Jan-Philip Knirsch

Joined July 2014
  • Jul20

    Gestern haben wir uns dann auf den Weg zurück nach Mexiko gemacht. Zu unmenschlicher Uhrzeit (7:15h) packten wir unser Zeug und fuhren mit der Fähre nach Belize City, wo wir Vanessa verabschiedeten, die zurück nach Bacalar fuhr. Da wir noch ein bisschen Zeit bis zur Abfahrt unseres Busses hatten, entschieden wir (Conny) uns, noch ein wenig durch die Stadt zu laufen, um dem Kriminalitäts-Gefahr-Mythos auf den Grund zu gehen… Und siehe da: Alles für die Katz! Die Straßen und Gebäude zeugen zwar von viel Armut des Landes, die Leute sind jedoch herzlich und offen und bis auf das übliche alle zwei minütige „You want some weed man?“ war von Kriminalität und Gangs nicht viel zu spüren. Das mag natürlich auch daran gelegen haben, dass wir nicht durch die besonders Armen Bezirke liefen oder in den Randbezirken unterwegs waren, insgesamt waren wir aber positiv überrascht von der Stadt. Das Ganze wurde dann noch gekrönt von einem Typ, der uns zunächst die Fähre ans Herz legen wollte und dann nach der Gras-Frage und ein wenig Smalltalk, indem es darum ging, dass wir nicht so sehr an den touristischen Orten der Stadt interessiert seien und ob er uns etwas anderes empfehlen könne, anbot, mit uns eine kleine Tour durch die „local parts“ zu machen.
    Wir folgten ihm durch Kleinstraßen, Pfade und Hinterhöfe und er zeigte uns sein Geburtshaus, seine Schule, seinen Barbershop und erzählte viel über Belize und seine Leute. Dabei hatte er zwar stets seine betont lässig coole Haltung, letzten Endes schien es ihm aber doch Freude bereitet zu haben, uns seine Gegend näher gebracht zu haben.
    Dankbar verabschiedeten wir uns und liefen in Richtung Busterminal. Von dort aus fuhren wir mit dem Local Bus (=ein einziger freier Sitzplatz, also Stehen oder auf dem Boden Sitzen angesagt) in Richtung Grenze. Glücklicherweise leerte sich der Bus mit der Zeit, sodass wir irgendwann beide saßen und schliefen. An der Grenze angekommen überquerten wir die belizeanische Grenze (Ausreisegebühr 20€) und standen plötzlich in der zona libre, wo wir eine Weile lang zwecks irreführender/mangelnder Beschilderung herumirrten, bis sich schließlich ein Taxifahrer unserer erbarmte und uns mit zur mexikanischen Grenze und von dort bis nach Chetumal mitnahm, von wo aus unser nächster Bus fuhr. In Chetumal hatten wir dann nach dem Kauf der Tickets noch ein paar Stunden totzuschlagen (geplante Abfahrtszeit war 2 Uhr morgens) und setzten uns mit ein paar Bier in einen Park. Auf dem Weg zum Supermarkt lernten wir dann noch einen Einheimischen kennen, der uns eine Karaoke Bar versprach, letztens Endes aber in ein Casino mitnehmen wollte, welches uns aufgrund unserer Strand-Klamotten nicht reinlassen wollte :D
    Nach einer Weile schafften wir es, den trinkfreudigen Mexikaner abzuschütteln und setzten uns für die restliche Zeit ins Busterminal. Mit nur 30 Minuten Verspätung kam dann der Bus und wir durften endlich in den klassischen unruhigen, von mehreren Haltestellen unterbrochenen Bus-Schlaf fallen.

    Nun sind wir in Palenque angelangt, einer verschlafenen, aber schönen Stadt, in der wir heute Mittag zum ersten Mal treppengestiegen sind, weil wir erstmals auf unserer Reise das Flachland verlassen haben. Die erste Nacht verbringen wir noch in einem günstigen Hostel und morgen machen wir uns dann auf den Weg zu einer der größten Maya-Ruinen Mexikos.
    Gute Nacht und bis ganz bald diesmal! Bilder von Belize und Palenque folgen.
    J&C
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Jul17

