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182 travelers at this place

  • Day33

    E25 : Belgrad - Pozarevac

    September 26, 2020 in Serbia ⋅ ⛅ 21 °C

    Da wache ich also auf, in meinem King-Size-Bett. Eigentlich möchte ich das Apartment nicht verlassen, doch das Abenteuer muss schliesslich weitergehen. Ich schwinge mich auf meinen Drahtesel und radle durch die Ampel-übersähte Innenstadt von Belgrad. Immer Richtung Osten, immer der Donau entlang. Das erste Zwischenziel ist Kubin. Dort soll es einen sensationelles Hühnchen mit Aivar-Füllung geben. Ich überquere das erste Mal die 2km breite Donau und schliesse mich dem Radweg "Euro6" an. Der Radweg ist abwechslungsreich und die Strecke nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Oft gibt es Verzweigungen mit mehreren Richtungen/Möglichkeiten und die notwendigen Wegweiser fehlen (waren vorhanden, jedoch abmontiert, da Blech ein gesuchter Rohstoff und Baumaterial ist). So ist es also mehrmals vorgekommen, dass ich in eine Sackgasse navigiert habe. Im Nachhinein hätte ich spätestens dann, als sich der Untergrund von Erde zu Nägel, Draht und Glas durchmischtem Sand verändert hat, Verdacht schöpfen müssen und mein Navi checken. Naja, sind ja nur ein paar zusätzliche Kilometer.......dachte ich zumindest.

    Plötzlich macht sich erneut ein schwammiges Gefühl auf meinem Fahrrad bemerkbar. "NEEEEEEI... BITTE NED JETZT"

    Schnell war also klar, platter Reifen am Hinterrad. Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde und war natürlich Top vorbereitet....dachte ich.

    Das Hinterrad war schnell demontiert, der Schlauch ausgetauscht und zum Pumpen bereit.
    "DAMI!!!! WO ESCH MIS ÖBERGANGSVENTIL????"
    Zur Erklärung: Das Bike besitzt keine normalen Veloventile sondern die grossen Ventile, welche zum Beispiel auch am Autopneu zu finden sind. Da sowohl meine Mountainbikepumpe, wie auch Meine CO2-Kartuschen das kleine/normale Bikeventil verwenden, benötige ich ein Übergangsventil.
    Nachdem ich mein komplettes Inventar nach dem kleinen Übergangsventil durchsucht und nichts gefunden habe, war ich also doch da, wo ich nie sein wollte. Mitten im Nirgendwo 10km rundherum kein Haus oder Person, mit einem defekten Bike. Es bleibt mir also nichts übrig als zu schieben. Wenigstens erreiche ich schon bald eine asphaltierte Strasse. Nach 30min erreiche ich endlich eine Tankstelle mit Druckluftanschluss. Ich nutze die Gelegenheit und führe einen kleinen Service am Bike durch. Die Reifen sind schnell aufgepumpt, das Loch am alten Reifen lokalisiert und geflickt. Nach einem kleinen Orangina kanns auch schon weitergehen. Schliesslich habe ich genügend Zeit verlöffelt.

    10min später

    "JETZT NED IM ÄRNSCHT!"
    Diesmal war plötzlich der vordere Reifen platt. Die gleiche Situation, keine Tankstelle. Dafür ein kleiner Laden, vor welchem sich mehrere Personen das wohlverdiente Feierabendbier genehmigten. Die erste Person, welche ich ansprach und hilfesuchend auf meinen Vorderreifen klopfte, rannte sprichwörtlich nach Hause und holte dort eine rettende Luftpumpe. Währenddem konnte ich das Vorderrad demontieren und mit meinem reparierten Schlauch versehen. Das Problem konnte also schnell wieder behoben werden. Aleksa, ein Arbeiter, welcher mit seinen Kollegen vor dem Laden Bier trank, lud mich dann auf ein Bier ein und wollte mehr über mich erfahren. Da niemand weder Englisch noch Deutsch verstehen konnte, gestaltete sich das Gespräch mit den Jungs als wahre Herausforderung. Schliesslich musste ich dann aber nach dem 2 Dosenbier ein drittes ablehnen und wollte noch ein paar Kilometer gut machen.

    ........

