SabinaSuti

Joined December 2016
  • Day409

    12. - 14. Juli 2018

    Nach rund eineinhalb Monaten im Grünen von Kolumbien, lockt es uns in die Halbwüste (Desierto de Tatacoa). Es ist die trockenste Gegend und daher soll es der beste Ort sein, um den Sternenhimmel zu beobachten. Als wir aber ankommen, fallen einzelne Regentropfen. Zum Glück lichten sich die Wolken bis zum Einbruch der Nacht teilweise. Wir suchen uns eine Sanddüne aus und bewundern den Nachthimmel. Das Spezielle an der Desierto de Tatacoa ist, dass man sowohl den nördlichen als auch den südlichen Sternenhimmel sieht. So sehen wir auf der einen Seite den grossen Wagen und gegenüber das Kreuz des Südens. Wie schon auf unserer gesamten Reise prangt über uns das Sternzeichen Skorpion. In Bewunderung verfallen wir, als wir Venus, Jupiter, Saturn und Mars erspähen. Schön aufgereiht wie auf einer Perlenkette. Übertroffen wird dies nur noch durch etliche Sternschnuppen, wovon zwei extrem gross sind und langsam verglühen.

    Tagsüber erkunden wir die Wüstenlandschaft zu Fuss. Morgens wandern wir zum Aussichtspunkt Ventana (was Fenster bedeutet). Da sehen wir einige interessante Felsformationen. Am späten Nachmittag erkunden wir die roten Steinformationen im Labyrinth. Hier bezaubern uns die roten, durch Erosion geschaffene Formen. Auf einem der vielen Kakteen erspähen wir zum Schluss noch zwei verliebte Papageie.

    Ab hier trennen sich die Wege von Sabina und Suti ein weiteres Mal. Sabina geht für eine lehrreiche Zeit nach Guatapé (nähe Medellín) und Suti ziehts für zwei Wochen in den Amazonas.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day407

    Tierradentro, Colombia

    July 12 in Colombia

    8. - 12. Juli 2018

    Lediglich eine Nacht verbringen wir in der weissen Stadt Popayán, bevor wir uns auf den langen Weg nach Tierradentro machen, um uralte unterirdische Grabkammern zu besichtigen.
    Wieder einmal eine Anekdote zum Thema Transport: Als wir am Busterminal ankommen, heisst es, der Bus um 13 Uhr sei voll. Der nächste gehe erst um halb vier. So lange wollen wir aber nicht warten, da wir, wie wir feststellen werden, KEINESFALLS bei Dunkelheit über den schlammigen, rutschigen und schmalen Gebirgsweg mit einem Bus fahren wollen. (Eigentlich will man das auch bei Tageslicht nicht). So entscheiden wir uns, erst einmal bis zur Zwischenstation Inzá zu fahren und dann auf gut Glück weiterzukommen. Unser kleines Büsli rast dahin, bis es aus der Motorhaube raucht. Na, toll! Ein Loch im Kühler. Durch den Wasserverlust überhitzt der Motor. Erstmal Wasser nachgiessen, Motor abkühlen lassen und dann in gemässigterem Tempo weiterrasen. Diesen Vorgang wiederholen wir einige Male. An einem Ort verschwindet der Chauffeur im Hühnerstall und kommt mit zwei Eiern zurück, schlägt diese in den Wassertank und lässt den Motor aufheulen. Das Ei soll das Loch verstopfen. Wenns hilft... Tatsächlich kommen wir in Inzá an und zwar noch vor dem ein Uhr Bus, der eine Stunde früher in Popayán losfuhr. So können wir gleich reinhüpfen, als dieser einfährt. Zwar stehen wir die nächste Stunde, aber immerhin kommen wir unserem Ziel näher. An der Kreuzung nach Tierradentro steigen wir aus. Nun müssten wir noch rund zwei Kilometer laufen. Oder aber wir nehmen die Offerte des Jeepfahrers an und hüpfen auf seine Ladefläche. Die unzähligen leeren Bierdosen beim Unterstand lassen auf eine fröhliche und nicht ganz nüchterne Truppe schliessen. Trotzdem, einsetzender Regen und schweres Gepäck (mussten uns ja noch eine riesige Hängematte kaufen) erleichtern unseren Entscheid. Alles geht gut, und wir erreichen schlussendlich unser Hostel. Das mit der Reservierung per Whattsapp hat zwar nicht geklappt (Überraschung gleich Null), aber es hat zum Glück noch ein Zimmer frei, in dem die Holzwürmer permanent Holz auf unser Bett runterrieseln lassen. Nach einer Nacht können wir ins Haupthaus wechseln.

