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  • Day4

    Felder, Felder und taube Finger

    September 24, 2020 in Germany ⋅ ⛅ 15 °C

    4 Uhr. Ich lausche dem Regen. Das Bett ist warm und ich erwische mich bei dem Gedanken ob ich wirklich die nächsten vier Tage draußen verbringen will. Klar will ich das!

    Um acht gibt es einen heißen Kaffee und warme Brötchen. Ein Ei vom glücklichen Huhn. Schöne Zeit mit Sarah. Dann werde ich unruhig. Ich packe meine Sachen und los geht es.

    Zuerst 30 km mit Google durch die Felder bis Emsbüren. Dort geht es zurück auf den Radweg. Vor Lingen treffe ich wieder auf den Dortmund-Ems-Kanal. In der Lingener Innenstadt bekomme ich mittags ein alkoholfreies Weizen.

    Heute wechseln sich Bundesstraßen und gute Radwege mit Buckelpisten und Feldwegen ab. Entsprechend fahre ich mal 30 mal 15 km/h. Insgesamt bin ich zügig unterwegs. Mit Klappi wäre ich niemals so schnell gewesen.

    Ich treffe jetzt mehr Reiseradler, wechsle ein paar Worte. Eine ältere Frau fährt in einer Trinkpause an mir vorbei und verspricht den Wind ab zu stellen. Das wäre wirklich ganz hilfreich.

    In Geeste am Speichernsee trinke ich einen Milchkaffee und schaue auf die weite Wasserfläche. Lese ein paar Seiten..Noch zehn Kilometer. Ich bin früh dran.

    Um 16 Uhr erreiche ich nach 78 km den Campingplatz, schlage mein Zelt auf und lasse es in der Sonne trocknen. Ich bin alleine und breite mich in der Hütte aus, sortiere meine ohnehin sortierten Sachen, gebe Luft auf die Reifen, klebe Isolierband um die Flaschenhalterung, damit die Aluflasche nicht mehr so klappert. Eine Aluflasche.... Auch so eine Fehlinvestition.

    Es gibt Nudeln mit Pesto. Und ein Bier vom Platzwart. Meine rechte Hand ist taub. Ich habe Probleme das Feuerzeug anzubekommen. Zuhause brauche ich andere Lenkergriffe, die die Nerven entlasten.

    Noch ist es trocken, ich kuschel mich ins Zelt und warte auf den Regen. Ich höre die Tiere vom Tierpark nebenan und versuche sie zu erraten. Der Wald knirscht und knackt. Ein wenig unheimlich ist mir schon.

    Morgen geht es bis nach Papenburg. Vorletzte Etappe.
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