    Conny's Tag

    July 16 in Belize

    Vor 06:00 klingelte der Wecker. Es brauchte keine 10 Sekunden bis ein Adrenalin-Noradrenalin-Cortisol-Cocktail durch meine Adern jagte und jegliches Gefühl von Müdigkeit vertrieb, denn heute war es so weit: Tauchen im blue hole und der half-moon caye! Der Tag versprach also, ein ganz besonderer zu werden und somit wartete ich um 06:15 am Hafen. Mir wurde von dem Reisebüro versprochen, jemand würde auf mich warten und mir das richtige Boot zeigen usw… Dem war dann allerdings nicht so, dennoch fand ich das richtige Boot ohne Probleme. Ok, vielleicht muss ich richtigkeitshalber noch erwähnen, dass es auch nicht so viele andere Boote gab. Wieder fand ich mich in einer sehr bundgemischten Gruppe wieder: Japan, Texas, Niederlande und Israel. Ich begrüßte den Kapitän und begann mit meiner bereits zurechtgelegten Erklärung, warum ich im blue hole ebenfalls bis zu der maximal erlaubten Tiefe von 42m tauchen dürfen sollte (Ergänzung hierzu: meine Tauchlizenz erlaubt Tauchgänge bis zu einer Tiefe von 18m). Er entgegnete, ich solle mir die Luft lieber für den Tauchgang sparen und das sei kein Problem, wenn ich mir das zutraue. Die zwei anderen schon fortgeschrittenen Taucher verdrehten die Augen, ließen das Ganze allerdings unkommentiert. Somit ließ der Kapitän drei 200 PS Motoren aufheulen und wir schossen los. Mit der Entschlossenheit eines Navy Seals im Einsatz und einem dementsprechenden Gesichtsausdruck ließ er die 600 Ponys uns mit solch einer Motivation in Richtung des sagenumwobenen blue holes tragen, dass es immer wieder Momente gab, in denen das Boot das Wasser nicht mehr berührte. Nach zwei Stunden verlangsamte er das Tempo und dann war es soweit, wir überquerten die Außenseite des blue holes und fuhren einmal direkt darüber hinweg. Das Tauchteam bestand aus drei Personen, während der Rest nur Schnorchelte. Wir legten das Equipment an und alles kribbelte vor Vorfreude, als ich endlich wieder einen wetsuit anlegte. Maske, Flossen, Flasche an und ab ins Wasser. Kann man so viel Glück fassen? Ich fühlte mich wie Jacques Cousteau, als er vor knapp 50 Jahren das blue hole erforschte und einen Stalaktit barg, der noch heute untersucht wird und mit dessen Hilfe das bis zu 20.000 Jahre zurückliegende Klima detailliert rekonstruiert werden kann. Der divemaster war von dem gleichen Schlag wie der Kapitän und trichterte uns ein, dass wir nur wenige Minuten für den Abstieg haben, da wir sonst nicht genug Bodenzeit aufgrund der Gefahr einer Stickstoffintoxikation hätten. Also die Luftversorgung in den Mund, Luft aus der Jacke und es ging runter in das insgesamt 125m tiefe Loch. Der Druckausgleich funktionierte glücklicherweise einwandfrei und es ging tiefer und tiefer. Wir kamen and mehreren meterlangen Stalaktiten vorbei und tauchten zwischen ihnen durch. Das Licht schwand zunehmend, von Riffhaien leider keine Spur. Schließlich stoppte der divemaster und wir tauchten in einer Tiefe von 41,5m einmal das blue hole an der Außenseite entlang. Ich hätte das Aufsteigen eines dezenten Panikgefühls nicht leugnen können, der erwartete Tiefenrausch blieb größtenteils aus. Nach dem Tauchgang ging es weiter zur half-moon caye. Einer der traumhaftesten Tauchgänge meines Lebens: Durch Riffspalten, begleitet von einem sehr zutraulichen über einen Meter großen Fisch, der mich auch um ein gemeinsames Selfie bat. Die absolute Krönung waren 3 Haie, die sich uns zum Teil auf unter einen Meter annäherten. Nach dem Mittagessen auf einer kleinen einsamen Trauminsel ging es zum letzten Tauchgang zum sogenannten Aquarium. Dieses Tauchrevier hatte sich seinen Namen auch redlich verdient und wir waren während des Tauchens von etlichen verschiedenen Fischen umgeben. Mit einem nicht ausformulierbaren Gefühl von Glück, Erschöpfung, Stolz und Begeisterung ging es zurück an den Hafen der Caye Caulker und ich traf Jan und Vanessa wieder.
    Conny
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  • Jul17

