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Peru

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  • Зупинились в місті Іка. Як писалося в гіді: "Відвідини цього міста - це як зустріч з батьками твоєї половинки - веселого мало, але треба" 😁 Місто й справді нічим непримітне, але воно служить базою для бажаючих відвідати оазис Уакачіна, що лише в 15 хв їзди, тому треба 😁 В хостелі нам попався дуже енергійний рецепціоніст, який любить дуже багато говорити, жартувати, сміятися і жестикулювати 😀 Там ще маленька колекція грошей з різних країн, які лишали гості - та й ми теж лишили для колекції - панамські бальбоа, євро і гривні)) Він так тішився, але як почув як називається наша валюта, то ледве повторив)) Вчить німецьку, тому старався закидати німецькі співця часто, а вкінці, коли ми прощались, спитав як буде українською па-па. Я йому сказала, і він такий: "Ого, це так легко? Як тато іспанською! Я думав зараз буде знов щось важке" 😀
    Після обіду, коли впала спека, ми поїхали в пустелю. Це так дивно: ще буквально недавно стояла й цокотіла зубами біля льодовика, а тепер їдемо в пустелю. Дуже різноманітна країна! Тут ми їхали автом (хоча воно й не схоже на нормальну машину: шось середнє між джипом і машиною для гольфу)) ) по дюнах і від цього аж перехоплювало подих))) Дюни немаленькі, і коли ми скатувались з величезних вниз - це був як атракціон))) Всі так верещали як ненормальні))) Але було дуже весело, хоч і потрясло добряче))) Ще ми мали посендбордити, але замість того, щоб стояти на дошці, ми лежали на ній))) І так катались з високих дюн)) Було дуже весело, але трохи стрьомно напочатку, коли бачиш наскільки похила дюна)) З однієї з дюн можна побачити весь оазис Уакачіна, як з тих картинок в інтернеті. Вражає, як посеред мертвої пустелі такий куточок життя з водою і рослинами. Ми провели сонце і поїхали далі.
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  • Сьогодні ми в Наска! Та, це саме тут ці відомі лінії! Я не пам'ятаю, з якого часу мріяла про них, читала про них і якось навіть не думала, що колись таки побачу власними очима!!! Варіантів побачити їх є два: з вежі і з літака. З вежі мало що видно: вона невелика, та й малюнки розкидані. Тому ми вирішили глянути з повітря! Колись було багато аварій за участю цих літаків, оскільки не надавалась достатня увага безпеці, та й ціни були дешеві, тому економили на всьому. Зараз же це абсолютно безпечно, все дуже професійно і на високому рівні. Перед цим я начиталась, що через дуже маленькі розміри літаків (на пару людей буквально), через те, що літак сильно нахиляється то на одне крило, то на інше(щоб показати малюнки краще), через сильну турбулентність в цій місцевості практично всі люди на борту блюють. Один чоловік написав, що під час його польоту блювала половина людей, а інший написав, що коли він летів, то з 12 чоловік лиш 3-є було при тямі 😂 Оскільки я тут постійно маю шлункові проблеми, то зрозуміла, що я перший кандидат на блювання))) Рекомендують летіти зранку, коли повітря спокійне, на голодний шлунок і після прийому протиблювотних препаратів 😂 Летіли ми справді десь о 9:30, нічого не ївши і з запасом таблеток граволу))) Оскільки в аеропорту ми мали провести десь годину чи й півтора, поки пройдемо всі процедури перед польотом, я собі розрахувала, шо таблетку ще встигну випити, щоб вона подіяла. Але я ж не думала, що ми вже за 15 хв сидітимемо в літаку.... Про фармацевтичну допомогу моєму шлунку можна було забути. Але турбулентності не було взагалі! Тільки коли ми з крила на крило дуже перевалювались, то трохи лоскотало))) Але можна було повністю зосередитись на лініях! В літаку, крім двох пілотів, поміщалось ще 6 пасажирів, але нас було 5: ще польська пара і китаєць. Всіх перед польотом зважують і розсаджують в кабіні згідно ваги. Тому китаєць сидів сам в хвості:)
    І нарешті щодо ліній. Я не маю слів. Не знаю шо сказати. Я просто розплакалась в літаку, коли дивилась на це чудо. Хто? Коли? Як? Для чого? Я досі не прийшла до тями. Мрії здійснюються.
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  • Die letzte Woche in Cusco brach an. Wir sollten jetzt an jedem Tag Spanischunterricht haben und planten für die Nachmittage einige kleinere Ausflüge. Im Kurs waren wir nun alleine, weil René nach Machu Picchu aufgebrochen war. Das erhöhte für uns das Tempo noch ein klein wenig. Im Laufe der letzten 5 Tage sollten wir noch drei weitere Zeitformen kennenlernen. Ich hatte in der zwischenzeit begonnen, täglich zusätzliche Vokabeln zu lernen. Zum Mittagessen waren wir mit der Nichte unserer Schulleiterin weg, die uns erzählte, wie sie und ihr Mann sich vor knapp 40 Jahren in Cusco kennengelernt haben. Sie hatten sich wohl morgens zufällig auf dem Plaza de Armas getroffen und seither Briefkontakt gehabt. Daraus entstanden ist dann unter anderem die Schule, an der wir eine wirklich schöne Zeit hatten und die wir jedem, der nach Cusco kommen und Spanisch oder sogar Quechua (eine der drei Landessprachen) lernen möchte, ans Herz legen möchten.

