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  • Day46

    Medellín

    May 6 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

    Nach 16 Stunden Fahrt mit dem Nachtbus kamen wir in Medellín an. Am Nachmittag wollten wir gleich etwas von der Stadt sehen und schlossen uns einer kostenlosen Stadtführung durch das Zentrum an. Bezahlt werden die Guides durch Trinkgeld, ein gutes Konzept. So geben sie sich wirklich Mühe, wir hatten eine tolle Führung. Zuerst lernten wir einiges über die Geschichte der Stadt, natürlich auch hier nicht ohne über Pablo Escobar zu sprechen. Wir sahen Regierungsgebäude und kamen dann zum Platz der Lichter, der für den Wandel der Stadt steht. Einst ein krimineller Hotspot sind dort nun zig Lichtsäulen aufgestellt und eine Bibliothek wurde gebaut. Auf dem Plaza Botero konnten wir überdimensionale Skulpturen bestaunen, die überall herumstanden. Unser Guide hat uns noch mit vielen Tipps für die Stadt versorgt, auch in kulinarischer Hinsicht.

    Noch am Anfang der 90er Jahre war Medellín die gefährlichste Stadt der Welt mit einer hohen Mordrate. 2013 wurde Medellín dann als innovativste Stadt der Welt gekürt, unter anderem wegen der neuen Seilbahnen, die die Armenviertel mit dem Zentrum verbinden. Auf diesen Wandel sind die Einheimischen sehr stolz, und sie freuen sich sehr darüber, dass mittlerweile auch immer mehr Touristen kommen. So Willkommen wie hier haben wir uns selten gefühlt, die Menschen schauen einen an und lächeln, sagen Hallo und bleiben während der Führung interessiert bei unserer Gruppe stehen, weil sie eine fremde Sprache gehört haben.

    Abends haben wir uns richtig darauf gefreut, in unserem Airbnb zum ersten Mal wieder selber zu kochen! Es lohnt sich hier zwar finanziell überhaupt nicht selbst zu kochen, aber wir hatten mal wieder Lust und haben Pasta al Arrabiata gezaubert.

    Am nächsten Tag haben wir die Communa 13 besucht, auch in Form einer “Free Walking Tour“. Dieser Stadtteil ist für seine Straßenkunst und die Rolltreppen bekannt. Da die Communa am Hang liegt und es ab einer gewissen Höhe keine Straßen mehr gibt, sondern nur noch Treppen, wurden irgendwann öffentliche, kostenlose Rolltreppen im Freien eingerichtet. Überall waren coole Graffitis an den Wänden, und die Aussicht über die Stadt von oben war gigantisch! Auch eine Fahrt mit einer der Seilbahnen ließen wir uns nicht entgehen.

    Abends haben wir mit Martina und Max, die wir in Costa Rica schon mehrmals getroffen haben, in Max Geburtstag reingefeiert.

    Was uns oft empfohlen wurde, ist ein Fussballspiel anzuschauen. Also sind wir ins Stadion gegangen, Nacional Medellín gegen Santa Fé. Tolle Stimmung, Medellín hat 2:1 gewonnen und sich den Einzug in die Play Offs gesichert.

    Das Essen in Kolumbien ist meistens einfach, aber lecker. Unsere Favoriten sind Buñuelos (frittierte Käsebällchen), Empanadas mit verschiedenen Füllungen und Soßen sowie Arrepitas, frittierte Fladen aus Maismehl, die wie eine Pitatasche gefüllt werden, und zum Nachtisch Churros. Am Ende eines Tages haben wir uns mal gefragt, ob wir eigentlich irgendwas nicht frittiertes gegessen haben 🤔 Die Antwort lautete Nein.
    Auch das typische lokale Gericht, Bandeja Paisa, ist sehr reichhaltig: es ist ein Teller mit frittierter Wurst, Schweinebauch, Avocado, Salat, Arrepa, Reis, Spiegelei, Hackfleisch, Kochbanane und Bohnensoße. Wir hatten zu zweit mit einer Portion zu kämpfen, so viel dazu 😀

    Medellín ist bisher auf unserer Reise eindeutig die Stadt, die uns am besten gefällt. Der interessante historische Hintergrund, die tollen Aussichten, die netten und fröhlichen Menschen, das pulsierende Nachtleben in unserem Viertel El Poblado, irgendwie passt hier einfach alles. Dank Metro kommt man auch überall gut hin. Die Guides von beiden Touren haben gesagt, dass die Tour für sie ein Erfolg ist, wenn wir nach Hause gehen und allen erzählen, dass Kolumbien ein Land ist, das man entgegen vieler Annahmen problemlos bereisen kann. Das Land leidet immer noch unter dem Image-Schaden der Vergangenheit, auch wenn der Tourismus langsam zunimmt, worüber sich die Einheimischen freuen. Wir fühlen uns hier nicht weniger sicher als irgendwo anders, in Medellín, aber auch im Rest Kolumbiens den wir bisher bereist haben. Absolut zu empfehlen!
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