Hannah Lülf

Joined May 2019
  • Day8

    Schummeltag in Bilbao

    Today in Spain ⋅ ⛅ 15 °C

    Gestern angekündigt - heute umgesetzt. Ich habe geschummelt und bin heute mit dem Bus nach Bilbao gefahren und habe so die 32km-Etappe übersprungen. Ein Aufteilen der Etappe war, mit Blick auf meine bevorzugte Schlafstätte, nicht möglich. Außerdem habe ich mir die Distanz nicht zu getraut und wollte auch etwas von Bilbao sehen.
    Also bin ich heute morgen mit dem Bus los und Estland gegen 10:20 bereits in Bilbao. Dort bin ich in den nächsten Bus gestiegen, um mir bei einer Stadtrundfahrt einen Überblick zu verschaffen.
    Anschließend bin ich durch die Straßen geschlendert, habe die Stadt auf mich wirken lasse und einfach genossen. Leider ist es wieder sehr regnerisch, windig und damit ziemlich kalt.
    Nach einer ausgiebigen Dusche liege ich nun im Bett. Dort werde ich mir eine Folge Tatort oder ähnliches anschauen, bevor es nachher noch einmal in die Stadt geht.
    Während der Stadtrundfahrt habe ich einmal ziemlich doof aus der Wäsche geguckt. Denn ich habe aus dem Bus raus meine beiden Wanderer von gestern wieder entdeckt und das noch vor 12 Uhr. Wahnsinn, wie fit die beiden Jungs sind. Im ersten Moment war ich enttäuscht von mir, aber dann habe ich mir gesagt: jeder Körper ist anders und jeder sollte auf diesen hören. Seit dem habe ich kein schlechtes Gefühl mehr wegen der Busfahrt.
    So ein Schummel-Pausentag tut auch mal gut. Trotzdem freue ich mich morgen wieder auf die Wanderung und bin gespannt, wie es wird. Angeblich soll es ab Bilbao weniger Hügelig sein. Ich bin gespannt...
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  • Day7

    Fünfte Etappe: Markina - Garnik

    Yesterday in Spain ⋅ 🌧 12 °C

    Ok, ich war gestern nicht ganz ehrlich. Ich bin nicht bis Markina gelaufen, sondern in der Pension im Vorort untergekommen. Es gab leider kein anderes, vergleichbares Angebot in Markina.
    Ich bin also heute morgen, auf Rat der Gastgeberin, die übrigens nur spanisch spricht, mit dem Bus nach Markina gefahren. Ich war froh über diesen Rat, denn so habe ich mir 3 km an der Hauptstraße gespart.
    Schnell noch ein Sandwich für unterwegs geholt, die km-Vibration auf der Uhr ausgestellt (beste Entscheidung!) und los ging es. Es hat heute fast durchweg geregnet, aber nach den letzten heißen, anstrengenden Tagen war das ganz gut und mit der richtigen Ausrüstung ein Klacks.
    Zu Beginn bin ich ein kurzes Stück mit einem schätzungsweise 65-70 jährigen Mann gelaufen. Er kommt aus Taiwan und läuft zum sechsten Mal einen spanischen Jakobsweg (Respekt!). Wir habe kurz gesprochen uns dann aber getrennt, weil wir unterschiedliche Tempi haben.
    Ein Weilchen später bin ich auf einem nassen Stein ausgerutscht und hingefallen. Ich hab mich ziemlich erschrocken. Ich weiß allerdings nicht wovon - von dem Sturz oder den drei Spanierinnen, die sofort zur Stelle waren, mir aufgeholfen haben und mir diverse Hilfe auf spanisch angeboten haben. Es ist nichts passiert, aber das war für mich das Zeichen: Hannah iss!
    Die nächste Bank war meine und dort habe ich dann relativ entspannt (im Regen etwas schwer) gefrühstückt.
    Kurz danach habe ich zwei Mittzwanziger aus dem Schwarzwald getroffen, die mich den Rest des Tages begleitet haben. Wir haben uns viel unterhalten, aber auch immer wieder geschwiegen. Eine kurze Pause haben wir nach 16 km gemacht. Wir waren alle drei überrascht, wie weit wir schon gekommen sind. Die beiden haben wirklich alles dabei: Zelt, Isomatte, Gaskocher, Topf... und so haben die beiden sich im Topf eine Art Haferschleim gemacht und mit Nüssen und Obst verfeinert. Da sah ich mit meinem Müsliriegel ganz schön arm gegen aus.
    In Garnik haben wir uns dann verabschiedet. Vom Gefühl hätte ich nach den 26 km noch weiter laufen können. Aber ich hatte ja bereits ein Bett reserviert und wollte es nicht übertreiben. Die beiden sind noch weitere 10 km gelaufen. Ich bin gespannt, ob wir uns morgen in Bilbao noch einmal wieder treffen.
    Ich merke, dass ich langsam ankomme auf dem Jakobsweg und mich an den Alltag gewöhne. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und freue mich auf die nächsten Tage.
    Morgen steht ein Schummel-Tag an - muss auch mal sein.
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  • Day6

