Juli 2019
  • Day20

    Nordische Mythen und Legenden

    July 20 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C

    Auf dem Olavsweg existieren zwei Mythen. Eine Legende erzählt von einem mächtigen Zauberer namens Theodulf, genauer Theodulf der Rote, welcher in den Bergen um Ryphusan lebt und dessen Zauberkraft Pilgern auf ihrem beschwerlichen Weg über das Fjell hilft.
    Eine andere Sage erzählt vom Candy-Saturday - einen Tag in der Woche, an dem Süßigkeiten in Norwegen günstiger sind, da man an den übrigen Tagen nicht so viel Süßigkeiten essen soll.
    Theodulf's Macht spürten wir erstmals im Ryphusan Refugium. Dort lag ein Stempel mit seinem Antlitz. In dem Augenblick, als die Stempeltinte das Papier eines Pilgerpasses berührte, stand dessen Inhaber unter dem Schutz von Theodulf dem Roten. Seine Macht war augenblicklich spürbar und allgegenwärtig. Eine kleine Kostprobe seiner Macht gab uns Theodulf, als er die verbogene Brille von Ric über Nacht richtete.
    Der Morgen begann gemächlich. Zähneputzen und Katzenwäsche im Bach sowie für die Notdurft gab es das gute Plumpsklo.
    Ein gemeinsames Frühstück mit Lisa, Lara, Melanie, Philipp, mir und einem liebevollen belgischen Pärchen.
    Da Philipp und ich heute die 28 km bis Oppdal gehen wollen, hatten wir nicht ganz so viel Zeit zum Trödeln. Melanie und Lisa wollten auf einem Campingplatz auf halber Strecke übernachten und wahrscheinlich einen Pausentag einlegen. Lara war sich noch unschlüssig, plante aber auch eher einen kurzen Trip.
    Es hieß Abschied nehmen. Es ist seltsam, wie schnell einem Personen auf einem solchen Weg ans Herz wachsen. Nach einem Gruppenfoto zogen Philipp und ich los. Auch die geführte Pilgergruppe verließ gerade die Unterkunft. Der Transporter mit dem Anhänger für die Rucksäcke der Pilger war gepackt und setzte sich in Bewegung, als Theodulf abermals seine Macht demonstrierte. Nach nur fünf Meter löste sich der Anhänger von der Kupplung und krachte zu Boden. Theodulf ist im Herzen eben ein wahrer Pilger ;)
    Der Weg war gut, leicht abschüssig und die Kilometer flogen nur so dahin. Neben uns floss ein Fluss und die Hänge waren hier und da mit Schafen bestückt. Philipp und ich kamen gut voran. Dennoch tauchte hinter uns plötzlich Lara auf. Mit nur sieben Kilo Reisegepäck und zarten zwanzig Jahren war sie um einiges schneller unterwegs, als wir. Sie schloss auf und von da ab gingen wir zusammen. Zu dritt lief es sich sehr angenehm. Wir erzählen, rätselten über Theodulf, lachten und freuten uns auf den ersten Supermarkt. Denn es war Samstag und das hieß - Candy-Saturday!
    Nach etwa fünfzehn Kilometern erreichten wir eine einfache Unterkunft, in der Lara eigentlich übernachten wollte. Doch gab es hier weder Strom noch Wasser und auch das Gas bekamen wir nicht angeschlossen. So zogen wir gemeinsam weiter zum nächsten Campingplatz. Die Rezeption öffnete erst um 17 Uhr. Wir entschlossen uns kurzerhand gemeinsam weiter zu ziehen und wechselten unser Doppelzimmer in ein Dreibettzimmer im Oppdal Turisthotel. Aus dem romantischen Abschiedsabend mit Philipp würde wohl nichts werden - was aber total okay war, denn Lara passte sehr gut zu uns.
    Da der Kiosk ebenfalls erst um 17 Uhr öffnete und uns der Magen schon in den Knien hing, gingen wir ein Stück die E6 entlang zu einem weiteren Campingplatz in Sichtweite.
    Zwar war das Angebot dort ebenfalls überschaubar, aber er hatte zumindest geöffnet. Wir schauten uns um. Dann tuschelten kurz die beiden Damen an der Kasse und fragten zögerlich "Are you Lara?". Wir schauten verdutzt auf Lara, die ebenso verdutzt die Kassiererin anschaute. Sie zeigte uns ein Foto von Lara auf ihrem Handy. Ihre Mutter hatte es geschickt, da sie sich Sorgen machte. Auf Ryphusan hatte man kein Handyempfang und Lara hatte dort einen Pausentag eingelegt, da es ihr nicht gut ging. Lara war die Situation sichtlich unangenehm und sie meldete sich kurz daheim, dass es ihr gut ging.
