Réunion

Réunion

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18 travelers at this place:

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  • Day3

    Nach einem ausgiebigen Frühstück (von der nahe gelegenen Bäckerei) schnappen wir uns die Fahrräder und radeln los. Wir wollen die nähere Umgebung erkunden. Die Sonne scheint, die Luft ist warm (28 Grad) und eine steife Brise weht vom Meer herein. Saint-Gilles-les-Bains ist der Hauptbadeort der Insel. In der Hauptsaison geht es hier wahrscheinlich zu wie in St. Tropez. Jetzt ist es aber relativ ruhig, auch wenn am Wochenende zahlreiche Ausflügler die Gelegenheit zu einem Picknick am Strand nutzen. Mit Kind und Kegel verbringen viele den Tag in der Lagune. An zahlreichen Stellen ist Baden allerdings seit 2013 wegen Haiangriffen verboten.
    Wir wohnen etwas außerhalb, in L’Ermitage les Bains. Die flache und warme Lagune ist gesäumt von einem breiten Filaoswald. Das Türkis der Lagune spielt mit dem Weiß des Strandes und dem Grün der Filaosbäume sowie dem Blau des Himmels.
    Bars, Restaurants, Boutiquen und Aqua-Parks reihen sich an Ferienanlagen und Hotels. Das klingt schlimmer, als es ist, zumindest in der Nebensaison. Auf den Straßen geht es entspannt und rücksichtsvoll zu. Überhaupt scheinen die Einwohner von Réunion ein freundliches und zuvorkommendes Völkchen zu sein. Wenn ich an die vielen aggressiven Halbwahnsinnigen in Wien denke, fühle ich mich hier wie im Paradies. Leben und leben lassen scheint auf Réunion die Devise zu lauten.
    Was wir bis jetzt gesehen haben, gefällt uns schon recht gut. Morgen wollen wir erstmals in den Bergen wandern (~1200m über Meeresspiegel ). Der Rundwanderweg bei Dos d‘Ane am Nordrand des Talkessels Mafate soll beeindruckende Aussichten bieten. Ich werde berichten, ob dies den Tatsachen entspricht.
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  • Day10

    Von Cilaos fahren wir zum Abschluss noch die enge und kurvenreiche D242 in den entlegenen Weiler Îlet à Cordes („Insel der Seile“). Auch hier rührt die Namensgebung des Weilers aus wahren Tatsachen; einst haben Sklaven hier Zuflucht gesucht. Um keine Wegspuren zu hinterlassen, haben sie sich mit Seilen zum 1.100 m hohen Plateau hochgekämpft.

    Die Straße ist noch enger und kurvenreicher, als die Fahrwege hier sowie schon sind. Nach dem gestrigen Regen sind Steine und kleine Felsblöcke auf die Fahrbahn gefallen. Ein mulmiges Gefühl beschleicht uns, wenn wir unter den Felswänden durchfahren. Nach Tropenstürmen sind diese Straßen oft für längere Zeit unpassierbar. In Îlet à Cordes scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Nach wie vor leben die Menschen hier hauptsächlich von ihrer kleinen Landwirtschaft.

    Weil die Straße eine Sackgasse ist, müssen wir den abenteuerlichen Weg wieder zurückfahren. Wir verabschieden uns endgültig von Cilaos und kurven wieder aus dem Talkessel hinaus. Dicke Regenwolken ziehen vom Meer herauf und bei La Rivière beginnt es zu schütten. Immerhin ist es auf Meereshöhe wieder wärmer: auf 24 Grad klettert das Thermometer.

    Nach Saint-Pierre legen wir in der Grand Anse (große Bucht) eine Pause ein. Am Strand tummeln sich viele Wochenendausflügler. Es wird gegrillt und gechillt. Als es auch hier plötzlich zu regnen beginnt, sitzen wir binnen kürzester Zeit nahezu alleine am Strand. Aber auch uns wird es bald zu ungemütlich und wir fahren weiter zu unserem nächsten Quartier („La Rose du Sud“) bei Saint-Joseph.
    Wir beziehen unser Gästehaus, das einer Baumarkt-Hütte im Garten ähnelt. Helga ist leider stark verkühlt und muss sich schonen. Wir lassen es also den Rest des Tages ruhig angehen. Ich koche uns ein Abendessen und für die Schnupfennase gibt es heiße Zitronenlimonade. Helga wird schon wieder. Das ist nur die alljährliche Urlaubskrankheit. Ich für meinen Teil werde, wenn es schon sein muss, lieber außerhalb der Urlaubszeit krank. Aber das kann man sich bekanntlich nicht aussuchen.
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  • Day9