    Vierte Etappe: Deba - Markina

    May 23 in Spain ⋅ ⛅ 14 °C

    Es hieß heute früh Abschied vom Meer zu nehmen. Hinter Bilbao werde ich es dann wieder sehen.
    Die ersten 4km ging es nur Bergauf. Ich habe ziemlich geflucht, trotzdem war es anders als gestern, denn es ging nicht wieder komplett runter. Das ist wirklich ein großer Unterschied. Trotzdem freue ich mich auf eine relativ ebene Etappe.
    Das war die erste Etappe, die nicht an einer Hauptstraße vorbei führte und ich weiß immer noch nicht, ob die zweite oder diese meine bisher schönste Etappe war. Das Meer ist toll, aber der Wald hat auch seinen Charme. Ich bin begeistert von der Natur.
    Die Kräfte haben heute ordentlich nachgelassen und so waren die letzten Kilometer eine richtige Qual. Nach 24 km in der Pension angekommen, war ich so gefrustet, dass ich am liebsten direkt nach Hause gefahren wäre. Aber ein aufmunterndes Telefonat mit Basti und eine Dusche später sieht die Welt wieder positiv aus. Ich brauche einfach noch ein bisschen, um mich nach den letzten, stressigen Wochen an meinen „neuen“ Alltag zu gewöhnen.
    Da ich festgestellt habe, dass ich entspannter laufen kann, wenn ich weiß wo ich abends schlafe, werde ich weiterhin abends eine Übernachtung für den nächsten Tag buchen. Auch wenn das teurer ist als in den Herbergen, habe ich festgestellt, dass ich das brauche. Vielleicht ändert sich auf der Strecke nochmal, aber zunächst halte ich das so.
    Ich Ruhe mich jetzt noch ein bisschen aus und werde gleich zum Essen in das Nachbarlokal gehen und schauen, was es da so gibt.
    Die Verständigung ist wirklich spannend. Viele Einheimische können kein Englisch, aber trotzdem funktioniert es und ich bin immer wieder überrascht, wie viele Vokabeln ich nach dem Abi nicht verlernt habe. Es fällt mir nur manchmal schwer zu unterscheiden, ob es französisch oder spanisch ist 😉.
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  • Day5

