Jan-Philip Knirsch

Joined July 2014
  • Sep4

    Zwischen Paradies und Paradies

    September 3 in Ecuador

    Heute stand schnorcheln in "Daphne" an und so machte ich mich nach einem frühen Frühstück (hehe) zum Reisebüro auf. Dort wurde mir allerdings mitgeteilt, dass die Schnorcheltour für heute gecancelt wurde. Eine der Lektionen, die ich auf meinen bisherigen Low Budget Reisen lernte, lautet: Reg dich nur über Dinge auf, die du ändern kannst und nicht über welche, die du nicht beeinflussen kannst. Lässt sich übrigens auch auf das normale Leben gut übertragen. So lebt es sich glücklicher. Somit planten wir um und ich nahm um 14:00 die Fähre nach "San Christóbal". Dort mussten wir unser Gepäck auf einem Haufen liegen lassen und ein Schäferhund beschnupperte die Sachen. Ich fragte den Polizisten, ob es um Drogen gehe. Er grinste mich an und antwortete, dass ich keine Angst haben müsse, sie würden nur nach Tieren suchen. Ich fragte mich, warum ich jetzt wieder aussah, wie jemand, der sich bei einer Drogenkontrolle Sorgen machen müsse. Während der Polizist mit mir redete, entdeckte der "Tier-Spürhund" zwar keine illegal die Insel wechselnden Tiere, jedoch eine klebrige Flüssigkeit an der Aussenseite einer Tasche und schleckte zufrieden an dieser herum. Die vermutliche Besitzerin schaute pikiert zu. Daraufhin erklärte der Polizist leicht genervt die Kontrolle für beendet. So zog ich mit meinen zwei Backpacks durch die Stadt auf der Suche nach einem Platz, wo ich meine Hängematte aufhängen könnte. Nach einiger Suche fand ich ein Hostel, bei dem der oberste Stock sich noch im Rohbauzustand befand. Dort erlaubte mir eine nette Señora, mich zu installieren. Abends saß ich lesend am Hafen und beobachtete eine Tanzgruppe ca. 16 Jähriger, welche einen vermutlich traditionellen Tanz einstudierten. Dabei wurde mehr gekichert und rumgealbert als getanzt. Ich erinnerte mich an meine Schulzeit zurück und eine Sportlehrerin, der es ebenfalls mit Tanzunterricht versuchte. 30 pubertierende geschlechtlich gemischte Schüler, die miteinander Diskofox tanzen sollten. Ein Heidenspaß aber eine einmalige Aktion. Nächste Stunde wurden wir wieder Runden durchs Stadion gejagt.

    Conny
    Read more

  • Sep3

    "Dejastes una familia en isabela"

    September 2 in Ecuador

    Ich lebte hier wie Gott weit süd-westlich von Frankreich und bekam seit ewig langer Zeit Mal wieder Pancakes zum Frühstück. Den Mittag verbrachte ich am Strand und im Restaurant. Als Abschiedsessen kochte Bella "Ceviche" (=Kalter Fischsalat) und Lobster mit Reis und Platanos (Kochbananen). Der Geschmack ist nicht im entferntesten in Worte zu fassen, daher: Es war sehr lecker! Anschließend ging es per Fähre wieder nach Santa Cruz. Dort kehrte ich in das selbe Hostel zurück, wo ich erneut meine Hängematte aufhängen durfte. Ich machte die Bekanntschaft eines aufgeweckten Jungen Herren von 18 Jahren, welcher vor Kurzem die Schule zu Ende brachte und nun im Hostel seine Brötchen verdient. OK, war ein Spaß: ich lernte einen chilligen Dude kennen, der gerade mit der schule fertig war und im Hostel an der Rezeption arbeitete. Ich gab ihm Englisch-Nachhilfe *F1 (ihr wisst inzwischen, wie's läuft) und er mir in Spanisch. Den Abschluss des Tages bildete eine fertig Nudelsuppe, die mit Knoblauch, Ingwer, scharfer Sauce(!), Curry und Cayenne Pfeffer verfeinert richtig lecker schmeckte. Am Abend erreichte mich noch diese Nachricht von Bella: "Dejastes una familia en isabela" (du hast eine Familie in Isabela zurückgelassen - im Sinne von, ich darf jeder Zeit als Teil der Familie zurückkehren)

    *F1: Damit wären wir wieder beim leidigen Thema meines Englischs. Die jenigen unter euch, die schonmal durch mein Englisch unterhalten/erheitert wurden, werden sich jetzt denken "der arme Irre". Aber da er keinen besseren Lehrer zur Verfügung hatte, musste er mit mir Vorliebe nehmen und wir bewegten uns auf Anfängerniveau.