    You better Belize it

    July 16 in Belize

    Auf Caye Caulker, unserer einzigen Destination in Belize, haben wir nun 3 Tage verbracht, wie sie entspannter nicht sein könnten. Aufgrund der Größe erinnert die Insel ein wenig an Isla Mujeres, die Straßen sind hier jedoch noch aus Sand und sowohl die Leute als auch die Häuser sehen ganz anders aus. Wie erwähnt sind die Touristen hier sehr leicht anhand ihrer Hautfarbe von den Einheimischen zu unterscheiden und die bunten Holzhäuser sowie der aus jeder Bar schallende Reggae verleihen dem Ort ein karibisches Flair. Unser Hostel war ein gemütlicher Innenhof, welcher mit Hängematten, Sitzgelegenheiten und einer Küche ausgestattet war und von den Schlafsälen und Einzelzimmern umgeben war, die ebenfalls bunte Bretterbuden waren. Dort lernten wir viele spannende, verrückte und interessante Menschen und Geschichten kennen, zwischen einem Ukrainischen Revolutionskämpfer (Daniel) und einem Deutschen (Ricardo), der gerade eine Startup-Firma gegründet hatte war hier alles an Leuten dabei. Mit Ricardo, den wir liebevoll gegen seinen Willen Rocky tauften, verstanden wir uns auf Anhieb sehr gut und werden ihn hoffentlich in Guatemala wieder treffen. Die Stimmung im Hostel war insgesamt sehr entspannt. Abends wurde zum Teil zusammen gekocht. Einmal kochte Peter (aus Polen) unglaublich leckere Lobster, an einem anderen kauften wir ein paar Fischern einen frischen red snapper ab und brateten diesen an.
    Was tagsüber ein wenig schade war, ist dass die Insel keinen wirklichen Strand hat und das Verständnis von einem schönen Tag am Meer bei vielen der Insel-Bewohner scheinbar an durchgehend laute Musik-Beschallung und das Zusammensein und gemeinsame Betrinken möglichst vieler Leute auf engstem Raum gekoppelt war.
    Glücklicherweise hatte Caye Caulker eine circa 30 Meter entfernte Schwesterinsel, die größtenteils von den Malle-Touristen unbesucht blieb und von der aus die Musik auf ein erträgliches Niveau herabgesenkt war. Somit verbrachten wir zwei Nachmittage an der kleinen Bucht der Schwesterinsel und die restliche Zeit mit interessanten Gesprächen, viel Sonne, gutem Essen und ganz viel Erholung (wovon?). Conny entschied sich außerdem noch, einen Tag mit Tauchen zuzubringen, diesen Teil darf er in einem eigenen Eintrag beschreiben.
    Jan
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  • Jul15

