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  • Day307

    Kathlyn Glacier

    June 7, 2020 in Canada ⋅ ⛅ 4 °C

    Zur Abwechslung regnete es Mal nicht und wir verabschiedeten uns von Philippe und Antoine nachdem wir gemeinsam selbstgemachte Feuerbrötchen mit Rührei zum Frühstück gegessen hatten.
    Wir hatten die letzten Tage nur darauf gewartet den Wanderweg zum Kathlyn Gletscher zu laufen, doch das Wetter hatte es nicht zugelassen. Also machten wir uns heute bereit und stapften los.
    Das erste Stück im Zickzack durch den Wald, den Berg hinauf. Glatte Felsstellen über die Wasser plätscherte waren mit Seilen versehen und so passierten wir diese mit Leichtigkeit. Plötzlich standen wir vor einem Schneefeld, welches steil bergab ging. Da wir jedoch Spuren erkennen konnten kletterten wir vorsichtig hinüber. Der Wald lichtete sich langsam und wir waren schon auf Höhe der Wasserfallgrenze, als wir noch ein paar Schneebänke entlang kletterten und dann auf ein Geröllfeld stießen.
    Wir hatten ein Pärchen gesehen, das vor uns gestartet war, also einfach weiter und hoffen, dass wir auf dem richtigen Weg waren.
    Mit jedem Schritt lösten sich Steine und es war schwierig einen festen Halt zu finden. Mal brutzelte die Sonne auf uns herunter und im nächsten Moment erwischte uns ein eisiger Wind, was das Klettern nicht erleichterte. Irgendwann erspähten wir das Pärchen in der Ferne und hatten so zumindest einen Anhaltspunkt in welche Richtung wir mussten. Nach noch ein paar halsbrecherischen Schneeüberquerungen erreichten wir festeres Gestein. Wir sprangen über Flüsse, die zu Wasserfällen wurden und kletterten am nackten Stein empor.
    Als wir grade eine Verschnaufpause machten, hörten wir ein rumpeln und ich sah, wie sich auf der anderen Seite des Berges eine Schneelawine löste und tosend hinabstützte. Wir waren komplett verrückt hier hoch zu klettern, doch der Ausblick war unbeschreiblich. In der Ferne erkannte man schneebedeckte Bergspritzen und am konnte große Wolken erkennen, wie sie sich über dem Tal entluden.
    Nun waren wir schon fast da und zurück war es genauso gefährlich, also einfach weiter dem Pärchen hinterher, die wissen bestimmt was sie machen.
    Nach knappen drei Stunden kletterten wir endlich über den letzten Vorsprung und eiskalter Wind schlug uns entgegen. Vor uns erhob sich der Gletscher umringt von schneeweißen Klippen. Wir genossen die Aussicht in alle Richtungen, bevor es zu kalt wurde und wir hinter einem Felsen Mittagspause mit Apfel und Müsli-Riegel machten.
    Der Abstieg war noch angsteinflößender als der Aufstieg. Vorallem die Schneestücke waren glatt und steil. Doch wir überlebten mit nur durchnässten Füßen und ein paar Blasen.
    Zurück am Auto kochten wir erstmal, packten unsere Schuhe ans Feuer und gönnten uns eine heiße Schokolade mit Marshmallows.
    Nurnoch ein Campingtruck, der mir bekannt vorkam, parkte auf einem der Plätze und als ich den Hund sah, war ich mir sicher. Ich ging hinüber und quatschte eine Weile mit dem deutschen Pärchen, welches wir vor über einem Monat getroffen hatten.
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