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  • Day17

    Lake Palace Periyar Wildlife Sanctuary

    February 17, 2012 in India

    Nach dem Frühstück, bereits um 07:30 Uhr, ging unsere Trekkingtour mit einem Parkranger als Führer los. Wir sahen eine Menge Vögel, auch wilde Büffel und auf dem Rückweg dieser dreistündigen Tour einen Wildhund.
    Das größte war aber, als uns ein anderer Parkranger, der uns mit seinem Gast entgegenkam, signalisierte, leise zu sein und in Richtung des Unterholzes zeigte. Dort lag ein (schlafender?) Elefant nur etwa 30-40 Meter von uns entfernt. Unser Führer (er wollte uns sicher nur "unseren", bisher auf unserer Tour fehlenden Elefanten bieten), hatte nichts besseres zu tun, als den Elefanten mit einem Ast zu bewerfen und dadurch zu wecken. Der war natürlich extrem sauer und ging sofort auf uns los. Unser Führer rannte auf uns zu und rief nur noch mit weit aufgerissenen Augen, panisch, "go, go,go" und schon liefen wir alle durcheinander durch den indischen Dschungel. Verena, unser Guide und der Gast des anderen Parkrangers liefen nach links in den Dschungel, der andere Parkranger nach rechts und ich geradeaus (falscher Weg, denn wem lief er hinterher? - natürlich mir).Ich dachte nun hat mein letztes Stündchen geschlagen, denn er war wirklich sauer und auch sehr schnell. Dann blieb ich auf meiner Flucht in Brombeersträuchern ähnlichem Gestrüpp hängen, fiel hin und konnte auch nach vorne nicht mehr weiter. Da ich auf meiner Flucht zuvor schon aus den Augenwinkeln sah, wie der Elefant armdicke Baumstämme platt machte (die mich immer wieder aufhielten), dachte ich mir "so jetzt ist Schluß". Doch dann blieb der Elefant ca. 10 Meter von mir entfernt (scheißnah war das) auf einmal stehen, trötete genervt und bewegte sich dann gemächlich von mir weg (wahrscheinlich hat er mich, als ich da im Gestrüpp am Boden lag, nicht mehr gesehen). Da erst bemerkte ich, daß sich mein rechter Arm nass anfühlte. Na ja, er war durch den Sturz in das Dornengestrüpp, blutüberströmt. Auch am Kopf hatte ich ein paar Kratzer, die eine Blutspur über meine rechte Gesichtshälfte verursachten. Ich wartete bis der Elefant nicht mehr zu sehen war und machte mich dann auf den Weg in die Richtung wo ich den Dschungelrand vermutete. Ich versuchte es erst mal mit zwei, drei leisen "Hallo", mir fiel nämlich ein, dass in diesem riesigen Wildlife-Park auch ca. 40 Tiger leben. Ich machte mir richtig große Sorgen um Verena, traute mich aber wegen meiner Gedanken (Blut, Tiger.....) nicht mehr zu rufen. Nach ein paar Minuten hörte ich dann ein entferntes Hallo, es war der andere Führer, von Verena und den anderen war bis dahin nichts zu hören und zu sehen. Wir beide kämpften uns durch das Unterholz (Gott sei Dank kannte er den Weg) zum Dschungelrand. Nach mehreren, nun lauteren Hallos bekamen wir von entfernt Antwort und nach ein paar Minuten waren wir wieder alle zusammen. War ich froh Verena unverletzt zu sehen. Ihr bot sich natürlich von mir ein anderes Bild - mein rechter Arm war blutüberströmt, Gesicht leicht blutig und auch die Hose zerrissen und voller Blut. Wir wuschen meinen Arm mit einer Flasche Mineralwasser ab und dann sah es schon gar nicht mehr so schlimm aus. Hier bleibt mir noch Verena's erster Schock-Ausspruch in Erinnerung: "...er blutet immer so stark".
    Unserem Führer tat das alles natürlich sehr leid und er hat sicherlich einen Riesen-Anschiss dafür kassiert - wir hingegen versicherten ihm, dass wir ihm keine Vorwürfe machen.
    Als wir dann mit dem Boot auf unserer Insel im Lake Palace ankamen, war mein rechter, total zerkratzter Arm und meine blutige Hose eine mittelgroße Sensation und alle, vom Hotelmanager, Koch bis zum Boy waren sehr besorgt.
    Verena und ich ruhten uns dann bis ca. 15:00 Uhr aus und machten dann die Boatingtour mit, bei der wir viele Fotos machten (auch von Elefanten, diesmal aber aus sicherer Entfernung). Danach duschten wir, dann Abendessen und früh ins Bett. Morgen geht es ganz früh los nach Kochi.
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