    Conny
    Read more

  • Sep2

    Der Vulkan nachdem Ausbruch

    September 1 in Ecuador

    Mit wenig Schlaf aber guter Laune ging es für mich auf den Vulkan Sierra Negra, welcher einen der größten Caldera (eine Art Karater) der Welt hat. Bisher wurde immer vermutet, es sei der zweitgrößte. Neue Aufzeichnungen zeigten allerdings zum Leid der Touranbieter, dass er nur der 22. größte ist. Trotzdem groß! Die Umrundung des Caldera entspricht einem Marathon. Das Wetter spielte mit und die Wolken verzogen sich, als wir oben ankamen und gaben den Blick auf die riesige Fläche frei. Ich ließ mir von einem der drei gleichzeitig oben seienden (in Erinnerung an unseren Neuroprof Jäncke) Vulkanologen seine Arbeit erklären und zeigen, wir er mit Hilfe einer Drohne und 15 stationierten GPS Sendern eine dreidimensionale Rekonstruktion des Vulkans erzeugte. Mit Hilfe dieser sollten anschließend die Entwicklung des Vulkans bestimmt werden, da dieser vor zwei Monaten das letzte Mal ausbrach. Simon (der aus England stammende Guide) zeigte uns Videos und Fotos und ich wäre zu gerne zwei Monate früher auf den Inseln gewesen. Das wäre allerdings auch zu viel Glück und man konnte den Ausbruch vorallem vom Wasser aus sehen und da ich ja keinen Cruise mache, wäre ich dort sowieso nicht gewesen. Als ich ins Restaurant (Hängemattenplatz) zurückkehrte, warteten Paulina, Monica, Bella und Isabel schon mit dem Mittagessen auf mich. Es gab Ofenkartoffeln, Reis, Gemüse und unfassbar leckeres Schwein. Wie immer auch frischen Smoothie. Nachmittags zeigte mir Paulina noch die Winkel der Insel, die ich noch nicht gesehen hatte. Abends saßen wir wieder bei heißer Schokolade (Milchpulver, dafür aber natürlicher Kakao) beisamen.

    Conny
    Read more

  • Sep1

    Heute war es soweit. Das erste mal richtig schnorcheln auf den Galapagos Inseln! Und so ging es mal wieder mit einer bunt gemischten Gruppe aufs Boot und los in Richtung "los tuneles". Hierbei handelt es sich um Lavastein-Formationen, welche zwischen zwei Vulkanen liegen und bei deren Ausbrüchen entstanden sind. Als das Magma ins Meer lief, erkühlte immer die äußere Schicht des Stroms zuerst und das Innere, welches länger heiß und somit flüssig blieb, lief weiter. Über diese einzigartigen Formation wanderten wir eine knappe Stunde und bestaunten neben Blaufusstölpeln das auf der Welt laut Guide einmalige Bild der Kombination aus Kakteen (Pflanzen, die in Gegenden extremster Trockenheit wachsen) und Mangroven (dem absoluten Gegenteil). Paco (der Guide) warnte, man solle aufpassen, wo man hin trete, sich deshalb allerdings nicht an den Kakteen festhalten. Alle lachten. Er erklärte, dass das kein Witz sei. 5 Minuten später hörte man einen Aufschrei von einer 60 jährigen Touristin. Ihr könnt erraten, was passiert war. Auf Touris ist einfach immer verlass, wenn es um Unterhaltung und witzige Geschichten geht. Die selbe war übrigens 30 Minuten vorher quer übers Boot geflogen, weil sie kurz vor einer Welle ihren Sitzplatz wechseln wollte. Nach diesem tollen Start wurden wetsuit, Maske, Schnorchel und Flossen angelegt. Es ging los! Das Bild, welches sich uns bot, bestand aus diversen Fischen und Korallen. Wir schnorchelten in die abstrusen Formationen und robbten über eine Erhöhung. Paco sagte mir, ich solle meinen Kopf hinter der Erhöhung ins Wasser strecken und auf einmal schaute ich direkt mehreren bis zu zwei Meter langen Weißspitzen-Riffhaien kopfüber in die Augen. Was für ein Moment! Adrenalin, Serotonin und diverse andere Neurotransmitter spielten komplett verrückt und ich konnte es Mal wieder nicht im geringsten fassen. Auf dem weiteren Schnorchelgang begegneten uns weitere dieser erstaunlich zutraulichen Tiere. Außerdem sahen wir Galapagos-Haie, ebenfalls riesige Wasserschildkröten, viele Fische, zwei Unterarm lange Seepferdchen(!) und einen großen Schwarm an Gold-Rochen, die mit einer unvorstellbaren Eleganz keinen Meter von mir entfernt vorbei schwammen. Wer schonmal geschnorchelt oder getaucht ist, kann nachvollziehen, was für ein Erlebnis es ist, diesen Tieren unter Wasser zu begegnen und so blieben wir 1,5 Stunden trotz niedrigen Temperaturen im Wasser und zitterten gewaltig, als wir auf dem Boot mit heißem Tee versorgt wurden. Zurück, lieh ich mir ein Fahrrad und fuhr zur "Muro de las Lágrimas" (Mauer der Tränen). Diese stammt aus der Zeit des Kolonialismus und war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Häftlinge. Die Arbeitsbedingungen waren so menschenunwürdig, dass viele dabei starben. Die armen Häftlinge erschufen somit ihre eigene Gedenkstätte - traurige Ironie. Mir bot sich der Blick über eine schöne Kakteenlandschaft. Auf dem Weg machte ich bei einigen schönen Buchten und Lagunen halt. Außerdem begegnete ich einer Riesenschildkröte, in der freien Wildbahn auch sehr schön zu sehen. Erschöpft und überaus zufrieden kam ich zurück ins Restaurant, worüber ich meinen Hängematten-Schlafplatz hatte. Dort machte ich die Bekanntschaft mit Paulina (Anfang 20) und Monica (Anfang 50), welche mich zu einer sehr leckeren Fischsuppe und Empanadas einluden. Wir hatten einen witzigen Abend und sowohl mein Spanisch als auch mein sonst selbstsicheres und nicht so schnell errötendes Gemüt wurden gefordert.
    Diesmal gibt es auch ein paar Eindrücke in Form von Bildern, allerdings nur von der Gropro und unbearbeitet.

