Jana Björnsen

Joined April 2019
  • Day1

    Tag 1: Oviedo - Grado

    50 minutes ago in Spain ⋅ ⛅ 18 °C

    Endlich zurück auf dem Jakobsweg! Es fühlt sich an wie ein nach Hause kommen. Nach dem Via de la Plata war ich physisch und psychisch ziemlich am Ende, aber jetzt fühle ich mich wieder fit für ein paar Kilometer. Dieses Mal laufe ich zusammen mit meinem Mammeli!

    Die letzten Wochen in Bilbao waren ebenfalls der Hammer. Erneut durfte ich wahnsinnig tolle Leute kennenlernen und neue Freundschaften knüpfen. Der Abschied von den Leuten und Bilbao fiel erneut wieder schwer, aber das gehört wohl zum Reisen dazu und spricht doch eigentlich für die tollen Menschen.

    Heute Morgen klingelte der Wecker um 7 Uhr früh und ich habe es kaum aus dem Bett geschafft. Nach einem Frühstück in der Nähe der Kathedrale von Oviedo liefen wir los, etwa eine Stunde lang durch die Stadt, bevor wir aufs Land kamen. Die Landschaft zeigte sich in einem saftigen grün und die hohe Luftfeuchtigkeit legte einen feinen Nebel darüber, der sich immer mal wieder in einen leichten Nieselregen verwandelte. Der Regen war aber zum Glück nie so stark, dass wir die Regenjacken benötigt hätten. Alles zusammen erzeugte eine mystische Stimmung und so manches Mal fühlte man sich mehr im Regenwald als in Spanien. Echt schön!

    Während unserer Wanderung haben wir schon viele andere Pilger getroffen und einige schon mehrmals überholt, was natürlich hilft, sich die Gesichter einzuprägen. Obwohl wir natürlich wussten, dass wir in der Hauptsaison unterwegs sind, hätten wir beide nicht damit gerechnet so viele Pilger schon zu treffen. Insgesamt müssen das ca. 15-20 Stück gewesen sein. Und das sind erst die, die wir sahen! Ich wurde ein bisschen nervös, was die Bettenverfügbarkeit anging, aber anscheinend unbegründet. Nach 26km kamen wir um 15:30 Uhr in Gardo an und kriegten sogar ein Doppelzimmer in einer privaten Herberge und waren unter den ersten Ankömmlingen.
    Jetzt wird ein bisschen entspannt und dann gehen wir noch das Städtchen anschauen.
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  • Day35

    Wehmut

    June 12 in Spain ⋅ ⛅ 10 °C

    So langsam gilt es ernst. Noch 50 km bleiben übrig für die nächsten zwei Tage. Dann sind wir in Santiago und das drei monatige Abenteuer nimmt sein Ende. Unglaublich wie schnell die Zeit verging. Unglaublich wie viel ich in dieser Zeit erlebt habe und wie viele Leute ich kennengelernt habe. So langsam kommt die Wehmut, dass das alles bald vorüber ist. Einerseits freue ich mich, um ein paar Tage lang im Bett rumzulümmeln und meine Beine hochzulegen, andererseits bin ich auch traurig und wünsche mir, dass dieses Abenteuer noch weitergehen würde.

    Heute haben wir 35 km zurückgelegt, die sich extrem gezogen haben. Obwohl die Strecke heute eigentlich ganz schön und angenehm war, kamen wir erst nach 18 Uhr in der Herberge an.
    Ich war den ganzen Tag mit Aisha, Cameron und Christoph unterwegs, musste mich aber von Zeit zu Zeit wieder einmal ein bisschen abkapseln und ein bisschen Zeit für mich haben. Irgendwann am Nachmittag setzten wir uns für eine kurze Pause auf den Randstein vor ein Haus, als der Bewohner rauskam und mit uns zu reden begann. Er fragte uns sogar, ob wir mit ihm essen wollen. Wir verneinten, da wir kurz davor mal wieder ein grosses Bocadillo verdrückt haben. Er ging dann ins Haus und kam mit drei Flaschen Schnaps zurück und wir durften von allen probieren. Diese Spanier überraschen einen einfach immer wieder. So schön!
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  • Day34