    Am 13. hieß es dann Abschiednehmen von der Oase und Aufbruch nach Belize – mit dabei: Vanessa, die sich spontan entschieden hatte, uns zu begleiten um ein bisschen dem Alltagtrott zu entkommen.
    Unter anderem ihretwegen entschieden wir uns dann auch gegen das Trampen und fuhren so im klimatisierten 1ste-Klasse Bus nach Belize. An der Grenze kam dann der erste spannende Moment: Die Ausreisegebühr (ca 25€ pP) traf uns höher als erwartet und so mussten dann die letzten Münzen herausgekramt werden und wir schafften es mit einer Punktlandung (und einem kleinen Rechenfehler der Beamten), die Summe zu erreichen. Die Grenze zwischen Mexiko und Belize ist außerdem insofern erwähnenswert, da es dort eine zona libre / free zone gibt, also einen geschätzt 3 Kilometer breiten Streifen mit einem kleinen Dorf, in dem sowohl Belizeaner und Mexikaner zu Spottpreisen einkaufen und dessen Ursprung und Herkunft uns nicht so wirklich klar ist.
    Jedenfalls fuhren wir dann weitere 2 Stunden durch ländliche Gegenden in Belize (auffällig war hier der schlagartige Wechsel von den indigen geprägten Mexikanern zur gefühlt 90 % dunkelhäutiger belizianischen Bevölkerung), bis wir in der Hauptstadt mit dem kreativen Namen Belize City ankamen. Am Busterminal wurden wir wie so oft auf Reisen von einem Typ abgefangen, der auf uns einredete und uns seine Fähre zu Caye Caulker (unserem Ziel) ans Herzen legte und auch gleich ein Taxi für 12 Belize Dollar bereitstellen wollte. Da diese Anbieter ja gewohnterweise nicht die billigsten sind, bedankten wir uns also freundlich, nahmen seinen Flyer („This is not a flyer, this is a COUPON! You’ll only get the special price when you show this coupon.” – selbstverständlich hat sich später kein Mensch mehr für den “Coupon” interessiert) und machten uns auf eigene Faust auf die Suche nach einem Taxi. Schlussendlich fanden wir einen Fahrer, der uns nach dem üblichen Hinundher für 8 BLZ mitnahm. Da wir von mehreren Leuten vieles über die Kriminalität und Gefahr der Stadt gehört hatten, erkundigten wir uns beim Fahrer danach und dieser bestätigte das Bild („you get killed for nothing here man“), was bei mir eher Freude auslöste, den Ort bald wieder zu verlassen, während Conny es eher schade fand, dass wir nicht länger für die Stadt eingeplant hatten.
    Am Hafen stellte sich heraus, dass der Busterminal-Typ tatsächlich nicht geschwindelt hatte und seine Company mit 22 BLZ für die Hin- und Rückfahrt zur Insel zwar die einzige, aber somit eben auch die billigste war. Wir kauften uns also die Tickets und suchten nach etwas zu essen. Bis zu diesem Zeitpunkt war uns übrigens bereits gefühlt 15 Mal Gras (& mehr) angeboten worden. Erfreut darüber, wie verhältnismäßig entspannt bisher alles verlaufen war, suchten wir uns gemütlich ein Restaurant, plauderten mit dem Inhaber und aßen entspannt (zur Abwechslung mal chinesisch) … bis ein Blick auf die Uhr uns verriet, dass die letzte Fähre des Tages in 5 Minuten abfahren würde.
    Im Sprint erreichten wir das Boot, was schon zum Ablegen bereit war und sprangen mehr oder weniger vom Steg ins Innere.
    Es sollte sich immerhin herausstellen, dass dies das letzte stressige Erlebnis der nächsten Tage war.
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  • Jul14

    Chichis pa‘ la banda

    July 13 in Mexico

    Liebes Reisetagebuch
    Bitte verzeih uns, dass wir dich in den letzten Tagen so vernachlässigt haben. Wir haben wohl vor lauter Entspannung unsere selbstauferlegten „Pflichten“ ein wenig verdrängt. Hier also ein Überblick der Ereignisse der vergangenen Woche:
    Das idyllische Dorf Bacalar kurz vor der belizeanischen Grenze hat uns ab dem ersten Abend mit seinem gemütlichen Hippie-Vibe, der schönen Lagune und den leckeren Empanadas verzaubert. Nicht zu Unrecht gibt es mehrere Leute, die uns gesagt haben, dass der Ort magisch sei, schließlich hatten wir eigentlich nur einen Tag dafür eingeplant und sind schlussendlich für 3 Tage geblieben. Ein bisschen mag das auch daran gelegen haben, dass wir Vanessa kennengelernt haben, eine fröhliche, energetische Mexikanerin in unserem Alter, mit der wir viel Zeit verbracht haben. Ihre Mutter lebt mit einem Schweizer zusammen, der sich eine „kleine“ Oase direkt an die Lagune gebaut hat (eine große Villa mit Pool, Steg zum See und stilvoller Einrichtung). Als dann am zweiten Tag unsere Hängematten unbeabsichtigt einem tropischen Platzregen ausgesetzt waren und so aus unserem eigentlichen Schlafplatz eine eigene ganz persönliche Lagune wurde, bot uns die Familie sogar an, die kommenden zwei Nächte bei ihnen zu verbringen – ein Angebot, was wir natürlich nicht ausschlagen konnten! Somit haben wir die Tage in Bacalar (10.-12.) größtenteils mit entspanntem in-der-Sonne-Liegen, Schwimmen gehen und der ein oder anderen Flasche chilenischem Wein oder wahlweise mexikanischem Bier / Schnaps verbracht. Wir schauten im Hostel gemeinsam mit den Volunteern und einigen anderen Gästen das Halbfinale der WM (Frankreich – Belgien). Unter den anderen Gästen befand sich auch eine kleine Gruppe französischer Mädels, die nach dem Sieg für Frankreich schreiend zwischen den Tischen tanzten. Die mexikanischen Volunteers ermutigten sie mit dem Gesang „Chichis pa‘ la banda“ (zu Deutsch „Titten raus fürs Team“). Abgesehen vom Erholungs-Teil besuchten wir außerdem eine weitere Cenote (mittlerweile haben wir erfahren, dass die Wasserlöcher nicht unbedingt von anderen Gewässern abgegrenzt sein müssen, was es immer schwieriger macht, eine Definition für die teilweise bis zu 100m tiefen Seen zu finden) und ein Menonita-Dorf.
    Besonders letzteres war ein wirklich eigentümliches Erlebnis. In der ca. 500 Einwohner großen Community leben ausschließlich Auswanderer mitteleuropäischen Ursprungs (vor allem holländisch und deutsch) und führen ein denkbar ursprüngliches, traditionelles leben. Autos sind Pferdekutschen, Lampen sind Kerzen und Strom gibt es weitestgehend nicht. Sie kommen über die Runden, in dem sie selber Anbauen und eigene Produkte in der Stadt verkaufen. Wie begrenzt der Genpool in so einer Gemeinde sein muss, wurde uns dann bewusst, also wir eine Familie besuchten, bei denen Jost (der Freund von Vanessas Mutter) zwei Stühle in Auftrag gegeben hatte und zu deren Abholung wir ihn begleiten durften. Die verdächtig gleichaussehenden Kinder starrten uns mit großen Augen an, während sie simultan Nüsse kauten. Keiner der Familie sprach wirklich gut eine andere als die eigene, undefinierbare Sprache. Spannend! Leider war die Atmosphäre so intim (und der Platzregen so stark), dass bei dem Besuch keine Fotos entstanden sind, der Vollständigkeit halber und für ein besseres Verständnis laden wir aber ein Bild hoch, dass unser Erleben der Kolonie ganz gut widerspiegelt.
    Im nächsten Eintrag geht es um Reggae, Drogen und eine Insel 😊
    Jan
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  • Jul10

