unserer. Kein Weiterkommen! Immaqa-Air macht seinem Namen alle Ehre. Für uns bedeutet es, dass wir auch den Weiterflug mit dem Helikopter nach Uummannaq verpassen. Und unsere Quartiergeber warten vergeblich auf uns. Die Grönländer ertragen die unerwartete Störung mit stoischer Gelassenheit. Sie kennen das Wetter und sind Verspätungen oder Absagen gewöhnt. Uns bleibt auch nichts anderes übrig als zu warten und so machen wir das Beste daraus. Air Greenland bietet an, uns in einem Notquartier unterzubringen, damit wir nicht im Lufthavngebäude schlafen müssen. "Blue Trail Guesthouse" klingt vielversprechend. Wir werden in einem alten VW Bus zurück nach Ilulissat gebracht. Das heißt, wir landen etwas außerhalb des Ortes, zwischen Containern und Rudeln von Schlittenhunden. Jaul! Das Guesthouse entpuppt sich als ein Containergebäude. 12 Container sind aneinandergereiht und miteinander verbunden. Helga ist im ersten Moment "etwas" geschockt, fängt sich aber, als sie sieht, dass hinter unserer Unterkunft der Blue Trail Wanderweg endet. Ich fühle mich in der Bauarbeiter Unterkunft auf Anhieb wohl. Ich bin lieber unter Einheimischen, als unter Touristen. Touri bin ich selber!
    Hauptsächlich schlafen hier Arbeiter, Pendler vermute ich, die in der aufstrebenden Stadt einen Job in der Baubranche finden. Unsere Quartiergeber sind sehr bemüht und versichern uns, dass wir auch mehr als eine Nachthier bleiben können, falls das mit unserem Flug nicht klappt. Sie haben immer was frei - im Gegensatz zu den Gästehäusern und Hotels in der Stadt.

    Unser ursprünglicher Plan war es, am Wochenende Uummannaq zu erkunden und am Montag wieder nach Ilulissat zurückzukehren. Der nächste reguläre Flug geht jedoch erst am Montag. Vielleicht schiebt Air Greenland davor einen Sonderflug ein. Ansonsten wird wohl nix aus unserem Abstecher weiter nördlich nach Qaarsut und Uummannaq. Täte mir sehr leid! Na ja, mal sehen!

    Vor dem Abendessen informiert uns Air Greenland, dass wir am Sonntag um 7:45 nach Quaarsut fliegen können. Wenn dann auch der Heli fliegt, hätten wir wenigstens 24 Stunden in Uummannaq. Leider gibt es keine Möglichkeit, später zurückzufliegen. Wegen der gebuchten Flüge müssen wir auf dieser Reise einen vorgegebenen Zeitplan einhalten. Ungewohnt für uns, aber es geht nicht anders. Für Überraschungen sorgt eh das Wetter in Grönland. Apropos Überraschungen: die gestrichene Flug bleibt heute nicht das einzige Hoppala. In Helgas Rucksack rinnt die Duschgelflasche aus und alles riecht nach Tropical Paradise. Nicht nur Helga schäumt. Zur Krönung gibt die Klospülung in unserer Ersatzunterkunft den Geist auf. Unser Nachbar, ein Bär von einem Mann in Arbeitsmontur, nimmt sich der Sache an. Der erste Däne mit Humor. Wir stellen fest, der Schwimmer im Wasserkasten ist gebrochen. Meine Idee, das Teil von einem anderen WC auszubauen, wird sofort in die Tat umgesetzt. Und voilá, es rauscht wieder in unserem Bad! Als ich ihm zum Dank ein Packerl Mannerschnitten überreiche, fragt er, ob die mit Alkohol sind.