    Die letzten 100

    June 11 in Spain ⋅ ⛅ 12 °C

    Nach unserem wunderbaren Pausentag in Ourense hiess es heute leider wieder weiterlaufen. Kurz vor Abmarsch wollten die Amis noch Geld abheben, als Aishas Karte eingezogen wurde. Sie und Cameron blieben also noch in der Bank und versuchten ihre Karte wiederzukriegen, während Christoph und ich uns bereits auf den Weg machten. Da wir die letzten 100 km auf vier Tage aufteilen, konnten wir den heutigen Tag mit 22 km ruhig angehen und frühstückten erst einmal ausgiebig. Um 10 Uhr liefen wir dann los, teilten uns aber bald auf.

    Kurz nach Ourense ging es bald sehr steil den Berg rauf. Etwa 300 Höhenmeter innerhalb von 2 Kilometern. Steil aber kurz und deshalb auch bald überstanden. Im nächsten Dorf gab es eine kleine Pilgerstube, wo ein älterer Herr Getränke und was zu Essen auf Spendenbasis anbot. Der Typ war super nett und lustig, der Kuchen, den er mir gab war aber gefühlt aus dem letzten Jahrhundert.

    Die Strecke heute war sehr schön, verlief grösstenteils durch den Wald und ging relativ schnell vorüber. Am frühen Nachmittag kamen wir an und gingen Mittagessen in Cea. Die Amis waren auch wieder dabei, Aisha hat ihre Karte zum Glück zurückgekriegt. Den restlichen Nachmittag haben wir noch ein Mittagsschläfchen gemacht, bevor wir bereits wieder Nachtessen gingen.
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  • Day33

    Ourense

    June 10 in Spain ⋅ ⛅ 17 °C

    Gestern sind wir nach einem kurzen und gemütlichen Tag in Ourense angekommen, wo wir heute einen Pausentag eingelegt haben. Die Stadt ist bekannt für die Thermalpools im Fluss, die wir heute besucht haben.

    Heute Morgen hatten wir ein phänomenales Frühstück im Hotel, das ausnahmsweise mal aus mehr als nur Tostadas bestand. Danach gingen wir in dieses Thermalbad, wo wir dann auch die nächsten 3 Stunden blieben und und entspannten. Ich würde mal behaupten, das haben wir uns verdient. Danach fuhren wir wieder zurück in die Stadt und assen was zu Mittag. Später gingen wir für ein Mittagsschläfchen zurück ins Hotel.

    Am Abend trafen wir uns mit Louis, der jetzt endlich wieder aufgeholt hat. Wir haben alle zusammen einen wunderschönen Abend gehabt, viel gelacht und uns die Geschichten der letzten Tage erzählt. Er bleibt jetzt aber auch noch einen Tag in Ourense, weshalb wir uns dann verabschieden mussten.

    Nun sind es nur noch 110 km bis nach Santiago. Eigentlich haben wir geplant, diese in 3 Tagen zurückzulegen. Da aber ein Festival in Santiago stattfindet und momentan das günstigste Zimmer über 400.- kostet, haben wir uns entschieden, die Strecke auf 4 Tage aufzuteilen und in Santiago wohl oder übel auf der Strasse zu übernachten.
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  • Day31

    Muskelkater

    June 8 in Spain ⋅ ☁️ 15 °C

    Man glaubt kaum, dass das noch möglich ist nach 3 Monaten wandern, aber er ist tatsächlich wieder da: der Muskelkater. Die Höhenmeter der letzten Tage machen sich bemerkbar.