    Soviel zur Anfahrt. Tierradentro ist wunderschön im Grünen gelegen und viel weniger touristisch als sein berühmter Nachbar im Süden, San Agustín. Am ersten Tag besichtigen wir die zwei Museen, die uns über das Leben und vor allem über die Bestattungsriten der dort ansässigen Kultur ab dem 6. Jahrhundert v.C. aufklären. Begräbnis Nummer eins ist eine normale Erdbestattung, bei dem den Toten meist Keramikutensilien und Schmuck für ihr nächstes Leben mitgegeben werden. Nach fünf Jahren werden die Knochen ausgegraben und so weit verbrannt, bis sie in eine Urne passen. Diese wird in einem „Hipogeo“ (Grabkammer) vergraben, was das zweite Begräbnis ist. Diese Kammern befinden sich meist in erhöhter Lage auf einem Hügel oder Berg, sind zwei bis zehn Meter tief, mit Säulen und Pfeilern ausgestattet und mit farbigen Mustern sowie Gesichtsskulpturen verziert. Am zweiten Tag besichtigen wir dann die Gräber. Es ist unglaublich eindrücklich und spannend, wie gut manche der Kammern noch erhalten sind. Viele sind aber auch eingestürzt oder gar nicht erst ausgegraben worden. Das Gebiet erstreckt sich über etwa 14 Kilometer, die wir ablaufen. Die Wanderung mit ihrer Landschaft und Aussicht ist einfach wunderschön.

    Memories: In Tierradentro werden mit Unterstützung der Regierung im grossen Stil Kaffeplantagen angebaut; es ist regnerisch und kalt.
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  • Day399

    Salento, Colombia

    July 4 in Colombia

    25. Juni - 4. Juli 2018

    In Salento verfolgen wir, wie nacheinander die Schweiz und Kolumbien aus der WM ausscheiden. Wie die Schweiz es schafft, gegen Schweden nicht weiterzukommen, ist auch eine Leistung. Jedenfalls gibt es für einmal nichts zu feiern. Das Beste ist, dass wir zum Frühstück (als die Schweiz spielt) Riesenpancakes in Form eines Äfflis erhalten. Mmmhh, fein.

    Salento ist ein super herziges Städtchen in der Eje Cafetera (Kaffeedreieck). Trotz vieler Touristen (ausländische wie auch einheimische) hat es sich seinen Charm bewahrt. Dreh- und Angelpunkt ist die erhöht gelegene Plaza Central und die Calle 6 mit ihren Restaurants, Souvenirshops und farbigen Balkonen. Hier auf der Plaza geht die Post ab als Kolumbien spielt. Als sie in der Nachspielzeit gegen England den Ausgleich schaffen, ist das gelbe Menschenmeer vor der riesigen Leinwand nicht mehr zu halten. Die Fussball-WM 2018 wird bei uns wohl immer in Verbindung zu Salento stehen.