    Wieder einmal brechen wir sehr zeitig auf, um den wolkenfreien Himmel und die Morgensonne zu genießen. Wie uns die Erfahrung lehrt, ziehen bereits am Vormittag die ersten Wolken auf und dann geht es schnell. Um 11 Uhr ist der Talkessel voll Wasserdampf und die Sicht ist gleich Null.
    Helga geht heute den längeren Weg (5 Stunden) zu Fuß, während ich nach einem steilen Abstieg ins Tal beschließe, lieber wieder in den Ort hinaufzukraxeln und die Aussicht von weiter oberhalb zu genießen. Um keine Zeit zu verlieren (und um mich zu schonen) fahre ich mit dem Auto hinauf zum Bélvèdere de la Roche Merveilleuse. Für die mühsame Fahrt werde ich mit einem phantastischer Panoramablick belohnt. Ich sag einmal so: für Helga ist der Weg das Ziel und für mich ist das Ziel das Ziel. Für ein tolles Foto plage ich mich gerne, aber wenn es einfacher geht ...
    Jedenfalls erkunde ich die Gegend weiter und lande bei Bras-Sec auf einem holprigen Schotterweg, der sich an den Steilhang schmiegt. Zum Glück sitzt Helga nicht am Beifahrersitz, sie würde sich unnötig Sorgen machen. Auch hier wieder: atemberaubende Aus- und Einblicke! Bei Chemin Pente d‘Abord gelange ich wieder auf die asphaltierte N5 und fahre die Runde nach Cilaos fertig. Im Ort angekommen, sind die Berggipfel bereits in Wolken gehüllt und der Nebel sinkt rasch herab ins Tal. Während ich am beheizten Hotelpool auf meine Sportlerin warte, beginnt es zu nieseln. Das ist nicht schön und so verlege ich meinen Standort ins trockene, warme Zimmer.
    Weil wir uns in der EU befinden, funktionieren unsere Mobiltelefone wie zuhause. Ein kurzes Telefonat mit Helga verschafft mir die Gewissheit, dass es ihr gut geht. Ich hole sie am Ortsrand ab und wir beschließen, den feucht-kühlen Nachmittag im Thermalbad zu verbringen. Ich finde, das haben WIR uns redlich verdient! ;-)

    Wie sich herausstellt, ist die Therme wegen Renovierung geschlossen. Es wird also die gute alte Badewanne.
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  • Day11

    Helgas Nase rinnt nicht mehr, sie tropft. Das ist gut. Trotzdem verordne ich ihr Schonung. Wir machen daher „nur“ kleine Exkursionen in die nähere Umgebung.

    Im Gegensatz zur Westküste mit ihren vielen Sandstränden ist der Süden der Insel rauer und wird seinem Spitznamen „le sud sauvage“ – der wilde Süden – gerecht. Schwarzes Lavagestein und üppige Vegetation prägen die Landschaft. Die Region gilt als besonders regenreich.

    Wir fahren den Fluss Langevin entlang. Hier betreiben Kreolen insbesondere am Wochenende und in den Ferien den beliebtesten Inselsport: das Picknicken. Dazu laden zahlreiche Bassins ein. Heute ist Sonntag und somit Großkampftag an den Picknickplätzen. Man isst und trinkt, steht gemeinsam im Wasser und plaudert. Fürwahr ein geselliges Treiben!

    Die schmale, teilweise extrem steile Straße führt über Brücken und Kehren, vorbei an Bananenplantagen und Litschibäumen hinauf zum spektakulären Wasserfall Cascade Grand Galet. Als wir ankommen, seilt sich gerade eine Gruppe wagemutiger Adrenalinjunkies über die Felswand ab. Man kann so eine Tour buchen. Muss man aber nicht.

