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  • Day134

    Fazit der Panamerika und Dom Rep

    December 9, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 0 °C

    Das waren drei Reiseerfahrungen in einer Reise kombiniert:

    1.) Die außergewöhnlichen Nationalparks von Nordamerika
    2.) Zentralamerika mit seiner kolonialen Vergangenheit und bis Guatemala die Maya Vergangenheit.
    3.) Anhang: Strandurlaub an der Punta Cana in der Dominikanischen Republik war gut, aber eine Woche zu lang.
    In Alaska und Kanada kann man nicht an „jeder Ecke“ Alkohol kaufen. Man muss in „Liquour stores“ . Bier und Wein ist dort tendenziell doppelt so teuer wie zu Hause. Und abends bei den frischen Außentemperaturen Wein aus Plastikbechern zu trinken, entspricht nicht meinem Verständnis von „gemütlichem Trinken“. Und eine Zeitlang „trocken zu sein“ kann auch nicht schaden.

    Die Küche in Zentralamerika ist deutlich variantenreicher als die „Burger Mentalität“ von Nordamerika. Dennoch kann die vielgelobte mexikanische Küche bei mir keine Begeisterung hervorrufen. Wir hatten aber teilweise sehr gutes (eher europäisches) Gourmet Essen in sehr guten Restaurants. Und das zu vertretbaren Preisen.

    WIFI und Internet Geschwindigkeit war in Zentralamerika generell besser als in Nordamerika auf den camp grounds. Speziell in Hostels, wo viele junge Leute absteigen war das meistens optimal.

    Wer solche Reisen macht, muß sich von einer deutschen Frühstücks Kultur verabschieden. Viele Hotels in Nord- und manchmal auch in Zentralamerika bieten nicht einmal Frühstück an

    Der Sonnenuntergang hat sich von Nord nach Süd deutlich verschoben. Wenn das Licht Anfang August in Alaska erst spät am Abend verschwunden war, hatten wir Anfang November in Costa Rica bereits Dunkelheit kurz nach 17 Uhr. In der Dominikanischen Republik war der Sonnenuntergang am 30.11. dann wieder gegen 18 Uhr.

    Wetter:
    Leider hat uns im Denali Nationalpark in Alaska das Glück mit dem Wetter verlassen. Wir hatten nur Regen und haben das Gebirgsmassiv schlicht nicht sehen können. Sonst wäre dieser Nationalpark sicher auch ein echtes Highlight geworden. Aber glücklicherweise konnte ich den gewaltigen Berg „Mc. Kinsey“ (Denali). beim Landeanflug mit Condor sehen. Wir haben den über 5.000 Meter Berg in etwa Gipfelhöhe einmal komplett umrundet. Das Entschädigt etwas für das, was Condor mit mir beim Check-in in Frankfurt gemacht hat. Die Nächte im Zelt waren von Alaska bis nach Yellowstone oft sehr frisch“. Tagsüber war ok, aber für mich noch kein „kurze Hosen“ Wetter.
    Weiter südlich in den Trockengebieten der USA wurde es deutlich wärmer. In Phoenix, Arizona, sogar extrem heiß. Ab México wurde es konstant wärmer, aber es hat dann auch deutlich öfter geregnet. Aber auch in Zentralamerika wurde es in Höhenlagen, wie Monteverde in Costa Rica, frischer und meistens auch nasser werden. In der Dominikanischen Republik hatten wir optimales „ Badehosenwetter“.

    Kurioses:
    Wir haben die Nachricht erhalten das Yvonne (eine drahtige 74 jährige aus Australien den falschen Flug von New York nach Antigua Island in der Karibik genommen hat. So was kann passieren, wenn man einem Reisebüro den Auftrag erteilt einen Flug nach Antigua zu buchen. Diese Deppen können nicht unterscheiden zwischen Antigua in Guatemala und der Insel Antigua in der Karibik. Zum Glück hat sie die Mehrkosten erstattet bekommen und hat es mit Humor ertragen.