    Einige Planungen mussten wir verschieben, weil uns die Regenzeit einholte. Unter anderem wollten wir eine Tour mit Quads nach Maras und Moray machen. Bei nasser Fahrbahn hatten wir da allerdings nur wenig Lust zu. Stattdessen verbrachten wir den Montag komplett im Hostel, lasen und vertrieben uns die Zeit mit Faulenzen. Am Dienstag gingen wir nach Sacsayhuamán, einer Tempelanlage über der Stadt, hinauf. Als Merkhilfe für Touristen wird immer gesagt, man könne es fast wie „Sexy Woman“ aussprechen. Wir wären an diesem Tag auf jeden Fall hinaufgewandert, da unser „boleto turistico“, eine Art „Kurkarte“, mit der man verschiedene Sehenswürdigkeiten in und um Cusco besichtigen kann, ansonsten abgelaufen wäre. Das Wetter war uns aber, zumindest eine Weile, gewogen. Die Tempelanlage ist zwar absolut sehenswert, wir müssen aber zugeben, dass wir nachdem wir schon so viele andere Incastätten besichtigt hatten, etwas müßig über das Gelände trotteten. Die Anlage diente vor allem als Festung und wurde auch erfolgreich gegen die Conquistadoren verteidigt. Dabei war die klassische Incabauweise, mit den leicht angeschägten Wänden (die auch der Erdbebensicherheit dienten) und den gigantischen ineinander verzahnten Steinen, von herausragender Bedeutung. Der größte Stein soll Maße von 9x5x4 Metern haben, den haben wir allerdings nicht finden können. Unabhängig davon, sind auch die anderen Steine gigantisch und alleine das Aufrichten muss eine unvorstellbare Arbeit gewesen sein, von der Bearbeitung ganz zu schweigen.