    Zurück an der Küste erreichen wir das Dorf Vincendo. Dort gibt es einen schönen Küstenabschnitt mit schwarzem Sand und Lavagestein. Wir marschieren den beeindruckenden Küstenwanderweg entlang, bis zur Felsformation Terre Rouge, eine etwa 50 m hohe Felswand, die in gelb-ockernen Farbtönen schimmert.

    Als wir am späten Nachmittag ins Dorf zurückkehren, ist der Ort wie ausgestorben. Rollläden herunten, Gesteige hochgeklappt. Einzig der Fast Food Tempel „Quick“ (McDonalds Verschnitt) hat offen. Wir gönnen uns also einen Quickie.

    Wir belauern und umrunden den Vulkan Piton de la Fournaise. In den nächsten Tagen hoffen wir, gute Fitness und schönes Wetter vorausgesetzt, dem Feuerberg ganz nah zu kommen. Vielleicht fließt ein bisschen Lava, aber hoffentlich kein Blut! Wir sind gespannt!
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  • Day13

    Nachdem unser Gastgeber Christoph uns einige Tipps für die heutige Tour gegeben hat, machen wir uns auf den Weg zu den Lavaströmen. Die erstarrten Lavaflüsse üben eine eigenartige Faszination auf die meisten Menschen aus. Zerstörung und Erschaffung liegen nah beieinander. Vielleicht sind die Menschen hier deshalb so religiös, weil sie mit der ständigen Bedrohung eines Vulkanausbruchs leben. Es gibt zum Beispiel diese Kirche, Notre-Dame-des-Laves, die am 5. April 1977 wie durch ein Wunder vom glühenden Lavastrom verschont wurde und seitdem eine beliebte Pilgerstätte ist.

    Mich verschont die Lava nicht. Beim waghalsigen Versuch einer Panoramaaufnahme, verliere ich das Gleichgewicht und stürze eineinhalb Meter von einem Lavafelsen hinunter. Wie in Zeitlupe sehe ich den schwarzen Untergrund näher kommen, kann noch einen Zwischenschritt machen und lande dann auf Bauch und Ellbogen. Mein Speckbag mindert die Wucht des Aufpralls, die Haut an Ellbogen und Fingern hat den scharfen Kanten jedoch wenig entgegenzusetzen. Aber mein Kopf und die Kamera in der anderen Hand bleiben in der Höhe und somit unversehrt! Ein paar Abschürfungen und leichte Prellungen sind das Ergebnis dieser unfreiwilligen Stunteinlage. Na ja, mein Ehering ist auch etwas ramponiert - und das nach 20 Jahren unfallfreier Partnerschaft!
    Helga hat den Sturz nicht gesehen, reagiert jedoch geschockt, als sie mich blutend und mit zerrissenem Leiberl sieht. Ich versuche sie aufzumuntern, mit mäßigem Erfolg. Komischerweise hat sie letzte Nacht davon geträumt, dass ich einen Unfall gehabt hätte. Na, ich hoffe auf erbaulichere Träume in nächster Zeit!

    Ich bestehe darauf, dass wir die Besichtigungstour fortsetzen.
    In der Anse des Cascades legen wir eine Mittagspause ein. Während wir eine Kleinigkeit essen, beginnt es in Strömen zu regnen. Es dauert eine ganze Weile, bis die Sonne über dem dampfenden Wald wieder zum Vorschein kommt.

    Der Küstenabschnitt bei Sainte-Rose lädt zu Abstechern in die schroffe Landschaft ein. Vor Sonnenuntergang spazieren wir einen mit Vacoa-Bäumen gesäumten Weg die Küste entlang. Auf den schwarzen Lavafelsen sitzen Fischer, die dem rauen Meer trotzen. Vereinzelt sind Häuser sichtbar, trotzdem haben wir das Gefühl, weit weg von der Zivilisation zu sein.

