Simone und Luca

Joined November 2017Living in: Uruguay
  • Day38
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  • Day38

    Für alle die gut reingerutscht und nicht ausgerutscht sind, ein frohes Neues! Auf dass jeder nicht nur irgendwelche Vorsätze in sein Sektglas gemurmelt hat und am Ende des Jahres feststellt es doch nicht getan zu haben, sondern tatsächlich machen wird.
    Hierzu kann ich nur das Video von Julia Engelmann, One day, bei YouTube sehr empfehlen!
    Wir wünschen euch allen, dass ihr Freude in Aktion erlebt, Liebe teilt und immer optimistisch bleibt. Und um neue Wege entstehen zu lassen müssen wir sie auch gehen, also traut euch und nehmt uns zur Not als Vorreiter. Shalom.

    Wir haben übrigens Silvester im Regen tanzend mit Asado, live Musik und netten Leuten verbracht. Das Feuerwerk ist hier eher ein Witz, dafür sind am nächsten Tag die Straßen sauber 😅

    [....] Angekommen in Punta del Diablo, war es gar nicht so leicht mit den Unterkünften. Wir haben zwar ein cooles Hostel, Dank der Argentinier die uns fuhren, gefunden, Wahnsin wie viel Zeit sie in uns investierten, ohne Gegenleistung, Jedoch hatte das Hostel nur für 2 Tage noch Platz.
    Was man wissen muss, da hier nun Neujahr ist und die Saison in Südamerika richtig beginnt, haben viele zur Zeit Urlaub. Folglich sind fast alle Unterkünfte ausgebucht oder zu teuer. Macht das Spontanreisen zum echten Abenteuer. So weiß man manchmal nachts noch nicht wo man schlafen soll. Wir haben die Challenge aber ohne weitere Recherchen angenommen und ließen uns von den Ereignissen leiten und vertrauten auf Fortuna, die hier immer einspringt, wenn man ihr Vertrauen schenkt ^^
    Es sah nämlich so aus als müssten wir Silvester und ein paar weitere Tage im Freien schlafen.
    Doch das tolle an Hostels ist, wenn man sich mit den Leuten unterhält , erfährt man Sachen die in keinem Reiseführer stehen.
    So wurde uns eine private Unterkunft empfohlen, in der wir dann auch blieben. Dazu gleich mehr.

    Punta del Diablo (Teufelsspitze) hat seinen Namen, wegen der Küstenformation die einem Dreizack ähnelt. Es ist ein Dorf, welches nur 2 Monate im Jahr existiert, da es außerhalb vom Sommer zu kalt ist.
    Claro,...dass es dann jetzt überfüllt ist.
    Sehr viele junge Leute, hauptsächlich Argentinier, coole Hostels, wunderschöne Cabañas, viele Bars und Strände und der schönste Strand Uruguays nur ein paar Minuten fußläufig von uns, den man mit tollen Dünenspaziergängen erreichen kann, gibt es hier.
    Es ist wirklich Wahnsinn, so gut wie jeder Zweite hat eine Gitarre dabei und kann singen bzw hat eine Liedchen auf den Lippen. Also gibt es regelmäßig und überall irgendwelche kleinen Ständchen, was sehr zu unserem Benefit ist, denn wir genießen die improvisierten Einlagen der Leute hier sehr. Da schwingt man gleich mit im Rhythms.

    Die Vorbereitungen auf Silvester fangen an. Alle sind am rumwuseln, besonders unser Host Federico. Ein sehr sympathischer Kerl, der in der Nebensaison Grafikdesigner und Künstler ist. Wir durften seine Kunstwerke sehen und waren schwer beeindruckt. Jedenfalls wie der Zufall so wollte, da ich ihn anquatschte, sind wir für seine Silvestereinkäufe mit nach Chui gefahren. Eine Stadt bzw eine Straße die Brasilien und Uruguay trennt und man brauch keine Passkontrolle. Es ist nur eine Stadt zum steuerfreien Einkaufen und Geldabheben. Steuerfrei für alle außer Uruguayer. Die Schlangen an der Bank ist ewig lang, da es der einzige Geldautomat weit und breit ist, der auch Geld hat. Also ca. In 100 km Umkreis.
    Wir sind primär zum Geldwechseln gekommen, sonst sähe es schlecht aus in unserer Urlaubskasse.
    Jedoch funktioniert der Automat nur für Visa. Somit hatte Simone leider kein Glück mit ihrer MasterCard.
    Sollte man auch im Hinterkopf haben, wenn man kommen mag. Viel Bargeld, besonders Dollar und Visa brauch man hier. MC ist eher ungeeignet. Was würdet ihr tun, wenn's Geld ausgeht und keine Bank was auszahlen kann?? Ich denke da bleibt einem nix anderes übrig als zu vertrauen., dass von irgendwo ein Lichtleim kommt. Western Union ist keine Option.

    Chui ist keine wirkliche Stadt, eher eine Shoppingmeile. Es geht dort vor Silvester wild zu. Jedenfalls war es eine interessante Erfahrung mit Locals durch die Stadt zu ziehen, die einem immer wieder Sachen beibringen, die man nicht erwartet hätte.
    Zum Beispiel gibt es hier eine Tankstelle, bei der der Tankwart einem während des Tankens Espressi serviert. Wär doch in Deutschland ne Überlegung wert.
    Ich muss übrigens etwas ergänzen zu den Supermärkten aus dem letzten Bericht. Die Leute kaufen in der Regel auch wenig ein, da viele Selbstversorger sind und nur das Nötigste brauchen oder frische Ware bevorzugen. Dazu kommt, dass es in Uruguay keine Lebensmittelindustrie gibt, was die meisten Produkte leider auch teuer macht.
    Dennoch ich lerne mich ganz neu in Geduld oder in Betrachtung der Dinge kennen. Denn ein Supermarktschwätzchen an der Kasse, kann schon mal ne Viertelstunde in Anspruch nehmen. Das kann man nur akzeptieren, oder soll man sich lieber ärgern ?
    Wir machen's nun lieber gerne mit als uns zu ärgern.

    Hauptsache wir waren wieder liquide und konnten weiter machen. Also zurück nach Punta del Diablo, wo ich uns nun die Unterkunft bei Miguel und seiner Frau klar gemacht habe.
    Es war eine etwas besondere Bleibe. Miguel ist 82 und seine Frau auch in etwa 80. Doch die Frau ist leider schwer krank. Bi Polarität und Alzheimer setzen ein.
    Beide waren sehr nett, doch die Frau war etwas abwesend.
    Miguel konnte hervorragend Englisch und war sein Leben lang Symphonyorchesterspieler und reiste viel. Ein liebevoller und gebildeter Mann.
    Seine Frau war Brasilianerin. Bzw sie hatte deutsche Eltern, Juden, die im Krieg flohen und sich in Brasilien anpassen mussten. Sprache, Religion, Geld.. Denn ihre Familie war eigentlich reich. Ihnen gehörten mehrere Museen und Kunstwerke. Jedenfalls schien seine Frau Irene etwas benommen, doch als ich mit ihr deutsch sprach, kam sie etwas aus sich raus. Nach dem was ich Miguel danach erzählte was ich herausfand, war er total erstaunt. Unsere Vermutungen überschnitten sich. Es liegt scheinbar eine schwere Identitätskrise bei der Frau vor, welche die Krankheiten hervorruft. Sicherlich, ich bin kein Arzt, aber es ist unser beider Gefühl gewesen. Denn die Informationen über ihre Familie erhielt ich erst viel später. Sie schien ihre Krankheit in deutsch besser beschreiben zu können als in Spanisch.obwohl sie Jahre lang kein deutsch sprach. Sie durfte irgendwie nie sein wer sie war und war wuch nie gut genug für sich oder andere... Vielleicht gibt es noch Hoffnung für sie. Miguel war über den kurzen Lichtblick bei seiner Frau jedenfalls sehr froh.
    Möchte hier nicht weiter ins Detail gehen.
    Miguel ist ein Mann der über die weltpolitischen und geistigen Themen scheinbar gut aufgeklärt zu sein scheint, obwohl er praktisch hinterm Mond lebt.
    Und er erzählte mir neben privaten Sachen, auch ein paar Sachen über Uruguay die ich gerne teile, da ich es interessant fand.
    Uruguay ist sehr linkspolitisch aufgestellt und es regiert seit 15 Jahren die gleiche Regierung. Der ehemalige Präsident wird für seine Taten noch immer sehr geschätzt, welcher nur ein gewöhnlicher Mann ist, der Käfer fährt und seinen Garten pflegt. Somit auch näher an den Menschen ist. Er tat viel gutes fürs Volk.
    Man sagt in Uruguay sei die Regierung die am wenigsten korrupte Regierung der Welt. Elektrizität und Telefon sind in privater Hand. Das heißt an den Stellen gehorcht die Regierung den Lobbysten. ansonsten tritt sie sehr zum Wohle des Volkes ein. Miguel zahlte nie in eine Rentenkasse oder ähnliches ein, bekommt, aber durch die Steuern ca. $2000 Rente. Hier muss niemand leiden sagt er. Alle haben genug fürs Nötigste. Es steht auch jedem frei in ein privates Krankenhaus zu gehen, selbst wenn er nicht versichert ist.
    Die Steuergelder werden hier für das genutzt, wofür man sie nutzen sollte. Vorbildlich. Doch dafür sind die Steuern mit 22% auf alles auch etwas höher.
    Was ich sehr schön fand, Miguel meinte die Menschen leben hier keinen Kaufrausch. Man kauft sich einmal etwas und pflegt es bis zum Tod. So sind die Autos hier teilweise noch aus den 30er .Pfannen, Möbel ect... Man geht eben liebevoll mit den Sachen um. Und hier wird nur an heute gedacht. Was morgen ist, sehen wir morgen. Auch eine Einstellung die ich persönlich aus anderen Ländern kenne und mir auf Reisen gut gefällt.
    Der Präsident meinte öffentlich scheinbar mal, sein Volk sei arbeitsfaul. Aber das war keine Aufforderung. Eher nur ein Fakt. Die Mehrheit auf dem Land ist arbeitslos und lebt von kleinen Hilfen der Nachbarn. Einer repariert dir das Dach und der andere schneidet dir den Rasen. So ungefähr. Ohne Ausbildung, ohne Stundenlohn.
    Und da es hier keine Frisöre gibt, hat Simone kurzer Hand Miguel und ein paar Andern noch die Haare geschnitten. Kleiner unfreiwilliger Nebenverdienst. ;)
    Jetzt kaufen wir noch eine Ukkulele und dann darf Simone das Geld ankarren. Spaß ^^ Miguel sagte, Simone soll ihn nicht zu schön machen, sonst würde Gott beleidigt sein. Nebenbei, die Leute hier sind so gut wie nicht religiös in Uruguay.
    Ebenso witzig finden wir es, dass selbst wenn Miguel weg ist, irgendwelcher Besuch permanent unangemeldet plötzlich vor der Tür steht und entweder wartet oder sich mit der Haushälterin unterhält und Tee trinkt. Sitzen eure Freunde Zuhause auf der Couch und unterhalten sich unangemeldet mit eurem Nachbarn bei euch im Wohnzimmer, während ihr arbeiten seid ? Einfach cool, überall die offenen Türen und blindes Vertrauen. Finde ich irgendwie in beruhigend in einer solchen Nachbarschaft aufgehoben zu sein und man kann sich auch ne Scheibe von abschneiden.
    Miguel sagte uns zum Beispiel auch, dass das Wasser aus dem Meer mit dem Leitungswasser verdünnt exakt die gleiche Molekarstruktur von Natrium, Calium ect enthält, wie der menschliche Körper und dass dies dann sehr gesund sei. Dann sind wir dem Meer ja gar nicht so verschieden.^^ wer kann die Geschichte zu Ende erzählen ?