    Dritte Etappe: Zarautz - Deba

    May 22 in Spain ⋅ ☀️ 18 °C

    Motto des Tages: Berg auf, Berg ab, Berg auf, Berg ab... Und das 23 km lang... Ich habe wirklich geflucht und mich immer wieder gefragt, warum ich nicht einfach einmal hoch kann und dann den Rest des Tages mit kleine ups and downs oben bleibe. Auch kann ich erst Mals die DIN verstehen, die alle paar Meter Ruheinseln vorschreibt. Ich wäre stark dafür, den Camino an der Stelle anzupassen.
    Das alles ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber die Berge habe mich heute wirklich fluchen lassen und ich bin gespannt, ob ich morgen Muskelkater habe.
    Heute morgen habe ich entschieden, das Monster (Rucksack) leichter zu machen und überprüft, ob ich wirklich alles benötige. Der Reiseführer, den ich bisher eh nie benutzt habe, und ein Kosmetikspray ist daher in Zarautz geblieben, frei nach dem Spruch: Kleinvieh macht auch Mist.
    Die Etappe war ganz nett. Im Vergleich zur letzten war sie nicht schön. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass mir die andere Etappe so gut gefallen hat und heute viele Strecken an Straßen dabei waren.
    Alles in allem genieße ich die Wanderung, auch wenn ich manchmal fluche.
    Heute Mittag hatte ich es mir gerade auf einer Bank nett gemacht - Monster ab, Schuhe aus, entspannen. Da kam eine Horde von acht spanischen Wanderinnen an und die Ruhe war vorbei. Ich habe es nicht lange ausgehalten und bin dann weiter. Die nächste Pause habe ich dann 3,5 km vorm Ziel an einer Bushaltestelle gemacht und kurz überlegt, den Rest mit dem Bus zu fahren - habe ich natürlich nicht gemacht. Nach der Pause habe ich erst gesehen, dass direkt hinter der Bushaltestelle eine Wiese war, wo ein Mitstreiter pausiert hat. Der hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass ich mein drittes Bein (meinen Stock) an der Bushaltestelle habe stehen lassen.
    Ich habe heute mehrfach darüber nach gedacht, die Reise früher als geplant zu beenden. Das wandern alleine genieße ich total, aber den Rest des Tages fehlt es mir doch sehr und ich habe ein wenig Heimweh.
    Als ich dann gerade in der Pension eingecheckt hab, habe ich den Entschluss gefasst, bis Bilbao zu laufen und dann zu sehen (quasi: ich denke von spiel zu spiel und nicht bis Santiago). Ich habe auch alle Unterkünfte bis Bilbao gebucht. Ich bin einfach nicht der Abenteurer und weiß nicht, wo ich abends schlafe.
    Heute morgen habe ich gemerkt, wie entspannt es sein kann. Ich habe keinen Wecker gestellt, bin angestanden als ich bereit dazu war, habe mich in Ruhe fertig gemacht und bin dann gemütlich los gelaufen, denn ich hatte ja schon eine Unterkunft für heute reserviert. Das war gut und richtig, denn viele Pilger stressen sich und stehen früh auf und hetzen sich. Ich möchte genießen und habe für mich festgestellt, dass das nur geht, wenn ich weiß wo ich schlafen werde.
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  • Day4

    Zweite Etappe: San Sebastián - Zarautz

    May 21 in Spain ⋅ ☀️ 16 °C

    Mein Fuß hat mich nicht im Stich gelassen und nach der gestrigen Pause (zusammen mit Voltaren, Bandage und Stock) durchgehalten und ich auch 😉 Nach 23 km bin ich in Zarautz angekommen, einem Ort, dessen Namen ich mir einfach nicht merken kann.
    Die Etappe hat mir sehr gut gefallen, da sie sehr abwechslungsreich gewesen ist. Ich glaube, ich habe heute alle Untergründe „bewandert“, die es so gibt. Ich bin zwischen Tieren durchgegangen, habe immer wieder das Meer gesehen und habe einige Höhenmeter hinter nicht gebracht. Ich bin gespannt, wie der Muskelkater morgen sein wird.
    Heute habe ich die Kopfhörer in der Tasche gelassen. Die Geräusche der Natur (u.a. Vögel, Meer) sowie allgemeine Alltagsgeräusche haben meine gute Laune noch besser werden lassen. Ich war durch die Fußprobleme ziemlich deprimiert und hatte schon Sorge, ich müsse direkt wieder nach Hause fahren und das Abenteuer beenden, bevor es richtig angefangen hat. Außerdem war ohne Kopfhörer der Kontakt zu den Mitpilgern deutlich einfacher und angenehmer.
    Ich schätze es immer noch alleine zu laufen, aber ein kurzer smalltalk, ein „Buen Camino“ oder kurzes Hola mit Einheimischen ist schon schön und motivierend zugleich.
    Als ich Orion verlassen habe, hatte ich das Bedürfnis zu singen. Doch die einzigen Lieder, die mir eingefallen sind, waren Weihnachtslieder. Ich kann doch nicht im Mai Weihnachtslieder singen... Wobei, wäre nicht das erste mal, dass ich das mache 😉 Ich habe kurzerhand angefangen aus „Oh du Fröhliche...“ einen Wandersong zu dichten. Mal schauen, ob er am Ende meiner Reise fertig ist.
    Auf der Strecke habe ich mich mit zwei Spaniern unterhalten (sie auf spanisch, ich in meiner bekannten Mischung). Die beiden haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass in Zarautz zwei Herbergen geschlossen sind und zwei Hostels ausgebucht sind. Ich habe gesagt, warten wir mal ab, stand vor der ersten geschlossenen Herberge, habe online gesehen, dass zwei Hostels ausgebucht sind und habe sodann für einen angemessenen Preis ein Hotel gebucht. Jetzt wo ich hier frisch geduscht entspanne stelle ich wieder fest, wie gut und richtig die Entscheidung war. An die Gemeinschaftsunterkünfte muss ich mich wirklich noch gewöhnen.
    Ach und meine Sorge, den Weg nicht zu finden, war unbegründet. Er ist sehr gut ausgeschildert. Nur in den Städten ist es etwas weniger. Aber da unterstützt mich das Handy super gut.
    Später möchte ich nochmal zum Strand und etwas essen. Aber jetzt haben sich meine Füße eine ausgiebige Pause verdient und das Kribbeln in den Füßen ist für mich der Beweis, dass sie es mir danken.
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  • Day3

