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  • Day357

    Auckland

    March 12, 2020 in New Zealand ⋅ ☀️ 21 °C

    Von Rotorua fuhren wir direkt nach Auckland. Dass dies die größte Stadt Neuseelands ist zeigte sich wirklich auf den ersten Blick! Wir haben uns ein kleines Apartment mit Küche gemietet, in dem wir bis zum Ende unserer Zeit in Neuseeland bleiben werden. Wir brauchen einfach mal eine Pause von den ständigen Ortswechseln!

    Am Abend liefen wir in die nicht weit entfernte Innenstadt, wo heute der Auftakt des Auckland Art Festivals war. Dieser fand in Form eines kostenlosen Konzertes statt, bei dem verschiedene Bands und ein Chor auftraten. Der Chor war ein sogenannter Haka Chor und gehört zur Maori Kultur. Lustigerweise hatten wir genau diesen Chor schon im Fernsehen in der Neuseeland-Ausgabe der Serie “Grenzenlos die Welt entdecken“ gesehen. Berühmt geworden war er durch seine Version von “Bohemian Rhapsody“ auf Maori, und genau das führten sie auch heute auf. Hollie Smith sang “Bathe in the river“, der Song ging in die Top Songs Neuseelands ein. Nach dem Konzert gingen wir wieder zurück und verbrachten den Abend im Apartment. Die Kultur der Maori, also der ersten Einwohner Neuseelands, scheint hier gut integriert zu sein - wesentlich mehr zum Beispiel als die der Aborigines in Australien. Das Konzert war wieder ein gutes Beispiel dafür, aber auch im Alltag sieht man zum Beispiel sämtliche Straßenschilder und Ortsnamen immer zweisprachig - auf Englisch und auf Maori. Maori ist neben Englisch auch offizielle Amtssprache.

    Am zweiten Tag in Auckland liefen wir ein bisschen durch die Stadt und schauten uns um. Das ist mit Abstand der lebendigste Ort den wir in Neuseeland gesehen haben, überall sonst war es eher ruhig, manchmal regelrecht verlassen und leer. Hier waren viele Leute auf den Straßen, es gibt viele cool aussehende Restaurant und Kneipen und hier und da auch ein bisschen Street Art. Es gibt auch einige versteckte kleine Gassen, die mit Cafés zum verweilen einladen.

    Am Freitag sind wir ins Auto gestiegen und aus der Stadt rausgefahren. Zuerst waren wir am Piha Beach, wo sich viele Surfer auf einen am Wochenende anstehenden Wettbewerb vorbereiteten. Wir stiegen auf den Lion Rock, einen hohen Felsen, und genossen von oben die Aussicht auf den Strand. Dann fuhren wir weiter zum Bethells Beach, der deutlich ruhiger war. Am Abend sind wir noch ins Kino gegangen, bevor wir zurück in die Stadt gefahren sind.

    Am Samstag fand in Auckland eine Parade zum St. Patrick's Day statt. Wir liefen in die Innenstadt und schauten dem bunten Treiben zu. Vom Coronavirus ist noch nichts zu spüren, aber wir bekommen natürlich mit was in Europa los ist.

    Am Sonntag mussten wir raus in Richtung Flughafen fahren um unseren Mietwagen abzugeben. Zurück in der Stadt liefen wir zum Apartment und genossen die Sonne. Den restlichen Tag haben wir mit der Umplanung unserer Reise verbracht. Corona läßt grüßen. Und mittlerweile hat Neuseeland auch auf Corona reagiert und ab Mitternacht die Einreise gestoppt.

    So früh sind wir schon länger nicht mehr aufgestanden, aber es hat sich gelohnt: für Montag Morgen hatten wir uns für “Yoga in the Sky“ angemeldet, das im Sky Tower von Auckland in 186 Metern Höhe stattfindet. Bereits als wir um 6:45 Uhr dort oben ankamen fing die Sonne an aufzugehen und der Himmel färbte sich rot. Ein tolles Spektakel, und auch das Yoga an sich tat gut. Eigentlich wollten wir nicht mehr raus, aber da wir dringend klären mussten ob wir nach Australien zum Transit noch reinkommen oder dann sofort in die 2 Wochen Selbst Quarantäne müssen, beschlossen wir noch zum australischen Konsulat zu gehen, denn ans Telefon ging niemand. Eine klare Auskunft bekamen wir zwar nicht, aber wir sollen uns da nicht zu viele Sorgen machen. Na gut!

    An unserem letzten Abend in Auckland trafen wir uns noch mit Anthony und seiner Freundin Michelle in einer Bar auf ein Bierchen. Anthony haben wir letztes Jahr im April auf dem Lost City Trek in Kolumbien kennen gelernt. Er kommt aus den USA, ist jetzt aber für ein Jahr in Neuseeland. Die Welt ist ein Dorf!

    Unsere Weiterreise ist vom Coronavirus natürlich ziemlich stark betroffen. Eigentlich wollten wir am Dienstag über Sydney auf die Philippinen nach Manila fliegen, aber da kommen wir nicht mehr rein. Gleiches gilt für Nepal, Indien und Sri Lanka, wo wir im Anschluß hin wollten. Wir hoffen, dass wir noch aus Neuseeland und Australien rauskommen, denn auf Dauer wäre es hier recht teuer und wir wollen ja noch etwas anderes sehen. Unser Plan B ist jetzt nach Indonesien zu fliegen, genauer gesagt nach Bali. Das sollte laut dem indonesischen Konsulat auch kein Problem sein, auch dort haben wir angerufen. Aber es kann sich ja alles ständig ändern, also können wir nur hoffen. Unsere Expedition in Nepal auf den Mera Peak kann leider auch nicht stattfinden. Deshalb wissen wir jetzt noch nicht wirklich wie es dann für uns weitergeht, aber wir werden erstmal so lange wie möglich in Indonesien bleiben, bis sich die Situation beruhigt. Falls wir dort noch reinkommen zumindest.
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