    Für den Mittwoch waren wir von einer unserer Lehrerinnen zum Essen eingeladen worden, nachdem wir uns bereit erklärt hatten, unseren Freitagsunterricht mit ihr auf einen Nachmittag zu verlegen, damit sie ihre Kinder in Lima besuchen konnte. Nach den ersten 4 Unterrichtsstunden fuhren wir also gemeinsam zu ihr. Witzigerweise war es etwa die Stelle, an der wir vor ein paar Tagen irrtümlicherweise Samuel eingesammelt hatten. Sara und ihr Mann waren unheimlich zuvorkommend. Ich schätze sie beide als eher konservative Menschen ein, zumindest scheinen sie Probleme mit den linken Regierungen in Südamerika zu haben, von denen es ohnehin kaum noch welche gibt. Morales gerät wegen der Wasserknappheit in Bolivien zunehmend unter Druck und Venezuela ist, wobei hier die Amerikaner nicht ganz unschuldig sind, zu einem humanitären Desaster mutiert, was Maduro zu schaffen macht... (...wer sich dafür interessiert:
    http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/venezuela1/usa2.html).
    Unabhängig davon waren sie liebenswerte Gastgeber. Saras Mann erzählte uns von einer Arbeit bei der UN. Es ginge dabei um den wirtschaftlichen Aufschwung in der Selva (dem Regenwald), der vor allem durch „Narcos“ und andere kriminelle Gruppen ausgebremst werde. Sowohl Sarah als auch ihr Mann stammen aus der Selva und seine Eltern haben dort immer noch einen „Campo“ (eine Art Bauernhof), von dem sie immer frische Früchte, Kakao und Kaffee beziehen. Der Kaffee in Peru wird auf eine besondere Weise zubereitet. Zunächst wird in einer speziellen Kanne mit wenig Wasser ein Konzentrat hergestellt, dass dann für ein bis zwei Tage verwendet werden kann. Es muss allerdings in einer luftdichten Flasche oder einer verschließbaren Kanne gelagert werden, um das Aroma nicht zu gefährden. Möchte man etwas Kaffee trinken, nimmt man etwas von dem Konzentrat und verlängert es mit heißem Wasser. Da der Campo der Eltern recht viele Pflanzen beherbergt, schmeckt der Kaffee unheimlich vielfältig. Kaffeebohnen haben wie auch Kakao oder Wein die Angewohnheit ihren Geschmack je nach umgebender Flora zu verändern. Zum Abschied schenkte Sara uns auch noch einen Block puren Kakao, den wir, gemeinsam mit einigen Souvenirs am Freitag nach Deutschland schicken sollten, damit wir nicht soviel mit uns herumtragen müssen. Darunter war auch meine Flöte, was Silke sicher gut gefallen hat. Nach dem Essen gingen wir noch zum Salsaunterricht, der von unserer Schule ausgerichtet wurde. Der Tanzlehrer war ganz begeistert von meinen Oberkörperbewegungen und nicht so begeistert von meinen ungelenken Tanzschritten. Silke, die für etwa ein Jahr kubanischen Salsa getanzt hatte, kam jedoch vollumfänglich gut an, was ihr auch den letzten Tanz mit dem Lehrer einbrachte.

    Mit unserem Ausflug nach Maras und Moray, den wir eigentlich schon abgeschrieben hatten, sollten wir noch Glück haben. Jeden zweiten Donnerstag macht unsere Schule einen Ausflug und wir konnten erreichen, dass es nach Maras gehen sollte. Moray würen wir zwar verpassen, da unser „Boleto“ aber bereits abgelaufen war, hätten wir dort ohnehin nicht mehr reingekonnt, ohne nochmal eine verhältnismäßig große Summe zu bezahlen. Maras ist ein Ort im heiligen Tal, der für sein Salz weltweit berühmt ist. Hierfür haben die Einheimischen Terassen angelegt. In den Bergen über Maras befindet sich eine Quelle, aus der ein kleiner Strom entspringt, der durch ein Salzvorkommen fließt. Die Terassen, die nur wenige Zentimeter tiefe Becken enthalten, dienen dazu das salzhaltige Wasser aufzuhalten und es von der Sonne verdunsten zu lassen. Das Ergebnis ist das besondere Salz, das von den dort lebenden Familien abgebaut wird. Trotz der Tatsache, dass das Salz einen ungeheuren Kilopreis auf dem Weltmarkt hat, erhalten die Familien nur einen Bruchteil davon. Bei dem nachfolgenden Spaziergang ins Tal, angeführt vom Mann unserer Schulleiterin, Flavio, der auch die Aktion für die leukämiekranken Kinder angeführt hatte, ging er plötzlich auf einen Jungen auf der Straße zu und fragte: „Hay Chicha?“, was soviel bedeutet, wie: „Gibt es hier Chicha?“ Im Spanischen gibt es zwei Formen des Seins („Ser und Estar“) und zwei Formen des Habens bzw. der Existenz „Tener und Haber“. Wann man welche verwendet hängt vom Umstand ab. Genauer gesagt bedeutet „Hay Chicha“ also, „Existiert hier Chicha?“.
    Chicha gibt es in verschiedenen Varianten. Die Chicha Morada, wird oft zu den Mittagsmenüs gereicht und ist ein süßen und gutschmeckendes Getränk aus roten Mais. Bei der klassischen Chicha handelt es sich aber um eine Art Maisbier, das zur Gärung angeregt wird, indem die Brauerinnen hineinspucken. Ich brauch wohl nicht zu erwähnen, dass Silke und ich dankend abgelehnt haben. Auf dem Weg ins Tal unterhielt ich mich eine Weile mit Flavio, der mir auch erzählte, dass er den Tourismus zwiespältig betrachtet. Insbesondere der Drogenkonsum und -einfluss auf die Stadt nehme kontinuierlich zu. Im Gefägnis von Cusco wären von allen Insassen etwa 20 % Ausländer, die wegen Drogendelikten einsäßen. Das Gefängnissystem in Peru ist, nebenbei bemerkt, eine absolute Katastrophe. Das Gefängnis „Penal Castro Castro“ in Lima gilt als eines der härtesten der Welt. Es ist organisiert, wie eine freie Marktwirtschaft. Es besteht ein einfacher Deal zwischen den Inassasen und der Anstaltsleitung:
    Die Gefangenen dürfen bestimmte Zonen nicht verlassen, dafür haben sie das Recht ihre eigene Gesetzgebung zu verfassen, was fast immer auf Kosten der Schwachen geht (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/penal_castro_castro).

