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  • Day32

    Cartagena

    April 22 in Colombia ⋅ 🌧 28 °C

    Nach unserem Segeltrip blieben wir 2 Tage in Cartagena. Unsere Unterkunft war im Viertel Getsemani, in das wir uns sofort verliebten! Überall Straßenkunst, schöne Gebäude, Streetfood, frische Fruchtsäfte, fröhliche Menschen und Musik. Hier war alles wieder viel ungeordneter, was uns gut gefallen hat. Abends haben wir uns nochmal mit ein paar Leuten vom Boot getroffen um ein Bier zu trinken und gemeinsam zu Abend zu essen. Sandra kannte sich in Cartagena schon sehr gut aus und führte uns zu einem vergitterten Fenster, durch das man in das Wohnzimmer eines Mannes schauen konnte. Darin stand eine riesige Kühltruhe, aus der er einige Flaschen Bier holte und diese, umgefüllt in Plastikbecher, durch das vergitterte Fenster günstig auf die Straße verkaufte 😀 Ganz legal ist sein Gewerbe scheinbar nicht, denn auf einem Schild am Gitter stand “Eis“ als Deckname 😀 Alkohol darf wahrscheinlich nicht jeder verkaufen. Dann ließen wir uns als Vorspeise noch Empanadas von einem Straßenstand schmecken, das sind gefüllte Teigtaschen. Danach gab es noch Pizza.

    Am nächsten Tag haben wir einen Büchertausch gefunden, wo wir unseren Costa Rica Reiseführer gegen einen für Südamerika eintauschen konnten. Dann haben wir uns das alte Zentrum von Cartagena angeschaut, das zum Weltkulturerbe gehört. Es gab wirklich schöne Gebäude, und man konnte auf den alten Festungsmauern entlang laufen, die früher vor Piraten und Unwettern schützten.

    Nachmittags sind wir auf dem Rückweg durch einen Park in unserem Viertel gelaufen, dort haben wir einen riesigen Leguan gesehen. Ein Einheimischer, der uns scheinbar beobachtet hatte, kam zu uns und sagte dass er ein Faultier gesehen hat. Wir sind ihm hinterhergelaufen, obwohl wir schon etwas misstrauisch waren, und Faultiere hätten wir hier auch nicht erwartet! Aber tatsächlich, im Baum hing ein großes Zweifinger-Faultier. Dann ging es weiter, er zeigte uns noch ein Liszt-Äffchen, das seinen Namen der Ähnlichkeit seiner Frisur mit der des Komponisten verdankt. Auch rote Eichhörnchen und ein Babyfaultier konnten wir sehen, und das alles in einem kleinen Park, mitten in der Stadt. Er hat zwar kein Geld verlangt, was schon unsere Befürchtung war, aber wir haben ihm ein kleines Trinkgeld gegeben, ohne ihn hätten wir die meisten Tiere nicht entdeckt! Als er weg war haben wir sogar noch einen grünen Wellensittich rumflattern gesehen, wir waren total begeistert.

    Nach einer Pause in der Unterkunft gingen wir Abends wieder raus, um uns in das bunte Treiben am Plaza de la Trinidad zu stürzen. Überall liefen Händler rum, die irgendwas verkaufen wollten, aber auch viele Einheimische holten sich hier ihr Abendessen. Wir probierten Arepas, gebratene Fladen aus Maismehl mit verschiedenen Füllungen. An einem Stand war die Hölle los, man sah immer wieder Leute mit riesigen Platten weglaufen. Wir wussten nicht was das war, aber wenn so viele anstanden musste es wohl gut sein! Die Platte bestand aus gebackenen Kochbananen, einer Mischung aus Fleisch und Wurst, Gemüse, Salat, Soßen, geschmolzenem Käse und kleinen Chips-Sticks obendrüber. Hat ganz gut geschmeckt, aber war richtig mächtig, wir haben zu zweit nicht mal die kleine Portion geschafft! Über unsere Reste hat sich ein kleiner Junge gefreut, die Armut ist trotzdem überall spürbar.

    Heute fahren wir mit dem Bus nach Santa Marta weiter. Von dort aus starten wir morgen eine viertägige Wanderung, wir laufen den Lost City Trek 😊
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