Simone und Luca Free

Joined November 2017Living in: Costa Rica
  • Day802

    Farewell from down under

    February 9 in Australia ⋅ 🌧 27 °C

    In schlappen 35 Stunden ging es für uns von Mexiko über die USA bis nach down under.

    Was uns erwartet war uns bis dahin noch völlig unklar.

    364 Tage später und unsere Zeit in Australien ist vorbei. Wir blicken zurück auf ein verrücktes Jahr hier in Australien. 

    Was uns erwartet hat haben wir nun erfahren.

    Es war geprägt von Menschen die unseren Weg geebnet haben,  von neuen Freundschaften auf die wir stolz sind,  von viel körperlicher Arbeit,  Geld verdienen,  extremen Wetter Bedingungen,    einem Gefühl, dass einem vermittelt, die Zeit sei stehen geblieben,  viele Reitturniere und Pferde im Allgemeinen, viel Freiraum trotz Verpflichtungen, einer fantastischen Landschaft, langen Autofahrten, wildcampen, wilden Tieren (wir hatten sie alle zu Besuch), Waldbränden als auch strömender Regen und einem drastischen Kontrast zu Südamerika.

    Als wir in Sydney ankamen war Simones erster Eindruck, sie möchte am liebsten direkt zurück nach Südamerika. Doch das Sydney nicht Australien repräsentiert haben wir dann ziemlich schnell festgestellt, spätestens im Outback war es wie in einer ganz anderen Welt.

    Es war ein seltsames Gefühl in Australien quasi von Null anfangen zu müssen und gewissen Verpflichtungen wieder nach zu gehen.

    Doch man fängt nicht an schwimmen zu lernen, ohne sich dabei nass zu machen.

    Auch hier ticken die Uhren anders. Schliesslich sind wir hier in down under. Um ein Bsp zu geben, wer nur schriftliche Bewerbungen formuliert hat quasi keine Chance hier etwas zu finden geschweige denn eine Rückmeldung zu bekommen. 

    Nur wer Vorort ist, hat tatsächliche Chancen auf einen Job. 

    Aber wir fassten schnell Fuss. So bekamen wir ziemlich schnell unsere ersten Jobs und Löhne und dann ging es step-by-step weiter und wir hatten die Möglichkeit Australien weiter zu erforschen.

    Da uns Sydney nicht sonderlich zugesagt hatte haben wir uns gedacht, 'hey, warum nicht mit einer Wildfremden quer durchs Outback fahren'? Es konnte unmöglich schlechter als unser erster Eindruck werden. 

    Mit Elise im Outback fingen wir dann an Down Under näher kennenzulernen. Elise war nicht nur unsere Fahrerin sondern gleichzeitig noch ein kleines Australien-Lexikon von dem wir viel lernen konnten.

    Bei dem Roadtrip mit unserer Freundin Elise machten wir uns auf dem Weg von Newcastle durchs Outback über NSW, Victoria und South Australia bis nach Port Alegre. 

    Die ursprünglich Idee war eigentlich komplett bis an die westliche Küste zu fahren, aber die Winde haben sich gedreht und es lässt sich leichter mit als gegen den Wind Segeln.

     

    Das Outback war eine ganz besondere Erfahrung, die wir nicht missen wollen.

    Auch wenn einem manchmal der Arsch auf Grundeis geht,  zb. ob man wirklich genug Benzin bis zur nächsten Tankstelle hat oder dass man bloß keinen Schaden mit dem Auto bekommt oder irgendwelche berühmten australischen Tiere einem einen Besuch abstatten. Oder die Stories von Ivan Malak einem widerfahren... der Backpackerkiller aus den 90ern...

    Aber die Leute auf der Durchreise, diese unendlichen Landschaften und der klare Sternenhimmel waren es wert. Es gab uns einen kleinen Eindruck wie die Aborignials sich dort fühlen müssen. 

    Von Port Alegre aus ging es dann mit einem Bus nach Adelaide. Für uns die lieblings Metropole in Australien.

    Luca ergatterte ohne großes zutun hier seinen zweiten Job bei dem Event Tasting Australien. Das war der Türöffner für einen angenehmen Aufenthalt in Adelaide.  Auch in Adelaide lernten wir wieder wundervolle Menschen kennen, die uns viel geholfen haben und uns in ihr Zuhause einluden. An diese Leute möchten wir unheimlich liebe Grüße und ein dickes Dankeschön ausrichten. Ihr habt uns unsere Zeit in Australien umso schöner gemacht.