    An unserem letzten Schultag erhielten wir unser Zeugnis, dass uns ein Spanischlevel von A2 bescheinigt. Das ist formal recht gut, insbesondere für die nur zwei Wochen Unterricht, die wir hatten. Wir haben da aber unsere eigene Meinung zu und würden uns eher weiter unten ansiedeln, wobei wir gestehen müssen, dass wir bestimmte Gesprächssituationen fast fließend abwickeln können, was uns jedes Mal mit etwas Stolz erfüllt. Auch hatte an diesem Tag Lisa Geburtstag, die bei ACUPARI (unserer Sprachschule) ein Praktikum machte. Lisa hat Spanisch und Pädagogik studiert und ist dementprechend tief in die Szene rund um die Schule integriert, was am Abend zu einer ausgelassenen Party geführt hat. Vorher hatten wir uns noch Coricancha angeschaut, das eine Fusion aus Incatempel, Kloster und Museum ist.

    Den Abend verbrachten wir zunächst in einem Club in der Nähe des Plaza de Armas, indem bis 11 Salsa getanzt wurde. Danach gingen wir zu einem Konzert in einen anderen Club. Auf dem Weg dorthin wurden wir mehrfach von „Koberern“ angesprochen, die aus unerklärlichen Gründen, wie bei „The Purge“ geschmickt waren. Das Konzert war von einer hier sehr beliebten Indio-Rockband, die unter anderen ein wirklich gutes Cover von „Cariñito“ spielten.
    (Original: https://www.youtube.com/watch?v=s5fa1n1ca1y)

    Da ich hundemüde war und Silke noch etwas tanzen wollte, ging ich etwas früher nach Hause. Auf dem Weg wurde ich von einem alten Mann ohne Schuhe angesprochen, der in eine Plastikplane gehüllt war. Ich hab ihm etwas Geld und er rief mir nach, ob ich nicht mehr für ihn hätte.
    In mir keimte kurz das Gefühl auf, dass diese Bitte unverschämt war, doch als ich mich umdrehte und ihn so sah, dachte ich daran, dass mein letzter Gintonic das dreifache von dem gekostet hatte, was ich ihm gegeben hatte. So machte ich meine Taschen leer und gab ihm auch noch die grade erworbene Flasche Wasser, um kurz darauf in meinem bequemen Bett liegen zu können.
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  • Puno und der Titicacasee

    Wir verließen Cusco am Morgen des ersten Sonntags im Dezember. Wir hatten uns entschieden, einen Tourbus zu nehmen, der auf dem Weg nach Puno mehrfach anhalten würde. Wir waren eine recht kleine Gruppe, die inklusive unserem Führer nur 9 Personen betrug. Unser erster Stop war eine berühmte Kirche in Andahuaylillas, die auch als die „Sixtinische Kapelle der Anden“ bezeichnet wird. Wie in vielen Bauwerken hier sind Fotografien, auch ohne Blitzlicht verboten. Wir erhielten allerdings am Eingang eine Foto-CD, die wir uns in Deutschland anschauen können. Die Kirche wies, wie so oft im spanischen oder portugiesischen Einflussraum, einen gigantischen vergoldeten Altar auf, der zudem noch reich dekoriert war. Die Wände und die Decken waren mit Wandgemälden bemalt.