    Nach diesem Schock und einer kleinen Stärkung zogen wir weiter. Die Kirche von Oppdal war schon zu sehen. Lara musste sich noch einige blöde Sprüche von uns zu der Fotoaktion gefallen lassen. Sie steckte sie aber "eisenhart" weg und teilte auch gut aus. Die Rangordnung in unserem Trio wurde abgesteckt und Philipp wird in den nächsten Tagen noch seinen Spaß haben. :)
    Die letzten Meter zur Kirche führten wieder bergauf und mir wurde bewusst, dass an diesem Punkt mein Pilgerweg zuende sein würde. Meine Augen wurden feucht beim Gedanken daran - ebenso wie jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe.
    Die Kirche ist sehr schön und strahlt eine warme Atmosphäre aus. Im Inneren hatte ich einen Augenblick für mich allein und dankte Gott für seinen Schutz und seine Begleitung auf meinem Weg. Für all die Menschen, denen ich auf dem Weg und abseits des Olavsweges begegnet bin. Ich bat ihn um Schutz und Segen für diese Menschen und für meine Lieben daheim. Es war ein sehr schöner Moment und ein würdiger Abschluss meines Weges hier.
    Vor der Kirche gab es einen Kilometerstein. Mein Weg hatte mit Philipp am Kilometerstein 488 in Hamar begonnen und endete nun am Kilometerstein 152 in Oppdal. Man trifft immer die Menschen, die man in einem bestimmten Moment braucht. Philipp hatte mich ziemlich gut gezogen und ich war sehr froh, mit ihm gegangen zu sein. Auch Philipp war sich sicher, dass es so sein sollte, dass wir zusammen gegangen sind. Und auch dass Lara heute zu uns gestoßen war und morgen mit Philipp weiter zieht, passte gut in dieses Bild. Es ergab irgendwie Sinn und Theodulf hatte da sicher sein Hand im Spiel.
    Wir gingen die letzten drei Kilometer bis zum Hotel. Verglichen mit den bisherigen Unterkünften war es luxuriös. Wir hatten viel Platz, ein Bad, ein Doppelbett und eine Klappcouch.
    Wir stellten unsere Sachen ab und zogen los, um Candy und Bier zu kaufen. Das mit dem Bier konnten wir vergessen, denn es war Samstag und nach 18 Uhr. "You are in Norway" entgegnete eine Angestellte mit einem Lächeln, als wir nach Bier fragten. So musste ein Sixpack alkoholreduziertes Bier reichen. An der Candybar verloren Philipp und ich angesichts des Candy-Saturday jedes Maß und kauften jeder ein gutes halbes Kilo bunten Zucker in allen Variationen. An der Kasse fragte Philipp die Kassiererin, ob die Legende vom Candy-Saturday stimme. Es war die gleiche, die uns schon beim Bier enttäuschen musste. Auch jetzt begann sie zu Lachen und schüttelte den Kopf. Von einen Candy-Saturday hatte sie noch nie gehört. So ist das mit Mythen und Legenden. Einige stimmen - andere sind erfunden. Theodulf's Macht ist unbestreitbar und die Legende vom Candy-Saturday werden wir wider besseren Wissens dennoch an Leben erhalten.
    Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir Abendessen. Es gab Pasta, Burger und richtiges Bier. Angenehm teuer. Zum Abschied lud ich zu einer Runde Fjellbekk (Vodka, Aquavit, Lime, Sprite) ein. Dann gab es noch eine weitere Runde und nochmal Aquavit. Für mich war es ein perfekter Abschlussabend! Gut angeheitert gingen wir zum Hotel. Philipp und Lara gönnten sich noch ein Sprintduell. Im Zimmer wurden die Candy probiert und getauscht. Blöderweise waren unsere Vorlieben sehr ähnlich, was die Preise für die richtig guten Candy in die Höhe trieb.
    Bei Klassikmusik schliefen wir ein...
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  • Day19