    Auch heute Morgen musste wieder eine beachtliche Höhendifferenz bewältigt werden. Ich bin echt ins Schwitzen gekommen. Nach 10 km den Berg rauf gab es im nächsten Dorf erst mal eine ausgiebige Pause. Dort traf ich auch wieder auf die anderen drei. Nach weiteren 10 km gab es eine zweite ausgiebige Mittagspause und danach blieben noch 13 km übrig, die sich irgendwann ziemlich in die Länge zu ziehen begannen. Heute begann auch mein Fuss nach langem wieder zu schmerzen. Wieder die Sehnen. Heute haben wir uns ein Appartment für 4 Personen gemietet, das echt schön und günstig ist.

    Für morgen stehen noch 20 km auf dem Plan, dann gibt es einen Pausentag in Ourense. Anscheinend soll es da natürliche Thermen im Fluss geben, wo man gratis baden gehen kann. Ausserdem leisten wir uns da ein 4 Sterne Hotel, da es so aussieht, als ob wir in Santiago auf der Strasse schlafen müssen.
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  • Day30

    Traumtag

    June 7 in Spain ⋅ ⛅ 11 °C

    Der Titel verratet es bereits: heute war ein absoluter Traumtag. Da die Bar erst um 8 Uhr öffnete, gönnten wir uns heute ein bisschen mehr Schlaf am Morgen in unseren Einzelzimmern und liefen erst kurz vor 9 Uhr los.
    Die Strecke war ein Traum. Die Strasse verlief über Hügel, entlang von Hügelkämmen, über Strassen und Feldwege. Sonne hatten wir nicht viel und auch die Temperaturen waren ziemlich kühl, aber das trug nur noch mehr zu dieser mystischen, schönen Stimmung bei.

    Zum Mittagessen hatten wir ein ganzes Menü und haben uns ordentlich Zeit gelassen. Am Nachmittag liefen wir gemütlich weiter und kamen an vielen Kirschbäumen vorbei. Natürlich wurde an jedem Baum kurz angehalten und gepflückt, um die nächsten 100 Meter zu überstehen. Erst um 18 Uhr kamen wir dann endlich in Laza an. So spät war ich auf der Via de la Plata noch nie unterwegs, aber mit dem kühlen Wetter ist das plötzlich gut machbar.

    Am Abend gingen wir noch was kleines essen. In der Bar habe ich den älteren Spanier Fernando getroffen, den ich mittlerweile seit Tag 2 kenne. Als ich ihm erzählt habe, dass ich im Juli zwei Wochen in Bilbao verbringen werde, hat er mich eingeladen, am Wochenende zu ihm nach Victoria zu kommen und dann bei seiner Tochter zu übernachten. Darauf werde ich bestimmt zurückkommen.
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  • Day29

    Unwetter

    June 6 in Spain ⋅ ⛅ 11 °C

    Endlich in Galicien! Von einem Dorf ins nächste ändert sich schlagartig alles. Plötzlich hat man Berge. Grüne Berge. Wolfsspuren. Und eine ganz andere Sprache. Man fühlt sich wie in Schottland. Heute war ich den ganzen Tag mit Aisha und Cameron unterwegs. Am Morgen hatten wir einen ordentlichen Anstieg zu bewältigen. Nach 12 km, die heute aufgrund der Höhenmeter deutlich mehr Zeit in Anspruch nahmen, fanden wir eine Bar und haben uns ein Bocadillo bestellt. Gekriegt haben wir das grösste Bocadillo der letzten zwei Monate. Das wog geschätzt etwa ein halbes Kilo. War aber super lecker und ich habe alles runterschnabuliert.

    Nach dem Essen ging es weniger steil weiter, aber immer noch Hügel rauf und runter. Es war kalt und der Himmel bedeckt mit dunklen Wolken. Wir wussten, dass es heute um 15 Uhr regnen sollte (der erste Regen auf dem Camino) und in der Bar sahen wir im Fernsehen, dass sogar eine Unwetterwarnun rausging. Wir haben unsere 25 km also genau so geplant, dass wir vor dem Regen ankommen sollten.