    Und wer weiß woher der Name Gringo kommt ?
    Ich wusste es nicht....

    Von der Armee, green go. So haben die Südamerika die Amerika verscheuchen wollen.

    Jedenfalls wurden wir dort sehr liebevoll behandelt und sie waren wirklich traurig als wir gingen.

    Aber Brasilien rief. Eine Tour nach Pelotas die uns fast den ganzen Tag kostete. Nachts um 11 angekommen und wieder keine Unterkunft.... Aber Fortuna war da und wir fanden ein schönes verfügbares Hostel. Ich war so froh, endlich ein Bett zu haben. Am Tag vorher sind wir von einer Hängematte gekracht und es hat mich etwas erwischt. Arme, Hüfte, Kopf und vor allem heiß, kalt Wechsel und Übelkeit kamen dazu. Aber alles wieder gut. In Zukunft teste ich die Dinger besser im Vorfeld.
    In Pelotas gibt's nicht viel zu erzählen, nicht wirklich sehenswerte Stadt.
    Die Gegebenheiten hier in Brasilien wiederum sind erzählenswert.
    So haben wir bis jetzt erfahren, dass es in der 400k. Einwohner Stadt grade mal 5 Polizeiautos existieren. Vor zwei Jahren, gab es deshalb noch eine hohe Kriminalitätsrate, die hat sich aber in zwischen um 40% gebessert hat.
    Zu dem gibt man hier kein Trinkgeld. Der Taxifahrer war total überrascht als ich ihm Welches gab. Auch die Lieferanten bekommen kein Trinkgeld. Wir geben dennoch etwas.
    Eher fragen sie, wie viel Geld man hat bzw wie viel Wechselgeld sie mitnehmen sollen. Man weiß nie wo die Jungs liefern müssen und manchmal werden sie eben ausgeraubt.

    Ebenso fragten wir, ob man das Leitungswasser hier trinken kann. Einige bestätigten dies,Andere sagten wir sollten Wurmtabletten nehmen. Na toll... nagut wir werden Letzteres sicherheitshalber wohl machen und künftig auf Leitungswasser verzichten.

    Da Pelotas nicht sonderlich sehenswert ist und wir gerne mal wieder länger an einem Ort wären, sind wir jetzt ins schöne Maquiné gefahren. Mitten im Dschungel, Wasserfälle und Flüsse in denen man schwimmen kann, saftig grüne Berge um einen herum und sehr ländlich. Ach ja, neuerdings haben wir neue Freunde im Wald. Es gibt auch Wildkatze wie Puma oder Jaguars hier. Aber ich denke wir werden sie nicht besuchen ^^ wir hatten heute schon unsere Begegnung mit einer Vogelspinne und ein paar größeren Echsen. Faultiere, Affen, Orchideen, Seerosen, Mangrooven, Eukalyptus... gibt es hier alles. ist eben das artenreichste Land der Welt.
    So Mitten in der Natur wird der Fluss mit frischesten Bergquellwasser auch zum Waschen oder Trinken von uns genutzt. Aber wenn man zur falschen Zeit geht, können Bremsen auf einen warten. 😣
    Auf dem Weg zum Wasserfall Cascata de Forqueta, muss man mehrere Male die Schuhe ausziehen und durch Bachabschnitte laufen, Schmetterlingangriffen weichen oder über Steine klettern und man kommt sich etwas wie Jumanji oder Moglie vor. Man riecht den Regenwald förmlich. Und das Ergebnis lohnt sich. Fotos sind der Beweis. ;)

    Auf dem langen Weg hierher jedenfalls , kann ich nur sagen, haben die Brasilianer eine 1A Gastfreundschaft unter Beweis gestellt.
    Ich möchte gar nicht alle Ereignisse nennen, aber das Letzte war schon sehr nett.
    Wir sind zu früh aus dem Reisebus ausgestiegen und waren mitten in der Pampa etwas verloren. Also stellten wir uns auf die Straße und hielten den Daumen raus. Uns blieb nicht viel mehr übrig.
    Einige Autos später hielten Ailton und Rosani und ihr übergewichtiger Dackel an. Sie nahmen uns mit in Richtung Barra d. Ouro. Dort hatten sie ihr Wochenendhaus mit riesen Garten, Hühnern, Pool, zwei Wohnzimmer, 4 Schlafzimmer ect... jedenfalls haben wir Essen, eine Dusche und eine Nacht in ihrem Haus bekommen und wurden am nächsten Tag noch zu unserer Unterkunft gebracht.
    Ihr könnt euch vorstellen wie schwer die Unterhaltung auf portugiesisch war ?! 😅 Aber das macht nichts. Googleübersetzer half etwas und die Wärme von ihnen kam auch so an.
    Wie viele nehmen schon Fremde mit und bieten all dies einfach so an ??? Und als wir gegangen sind haben wir noch sämtliche Utensilien zugesteckt bekommen, damit es uns auch nicht schlecht geht auf der Weiterreise. Denn jede neue Unterkunft bringt die gleichen Probleme mit sich. Ständig verlegt man was, vergisst man was oder findet etwas erst 1-2 Unterkünfte später wieder.
    Da gibt es noch Optimierungsbedarf. ^^

    Parallel zu Brasilien habe ich im workaway bereits eine Reitrange in Peru gefunden, zu der wir kommen dürfen. Worauf wir uns schon freuen. Wird aber noch etwas dauern. Mal sehen, es gab noch weitere Angebote über workaway, könnte noch spannend werden. Südamerika hat >2500 Angebote online.
    Da geht was ;) abwarten....

    Also haltet die Ohren steif und bis bald ihr Lümmel und Lümmelinen.

    Kurz an meine Familie gerichtet:
    Ohne Nonna wären die meisten von uns nicht hier. Ich bin ihr dankbar für diesen Fakt.
    Und dankbar für die Liebe die sie uns immer bedingungslos schenkte und für die Menschen die sie hervorbrachte. In meinem Herzen wird sie immer weiterleben.
    Riposa in pace. Ti amo per sempre Nonna
    Ciuri ciuri
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  • Day30

    ....

  • Day29

    So, nun ist wieder etwas Zeit vergangen hier in Uruguay und wir geben wieder ein Lebenszeichen von uns^^

    Uruguay hat wirklich etwas sehr gemütliches, die kleinen bunte Häuser, fast wie in Caminito so bunt bemalt und wie Bungalows gebaut, die weiten Felder, die vielen Tiere, das sehr schwankende aber meist gute Wetter, die vielen Tramper, die langen Strände, das lockere Leben, die ständig hilfsbereiten Menschen, schwer zu glauben, dass das hier alles so normal ist. Die nächste Ortschaft von uns hieß La Pedrera ca.4 km und besteht aus ein paar Häusern/Hostels, ein paar Bars die erst um 8p.m. aufmachen, 3 Supermärkten (warum 3 :D einer würde komplett ausreichen ) und sonst nur noch eine Eisdiele kurz vorm Strand. (Mein Glück :D )
    Es wirkt aber fast wie ausgestorben hier, wahrscheinlich weil die Saison noch nicht richtig losging.
    Bargeld abheben is hier leider nicht möglich. Es lohnt sich scheinbar nicht mal einen Bankautomaten zu platzieren, so leer ist es hier. Aber etwas Strom gibt's schon ^^
    Bargeld abheben geht erst in der nächst größeren Ortschaft, meines Erachtens immer noch ein Dorf, aber ein Süßes. Um dort hinzugelangen, muss man an der Küste entlang fahren, welche einen wirklich schönes Panorama hat.
    Dennoch, langsam wird es aber wirklich schwierig was Bargeld betrifft. In verschiedenen Orten, an verschiedenen Automaten, war es uns nicht möglich auch nur einen Dollar abzuheben. Also jeder der hier herkommen mag, sollte das im Hinterkopf behalten.

