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  • Day167

    Mendoza

    September 4, 2019 in Argentina ⋅ ☀️ 11 °C

    Am nächsten Morgen suchten wir schnell das Weite, bevor es sich die Zollbeamten nochmal anders überlegen konnten! Wir fuhren in einem Tal aus den Anden heraus, vorbei an einsamen Seen. Erst unterwegs lasen wir im Reiseführer, dass wir gestern scheinbar am Aconcagua, dem höchsten Berg Amerikas vorbeigefahren sind! Das haben wir voll verpennt, aber der Nationalpark ist wohl zu dieser Jahreszeit sowieso geschlossen.

    Wir fuhren durch den Ort Uspallata, dann kam bis Mendoza nichts mehr. In der Stadt fuhren wir erstmal zu Walmart, einem großen, 24 Stunden geöffneten Supermarkt. Es gab mal wieder keinen Campingplatz, aber einige Leute haben wohl einfach auf dem Supermarktparkplatz gecampt. Das war auch unser Plan. Wir ließen den Bulli auf dem Parkplatz stehen und fuhren mit einem Uber in die Innenstadt, um uns dort ein bisschen umzusehen. Viel hat Mendoza städtebaulich nicht zu bieten. Bemerkenswert sind aber die vielen Bäume, die an allen Straßen stehen und das Stadtbild enorm verschönern! So viele Bäume haben wir in einer Stadt noch nie gesehen. Wir schlenderten durch verschiedene Parks und über die Einkaufsstraßen. Auch der Kirche San Francisco statteten wir einen kurzen Besuch ab. Nach einem Bierchen im Irish Pub fuhren wir zurück zu Walmart. Dort gingen wir einkaufen, um dann auf dem Parkplatz die Campingküche anzuwerfen 😀 Die Leute die vorbeikamen sprachen uns oft an, bewunderten Julio oder winkten im Vorbeigehen, extrem freundlich!

    Am nächsten Tag machten wir es uns nochmal im Food Court gemütlich, zum Kaffee trinken und planen. Hier hatten wir sogar Wlan und Strom, ein Luxus den so mancher Campingplatz nicht bietet. Wir würden jederzeit wieder bei Walmart campen 😂 Dann fuhren wir los zum Parque General San Martín, einem riesigen Park neben dem Stadtzentrum. Auf dem Berg Cerro de la Gloria steht ein großes Monument, das an die Andenüberquerung von General San Martín Richtung Chile erinnert. Das war ein wichtiges Manöver im Befreiungskrieg gegen die Spanier.

    Mendoza ist die wichtigste und größte Weinanbauregion Argentiniens, besonders Malbec ist hier stark vertreten. Drei Viertel des argentinischen Weins kommen von hier. Wachsen kann der Wein allerdings nur dank künstlicher Bewässerungssysteme, denn an sich ist es eine eher trockene Gegend. Natürlich konnten wir es uns nicht entgehen lassen auch hier wenigstens eins der über 900 Weingüter zu besuchen! Wir fuhren zur Bodega Lopez, ein Weingut, das seit über 100 Jahren immer noch in Familienbesitz ist. Hier werden jährlich 20 Millionen Flaschen Wein abgefüllt. Wir bekamen eine Führung durch die Produktion und konnten mehr sehen als bei allen anderen Besichtigungen bisher, sehr interessant. Danach gab es natürlich eine kleine Weinprobe, und auch hier kauften wir einige Flaschen ein. Preis-Leistung ist bei den chilenischen und argentinischen Weinen wirklich gigantisch!

    Für den Abend hatten wir uns mit Nathalie und Benjamin verabredet, die wir schon in Peru und Bolivien getroffen hatten. Etwas außerhalb der Stadt gab es ein kleines Weingut, bei dem wir campen durften. Der belgische Inhaber sprach sogar deutsch und war sehr freundlich. Auf dem Grundstück flatterten sogar grüne Wellensittiche durch die Gegend! Wir genossen den Abend zu viert und bekamen ein Abendessen. Während die Empanadas zur Vorspeise noch sehr lecker waren, waren wir von unserem ersten argentinischen Steak wahnsinnig enttäuscht - total knorpelig und fettig 😲 Die Rotweinsoße sowie Beilagen und Nachspeise waren hingegen gut, aber das Fleisch ein Alptraum. Die Erinnerung daran haben wir in viel gutem Wein ertränkt, es war ein sehr schönes Wiedersehen.

    Nachdem der Kater am nächsten Mittag halbwegs überstanden war, machten wir uns auf den Weg in Richtung Cordoba.
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