    Conny
    Read more

  • Aug31

    Hola! Nun melde auch ich (JP) mich mal zu Wort. Um der potentiellen Verwirrung unter unseren geschätzten Lesern entgegenzuwirken, kläre ich mal ein wenig auf. Conny und mir geht es gut, wir haben uns nicht zerstritten und getrennt, sondern unsere gemeinsamen Tage waren ganz schlicht und einfach abgezählt. 😉 Zusammen haben wir zwei großartige Monate voller unvergesslicher Erlebnisse geteilt und es meiner Meinung nach hervorragend gemeistert, uns für knapp 60 Tage ohne Pause vierundzwanzigsieben Essen, Schlafplatz und Atemluft zu teilen, ohne uns auf den Wecker zu gehen oder uns zu prügeln und dabei mal ganz nebenbei noch eine verdammt geile Zeit zu haben! Danke dafür, Kerle 😊
    Jedenfalls bedeutet das, Connys Weg führt weiter auf die Galapagos-Inseln (von denen ihr ja schon die ersten geschriebenen Eindrücke sammeln durftet) und mich zieht es Stück für Stück Richtung Süden. Damit ihr weiterhin auf dem Laufenden gehalten werdet, was uns beide angeht, haben wir uns entschieden, der Einfachheit halber auf diesem Portal weiterzuschreiben. Ihr werdet also in den kommenden Wochen eine Mischung aus aktuellen Beiträgen jeweils von Conny und mir, sowie aus den Erinnerungen an die letzten gemeinsam verbrachten Tage in Ecuador lesen. Juhu!

    Ich selber habe den Tag des Abschieds noch ein wenig in Guayaquil herumgegammelt und die kommenden 2 Nächte im Bus nach Lima (Für alle Erdkunde-Profis: die Hauptstadt Perus), mit einem kurzen Zwischenstopp am Meer in Chiclayo (auch Peru) verbracht. Mittlerweile (seit gestern) bin ich in Lima angekommen und hause hier auf dem Sofa bei Kim, einer sympathischen peruanischen Couchsurferin, die mich mit selbstgemachtem Essen und Cookies verwöhnt, sowie mir gestern auf einer haarsträubenden Fahrradtour durch den Stadt-Verkehr eine wirklich ausführliche und überraschend spannende, informative Privatführung gegeben hat. Die 9-MillionenEinwohner-Metropole gefällt mir bisher sehr gut, da ich Peru aber nur als Übergangsstation für mein eigentliches Ziel (BOLIVIAAA) nutze, um nicht eine komplette Woche am Stück im Bus zu verbringen, geht es morgen schon weiter. Jetzt ruft erst mal das Mittagessen. Den nächsten Blogeintrag gibt’s dann wahrscheinlich in ein paar Tagen aus meiner zweiten (dritten, wenn man Deutschland und Schweiz trennt) Heimat Santa Cruz de la Sierra.
    Hasta luego!
    Jan
    Read more