    Denn das sind die kleinen Dinge an die wir uns solange noch erinnern werden. 

    Unser nächster und essenzieller Job verschlug uns nach Queensland an die sunshine coast. Dort lebten und arbeiteten wir 4 Monate für eine etwas andere Familie. 4 Kinder, 8 Pferde, 2 Hunde, 5 Businesses, viel Stress,   einige Fahrzeuge,  ein riesen Grundstück, viel Alkhol und ein gefaktes high society Leben.  Also eine sehr anstrengende Zeit für uns!  Wir haben genügend Stories und Erlebnisse die für ein ganzes Buch und eine Sitcom reichen würden. Wir fangen es gar nicht erst an hier aufzulisten, denn wir würden uns diese Geschichten wahrscheinlich selbst nicht glauben, wenn sie uns nicht widerfahren wären. 

    Retrospektiv würden wir es als sehr charakterbildend für uns formulieren.  Doch wir sind auch froh, dass dies nur temporär war.

    Besonders schön war die Gegend in der wir lebten und die Möglichkeiten die sich für uns dort boten. 

    Von riesen Kuhweiden, zu Bergen und Urwald, bis hin zum Meer und kleinen Küstenstädtchen hatten wir alles in Reichweite. 

    Auch die ganzen Reiter und Rodeoevents an den Wochenenden waren immer wieder eine besondere Show die einem dort geboten wird. (hier steht die Zeit still!)

    Ein weiteres Highlight war der Ostküstenroadtrip. Von Brisbane bis nach Cape Tribulation. Vorbei an genialen Creeks, Camping im Nationalpark, dem great barrier reef, vielen einsamen und schönen Stränden,  bis hin zu tropischen Urwald. Unsere Einschätzung ist je weiter man in Richtung Norden fährt desto schöner wirds. 

    Durch die Familie bei der wir arbeiteten, lernten wir unseren netten Hufschmied kennen, der uns von Anfang an seine Hilfe anbot, wenn es irgendwann Probleme geben sollte.

    Wie der Zufall es wollte sind wir dann auch auf seine Hilfe später zurückgekommen.

    So ergab sich daraus auch eine neue Freundschaft und wir lebten tatsächlich 4 Monate mit ihm und seiner kleinen Familie auf einer überschaubaren Farm. 

    Naja und fast ein ganzes Jahr später geht auch unsere Zeit hier vorbei.

    Was absolut genial für uns war, und wofür wir dem Schicksal sehr dankbar sind, war dass wir fast das komplette Jahr durchgehend Unterkünfte und Autos bereitsgestellt bekamen und dies unseren Aufenthalt hier um ein tausendfaches vereinfacht hat. 

    Ja auch das ist noch möglich, dank der super Leute die wir hier kennenlernen durften. 

    Nach dieser so kurzen Zusammenfassung sieht es nach nicht viel aus, doch unser Erinnerungen an Australien sind unheimlich voll.

    Doch Australien ist so groß, man kann in einem Jahr gar nicht alles richtig mitnehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man wieder kommt ist deshalb auf jeden Fall gegeben.
    Lass immer einen Grund um wiederzukommen^^

    Nun ist die Zeit reif um aufzubrechen und die Segl neu zu hissen und das Reisen wieder anzutreten. Denn wir waren viel zu lange an einem Ort.

    Wir sind nun bereit, die Rucksäcke sind gepackt, sitzen am Flughafen und warten darauf, dass es losgeht und unser neues Abenteuer losgehen kann. Asien (Bangkok) wir kommen.

    Bild:
    - tauchen beim whitsunday beach
    - Magnetic Island
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day413