    Erneut stand ich vor einem platten Reifen.
    Ich war ein wenig geschockt, konnte dies aber mit ein paar typisch schweizerischen Fluchwörter kaschieren.
    Dies bekam dann auch Aleksa wieder mit, brachte mir mein drittes Dosenbier und gab mir mit Zeichensprache zu verstehen, dass ich bei ihm und seiner Familie essen und übernachten darf.

    Wir luden also das Fahrrad in den alten Dacia von Aleksa.
    Wie in einem Actionfilm riss Aleksa ein paar Kabel unter dem Steuerrad hervor und wollte das Auto kurzschliessen. Die Zündung ging an, aber der Motor startete nicht. Aleksa rief seinen Kollegen herbei, diese stossen den Wagen zur Strasse und brachten den Motor zum brummen. Nun verstehe ich auch, wieso alle Kroaten und Serben dauernd ihre Autos mit laufendem Motor parkieren.

    Das Haus war nur wenige Minuten entfernt. Aleksa besitzt einen kleinen Bauernhof, arbeitet aber auf einem Kohlebagger. Seine Frau Rakka und sein Sohn Alexander warteten schon vor dem Haus und hiessen mich herzlich willkommen. Sofort wurde mir meine durchnässte Kleidung abgenommen und trockene Tücher gebracht. Nach einer kurzen Hofführung und persönlichen Begrüssung aller Hühner, Schweine, Hunde und Ziegen wurde das erste Glas Sliwowitz zusammen getrunken. Rakka zog sich in die Küche zurück und sorgte für einen himmlischen Duft, welcher sich im ganzen Haus verteilte. Bald darauf wurden wir zu Tisch gerufen und ich wurde erneut von der unendlichen Gastfreundschaft dieser Leute überfordert. Ein wahres Festmahl mit Chickenwings, Schnitzel, Wurst, Käse, diverse Salate, Ayvar, Auflauf und und und. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass dies alles nur für mich gekocht wurde und weder Aleksa, noch seine Familie davon essen würden.
    Die Situation war für mich so überfordernd, dass ich mehrmals Aleksa und Rakka aufforderte mir Gesellschaft am Tisch zu leisten. Alexander half mir die Kommunikation mittels Google Translate zu gewährleisten. Mir wurde erzählt, dass so ein Essen nur bei sehr speziellen Anlässen gekocht wird und der Gast immer zuerst essen darf. Mit jedem Bissen wurde mir erklärt, was ich gerade esse und wie das Tier hiess, welches dafür den Kopf hinhalten musste. Diese Situation war so unangenehm fremd für mich, dass ich total überfordert war und keine Worte mehr fand. Nachdem ich dann satt war, durfte ich ins Wohnzimmer und serbisches Fernsehen geniessen. Aleksa und seine Familie sind weit und breit die einzigen Leute, welche eine stabile Internetverbindung sowie über 50 TV Sender besitzen. Währenddem assen dann auch Aleksa, Rakka und Alexander etwas.
    Nach dem obligatorischen Sliwowitz nach dem Essen, durfte ich dann ins Badezimmer um mich zu waschen. Die Dusche bestand aus einer Badewanne und einem Eimer lauwarmen Wasser. Auch dies ist eine absolute Ausnahme, dass man mit warmen Wasser duschen / sich waschen kann. Anschliessend unterhielten wir uns noch ein wenig. Wenn es nach Aleksa ging, könnten wir den ganzen Abend Sliwowitz trinken. Leider war ich vom Tag dermassen müde, dass ich mich um ca. 22:00 ins Schnapszimmer zurückzog, wo mein Bett eingerichtet wurde. Dies war ein sehr emotionaler Tag. Es ist extrem eindrücklich zu sehen, wie eine Familie, welche eher bescheiden lebt, sofort alles für eine fremde Person hergeben würde, damit diese sich so wohl wie möglich fühlt. Diese Leute haben ein riesengrosses Herz!

