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  • Day70

    Toubkal 4167m - Unser erster 4000er ✔️

    November 11, 2019 in Morocco ⋅ ☁️ 1 °C

    Heute haben wir den Toubkal bestiegen, der mit 4167m der höchste Berg Nordafrikas ist und für uns der erste Berg über 4000m Höhe, den wir bis jetzt bestiegen haben!
    Eigentlich hatten wir vor den Berg auf eigene Faust zu besteigen, aber seit Anfang des Jahres ist es notwendig einen offiziellen Guide dabei zu haben und das wurde auch mehrfach auf dem Weg nach oben von der örtlichen Polizei kontrolliert. Unser Guide hieß Mohamed, war 40 Jahre alt und mindestens doppelt so fit wie wir - Ich habe ihn auf jeden Fall nicht einmal schwer atmen gehört 💪
    Los ging unsere Tour in Imlil, einem kleinen Bergdorf was in ca. 1,5h von Marrakesh aus zu erreichen ist und auf 1700m Höhe liegt - Unser Ziel ein Refuge auf 3200m. Morgens um 10Uhr trafen wir Mohamed und wanderten erstmal weiter nach Armed zu seinem Haus, wo wir mit Minztee, Brot und Oliven begrüßt wurden und unsere Ausrüstung um eine Stirnlampe und zwei Paar Handschuhe erweiterten. Gut gestärkt machten wir uns dann an den Aufstieg zum Refuge. Hierzu wanderten wir entlang eines kleinen Baches aus Schmelzwasser, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 17°C. Auf unserem Weg begegneten wir immer wieder Maultieren die Lebensmittel, dicken Muttis oder Gepäck von faulen Touristen den Berg hochtrugen - Wir haben unsere Rucksäcke natürlich selbst getragen! Ungefähr vier Stunden später kamen wir gut erschöpft im Refuge an, bezogen unsere Betten im Bettenlager und genossen die letzten Minuten Sonne, bevor diese hinter den hohen Bergen die uns umgaben verschwandt. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass wir ohne Mohamed bestimmt 5 Stunden gebraucht hätten, aber wir beide zu stolz waren, um ihn zu bitten langsamer zu gehen. Mit seinem freundlichen "Jalla, jalla" hat er als Junge wahrscheinlich Ziegen den Berg raufgetrieben, aber auch bei uns zeigte es Wirkung :P
    Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, schließlich wollten wir bei Sonnenaufgang am Gipfel sein. Nach einem einfachen Frühstück um 4:30Uhr begannen wir also um 5Uhr unseren Ansturm auf den Gipfel. Der Gipfel war nur schemenhaft im Mondlicht zu erkennen, aber die Kulisse der Berge mit dem wunderschönen Sternenhimmel war einfach unglaublich und entschädigte einen für das viel zu frühe Aufstehen. Unser erster Eindruck "Hmh ist ja gar nicht so kalt" - Das sollte sich schnell ändern! Nach ca einer Stunde kraxeln durch Geröllfelder in absoluter Dunkelheit und immer stärker werdendem Wind, sagte uns Mohamed, wir hätten bereits die Hälfte geschafft. Dabei sollte der Anstieg zügig gegangen mindestens drei Stunden dauern - Und ich dachte, dass ich kontinuierlich an meinem persönlichen Limit war, würde an der Höhe liegen :D Der Wind wurde immer stärker, sodass man bei einem zu großen Schritt leicht mal einen Satz von 1-2m machte, zum Glück gab es kaum ausgesetze Stellen. 30 Minuten vor dem Gipfel sagte Mohammed plötzlich, der eigentlich nicht so der Fan von Pausemachen bei Minusgraden war, setzt euch in diese Spalte und ruht euch 5 Minuten aus, dass nächste Stück wird noch sehr viel windiger. Da wir ziemlich platt waren kam uns die Pause ganz willkommen, doch als er dann plötzlich verschwand um zu beten, gleich nachdem er den aktuellen Wetterbericht gecheckt hatte, waren wir dann doch etwas beunruhigt... Wären wir ohne Guide unterwegs gewesen, wären wir definitiv umgekehrt, aber wir hatten Vertrauen in ihn und seine Erfahrung mit dem Berg! Und er hatte Recht der Weg zum Gipfel war nochmal um einiges windiger, aber als wir oben ankamen, Riss der Himmel auf und wir wurden mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang begrüßt, der einen schlagartig für alle Strapazen entschädigte! Leider sind alle Bilder von uns auf dem Gipfel durch den Wind so verwackelt, daß es sich nicht lohnt diese hochzuladen, aber ein scharfes Bild vom Gipfel konnte ich doch noch machen als wir den Abstieg begannen :)
    7 Stunden nach unserem Start im Morgengrauen kamen wir letzten Endes mega platt, aber glücklich wieder in Imlil an....
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