    Das Abendessen serviert uns heute die Gastgeberin. Sie stammt aus Madagaskar und hat einige Spezialitäten für die Gäste des Hauses zubereitet. Der Schweinskopf wird uns in Erinnerung bleiben. Aber auch das Schwertfisch-Tatar und das Rindfleisch in würziger Sauce haben uns überzeugt. Ein Paar aus Belgien war mit uns am Tisch. Es war ein recht unterhaltsamer Abend, der mich für ein paar Stunden meine blauen Flecken vergessen ließ. Übrigens: die Panoramaaufnahme ist nix geworden. C’est la vie!
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  • Day16

    Wir verlassen die Hochebene und Bourg Murat wieder in Richtung Ostküste bei Saint Benoît. Ein letzter Blick auf die Vulkane und schon sind wir nach kurzer Fahrt wieder in der tropisch warmen Tiefebene.

    In Bras-Panon besuchen wir das Haus der Kooperation der Vanilleproduzenten: La Cooperation de Vanille de Bras-Panon. Der Ort ist als „Vanille-Stadt“ bekannt, denn im fruchtbaren Umland befindet sich ein Großteil der Vanille-Produktion der Insel.

    Bei Saint-André verlassen wir die Küste schon wieder. Der Cirque de Salazie ist der größte der drei réunionesischen Talkessel (12,5 km lang, 9 km breit). Mit seiner nach Nordosten exponierten Lage ist er auch der feuchteste und damit der grünste der drei Cirques. Manchmal fällt hier an einem tropischen Sommertag so viel Regen wie anderswo das ganze Jahr über. Am Eingang des Talkessels befindet sich die enge Schlucht des Rivière du Mât (mit ca. 35 km der längste Fluss Réunions); die Landschaft ist geprägt von Bananenstauden, Chouchou-Feldern und prächtig blühenden Blumen sowie steil aufragenden Felswänden und imponierenden Wasserfällen. Der Name Salazie ist vom madagassischen Ausdruck „Soalazy“ abgeleitet, was so viel heißt wie ein Ort, der sich gut zum Kampieren eignet – denn auch die Sklaven haben hier einst Zuflucht gesucht. Die offizielle Besiedlung des Talkessels begann in den 1830er-Jahren mit dem Anbau von Kaffee. Die hübschen Bergdörfer Hell-Bourg und Grand-Îlet haben noch viel von ihrer ursprünglich kreolischen Architektur und Lebensart bewahrt.

    Im 2.000-Seelen-Dorf Hell-Bourg sind die schönsten kreolischen Holzhäuser zu sehen; seit 1999 ist der Ort offiziell als eines der schönsten Dörfer Frankreichs klassifiziert. Benannt ist Hell-Bourg nach dem Gouverneur Hell, der einst Madagaskar verwaltete. 1831 wurden nahe dem heutigen Dorf Thermalquellen entdeckt und das Dorf entwickelte sich zum Kurort. Die Wassertemperatur der heißen Quellen ging jedoch seit 1920 zurück. Im Jahr 1948 blockierte ein von einem Zyklon ausgelöster Erdrutsch die thermalen Quellen und zerstörte die Therme. Die Besucher Hell-Bourgs schätzen die klare, frische Luft, die vielfältigen Möglichkeiten zu Wanderungen und Spaziergängen sowie die Gastronomie, die u. a. auf die reichen Forellenbestände und die Chouchou-Plantagen der Umgebung zurückgreift.

    Wir quartieren uns für eine Nacht in der Pension „Chambres d'hôtes l'Orchidée Rose“ ein. Praktischerweise wird uns ein behindertengerecht eingerichtetes Zimmer zugewiesen. Sogar den Parkplatz vor der Tür dürfen wir verwenden. Nach den gestrigen Strapazen bin ich eh nur eingeschränkt beweglich, also sind wir zufrieden. Kleines Hoppala: in Ermangelung eines Kühlschranks lege ich Getränkeflaschen ins Waschbecken und lasse kaltes Wasser ein. Leider funktioniert der Überlauf nicht richtig und erst als das Wasser unter der Tür durchläuft, bemerken wir das Missgeschick. Zum Glück wohnen wir im Erdgeschoss und im Garten plätschern 2 (!) Springbrunnen. Es dauert eine Weile, bis das Bad wieder trocken ist. Dafür haben wir keine trockenen Handtücher mehr. Das ist hier tatsächlich eine extrem feuchte Gegend!