    Weiter durch Zentralamerika

    January 16, 2019 in Guatemala ⋅ ⛅ 15 °C

    Mit dem Flugzeug ging es von Costa Rica, mit Zwischenstopp in El Salvador, nach Guatemala.
    Am Airport angekommen sind wir einen langen Gang bis zur Gepäckausgabe gelaufen, welcher voll mit schönen Bildern der tollen Sehenswürdigkeiten und den indigenen Kulturen ausgeschmückt war und uns einen Vorgeschmack auf Guatemala gab. Es war ein schönes Gefühl, zu wissen da gibt es einiges zu erforschen. Auch die Menschen am Flughafen haben sofort einen super freundlichen und ehrlichen Eindruck gemacht, ganz anders als die Atmosphäre die man sonst von Flughäfen gewohnt ist.
    Die erste Nacht in Guatemala haben wir in der Hauptstadt verbracht.
    Wir denken die Hauptstadt repräsentiert nicht das was wir sonst in Guatemala erlebt haben. Es ist doch eher etwas ungemütlich.
    Dafür war der Rest von Guatemala wunderschön.
    Am zweiten Tag ging es sofort ins berühmte Antigua. Da die Chickenbusses (amerikanische schulbusse) nicht wirklich sicher sind und für Touristen absolut zu meiden sind, haben wir uns ein Uber genommen.
    Unser Fahrer entpuppte sich als sehr geselliger Guide der uns vieles über Guatemala unterwegs berichtete.
    Antigua selbst ist ein kleiner romantischer Ort, der trotz des Tourismus dort nur wenig an Charme verliert.
    Überall Kopfsteinpflaster, bunte flache und zum Teil antike Häuser, einen großen Mercado und ein paar Kleinere, einen großes Plaza und jede Menge zu essen. Die Frauen in Guatemala erinnern uns wieder total an die Frauen aus Bolivien, sowohl ihre Körperform und Größe als auch ihre traditionelle Kleidung die sie auch im Alltag ständig tragen. Es sind bunte, gestickte Kleider die ihnen total gut stehen. Das gibt dem ganzen Ort noch etwas Flair.
    Und rund um Antigua sind gewaltige Vulkane die zum Teil noch Lava aktiv sind. Leider haben wir es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf den Vulkan geschafft, aber das hat unseren Aufenthalt nicht weniger schön gemacht.
    Am Abend sind alle auf traditionellen Umzügen durch die Stadt gelaufen und haben Silvesterrakete geschossen und Musik bis spät in die Nacht gespielt. Da steppt der Bär vor Weihnachten Hahah

    Nach Antigua sollte es nach Lago die Atitlan gehen. Wie der Name schon sagt ist es ein großer See der ebenfalls von Vulkanen umkreist ist. Es macht ein richtig schönes Panorama mit dieser Kulisse.
    Kein Wunder, dass sich so viele vermögender Leute ihre Häuser direkt ans Wasser gebaut haben. Aber es ist nicht verbaut, sieht immer noch sehr gut aus.

    Wir haben in dem Dorf San Juan gewohnt, welches als ruhigerer und entspannter als San Pedro gilt. Im Nachbardorf San Pedro ist schon wesentlich mehr los und hier trifft sich wer jung und hip ist.
    Unser Dorf war eher schlicht, klein und fein und gab wahrscheinlich einen sehr authentischen Einblick in das Leben der Menschen dort. Der Tourismus dort hielt sich stark in Grenzen.

    Da wir wegen den Feiertagen und dem Verkehr etwas festsaßen in San Juan und länger blieben als geplant, haben wir uns gedacht machen wir mal einen für uns ungewöhnlichen Ausflug.
    Diesmal wollten wir die Kaffeeplantagen per Pferd ausfindig machen. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn zwischendurch nicht immer diese riesen Haufen von Müll von den Leuten überall hingeworfen werden würde. Nein es war dennoch schön, aber es ist kein duldenswerter Zustand mehr wie die Menschen dort leider oft mit ihrer Umgebung umgehen.
    Nach dem Reiten tat uns natürlich auch der Arsch weh, aber das war's wert.

    Zu Weihnachten gab's eine große Tafel in unserem Eco Hostel, bei der alle Gäste dabei waren. Es gab an Heiligabend ein schönes vegetarisches 3 Gänge Menü und die Gelegenheit neue Leute kennenzulernen. Es war ein geselliger und lustiger Abend.
    Im Anschluss haben wir noch Tombola gespielt und ein Lagerfeuer mit Musik gemacht. Natürlich haben wir auch zwei Preise abgeräumt. :)
    Es war kein traditionelles Weihnachten, aber trotzdem schön.