    Das Valle Cocora ist ein absolutes Muss, wenn man Salento besucht. Mit dem Willy fahren wir bis zum Naturschutzgebiet, wo die Wanderung beginnt. Die Willis sind kleine Jeeps, auf denen man längs sitzt und bei zu wenig Platz hinten drauf steht bzw. die Dachplane zurückschlägt und in der Mitte aufsteht:). In der Schweiz unvorstellbar. Auf der Wanderung überqueren wir den Fluss wohl etwa fünf Mal auf lotterigen schmalen Brücken:). Wir sind bei weitem nicht alleine. So bilden sich vor den Brücken jeweils Schlangen, da deren Traglast genau eine Person beträgt. So sehen sie auch aus. Trotz der Massen ist es ein schöner Weg und vor allem ein schöner Nebelwald. Zuoberst befinden wir uns dann tatsächlich im Nebel, aber das Wetter ändert im Sekundentakt, so dass wir immer wieder Blicke auf die umliegenden Berge erhaschen. In einer kleinen Gaststube erhalten wir eine heisse Schokolade mit geschmacksneutralem Käse zum Tunken. Gewöhnungsbedürftig. Dort treffen wir zwei Bogotaner und setzen den Weg mit ihnen fort. Der eine ist ziemlich esoterisch veranlagt und klärt uns über positive und negative Energielieferanten auf. Je positiver diese sind, desto leichter fühlen wir uns. Es ist lustig, haben wir doch eben erst ein Buch gelesen, in dem es genau darum geht (the celestine prophecy). Aber unabhängig davon sehen wir schon bald die riiiiesigen Wachspalmen, weswegen wir diese Wanderung überhaupt machen. Wie sie da stolz vereinzelt herumstehen, ein kleiner Palmwedel auf dem über 40 Meter hohen dünnen Stamm, ist schon sehr eindrücklich und einmalig. Die Wachspalme ist der Nationalbaum Kolumbiens.

    In einem Café sehen wir per Zufall auf einem Poster, dass in Armenia (eine Stunde entfernt) die nationale AeroPress Meisterschaft stattfindet. Was für ein Zufall! Haben wir doch selbst eine AeroPress dabei, um Kaffee zu machen. Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen. In einem Saal sind auf der Bühne vier Tische aufgestellt, das heisst, immer vier Kandidaten bereiten innerhalb von acht Minuten einen Kaffee mit der AeroPress zu, der danach von drei Juroren degustiert wird. Auf eins, zwei, drei, zeigen diese mit ihrem Löffel auf den nach ihrem Geschmack besten Kaffee. Gibt es keinen Sieger, hat ein vierter Juror den Stichentscheid. Der Sieger kommt jeweils eine Runde weiter. Es ist lustig, wie alle Kandidaten mit ihrem Köfferchen oder ihrer Tasche daherkommen, das neben der AeroPress eine Mühle, Wasserflaschen, eine Kanne und übriges Geschirr enthält. Der Wettbewerb wird von einem DJ und Kommentatoren professionell begleitet. Und wer meint, Kaffee mit der AeroPress schmecke immer gleich, der irrt. Es kommt auf das Wasser, die Hitze des Wassers, den Druck und die Dauer beim Durchdrücken der Presse, dem Mahlgrad und auf Vieles andere an. Kurz, Kaffee machen ist, wie Wein auch, eine Wissenschaft für sich.

    Memories: Kurzer Fussmarsch zur Momota Farm, wo wir zwei Kaffees degustieren können und dann kaufen:); Vom hauseigenen Berg hat man einen schönen Überblick auf die umliegenden Hügel- und Bergketten; Tagesausflug nach Filandia, das ein kleineres Salento ist (Salento wie vor zehn Jahren). Allerdings ist es auch bei den Einheimischen ein beliebtes Wochenendziel. Zum Glück sind wir am Sonntag dort:). Hier decken wir uns mit Souvenirs ein; 1.8 Liter Sangría sind ev. doch etwas viel...der Fussballnachmittag und Abend, den wir zusammen haben, ist zwar super, der Tag danach weniger.
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  • Day389

    20. - 25. Juni 2018

    Endlich, unser Yoga-Retreat beginnt! Fünf Tage verbringen wir auf der Hacienda Venecia, einer Kaffeefarm in der Nähe von Manizales. Wir haben Riesenglück, dass das Retreat überhaupt stattfindet, da sich keine weiteren Personen angemeldet haben. Somit geniessen wir sozusagen Privatunterricht. Eliesha, unsere Instruktorin, lehrt Iyengar bzw. Alignment based Yoga. Mit ihr haben wir einen Volltreffer gelandet. Sie lehrt uns in den sieben Yogalektionen viele neue Posen und Abläufe und achtet sehr auf eine korrekte Ausführung. Vielen Posen (Asanas) kommt eine tiefere Bedeutung zu und sie sind mit Geschichten oder Sagen aus dem Hinduistischen verknüpft. So steht jede Yogastunde unter einem bestimmten Thema, das uns Eliesha meditationsmässig näher bringt. Es ist einfach super:).