    Außer einer kurzen Dorfbesichtigung stehen heute keine Aktivitäten mehr am Programm. Hell-Bourg ist wirklich ein charmantes Bergdorf mit grandioser Kulisse.
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  • Day2

    In aller Kürze: gut und pünktlich gelandet. Mietwagen ruckizucki übernommen. Im Freitagnachmittagsstau 40 Kilometer bis nach Saint Gilles les Bains gestaut (N1/Route du Littoral). Die Küstenautobahn N1, bekannt als Route du Littoral oder Route en Corniche wurde 1963 nach nur 13-monatiger Bauzeit eingeweiht. 1976 folgte eine Erweiterung auf vier Spuren. Wegen Überlastung und Steinschlaggefährdung (vor allem nach starkem Regen und Wind) wurde 2014 beschlossen, die Strecke über dem Wasser auf Viadukten neu zu bauen. Seit 2016 sieht man das langsame Fortschreiten des gigantischen Projekts entlang der aktuellen Route du Littoral. Mit Kosten von wenigstens 1,6 Mrd. Euro wird dies die teuerste Straße Frankreichs.

    Kurz nach Sonnenuntergang (18:30) in unserer Unterkunft Hotel les Bougainvilliers bezogen. Abendessen in einem gemütlichen Strandbeisl. Vorzügliche Kreolische Küche. Nebenan wird Pétanque (wir kennen‘s als Boccia) gespielt. Entspannte Atmosphäre, französischer Flair.
    Am nächsten Morgen (Hochzeitstag!) holen wir uns ein Frühstück in der nahegelegenen Bäckerei und schmausen unser Sektfrühstück auf der Gemeinschaftsterrasse. Wir sind angekommen und sehr glücklich!
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  • Day12

    Je weiter wir von Saint-Pierre Richtung Osten fahren, desto präsenter wird das schwarze Lavagestein, das vor vielen tausend Jahren im Ozean erloschen ist.
    Beim Cap Méchant haben wir eine beeindruckende Aussicht auf die Brandung, die unablässig gegen die schwarze Steilküste stürmt. Der Legende nach sind am Cap Méchant, was übersetzt so viel wie die „gemeine Felszunge“ bedeutet, viele Seefahrer verschollen.
    Etwas hinter dem Cap Méchant liegt der Puits des Français, ein altes Sammelbecken für Süßwasser. Von hier spaziert Helga, der es schon wieder gut geht, an der Küste entlang bis zum nahe gelegenen Puits des Anglais in Le Baril, wo ich sie mit dem Auto abhole. Hier befindet sich ein schönes Picknickgelände sowie ein natürliches Schwimmbecken, welches mit Felsen vom Meer abgetrennt ist. Die Brandung ist gigantisch und ein beeindruckendes Schauspiel.

    Nach einer Mittagspause mit köstlichem „Saucisse Palmiste“ fahren wir die Küstenstraße weiter bis Puits Arabe. Die Stelle soll von arabischen Seefahrern als Süßwasservorrat benutzt worden sein. Hier können wir auf einem etwa einstündigen Rundkurs bis Pointe de la Table die Vulkanologie auf Réunion entdecken. Verschiedene Informationstafeln geben Erklärungen zum Lavagestein und zum Ausbruch des Piton de la Fournaise im März 1986. wir fühlen uns in eine bizarre, fremde Welt versetzt: auf der einen Seite das Meer, das wild gegen die Lavaklippen anbrandet; auf der anderen Seite der immergrüne Wald, der an dieser Stelle besonders viele Vacoas und Drachenbäume aufweist; dazwischen eine Mondlandschaft, die an Island denken lässt – erstarrte Lavaformationen, die so aussehen, als seien sie erst gestern abgekühlt; schwarzer Sand, der bei heftigem Wind aufgewirbelt wird, und merkwürdige Risse, Spalten, Absätze und Terrassen, die an eine gigantische Architektur denken lassen.

