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  • Day96

    Cuenca

    June 25, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Fahrt von Alausí nach Cuenca ging mal wieder durch die Anden und wir wurden mit wunderschönen, saftig grünen Hügeln und Bergen belohnt. Für Julio (unser Bulli) war es ziemlich anstrengend, ging es doch bis auf 3.500 Meter hoch. Aber mit einer Erhöhung der Luftzufuhr am Vergaser meisterte er die Herausforderung mit Bravour.

    Cuenca ist mit ca. 330.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Ecuador und liegt auf 2.500 Metern Höhe. Geprägt von zahlreichen kolonialen Bauten ist vor allem die Altstadt der Anzugspunkt. Wir blieben insgesamt 3 Tage und freuten uns auf das Campingleben. Wir fanden über iOverlander einen Stellplatz, der etwas am Rande der Stadt lag und viel Grün mit Hühnern und Hunden bot. Einfach perfekt für uns und die campenden Gäste konnten sich ein Bad und Küche teilen.

    Die Altstadt hatte so einiges zu bieten: die neue Kathedrale mit ihren blauen Kuppeln und der vorgelagerte Park mit seinen Bänken, die uns zum Verweilen mit dem bislang besten Eis auf unserer Reise einluden. Gleich nebenan war der bunte Blumenmarkt. Dort konnte man auch von Nonnen zubereitedes Aqua de Pitimas kaufen. Das ist ein pinkfarbenes Getränk und schmeckt nach roten Beeten und soll eine heilende Wirkung haben. Es fand auch das Festival de Dulces statt und um die Kathedrale herum waren unzählige Stände mit süßen Backwaren und Süßigkeiten aufgebaut.

    Wir fanden zufällig einen Bäcker, der “deutsche“ Brötchen verkaufte: schön knusprig und nicht gesüßt wie sonst. In den 3 Tagen waren wir wohl der Hauptumsatzträger, und so gab es jeden Abend Brotzeit 😀

    Der offene Markt mit den traditionell gekleideten Marktfrauen gefiel uns ebenso. Das Highlight dort war das zweimal pro Woche stattfindende Limpia. Das ist ein Ritual, um von bösen Geistern und schlechten Energien gereinigt zu werden. Man wird zunächst mit einem Strauß aus Blumen und Kräutern am ganzen Körper abgeklopft. Danach wird man mit einem rohen Ei abgerieben, das anschließend in einen Becher ausgeschlagen wird. Die Zeremonienfrau sagt einem dann anhand des Eis etwas über einen 😂 Der Höhepunkt ist dann das Bespucken mit Blumenwasser an Kopf, Nacken und Bauch. Wir schauten das Ganze interessiert an und Michael startete einen Selbstversuch (ohne sich anspucken zu lassen natürlich, soweit geht unsere kulturelle Offenheit dann doch nicht 😀).

    Es gab auch ein Sombreromuseum, dem wir einen Besuch abstatteten. Dort konnte man die Herstellungsschritte des Panamahuts sehen, der eigentlich aus Ecuador kommt! Hier werden nach wie vor Hüte hergestellt, die man auch direkt kaufen kann.

    Außerdem besuchten wir ein archäologisches Museum mit Ausgrabungen, Pumapungo, was uns aber ehrlich gesagt nicht sonderlich begeisterte. Es stand mitten in der Stadt und man konnte kaum erkennen, was die eigentlich Ausgrabungen waren und was nachträglich hinzugefügt wurde. Die auf der Anlage herumstehenden Alpacas hingegen fanden wir cool.

    Begeistert hat uns auch die gute Küche. Wir aßen zweimal mittags Almuerzo, ein komplettes Mittagsmenü. Es gibt Suppe und ein festgelegtes Hauptgericht, dazu Saft und manchmal sogar einen Nachtisch. Für unglaubliche 2 $!!

    Wir besuchten dann noch ein Thermalbad mit Spa, wo wir uns im Dampfbad richtig wohl fühlten und verschiedene Schlammanwendungen machten.

    Insgesamt hat uns Cuenca richtig gut gefallen, es war ein toller Abschluss unserer Reise durch Ecuador. Wir werden noch eine Nacht irgendwo auf halber Strecke verbringen, aber dann geht es über die Grenze nach Peru.
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