    Pausentag in San Sebastián

    May 20 in Spain ⋅ ⛅ 14 °C

    Ich habe mir und meinem Fuß heute eine Auszeit genommen. Zunächst war ich sehr gefrustet, direkt am Anfang eine Pause einzulegen. Jetzt bin ich doppelt froh. Denn meinem Fuß geht es deutlich besser und allein dafür war die Entscheidung gut. Und so konnte ich diese schöne Stadt etwas näher kennenlernen.

    Nachdem ich ausgeschlafen war und mich fertig gemacht habe, habe ich im Hostel gefrühstückt. Ich bin dann mit der Mission los gegangen, möglichst wenig zu laufen und einen Stock sowie eine Bandage zu kaufen.

    Das Wetter ist heute wirklich gut. Trotzdem war mir ein Tag am Strand zu langweilig. Also habe ich mich in einen Bus gesetzt und habe eine Stadtrundfahrt gemacht - tatsächlich bin ich zwei runden gefahren 😉 so habe ich einen guten Eindruck von der Stadt bekommen. Das shoppen habe ich auf dem Weg zum Hostel mal eben nebenbei gemacht.
    Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, warum auf jedem Schild Donostia-San Sebastián steht. Auf die Idee, das zu googeln, bin ich natürlich nicht gekommen 🙈. Dank der Stadtrundfahrt weiß ich es nun: es werden zwei Sprachen gesprochen - spanisch und baskisch und somit sind auch beide Sprachen auf den Schildern abgebildet.

    Im Hostel angekommen, waren bereits zwei der acht Bewohner da - ein Schotte und ein Australier. Und ich habe erneut festgestellt, dass mein Englisch ausbaufähig ist. Aber mit Händen und Füßen hat es für eine kleine Unterhaltung gereicht.
    Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf (so viel wie in den letzten 24 h habe ich in den letzten zwei Wochen nicht geschlafen) habe ich mich nochmal auf den Weg gemacht und Tapas gegessen.

    Jetzt sitze ich am Strand und beobachte die Leute und den langsam beginnenden Sonnenuntergang bevor es zurück zum Hostel geht, denn morgen möchte ich früh los und die nächste Etappe starten.
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  • Day2

    Erste Etappe - Irún - San Sebastián

    May 19 in Spain ⋅ 🌧 13 °C

    Heute bin ich knapp 23 km von Irún nach San Sebastian gelaufen. Es hat den ganzen Tag nur geregnet und teilweise gestürmt. Aber durch die richtige Ausrüstung ging es ganz gut.