    Der etwa 15 km lange Streckenabschnitt der N2 auf der Höhe des Vulkans Piton de la Fournaise sowie der gesamte Landstrich zwischen Vulkan und Küste wird Le Grand Brûlé genannt, was so viel heißt wie „die große Verbrennung“. Es ist der wohl schönste und eindrucksvollste Teil der Küstenstraße: Linker Hand ziehen sich die Hänge des meist von Wolken verhüllten Vulkans hinauf, rechts der Straße bildet der Wald Forêt Domaniale du Grand Brûlé mit seinem satten Grün einen schönen Kontrast zu den Schaumkronen des Indischen Ozeans. Unterwegs sieht man, wo der Lavastrom des Jahres 1976 eine schwarze Schneise durch den Regenwald geschlagen und der Landschaft seinen Stempel aufgedrückt hat. Die verschiedenen Lavaströme der letzten Jahrzehnte sind am Straßenrand mit kleinen Schildern markiert. Ich bin schon gespannt, ob nach uns bald ein neues Schild hinzukommt.

    In Sainte-Rose beziehen wir im Gästehaus „Matilona“ unser Zimmer. Wir sind die einzigen Gäste und genießen die Ruhe.
    Morgen wollen wir die Lavaströme an der Küste genauer unter die Lupe nehmen.
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  • Day19

    Die verschiedenen Regionen der Insel haben je eigene kulinarische Spezialitäten. Aufgrund der verschiedenen Mikroklimata wachsen bestimmte Früchte und Gemüsesorten in ganz spezifischen Anbauzonen. So ist Cilaos bekannt für Linsen und Wein, Salazie dagegen für Chouchou. Das Palmenherz (cœur du palmiste ) ist eine besondere Spezialität der Südküste und wird als Salat oder im Schweinefleisch-Gericht Cari de porc serviert. Die Spezialitäten von Saint-Philippe basieren auf pinpin, der Frucht des Vacoa-Baums. In Entre-Deux werden besondere Gerichte mit Choca Bleu, einer Agavenart, zubereitet. In der Plaine-des-Palmistes werden verschiedene Käsesorten produziert, die weit schmackhafter sind als der importierte Edamer.

    Das inselweit typische Gericht ist das Cari. Die Grundlage für ein Cari besteht aus Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Ingwer, Thymian und Piment (wie auf Kreol alle Arten von scharfen Gewürzen von Chili bis Pfeffer bezeichnet werden). Diese Mischung kann dann mit verschiedenen Fleisch-, Fisch-und Gemüsesorten angereichert werden. Es gibt das Cari poisson (Fisch), das Cari poulet (Huhn), das Cari langouste (Languste), das Cari chouchou usw. Rougail saucisse (mit geräucherten Würsten) und Rougail morue (mit Stockfisch) sind dagegen eigenständige Gerichte, die überall mehr oder weniger gleich zubereitet werden. Die kreolische Küche ist im Allgemeinen recht schwer und fett.

    Einige Gerichte spiegeln den indischen Einfluss auf der Insel wider, z. B. das Cabri massalé: ein Gericht aus Ziegenfleisch, gewürzt mit einer Mischung aus Koriander, Nelken, Kümmel, Kardamom und weiteren Gewürzen. Dazu gibt es Reis und grains, also Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, oder brèdes, also gedünstete Blätter verschiedener Gemüsesorten. In der Schärfe abgerundet wird das Ganze mit Rougail tomate (Tomate) oder Rougail mangue (Mango). Dabei handelt es sich um Piment (in diesem Fall Chilischoten) mit gehackten Tomaten oder grüner Mango.

    Das wöchentliche Picknick der kreolischen Familien ist ein eindrückliches Inselerlebnis. Jedes Wochenende versammeln sich die Familien auf den über 350 offiziellen und den noch zahlreicheren inoffiziellen Picknickplätzen an der Küste oder in den Bergen, um ein großes, lang andauerndes Picknick zu veranstalten. Das traditionelle kreolische Essen bringen sie in großen Töpfen mit, gekocht wird gemeinsam am offenen Feuer. So geht es den halben Tag gesellig zu –meist mit viel Musik und Rum. Dieser Brauch spiegelt die Bedeutung wider, die der Familie auf Réunion zukommt.
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  • Day4