    "Zum Frühstück Cornflakes und Spiegelei, zum Abendessen Robbe und Alk - so setzt sich der Speisezettel in einer grönländischen Familie zusammen. Und fast immer ist Alkohol im Spiel, wenn etwas schief geht. Daran hat man sich in Grönland gewöhnt."
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  • Day15

    Vor der Küste Nordgrönlands, wo die USA seit 1943 eine Air Base betreiben, stürzte am 21. Jänner 1968 ein B-52 Bomber mit vier Waaserstoffbomben an Bord ins Meer. Jahrelang wurde dieser Tatbestand seitens der Amerikaner und der dänischen Regierung dementiert. Erst Jahre später zeigten die gehäuft auftretenden Krebserkrankungen der Männer, die bei der Bergung geholfen hatten, dass es doch zutraf. Bis heute haben die USA die letzte Bombe nicht gehoben und nachweislich ist die Radioaktivität vor der Küste Nordgrönlands hoch.
    Die Zwangsumsiedlung der ansässigen Inuit ist ein weiteres dunkles Kapitel der Geschichte Grönlands. Mit der Errichtung der Air Base endete das friedvolle Leben in der menschenleeren Eiswüste. Erst 50 Jahre später, nach langjährigem Rechtsstreit, entschied der europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass den Betroffenen eine finanzielle Kompensation zusteht. Der dänische Staat zahlte, nicht jedoch die USA.
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  • Day8

    Der Nebel lichtet sich. Angenehme 8 Grad und kaum Wind. Wir nutzen den zusätzlichen Tag in Ilulissat für eine mehrstündige Wanderung am Blue Trail Rundweg, der uns zum Kangia Fjord führt. Der Weg ist unvergleichlich schön. Die Sicht auf das Eismeer ist phantastisch! Ich bin verliebt in die Fjordlandschaft!

  • Day8

    Auch heute geht kein Flug nach Qaarsut bzw. Uummannaq. Wir bleiben in Ilulissat, bekommen von Air Greenland ein Zimmer im Luxus Hotel Arctic bezahlt. Von der Container Absteige in die Schnösel Burg. Wir können uns beim Frühstücksbüffet gleich einmal den Bauch voll schlagen und die Tussis u. Föhngewellten beobachten. Mit dem Angestelltenbus fahren wir dann kreuz und quer durch den Ort und holen unsere Rucksäcke aus dem Container. Der Hotelbus klappert verschiedene Adressen ab, wo müde aussehende Einheimische zusteigen, die ihren Dienst im Hotel antreten. Gesprochen wird wenig. Samstag Nacht wurde ausgiebig gefeiert. Auch unser Container Vermieter ist erst um 3 Uhr morgens illuminiert heimgewackelt.

    Nach dem Einchecken spazieren wir zum Hafen und sehen zu, wie die Fische ausgeladen werden und in großen Lagerhallen verschwinden. Zu Mittag gibt es heute frischen Kabeljau. Schmatz!
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  • Day8

    In der Nähe von Uummannaq hat es nach einemErdbeben einen Tsunami gegeben. War wohl ein Glück für uns, dass der Flug dorthin gestrichen wurde. Das ist nach 2004 in Sri Lanka bereits der zweite Tsunami, den wir zum Glück verpasst haben.
    Hier in Ilulissat (170 km Luftlinie) haben wir nix gespürt. Also was uns betrifft, können wir Entwarnung geben. Übrigens sind Tsunamis in der Region keine Seltenheit. Vor allem durch zerbrechende Eisberge werden Küstenabschnitte häufig überflutet. Darum sollte man nicht am Strand spazieren gehen.

    http://sermitsiaq.ag/se-video-ulykkesramte-bygd

    https://mobil.derstandard.at/2000059428814/Vier-Vermisste-nach-Tsunami-vor-Groenland

    http://erdbebennews.de/2017/06/nach-erdbeben-tsunami-groenland/

    http://mobil.derstandard.at/2000061957439/Was-zum-juengsten-Megatsunami-an-Groenlands-Kueste-fuehrte

    "Grönland: Vier Vermisste nach Erdbeben und Tsunami
    Aktualisiert am 18.06.2017, 17:16 Uhr

    Nur etwa hundert Menschen leben auf Nuugatsiaq. In der Nacht zum Sonntag trifft ein Tsunami die Insel vor Grönland. Die Polizei meldet offiziell vier Vermisste, aber auch zu 23 weiteren Bewohnern gibt es bislang keinen Kontakt.