    Als wir dann um 15:15 Uhr in A Gudiña ankamen, betraten wir etwa 5 Minuten vor dem Regen das Hotel. Heute gönnte ich mir wieder mal ein Einzelzimmer. Es war unglaublich gemütlich, in eine heisse Badewanne zu steigen, während es draussen quer regnete.

    Am Abend trafen wir uns noch mit Christoph zum Abendessen in der Bar in gleichen Gebäude und so konnten wir nach dem Essen einfach nur noch ins Bett stolpern. Soooo schön!
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  • Day28

    Todesangst

    June 5 in Spain ⋅ ⛅ 10 °C

    Diese Nacht hatten wir ein Viererzimmer in Puebla de Sanabria und so machten wir uns heute Morgen alle gemeinsam auf und blieben auch den ganzen Tag zusammen. Das Wetter war ziemlich kühl und die Temperatur stieg nicht über 15 Grad. Heute stand mit 1350 m der höchste Punkt der Via de la Plata auf dem Plan und damit verbunden ein 400 Meter Aufstieg. Diesen nahmen wir nach einem frühen Mittagessen in Anspruch. Fast die gesamte Strecke verlief der Strasse entlang. Da wir aber auf dem Asphalt schneller viel Strecke hinter uns bringen konnten, war das ausnahmsweise mal gar nicht so schlimm. Ausserdem hatten wir zu viert ein riesen Fest und haben allen Lastwagen zugewunken, damit sie lachten und hupten. Das war echt lustig.

    Plötzlich hörten wir ein sehr lautes, seltsam klingendes Geräusch und wir sahen ein Betonmischwagen um die Kurve preschen. Die linke Hinterseite des Lastwagens kratzte am Boden entlang, sodass die Funken nur so flogen und ich meine, sogar Feuer gesehen zu haben. Der Fahrer hatte den Wagen nicht mehr wirklich unter Kontrolle. Wir quetschten uns alle blitzschnell an das Strassengeländer. Das Herz setzte für eine Sekunde aus. Wir sahen den Lastwagen an uns vorbeiblitzen. In eben dieser Sekunde wurde uns bewusst, dass bei dem die Bremsen nicht mehr funktionierten. Und ein kurzes Gefühl der Erleichterung, dass der Wagen uns nicht erwischt hat, wurde sogleich durch pure Übelkeit ersetzt, wussten wir doch nicht, was hinter den nächsten Kurven mit dem Lastwagenfahrer und all den entgegenkommenden Autos passieren mag. Wir liefen weiter, ungläubig was wir da gerade gesehen haben. Mir wurde richtig schlecht. Wir haben den folgenden Lastwagenfahrern Zeichen gemacht, dass sie bremsen sollen und konnten weiter oben einem der anhielt erzählen, was passiert ist. Irgendwann erholten wir uns von dem Schock. Wir liefen und liefen immer weiter den Berg hinauf und überall fanden wir wieder vereinzelte Pneustücke. Wir kamen über eine Brücke, die geschätzte 100 m hoch war. Ich hatte schon Mühe diese zu Fuss zu überqueren und der Fahrer musste da ohne Bremsen rüber. Auf dem Pass oben hatte es eine Bar, wo wir was trinken gingen. Wir haben nachgefragt, ob jemand etwas wisse und anscheinend waren alle Arbeitskollegen von diesem Fahrer in einem Hinterraum versammelt. Aisha ging mit ihnen reden und hat herausgefunden, dass der Lastwagenfahrer den Wagen kurz vor dem Dorf, wo wir herkamen in eine Böschung gefahren hat. Der Lastwagen steht auf dem Kopf, Totalschaden, aber der Fahrer hat überlebt und liegt jetzt im Spital. Gottseidank!!! Man weiss nicht, ob zuerst die Bremsen oder der Pneu ausgestiegen sind, aber anscheinend ist das knapp nach dem Pass passiert. Das bedeutet, dass der 10 km lang den Berg runtergerast ist! Durch ein Tunnel, über die Brücke, vorbei an nichtsahnenden Pilgern und Autofahrern. Dass da nicht mehr passiert ist, grenzt an ein Wunder. Da müssen einige Schutzengel im Spiel gewesen sein!