    Zudem sind im Package eine Tanzlektion enthalten, ein Ausflug in die Ecotermales de Otoño, ein Schnupper-Baristakurs, eine Ganzkörpermassage, alle Mahlzeiten und natürlich unlimitiert Kaffee. Auf dem Gelände gibt es auch mehrere Wanderwege, für die wir aber fast keine Zeit haben. Schliesslich hat es auch noch einen Pool und Hängematten. Lesen möchten wir auch noch und ausruhen nach den anspruchsvollen Yogastunden täte auch gut. Viel zu schnell ist’s vorbei.

    Nach dem Retreat verbringen wir eine Nacht in Manizales (brrr kalt, 2150 m.ü.M.) und schauen die Partie Polen - Kolumbien. Gleich 3:0 gewinnt Kolumbien, was mit viel Lärm und Gehupe gebührend gefeiert wird. Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg nach Salento.

    Yogafotos folgen...
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  • Day385

    Medellín, Colombia

    June 20 in Colombia

    10. - 20. Juni 2018

    Unerwartet lange bleiben wir in Medellín. Das liegt nicht zuletzt an unserem Airbnb, das gleichzeitig ein Yogastudio ist. Als Gäste können wir gratis an den Lektionen teilnehmen, was wir rege nutzen. Dafür dürfen wir das Haus nur verlassen bzw. betreten, wenn keine Stunde stattfindet, was zuweilen ziemlich einschränkend ist.

    Wir nehmen an einer super spannenden und informativen Graffiti-Tour teil. Diese führt uns in das Viertel Comuna 13, das in den Achtzigerjahren - wie ganz Medellín - unter der skrupellosen Gewaltherrschaft des Drogenbosses Pablo Escobar litt. Nachdem er 1993 ermordet wurde, teilten sich verschiedene Guerilla-Banden das Gebiet. Der bewaffnete Konflikt erreichte seinen Höhepunkt, als sich Paramilitärs formierten und in das Viertel eindrangen. Erst in den Nullerjahren eroberte das Militär mit der Operation Orion das Gebiet zurück. In den folgenden Jahren und bis heute
    investierte die Regierung viel Geld in die Infrastruktur, die Wirtschaft und den Wiederaufbau. So wurden Gondelbahnen gebaut, die die Armenviertel mit der Stadt verbinden und so zunehmend eine demografische Durchmischung schaffen. In der Comuna 13, das an einem Hang liegt, wurden Rolltreppen gebaut, um das gesamte Gebiet besser zugänglich zu machen. Es gruppierten sich verschiedene Künstler, die Graffitis an die Mauern malen, die von ihrer Vergangenheit, Hoffnung und Zukunft erzählen. Sie wollen so ein Zeichen der Präsenz und Erinnerung setzen. Heute sind über 90 Mauern kunstvoll bemalt. Bekanntester Künstler ist Chota13, der immer noch in der Comuna 13 wohnt. Er malt vorwiegend Frauengesichter, die von Dschungeltieren, hauptsächlich Vögeln, umrahmt sind.

    Wir machen einen Tagesausflug nach Guatapé und zum Piedra del Peñol. Dies ist ein riesiger Fels mit über 650 zu erklimmenden Stufen. Oben hat man eine spektakuläre Aussicht auf den riesigen künstlichen See, der sich mit vielen Armen um bewohnte und unbewohnte Inselchen schmiegt. Auch das kleine Dörfchen Guatapé, das wir nach kurzer Tuktuk-Fahrt erreichen, ist definitiv einen Besuch wert: farbige Häuser, mit Figuren dekorierte Hauswände, Pflastersteine und viele Souvenirläden;).