  • Aug31

    Neue Insel, alte Schildkröten

    August 30 in Ecuador

    Früh morgens machte ich mich auf zum Hafen, denn heute verließ ich Santa Cruz, um mit einer Fähre (2,5 h) nach Isabela zu fahren. Ein Wassertaxi brachte die Passagiere für jeweils 80ct zur Fähre. Dies war vermutlich ein Gefallen für die lokalen Wassertaxifahrer war, da es sich bei der Fähre um ein Speedboot handelte, welches ohne Probleme in den Hafen hätte fahren können. Im Taxi saß unteranderem auch ein jamaikanisches Paar. Er stolzen Bierbauch und Fette Goldkette, sie beachtlich hohen Silikonanteil am Körper. Sie beschwerte sich auf Spanisch beim Fahrer, was die 80ct sollen, und meinte mit einer Kopfbewegung in unteranderem meine Richtung "für die sind 80ct ja nichts, aber für uns schon". Wer mich kennt, weiß, dass Diskussionen aus dem Weg zu gehen - egal, wie unnötig diese sind - nicht zu meinen Stärken gehört. Somit musste ich das kurz richtig stellen und erklärte, dass ihre Aussage nicht stimmen würde. Langsam läuft das Spanisch doch ganz gut. Ihre Reaktion war doch tatsächlich "Ihr habt doch eh zu viel Geld". Und damit waren die Spiele eröffnet. Ich rechnete ihr als kleine Veranschauung den Unterschied des Wertes unserer Kleidung vor. Und schätze ihre Schuhe (Hilfiger) auf 150$ , Hose von Lewis ca. 80$, Unterwäsche Mal außen vor gelassen, T-Shirt von Suprime (gefälscht) 5$ - kein Einwand ihrerseits -, Pulli von Nike (Echtheit schwer abschätzbar) 40$. Brüste, Nase und Lippen ließ ich aus meiner Schätzung raus, da ich die Stimmung nicht vollends versauen wollte. Ihren Ring schätze ich auf 200$ und beobachtete die Mimik ihres Mannes. Diese veriet mir, dass ich mit meiner Schätzung vermutlich relativ nah lag. Die Ohringe vermutete ich als unecht, da ich hier aber ein sehr tiefes Fettnäpfchen witterte, ließ ich sie ebenfalls aus der Rechnung draußen. Somit kam ich auf 475$. Nun zu mir: Schuhe 15$, Hose 2,5$, T-Shirt 15$ - so schade, dass ich nicht mein 5$ Trikot trug . Insgesamt also 32,5$. Differenz von 452,5$ und ich fragte sie, wer von uns beiden zu viel Geld habe. Sie schwieg. Das wäre der Moment gewesen, an dem das Publikum in tosenden Applaus hätte ausbrechen müssen. Alle glotzten nur. Kein Verlass auf das schwache Publikum. Und so ging es auf die Fähre. Das Paar setzte sich vor mich. Sie (40) pubertierte etwas rum und quängelte ihn voll. Dee Kapitän lenkte das Boot über zwei Wellen und es herrschte sofort Stille auf Deck. Ich betete, dass alle brav ihr Frühstück drin behalten würden. Die Jamaikanerin wurde sichtlich seekrank. Um zu zeigen, dass ich ihr nichts böses wollte, erklärte ich ihr, dass sie aus dem Fenster schauen muss und sich aktiv vorstellen, wie sich das Boot im Vergleich zum Meer bewegt. So minimiere sie die Diskrepanz zwischen vestibulärem System (Lage des eigenen Körpers im Raum) und visuellem System (Sehen), was ihre Übelkeit verursache, da das normalerweise ein Hinweis auf eine Intoxikation sei *F1 (ich bin eine Fußnote). Die Ausführung leidete etwas unter der Sprachbarriere. Zwar wurde mir inzwischen bewusst, dass sie auch Englisch sprechen, wenn sie aus Jamaika kommen, allerdings weiß jeder, der schon in den Genuss meines Englisch kam, dass es auch hier problematische Defizite gibt. Der Kern meiner Botschaft kam trotzdem an und sie befolgte meinen Rat. Das bewirkte so eine Verbesserung, dass sie ihrem Mann wieder auf die Nerven ging. Diesem wäre es wohl lieber gewesen, wenn ich meinen Mund gehalten hätte. Als sie ihr Handy herausholte, wurde ihr - wer hätte es geahnt - wieder schlecht. Ihr war wohl nicht zu helfen *F2 (ebenfalls Fußnote). Als wir nach einer rauen Überfahrt auf Isabela ankamen, wurden wir im Hafen von einem Haufen Seehunden gebührend begrüßt. Auf der Suche nach einem Schlafplatz für meine Hängematte und mich kam ich in einigen Hostels und dem Marine Büro vorbei. Schließlich saß ich beim Bürgermeister der Insel, der mir die Sondererlaubnis erteilte, am Strand überhalb eines Restaurants zu übernachten. Als die Schlafsituation geklärt war, ging ich direkt zum "Concha de Perla" (einem Holzsteg). Dort schnorchelte ich mit beeindruckend vielen Fischen. Anschließend aß lecker zu Mittag und machte mich auf zum "Centro de Crianza", da ich schon wieder Lust auf Riesenschildkröten hatte. Auf dem Weg kam ich an einigen schönen Seen vorbei und konnte Galapagos Flamingos beim Filtern des Wassers beobachten. Auf diese Weise ernähren sie sich. Den Sonnenuntergang genoss ich mit einem leckeren Bier aus einer Hängematte in einer Strandbar und fand mal wieder Zeit, um zu lesen.