    Ansonst, Zeit spielt hier für die Menschen keine Rolle. Es lebt niemand mit einer Uhr. Busfahrpläne gibts es entsprechend auch nicht und sowas wie feste Arbeitszeiten kennt sowieso niemand. Das macht das Leben hier ganz entspannt. Wir genießen es. ^^
    Unsere Aufgaben bei Mariana reichen von Stühle und Tische bemalen, zu Unkraut rupfen, über Wände mit Lehm bauen und den Garten bepflanzen. Lediglich ein paar Stunden am Tag. Die Arbeit wirkt auf uns sehr meditierend und macht sogar Spaß. Mariana hat einige Tips und Tricks auf Lager, die sie uns hin und wieder weitergab. Sie ist so eine typische so it yourself Meisterin. Geht nicht gibt's nicht.
    Wir machen uns die ganze Zeit dabei dreckig , aber das macht hier nichts, kaum ist man sauber, kommt der Hund und man ist wieder dreckig. Also gewöhnen wir uns lieber dran.
    Ich genieße es auch seit Wochen keine Schminke mehr zu tragen.

    Mariana und Roger sind zwei liebenswerte Menschen , doch auch sehr eigen und daran muss man sich erstmal gewöhnen. Mariana ist z.b. eine phänomenale Köchin, es gibt nie das Gleiche und Alles ist außergewöhnlich, obwohl meist vegan oder zumindest vegetarisch. Luca mag es vor allem kein Industrie Food zu bekommen, tut ihm gut. Mariana ist auch eine sehr selbstständige und fleißige Frau, jedoch manchmal wirkt sie etwas kühl oder launisch. Das hat nichts mit uns zu tun. Sie hat zwei Kinder und kaum Geld und muss schauen, wie sie über die Runden kommt. Da gibt es halt nicht nur schöne Tage.Für sie ist es eher daily Business, wohin gegen es für uns eine Erfahrung ist.
    Roger ist häufiger etwas abwesend als Charakter. Aber im Grunde auch sehr lieb. Wir wundern uns nur oft, was er alles nicht weiß, obwohl er hier wohnt.
    Trotzdem mal eine interessante Erfahrung, mal ganz anders zu leben.
    Die Kinder begeistern mich, sie kommen nach Hause, nehmen sich ein Comic, einen Teller Obst und lesen erstmal, denn hier gibt es keinen Fernseher und auch keine Schokolade und die Kinder wirken dennoch so ausgeglichen und glücklich.
    Nur eins wundert mich an den Kindern schon. Hier spielen eher die Erwachsen mit Schlamm z.b, beim Bau einer Wand und die Kinder ekeln sich dabei vor dem Schlamm. Sehr naturverbundene Kinder sind es irgendwie doch nicht, obwohl um sie herum nichts anderes ist.
    Als ich Kind war fand ich Schlamm immer schön ;)) nicht wahr Mama ;)
    Viel mehr jedoch fasziniert es mich jeden Tag wieder, wie wunderschön die Natur um ums herum ist. Ich schlafe ein und höre alle Tiere aus dem Wald und ums herum, ebenso wenn ich morgens aufwache, sind es meist die kleinen Pieptmätze die mich wecken.
    Neulich saßen wir draußen auf unserem Sofa auf der Wiese und schauten in den Wald der uns umgibt und stellten fest, wie wunderschön dieser 4d UHD Dolby surround Fernseher ist. Das ist Entspannung pur. Man stellt plötzlich fest, was die Vögel da den ganzen Tag machen und zwitschern und wer welcher Vogel welchem weichen muss und wer wann was zu sagen hat.es klingt so träumerisch, aber es ist wirklich so, man nimmt es anders wahr. Bis auf die Riesenspinnen die uns ein paar mal von der Arbeit abgehalten haben. Daran muss man sich auch erstmal gewöhnen ^^
    Ansonsten vergisst man die Zeit und entdeckt, dass nie nichts los ist. Spannende Beobachtungen. Wie in Dokus, man muss halt selber kommentieren, dann wird es auch beliebig lustig. Und fördert die Kreativität.
    Und dann noch natürlich Semilla (semicha gesprochen /e.g. samen ) die süße Maus, einen wunderschöne kleine Hundedame hat mein Herz erobert. Sie ist zwar etwas quengelik und aufdringlich, aber sie hat einfach den Hundeblick drauf und da kann ich ihr nicht böse sein :))
    Luca fühlt sich deswegen etwas vernachlässigt, aber im inneren weiß er, daaa nur er die Nummer 1 ist in meinem Herzen ♡ ich liebe dich mein Schatz

    Seit ein paar Tagen haben wir nun auch ein neues Haustier gehabt, unsere Kuh Betty.
    Als wir morgens aufgestanden sind, stand sie etwa 10 Meter vor unserer Tür und frisst den ganzen Rasen weg.
    Wenn man nicht damit rechnet ist es schön etwas überraschend. Aber schön.

    Ab und zu nehmen uns Roger und Mariana mit in die Stadt, bzw. ins Dorf, wo wir unsere Einkäufe machen können.
    Marianas Auto hat zwar 4 Reifen und kommt vom Fleck, aber ob das so ungefährlich is bezweifel ich. Den TÜV gibt's hier nämlich nicht. Und das merkt man hier leider auch. Ihr Auto wackelt und kracht, und vorne als auch hinten hat es einen 8er in der Achse . Bin ich froh, wenn wir immer lebend ankommen :D. Aber vermutlich müssen sie es verkaufen. Es taugt nur nichts mehr.
    Autos scheinen hier jedoch unheimlich teuer zu sein. So bekommt man auch für so eine Schrottkarre immer noch was. In Deutschland legt man wohl eher was drauf, damit es abgeholt wird. Jedenfalls ist es scheinbarer Luxus überhaupt ein Auto zu haben. Wäre das nächste Dorf nicht immer so weit weg, dann ginge es auch gut ohne Auto hier. Mariana dagegen ist drauf angewiesen mit ihren Kindern.

    Mariana hat uns neulich davon erzählt, dass sie ihr altes Auto an ihren Nachbarn verkauft hat.
    Einen Teil hat er bar bezahlt, einen Teil hat er mit Kuhmilch bezahlt. Die Leute handeln hier mit allem möglichen, so fern es sinnvoll für sie ist, wirklich cool.

    Neulich jedoch war es toll ein Auto zu haben.
    Roger und Mariana haben uns spontan zu einer Lagune mitgenommen, pünktlich zum Sonnenuntergang.
    Der Himmel hatte alle Farben und es war wunderschön. Wir waren den beiden sehr dankbar für den spontanen Ausflug.

    Wir haben auch ein paar weitere Ausflüge schon gemacht. Auf dem Weg zum Meer z.b. gibt es das "Valle de La luna" das Tal des Mondes, welches ein tiefer Krater mit einer sehr schöne Vegetation . Sieht etwas aus wie man sich den Mond vorstellt, nur mit ein paar mehr Pflanzen. Luca dachte an Star Wars als wir es betraten. Mariana meinte, dies sei durch Erosionen entstanden und dass es in Afrika genau das Pendant hierzu gibt.... Wir werden es prüfen 😊

    Ebenso ein wunderschönes Ausflugsziel ist Cabo Polonio.
    Es ist eine Pininsula, mit Leuchtturm, Seerobben, zwei Stränden und einigen verteilten kleinen Häuschen. Die meisten sind Hostels oder zu vermieten. Es gibt nur 60 Einwohner und ein paar kleine Geschäfte.
    Es ist sehr windig dort, ansonsten wirklich sehr schön. Man erreicht diese Halbinsel nicht durch öffentliche Verkehrsmittel. Entweder man wandert 7 km in den national Park oder nimmt das Pferde oder ein riesen Reisetruck. Wir haben uns für letzteres entschieden. Mega wacklig, aber Sau cooles Erlebnis. Der ort lockt eher junge leute und vor allem backpacker an. Jedenfalls ist es ein Ort der eine gewisse Magie mit sich bringt und den man so nicht jeden Tag sieht.

    Und neulich sind wir zum Einkaufen getrampt. Es war Lucas erstes Mal. Große Aufregung ^^ er hat sogar ein Schild gebastelt. Hin ging es sehr gut, zurück haben uns viele abgewunken.
    Wir machten die Beobachtung beim Einkaufen, dass die Leute hier immer nur so viel kaufen, wie sie grade brauchen. So kommen Sie vermutlich nicht in die Gefahr mehr zu kaufen, als sie sich leisten können.
    Auch ein Weg zum sparen.
    Außerdem rennt hier jeder mit seiner Teekanne Mate rum, Wahnsinn, die Leute sind echt süchtig nach dem Zeug. Uns ist es etwas zu bitter. Man gab uns den Rat, entweder ganz oder gar nicht mit Mate anzufangen. Weil es macht scheinbar wirklich abhängig.