    Einen Tag wandern wir im Parque Arví. Diesen erreichen wir mit zwei Metros und zwei Gondelbahnen nach etwa eineinhalb Stunden. Kaum aus der Gondel gestiegen, befinden wir uns bereits im mercado artesanía (Lokalmarkt), der uns mit seinen frischen Früchten, Zöpfen(!), Kaffee und weiteren Spezialitäten begeistert. Aber stimmt, wir wollten ja eigentlich wandern. Die Beschilderung ist eher dürftig, aber dank unserer App maps.me finden wir immer wieder einen Weg. Es wird dann mit 18 Kilometern doch eine ziemlich lange Tour und wir sind froh, als wir wieder bei der Gondel ankommen (und nochmals durch den Markt schlendern können). Wir haben zwei wunderschöne Motmots gesehen und einen guten Ausblick über Medellín gehabt.

    Des weiteren hat die Fussball-WM in Russland begonnen und wir schauen die eine oder andere Partie in den Vierteln El Poblado (Portugal-Spanien) und Laureles (Brasilien-Schweiz:)). Es ist aber schon gewöhnungsbedürftig, am vormittag oder frühen Nachmittag Fussball zu schauen. Es steht dann auch nur Suti für die Kolumbienpartie auf; die beginnt um sieben Uhr morgens...

    Wir machen einen Abstecher ins Citycenter, um das Museo Casa de la Memoría zu besuchen. Hier erzählen Zeitzeugen von der brutalen Ära der Drogen, Guerilla- und Paramilitärkämpfe, die sich von den 1970er bis 2000er Jahren abspielten. Sehr eindrücklich, unvorstellbar und unfassbar was sich in dieser Zeit alles ereignete. Auf dass dies in Erinnerung bleibt und sich nie mehr wiederholen wird. Lichtblick ist das Schweizer Café-Bistro Bundi, das in Gehdistanz zum Museum liegt. Der Schweizer Lukas hat hier mit seiner kolumbianischen Frau erst kürzlich sein Lokal eröffnet. Zu seinen alternierenden Mittagsmenüs gehören Älplermakronen und Zürcher Geschnetzeltes:).

    Memories: zwei Übernachtungen im Touriviertel El Poblado -> Souvenireinkäufe; Kino (Oceans 8) besucht -> das Kino ist in einer Mall, die bereits geschlossen hatte. So haben wir (mit Einheimischen) den Eingang eine geschlagene halbe Stunde gesucht; Arepa Chócolo (Maistasche mit Käse) und Lulosaft (grapefruitähnlicher Geschmack) probiert; Besuch des Internationalen Tangofestivals im Teatro Metropolitano in Medellín.
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  • Day375

    Minca, Colombia

    June 10 in Colombia

    6. - 10. Juni 2018

    Das kleine Dörfchen Minca empfängt uns mit angenehmen Temperaturen. Es liegt im nördlichsten Kaffeeanbaugebiet von Kolumbien und eignet sich gut zum Wandern. So wandern wir zu den Wasserfällen Pozo Azul, wo wir ein erfrischendes Bad nehmen.
    Den Aufstieg der langen Rundwanderung am nächsten Tag kürzen wir mit Mototaxis ab. Dazu schwingen wir uns je auf ein wartendes (bemanntes) Motorrad und rasen die Schotterstrasse hinauf. Danach gehts zwischen Kaffeeplantagen und an abgelegenen Fincas vorbei durch die schöne Waldlandschaft. Als plötzlich Regen einsetzt, suchen wir Zuflucht bei einem kleinen Häuschen. Die hier wohnhafte, etwas demente, Mamá Tila ist etwas überrascht über unseren unverhofften Besuch. Wir bieten ihr von unserem Schweizer Zopf an und werden von ihr mit süssem Kaffee und Bananen verköstigt. Wir erfahren einiges über das eher einsame Leben hier draussen. Den Tag schliessen wir mit einem Irish Stew ab und lauschen den Geschichten von Niall, der zu Zeiten von FARC und Paramilitär von Irland hierhin ausgewandert ist.

    Mit einer Übernachtung nahe dem Flughafen von Santa Marta verabschieden wir uns von der Karibikküste und freuen uns auf Medellin.