    Da die Verständlichkeit in immer verschachtelteren Sätzen und Ausschweifungen zu versinken droht, versuche es Mal mit Fußnoten.
    *F1: Der skeptische Leser wird sich an dieser Stelle berechtigter Weise denken, was für ein Klugscheißer ich doch bin. Damit liegt er vollkommen richtig, aber ich kann das nur schwer abstellen. Ein witzige Anekdote zu Klugscheißer: Vor vielen Jahren schickte ich meinen Eltern aus dem Zeltlager eine Karte. Darin stand unteranderem "... und Peter (Namen erfunden, da nicht mehr erinnert) ist voll der Glukscheißer..."

    *F2: Ich finde langsam richtig Spaß am Schreiben. Ich glaube, ich habe schon eine Erfüllung/Beschäftigung für die Midlife-Crisis: Die Welt mit einem weiteren von einem Möchtegern Schriftsteller verfassten Buch zu belasten.

    Conny
    Read more

  • Aug29

    Der Tag nach der Trennung

    August 28 in Ecuador

    Wir machen einen kleinen Zeitsprung. Was bis hierher geschah, wird noch nachgetragen.
    Morgens zu unmenschlicher Zeit mussten wir uns trennen. Zwei tolle Monate voller gemeinsamer Erlebnisse gehen zu Ende. Was für eine einzigartige Zeit! Jetzt sitze ich auf dem Weg zum Flughafen alleine im Bus. Ich kann es noch nicht richtig glauben. Allerdings wird das die erste Reise, die ich alleine mache, worauf ich auch gespannt bin. Nach einem besonders aufwändigen und doppelten Sicherheitscheck und einem Flug ohne besondere Vorkommnisse kam ich auf Baltra an - nach dem das Gefühl des Abschieds durch das Schreiben in der Gegenwart (eventuell) vermittelt wurde, versuche ich es doch wieder mit dem Präteritum. Als ich den ersten Fuß auf die Vulkaninseln setzte, konnte ich mein Glück kaum fassen, dass dieser Traum wirklich wahr wird. Schon beim ersten Busticket wurde mir klar, dass das low budget Reisen nun zu Ende ist. Aber mit dem Gejammer über die Preise hier verschohne ich euch, da ich sonst jeden Tag damit anfangen könnte... Aber man ist ja nur einmal auf den Galapagos Inseln! In Puerto Ayora (Santa Cruz) klapperte ich die Hostels ab und beim dritten bot mir die netten Besitzer an, die Hängematte auf der Terrasse kostenlos aufzuhängen und ihr Bad und ihre Küche zu benutzen. Was für ein Glück und die Hängematte hing auch fast komplett unterm Dach. Regnen sollte es halt nicht zu arg, aber ich wollte ja sowieso gutes Wetter für die Tage. Nach einigen travel agencies, die mir alle nur teure "Last Minute Tickets" für Cruises anbieten konnten, gelangte an einen sehr hilfsbereiten Besitzer. Dieser erklärte mir, dass die agencies für den Verkauf von Cruise Tickets eine höre Kommission erhalten, allerdings für mich island hopping sinnvoller wäre und ich vieles auf eigene Faust unternehmen könnte. Für den Rest buchten wir einige Tagestouren. So zog ich überaus zufrieden zum "Charles Darwin Research Center". Auf dem Weg traf mich fast der Schlag. Ich lief an einem gerade geschlossenen Fischmarkt vorbei und hörte ein Schnarchen. Als ich nach dem Ursprung dieses suchte, lag dort einfach ein fetter Seelöwe und döste vor sich hin. Mitten in der Stadt! Was für eine verrückte Insel. Auf dem Weg sah ich noch dutzende ebenfalls gutgenährte schwarze Iguanas (große Echsen). Im "Darwin Center" bestaunte ich die verschiedenen Gehege und wie von einer Mini-Schildkröte (locker in eine Hand passend) ein über einen Meter langer Gigant wird. Die Riesenschildkröten bewegten sich mit einer zeitlupischen Gemütlichkeit, worin vermutlich das Geheimnis (niedrige Herzfrequenz) ihres hohen Alters liegt. Der Tag endete nach einem Strandspaziergang, als ich während des Lesens in meiner Hängematte einschlief. Somit wurde das Treffen zwei chilliger Dudes, die ich am Strand kennengelernt hatte, in einer Bar leider nichts.
    Seid nicht zu streng mit meiner Rechtschreibung, mein Korrekturleser (Jan) fehlt. Da ich um Bilder hochladen zu können Jans Laptop benutzt hatte, dieser ja aber natürlich mit ihm gegangen ist, sieht es mit Bildern auch erstmal schlecht aus...