    Alles in allem ist es hier sehr schön, nur auch manchmal ein wenig schwierig, inmobil zu sein und dann noch die Sprache... aber Wir arbeiten dran.
    Dazu sind wir halt auch die Generation in der Handys normal sind und hier haben wir quasi kein Internet. Aber das tut uns auch mal gut. ^^
    Also macht euch keine Sorgen, wenn ihr mal ein paar Tage nichts von uns hört .

    Wir sind heute weiter getrampt nach Punta del Diablo.
    Wirklich schönes Örtchen. Hier ist auch etwas mehr los als in La Pedrera.
    Wir machten und mittag aufn weg zur strasse, mal schauen wie weit wir kommen, die semilla natürlich immer mit dabei. Wir hatten bedenken die meinsten denk der hund gehört zu uns, und soll mit. Doch
    wir haben keine 5 min an der Straße gewartet und schon kam ein cooles, freundliches und lebenslustige argentisches Pärchen. Semillcha wustte gar nicht was los ist, und wollte natürlich mit einsteigen. Wir fuhren los und sie fängt an dem Auto her zulaufen direkt auf der strasse zwischen Auto s o.O und sie lief weiter und weiter bis wir sie immer kleiner war und dann auf einmal weg :( .
    Zum Glück hat sich Mariana gemeldet das semilla gesund und munter nun Zuhause ist.
    Die fahrt war schnell rum, und das Pärchen machte sich auch noch die mühe uns von hostel zu hostel zu gfahrn. Schneller und günstiger hier her ?! No way! Und dann noch so nette Leute. Also das kann man hier gut machen.
    Ansonsten geht es wahrscheinlich bald weiter nach Brasilien. Porto ablegte schwebt uns vor...

    Wir hoffen ihr hattet alle schöne Weihnachten und ihr friert nicht zu sehr, feiert nun gut ins neue Jahr.
    Wir grüßen euch alle und wünschen euch eine schöne Feiertage und einen guten Rutsch;)

    P.s. hier feiert man scheinbar kein Weihnachten, obwohl alle katholisch sind..
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  • Day14

    Hier noch ein paar Bilder .. von unserer schönen Umgebung

  • Day13

    ... die letzten Meter zu unserem neuen Zuhause in Uruguay waren nochmals eine ordentliche Odyssee.
    Es sah alles so einfach aus, doch es stellte sich als echte Herausforderung heraus. Während einer 14 Stündigen Fahrt und siebenmaligen Umsteigen, sind wir durch die tollsten Ortschaften an der Küste von Uruguay entlang gefahren. Überall coole alte, auch leicht verrostete Karren, bunte Häuser, Pferdekutschen zum Transport von Waren, die wie ein Pick Ups benutzt werden, singende Busfahrer und unzählige freilebenden Tiere. Unheimlich hilfsbereite und sympathische Leute überall. Sogar eine wildfremde Frau kam vorbei und küsste mich einfach so am Arm, während Simone auf dem Klo war. Weiß nicht was das sollte, aber es war irgendwie sympathisch.
    Alle fragten, ob sie uns mit den Weg helfen können, weil wir etwas verirrt aussehen und überall hatte man Geduld für einen. Die Landschaft ist traumhauft, erinnert sehr an den 17 miles drive in Kalifornien, wer mal da war. Strand, blaues Meer, Robben, Palmen, Wald und die Tiere haben einfach Platz für freies Leben.
    Das Wetter ist bislang super, immer blauer Himmel und Sonnenschein, doch durch den Wind lässt es sich gut ohne Klima aushalten.

    Die Fernbusse hier sind übrigens sehr geräumig und bequem, was die Reise nicht so schwer machte.
    Jeden falls sind wir in La Pedrera angekommen, wo Mariana uns abgeholt hat. Sofort wurden wir mit Küsschen begrüßt.
    Sowieso werden hier alle, egal ob fremd oder nicht, ob alt oder jung, mit einem einseitigen Küsschen begrüßt. Macht es gleich viel vertrauter und gemütlicher hier.

    Die Ortschaft von La Pedrera ist winzig, ein paar einsame Strandbars, auf einer leicht sandigen Straße, wenige Hostels und einige Hunde gibt es hier. Es ist wunderschön und liegt direkt am Meer.
    Mariana zeigte uns kurz noch das Örtchen und wir fuhren dann gemeinsam zu ihrem Haus, welches quasi am Ende vom Strand liegt.
    Das Haus hat sie übrigens komplett selbst aus Holz und Lehm gebaut. Es liegt an einem Feld und Waldstück, in der Nähe des Strandes und ist echt urig.
    Wir wurden direkt von zwei Hunden begrüßt. Semicha und Carosso. Eine Katze gibt es auch noch...Isolde. trickreicher Vierbeiner sag ich euch.
    Mariana führte uns ein paar Meter durch den Wald, zu unserer Caballa oder so ähnlich ^^
    Eine kleine Holzhütte, in der wir alles haben was man braucht. Und das Bad befindet sich direkt um die Ecke. Der Blick aus dem Fenster ist pure Natur.Alles ist aus Holz oder Pflanzen gemacht.
    Doch mit Tieren sollte man besser keine Probleme haben, denn sie sind ALLE hier......

    Jedenfalls hat Mariana uns noch was zum Essen gemacht und ihren Mann vorgestellt.
    Er ist übrigens aus Konstanz, was die Kommunikation etwas erleichterte.

    Nach einem Mate Tee und etwas Kennenlernen, erklärt er uns wie das hier alles so abläuft und was es zu beachten gibt.
    So klärte er uns über die Beschaffenheit seiner Tiere auf. Carosso zum Beispiel wurde von einem Fremden mit einer Machete auf der Schnauze und in den Nacken geschlagen. Es ist sieht fürchterlich grausam aus. Das arme Tier. Aber hier peppelt man ihn gut wieder auf. Die Menschen hier geben leider nicht alle so viel auf Tiere. Hunde zum Beispiel gibt es sehr viele hier und wenn einer nicht funktioniert, wird ihm eben mal manchmal auch ein kurzer Prozess gemacht.

    Semicha dagegen ist ihnen zugelaufen. Eine sehr liebesbedürftige kleine Hündin. Simone ist allzeit bereit zum Kraulen. Ihr Glück.... Und mein Pech. Seit dem die Tiere hier sind, spiele ich nur noch die zweite Geige. Mich gibt es schließlich immer....
    Roger sprach weiter über das Essen im Haus. Die Küche dürfen wir mitbenutzen, mittags kocht sie für alle, sonst gilt Selbstverpflegubg. Der Haushalt ist hauptsächlich vegan oder vegetarisch. Mariana war mal Köchin und wir alle profitieren davon. :D
    Niemals hätte ich gedacht, dass es so gut schmecken kann. Heute gab's Rote Beete Burger mit Salat und selbstgemachten Brot. Ja ja... rote Beete, ich dacht es auch nie. Aber sie hat es echt gut hinbekommen. Und an alle Fleischesser, mit geschlossenen Augen kann man es fast raus schmecken das nicht vorhandene Fleisch.

    Mariana hat zwei Söhne, welche hin und wieder da sind. Ansonsten gibt es noch Elli, unsere rastaköpfige Nachbarin. Ein Engel von Mensch. Sie wiederum hat auch zwei Kinder, welche gelegentlich da sind.
    Sonst gibt es nur noch Roger und uns.
    Wenn man von Grundstück zu Grundstück will, besonders Abends, dann klatscht man vorher und ruft kurz. Erst bei einer Zustimmung darf sich der jenige näher. Altmodische Klingel sozusagen. Sonst geht man eben wieder.
    Betreten ohne Befugnis spricht sich wie ein Lauffeuer um. Alle klatschen und schreien, und die Hunde bellen. Kommt aber nicht oft vor.
    Moderne Alarmanlage eben.

    Ansonsten ist alles ruhig, bis auf das Ein oder anderen Tierchen, welches die Meisten wohl lieber meiden.
    Wir lassen uns von den Kröten, den Mosquitos, Bremsen, Schlangen, stechenden Raupen, Spinnen oder Skorpione nicht abschrecken. Ehrlich gesagt lebt man hier in solch einem Frieden mit der Natur, dass sogar die Mosquitos einen in Ruhe lassen.
    Nachts jedoch hört man den ganzen Wald, von Pferd und Kuh, über alle Vogelarten, alle Sträuchertiere und alle Summer und einiges mehr, alle sind sie dabei.

    Auf dem Weg zum Strand gibt es manchmal Hunde die hunger haben und gerne mal in kleinen Rudeln jagen.
    Also empfiehlt er uns einen Stock mitzunehmen, denn die Meisten wurden mit Wechen geschlagen und haben deshalb besonders Angst und lassen somit leichter nach.
    Der Strand ist nur 10-15 min weit weg. In Uruguay verkauft man uns das allerdings als zwei Minuten. Aber alle Leben hier ohne Uhr, also haben sie auch kein empfinden mehr für Zeit.
    Das Meer ist echt schön, aber etwas ruff und wir haben den Strand quasi für uns ganz alleine. Nur Einzelne verirren sich hier her.

