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  • Day6

    So tickt Guasmo

    July 6, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute haben Jenny und Sarah (die 2 anderen Deutschen, die seit 9 Monaten da sind) mir und Franka (den 2 neuen) ein bisschen mehr vom Viertel (Guasmo) gezeigt. Solang man sich noch nicht auskennt, ist es nicht empfohlen, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Gefahr, sich zu verlaufen, ist viel zu groß, und man sollte echt keine Unsicherheit ausstrahlen, wenn man allein unterwegs ist.
    Der Sexismus hat in Ecuador auf offener Straße noch keinen Auszug gefunden. Vorbeifahrende Autos hupen einen an (und zwar nicht mal ein oder zwei, sondern jedes zweite), Männer winken einen her, pfeifen über die ganze Straße oder rufen einem Zeug nach, manchmal so lang, bis man außer Sichtweite ist. Beeindrucken kann man damit natürlich keinen, aber es ist einfach supernervig. Es ist nur bemerkenswert, wie wehement es trotz Ignoranz weiter praktiziert wird. Aber wenden wir uns mal dem Schönen zu!
    Es ist von Vorteil Ortskundige dabei zu haben, um Insiderwissen zu erlangen. Wo gibt's nen halben Liter frisch gepresster O-Saft für 50 Cent, gute Bäcker, wer verkauft die besten Papayas...
    Manchmal sind Läden auch überhaupt nicht gekennzeichnet, man muss einfach wissen, was verkauft wird. Dort geht man dann ans Fenster und schreit "A veeer!" (Sowas wie "lass uns sehen"), dann kommt jemand, man sagt was man will und bekommt es rausgereicht, es ist so genial. So auch bei unserer Nachbarin von gegenüber.
    Jetzt *didelding* ein kurzer Flashback zu meinem kulinarischen Orangen-Erlebnis, wir erinnern uns. Habe ja schon überlegt, dass das mit anderem Obst sicher auch gut geht. Ich hab das Jenny am nächsten Tag ganz begeistert erzählt, und sie fragte nur "kennst du die Schokobananen noch nicht?", und weihte mich dann in das größte Geheimnis Guasmos ein. Ok, es ist gar kein Geheimnis, aber es fühlt sich so an, weil man es nirgendwo lesen oder suchen kann, man muss es halt einfach wissen. Direkt gegenüber verkauft eine alte Frau gefrorene Bananen in Schokoglasur mit Erdnüssen. Es ist der Hammer, das pure Glück für einen viertel Dollar. Auch gut sind die Früchte, die man auf meinem 2. Bild sehen kann. Ich hab leider nicht verstanden, wie sie heißen (Genadin oder so?), aber sie sind quasi wie große, gelbe Maracujas, supersauer und superlecker. Über das Essen hier mache ich aber nochmal einen eigenen Post, das sprengt sonst den Rahmen.

    In meiner freien Zeit lerne ich Spanisch, so viel es geht. Anna und Marcos sind sehr geduldig mit mir, erklären mir jedes Wort und wiederholen jeden Satz 3 mal, nur um ihn mir dann doch auf Englisch zu sagen, weil ich es nicht kapiert hab. Auf Schritt und Tritt habe ich mein Notizheft dabei und schreibe Vokabeln auf, die ich übersetzen will oder kann kurz meine häufigst benutzten nachschlagen und lernen. Es ist echt mühsam, die Ecuadorianer in dieser Gegend (Costa) sind auch nicht gerade für ihre deutliche Aussprache bekannt. Die Leute in meiner App hab ich viel besser verstanden 😒.

    Allgemein mache ich sehr wenig Fotos. Zum einen macht es mir nicht so viel Spaß, zum anderen kommt man sich auch komisch vor, das Handy auszupacken und zu fotografieren. Das sind ja keine Tourischauplätze sondern Wohngebiete, daher wäre das auch einfach etwas unangebracht.
    Ich hoffe, ich kann euch mit meinen Geschichten genauso abholen und meine 1000 Worte können auch so viel sagen, wie ein Bild es könnte.
    Ach ja, eine Sache musste ich heute doch schnell fotografieren, als es vorbeigeschossen kam. Ich glaub ihr seht trotz Unschärfe, was ich meine, Stichwort Türen 😂.
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