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  • Day230

    Cavernas de Marmol

    March 18, 2019 in Chile ⋅ ⛅ 5 °C

    Von El Calafate ging es für uns weiter Richtung Norden und den nächsten Stop wollten wir in Puerto Rio Tranquilo machen. Ein kleines Örtchen am Lago General Carrera in Chile. Der Nachtbus von El Calafate brachte uns erstmal über El Chaltén (wo wir einen Zwischenstopp hatten und uns nochmal mit einem Brownie und einem Schweinsohr eindeckten) nach Los Antiguos auf argentinischer Seite. Hier warteten wir erstmal 1,5 Stunden am Sonntagmorgen, bevor wir den nächsten Bus nach Chile Chico direkt hinter der Grenze nehmen konnten. Dort hielten wir vor einem kleinen Outdoor-Laden und konnten drin direkt unsere Weiterfahrt nach Puerto Rio Tranquilo per Visa-Karte bezahlen. Bevor wir Chile Chico wieder verließen machten wir halt am vorerst letzten Bankautomaten und es kam wie es kommen musste - unsere Karten wurden nicht akzeptiert. Na gut - wir hatten noch ungefähr 60€ in chilenischen Pesos und falls das nicht reichen sollte, hätten wir noch genug Bares in anderen Währungen. Nach weiteren 4 Stunden und insgesamt 21 Stunden von El Calafate spuckte uns der Bus in Rio Tranquilo aus. Die Hälfte des Busses war gekommen um gleich eine Bootstour zu den Marmorhöhlen zu machen, aber der Hafen blieb heute Nachmittag aufgrund von starkem Wind geschlossen. Wir machten uns derweil auf den Weg eine passende Unterkunft zu finden und nachdem es uns bei den saftigen Preisen von ca. 20€ p/P für ein Bett im Schlafsaal die Sprache verschlug, waren wir uns schnell einig zu Zelten. Am Ende des Ortes fanden wir dann einen Zeltplatz, der auf unserer Offline-Karte gute Bewertungen hatte und wo uns zwei Nächte für uns beide nur 30€ kosteten. Wie sich schnell herausstellte, war die günstige Wahl mal wieder die Beste gewesen! Es gab ordentliche Toiletten und Duschen mit viel warmen Wasser und wir konnten unser Zelt wind- und wettergeschützt in einem kleinen Bretterverschlag aufbauen. Späterhin erklärte er uns (bzw. mehr Caro als mir, da mein Spanisch einfach nicht ausreicht) dass wir uns gern Pflaumen und Äpfel von seinen Obstbäumen nehmen dürfen. Nachdem wir uns soweit eingerichtet hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Laden, der zum Sonntagnachmittag (in dem 500-Seelen Dorf) noch geöffnet hat und wo wir mit Kreditkarte bezahlen können. Erstaunlicherweise hatten wir schon beim zweiten Versuch Erfolg und die Bezahlung klappte reibungslos. Allgemein boten viele Geschäfte und Cafés Zahlung per Kreditkarte an - echt fortschrittlich! Es ist manchmal etwas widersprüchlich wenn man in eher einfachen Unterkünften wohnt, die Stromleitungen auf der blanken Holzwand verlegt sind, man aber dann am Kreditkartenterminal mit Pay-Wave (kontaktlos) bezahlt und direkt über das kostenlose WLAN die Benachrichtigung von seiner Bank über die Abbuchung erhält.
    Wir informierten uns außerdem wie wir am nächsten Tag am besten zu den Marmorhöhlen kommen können. Uns schwebte eine eigene Kayaktour vor - angeboten wurden aber hauptsächlich Touren mit dem Motorboot und geführte Paddeltouren, darauf hatten wir keine Lust. Nach einigem Beratschlagen entschieden wir uns dann für das beste Preis-Leistungsverhältnis und wählten eine 1,5 Stündige Motorbootstour. Als wir am nächsten Morgen um kurz vor 9 am Hafen waren, waren wir ganz froh jetzt nicht ins Kayak steigen zu müssen. Es war immer noch recht windig und da die Sonne gerade erst über den Berg schien auch noch nicht besonders warm. Die Fahrt zu den Höhlen dauerte nicht lang und wir fuhren in die erste Höhle hinein. Sie war recht flach, vor allem wenn man bedenkt, dass der Wasserspiegel früher noch höher war. Danach ging es vorbei an der Schildkröte, dem Hund und dem Elefanten hin zu einem kleinen Tunnel und schlussendlich umrundeteten wir die Marmor-Kapelle. Ein einzeln stehender Fels, der völlig unterspült war und nur noch auf wenigen dünnen Stützen stand. Interessant waren vor allem die Muster, die durch die unterschiedlich abgetragenen Gesteinsschichten entstanden waren sowie die schuppige Oberfläche. Diese sah aus als hätte jemand in mühevoller Handarbeit hier die Höhlen ausgeschabt oder gehauen, dabei war hier nur die Kraft des Wassers über lange Zeit am Werk. Nachdem wir die Marmor-Kapelle umrundet hatten, entdeckte Caro 3 Kondore direkt über uns und es war wirklich toll diese riesigen Vögel so nah vor uns an der steilen Felswand zu sehen. Wir beobachteten sie eine Weile wie sie sich immer mal wieder niederließen, bevor sie schlussendlich verschwanden. Andenkondore sind Greifvögel und haben eine Spannweite bis zu 320 cm. Nach etwa einer Stunde traten wir den Rückweg an, der sich durch den Gegenwind als sehr schwierig herausstellte. Nur leicht nass, dafür ordentlich durchgeschüttelt kamen wir wieder am Ufer an.
    Konrad
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