    Meine Sorge, den Weg nicht zu finden, war völlig unbegründet. Ich konnte den Weg schnell finden und die Beschilderung war wirklich super. Nur an einer Stelle war ich verunsichert durch ein Schild. Doch haben mir die Einheimischen schnell geholfen (sie auf spanisch, ich auf einer Mischung aus deutsch, englisch und spanisch 😉)
    Nach der Bootsüberfahrt in Puerto de Pasajes habe entschieden, die Fahrradroute statt die Wanderroute zu nehmen. Die andere war bestimmt viel schöner, aber ich wollte heute in san Sebastian ankommen und bei dem Wetter war die Laue auch nicht mehr sooo groß.

    Hape Kerkeling hat in seinem Buch beschrieben, dass jeder mindestens einmal auf dem Camino weint. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, dass ich mich gefragt habe, wann es bei mir soweit sein wir. Ich hätte nie gedacht, dass es bereits in der ersten Etappe so ist, aber nach 16km war ich so gefrustet von dem Wetter und meinem Fuß, dass ich die Tränen nicht länger zurück halten konnte.

    Aktuell macht mir mein Fuß etwas Sorgen. Ich habe heute morgen eine Stufe übersehen und bin die Treppe runter gerutscht. Nach einem kurzen Schmerz ging alles wieder und so bin ich wie geplant gestartet. Nach ca. 16 km schmerzte der Fuß immer wieder und so waren die letzten Kilometer echt eine Qual.
    Ich liege jetzt seit 15:30 im Hostel. Habe ein wenig geschlafen und fleißig voltaren benutzt. Ich hoffe, dass es morgen wieder besser ist. Ansonsten werde ich morgen einen ungeplanten Pausentag einlegen.

    Der Kontakt mit den Mitpilgern ist klasse. Man kommt schnell ins Gespräch, hilft sich gegenseitig und alle sind - trotz des miesen Wetters - gut gelaunt. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt.

    Ich habe leider nach ca. der Hälfte der Strecke keine Fotos mehr gemacht. Bei dem Regen ist das wirklich nicht schön und ich hatte dann doch Angst vor einem Wasserschaden 😉
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  • Day1

    Angekommen

    May 18 in Spain ⋅ 🌧 11 °C

    Nach fast 9 Stunden bin ich am Ziel angekommen. Es hat alles super geklappt - Flug pünktlich, Busse gefunden. Ich bin von Düsseldorf nach Bilbao geflogen. Vom Flughafen mit dem Bus in die Innenstadt gefahren und dort in den nächsten Bus gestiegen, der mich innerhalb von 1,5h nach Irún gebracht hat.

    Meine Sorgen (finde ich alles, klappt das Timing) waren unbegründet, wobei mir Torsten diese im Vorfeld wieder mal genommen hat und mit allen Infos versorgt hat, die ich brauchte.

    Das Wetter ist ziemlich bescheiden (12grad und regen). Auf den ca. 150m vom Bus zur Pension bin ich ziemlich nass geworden. Ich hoffe, dass sich das bis morgen bessert.
    Jetzt gehe ich aber direkt schlafen, damit ich morgen fit bin für die erste Etappe.
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  • Day1

    Ich bin dann mal weg...

    May 18 in Germany ⋅ ☀️ 21 °C

    In wenigen Minuten steige ich ins Flugzeug nach Bilbao. Ich bin gespannt und freue mich sehr. Der Abschied war trotzdem nicht leicht und ich habe die ein oder andere Träne vergossen. Das Interesse der andern an meinem Traum und die Liebe Worte haben mich wirklich überrascht und sehr gerührt.

    Ich bin nicht die einzige Pilgerin, die gleich nach Bilbao fliegt. Es ist schon interessant, die anderen zu beobachten. Mal sehen, ob ich heute schon die ersten Kontakte knüpfe.