    Unser zweiter Stop führte uns zu einer alten Inca-Anlage in Raqchi, an der noch ein kleines Stück des alten „Camino Real“ erhalten war, den John Harrison in „Wolkenpfad“ entlanggelaufen war. Allerdings ist er „nur“ von Quito in Ecuador, bis nach Cusco gewandert. Er dürfte also kaum in Raqchi vorbeigekommen sein. Dafür haben wir in der Sprachschule vor etwa einer Woche einen Menschen kennenglernt, der sich, gemeinsam mit einem Freund, aufgemacht hat, um von Cusco bis nach La Paz zu wandern. Bolivien bereitet uns aktuell ein paar kleinere Sorgen. Vermutlich bedingt durch den Klimawandel, hat sich die Regenzeit schrittweise nach Hinten verschoben, so dass es in den großen Städten aktuell kein oder nur kaum Leitungswasser zu geben scheint. Evo Morales hat vor etwa zwei Wochen den Notstand ausgerufen. Erschwerend kommt ein Streik der Müllabfuhr hinzu.

    Außerdem gab es vor guten 5 bis 10 Jahren eine Welle von Raubüberfällen, bei denen die beraubten Touristen teilweise als Geiseln genommen wurden, bis man ihre Kreditkarte hatte leeren können. Das soll deutlich abgenommen haben. Dennoch haben wir uns bereits Strategien für die kommenden zwei Wochen zurechtgelegt. Insbesondere auf falsche Polizisten solle man Acht geben.

    Bolivien gilt allgemein als das Armenhaus Südamerikas, obwohl Evo Morales durch massive Verstaatlichungen, das Staatseinkommen um fast 500 % erhöhen und zahlreiche soziale Projekte anstoßen konnte. Ihm wird allerdings, wie es in Südamerika ein üblicher Vorwurf ist, auch massive Korruption unterstellt. Aus der Ferne ist das ungemein schwer zu beurteilen. Mein persönlicher Kritkpunkt an Morales ist ein Gesetz, dass es Kindern gestattet ab ihrem 10. Geburtstag einen Beruf anzutreten. Unter anderem Arbeiten viele Kinder in der Silber-Mine in Potosí. Begründet wurde dieser Schritt mit der „Ausbildung sozialer Verantwortung durch Arbeit“.

    Auch in Peru ist Kinderarbeit, vor allem in den kleinen Dörfern, ein tägliches Problem. Allerdings beschränkt sich diese meist auf das Hüten von Vieh, das Anfertigen von kleineren Textilien, etwa Armbändern und dem gewinnbringenden Verkauf mit Hilfe der großen Kinderaugen. Auf unserem Weg nach Puno, sollten wir auch nochmal durch das Industriezentrum Juliaca fahren, dass so ziemlich die hässlichste Stadt war, die wir bisher in Peru gesehen haben. Alles wirkt unfertig. Nur die Hauptstraße ist streckenweise befestigt, zwischen den beiden Spuren sind gigantische Baustellen, die allerdings nicht mehr bearbeitet werden. Es sieht so aus, als hätte hier eine Art Gasse mit Bänken und Grünflächen entstehen sollen. Im Vorfeld wurden wir etwas vor Juliaca gewarnt. Die Kriminaliät soll hoch sein, der Schwarzmarkt umfangreich und auch der allgemeine Ruf Juliacas ist seit den Aktivitäten von Sendero Luminoso vor knapp 25 Jahren ungemein fraglich.