    Einsame Cenoten

    July 9 in Mexico

    Zu unmenschlicher Zeit (6:45) verkündete der Wecker den Start in den Tag. Anschließend ereignete sich etwas sehr Ungewöhnliches: Während ich mir eine große Portion huevos a gusto mit Reis, Pommes und platano frito bestellte, nahm Jan einen *haltet euch fest* Früchteteller. Mit einem colectivo, welches wir uns mit zwei Israelitinnen teilten, ging es zu zwei uns empfohlenen Cenotes: palomitos und agua dulce. Wir stiegen eine rutschige Treppe in eine dunkle Höhle hinunter. Die Wände und Stalaktiten waren nur als Umrisse sichtbar. Der Boden bestand größtenteils aus einem See, dessen Wasser tief schwarz war, sodass Jan mit absoluter Überzeugung verkündete, dass er in diesem Wasser nicht schwimmen würde. Als wir weiter hinabstiegen, erleuchteten plötzlich mehrere Scheinwerfer die Cenote palomitos. Wir hatten sie komplett für uns und ich sprang von einem Felsvorsprung ins kühle Nass – was für ein toller Moment. Ich bereute den Witz, dass sich in der Tiefe der Cenote bestimmt gefährliche Unterwassertiere befinden würden, denn Jan machte vorerst noch keine Anstalten, zu mir ins Wasser zu kommen. Nach einigem guten Zureden wurde es schließlich doch was und wir trieben auf gefundenen Reifen durch das von einem durch ein Loch fallenden Sonnenstrahl erleuchtete blaue Wasser. In der zweiten Cenote waren wir ebenfalls komplett alleine. Das Wasser dieser war grün und wurde wie die erste durch mehrere einfallender Sonnenstrahlen erleuchtet. Während wir noch hin und weg von unserem Glück waren, diesen tollen Platz nicht mit anderen Touristen teilen zu müssen, wurde uns bewusst, dass dies allerdings auch bedeutete, dass es hier keine colectivos oder Taxis gab. So standen wir am Rand einer ausgestorbenen Straße und warteten auf eine Mitfahrgelegenheit. Ein netter Motorradfahrer nahm uns beide jedoch bald mit und wir tuckerten ins nächste Dorf, wo wir ein colectivo fanden. Wir folgten der Empfehlung unserer ersten Tramp-Bekanntschaft und gingen ins hermelinda und aßen leckere Tortas, Tacos und pibis. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Nico, Cecilia und Lina machten wir uns auf den Weg nach Bacalar. Nach einer halben Stunde Warten nahm uns ein schweigsamer aber freundlicher Mexikaner ein Stück mit. Anschließend ein älteres Paar und schließlich zwei verrückte ca. 30 Jährige. Die letzten 20 Minuten legten wir per Bus zurück. Da uns niemand auf Couchsurfing geantwortet hatte, klapperten wir einige Hostels ab und fragten, ob wir unsere Hängematten bei ihnen in den Garten hängen dürften. Alle sagten uns ab oder wollten überteuerte Preise dafür. Schließlich fanden wir eins, in dem wir freudig von Edgar begrüßt wurden und für jeweils 50 Pesos im Garte schlafen durften. Wir verbrachten den Abend mit ca. 15 Lateinamerikanern und bekamen einen witzigen und unterhaltsamen Einblick in die Unterschiede der verschiedenen Dialekte und Herkünfte. Die Stimmung war sehr entspannt und wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Bier in Literflaschen und eine Glas-Wasserpfeife in Form eines Totenkopfes gingen im Kreis rum und wir wurden wie selbstverständlich in die Gemeinschaft aufgenommen, welche größtenteils aus Volontären des Hostels bestand. Zufrieden und erschöpft begaben wir uns in unsere Hängematten für die erste Nacht unter freiem, nur von ein paar Palmblättern verdecktem Himmel.

