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  • Day35

    Lost City Trek - Ciudad Perdida

    April 25 in Colombia ⋅ 🌧 22 °C

    Nach 4 Stunden Busfahrt bei gefühlt 2 Grad Celsius (die Klimaanlage lässt grüßen) kamen wir abends in Santa Marta an. Zum Aufwärmen für das was bevorstand sind wir knapp 3 Kilometer voll bepackt durch die Stadt gelaufen, weil wir kein Taxi gefunden haben, ein mal wenn man eins braucht 😀 Aus unserer Unterkunft sind wir nicht ganz schlau geworden, der Gastgeber wohnte selbst in der Wohnung, aber aus sämtlichen Zimmern kamen immer mehr völlig unterschiedliche Leute. Binnen weniger Minuten fanden wir uns auf einem kleinen Sofa im Wohnzimmer wieder, beschallt von der kolumbianischen Version von “The Voice Kids“. Der Raum war riesig, aber bis auf das Sofa, den Fernseher und einen kleinen Tisch vollkommen leer. Um uns rum ein reges kommen und gehen und viele spanische Gespräche, von denen wir nicht viel verstanden. Und natürlich sorgte die eisige Klimaanlage dafür, dass Sophia sich sogar ihre Jacke geholt hat. Irgendwie eine komische, aber auch lustige Situation.

    Am nächsten Tag ging es dann auf eine 4-tägige Wanderung zur Lost City, die in der Sierra Nevada auf ca. 1100 Höhenmetern liegt, vom Stamm der Teyuna um 700 n.Chr. gegründet wurde und die erst in 1973 wieder entdeckt wurde.

    Wir waren eine 17 köpfige Gruppe und bunt gemischt. Die Stimmung war von Anfang an gut und entspannt. So ging es nach einer 3-stündigen Fahrt in das Gebiet gegen Mittag mit Walter, unserem Guide, los. Gleich bergauf und im vollen Regen, wir waren mitten in der Regenzeit. Der Weg verwandelte sich in Matsch und wir rutschten so vor uns hin bis wir endlich im ersten Camp ankamen. Die wenigsten, und wir gehören nicht dazu, schafften es ohne eine Landung im Matsch 😂 Nachdem die Klamotten und Schuhe im Fluss gewaschen waren, gab es ein reichhaltiges Abendessen: Fisch mit Reis, Salat, Gemüse und Kochbananen-Chip. Das einzige Transportmittel waren die zahlreichen Mulis (eine Kreuzung aus Pferd und Esel), die Vorräte zu den Camps trugen, meist geführt von den Indigenen. Nach dem Essen lagen wir müde, aber glücklich im Bett.

    Am nächsten Tag ging es um 5.00 Uhr aus den Federn, wir hatten einige Entfernung und Höhenmeter zu bewältigen. Es regnete heute zum Glück nicht mehr und die Sonne war in den Anstiegen fast zu heiß. Wir liefen durch Regen- und später durch Nebelwälder, meisst am Fluss entlang, wo wir mittags und abends Abkühlung suchten. Die Landschaft war saftig grün und wunderschön.

    Am dritten Tag morgens war es dann soweit: Wir kamen nach 1600 Stufen endlich in der Lost City an und staunten nicht schlecht. Mitten in den Bergen und total verborgen lebten hier zu Hochzeiten bis zu 6000 Menschen, die die Ansiedlung als festen Wohnsitz hatten, aber auch regelmäßig als Nomaden unterwegs waren, um zu Jagen etc. Ein sehr beeindruckender Ort, das war jede Mühe wert. Wir verbrachten den ganzen Vormittag dort und liefen gegen Mittag einen Teil des gleichen Weges wieder zurück, leider auch wieder bei strömendem Regen. Nass bis auf die Knochen kamen wir im Camp an, wo wir die dritte Nacht verbrachten. Die Dusche war wie immer eiskalt 😯 Um 22 Uhr wachten wir auf: jemand schlug mit einem Besen gleich neben unseren Betten im großen Schlafsaal auf den Boden ein und rief, dass alle in den Betten bleiben sollen. Einer von den Guides hatte gesehen, dass eine giftige Blutotter in den Schlafsaal gekrochen war. Er hat die Schlange mit dem Besen auf den Boden gedrückt und auf Hilfe eines weiteren Guides gewartet, der der sich windenden Schlange nach einigen Fehlschlägen mit einem weiteren Besen den Schädel zertrümmert hat. Das ist der Nachteil von Betten in der freien Natur, aber immerhin hatten wir immer Moskitonetze um die Betten herum.

    Den restlichen Teil des Rückweges machten wir dann Tags darauf. Die Schuhe waren noch tropfnass, aber Augen zu und durch. Wir waren froh, als wir wieder am Ausgangspunkt ankamen.

    Insgesamt war es eine richtig schöne Tour, und die Verpflegung war auch top! In einen Geländewagen gequetscht wurden wir zurück nach Santa Marta gefahren, wo wir in der gleichen Unterkunft blieben.
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