    Nach Lago Atitlan ging es nach Rio Dulce, auf die andere Seite von Guatemala.
    Dieser Ort gehörte in Guatemala definitiv zu unseren Lieblingsorten. Es war ein langer Fluss der ins Meer endete . Links und rechts an den Seiten des Flusses von sich nur beim groben und Dschungel und hin und wieder mal eine Holzhütte ans Ufer gezimmert.
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  • Day375

    Farmleben Costa Rica

    December 9, 2018 in Costa Rica ⋅ 🌧 23 °C

    Bild 1: Mama Milchkuh :)
    Bild 2: Amado bei der Arbeit
    Bild 3: Weisenkind Faultier Fred
    Bild 4: cocina de leña
    Bild 5: luca bringt den Herd zum laufen ;)
    Bild 6: ma muas au mal Löcher flicken :D

  • Day375

    Farmleben

    December 9, 2018 in Costa Rica ⋅ 🌧 22 °C

    Bild 1: Mimi die Köchin (jeden Mittwoch is Pizzatag)
    Bild 2: erklärt sich von selbst :D
    Bild 3: "
    Bild 4: Donnerstag is Brottag und Gebäck *-*
    Bild 5: Küchenbereich bei der Familie
    Bild 6: Kaffee am Morgen vorm warmen Kamin *-*

  • Day373

    Farmleben in Costa Rica

    December 7, 2018 in Costa Rica ⋅ ⛅ 23 °C

    Hola zusammen und seid gegrüßt. ;)
    Nach so langer Zeit ist es auch mal wieder fällig ein neues Update von uns zu geben.

    Zu aller erst, ja es geht uns gut und wir sind gesund und munter!
    Der letze Bericht war noch aus Kolumbien. Wir hatten gehofft noch einen Gasteintrag zu bekommen, der unsere weiteren Erfahrungen aus Kolumbien widergespiegelt, aber das überspringen wir jetzt, sonst wird es zu viel.

    Von Kolumbien aus ging es für uns weiter über Panama bis nach Costa Rica, wo wir seit Anfang Oktober auch immer noch sind.
    Panama entpuppte sich für uns als nur ein kurzer Besuch. Wir haben uns die Hauptstadt Panama city angeschaut, waren am Surferstrand von Santa Catalina und sind dann noch bis nach Boquete gefahren. Alles sind ganz nette Orte, aber auch nichts besonderes aus unserer Sicht. Also haben wir nirgends mehr Zeit verbracht als es unbedingt notwendig wäre.
    Panama hatte für uns keinen besonderen Reisecharakter und hat uns auch nicht vom Hocker gehauen. Das bedeutete wir mussten uns neue Ziele stecken.
    Von Panama aus haben wir unseren vorerst letzten Workaway Job, in Costa Rica dieses Mal, gefunden.
    Eine besondere Erfahrung wie wir später merkten. Dies veranlasste auch unsere frühere Abreise aus Panama.

    Nächster Stopp Calle Leiva bei Turrialba.
    Hier erwartet uns eine 7 köpfige Familie, die ursprünglich aus den Staaten kommt, doch die Kinder sind hier geboren und kennen außer ihren Dschungel auch nicht viel mehr.
    Um die Familie stellvertretend kurz vorzustellen, da wären Juan (John) als Familienoberhaupt, Lara die Hauschefin, Marelin die Musikerin, Iyshin die oft Missverstandene, die Zwillinge Elias und Amado die den Laden hauptsächlich schmeißen und das Nestküken Lu, der öfter unter der Dominanz seiner Brüder etwas leidet.
    Die Familie lebt seit 17 Jahren hier im Dschungel und betreibt immer mehr ihrere eigene kleine Farm. Nein sie sind nicht komplett autark, aber viel mehr als die Meisten.
    So müssen sie auch noch Sachen wie gewisse Lebensmittel oder Kleidung von außen beziehen, das bedeutet auch sie müssen ihre Rechnungen bezahlen.
    Mittlerweile gibt es auch schon Strom, den sie bis vor 2 Jahren noch nicht hatten ^^
    doch das Häuschen in dem wir leben, wir haben nämlich unser eigenes kleines Häuschen, das ist immer noch ohne Strom. Dafür gibt es schöne Kerzenlicht Abende oder mal ein Lagerfeuer.
    Es kommt auch nur kaltes Wasser aus der Leitung, aber man gewöhnt sich dran...
    Internet gibt es hier auch keins, dafür müssen wir immer einen kleinen Spaziergang machen, um uns von einem WiFi Router etwas zu schnorren. Tut aber auch mal gut ohne den ganzen Tag vernetzt zu sein.
    Also wie ihr ahnt, wir leben recht spartanisch, dennoch fehlt es uns im Grunde an nichts.