    Am nächsten Morgen wurde ich früh von Aleksa geweckt. Er möchte mit mir Fischen gehen und auf dem Weg bei einem Fahrradhändler Schlauch und Luftpumpe einkaufen. Ein Kollege von Aleksa betreibt an der Donau ein Restaurant und bietet frisch gefangenen Fisch an. Als wir zugefahren sind, kehrte dieser direkt von seinem erfolgreichen Angelausflug zurück und übergab Aleksa 2 grosse Stuka-Fische. Weiter ging es zum Fahrrad-Mechaniker, welcher seine Kernkompetenzen eher beim Verkauf von Matratzen, Feuerwerk und Secondhand-Kleider hatte. Unter einem Regal zauberte der Herr jedoch eine kleine Luftpumpe hervor, welche den Eindruck erweckte, dass diese aus einer Tischbombe stammte. Ebenfalls wurden mir 2 Schläuche in die Hand gedrückt, welche in einer Chipstüte verpackt wurden. Ich beschwerte mich keinesfalls und bezahlte umgerechnet 2 Franken für das Equipment. Zuhause angekommen wurde dann das Fahrrad repariert. Ich untersuchte nun den Vorderreifen nach Fremdkörper und wurde fündig. ca. 6 ganz feine Dornen haben den Pneu durchstochen und somit auch den Schlauch beschädigt. Die Löcher am Schlauch waren so extrem klein, dass ich sie auch unter Wasser kaum fand. Ich bin jetzt noch nicht sicher, ob ich alle Löcher gefunden habe, jedoch habe ich schon 8 Reparaturpads verbracht. Notfall habe ich ja noch die Chips-Schläuche =)

    Ich wurde dann noch zum Mittagessen eingeladen, da es vor dem Mittag noch einmal stark anfing zu regnen. ca. 15:00 Uhr verabschiedete ich mich dann von Aleksa, Rakka und Alexander schweren Herzens und fuhr Richtung Osten weiter. In Pozarevac flüchtete ich dann vor dem erneut eintretenden Regen und konnte in einem Hostel unterkommen.

    Besten Dank erneut an Aleksa und seine wunderbare Familie. Solche Gastfreundschaft sieht man nicht alle Tage.

    Die nächsten Tage werde ich an der Donau verbringen und mehrheitlich wild campen. Die Grenze zu Bulgarien ist schon bald in Sicht.

    Weiter gehts!
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  • Day20

    Rakija bei Kilometer 2000

    July 20, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute morgen weckte uns ein streunender Hund als er unsere Mülltüte durchwühlte..endlich habe ich eine Sache gefunden, bei der Maria nutzlos ist..😂..die Worte "Verschwinde, geh weg, sonst muss ich nach dir treten" waren so sanft gesäuselt, dass sie für den Hund vermutlich klangen wie "ayy..du süßes putziges Wesen..lass uns spielen und knuddeln"..sagen wir mal ich war ein bisschen effektiver..ich habe ab sofort also Hundedienst..
    Heute sollten es 32° werden..gefühlt hatten wir die schon heute morgen um 8 Uhr..aber es sollte zumindest nur 70km auf ebener Strecke gehen bis zu unserem Schlafplatz heute Nacht..das Sommerhaus von Onkel und Tante von Marias Freund liegen praktischer Weise auf dem Weg..😁..
    Zurück zur ebenen Strecke..offensichtlich haben die da vergessen was ins sonst so zuverlässige Buch einzuzeichnen..ich dachte mir zwischendurch schon, irgendwas ist da faul..aber bei dem Schild 5% Steigung für die nächsten 4km, im Vergleich zur Höhenlinie im sonst ultra hilfreichen Bikeline Radreiseführer, fühlte ich mich dann doch kurz verarscht..
    Das Haus zu finden war nicht so leicht wie gedacht, aber dank kurzem Umweg sind wir auf den Kilometer genau bei 2000km auf dem Tacho geendet..🤜🤛..
    Die beiden warteten schon mit einer Wagenladung unglaublich leckerem Essen, selbstgemachten Rakija und Wein auf uns..so komplett umsorgt zu werden ist schon toll..dazu die grandiose Aussicht auf die Donau..hier könnte ich glatt noch ein bisschen länger bleiben..🙃..
    Tausend und einen Dank an die Gastgeber!
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  • Day189

    Bulgaria - Serbia - Croatia

    April 13 in Serbia ⋅ 🌧 9 °C

    Today we had our breakfast in Bulgaria 🇧🇬 , our lunch in Serbia 🇷🇸 and our dinner in Croatia! 🇭🇷

    We're now back to only being 1 hour ahead of the UK 🇬🇧

  • Day49

    Guca

    August 5, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 25 °C

    ....heute fuhren wir relativ spät los...der Abend war doch etwas Schnaps-lastig 😉. Wir verabschiedeten uns von unserem Mechaniker Gili und von Milan...im Gepäck eine Flasche Selbstgebranntem...