    Conny
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  • Jul9

    Auf den Spuren der Mayas

    July 8 in Mexico

    Gestärkt von einem gesunden mexikanischen Frühstück (Tomaten-Zwiebel-Rührei) machten wir uns gemeinsam mit Nico & Cecilia am Samstag auf die Suche nach einem Sammeltaxi in Richtung Ek Balam, einer nahegelegenen großen Maya-Ruine. Die Taxi-Suche stellte sich dann ein wenig schwieriger als gedacht an, da der erste Typ, der uns angequatscht hatte und dessen Preise wir eigentlich nicht tolerieren wollten, scheinbar das Monopol auf die Fahrten zur Gedenkstätte hatte und wir uns ihm somit schlussendlich ergeben mussten.
    Angekommen stießen wir bald auf die riesigen Überreste des Tempels mit Baujahr 700 n.Chr.. Während ich noch überlegte, ob es nicht einen Aufzug oder eine Rolltreppe auf der anderen Seite gäbe, hatte Conny längst die steilen Stufen erklommen und genoss die 360-Grad-Aussicht während ich noch grummelnd die Treppe hinaufkraxelte. Oben wurde uns dann erstmals die Weite des Landes bewusst, da in keine Himmelsrichtung bis zum Horizont auch nur ein kleinstes Anzeichen von Zivilisation, geschweige denn einer Stadt zu erkennen war.
    Noch immer beeindruckt von der Größe der Anlage fuhren wir dann mit gemieteten Fahrrädern (aufgrund von Zeitdruck und Lauffaulheit – bei wem welcher Faktor eine größere Rolle spielte, soll an dieser Stelle unerwähnt bleiben) zu einer Cenote, d.h. einem kreisrunden, 20-Meter-tiefem Wasserloch. Das lianenverhangene kühle Nass mit 30 Meter Wassertiefe stellte für uns eine willkommene Erfrischung zu den sonst schwülen, schweißtreibenden Temperaturen dar.
    Wieder zurück in Valladolid gab es dann noch eine ordentliche Stärkung (Hamburger + Fleischsandwich mit Pommes und Cola für umgerechnet 2 Euro pro Person) und erschöpft von dem ereignisreichen Tag fielen wir dann in … eine Bar und ein paar Bier 😉
    Mit von der Partie war auch Miriam, eine mexikanische Freundin, die ich in Barcelona kennengelernt hatte und die uns auf ihrem Weg nach Europa (ihr Flug ging am nächsten Tag von Cancun) in Valladolid besuchte.

    Der heutige Tag bestand somit aus einem gemütlichem Frühstück mit Miriam und aus enstpanntem, ziellosem Herumstreunen in der Stadt. Morgen geht es dafür wieder abenteuerlich weiter mit dem Besuchen zweier weiterer Cenotes und der anschließenden Fahrt nach Bacalar, ein Dorf kurz vor der Grenze zu Belize.

    Wünscht uns Glück!
    Jan
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