    Up, up, up it goes (by Melanie)

    July 19 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C

    Als ich letztes Jahr den Jakobsweg gegangen bin, kam mir unterwegs mit Antje und Jasmin die Erkenntnis, dass man immer den Leuten begegnet, die man in dem Moment braucht. Diese Pilgerweisheit scheint auch auf den Olavsweg zu gelten. Auf dem gestrigen Weg von Hjerkinn Fjellstue nach Kongsvol hatte ich mir meine Blase am linken Fuß schön wund gelaufen. Als ich das Pflaster, welches sich eh schon fast gelöst hatte, abzog, war da eine ca. Eurostück-große, nasse und offene Wunde. Glücklicherweise hatte Melanie in ihrer Sani-Box Hansaplast Wundspray dabei und dieses Zeug bewirkte über Nacht ein Wunder. Heute Morgen war die Wunde so gut abgeheilt, dass ich ein neues Blasenpflaster drauf tat und nix mehr spürte. Dieses Wundermittel gehört ab jetzt zu meiner Wanderapotheke.
    In Kongsvol übernachtete neben uns noch eine weitere, recht große Pilgergruppe. Es war eine organisierte Pilgerreise und ihr Gepäck wurde jeweils von Station zu Station gefahren. Das Problem war, dass die nächste Unterkunft eine Station war, an der alle Pilger nächtigen mussten, da es weit und breit keine Alternative gab. Doch es gab wohl nur acht Plätze. Außerdem kein Strom, fließend Wasser und sonstige Annehmlichkeiten. Philipp und ich stellten uns gedanklich bereits auf Zelten ein. Melanie wusste noch zu berichten, dass man aufgrund des Andrangs in diesem Jahr ein Militärzelt neben der Hütte errichtet hätte. Das ließ hoffen, zumindest ein Feldbett zu ergattern.
    Philipp, Melanie und Lisa gönnten sich das angenehm teure Frühstück. Für mich gab's Knäckebrot, den restlichen Käse und eine Banane. Und natürlich Kaffee. Philipp brachte mir noch eine Schnitte für meinen Proviantbeutel mit. Sehr nett!
    Gegen halb elf zogen wir los. Heute lag der höchste Punkt des Olavsweges auf unserer Strecke, was einige Anstiege bedeute. Der Weg begann direkt nach der Unterkunft bretthart. Die ersten drei Kilometer ging es durch einen Wald auf und ab und über Stock und Stein. Man musste jeden Schritt mit Bedacht setzen, um nicht umzuknicken, abzurutschen oder zu stolpern. Es lief sich zäh und kräfteraubend und mir wurde Bange bei dem Gedanken, dies könne so weitergehen. Glücklicherweise wurde der Weg besser. Doch nun wartete der erste Anstieg des Tages auf uns. Dies war zugleich der steilste und er hatte durchschnittlich 35% Steigung. Als diese Prüfung geschafft war, ging es auf der Rückseite ebenso weit runter. Die Frage nach dem Sinn kam kurz auf. Dieser stellt sich aber nur, wenn man den Weg vom Ziel her betrachtete und nicht den Weg an sich. Also setzten wir einfach nur einen Schritt vor den anderen. So kämpften wir uns den nächsten Anstieg hoch. An einer Brücke mit Wasserfall machten wir Rast und die Biletta kam zum Einsatz. Dann ging es durch ein Birkenwäldchen erneut steil bergauf bis über die Baumgrenze und von dort stetig weiter nach oben. Die Landschaft wechselte wieder und die weite Sicht beeindruckte von Neuem. Obwohl ich dies nun schon kannte, war diese besondere Atmosphäre und Stille erneut bewundernswert. Ich dachte daran, dass wir morgen wieder absteigen würden und ich dies vorerst zum letzten Mal sehen und spüren konnte. Der Weg wurde breiter und zog sich über die Weite dahin. Die Stille wurde hier und da durch Glockengebimmel von Schafen unterbrochen. Wir überschritten die höchster Stelle des Olavsweges.
    Von dort waren es noch etwa fünf Kilometer begab bis zur Unterkunft. Man konnte die Hütten schon von weitem sehen.
    Als wir ankamen, lehnten ca. zehn Rucksäcke an einer Hütte und der Schornstein qualmte. Die Hütte auf den Foto im Pilgerführer war allerdings rot und stand nebenan. Da waren keine Rucksäcke. Wir traten ein und uns begrüßte Lara. Philipp und Lara kannten sich bereits. Sonst war niemand in der Hütte und es gab noch sieben freie Betten. In der Mitte ein Tisch und an der Wand eine Kochmöglichkeit. Also kein Zelten bei ca. 8 Grad und Kaffee hab es auch. Wir waren erschöpft und glücklich. Später gesellten sich noch zwei Belgier zu uns und auch Lisa und Melanie erreichten die Hütte.
    Es war ein sehr schöner und geselliger Abend mit Tee, Fertiggerichten, Kartoffelpüree und Knäckebrotvariationen. Hier oben gibt es kein Handynetz und so unterhielten wir uns viel über dies und das - die bisherigen Begegnungen auf dem Weg, Mittelalterfeste, Glaube und Fügungen, keltische Feste und Feiertage und Melanie erzählte interessante Facts zur Herkunft der Worte Schmetterling und Rapunzel.
    Da wir morgen zu unterschiedlichen Zielen aufbrechen werden, verabredenten wir morgen früh noch ein Gruppenbild. Es war einer der schönsten Abende auf der bisherigen Reise und er hatte irgendwie Klassenfahrtfeeling.
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  • Day18