    Es ging nach Guca, nur 40 km entfernt. Dort findet das größte Trompetenfestival des Balkan statt. Das hatten wir von einem bosnischen Serben vor drei Jahren erfahren als wir auf dem Weg nach Albanien waren und da es jetzt zeitlich passt, werden wir mal gucken was hier so ab geht...

    Nachdem wir in einem Cafe gefragt hatten wo wir uns hinstellen könnten, kam kurze Zeit später Sreten vorbei und zeigte uns den Weg zu seinem Privat-Camp...8 € inklusive Dusche, Wasser und WC...alles klar, nehmen wir

    Seine beiden Töchter sprechen gutes Englisch und die ganze Familie ist sehr nett...Oma wäscht unsere Wäsche und auch sonst ist hier alles sehr entspannt.

    ...offiziell startet das Festival erst Mittwoch, aber schon heute Abend gibt es erste Konzerte

    Wir wollen bis Freitag oder Samstag bleiben und werden euch bis dahin von hier berichten...

    http://www.guca.rs/de/festival-program-2019/

    https://youtu.be/zYJhMpWSNhc
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  • Day27

    E23 - Nijemci-Ruma

    September 20, 2020 in Serbia ⋅ ⛅ 25 °C

    In Nijemci wurde ich altmodisch vom krähenden Hahn geweckt. Dieser machte nämlich pünktlich um 05:15 im Hühnerstall nebenan Radau. So wirklich Lust zum weiterfahren habe ich nicht. Das unbequeme Sofa bot aber auch keine Argumente um noch weiter liegen zu bleiben.
    Ich erstelle also die Packung und pedalliere um 07:00 in den Dorfkern. Dort hoffte ich auf einen Kaffee, welcher nicht mit Nespresso-Konzentrat hergestellt wurde. In einer Bar wurde ich dann auch glücklich gestellt und teilte mir einen grossen Tisch mit einem Lastwagenfahrer, welcher bereits sein erstes Bier genoss.

    Um acht Uhr nahm ich dann die ersten 20km bis an den Grenzübergang zu Serbien auf mich.
    Der Verkehr war nicht wirklich präsent. Ich hatte eine Art Dejavu als ich die lange, gerade Strasse entlang fahre und einfach die einzige Person weit und breit bin. Hat etwas von Freiheit, bei einem Grenzübergang während einer Pandemie kann dies aber auch ein sehr schlechtes Zeichen sein. Vor dem Übergang liegt noch ein kleines Dorf mit dem obligatorischen Tankstellen/Alkoholladen. Ich halte an um mein Wasservorrat wieder aufzufüllen und erfahre beiläufig, dass der Zoll in Betrieb ist, aber erst um 13:00 öffnet.
    Schöne Sache, da sitze ich also 3h auf einem wackligen Plastikcampingstuhl und beobachte herumlaufende Hühner.

    Endlich stand der Zeiger kurz vor der 1 und ich machte mich auf vor die Schranke. Pünktlich wurden die Schranken dann auch gehoben und ich gelange an ein Häusschen in welchem 3 serbische Beamte sich den Platz streitig machten. Das Fensterchen wurde von einer Dame geöffnet, welche vor sich auf dem Schreibtisch die Pistole und ein belegtes Brötchen positioniert hatte. Nachdem ich mein Anliegen an die Dame geäussert hatte, begann erneut eine hitzige Diskussion mit den anderen Zollbeamten. Das Gespräch hörte sich jedoch zunehmend schlechter an und irgendwann hiess es, dass ich nicht einreisen dürfte, da ich mehr als 2 Tage in Kroatien war. Wenig später wurde aber dann das Gespräch noch einmal angeregt, da es plötzlich eventuell doch wieder funktioniert, wenn ich einen negativen Covid19 Test vorlegen könne. Dies konnte ich natürlich auch nicht. Die Frau hatte scheinbar wirklich Verbarmen mit mir und tätigte ein Telefonat. Anschliessend teilte Sie mir mit, dass ich passieren dürfte, wenn ich nicht in Serbien einreise, sondern lediglich Serbien als Durchreise verwende. Die Durchreise sei auf 24h begrenzt. Ich schaute sie dann ironisch an und zeigte auf mein Fahrrad. Sie lachte nur und meinte "This is your new challenge" und zwinkerte mir lachend zu.
    Ich nahm die Geste dankend an und radelte neben einer Kolonne von wartenden LKW vorbei Richtung Sid, das erste grössere Dorf in Serbien. An einer Tankstelle gönnte ich mir dann eine Dose Cola. Die Bezahlung nahm ich mit einer 2€ Münze vor und bekam dafür 10 Stück Dinar-Banknoten als Wechselgeld zurück. Ach ja, schon wieder eine neue Währung.