    Ich hörte während der Fahrt alte Vorträge von Ernst Bloch. In einem davon, der etwa Mitte der 70er Jahre aufgenommen worden sein dürfte, überlegte er laut, ob der Stalinismus eine Folge des Marxismus gewesen oder ob der Marxismus lediglich nicht ausreichend gegen den Stalinusmus abgesichert gewesen sei. Er hat einen wirklich sympathischen Stil. Im Verlauf sprach er auch darüber, dass der britische Urkapitalismus nicht mehr der selbe sei, wie er es in den 70ern nun wäre. Ein Unterschied sei unter anderem, dass einem deutschen Arbeiter eben (etwas) mehr ausgezahlt werde, als zur Wiederherstellung seiner Arbeitskraft nötig sei. Also Essen, Unterkunft und so weiter. Hier ist das anders. Viele Menschen arbeiten täglich, um ihre Arbeitskraft für den nächsten Tag zu erhalten. Dabei gibt es hier auch ungemein viele „Selbstständige“, die kleine Stände oder Bauchläden haben, an denen sie Waren verkaufen, die sie oft bis spät in die Nacht geöffnet lassen müssen. Das umschreibt den in Deutschland derzeit so gerne genutzten Begriff der „Eigenverantwortung des Bürgers“ für mich ungemein. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ steckt als Botschaft in dieser Formel. Nur leider ist es eben nicht so, dass die alte Frau mit dem Bauchladen die Chance hätte, irgendwann etwas anderes aus ihrer Existenz zu schmieden als eigenverantwortliches (nicht eigenverantwortetes) Elend. Aber auch viele Angestellte scheinen hier stellenweise nur grade so eben ihre Reproduktionskraft zu erhalten. Sie sind, teilweise sogar obwohl sie gleichzeitig ihre kleinen Kinder betreuen, oft mehr als 12 Stunden in den Geschäften am Straßenrand beschäftigt und können, insbesondere während der betriebsarmen Mittagszeit, auch mal angetroffen werden, während sie und ihr Kind auf einem Stuhl erschöpft vor sich hindösen.

    Bevor wir Julica durchfuhren hielten wir noch zum Mittagessen und schauten uns noch eine weitere archeologische Stätte an. Ich muss allerings gestehen, dass ich langsam genug alte Steine gesehen und genug Klassiker der 80er und 90er Jahre auf Panflöten interpretiert, gehört habe, wie sie gerne in den Restaurants erklingen. Gerne würde ich im Verlauf unserer Reise tiefer in manche Themen einsteigen und die oberflächlich touristischen Attraktionen etwas hinter mir lassen.

    In Puno ist uns das noch nicht so recht gelungen, obwohl wir das natürlich nicht bereuen. Puno liegt am Titicaca-See dem höchstgelegenen und größten Gebirgssee der Erde. Wir buchten für den Montag eine Fahrt auf die Inselgruppe der Urus und nach Taquille. Wir fuhren dazu in einem großen Touristenboot los, unter anderem begleitet von ein paar naiven minderjährigen deutschen Mädchen und einer Portugiesin, die (jetzt habe ich Vorurteile) schon zu Beginn der Reise mehrfach so komisch genießt hat, dass ich insgeheim wusste, dass noch etwas witziges mit ihr passieren würde.

    Unser erster Halt waren die Inseln der Urus. Künstlich angelegte Inselgruppen, die aus schwimmenden Wurzeln, die mit Schilf bedeckt wurden, erbaut waren. Die Urus leben hier seit Urzeiten, haben aber ein wenig von dem Stolz, mit dem sie sogar kurz den Inca haben trotzen können, eintauschen müssen. Unter anderem singen sie „Vamos a la playa“, wenn man sie besucht. Auf der Insel, die wir besuchten, lief ein kleines Uru-Mädchen herum und die Portugiesin (ich wusste, dass es noch witzig wird) versuchte in einem Anfall von Fürsorge die ganze Zeit das Kind, das sein ganzen Leben auf der schimmenden Schilfinsel verbracht hatte, von der Wasserkante fernzuhalten, um es zu beschützen. Später sollte sie sie für ein Foto noch mit Küssen bedecken, was ich als ungemein übergriffig empfunden habe. Wir waren Gäste der Inselbewohner und sollten uns dementsprechend auch anständig benommen haben.