    Conny
    Read more

  • Aug28

    Die folgenden Tage in Guayaquil, einer Stadt, die fast am Meer liegt, verliefen recht entspannt, wenig spektakulär und sind lediglich von einigen lustigen Anekdoten gezeichnet.

    Eine der besagten Anekdoten ist so erwähnenswert, dass Sie hier erzählt werden soll: Es geht mal wieder um unsere Unterbringung. Auf der Suche nach der billigsten Unterkunft der Stadt stießen wir auf die etwas heruntergekommene Unterbringung, in der wir herzlich begrüßt wurden und uns der Zimmerpreis nicht in Nächten, sondern in Stunden genannt wurde. Zwar schöpften wir hier bereits einen leisen Verdacht, ließen uns aber davon keineswegs abschrecken und bezogen unser Zimmer. Da das Wlan nicht bis in unser Zimmer reichte, setzten wir uns auf eine Couch an der Rezeption und aufgrund dessen, was sich innerhalb der nächsten Zeit vor uns abspielte, wurde dieser Platz zu unserem Lieblingsort für die nächsten Tage. Und zwar ließ sich von hier großartig beobachten, wie alle halbe Stunde ein neues Pärchen (der weibliche Teil war dabei merkwürdigerweise oftmals der gleiche) das Hostel betrat und einige Stunden später wieder verließ. Darunter befanden sich neben Damen und Herren der unterschiedlichsten Gewichtsklassen auch ab und zu mal ein Polizist, der wortlos und den Blick starr geradeaus gerichtet an uns zwei grinsenden Milchtüten vorbeilief. So machten wir uns mit der Zeit einen Spaß daraus, die Gäste besonders fröhlich und laut zu begrüßen, was nur selten – und wenn, dann nur äußerst beschämt – erwidert wurde und sie auf Deutsch anzufeuern und zu bejubeln.

    Abgesehen von unserer Puff-Couch verbrachten wir viel Zeit mit dem Schlendern an der Flusspromenade, dem Herumstreunen in einem gegenüberliegenden Straßenmarkt und dem Schließen neuer Bekanntschaften mit Einheimischen und Venezolanern.
    Insgesamt waren wir wie so oft überrascht über das negative Urteil, was viele Leute im Vorfeld unseres Besuchs über die Stadt gefällt hatten und wieder einmal wurde uns bewiesen: Geschmäcker sind verschieden. 😊

    Jedenfalls verbrachten wir also ein paar entspannte Tage in Guayaquil, bis dann der letzte Morgen angebrochen war, und sich unsere Wege trennten. Und so schließt sich der Kreis unseres Blogs😊

    Jan
    Read more

Never miss updates of Jan-Philip Knirsch with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android