    Der Rest vom Haus beziehungsweise von unserem Grundstück ist fabelhaft. Überall grün und Tiere, Hängematte, sonnige und schattige Plätzchen, das Meer, ein schöner Garten, entspannte Leute, Idylle wo man hinschaut, und sein eigenes kleines Häuschen. Und zu allem Übel müssen wir das gute Quellwasser trinken. Kommt direkt aus der Leitung und schmeckt erste Sahne. Zwischen unserem Zimmer und dem freien Nachbar Zimmer ist das Bad mit zwei Spiegeln und zwei Waschbecken. Jeden falls ist unser Vogelfreund Lui immer wieder hier und springt zwischen den beiden Spiegel hin und her und kämpft dort gegen sich selbst. Die andere Theorie ist, er betrachtet sich einfach nur selbst, weil er narzisstisch ist. Aber wirklich niedlich, er müsste es nur nicht auch nachts machen ^.^
    Aber nachts machen die Tiere hier die Musik. Entweder man liebt es oder man stört sich daran. Ich denke wir tendieren zum Ersten.

    Roger und Mariana sind zwei sehr liebe, aber eigene Menschen. Wir kommen jedoch sehr gut mit ihnen aus und freuen uns Über ihrer Gastfreundschaft und ihr Vertrauen.
    Mariana versucht deutsch zu lernen, also können wir ihr hier und da helfen. So wie sie mit uns auch mal Spanisch spricht.

    Die beiden leben hauptsächlich als Selbstversorger, so wie die Meisten hier in Uruguay.
    Nur das Nötigste wird im nächsten Dorf gekauft, das Meiste stellt man hier selbst her.
    So sind die beiden auch Experten für Kräuter und Öle. Wir werden sicherlich das Ein oder Andere testen. Rizinos Öl oder so ähnlich , soll beispielsweise sehr gut für vielerlei Hinsicht sein. Lassen wir uns überraschen.
    Oder auch mal eine Mandelmilch wird hier zum beispiel selbst gemacht. Es geht hier wirklich anders vor sich her als wir es kennen.

    Generell wird hier viel Zeit fürs Essen investiert und vor allem zur Vorbereitung. Sie steht gerne mal 2 Stunden in der Küche für ein Mittagessen. Aber es lohnt sich auch wirklich. Der Haushalt dagegen ist nicht so wichtig. So kommt es auch vor, dass man neben einem Werkzeugkasten isst oder etwas Schmutz mit ins Haus trägt.
    Doch das fällt hier nicht ins Gewicht bzw. Wird nicht so eng gesehen.

    Die lange Fahrt am ersten Tag und der starke Kontrast hier.... unsere Körper sind angekommen, aber unsere Geister müssen noch folgen. Am zweiten und dritten Tag haben wir es schon mehr begriffen was es heißt soweit von allem weg zu sein und ein derartig anderes Leben kennenzulernen. Das Internet ist nur manchmal für kurze Zeit und schwach verfügbar. Also heißt es wirklich mal abschalten.
    Hilft hier, um Blödsinn aus dem Kopf zu bekommen.

    Hier wird morgens meditiert, mittags vegan oder zumindest vegetarisch gegessen, verschiedene Öle zu medizinischen Zwecken hergestellt und immer wieder viel Hand rund ums Haus angelegt.
    Die wenigstens Leute haben hier Berufe, wie die die wir üblicherweise in Deutschland ausführen. Außer in Montevideo, der Hauptstadt. Die Leute haben hier eher Land und Tier. Nur 3 Mio Einwohnern... Und so viel Land. Da sind die Menschen hier rund um die Uhr als Selbstversorger tätig. Scheint aber gut zu funktionieren. Man hilft einander gerne.
    Ja man könnte fast schon einen Schritt weiter gehen und sagen sie leben so autark, dass es schon an Anarchismus grenzt. Es wird weniger über Links und rechts in der Politik gesprochen, sondern über Kontrolle (oben) vs liberty(unten),
    Wirklich interessant mit anzusehen. vielleicht nimmt man ja ne Scheibe hiervon mit. Es scheint hier aber Allen gut zu gehen. Keiner jammert, alle haben was sie brauchen. So zumindest Roger zu uns.
    Land und Tier hier zu kaufen, ist für deutsche Verhältnisse nicht all zu teuer. Ca.3000 € der Häckter. Ich könnte, mir das für die Rente jedenfalls gut vorstellen. ^^
    Und wer ein Pferd will, kann sich das wohl auch leisten. Hier können also Träume wahr werden, für die die drauf stehen.

    Unsere Aufenthaltsberechtigung besteht darin, dass wir beim Rumwerkeln helfen. So haben wir beispielsweise an einer Stelle Bodenplatten entfernt, wo Neue reinkommen und aus Erde und Wasser Lehm hergestellt und mit Hilfe eines Gerätes, Flaschen, Tannenzapfen, Blättern und Stöckchen eine Lehmwand für eine kommende Küche hochgezogen. Zumindest die Hälfte. Der Rest folgt noch. Es ist nicht wirklich schwierig, man macht sich nur etwas dreckig und muss genug trinken. Ansonsten macht es sogar wirklich Spaß und es ist am nächsten Tag schön anzusehen, was man am Tag zu vor geleitstet hat. Etwas Gartenarbeit oder ähnliches könnte uns noch bevorstehen, aber wir machen's gerne.

    Unterm Strich haben wir etwas gebraucht, um mental hier anzukommen, doch wir sind uns sicher, wir werden hier bis Ende des Jahres aufhalten, denn es gefällt uns ganz gut hier.
    Es ist ein Leben hier, wie wir es bislang noch nicht kennen, aber von dem wir uns gerne was abschauen, denn es sieht wirklich idyllisch und zufriedenstellend aus.
    Bin gespannt was man uns noch alles beibringt und wie sich das auf unser Gemüt niederlässt. Könnte sehr der Erholung dienen.
    Danach könnte es nach Brasilien weiter gehen. Mal schauen.
    Um euch nicht noch mehr vollzuquatschen, machen wir mal Schluss für heute.

    Unter diesem freien und klaren Sternenhimmel sagen sich nicht nur Igel und Hase gute Nacht, sondern auch die Glühwürmchen und die Mosquitos.
    Buenas noche.
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  • Day10

    Die letzten Tage in Buenos Aires....
    Am Mittwoch hatte es knapp 30 Grad und einen strahlend blauen Himmel. Was macht man nur mit so einem Wetter? Richtig, man nutz es aus. ;)
    Also haben wir uns auf den Weg nach Tigre gemacht. Man hat uns schon öfter davon berichtet, aber bislang haben wir es noch nicht geschafft dort vorbei zu schauen.
    Nanaja, unsere gute Fee in unserer Unterkunft gab uns den Tipp und eine Wegbeschreibung.

    Gott sei Dank klappt das mit dem Spanisch nach der ersten Woche schon gut genug, um nach dem Weg zu fragen und die einfachsten Sachen klären zu können. Mir persönlich hat es selten mehr Spaß gemacht eine Sprache zu lernen und bleibe schön am Ball.

    Am Hauptbahnhof angekommen, gab's wieder das erste Problem, die Bezahlschranke zum Gleis hat gesponnen. Also habe ich unsere Karte mehrfach an das Gerät gehalten, wodurch auch mehrfach der Betrag abgebucht wurde. Hinterher fand ich raus, dass man den Dingern einfach etwas Zeit geben muss. Naja, Lehrgeld ist manchmal gut investiert.
    Aber grundsätzlich keine schlechte Idee mit den Schranken, so gibt es keine Schwarzfahrer.

    Im Zug selbst, der einen halbwegs modernen Eindruck machte, kamen wir uns vor wie auf einem Basar.
    Ein Händler nach dem Anderen packte seine Waren aus und bequatschte den Zug, mit dem was er hat und warum man es kaufen sollte.
    Socken, Armbänder, Portemonnaiees, Lotteriescheine, Uhren.... alles mögliche versuchte man uns anzudrehen. Eine Stunde durchgehend. Würden wir das öfter fahren müssen, würden wir vermutlich durchdrehen.
    In Tigre angekommen, begrüßte uns eine echt lässige Reagge Band mit coolen Beats. So stelle ich mir eigentlich eher Jamaika vor. ^^ sei's drum.
    Tigre wirkte sofort aufgeräumter, ruhiger und freundlicher als Buenos Aires. Es ist bekannt für seine Grachten, Bootstouren, den Puerto de Frutas und den Tigern.
    Das mit den Tigern halten wir aber für Tierqäulerei, weswegen wir das ausgelassen haben.
    Der Markt dagegen war sehr sehenswert. Schöne kleine Stände mit tollen Sachen, aber kaum Früchten, was der Name ja vermuten ließ. Jedoch sind wir nicht mit der Absicht zum Shoppen gekommen. Hätten eh keinen Platz irgendwas mitzunehmen. War eher ein schönes Bummeln.
    Ist sicherlich ein sehenswerter Tagesausflug für alle die hier her kommen.

    Aber ein viel außergewöhnlicher Tagesausflug war der Tag danach, wieder auf Empfehlung von Nanaja und zwar der Characita Friedhof.

    Direkt vorm Eingang dachte ich, es ist soweit, Simone hat ihren Hund gefunden, aber gut dass es doch noch auf sich warten ließ.
    Eine kleine Hundedame machte mit Simone Bekanntschaft und ließ sich lange kraulen. Bis irgendein Vandale vorbei kam, um uns seinen Quatsch anzubieten. Der Hund reagierte sofort bissig zu dem Kerl und verließ uns dann ebenfalls. Der Hund wusste ebenso wie wir, dass der Kerl keiner von den Guten war.
    By the way, ich glaube mittlerweile können wir an Hand des Haufen sagen, welche Hunderasse ihn gelegt hat. Das lernt man hier.

