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  • Day21

    ABC, die Pia ist im Schnee

    August 25, 2019 in New Zealand ⋅ ⛅ 9 °C

    SONNTAG: Das letzte Mal auf Skiern stand ich, als ich in der 8. Klasse war und dementsprechend aufregend war es wieder Ski zu fahren. Wir fangen auf dem Beginnerhügel (der mir schon ganz schön hoch erscheint) an, doch nach 2-3 Durchgängen sind die Jungs der Meinung genug geübt zu haben und nehmen mich mit nach ganz oben. Mit dem Sessellift geht es hoch auf 1860 Meter, die Aussicht ist atemberaubend! Wir nehmen die Strecke „Skyline“ und probieren uns erstmal immer mindestens zu zweit aus. Ich bin überrascht wie gut ich noch mit den Skiern zurechtkomme. Skifahren ist wohl doch wie Radfahren. Nach und nach werde ich mutiger und traue mich auch schneller zu fahren und steilere und für mich damit schwierigere Strecken zu fahren. Mittags treffen wir uns alle für ein aufwärmendes Mittagessen im Apartment und auch Zach, für den minikleine Skier ausgeliehen wurden ist begeistert. Als die Lifte um 16 Uhr schließen sind alle gleichermaßen enttäuscht wie erschöpft. Das Schlittenfahren fällt deshalb heute sehr viel kürzer aus als gestern und zumindest ich lösche das Licht früher als normalerweise und träume von den Bergen.

    MONTAG: Als wir morgens aus dem Fenster schauen sehen wir- nichts. Es schneit heftig und die Wolken hängen in den umliegenden Bergen. Ich probiere mich erneut ein wenig auf dem Beginnerhügel aus, doch da ich schon auf diesem kaum 2 Meter weit schauen kann gehe ich erstmal zurück in die Wohnung, lese etwas, schreibe einen Brief und esse ein zweites Frühstück. Die drei großen Jungs sind heute in der Skischule bzw. Max in der Snowboardschule. Zach ist im Skikindergarten, der aber wie ich das verstanden hat nichts mit Ski fahren, sondern nur mit Kinderbetreuung zu tun hat. Als ich mich wenig später wieder hinauswage haben sich die Wetterbedingungen nicht wirklich geändert aber wozu bin ich im Skigebiet wenn ich nicht Ski fahre? Auch ganz oben auf dem Berg sehe ich nichts als weiß- nun weiß ich auch wie Menschen im Schnee verloren gehen können, aber es ist aufregend die anderen Menschen nur schemenhaft zu sehen und immer mal einer leuchtend orangen Fahne auszuweichen, die den Weg markiert. Als ich mittags zum Aufwärmen wiederkomme, ist auch Zach, der „heimwehbedingt“ abgeholt wurde wieder mit im Apartment. Während die Eltern nochmal Skifahren gehen, passe ich auf den schlafenden kleinen auf und erwische dann kurz vor der Schließung der Lifte noch einen erstaunlich klaren, schneefreien Moment auf dem Berg.

    DIENSTAG: Bei strahlend blauem Himmel und glitzerndem Neuschnee traue ich mich heute mal die Fortgeschrittenenpisten auszuprobieren. So benutze ich auch alle drei Lifte des Skigebietes und erkenne, dass ich bisher nur einen Bruchteil aller Pisten gesehen habe. So macht das ganze gleich nochmal viel mehr Spaß und der Tag vergeht wie im Flug. Abends spielen wir „Codenames“, dass zuhause eins meiner Lieblingsspiele ist. Es ist nicht so schwierig wie ich erwartet hatte, das Ganze auf Englisch zu machen aber ich darf auch Leo-Übersetzter benutzen…

    MITTWOCH: Cardrona scheint bekannter zu sein als ich dachte, jedenfalls sehe ich heute mehrere Nationalteams. Die Thailänder und Russen könnten auch einfach gute Skifahrer mit Jacken beklebt mit einer Flagge und dem Name des jeweiligen Landes sein, aber die Chinesen und Koreaner, gut zu erkennen an ihren sehr hässlichen Skiklamotten mit Flagge und Schrift haben richtig abgesperrte Bereiche in denen sie üben konnten. Die meisten anderen würden hier nie auf die Idee kommen, sich etwas abzusperren. Allein heute rede ich im Lift mit 3 Neuseeländern, einem Schotten der hierhin ausgewandert ist, einem Australier, der seine Familie besucht und einer Chinesin die ihren Urlaub hier verbringt. Abends gehen Natasha und Jonathan mit Freunden essen und hinterher noch auf eine „Stargazingtour“, sodass ich zum ersten Mal die Kinder allein ins Bett bringe. Abgesehen von einem kleinen Aufstand von Zach, als seine Mutter geht klappt alles erstaunlich reibungslos-praktisch, wenn die Kids den ganzen Tag Sport machen und auch müde sind.

    DONNERSTAG: Morgens sausen wir noch ein letztes Mal die Berge hinab, bevor wir uns Mittags wieder auf den Weg nach unten nach Queenstown machen. Für Jonathan beginnt dort dann direkt eine Konferenz und da unser Flug aber erst abends geht verbringen wir anderen den Nachmittag in seinem sehr komfortablen Hotelzimmer. Beziehungsweise die Kinder und Natasha machen das. Ich möchte ausnutzen mal hier in Queenstown zu sein und erkunde die Gegend. Der kristallklare, blaue See an dem die Stadt gelegen ist, umrahmt von schneebedeckten Bergen und grünen Wiesen ist wirklich wunderschön und ich verbringe meinen Nachmittag mit staunen und Fotos schießen. Als wir uns schließlich abends zum Flughafen aufmachen und in der City noch einen der leckersten Burger meines Lebens essen stößt auch Jonathan, der seinen ersten Konferenznachmittag hinter sich gebracht hat wieder zu uns. Mit nach Hause kommt er allerdings noch nicht und so springe ich ein und achte auf die Kiddies während Natasha das Auto wegbringt und uns eincheckt. Der Flughafen selbst ist überraschenderweise dann aber so klein, dass die Dame am Schalter für Übergepäck nachdem ich Zachs Kindersitz dort aufgegeben habe laut verkündet: „Das sind die letzten Gäste für heute. Wir können Feierabend machen.“ Und das um halb 8 Uhr. Bis wir wieder zuhause in Auckland sind ist es aber doch 11 Uhr und wir fallen alle todmüde ins Bett.
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