    Jetzt da wir wussten, dass es noch glimpflich ausgegangen ist, konnten wir uns auch ein bisschen beruhigter an den Abstieg machen. Um 15:30 Uhr kamen wir in der Herberge an und schnappten uns die letzten (!!!) 4 der 16 Betten in der Herberge. 3 Pilger folgten noch nach uns, die jetzt auf dem Boden schlafen müssen. Cameron erbarmte sich und gab einer älteren Dame sein Bett. Ich hoffe diese Bettknappheit zieht sich jetzt nicht bis Santiago weiter.
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  • Day27

    Klimawandel

    June 4 in Spain ⋅ ⛅ 16 °C

    Obwohl ich diese Nacht eigentlich gut geschlafen habe, hatte ich heute Morgen echt Mühe, in die Gänge zu kommen. Wir liefen heute alle zusammen los. Normalerweise bin ich die, die nach vorne abzieht, heute aber fiel ich immer weiter zurück. Es wollte einfach nicht. Ich war so langsam wie noch nie. Irgendwann habe ich angefangen, einen Podcast von Joe Ragan zu hören, der mir von den Amis empfohlen wurde. Da wurde ein Buchautor interviewt, der über den Klimawandel schrieb und wie es unserer Gesellschaft ergehen könnte je nachdem wie stark sich das Klima erwärmt. 2,5 Stunden Unterhaltung für die ich zu diesem Zeitpunkt sehr dankbar war.

    Ein paar Sachen, die er erzählt hat, gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Zum Beispiel, dass alle Szenarios, die die Allgemeinheit kennt, auf unserem 2 Grad Ziel basieren. Dass wir momentan aber auf 4 Grad Kurs sind und die Folgen noch viel verheerender sein werden, wenn sich nichts ändert. Dass die Allgemeinheit nur wenig darüber weiss, weil man keine Panik verbreiten will. Dass mittlerweile eine Technologie besteht, das CO2 aus der Luft zu filtern. Dass aber das Geld fehlt, das gründlich und grossflächig durchzuführen. Dass das Geld aber locker beschafft werden könnte, würde man die Subventionen in die Fossilindustrie streichen.
    Bis 2050 wird es in Indien so heiss, dass gewisse Teile des Landes nicht mehr bewohnbar sein werden. Man mag sich kaum vorstellen wieviele Leute dann fliehen werden. Andere Orte werden unbewohnbar durch Fluten, Waldbrände, Hurricanes. Hunderte Millionen von Menschen werde flüchten. Und wir machen uns heute ernsthaft Sorgen wegen ein paar Kriegsflüchtlingen?!
    Brasilien droht damit den Grossteil des Amazonasregenwaldes abzuholzen. Andere Länder werden dabei hoffentlich nicht tatenlos zusehen. Ein Eingriff führt möglicherweise aber zu Krieg. Und so weiter und so fort. Das Thema ist so gross und komplex, dass es gar nicht vollständig fassbar ist.

    Irgendwas läuft doch mit uns Menschen einfach richtig falsch. Solange wir die Konsequenzen von unserem Verhalten nicht direkt sehen können, wird einfach alles verdrängt. Jeder hat das Gefühl, die Politiker werden dann schon irgendwas unternehmen, das wird schon irgendwie klappen, das wird alles gar nicht so schlimm werden. Innerhalb von einer Generation wurde so viel Schaden angerichtet und innerhalb von einer Generation muss das wieder geradegebogen werden, um noch die Kurve kratzen zu können. Unfassbar. Das hat mich den ganzen restlichen Tag beschäftigt.