    Bei der Sicherheitskontrolle hatte ich großes Glück. Ich habe die Sicherheitsbestimmungen für die Mitnahme der Flüssigkeiten falsch gelesen und somit zu viel eingepackt. Der Herr war gnädig und hat mir eine Ausnahme gestattet, sodass ich nichts aussortieren musste.
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  • Day0

    Die meist gestellten Fragen (vorher)

    May 17 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    In den letzten Wochen habe ich, wenn ich von meinem Plan berichtet habe, immer wieder die gleichen / ähnlichen Fragen gestellt bekommen. Meine Antworten waren immer die gleichen. Die Fragen habe ich teilweise zusammengefasst.

    1) Pilgerst du alleine?
    Ja und nein. Dank meiner lieben Kollegin Ulla reise ich in Begleitung der kleinen Giraffe 🦒 Jakob. Ansonsten starte ich das Abenteuer alleine und bin gespannt, wen ich auf der Strecke alles kennenlerne.

    2) Wie lange hast du Zeit? Wie weit ist der Jakobsweg und wie viele km musst du am Tag laufen?
    Sechs Wochen - ca. 890 km - um die 20 km pro Tag

    3) Wie viel Gepäck nimmst du mit?
    Die Frage habe ich mit dem letzten Bild eigentlich schon beantwortet. Ich habe sie nochmal aufgenommen, da die Reaktionen auf meine Antwort (zwei Hosen, drei T-Shirts, drei Schlüpper...) fast immer die gleiche war - wie kommst du mit drei Unterhosen aus?! 😉 ganz einfach: waschen ☺️

    4) Warum pilgerst du? Bist du gläubig?
    Schon fast zehn Jahre gehe ich mit dieser Idee schwanger. Wo genau es her kommt, weiß ich gar nicht mehr. Spätestens nachdem ich Hape Kerkelings Buch gehört habe, war der Wunsch da.
    Das erste mal habe ich mich Ende 2015 so richtig mit dem Thema befasst und mich nach betreuten reisen umgeschaut. Doch war der Gedanke schnell wieder weg. Ich wollte nicht nur zwei Wochen pilgern, aber mir fehlte der Mut, es länger und vor allem alleine durchzuziehen.
    Ja, ich bin ein gläubiger Mensch. Meine Eltern haben mich regelmäßig mit in die Kirche genommen und das Tischgebet ist schon immer eine Selbstverständlichkeit in unserem Alltag. In den letzten Jahren habe ich aus verschiedenen Gründen den Glauben verloren bzw. merke, dass da etwas fehlt.
    Ich hoffe, dass ich durch den Jakobsweg nicht nur zu mir selbst finde, sondern auch zurück zu Gott finde und den Glauben wieder mehr spüre.

    5) Wo schläfst du? Tust du dir das mit den Gemeinschaftsunterkünften wirklich an? Hast du die Unterkünfte schon gebucht?
    Ich plane, in den Pilgerherbergen zu übernachten. Nur wenn ich keinen Platz bekommen sollte oder einen „Lagerkoller“ bekomme, werde ich in Hotels oder ähnliches ausweichen.
    In den meisten Herbergen kann man keinen Platz reservieren. Unabhängig davon möchte ich jeden Tag entscheiden, wie weit ich laufen möchte und mich nicht binden.

    6) Bist du schon aufgeregt?
    Ein wenig. Tagsüber überwiegt die Vorfreude und ich bin überhaupt nicht aufgeregt. Nachts werde ich oft wach und träume intensiv / verrückt. Das sind Anzeichen dafür, dass ich scheinbar doch aufgeregt bin. Ich bin wirklich gespannt.

    Auch ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder dabei erwischt, dass mich die gleichen Fragen beschäftigt haben:
    - finde ich den Weg?
    - wo fange ich genau an? Finde ich den „Startpunkt“?
    - Finde ich einen Schlafplatz?
    - Wie wird das schlafen in einer Herberge?
    - Kann ich mein Handy regelmäßig aufladen?
    - Was wird der Weg mit mir machen?
    - Wie werde ich mich verändern?
    - Finde ich meine innere Mitte?
    - Wie wird das zurückkommen?
    - Schaffe ich es, nicht an die Arbeit zu denken?
    - Werde ich mit meinem Bad-english klar kommen?
    - u.v.m.

    Ich bin gespannt, ob ich mir diese Fragen am Ende beantworten kann.
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