    Memories: Bei der französischen Panadería gibts feines Pan de Chocolate und im Mini-Mercado finden wir Zopf und Bananenbrot mit Dörrfrüchten; VivaAir ist die Billigfluglinie von Kolumbien, wer wie wir und viele andere Touristen den Boardingpass nicht vorgängig ausdruckt, bezahlt horrende 10$ pro Person beim Check-in;
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  • Day371

    Cartagena, Colombia

    June 6 in Colombia

    30. Mai - 6. Juni 2018

    Cartagena ist umgeben von einer dicken Stadtmauer, die die Spanier Anfang des 17. Jahrhunderts bauten, um sich vor Piraten zu schützen. Zuvor plünderte der britische Pirat Sir James Drake die Stadt und hinterliess sie nahezu ruiniert. Trotzdem brauchte die spanische Krone über 25 Jahre bis die Mauer endlich errichtet werden konnte. Bürokratie gab es schon damals;).

    Die engen Gassen mit ihren schönen farbigen Kolonialhäusern sind wunderschön. Fast alle Häuser haben Erker oder kleine Balkone, die reich mit Blumen geschmückt sind. Leider ist es zu dieser Jahreszeit schwülheiss, so dass wir für einmal froh sind um klimatisierte Cafés und Restaurants. Aber am Besten geht man zwischen 10 und 16 Uhr gar nicht raus:). Wir machen denn auch wirklich nicht viel, zumal Sabina auch noch eine Darmverstimmung hat (doch, doch, das Hahnenwasser ist trinkbar - genau). Überall wird man von fliegenden Händlern angesprochen, die kolumbianische Fussballshirts, Bilder, Zigarren, Hüte, Selfiesticks, Bonbons, Touren und sonstiges Zeugs verkaufen wollen, das wir ganz bestimmt nicht brauchen. Mit der Zeit echt nervig. Nach einer Woche verlassen wir Cartagena Richtung Norden nach Minca.

    Aber natürlich nicht, bevor wir unser einjähriges Reisejubiläum gebührend gewürdigt haben. Zur Feier des Tages gibt es ein feines Glas Rotwein und argentinisches Parilla (Fleisch auf Grill), das von Sutis Eltern gesponsert wurde. Vielen Dank!

    Memories: sehr interessantes Museo Naval de Marine, das die Geschichte der Marine Cartagenas erklärt; Museo del Oro (Goldmuseum) besucht; Plaza de Trinidad in „unserem“ Stadtviertel Getsemaní ist der Place to be; Zufälligerweise wird der Gründungstag von Cartagena gefeiert, während wir dort sind: Hauptsache, die Musik ist ohrenbetäubend laut. Die Lautstärke ist erst 500 Meter entfernt auszuhalten; im Stadtviertel San Diego wieder auf Restaurant gestossen, in dem ich bereits vor drei Jahren mit Nicole gegessen habe;).
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  • Day366

    Eis Jahr unterwegs!

    June 1 in Colombia

    Hüt vor eim Jahr sind mir is Flugzüg gstiege und losgreist. Bald hämmer gmerkt, dass en Plan zwar guet isch fürd Ideesammlig und zum de Überblick zbhalte, aber genau so schnell überholt isch wienes Jahresbudget (das heisst, de Plan isch eigentlich scho veraltet, wenn d Reis oder s Jahr afangt;)). So isches zum Bispiel überhaupt nöd vorgseh gsi, dass mir vo Chile uf Mexiko flüged und knapp zwei Mönet i dem Land bliebed. Au drei Mönet Costa Rica isch nöd i dere Form ufem Plan gstande. Da defür händ Kuba, d Antille und alli Pazifikinsle uf dere Reis kein Platz meh.

    Und ja, es stimmt. Ziit vergaht schnell. Aber mir reised nöd zum üsi Füess i möglichst vielne Länder uf de Bode zsetze - sondern zum d Länder und d Lüt richtig kennezlerne, zum Neus chöne uszprobiere und au zum innehalte und eifach mol en Tag ide Hängematte zligge und gar nüt zmache. Mir sind üs bewusst wie privilegiert mir sind, das alles dörfe zerlebe. Mir gnüssed eifach d Ziit und üs.