    Etwas nach Sid wurde dann ein Campingplatz an einem See ausgeschildert. Ich nutzte die Gelegenheit und begnügte mich dafür heute mit einer kurzen Tour (46km).
    Ich wurde nicht enttäuscht. Ein wunderschöner Campingplatz und herrliches Wetter. Leider keine Sanitären Anlagen, dafür mit Anwohner, welche scheinbar schlechte Erfahrungen mit den Campinggästen gemacht haben. Dies bekam meine Packtasche zu spüre, denn diese wurde von einem sichtlich genervten Anwohner gleich einmal durch die Gegend gekickt.
    Als ich ihn dann darauf ansprechen und die Situation entschärfen wollte, stiess ich schnell an meine Handlungsgrenzen. Der ältere Mann war extrem aggressiv und konnte kein Wort Englisch. Irgendwann stampfte der Herr dann weg und schrie andere Campinggäste an. Ich war immer noch perplex, fing dann aber trotzdem an mein Abendessen zuzubereiten. Dann tauchte plötzlich Ivan auf. Er ist Serbe und reist jedes Jahr 6000-8000km mit seinem Tourenrad umher. Er erklärte mir dann, dass der ältere Mann ein bekannter Chaot, zertifizierter Griesgram und Alkoholiker hier in der Gegend sei.
    Wir haben länger miteinander gesprochen und er konnte mir sehr viele Tipps für die Reise in Serbien mitgeben. Die Tour nach Istanbul ist er selbst auch schon mehrmals gefahren.
    Anschliessend verkroch ich mich dann auch schon ins Zelt.

    Heute Morgen genehmigte ich mir etwas mehr Zeit im Schlafsack. Ich wusste, dass ich nur knapp 60km nach Ruma vor mir hatte. Dies bereute ich schon früh, da ein stetiger Gegenwind mir die 60km wie 100km vorkommen lies. In Ruma angekommen, konnte ich seit längerer Zeit wieder eine Art von Luxus erkennen. Die Bewohner hatten wieder Markenkleider an, fuhren Elektrofahrräder und auch die Autos klangen nicht mehr wie Traktoren. Ich sah sogar auch einen recht neuen BWM, welcher an einer Kreuzung ein Burnout vollführte - natürlich mit Schweizer Nummernschild. In Ruma genehmigte ich mir dann ein neues 4 Sterne Hotel, wurde dann aber mit einem Raucherzimmer ausgestattet. Als ich das Zimmer dann nicht annehmen wollte, wurde mir gesagt, dass dies in Serbien ein Luxus sei, wenn man im Bett rauchen könne.
    Ich stellte dann klar, dass ich gerne in die rauchfreie Holzklasse wechseln würde.
    Die nette Dame konnte dies kaum verstehen, gab mir aber ein neues Zimmer, welches prompt die hälfte kostete. Komisches Land =)

    Morgen geht es weiter, noch ein letztes Mal über Hauptstrassen, bis nach Belgrad. Endlich, endlich, endlich treffe ich die Donau an.