    Ausrüstung:
    - Der Regenschirm ist sinnvoll.
    - Wasserdichte Wanderschuhe oder Gore-Tec Laufschuhe sind zwingend erforderlich.
    -wirklich wasserdichte Wanderausrüstung mit Kapuze
    - Handschuhe (zum Arbeiten und für kalte Nächte)
    - Unverzichtbar: Offline Karten von Maps.me
    - NEU: Kleiner Rucksack mit integriertem 2 Liter Trinkbehälter und Mundstück / „Shape-Shift 2L Hydration Reservoir“
    - Ein Muß: Nackenstütze
    - Reserve Stirnlampe

    Verloren auf der ganzen Reise:
    - Ein Zahnputzset (Alaska)
    - Ein Outdoor T-Shirt (Belize)
    - Einen Schirm (Kanada?)
    - Stirnlampe (Nicaragua)
    - Sonnenbrille von Heidi (Nicaragua)

    WhatsApp group chat during the trip:
    Immer wenn WIFI verfügbar war hat die Gruppe intensiv wichtige und weniger wichtige Informationen ausgetauscht. So wurden meist auch Bilder ausgetauscht. Das ist ein enormer Fortschritt gegenüber früheren Reisen. Ich kommuniziere auch via Facebook mit vielen aktuellen oder früheren Mitreisenden.

    Gesundheit
    „cook it, peel it, or leave it”. Dieser uralte Begriff der Kolonial Engländer ist uns seit langem bewusst. Immer wenn wenn man in Regionen außerhalb der westlichen Kulturwelt kommt, wird es gefährlich mit verseuchtem Leitungswasser. Trotzdem bieten Restaurants in diesen Regionen schmackhaften Salat an, der jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit verunreinigtem Wasser gewaschen wird. Laut Arzt in Costa Rica gibt es in ganz Zentral- und Südamerika nur zwei Länder mit sicherem Leitungswasser: Costa Rica und Chile! Trotzdem halte ich mich nicht immer an diese extrem wichtige Regel. Die Konsequenzen habe ich auf dieser Reise in Nicaragua leidvoll erfahren müssen. Natürlich gibt es noch diverse unklare Infektionsvarianten in diesen Regionen.

    Heidi war mit “Dengue fiver” einige Tage in Guatemala kaum Handlungsfähig. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nur starken Husten und eine tropfend Nase. Zu Hause ist das schon unangehm. Aber hier auf Reisen, wo es nahezu permanent weiter geht, kann das schon eine Qual sein. In Antigua mussten wir Heidi dann in einem privaten Hospital behandeln lassen. She is fine now! She fetched „only Dengue fiver and some Salmonella“. But due to the doctor and some pills from Bayer she will be back on the stage very soon.

    Ich habe mir in Nicaragua eine schwere Infektion zugezogen und mußte für einen Tag komplett flach liegen. Mit vielen Pillen und fünf Antibiotika Infusionen war ich dann nach ca. 4 Tagen in Costa Rica wieder der Alte.

    Glücklicherweise ist meine langwierige Hautkrankheit an meinen Fingerkuppen zwischenzeitlich total verschwunden. Auch meine Nackenversteifung ist so gut wie verschwunden.

    Probleme:
    Mein fake flight to Costa Rica:
    - ich werde mein Geld (103 Euro) von Condor zurück fordern. Bin gespannt wie die reagieren werden. 13.09.2019 eMail von Condor: „In unseren Beförderungsbedingungen ist festgelegt, dass jeder Fluggast selbst verantwortlich dafür ist, die Reisevorschriften, wie z. B. Pass-, Visa- und Gesundheitsbestimmungen, einzuhalten.
    Vor jedem Abflug prüfen wir die Reisedokumente unserer Fluggäste. Falls wir Reisende ohne vollständige Unterlagen befördern, haften wir als Fluggesellschaft für mögliche Folgekosten, wie Konventionalstrafen oder Rückflug. Leider konnten Sie kein Flugticket innerhalb der ESTA Zeit aus den USA vorlegen. Entsprechend unseren Richtlinien wurde Ihnen die Beförderung verweigert. Wir vertrauen dahingehend unseren Mitarbeitern am Flughafen vollends. Diese haben Ihnen nicht ohne einen bestimmten Grund die Einreise verweigert. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns strikt an die Einreisebestimmungen der Zielländer halten. Diese erfahren Sie vor Ihrer Abreise beim Auswärtigen Amt sowie u. a. bei der Botschaft Ihres Reiselandes.“ Mit dieser Aussage gebe ich mich aber nicht zufrieden!

