Satellite
  • Jan1

    Tai O Village

    January 1 in Hong Kong ⋅ ⛅ 18 °C

    Grundsätzlich wollten wir das andere Hongkong auch noch sehen – ein Fischerdorf auf Stelzen. Anders als in Aberdeen hat es hier zwar keine Hochhäuser, aber hinter dem Dorf dann doch eine Wohnsiedlung, sagen wir es einmal so, welche nicht gerade einen Architekturpreis gewinnen würde – farblos, uninteressant und irgendwie trist. Mit dem Bus vom Buddah kommend waren wir dann vom Anblick schon etwas enttäuscht. Irgendwie passt dies so gar nicht zusammen, auf einer Foto wirkt es jedenfalls nicht wie in Aberdeen, Kontraste, die man sucht? Nein es wirkt störend. Aber es ist die Realität und wahrscheinlich kein Kontrast, sondern nur zeitlich auseinander.

    Noch bevor wir zu den ersten Stelzenhäusern kamen, wurden wir von einem kleinen ohne Pause sprechenden Mann angehäuert, für eine Bootstour. Mit solch ungeplanten spontanen Bootstrips haben wir bis jetzt immer gute Erfahrungen gemacht, sei es in Hamburg, in Krabi oder in Colmar (das war damals wirklich spontan). Das war dann wohl auch der Auslöser, dass wir uns innert Sekunden entschieden und anschliessend auf das Boot sprangen, das bereits am ablegen war. Nur so, könnten wir das Fischerdorf wirklich sehen, meinte jemand, auf der einen Seite natürlich richtig. Schon imposant, wenn man sieht, wie die Leute, welche diesem Dorf treugeblieben sind, auf ihren Stelzenhütten über dem Wasser wohnen. Die Jungen kehren dem Dorf den Rücken zu - die junge Bevölkerung orientiert sich nach der Stadt Hong Kong. Nun, das Dorf lebt angeblich vom Tourismus und nicht mehr unbedingt primär vom Fischfang. Wobei ohne Fischfang, dieses Dorf auch keine Touristen hätte: Die kleinen Läden mit den getrockneten Fischen sind ja dann das gewisse etwas, dass mach sucht und wenn man es gefunden hat, sich fragt, weshalb habe ich das gesucht (der Geruch in den engen Gässchen ist nicht jedermanns Sache).

    Nach fünf Minuten weiss der Bootsführer dann auch nicht mehr, was er uns noch zeigen will ausser Stelzen im Wasser und er prescht raus aus dem Delta ins offene Meer hinaus. Wir sind doch froh, haben wir Jacken dabei, denn wir haben die schönsten Plätze an der Front – die Meeresbrise ist frisch und es ist eigentlich recht unangenehm – jedoch auch überraschend anders. Weniger überraschend war, dass wir die rosaroten Delfine nicht zu Gesicht bekamen, die hier angeblich herumschwimmen, wie wir später erfahren haben. Eindrücklich und einfach anders dieses Fleckchen auf Lantauisland.
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