    Jedenfalls ist der Chacarita der Nationalfriedhof von Argentinien, auch wenn viel unbekannter als der cementerio de Recoleta, auf dem die Reichen und Schönen ruhen.
    Es war mit Sicherheit der eindrucksvollste Friedhof den ich mir vorstellen kann.
    Ungelogen, sicherlich eine halbe Million Menschen liegen dort. Er ist riesen groß.
    Allein der Eingang sieht aus, als würde man in einen Palast eintreten. Direkt dahinter sind tausende von Mausoleen. Einige von ihnen kann man sogar einsehen. Die Särge liegen sichtbar vor einem. Leider konnte man auch teilweise Grabschändungen beobachten.
    Aber das ist wohl kaum zu verhindern. Die Latinos sind bekannt dafür, dass sie sich nicht adäquat benehmen können. Deswegen sind sie bei unserer Unterkunft sogar geblacklistet. Immer wenn etwas zu Bruch geht, verloren geht oder beschmutzt wird, waren es die Latinos, weshalb sie Hausverbot bei uns hatten. Wenn man durch die Straßen läuft, kann man das gut nachvollziehen.

    Weiter hinten auf dem Friedhof sind mehrere Etagen tief reihenweise Gräber für Urnen. Mehr als das Auge fassen kann. Hierbei gab es sogar Aufzüge, so tief ging das. Wir machten schon Witze und vermuteten, dass die Aufzüge geradewegs in die Hölle führen würden.
    Und ganz zum Schluss gab es auch die gewöhnlichen Gräber mit Kreuzen oder Grabsteinen. Also wird für jedes Portemonnaie etwas geboten. Wirklich ein ganz besonderer Friedhof.

    Am Abend gab es dann einen gemeinsamen Pizzaabend mit den Anderen aus unserer Unterkunft.
    Ein nettes Zusammenkommen, bei dem man viel von den Anderen lernen kann.
    Wir haben unsere gemeinsamen Eindrücke noch mal gesammelt.
    Was wir noch nicht festgehalten haben...
    Wirklich seltsam, dass so gut wie jede Frau hier schwanger. Es ist schwer eine nicht Schwangere zu finden. Wir vermuten, dass Verhütung hier kein großes Thema ist und Kinder gleichzeitig auch die Rente absichern.
    Die Polizisten sind in den armen Viertel die dunkelhäutig und in den reichen Viertel Weiße. Übrigens fährt die Polizei durchgehend mit Blaulicht, auch ohne Einsatz.
    Die Bahnen sind rund um die Uhr voll, etwas wie Rush Hour gibt es nicht, bzw gibt es ständig. Es liegt daran, dass es keine festen Arbeitszeiten gibt, ständig sind die Leute am Pendeln.
    Es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten, die Geschäften machen auf und zu wie sie lustig sind.
    Vor 20 Uhr macht so gut wie kein Restaurant auf, die Leute essen eher zwischen 22-23 Uhr zu Abend...
    Es gibt zwar überall Obst und Gemüsestände, aber das ist nur für die Touristen, die Einheimischen bleiben bei ungesunder Nahrung. Sieht man ihnen leider auch an.
    Weiter haben wir noch ein paar Reisetipps erhalten und uns gleichzeitig über unseren Pizzabäcker amüsiert. Ein lieber Kerl, mit etwas Übergewicht und langen Haaren und einer süßen Blümchenschürze der uns ständig nachlieferte. Toller Anblick war das mit der Schürze.

    Gestern auf dem Heimweg, hatten wir ein wirklich freundliches Erlebnis. Von unserem letzten Geld bevor es aus Argentinien rausgeht, wollten wir uns noch ein großes Bier kaufen. Wegen dem Flaschenpfand hat das Geld, der armen deutschen Toursiten (uns) jedoch nicht gereicht.
    Da kam eine Mutter mit einem Lächeln wie ein Engel auf uns zu und brabbelte wild auf Spanisch los und gab uns zu verstehen, dass sie uns helfen kann. Zu erst vermuteten wir sie will ein Geschäft mit uns machen oder uns übers Ohr hauen, aber bei dem strahlenden Lächeln sind wir schwach geworde und folgten ihr.
    Sie brachte uns zu sich nach Hause, gab uns eine große leere Flasche Bier und meinte, die können wir für den Flaschenpfand nutzen. Somit kamen wir doch noch zu unserem Abschiedstrunk. Ob uns das in Deutschland auch passiert wäre ?

    Ich muss in einem Halbsatz mal erwähnen, dass mir aufgefallen ist, dass Simone ihre nicht vorhandenen italienischen Gene entdeckt und bei Gesprächen immer mehr gestikuliert. Vielleicht schaut sie sich das hier auch irgendwo ab. 🤣 ist jedenfalls lustig mit anzusehen. ^^

    Wieso das letzte Geld in Argentinien und wieso auf in neue Gewässer?
    Wir haben in der Zwischenzeit über workaway eine nette Familie gefunden, die in Uruguay eine Bio Plantage betreiben und im Gegenzug zu etwas tatkräftiger Unterstützung Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung stellen. Wir haben uns arrangiert und sind nun mit der Fähre auf den Weg nach La Pedrera.
    Nicht all zu weit weg von Punta del Este und Rocha. Die Küste soll sehr schön sein und die Hauptsaison beginnt jetzt erst.
    Simone ist jedoch Seekrank geworden, was wir gleich mit Tabletten gegen Übelkeit beheben mussten. Gut dass die Fahrt nur etwa 7 h beträgt.
    💩😷
    Gut, aber auch das überstehen wir.

    Mal sehen was uns ins Uruguay erwartet. Wir können sicherlich auch ans Meer oder mal surfen. Die Arbeitszeiten begrenzen sich auf 3-5 h am Tag und das Wochenende ist frei. Da wird es sicherlich viel Freizeit geben. Wir werden sehen was auf uns zu kommt, aber wir freuen uns schon auf das was kommen wird. ;)

    Aber der erste Eindruck mit dem durch Uruguay lässt uns nur gutes vermuten. Wunderschöne gepflegte und saftige Natur, total viel freilebenden Tiere und die Pferde und Kühe sehen viel gesünder aus, als die üblichen Verdächtigen. Und vor allem sind die Tiere hier 1/3 größer als die Pferde und Kühe in Deutschland.

    Liebe Grüße und bis bald
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  • Day6

    Es ist nicht mal eine Woche hier vergangen, doch es kommt uns fast wie eine Ewigkeit vor.
    Langsam müssen wir uns aber eingestehen, haben wir auch keine richtige Lust mehr auf Buenos Aires.

    Denn mittlerweile sind wir fast alles zu Fuß abgelaufen. Luca bekommt schon richtig Schmerzen vom ganzen Laufen. :(
    Die Preise hier sind annähernd europäisch, bis auf die öffentlichen Transportmittel, die sind spottgünstig.
    Es ist laut, voll, es stinkt massiv, das Essen, naja, entweder isst man Burger, Pizza, Steak oder man kocht sich selbst. Ansonsten ist die Küche hier sehr einfallslos.
    Der Verkehr ist wie erwähnt eine Katastrophe und die Leute sprechen nur spanisch.
    Sagen wir mal so, es ist sicherlich sehenswert gewesen, aber wir freuen uns darauf, wenn's weitergeht. Vermutlich sind wir mehr die naturgebundenen und freuen uns auf echte Leben draußen.

    Am Montag machten wir einen Ausflug ins bunte Viertel Caminito. Allein der Weg dort hin war ein Abenteuer. Die Viertel auf dem Weg gelten nicht unbedingt als die Sichersten, wir haben das Risiko aber nicht aufgesucht und sind eher um die dunklen Straßen herumgelaufen. Offene Löcher in den Straßen von nicht gefertigten Baustellen, riesen große Hundeparks, die mehr Bedeutung finden als Kinderspieplätze, das Fußballsstadion, (kann mir nicht vorstellen, dass Maradonna hier anfing o.O ), freilebenden Papageien, Autos und Häuser, die wie ausgebrannt einfach liegen gelassen wurden und wirklich seltsame Gestalten die einen über den Weg laufen.

    Auf den Weg nach Caminito (das bunte Viertel), sind wir einem Hundesitter begegnet der 8 Hunde auf einmal betreute o.O ich war sprachlos und fasziniert, noch dazu hörten alle auf ihn. Scheint ein beliebter Beruf hier zu sein.

    Im Viertel angekommen waren wir wirklich begeistert, die Häuser waren wirklich wunderschön in allen Farben fröhlich bemalt. Es wirkt überhaupt nicht wie der Rest von der Stadt. Es sieht so freundich und einladend aus. Wenn ganz Buenos Aires so bemalt wäre, sage ich, würde die ganze Welt vorbei kommen, um sich das anzuschauen. Richtige Kunstwerke.
    Aber natürlich nur eine Touristenfalle heute. Tangotänzer und Tänzerinnen die Fotos mit einen machen wollen, voll gepflastert mit Souvenirshops, Falschgeldandreher und alles was dazugehört.
    Dennoch war es ein tolles Gefühl durch diese einzigartige Farbenpracht zu laufen und dies verwinkelten kleinen Häuschen sich anzuschauen.