    Die Umgebung ist wunderschön, sehr saftiges grün überall, total spannende Vögel oder Echsen zu sehen und etwas Abseits der Zivilisation.
    Wir haben einen großen Vulkan vor der Haustür und sind sonst von 3 Flüssen umgeben.
    Übrigens gab es in einer Nacht sogar ein Erdbeben wegen dem Vulkan, welches sich anfühlte als würde jemand am Bett draußen es schütteln, während man drin liegt.
    Aber keine Sorge nix ist passiert. Es war nach wenigen Sekunden auch wieder vorbei. Dennoch interessantes Gefühl, wenn der Boden unter deinen Füßen sich nicht mehr wie gewohnt oder erwartet verhält.
    Das Hauptgrundstück befindet sich etwas in einer Art Tal und ist von Weiden und Wälder drum rum umrundet, die ebenfalls der Familie gehören,dies wird aber mehr als Nutzfläche für die Tiere genutzt. In dem kleinen Tal befindet sich ein Fluss, der das Haus der Familie und unseres trennt.
    Unser Häuschen ist sehr schlicht gehalten. Es stehen drei Betten, ein paar Holzregale, ein Tisch und ein Badezimmer zur Verfügung. Vor unserem Haus haben wir eine Art kleine überdachte Terasse mit roten Ledersitzen, ein paar Säcken Zement, einer ausrangierten Waschmaschine und Feuerholz. Hier bereiten wir auch unser Essen am Wochenende über offener Flamme vor. Ein Steinwurf links von uns ist der Hühnerstall. Die Hähne stellen auf jeden Fall sicher, dass wir morgens nicht verschlafen, wenn sie uns mit ihren lieblichen krähen noch vor Sonnenaufgang wecken.
    Ansonsten schauen wir rundum nur in dicht gewachsenes Grün.

    Mit der Familie lebt nämlich eine Hand voll Kühe, einige Hühner und 7 Hunde. Also hier ist immer was los wie man sich vorstellen kann.
    Die Hunde sind Fluch und Segen zu gleich. Sie sind Top Alarmanlagen und beschützen einen hier immer, jedoch sind sie manchmal nachts von einem Opossom, anderen Hunden oder etwas anderem in Jagdstimmung und bellen wie Verrückte nachts. So bringen Sie regelmäßig irgendwas angeschleppt.
    Neulich hatten wir ein Opossum, davor ein Faultier und einen Tukan, alles wegen den Hunden hier. Nur der Tukan hat nicht überlebt, den Rest konnten wir vor schlimmeren Konsequenzen bewahren.
    Und als wir den Bullen und die Hühner schlachteten, haben sich die Hunde und die Geier über die Reste gestritten.
    Diese Geier sind echt riesig hier, lockere 1,5 m Flügelspannweite.
    Aber generell sind wir vom ersten Tag gewarnt worden, es gibt hier unter dem Holz und in den Gestrüppen sowohl Schlangen als auch Skorpione. Aus eigener Sicherheit Köpfen wir beides, wenn wir es vorfinden.
    Neulich ist Amado von einem Vespennest attackiert worden und weggerannt. Es haben ihn dennoch zwei Vespen am Kopf getroffen.
    Daraufhin hat er etwas gemacht, dass in Deutschland wohl illegal wäre. Er nahm einen Stock, wickelte ein Stück Jeans an die Spitze, schüttete Benzin drüber und brannte das Nest aus. - in kurzer Kleidung auch noch.
    Das hätten wir uns nie gewagt. Aber so läuft das hier scheinbar.

    Fremde finden den Weg in der Regel hier allerdings nicht her. Es ist zu abgeschottet.
    Das ist auch ein Grund warum die Kinder im Grunde keine Freunde haben. Sie sind zu abgeschottet von der außen Welt.
    Sie gehen auch nicht zur Schule. Das heißt nicht, dass die Kinder dumm sind, sie wissen sicherlich einiges vor allem was das Leben hier und was die Tiere und Pflanze betrifft, aber an sozialen Kontakten haben sie nur sich selbst.