    Ride on
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  • Day19

    Backa Palanka, backa Palanka

    July 19, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir schälten uns heute morgen aus dem von der Nacht nassen Zelt..ich habe vom Regen nicht wirklich viel mitbekommen..Maria schon..der hielt sie davon ab sich die Ohropax zu holen..sagen wir mal es war nicht der Beste Morgen..😅..glücklicherweise ist Maria nicht nur wie ein Eichhörnchen, welches kostbare Dinge versteckt und sich dann nicht mehr erinnern kann wo genau sie liegen..sondern sie ist auch wie eine Solarzelle..Heute waren 30°C..Maria brauchte keine Stunde um wieder voll dabei zu sein..ich bin bei der Hitze ja eher so ein Kopfsalat..mit steter Stunde in der Hitze welker..😂..
    Wir haben heute nach knapp 100km Kroatien und die regelmäßig auf uns herabschauenden gekreuzigten nackten Männer vorerst hinter uns gelassen..aber wir kommen ja auf dem Rückweg wieder..Tatsächlich hat uns Kroatien nochmal ein willkommene Abwechslung beschert und zum krönenden Abschluss ein paar Wellen in die Landschaft gebaut..die 8% Steigung über längere Strecke sind schon deutlich angenehmer zu fahren als am Anfang..vor allem bergab..😁..
    Serbien hingegen hat nicht unbedingt den besten ersten Eindruck hinterlassen..bei dem ersten Ortsnamen "Backa Palanka" dudelte das Lied "la cucaracha" in meinem Kopf..ein kleines Donau Dschungeldorf mit Ananasbar am Traumstrand tat sich in meiner Vorstellung auf..Nunja..Wie soll ich sagen..offensichtlich machen die Leute hier nicht viel anderes als zu sterben..solch einen großen und zugleich schäbigen Friedhof hab ich lange nicht mehr gesehen..ob das was mit dem Fahrstil auf den engen Hauptstrassen oder der riesigen Fabrik gleich in der Stadt zu tun hat..oder vielleicht doch an dem nicht trinkbaren Leitungswasser oder den Müllbergen entlang des Weges..🤔..
    Ein paar Kilometer später war Serbien dann aber schonwieder gütig zu uns..wir schlafen im Garten hinter einem Restaurant und uns wurde sogar noch Mückenspray angereicht..das Hupen signalisiert Freude und keine Aggression und generell sind die Einheimischen ultra nett..
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  • Day29

    E24 : Ruma - Belgrad

    September 22, 2020 in Serbia ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Weg nach Belgrad gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Die Leute arbeiten wieder aktiv, produktive Fabrikhallen sind wieder an der Tagesordnung. Die Hauptstrasse ist gut zu befahren. Es herrscht zwar viel Verkehr, jedoch sind die Serben sehr rücksichtsvoll auf der Strasse und getrauen sich auch auf einer breiten Fahrbahn nicht immer mich zu überholen, ohne das ich ihnen mit einem Winken dazu rate oder zeige, dass ich bereit bin...... dabei habe ich doch gar nicht soviel Sliwowitz getrunken. Da waren also die Kroaten viel chaotischer und streiften auch ab und an den Lenker oder die hintere Packtasche.

    Plötzlich duftete es herrlich nach Obstbrand und vertraute Gefühle von Früher, als wir regelmässig unser Obst auf dem Hof gebrannt haben, kamen hoch. Eine grosse Fabrik wo Obst zu feinem Schnaps verarbeitet wird, präsentierte sich Mitten in einem an Belgrad angrenzenden Dorf. Ich folgte dem Duft ohne auch nur ein wenig Einfluss auf meine Arme und Beine zu haben. Schliesslich empfing mich Tatjana, eine junge, hübsche Frau, welche die Anlieferung kontrollierte. Nach ein wenig Smalltalk konnte ich sogar die Waage bei der Anlieferung verwenden und ich konnte endlich Klarheit darüber schaffen, wieviel Kilogramm ich hier durch die Strassen bewege. Stolze 60kg für Fahrrad und Gepäck!