    So richtig gelang das den deutschen Mädchen auch nicht. Als wir von dem aktuellen „Präsidenten der Insel“, die Präsidentschaft wird immer durch die Familien gereicht, mit dem Schilfboot herumgefahren wurden, tauschten sie sich lautstark auf Englisch darüber aus, dass das ja kein Leben für sie wäre, dass die Inselanlagen einen komischen Geruch hätten und das es auf den Inseln ja auch „eigene Gesetze“, wie etwa die Todesstrafe für kleinere Vergehen geben könnte. Ich war fassungslos darüber, dass sie so abfällig über das Leben des Mannes, der uns auf seine Insel eingeladen hatte und der uns in seinem Boot herumfuhr sprachen und das auch noch in einer Sprache, die er womöglich verstanden hat. Ich ärgere mich etwas über mich selbst, dass ich ihnen das nicht im rechten Moment gesagt habe. Allerdings war ich so wütend, dass mir kein netter Umgangston möglich gewesen wäre.

    Silke meint, dass ich mich nicht so ärgern solle. Jugendliche seien halt so. Und sie hat ja nicht unrecht. Ich war keinesfalls besser. Aber das sollte einen doch zum Nachdenken anregen, ob die Haltung gegenüber der Welt und ihren Bewohnern, die wir glauben in Deutschland zu vermitteln, ausreichend ist.

    Unser nächster Halt sollte Taquile, eine Insel außerhalb der Bucht vor Puno, sein. Die Insel bestand aus massivem Felsen, in die allseitig Terassen eingehauen waren. Sie war ruhiger, als die Inseln der Urus. Die Bevölkerung trug traditionelle Trachten. Das besondere an diesen war, dass man an den Hüten ablesen konnte, ob ein Mann verheiratet oder unverheiratet bzw. Witwer war. Die Färbung deutete auf diesen Umstand hin. Ganz besonders bunte Mützen wurden nur von den insgesamt 28 „Autoriäten“ der Insel getragen. Nach dem Mittagessen liefen wir noch eine Weile in der Sonne über die Terassen und genoßen den Ausblick auf den See und die Stimmung auf der Insel.

    Kurz bevor wir wieder ablegten, sahen wir der Bevölkerung noch eine Weile bei den Hafenarbeiten zu. Offenbar waren sie dabei eine Vertiefung bei den Anlegern durchzuführen. Dafür wurden in den vorderen Reihen Steine geschlagen und Sand geschaufelt. Alles wurde dann über lange Menschenketten nach hinten transportiert. Zwischendrin lief ein sehr alter Mann herum, der immer mal wieder einen Stein von vorne nach hinten trug und dann eine Weile auf der Stelle stand und eine Pause machte, nur um kurz darauf einen neuen Stein herbei zu holen. Die Szene war wirklich beeindruckend. Man hat ihm angesehen, dass er die Teilnahme für seine Pflicht hält, trotz allen Alters und aller Gebrechen.
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  • Heute bin ich im Dschungel angekommen und habe mir direkt eine Hängematte besorgt und ein Ticket auf dem Frachtschiff nach Iquitos.
    Nun hängt mein "Bett" bereits dort, auch wenn ich erst morgen auf das Boot gehe (hoffentlich fährt es denn dann auch) und diese Nacht noch im Hostal verbringe 😄
    Trinkwasser, Klopapier und Snacks sind auch schon eingekauft, ansonsten ist dreimal Verpflegung mit im Ticket inbegriffen (für 100 Soles=30€!)
    Jetzt freue ich mich auf diese sicher unvergessliche Erfahrung in den nächsten drei Tagen - ohne WLAN, dafür mit zwei Büchern in der Hängematte 😎😴📖😁
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You might also know this place by the following names:

Republic of Peru, Peru, ፔሩ, Perú, بيرو, Piruw, Перу, পিরু, པེ་རུ།, Perou, Perù, Periw, Peru nutome, Περού, Peruo, Peruu, پرو, Pérou, Pèrou, Peiriú, Pearù, પેરુ, פרו, पेरु, Պերու, ペルー共和国, პერუ, ប៉េរូ, ಪೆರು, 페루, Pēru, پیروو, Peruvia, Péru, ເປລູ, Peroa, പെറു, पेरू, ပီရူး, Incatlān, Pheru, Peró, ପେରୁ, پيرو, Perüu, පේරු, Peruja, பெரு, పెరూ, ประเทศเปรู, Pelū, پېرۇ, پیرو, Pê-ru, Peruvän, פערו, Orílẹ́ède Peru, 秘鲁, i-Peru