    Die Familie arbeitet von Sonntag bis Freitag. Und bei der Arbeit die hier zu verrichten ist, müssen die Kindern eben auch mit anpacken.
    Hier wird eigenes Brot und eigener Käse, als auch Süßgebäck und Pizza selbst hergestellt, die sie auch auf dem Wochenmarkt verkaufen. Die Beete sind voll mit Salat und anderem Gemüse, die Kühe und Hühner müssen umsorgt werden, der Kompost muss gemacht werden, Feuerholz muss gefällt und verarbeitet werden, Konstruktionen wie Teichanbau ect stehen an und viele weiterer Projekte. Aber natürlich wird sich auch um das Haus und vor allem ums Essen den ganzen Tag rund um die Uhr gekümmert.
    Übrigends um auf dem Markt ihre Waren zu verkaufen, mieten sie sich einen Transfer einmal die Woche, denn ein eigenes Auto besitzt die Familie natürlich nicht.
    Also es ist immer genug für alle da, aber eben auch nicht mehr...

    Die Tage sehen so aus, dass wir morgens um kurz vor 6 einen Kaffe trinken und um 6 geht's dann los mit der Arbeit. Die Eltern verteilen die Aufgaben die für den Tag anstehen und schreiben diese auf ein Board an die Wand. Um 8 gibt es dann ein kurzes Frühstück bevor es wieder an die Arbeit geht und um 12 gibt es Mittagessen und dann ist für uns Feierabend. Den restlichen Tag haben wir Zeit zur freien Gestaltung. So verbringen wir die Nachmittage auch einfach mal mit den Kindern hier. Dazu gleich mehr.
    In der Regel arbeiten die Frauen im Haus und die Männer draußen.
    Die Arbeit draußen ist wirklich körperlich anstrengende Arbeit und sicherlich auch mit Vorsicht zu verrichten. So kann man sich einiges zuziehen, wenn man nicht aufpasst. Ein Blick auf die Hände sagt alles...
    Aber sie ist schöpferisch und man weiß abends was man geleistet hat.
    Außerdem ist man den ganzen Tag an der frischen Luft und betätigt sich körperlich, das hält fit. Für die Frauen, da das Haus halb offen gebaut wurde, ist man auch drinnen an der frischen Luft.

    Beispiele für Tätigkeiten die wir hier machen, sind Beete umgraben, einen Damm bauen für die neue manuelle Wasserpumpe, Pflanzen neu Pflanzen, den Kompost vorbereiten, sich um den Hühnerstall kümmern, einen Teich ausgraben, Unkraut beseitigen, Bäume fällen, Essen vorbereiten, Wäsche machen, das Haus sauber halten, die Kuh melken bzw auf andere Weiden bringen, Leitungen reparieren und vieles mehr. Es ist eben ein Landleben auf dem niemals alles erledigt ist, denn der Zyklus beginnt immer von neuem.
    Man darf auch keine Angst davor haben sich dreckig zu machen oder in Kontakt mit Tieren zu haben, denn das passiert hier ständig.

    Manchmal werden auch außerordentlich Aktivitäten festgelegt.
    So haben wir letzte Woche, wie oben erwähnt, einen wunderschönen Jungbullen geschlachtet und gestern zum Beispiel mehrere Dutzend Hühner bereit für den Froster gemacht.
    Beides waren sehr blutige, aber auch sehr bewegende Momente.
    Gehört eben zum Leben auf einer Farm dazu.
    Auf jeden Fall gibt es jetzt für eine ganze Weile wieder genügend Fleisch für die Familie.

    An den Wochenenden sollen wir unser Essen bei uns an der Hütte machen. Das heißt in der cocina de Leña, also in der Küche mit Feuerholz^^
    Da dauert ein Essen machen inklusive Feuerholz holen und vorbereiten, das Holz anbekommen und das Kochen schon mal seine Zeit. Dafür schmeckt das Essen dann besser ^^

    Jetzt noch mal zu den Nachmittagen mit den Kindern.
    Marelin und Iyshin zum Beispiel spielen beide Instrumente und nehmen sogar Gitarren- bzw Geigenunterricht.
    Marelin ist außerdem eine kleine Küchen/Kochfee. Es macht Spaß ihr bei der Arbeit zu zuschauen.
    Amado stellt Ketten her, die er am Wochenende auf dem Markt verkauft und Elias geht gerne Angeln, die gefangene Beute landet dann meistens auf dem Esstisch.
    So waren wir mit den Jungs zum Beispiel auch im Fluss schwimmen oder sind mit ihnen angeln gegangen.
    Ihnen fallen jede Menge Aktivitäten hier draußen ein. So auch verschiedene Spiele die wir nicht immer durchschauen. ^^