    Anschliessend ging es schnell. Die Vororte von Belgrad sind mit sehr guten Fahrradwegen ausgestattet und so war ich um Längen schneller im Kern der Stadt als ein Autofahrer. Vor der ersten Brücke über die Save traf ich dann auf Stojan. Er ist ebenfalls leidenschaftlicher Radfahrer und machte auch schon die eine oder andere 1000km Tour. Er interessierte sich extrem für mich und meine Tour und wollte mir ohne Wenn und Aber helfen, mich in der Stadt zurechtzufinden und eine gute Unterkunft zu finden. Da er sehr aufdringlich und übertrieben freundlich war und mich auch über ca. 10km wild verfolgt und belagert hat, schlichen sich bei mir Misstrauen und Abneigung ein. Im Nachhinein bereue ich diesen Moment zu tiefst. Er wollte mir wirklich nur helfen, tätigte duzend Telefonate, verhandelte mit Hotelmanager und hat mir schlussendlich eine Luxussuite mitten im Zentrum der Stadt zu einem Spottpreis arrangiert.
    Belgrad ist wunderschön und sehr grün. Überall ragen Bäume zwischen den Blocks und neben den Strassen hervor und sorgen für eine extrem angenehmes Klima und auf der Strasse und im Biergarten. Die Leute sind ganz im Gusto von Stojan sehr freundlich. Ich komme mehr und mehr davon weg, Google um rat zu bitten. Ich suche einen Barbier, welcher mir mein Gewucher auf und unter dem Kopf in Ordnung bringt, so frage ich einfach jemanden auf der Strasse. Immer wurde mir sofort geholfen und ich wurde meistens von den Leute persönlich zum gewünschten Ort gebracht. Mit den oft sehr spannenden Gesprächen auf dem Weg wurden auch Freundschaften geknüpft. So hat auch Raul, welcher mich zum Barbier gebracht hat, geschlagene 40min vor dem Shop gewartet, damit wir anschliessend zusammen ein Bier trinken konnten. Bier trinken und Spass haben, kann mit Belgrad hervorragend. Entlang der Save wurden ca. 20 Schiffe in Bars umgebaut, welche neben abwechslungsreicher Musik auch eine grosse Auswahl an Bier und Drinks anbieten können. Ebenso ist auch entlang des Donauradweges eine Flut von coolen Bars in einer alten Schiffswerft anzutreffen. Die coole und abwechslungsreiche Architektur rundet Alles noch ab und so kann ich mit gutem Gewissen sagen, fantastische Stadt!
    Darum habe ich mich auch ohne Gegenwehr für 3 Nächte überreden lassen. Ich werde also meine Tour und somit den Start auf dem ersehnten Donauradweg am Freitag fortsetzen.

    Bis dahin,
    Heide heide, Sliwowitz, aaaaaargh
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  • Day21

    Autobahn & Wiesenweg

    July 21, 2019 in Serbia ⋅ ☀️ 31 °C

    Heute morgen aus dem wundervollen Haus loszufahren fiel uns schwer..der Weg nach Belgrad führte uns durch den wundervollen Vorort Zemun, wo wir von einem kopfsteingepflasterten Berg den ersten Blick auf die Stadt werfen konnten..wir waren beide schonmal hier, also haben wir nur kurz gestoppt für ein Essen und eine Full Body Massage..und dann ging es quasi über eine Autobahnbrücke sehr schnell wieder raus aus der Stadt..tatsächlich mussten wir nur via Feldweg zwei Straßen überspringen und waren bereits im ländlichsten Dorf..Staub, Abgas und wilder Verkehr waren schnell vergessen, als der Wegweiser auf zwei Bretter zeigte, die uns sicher über einen kleinen Moddergraben geleiten sollten..Hat glücklicherweise funktioniert..es schlossen sich zehn Kilometer Wiesenweg mit Schafkontakt an..Großartigerweise war grade frisch gemäht..und hier gibt es ihn endlich..den Donaudschungel..jedenfalls eine sehr faszinierende Sumpflandschaft..auf die Ananasbar warte ich jedoch vergeblich..
    In der nächsten Stadt endet grade ein Festival..wir stellen unser Zelt einfach zwischen die letzten Gäste..fällt garnicht auf..😁..

    Zu den Serben bleibt zu sagen - sehr nettes Völkchen..Nehmen aber auch kein Blatt vor den Mund..Gespräche mit interessierten Einheimischen, die der Meinung seien - die Fahrradreise tue meiner Figur sicher gut, sind jedenfalls keine Seltenheit..😅..
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  • Day49

    Werkstatt in Serbien...

    August 5, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 17 °C

    ...wir fuhren dann durch wunderschöne Landschaften...sattes Grün, hügelig mit vereinzelten Felsnadeln und grandiosem Weitblick. Es ging Richtung Guca und dann weiter nach Kraljevo...dort hatten wir uns einen Stellplatz nahe einem Restaurant ausgesucht.