    Schneekappe

    July 18 in Norway ⋅ ☁️ 18 °C

    Da wir vor zwei Tagen fünf Kilometer weiter gegangen waren, als die ursprüngliche Etappe vorsah, lagen heute nur etwa zwölf Kilometer vor uns. Um nicht schon Mittag in der nächsten Unterkunft zu sein, entschieden Philipp und ich, einen Abstecher zum Snøhetta Viewpoint zu machen. Der lag etwas über fünf Kilometer vom Reiterhof entfernt. Wir konnten die Rucksäcke auf dem Reiterhof lassen, da wir wieder hierher zurück mussten. Lisa und Melanie, beide kannte Philipp bereits von seiner Reise, sind gestern noch zu uns gestoßen, waren von der letzten Etappe noch so platt, dass sie die heutigen zwölf Kilometer gern ohne Extrarunde angingen.
    Der Weg zum Viewpoint war nicht spektakulär und führte hauptsächlich über eine Schotterstraße. Dafür entschädigte der Ausblick für den eintönigen Weg umso mehr. An dem Aussichtspunkt war eine "Hütte" mit Glasfront in Richtung Snøhetta. Über dem schneebedeckten Berg lag leider eine Wolke, sodass man den Gipfel nicht sehen konnte. Im Tal davor soll es Moschusochsen geben. In der Hütte stand ein kleines Fernrohr. Es war so eingestellt, dass man tatsächlich etwas sehen konnte, was wie ein liegender Ochse aussah. Oder wie ein toter Ochse. Oder wie etwas anderes braunes, großes Felliges. Egal - für mich war es ein Moschusochse.
    Dann gingen wir zurück und trafen an der Eystein Kirke Melanie und Lisa wieder. Sie hatten es heute sehr ruhig angehen lassen.
    Wir wünschten uns gegenseitig einen guten Weg und Philipp und ich gingen zurück zum Pferdehof. Wir hatten nun bereits gute zehn Kilometer in den Beinen und es war Zeit für ein Kaffeepäuschen.
    Danach schnappten wir unsere Rucksäcke und es ging los. Die zwölf Kilometer verteilten sich sehr gleichmäßig auf zweimal hoch und wieder runter. Landschaft und Ausblicke waren wieder sensationell. Philipp und ich laufen ja nun schon einige Tage miteinander und die Gespräche werden langsam persönlicher. Auch interessanter und nix für den Blog. Aber die Zeit verging recht schnell. Wir machen heute keine weitere Pause und kamen kurz nach fünf in der Unterkunft an. Das ist eigentlich ein Hotel mit sehr gutem Restaurant. Das Pilgergeschäft läuft so nebenbei und dies spürte man auch irgendwie beim Einchecken. Lisa und Melanie waren ebenfalls gerade an der Rezeption. Die 16 Pilgerbetten waren ausgebucht und mit ein bisschen Gemauschel haben wir es geschafft, uns ein Vierbettzimmer zu teilen. Die Abendkost fiel im Vergleich zum Restaurantsangebot bei uns wieder sehr karg aus. Besonders Philipp's Proviantbeutel gab nur noch eine Tütensuppe, zwei Teigfladen sowie eine Scheibe Käse und eine Scheibe Schinken her. Gepimmt wurde dies mit Lisa's Barbecue-Sauce und 'nem Ei von mir. Doch so ist wohl das Pilgerleben. Morgen hat er das Frühstück mit Lunchpaket gebucht - dann ist die Pilgerwelt wieder in Ordnung.
    Lisa zeichnet sehr gern (auch beruflich) und finanziert sich über selbstgemalte Postkarten vom Olavsweg ein Stück weit diese Reise.
    Melanie ist insgesamt etwa drei Monate in Norwegen. Nach dem Olavsweg möchte sie noch auf einer Pferdefarm arbeiten und sich so den Aufenthalt hier finanzieren.
    Jetzt liegen wir in unseren Betten und hängen mehr oder weniger an unseren Handy's. Außer Lisa - sie zeichnet.

