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  • Day37

    Guten Tag, meine Damen und Herren

    November 6, 2019 in Switzerland ⋅ ⛅ 10 °C

    Ich war mal wieder der erste morgens beim Frühstück. Und während ich da so saß und auch heute den Kopf über das schlechte Frühstück in französischen Hotels schüttelte, kam ein älterer Herr, ein anderer Gast, in den Raum.
    Mit Betreten des Raumes sah er mich und begrüßte mich mit einem freundlichen Lächeln: „Bonjour, monsieur“ (Guten Tag, mein Herr).
    Ich dachte so: „Gute alte Schule: Wer den Raum betritt, grüßt zuerst. Und der Zusatz „mein Herr“ ist besonders höflich.
    Nur wenige Minuten später betritt eine etwa 40 Jahre junge Dame den Raum und grüßt: „Bonjour, Messieurs“ (Guten Morgen, meine Herren“.
    Jetzt war ich sensibilisiert: Wie geht‘s weiter?
    2 x wiederholte sich das noch mit weiteren Damen.
    Dann kam ein Typ „Mischung aus Rocker und Hippie“, komplett tätowiert, ärmelloses T-Shirt, gefärbte lange, aber gepflegte, blonde Haare, der sich eindeutig auf dem Rückweg von „Woodstock“ verfahren hatte. Er sah sich um und grüßte: „Bonjour mesdames et messieurs “ (Guten Tag, meine Damen und Herren)

    Ich war begeistert: Wann hatte ich das das letzte Mal erlebt? Das muss Jahrzehnte her sein. Schade, dass gutes Benehmen bei uns aus der Mode gekommen ist.

    Mit diesen Gedanken steige ich, dick angezogen, bei zunächst strömenden Regen auf die Maschine und richte das Vorderrad in Richtung „Genf“.
    Der Plan für heute: Im Rhône-Tal bleiben und nicht höher als 500 m fahren.
    Musikalisch ist heute „Classic Rock“ dran, und zwar jeweils die lange Version. Ich fange an mit „Hold the line“ von Toto, drehe den Sound hoch und werfe einen Blick in den Himmel. Im Takt der Musik trete ich den ersten Gang rein.....Kupplung kommen lassen... hat das Hinterrad „Grip“? Weiter beschleunigen.... und laut mitsingen. Yeah!

    Nach 1 Stunde hört es auf zu regnen und ich sehe Sonne.
    Es wird eine traumhafte Fahrt über Nebenstraßen, durch die hügelige Landschaft des Alpenvorlandes. Immer mit Blick auf die tiefe Schneegrenze, die bei 600 m liegt und auf die tollen Wolkengebilde, die die teils schroffen Berggipfel umschmeicheln.

    Genf erreiche ich am Nachmittag. Hier übernachte ich und werde mal versuchen, bei den „Vereinten Nationen“ vorzusprechen.

    Auf dem Weg dahin kann ich einen kurzen Blick auf den „Mont Blanc“ erhaschen und belohne mich anschließend mit einem Stück leckerste (und teuerste) Schokolade von „Läderach“ 😉

    Erkenntnis des Tages:

    Ich werde bei mir selbst verstärkt darauf achten, die „guten, alten Umgangsformen“ jederzeit zu praktizieren. Es kommt gut an und macht einfach gute Stimmung bei allen.
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