    Heute geht’s erstmals in die Berge. Von Dos-d’Âne, einem kleinen Dorf in den Bergen, machen wir die Rundwanderung zum Cap Noir und weiter zum Aussichtspunkt La Roche Verre Bouteille (1200m). Es geht teilweise recht steil, sogar über Leitern, aber die Aussicht in den Cirque de Mafate entschädigt für alle Strapazen. Eine Landschaft wie aus dem Film Jurassic Park. Fehlen nur noch die Saurier!
    Leider trübt es sich im Lauf des Tages ein und am Kamm werden wir von Nebelschwaden eingehüllt. Man nennt die Vegetation nicht umsonst Nebelwald. Jedenfalls können wir oben nicht mehr den Panoramablick genießen.
    Nach ca. 3 Stunden kommen wir zum Ausgangspunkt zurück. Über die extrem steile und kurvige Straße rollen wir wieder hinunter an die Küste nach Le Port. Diesmal nehmen wir nicht die N1, sondern machen den Le Tour des Roches – Abstecher in die urtümliche Landschaft des L’Étang de Saint-Paul. Es geht vorbei an der alten Zuckerfabrik der Familie Le Marchand (Grande Maison de Savannah) im Ortsteil Savannah. Der Weg führt entlang des Naturschutzgebietes des Étang de Saint-Paul (ein Süßwassersee), das durch Sümpfe, einen See mit Papyrusgras, Wasserpflanzen, aber auch Kokospalmen und andere Bäume geprägt ist. Neben etlichen Vogelarten ist in der Fauna des Gebietes auch das Chamäleon vertreten. Wir fühlen uns plötzlich wie in einer anderen (Wasser-)Welt. Keine Spur von Trockenheit, sondern üppiges Grün dominiert die Landschaft. An der Flanke des alten Vulkankegels sehen wir tief eingeschnittene Schluchten im Lavagestein. Neben dem Fahrweg baden Einheimische in den Zuflüssen und im Süßwasseteich. Mangobäume säumen den Weg und wenn Elefanten um die Ecke kämen, wären wir nicht überrascht. Le Pèrriere ist bekannt für seine hiesigen Mango-Plantagen. Das Süßwasser brachte den ersten Siedlern der Insel gute Ernten und bedeutete die Grundlage für das später erbaute Bewässerungssystem in der Gegend. Bis heute zu sehen ist die Wassermühle, die Moulin à Eau, die früher zum Mahlen von Maniok genutzt wurde, der stärkehaltigen Wurzelknolle, die einst die Ernährungsgrundlage der Insel darstellte.
    Alte Fußwege, einst in mühevoller Handarbeit mit Steinen gepflastert, verlaufen an der Pavé Lougnon. Das alte Waschhaus „Lavoir Grande Fontaine“ ist heute mit Schilf bewachsen und gibt ein skurriles Bild natürlich überwucherter Kultur ab.
    Nicht weit von Savannah liegt die Kaffeeplantage Le Domaine des Caféiers. Hier wird auf einer Höhe von 1.000 m nach Vorgaben des biologischen Landbaus Kaffee produziert, eine spezielle Sorte namens Bourbon.

    Kurz vor Sonnenuntergang kehren wir wieder in unser Zimmer zurück. Während ich für heute genug Bewegung hatte, absolviert Helga noch einen Strandlauf zum Tagesausklang. Ich verzichte heute ausnahmsweise aufs lockere Auslaufen!
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You might also know this place by the following names:

Reunion, Réunion, Reyuniɔn, ሪዩኒየን, روينيون, Reyunion, Рэюньён, Реюниън, Reyuɲɔŋ, রিইউনিয়ন, Reünion, Rejunion, Illa de la Reunió, Réunion nutome, Ρεϋνιόν, Reunio, Reunión, ریونیون, Rewiñoo, રીયુનિયન, Rawuniyan, ראוניון, रियूनियन, レユニオン島, რეიუნიონი, Riyunioni, ರೀಯೂನಿಯನ್, 리유니온, Leyunyoni, Lenyo, Reunionas, Reinjona, Larenion, Ријунион, റീയൂണിയന്‍, रियुनियन, ରିୟୁନିଅନ୍, Reunião, Amazinga ya Reyiniyo, Реюньон, Reinïon, Реинион, ரீயூனியன், రియూనియన్, เรอูนียง, Liʻiunioni, Реюньйон, ری یونین, Orílẹ́ède Riuniyan, 留尼汪, i-Réunion

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