    Die Jungs haben ihr eigenes kleines Business und sind zu 100% für die Hühner verantwortlich mit allem was dazugehört. Und wenn sie mal welche verkaufen sollten oder gescheit handeln/ tauschen, dann ist der Gewinn für sie. Wir denken das machen die bereits ganz anständig.
    So ergab es sich auch mal, dass wir zusammen mit Ihnen in Turrialba neue Küken gekauft haben, so waren 44 für die Jungs uns eins für Simone. Mirabella und später Mirabello, als sich dann rausstellte, dass Simones Huhn ein Hahn ist.
    Luca ist grade dabei den Jungs den rubic cube beizubringen und Simone will sich noch die Kochrezepte der Mama abholen. Denn Sie ist eine sehr gute Köchin und ebenso gute Bäckerin.
    Und heute zum Beispiel schneidet Simone noch die Haare für Isychin und wir müssen neues Feuerholz sammeln gehen, damit wir am WE auch was kochen können.
    Also es ist immer was los hier.

    Generell ist das Leben hier sehr idyllisch und schön, aber es ist nicht unser eigenes und wir haben nun genug Erfahrungen hier gesammelt.
    Wir haben Costa Rica in Summe nicht sehr umfangreich kennengelernt, dafür hier einen tieferen Einblick in das Leben auf dem Land gehabt.
    Es wird also bald Zeit für uns, nach 2,5 Monaten Farm, die Weiterreise anzutreten.

    Die Idee die wir mit dem Boot hatten war wirklich schön und dass es mit unserem Kapitän Mirko sogar funktioniert hätte erfreut uns besonders, denn das heißt es wäre jeder Zeit wieder möglich sowas zu machen. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit zu einem späteren Zeitpunkt nochmal, wer weiß.
    Wir hätten sicherlich gelernt wie man segelt und wären einen Traumstrand nach dem Nächsten angefahren, aber es passt nun doch nicht zu unserer weiteren Vorstellung der Reise. Reise heißt ja nicht Urlaub.
    Also haben wir schweren Herzens Mirko abgesagt und nun die weitere Reise über den Pazifik geplant. Die aktuelle Idee geht von Costa Rica aus nach Guatemala von dort über Beliz bis nach Mexiko bevor es über den Pazifik nach Australien gehen soll.
    Dort haben wir vor uns eine befristete Arbeitsstelle zu suchen und was danach kommt wird sich bis dahin zeigen.
    Das bedeutet wir müssen uns jetzt auch um Visas, Versicherungen, Jobs und weiteres kümmern....
    Das nur zu unserer aktuellen Vorstellung. ^^

    Leider haben wir es geschafft einige, wenn nicht die meisten Bilder unserer Reise zu löschen, aber vielleicht kann man dies zu einem späteren Zeitpunkt wiedertückgängig machen...
    Also jetzt nur die Bilder die wir noch haben.

    Wir hoffen ihr macht euch alle einen schönen gemütlichen Winter, habt eine schöne Adventszeit, besonders auf den Weihnachtsmärkten und lasst das Jahr noch Mal für euch review passieren.
    Für uns jedenfalls war's wohl eins der spannendsten Jahre die wir erfahren durften und wollen keinen Tag davon verpasst haben.

    Übrigens bereiten sich die Menschen hier auch auf Weihnachten vor. Wobei der christliche Anteil uns wesentlich geringer erscheint, als in den südamerikanischen Ländern.
    Dennoch, so sehen wir überall Lichterketten, Tannenbäume, aufblasbare Schneemänner und Fensterdekorationen bei den Leuten aufgehängt.
    Nur, dass es hier mind.25 Grad hat und alles von Palmen umgeben ist.
    Also so ein richtiges Weihnachtsgefühl kommt dabei nicht hoch. Hahaha

    Unser Weihnachten wird vermutlich in Guatemala sein. Und von dort aus werden wir an euch denken.

    Liebe Grüße aus Costa Rica
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  • Day306

    Kolumbien Bilder 4

    October 1, 2018 in Colombia ⋅ 🌧 32 °C
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