    Bei einem kurzen Stopp war mir aufgefallen das der Hennes wieder Diesel verliert...nix dramatisches, aber wir wollten das wenn möglich reparieren lassen...aber es war Sonntag und so wie wir das sahen waren alle Werkstätten zu...na, dann eben Morgen, am Montag. Also gingen wir noch was einkaufen und weiter...Stellplatz suchen

    ...in einem kleinen Industriegebiet sahen wir eine Spedition wo noch jemand an LKWs schraubte...also hin...

    ...und mal wieder kam es wie es kommen musste...Gili und Milan ließen alles stehn und liegen und widmeten sich unserem Auto...schnell war klar, die Dieselrücklaufleitung war undicht. Eigentlich kein großes Ding, aber unser LKW ist aus England und dort haben die Leitungen und Verschraubungen andere Maße...

    Gili und Milan sagten das Morgen die passenden Ersatzteile da wären...ok, wir haben Zeit...

    Schnell wurde uns erklärt wir könnten hier auf dem Hof schlafen...und alles dürften wir benutzen...die Dusche, der PC, Fernseher, Aufenthaltsraum usw...

    Milan fuhr dann mit mir noch zum Supermarkt und wir holten noch etwas Bier...

    ...in geselliger Runde saßen wir dann zusammen in der großen Werkstatt und palaverten bei Bier und selbstgebranntem Schnaps...zwischendurch halfen wir bei einer Reparatur eines LKW...

    Die Nacht war auch ruhig, obwohl wir auf einem LKW-Hof standen....lediglich ein LKW ist heute Nacht gefahren...
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  • Day52

    ...ganz langsam geht's los

    August 8, 2019 in Serbia ⋅ ☀️ 30 °C

    ...wir haben die ruhigen Tage sehr genossen...zum Bewegen ist es eh viel zu heiß, daher haben wir schön gechillt. Gestern Abend sind wir dann mal zum Festgelände geradelt und haben mal geguckt was so los ist...Buden, Bühnen und Verkaufsstände sind schon zahlreich vorhanden und die ersten Bands spielen auch schon...

    ...unser CP füllt sich auch so ganz langsam...Bulgaren, Deutsche, Franzosen, Schweizer, Polen, Kroaten, Engländer...ne bunte Mischung also...

    Heute Morgen ist das Festival offiziell eröffnet worden und gegen Mittag waren wir auch schon dort um was zu essen...es war aber noch nicht viel los. Heute Abend gehen wir etwas später noch mal rüber...wir sind gespannt
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You might also know this place by the following names:

Serbia, Serbien, Sèrbia, Serwië, ሰርብያ, صربيا, ܣܪܒܝܐ, صيربيا, Sirwiya, Serbiya, صربیستان, Сербия, Serbya, Сербія, Сърбия, সারবিয়া, སེར་བི་ཡ།, সার্বিয়া, Srbija, Серби, ᏒᏈᏯ, سربیا, Sırbistan, Srbsko, Serbskô, Срьбїꙗ, Sırbıstan, Serbiska, ސާބިއާ, Σερβία, Serbio, Sérbia, صربستان, Serbie, Sèrbie, Servje, An tSeirbia, An t-Sèirb, Sevia, सर्बिया, સર્બિયા, Yn Serb, Seripia, סרביה, Sèbi, Szerbia, Սերբիա, セルビア, serbias, სერბია, Сербиэ, ಸೆರ್ಬಿಯಾ, 세르비아, Сӧрбия, Serbi, Servië, ປະເທດແຊກບີ, Serbija, Serbeja, 塞爾維亞, Сербие, Сербий, Србија, സെര്‍ബിയ, Serbja, ဆားဘီးယား, Сербия Мастор, صربستون, Terbiya, Serbii, Sarbiyaa, ସର୍ବିଆ, ਸਰਬੀਆ, سربيا, Sérvia, Sirbya, Seribiya, Serbėjė, සර්බියාව, Seerbiya, Srbiyakondre, ISebhiya, Syrbijo, செர்பியா, సెర్బియా, เซอร์เบีย, Serbiýa, Sēpia, Sebia, Terepia, سېربىيە, Servia, Xéc-bi, Särbän, Seerbi, 塞尔维亚, Серпудин Орн, სერბეთი, סערביע, Sérbíà, i-Serbia