    Zur gleichen Zeit fand dort eine Demo statt, Jugendliche sangen und trommelten, vor einer durch die Polizei errichteten Schutzmauer. Doch leider haben wir den Grund nicht eruieren können. Wir vermuten es waren Studenten die wegen einer Reformation klagten.

    Am selben Abend kochten wir, so wie bisher fast jeden Abend, dass ist einfach die günstige Variante hier. Außerdem ist es dann auch vegetarisch und man weiß was man isst. Luca meinte beim Kochen zu mir "So langsam lebe ich mich hier ein" ;D wo er Recht hat, hat er Recht. Wir finden uns langsam gut zu recht, wir wissen wo wir am besten unser Obst holen und wo wir unsere sonstigen Einkäufe erledigen. (Übrigens fast alle Supermärtke sind in chinesicher Hand und Nutella gibt es auch nirgends).
    Weiter wissen wir welche Viertel man meiden sollte und wo es etwas Grün in der Stadt gibt und wie mit dem Straßenverkehr umzugehen ist. Denn das muss man hier auch erst mal lernen, hier geht man nicht, wenn es grün ist, sondern wenn es weiß ist.... doch selbst dann solltest du mit Vorsicht und offenen Augen gehen, denn es kann schon vorkommen, dass ein Auto / Motorrad es einfach nicht mehr abwarten kann und einfach drauf losfährt. Als auch den Bus und Bahn Verkehr verstehen wir langsam.

    Ach ja, wenn du meinst du bist auf dem Gehsteig sicher, dann irrst du dich, immer die Augen auf den Boden, sonst steigst du in eine Tretmiene ("Hundekot") , denn die sind hier überall :D
    An Eines werden wir uns wohl aber nicht gewöhnen wollen, der ständige Gestank von Urin der immer wieder in die Nase steigt.

    Doch es gibt auch schöne Ecken hier. Wir haben heute, wie schon angekündigt, eine Fahrt mit dem Bus gemacht, denn die Fahrten sollten hier ja wirklich spektakulär und einmalig sein. Ich fühlte mich wie in einem Harry Potter Film, wo die Busfahrer auch geisteskrank fahren, nur verschmälern wollte sich der Bus nicht, was bestimmt in manchen situationen besser für ihn wäre :D
    Luca machte sich mehr Sorgen um die Bremsen, die gingen wirklich auf dem Zahnfleisch. Quietschen und Jaulen und vor allem dauert es lange bis er zum Stehen kommt.
    Bemerkenswert ist es, dass kaum einer eine Uhr trägt und alle ihre Taschen sofort nach vorne ziehen. Also Diebstahl ist hier wohl an der Tagesordnung.

    Nach einer ca 40 min Fahrt erreichten wir den Stadtteil Palermo, auch bekannt als Italienerviertel.
    Es ist das wohl bekannteste Viertel hier und auch vermutlich das lebenswerteste. Schöne Bars und Cafes, Shops, nette Häuser, weniger Tretmienen und endlich fand ich hier auch mal ein paar grüne flecken Erde in der Stadt. Ein botanischen Garten ohne Eintritt und ein wunderschöner und perfekt gepflegter Rosenpark mit See und Enten - ein Traum! und das, kaum zu glauben, mitten in dieser großen Metropole, die sonst einen komplett anderen Eindruck hinterlässt.

    Doch auch hier zeigte die Stadt, dass die Uhren hier anders ticken und nicht ganz normal ist.
    Wir sahen eine Gruppe Jugendlicher im Park. Die Mädels alle in kurzen Röcken nur BH mit Glitzer und Strapsen, die Jungs in kurzer Hose mit weißen Hosenträgern und natürlich Oberkörper frei. So posierten sie zusammen und machten Fotos von sich. Den Sinn wir wissen es wirklich nicht :D

    Wir durften auch Zeugen von Dreharbeiten werden, denn es wurde hier eine coole Stuntszene gedreht, bei der viele Pärchen auf Tretbooten saßen und ein Typ über den See bzw über die Tretboote gesprungen ist. Aufnahme von uns wurden natürlich auch gemacht, aber nur im Hintergrund. Unser großer Durchbruch lässt noch auf sich warten....

    Ach ja ein weiteres Highlight für mich, ich sah das erste mal bewusst im Leben eine Giraffe live.
    Wer mich kennt, weiß ja ,dass ich nicht in Zoos gehe. Aber wir sind am Zoo vorbei gelaufen und da sah ich das arme Tier.
    Am liebsten wollte ich es da rausholen und mit ihm spazieren gehen.


    Und wenn das alles noch nicht genug ist, dann kommen wir mal kurz auf die Mode zusprechen, die wir hier wirklich nicht veretehen.
    Es sieht so aus, als ob man hier ein paar Jahrzehnte hinterher hängt.
    Dünne kurze Schnauzer bei den Männern, Hochwasserhosen, Schlaghosen und ganz besonderen Plateau. Die Frauen habe alle Plateau an. Gar nicht unsers !
    Aber weil das immer noch nicht genug ist, kommen wir zu den Schuluniform der Mädels.
    Die Röcke sind dermaßen kurz, man kann die Arschbacken von allen sehen, und das selbst bei den ganz jungen Mädchen. Keine Ahnung was sich die Verantwortliche dabei gedacht haben ?!?!
    Leider müssen wir auch feststellen ,dass viele Frauen hier nicht auf ihre Figur achten. 2-3 Speckringe zwischen Brust und Hüfte gilt wohl als Schönheitsideal.

    Nagut genug für heute, bis bald und seid alle gegrüßt ;)
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  • Day4

    Der Jet lag legt sich langsam und wir fangen an uns zu an unsere neue Umgebung zu gewöhnen.
    Unser Viertel haben wir nun etwas kennengelernt und unsere ersten Erfahrungen möchten wir gerne teilen.

    Gestern nach dem Aufstehen sind wir erstmal zum Frühstücken gegangen. Auf dem Weg dorthin haben wir unsere erste Erfahrung gemacht. Ein aufgemotzter Kleinwagen ist gegen die Wand eines Tangoschuppens gefahren. Am Vorabend schien es ein illegales Straßenrennen gegeben zu haben. Anstatt dass aufgeräumt wurde bzw die Unfallsfelle abgesichert wurde, stand nur ein benommener Polizist daneben und hat den Wagen bewacht. Auf den meist breiten Straßen, die fast alles Einbahnstraßen sind, bietet sich das hier scheinbar gut an. Die Busfahrer sind wahrscheinlich auch alles Rennfahrer. Hier wird nicht geblinkt, nicht gehupt und nicht gehalten ....nichts. Es gibt nur ein Gas und das ist Vollgas. Also eine Busfahrt muss ein Abenteuer sein. Werden wir uns auch noch antun.

    Nach dem Frühstück haben wir uns entschieden uns einer öffentlichen Stadtour anzuschließen. Unser Guide, Juan Cruz, wahrscheinlich der häufigste Name von allen hier, ist ein junger aufgeschlossener und sympathischer Kerl, der uns umfangreich rumführte und viele Details erklärte. So haben wir beispielweise erfahren, dass es mehr Einwanderer als Argentinier in Argentinien gibt und davon mehr Italiener als Spanier, obwohl die Spanier hier ihre Kolonien hatten. Auch die Engländer sind nicht ganz unbeteiligt gewesen. Sie haben in den Aufbau der Infrastrukt investiert weshalb zum Beispiel die Bahnen hier links fahren. Dennoch spricht hier so gut wie keiner Englisch. Für weitere Details müsst ihr selbst kommen ;p

    Jedenfalls ist die Stadt architektonisch sehr interessant. Zwischen schönen alten Gebäuden wie der Oper und dem Gericht, gibt es total viele wahllose und hässliche Gebäude. Baugenehmigungen scheint man hier nicht zu brauchen, denn das würde keine Genehmigung überstehen.
    So denkt man in einer Straße sich in mitten von Paris zu befinden, in einer großen Allee mit vielen Zeitungsgeschäften, Blumenläden, wunderschönen Bäumen und direkt nebenan könnte man denken man sei in einem Slum von Indien, indem die Häuser auseinander fallen, der Müll sich türmt und nichts zueinander passt. Ein paar Schritte weiter ist man in einem lateinamerikanischen Jazzviertel gelandet, wo die Pflanzen von den Balkon wachsen, es überall nach Enpanadas riecht und die Musiker überall ihre Kreativität ausleben - sehr durchmischt. Jedenfalls hat die Stadt mit einem massiven Müllproblem zu kämpfen. Wirklich schade bei diesem Potential.
    Juan sagte, es sei poetisch ausgedrückt die Stadt der geplatzten Träume. Man wollte viel und hat wenig umsetzen können.

    Was uns ebenfalls aufgefallen ist, dass ungefähr jeder hier mindestens einen Hund hat. Das bringt auch wieder massive Hygieneprobleme mit sich, woran ich mich wirklich nicht gewöhnen möchte, aber zeigt auch die Tierfreundlichkeit der Menschen widerrum. Super viele Hundespielplätze und kleine Parks pflastern somit die Stadt. Für meinen Geschmack jedoch etwas viel.
    Uns wurde heute auch ein reinrassiger Akita angeboten. Wirklich süß, Simone wollte gar nicht aufhören ihn zu knuddeln, aber etwas langweilig ist die Rasse dennoch. Sah sSione Gott sei Dank auch so. Ich sehe es schon kommen, Simone wird eines Tages einen Streuner mitnehmen. Aber noch haben wir etwas Zeit dafür.