    Pleite Thomas Cook:
    Unsere Weiterreise von Panama City ist erst mal unklar. Bis 31.10.2019 sind alle Buchungen abgesagt. Ob wir am Ende finanzielle Einbußen haben werden, ist derzeit komplett offen. Das kann uns im Extremfall 3.800 Euro Verlust bescheren. Am 09.10.2019 wurde bekannt, das unsere Reise abgesagt wurde. Wir müssen um unser Geld bangen und werden wohl nur einen Teil (irgendwann) erstattet bekommen. Wir sind dennoch entschlossen in die Dom Rep zu reisen und das Hotel noch einmal zu bezahlen. Es ist das geringere Übel.

    Etwa die Hälfte der Unterkünfte auf der Panamerica zwischen Phoenix und Panama City waren eine Zumutung. Aber das ist Teil der Overlanding Erfahrung. Letztlich werden solche Reisen über 100 Tage dadurch auch „bezahlbar“.

    Unerfüllte Erwartungen auf der Reise:
    - helicopter flight Grand Canyon (from Las Vegas). Die reine Flugzeit im Canyon war sehr kurz. Preis - Leistung hat nicht gepasst.
    - Tequila tasting Tour in Tequila (das war touristischer bullshit.
    - Wir waren enttäuscht, das sich Julie und Alex auch nachträglich nicht für das gemeinsame großzügige Trinkgeld (500 USD) bedankt haben. Das gleiche muß ich leider auch für Dancun und Jules sagen.
    - The (poluted) Sumidero Canyon in Mexico.
    - Reaktion von Condor wegen der Check-in Problematik in Frankfurt.
    - Absage unserer Thomas Cook Reise in die Dom Rep. Den bezahlen Hotelpreis von 3.800 Euro werden wir wohl als Verlust verbuchen müssen. Mit Glück kriegen wir irgendwann etwas vom Insolvenzverwalter zurück. Schlecht gelaufen!!!!

    Kleine Enttäuschungen gehören zu jeder großen Reise. Die tollen Eindrücke haben aber eindeutig die Reise geprägt. Relativ uninteressanter waren alle Länder südlich der USA. Die Begeisterung über die Wunder der nordamerikanischen Nationalparks wurde von Ernüchterung danach abgelöst. Maya Tempel lösen bei mir nicht so eine Begeisterung aus. Dann doch lieber US Nationalparks und Hamburger Kultur. Ich hätte nie gedacht, daß ich mich so für die Naturwunder von Nordamerika interessieren würde. Umso mehr verwundert es das DRAGOMAN Nordamerika ab 2021 aus dem Programm streichen wird. Offensichtlich ist die Nachfrage nicht groß genug.

    Besonders gefallen hat uns im Hotel in Punta Cana der riesige Ringförmige Pool, der Langstreckenschwimmen möglich gemacht hat. Eine Runde war gefühlt 250 Meter lang. Und der Pool war kaum benutzt. Der Strand war auch sensationell und konnte selbst von mir nicht erlaufen werden. Die abendliche Shows waren meistens auch sehr sehenswert. Das Essen war ok, aber kein Fünfsterne Niveau. Auch das Publikum hatte definitiv kein Fünfsterne Niveau. Dennoch ein guter Abschluss einer teilweise anstrengenden DRAGOMAN Reise, auch wenn Heidi nach zwei Wochen keine Lust mehr auf das Hotel hatte. Ich habe die viele Zeit genutzt, um grundsätzliche Entscheidungen für die Zukunft durchzudenken. Die Zeit „nach Bederkesa“ ist jetzt klar umrissen. Und wir planen ab Dezember 2020 eine allumfassende Weltreise, die mehr als 12 Monate dauern wird. Gesetzte Ziele werden sein: Singapur, Neuseeland, Philippinen, Südkorea, Japan, Hawaii, Alaska, Vancouver Island, West-und Südküste USA. Möglicherweise werden wir auch noch Teile der Südsee integrieren.

    09.12.2019
    Um 19:25 hat die Condor pünktlich in Punta Cana in Richtung Frankfurt abgehoben. Wir sind Holzklasse geflogen und am 09.12. sind wir gegen Mittag in Rinteln bei echtem Dezember Wetter angekommen. 9 Grad und Regen. Toll! Wenn der Flieger nicht eine Stunde früher in Frankfurt gelandet wäre, hätten wir unseren Anschluss Flieger nach Hannover verpasst. Die Flughafenbürokratie und die langen Wege sind echt zeitraubend. Mittlerweile sollte man gute 3 Stunden Umsteigezeit auf solchen Megaflughäfen einkalkulieren.

    Editiert am....
    Text von Wolfgang
    ÖFFENTLICH
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