    Um die Mittagszeit kam ich in eine Bar, wo die anderen schon auf mich warteten. Anscheinend lief es heute bei allen nicht so gut. Immerhin ist die Landschaft mittlerweile richtig schön geworden. Alles ist grün und hügelig. Die Temperaturen befanden sich ca um die 20 Grad. Krass wie es vom einen auf den nächsten Tag mehr als 10 Grad sinken kann.
    Am Nachmittag sind wir dann alle zusammen weitergegangen. Aisha hat ihre Musikbox angemacht und Partymusik laufen lassen, was echt motivierend war. Es hielt sogar ein Auto an und ein Herr schenkte jedem von uns eine Hampfel voll mit Bonbons. So nett!

    Heute Abend sind wir in Puebla de Sanabria angekommen. Ein sehr hübsches, kleines Städtchen. Wir haben uns anschlissend ein Abendessen im Edelschuppen gegönnt, was aber dann noch günstiger war wie in einem günstigen schweizer Restaurant.
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  • Day26

    Lebensgeschichten

    June 3 in Spain ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach einer wunderbaren Nacht in der wunderschönen Unterkunft und dem wundertollen Frühstück liefen wir heute Morgen um 8 Uhr alle zusammen los (Christoph, Cameron und Aisha). Normalerweise teilt man sich jeweils relativ bald auf und läuft für sich, heute blieben wir aber irgendwie den ganzen Tag zusammen. Christoph und Cameron liefen voraus und ich mit Aisha hinterher.

    Aisha und ich vertieften uns bald völlig in unser Gespräch, das den ganzen restlichen Tag dauerte. Sie erzählte mir ihre gesamte Lebensgeschichte. Spannend wurde es, als sie zu dem Teil kam, als sie 50'000 Dollar Schulden von ihrem Studium hatte und auf einer Farm Cannabis pflücken ging, da das anscheinend gutes Geld gibt. Dort hat sie Cameron kennengelernt, dem diese Farm gehörte. Der machte das bereits seit 10 Jahren. 6 Jahre haben sie das dann zusammen weitergeführt und den Stoff in ganz Amerika verkauft. Letztes Jahr hat Amerika dann aber so viele Regulierungen erlassen, dass es sich für die beiden nicht mehr gelohnt hat und das Risiko irgendwann zu gross wurde. Jetzt sind sie auf der Suche nach einem neuen Job, einer neuen Lebensaufgabe. Echt spannend, was die alles erlebt haben. Und auch wenn ich keine Vergangenheit mit Cannabis Anbau habe, stehen wir doch irgendwie an einem ähnlichen Punkt im Leben. Das eine Kapitel im Leben ist abgeschlossen, ein anderes wird folgen, aber wir alle haben noch keine Ahnung, was wir wollen und wo es uns hinführen wird. Wenn man einen ganzen Tag lang Zeit hat, über ein Thema zu sprechen, zu diskutieren, zu philosophieren, kommen echt sehr spannende und unerwartete Ergebnisse raus. Das alles hier aufzuschreiben, würde dem Gespräch gar nie gerecht werden.

    In der heutigen Ortschaft soll es anscheinend die schlimmste Herberge der ganzen Via de la Plata geben. Also haben wir gestern noch versucht eine Pension zu buchen. Diese hatte allerdings nur noch 3 freie Plätze und wir sind 4 Personen. Ich habe mich freiwillig gemeldet, in die Herberge zu gehen, ich bin da ziemlich resistent und abgehärtet. Schlussendlich stellte sich die Herberge als völlig akzeptabel heraus und ich bin alleine mit einem anderen Fahrradpilger und habe mehr Platz als die anderen in der Pension.
    Heute haben wir nur 26 km gemacht. Den Rest des Nachmittags entspanten wir in einer Bar und genossen ein frühes Abendessen. Danach setzten wir uns mit Bier und einem Eis auf den Boden vor der Herberge und liessen den Abend gemütlich ausklingen.
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