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  • Day6

    Verfahren unmöglich

    September 26, 2020 in Germany ⋅ ⛅ 5 °C

    Regen prasselt aufs Zelt. Hier unter den Bäumen ist es nicht so schlimm. Ich drehe mich noch mal um. Viel Schlaf habe ich nicht bekommen. Da waren zu viele Geräusche.

    Ich stehe auf, die Zeltwiese steht unter Wasser. Zufrieden stelle ich fest, dass ich einen guten Platz für das Zelt gewählt habe. Trotzdem ist unter der Isomatte Wasser im Zelt. Kondenswasser?

    Draußen ist es kalt. Ich setze Kaffee auf und beginne in der Hütte zu packen. Heute früh ist Zeit für Pancakes aus der Hand. Obwohl ich mir Zeit lasse, komme ich früh vom Platz.

    Der Campingplatt lag direkt am Radweg, so dass ich nicht groß suchen muss. Erst ein Stück an der Bundesstraße entlang. Ich finde eine Milchtankstelle. Erste Pause nach drei Kilometern.

    Den Tag über geht es immer an der Ems entlang. Über Meppen, Haren und an Lathen vorbei. Verfahren ist unmöglich. Die Wege sind wie gehabt. Mal gut, mal springt mir fast das Gepäck vom Rad. Ich liebe die gut gesteerten Stücke ohne Wurzelwerk auf denen die Reifen leise summen und die gut ausgefahrenen Feldwege. Frühstückspause ist heute auf einem kleinen Steg am Wasser.

    Nach 40 Kilometern finde ich einen offenen Biergarten. Ich habe schon gelernt, dass man sich keine Chance entgehen lassen darf. Jetzt hat viel zu. Ich gönne mir ein alkoholfreies Weizen. 10 Kilometer noch, dann erreiche ich pünktlich Walchum. Hier treffe ich mich mit Detlef. Er lädt mich zum Mittagessen ein. Wir haben eine schöne Zeit.

    Frisch gestärkt geht es auf die nächsten 30 Kilometer. Der Himmel ist dunkel, aber ich bleibe trocken. In Aschendorf steuer ich einen Supermarkt an. Jetzt fahre ich mit Tasche am Lenker weiter. Ich muss ziemlich beladen aussehen, jedenfalls überholen plötzlich alle mit Abstand.

    Detlef hat mir eine Ausstellung empfohlen. Ich nehme mir kurz Zeit und besichtige ein paar expressionistische Werke.

    Der Campingplatz in Höhe Papenburg ist nicht mehr weit. Schon beim Reinfahren habe ich das Gefühl, dass es nicht sehr komfortabel für mich wird. Leider behalte ich recht. Immerhin gibt es einen Tisch auf dem ich mich sortieren kann.

    Ich koche mir noch mal Nudeln. Währenddessen werde ich von Mücken zerstochen. Wo kommen die jetzt noch alle her? Ich esse schnell und verkriechen mich ins mückenfreie Zelt.

    Entspannte 75 Kilometer waren es heute. Morgen ist die letzte Etappe. Schade eigentlich. Ich könnte noch eine Woche weiterfahren.
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