    Das isch di zweit Folg „Philosophie“ gsi mit de Hauptdarsteller Suti und Sabina:))). Di dritt Folg gits i guet zwei Mönet live ide Schwiiz. Nöd verpasse.
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  • Day364

    24. - 30. Mai 2018

    Vom kleinen Hafenörtchen Puerto Lindo läuft unsere Segelyacht Quest aus. Gerne wären wir länger in Panama City geblieben, aber für Ende Mai haben wir kein geeignetes Schiff gefunden: Entweder zu viele Passagiere für die Grösse des Bootes, Partyboot, kein Segelboot, bereits ausgebucht oder schlechte Bewertungen. Finally finden wir DAS perfekte Schiff und sind dafür gerne bereit, einige Tage früher wie geplant aus Panama abzureisen. Nur dieses Schiff hat unlimitiert Wasser an Bord, am meisten Platz und ausschliesslich Doppelkabinen (wobei Suti und ich im Salon schlafen). Nur der erste Eindruck vom schwedischen Captain ist etwas schräg: wir müssen uns alle morgens um zehn Uhr zur Vorbesprechung treffen, inklusive Passabgabe; die Besprechung geht zehn Minuten, der Treffpunkt zur Abreise wird jedoch erst auf sechs Uhr abends veranschlagt. Lange Gesichter bei unseren Mitseglern, da man in Puerto Lindo nun wirklich nichts machen kann. Zum Glück haben wir immer noch unser Hostel und können dort einen entspannten Tag verbringen und den Kolibris beim Nektar naschen zuschauen.

    Dann geht es los! Nach einem ersten feinen Kennenlern-Abendessen auf dem Segelboot, lichtet unser Captain den Anker und wir fahren los. Wir sind elf Personen aus der Schweiz, Frankreich, den USA, Schweden und Holland plus der schwedische Captain und die französische Superköchin und zukünftige Captin. Leider fahren wir mit Motor und ohne Segel, da der Wind fehlt. Dafür ist das Meer sehr ruhig, was unseren Mägen wiederum zugute kommt. Da es unter Deck dennoch stark schaukelt, schlucken wir vorsorglich Pillen gegen Seekrankheit;).

    Am nächsten Morgen befinden wir uns im Paradies. Um uns herum liegen mehrere kleine Inseln mit Kokospalmen und Sandstränden, viele davon unbewohnt. Das sind die San Blas Inseln, die noch zu Panama gehören. Beim Schnorcheln sehen wir viele Fische, sogar einen Hai (Nurse shark), und schöne Korallen. Die Farben sind kräftig, das Wasser warm und die Sicht gut. So geniessen wir die nächsten drei Tage mit essen, schnorcheln, lesen und sünnele. Immer wieder fahren wir andere San Blas Inseln an. Bei einer gehen wir an Land und kriegen vom dortigen Inselchef einen Coco Loco. Eines unserer leckeren Abendessen wird im Boot herangepaddelt: Lobster (Langusten) - ein Traum. Weniger ein Traum war die eine Nacht, in der wir von Sandflies (kleinen, extrem fiesen Sandmücken) überfallen werden. Sabinas Beine und Arme sind übersät, das Jucken ist fast nicht auszuhalten.

    Danach ist das kurze Paradiesleben vorbei und wir fahren (leider nur kurz mit gehisstem Segel) einen Tag und eine Nacht durch, bis wir im Hafen von Cartagena ankommen. Das letzte Abendessen wird serviert, das letzte Mal strecken wir die Beine im Salon aus, das letzte Frühstück wird angerichtet und dann setzen wir unsere Füsse das erste Mal auf kolumbianischen Boden. ¡Bienvenidos, chicos!