    Auf der breitesten Allee der Welt, der Av. 9. De julio wurden wir auch bereits für illegale Geschäfte angesprochen, doch wir haben uns nicht beirren lassen und haben auf "no entiendo "getan. ^^
    Weiter die Straße runter ist uns aufgefallen wie viele Straßenkünstler es gibt, die während der Ampelpausen mit Kunststücken versuchen ihr Geld zu machen. Der starke Verkehr scheint sie nicht abzuschrecken.
    Mir wäre das zu heikel, bin keine Katze mit 9 Leben.

    Abends haben wir eine Bar mit Live Musik, ein paar Enpanadas und örtlichem Bier aufgesucht, doch der Jet lag war noch zu intensiv, also wurde es eine kurze Nacht. Das Viertel haben wir uns jedoch gemerkt und sind heute direkt noch mal hin.

    Es gab einen wunderbaren Markt dort, wirklich toll. Ganz viele Sachen die es in Deutschland nicht gibt.
    Von Mate Tee Tassen, die hier jeder süchtig in der Hand hält, zu Voodoo Puppen, über Antiquitäten, ganz vielen handgefertigten Schmuck, südamerikanischer Mode, Skulpturen, Sachen aus Leder und vieles mehr ist alles dabei gewesen.
    Ebenso mussten wir die Keinmarkhalle besuchen, in der wir wegen eines starken Regen etwas länger verweilten und ein wenigen shoppten.

    Der restliche Tag dient der Planung für unsere nächsten Projekte. Es stehen wirklich interessante Optionen zur Auswahl. Aber hierzu erst später mehr.... ;)
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  • Day2

    Gelandet um 8:43 a.m. in Argentinien , das entspricht in Deutschland 12:43 Uhr ..
    nach ~ 17 Studenten Flug, wenig Schlaf und immer wieder kleinen Flugturbulenzen haben wir es geschafft und landeten heute pünktlichst in Buenos Aires.
    Erster Eindruck o.O es gibt schönere Orte und freundlichere Menschen , aber wenigstens ist es warm :D. > 25 Grad.
    Der erster Tag, ich bin müde, Luca auch also einfach nur ab zur Unterkunft und etwas ausruhen..
    Mit dem Taxi dort angekommen wurden wir sofort eingecheckt, naja was heißt sofort, da mein Englisch leider noch nicht das Beste ist, wurde Luca erst noch mit sämtlichen Informationen zu geballert, was ihn nicht so begeisterte, denn die Müdigkeit war ihm in Gesicht geschrieben.
    Gefühlt eine Stunde später konnten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft machen.
    Es war etwas weiter weg. Wir habe uns für diese unterkunft im Hostel mit privaten zimmer und eigenen Bad entschieden. Nach der anstrengnden Reise brauchen wir unsere Ruhe.
    Wie gesagt die Wohnung sei auch nur 5 Blocks weit weg, okay kein Problem und alos gings ... doch 5 oder 6 Blocks ? und dann rechts oder wie o.O nein an der ersten Türe mit unserer eigentlichen Hausnummer 1551 passte unserer Schlüssel nicht. Also wieder zurück :/ vill. Doch eine früher ?? So was wie Straßenschilder kennen die hier auch nicht wirklich :D egal wir schaffen das schon dachte ich mir nur, nicht stressen.. Die Straßen sind mit Hundekot dekoriert und viel Schatten gibt es auch nicht. Riecht also auch etwas...

    Übrigens ziemlich seltsames Gefühl hier anzukommen und kein Rückflugticket zu haben. Daran müssen wir uns erst gewöhnen, das Leben läuft jetzt anders.

    Nach einer kleinen Pause holte mich der Hunger ein. Meine letzte Mahlzeit war am Vorabend im Flieger, da es zum Frühstück nix für Vegetarier gab, fiel das bei mir aus .. also ab zum Supermarkt.. aber erst noch zur Bank Geld wechseln :D leichter gesagt als getan. Hier ist angeblich der Schwarzmarkt für Dollar grad erst geschlossen worden. Aber auf der Straßen finden dennoch dubiose Tauschgeschäfte statt. Jedoch viel Falschgeld im Umlauf wie uns mitgeteilt wurde.
    Auf unserer tollen Tourikarte wurde uns gezeigt wo wir mehrere Banken finden zum Geld zu wechseln finden können.
    Bei der ersten angekommen kommt Verwirrung auf, die Leute haben Nummern in der Hand und sitzen alle rum, kein Mensch am Schalter und passieren tut auch nichts..alle starren auf einen Bildschirm, das kannst doch nicht sein, kein Mensch wird hier bedient. Hmm okay bei der Seurity nachgefragt - da hier kein Menschen englisch kann, halt auf unseren gebrochenen Spanischkenntnissen. Die Security verwies uns auf eine Wechselstube auf der gegenüberliegende Seite. Doch dort angekommen wirkte das für mich nach dem selben Spiel i grün. Ein Raum 4 Schreibtische und Stuhlreihen die voll waren und schon wieder alle eine Nummer ziehen, nur diesmal gabs auch Angestellte. Also Nummer gezogen, kurz gewartet und bei der Security vergewissert, ob wir hier auch richtig sind. Er erklärte uns dann, dass wir hier doch kein Euro in Pesos wechseln können o.O
    Als er uns zeigte wo wir hin sollen fielen mir die Augen aus dem Kopf. 18 Blocks geradeaus und dann 5 nach rechts ... Nein soweit heute nicht mehr :D .
    Auch wenn der Kurs an unserer Rezeption etwas schlechter ist, war uns das jetzt egal. Ich hab Hunger und bin müde. Also wieder zurück zur Rezeption und Geld wechseln, danach verlief alles ruhig. Einkauf war recht günstig und gekocht wurde dann auch schnell..
    Haben eine Küche die wir uns ab morgen mit zwei Weiteren teilen.
    Jetzt nur noch entspannen Zuhause, sich an den Jet lag gewöhnen. Es ist ja schon 22:15 Uhr  nach deutscher Zeit.
    Und hier geht der Tag erst los. 6:15 P.m. langsam wird es auf den Straßen lauter, doch das wird uns heute nicht stören.
    Jetzt lernen wir noch etwas, Luca Spanisch / Ich Englisch .. und noch ein wenig besprechen wann es wo hin weiter geht
    Die Aussichten sind gut. Meine Freundin Sassi hat uns viele Tipps gegeben und auch einige Angebote gemacht. Ich denke da kommt was in Frage. ;)
    Jetzt aber bald werden wir schlafen gehen...
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  • Day1

    Finaler Tag - Abreise
    Ihr seid eingeladen uns virtuell zubegeleiten, wir freuen uns über eure Teilnahme. 😊

    Endlich ist es soweit. Die ganze Aufregung, die umfangreiche Organisation im Vorfeld, das viele Arbeiten und Sparen, das lange Warten und die unheimliche Sehnsucht werden sich nun auszahlen.
    Nun sitzen wir hier im Flugzeug auf den Weg ins Abenteuer...first Stop - Buenos Aires.
    Ahnungslos  was wir alles erleben werden und wem wir begegnen werden - Ohne festes  Ziel,  mit viel Zeit, voller Freude und Vertrauen und Neugier aufs Unbekannte  gehen  wir mit offenen Armen nach vorne und freuen uns auf eine wunderschöne Zeit.

    Zum Glück hatte ich meinen großen Abschied schon am Sonntag, somit fiel mir der Weg zum Flughafen leichter als Luca ...es war ein Abschied der ihn nochmal alles abforderte. Aber das geht vorbei. Es sind keine Tränen der Trauer, es sind Tränen der Freude und Dankbarkeit an unsere Familien und Freunde ♡ vielen dank euch, dass ihr so an uns glaubt und uns den Rücken stärkt.

    Ich kanns noch immer nicht glauben, vor nicht mal 2 Monaten war dies hier grade mal ein Gedanke für mich, der Gedanke zur möglichen Weltreise. Doch dass das jetzt Realität wird hätte ich nicht gedacht... Doch wer sich seine Träume nicht eingesteht und verfolgt und an Sie glaubt, der sollte schleunigst damit anfangen. Nur wir selbst können Sie zum Leben erwecken.

    Doch eins ist klar, ohne so einen tollen Mann wie Luca wäre das nicht so einfach für mich gewesen und wer weiß, ob ich diesen Weg dann gegangen wäre... egal wir gehen ihn nun gemeisnsam und bereuen keine einzige Minute.. und jetzt .. Ja jetzt kann das Abenteuer starten !!!
    Südamerika wir kommen ... ♡

    Ach ja der Oberknaller war ja noch mein Lieber Schatz, der uns ein klein wenig in Panik brachte :D oder was meint ihr, wenn ihr kurz vorm Check in steht und nicht mehr sicher seid, ob ihr auch wirklich gebucht / bezahlt habt ... das ist bei ein Schock kurz vor Flugantritt. Doch Luca hatte Glück und es hat alles gepasst, also musste ich nicht schimpfen. In Zukunft wird wohl die Chefin Kontrolle machen müssen bei Flugbuchumgen damit so eine Panik nicht mehr Auftritt.

    P.s. unsere Koffer sind sehr leicht. 9,1 und 9,9 Kilo nur.... wird wohl reichen müssen.

    Hasta luego Amigos.
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