    Nach einem Erdbeben und Tsunami vor der Westküste Grönlands werden vier Menschen vermisst. Sieben Menschen wurden nach bisherigen Erkenntnissen verletzt.

    Nach Angaben der Polizei hielten sich die Vermissten in einem Gebäude auf der Insel Nuugaatsiaq auf. Die Insel vor der Küste mit nur etwa hundert Einwohnern war besonders von dem Tsunami betroffen.

    Informationen über Tote lagen bislang nicht vor. "Ich kann keine Todesopfer bestätigen, sagte Grönlands Polizeichef Bjørn Tegner Bay am Sonntag im dänischen Fernsehen.

    Wie die Polizei weiter mitteilte, mussten 78 Menschen von der Insel in Sicherheit gebracht werden.

    Die Polizei versuche, 23 weitere Bewohner ausfindig zu machen, sagte der Polizeichef. Dies heiße aber nicht, dass sie vermisst werden. Sie könnten auf See fischen, oder sich in anderen Teilen Grönlands aufhalten.

    Elf Gebäude wurden beschädigt oder weggespült, sagte Tegner Bay weiter. Bei einem der beschädigten Gebäude handele es sich um das Kraftwerk der Insel.

    Das Beben mit der Stärke 4,0 ereignete sich am späten Samstag wie die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die dänische Bebenwarte GEUS berichtete. Das Zentrum des Erdstoßes lag etwa 30 Kilometer nördlich von Nuugaatsiaq.

    Überschwemmungen wurden auch von Teilen der grönländischen Küste wie Uumannaq und Illorsuit gemeldet.

    Ein Polizeisprecher in der Hauptstadt Nuuk sagte, es gebe keine Informationen über Verletzte. Bewohner der betroffenen Gebiete wurden aufgefordert, niedrig gelegene Gebiete zu meiden.

    Die Küste der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel Grönland ist immer wieder von Tsunamis betroffen.

    Diese werden Geologen zufolge von Erdrutschen und abbrechendem Eis von schmelzenden Gletschern ausgelöst."
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You might also know this place by the following names:

Greenland, Grönland, Groenland, Greenman, ግሪንላንድ, غرينلاند, Qrinland, Грэнландыя, Гренландия, Gɔrɔhenelandi, গ্রীনল্যান্ড, Greunland, Grenland, Grenlàndia, Grónsko, Yr Ynys Las, Grønland, Grinland nutome, Γροιλανδία, Gronlando, Groenlandia, Gröönimaa, گرینلاند, Gorwendland, Grönlanti, An Ghraonlainn, Grenlandia, ગ્રીનલેન્ડ, Grinlan, גרינלנד, ग्रीनलैण्ड, Grinlandia, Grænland, グリーンランド, გრენლანდია, Grinlandi, Kalaallit Nunaat, ಗ್ರೀನ್‌ಲ್ಯಾಂಡ್, 그린랜드, Gurenelandi, Gowelande, Grenlandija, Ngowelande, Grenlande, Гренланд, ഗ്രീന്‍ലാന്‍റ്, ग्रीनलंड, Grinlandja, ဂရင်းလန်း, Gröönland, ग्रिनल्याण्ड, ଗ୍ରୀନଲ୍ୟାଣ୍ଡ, Gronelândia, Grönlanda, Gurunilandi, Groenlanda, Gorolânde, ග්‍රීන්ලන්තය, கிரீன்லாந்து, గ్రీన్లేండ్, กรีนแลนด์, Kulinileni, Ґренландія, گرین لینڈ, Băng Đảo, Orílẹ́ède Gerelandi, 格陵兰, i-Greenland

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