    Memories: In Colón 200$ aus Rucksack gestohlen.
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  • Day358

    Panamá City, Panamá

    May 24 in Panama

    21. - 24. Mai 2018

    Was kann man von einer Hauptstadt erwarten, die jahrzentelang von Amerika geprägt wurde (Panama-Kanal), beliebtes Auswanderungsziel der nordamerikanischen Pensionäre ist und deren Währung der US$ ist? Genau. Riesige Wolkenkratzer, heruntergekühlte Restaurants und Taxis, die jedem Kühlschrank Karriere machen. Das ist aber nur die eine Seite von Panama City. Die andere Seite, der alte Teil (Casco Viejo), ist wunderschön. Verfallene Kolonialbauten, die nun renoviert werden. Manche bestehen nur noch aus einer dicken Mauer, die mit Holzbalken gestützt wird. Dieser Stadtteil versprüht so viel Charme, dass wir uns fast jeden Abend dort wiederfinden. Für uns heisst dies jeweils eine Stunde laufen oder ein paar Stationen mit der Metro fahren und dann zwanzig Minuten laufen. Aber die Promenade, die entlang der Bucht angelegt wurde und die verschiedenen Stadtteile verbindet, ist wunderschön und auch nachts sicher. Es hat Vorteile, die reichste Stadt Zentralamerikas zu sein. Im Casco Viejo schlendern wir herum, shoppen Souvenirs, essen Happy Hour-Sushi, trinken Happy Hour-Mojitos, finden ein herziges Restaurant mit Garten (und somit ohne Klimaanlage) und eine Rooftop-Bar mit toller Aussicht auf den modernen Stadtteil. Wow!

    Es ist ein Meisterwerk! Gigantisch!Wir stehen auf der Aussichtsplattform und schauen auf den Panamakanal hinunter. Soeben wird ein riesiges Containerschiff in die Schleusen des Kanals hineinbugsiert (darauf haben wir zwei Stunden gewartet; da der Kanal nur als Einbahn befahrbar ist, wird alle zwölf Stunden die Richtung gewechselt). Von der Seite schieben kraftvolle Boote das Riesenschiff in die richtige Position. Sobald es die Schleusen erreicht, übernehmen links und rechts kleine Elektrolokomotiven die Navigation; diese werden mit Stahlseilen vorne und hinten mit dem Schiff verbunden. Es dauert etwa vierzig Minuten bis das Schiff durch beide Schleusen durch ist und die 16 Meter abgesenkt wird, um danach in den Pazifik auszulaufen. Währenddessen zählen wir etwa 700 Container auf dem Schiff. Danach sehen wir das Schauspiel noch bei einigen anderen Schiffen, aber das erste (da das grösste) beeindruckt uns am meisten.
    Das dazugehörende Museum erklärt die Entstehung des Kanals; interessant und sehr informativ. Der rund hundertjährige Bau ist ein Meisterwerk. Zehntausende Arbeiter verloren ihr Leben wegen Krankheiten (Gelbfieber, Dengue) und unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Vor zwei Jahren wurde, nach zehn Jahren Bauzeit, die Erweiterung des Kanals fertiggestellt (zusätzliche grössere Schleusen auf der Pazifik- und Atlantikseite und Erweiterung der Zufahrtskanäle).

    Einen ganzen Nachmittag verbringen wir in der riesigen Shopping-Mall Albrook. Wir benötigen dringend ein schützendes Shirt zum schnorcheln und Suti neue Trekkingschuhe. Sportsachen zu kaufen ist allerdings eine schwierige Angelegenheit in Lateinamerika. Wir sind aber zuversichtlich, da unsere Hostelbesitzerin sagte: „Findest du es nicht in dieser Mall, existiert es nicht in Panama“. Sie soll recht behalten. Die Situation ist nur kurz etwas prekär, als Sabina superleichte Trekkingschuhe findet, die sie zwar nicht unbedingt braucht, aber trotzdem kauft:). Sutis Schuhgrösse beim Männerexemplar ist ausverkauft. Im nächsten Sportgeschäft passt auch nichts richtig, aber wir kommen auf die Idee, dass er ja mein Schuhmodell probieren könnte (ja, die Auswahl ist begrenzt). Fazit: Suti und Sabina sind nun Schuhzwillinge...

    Memories: Unser Hostel ist zwar geografisch gut gelegen, aber umringt von Wolkenkratzern; Wanderung im Nationalpark Metropolitano - stadtnah, aber trotzdem ruhig und mit schöner Aussicht. Motmot gesehen; mit dem Zug fahren wir bis nach Colón (Kolumbus) am Atlantik. Der künstlich angelegte Gatúnsee ist gigantisch.
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