    PS Meinem Hintern geht es übrigens nach dem gestrigen Reitausflug sehr gut ;)
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  • Day17

    Pferdemädchen

    July 17 in Norway ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute also Laufen lassen statt Laufen - Reiten statt Wandern. Ich freute mich auf das Reiten, ging aber relativ unaufgeregt an die Sache ran. Anders Philipp. Er ist durch sein privates Umfeld bereits geprägt, was das Reiten und "Pferdemädchen" angeht und war irgendwie sehr aufgeregt. Auch für ihn war es das erste Mal. Wir waren insgesamt ca. 30 Reiter. Die Gruppe teilte sich in eine größere Gruppe erfahrener Reiter und eine kleinere Gruppe mit Philipp und mir. Wir bekamen gezeigt, wie man das Pferd mit zwei Bürsten säubert, die Hufe reinigt, die Decke und den Sattel auflegt und das Zaumzeug anlegt. Dann wurden die Pferde zugeteilt. Meine süße, kleine Island-Pferdedame hieß Eir. Sie war dreizehn Jahre alt und sehr lieb.
    Ich bürstete sie und tat all die anderen Dinge. Sie ließ alles mit sich machen. Plötzlich stellte sie ihren Vorderhuf auf meinen Fuß und ich bekam ihr zartes Gewicht zu spüren. Ich bekam meinen Fuß wieder weg. Sie tat das im Laufe des Tages noch zwei weitere Male und ich weiß nicht, ob ich mich besonders blöd anstellte oder sie es mit Absicht tat. Nachdem Sattel und Zaumzeug angelegt und überprüft waren, ritten wir los. Eir wusste was zu tun war und alle folgten in einer Reihe. Ich war überrascht, welche Wege oder auch keine Wege Eir gehen konnte. Wir ritten durch Birkenwälder, über Fjellmoos, durch Matsch und überquerten kleine Flüsse. Eir meisterte alles problemlos. Und ich hatte riesigen Spaß. Später schalteten wir einen Gang höher und Eir ging in ihre spezielle Isländer-Gangart über. So ging es über Stock und Stein. Mega Fun!
    Wir machten eine Lunchpause und auch die Pferde hatten frei. Wir schnallten alles ab und führten sie auf eine Koppel. Einige wälzten sich erstmal. Andere begannen gleich mit grasen. Das war nämlich während des Reitens nicht erlaubt. Eir wußte das. Es war ihr aber relativ egal und so nutzte sie jede Gelegenheit unterwegs bereits für einen Snack. Dabei sah sie manchmal sehr lustig aus, wenn sie beim Reiten durch das Fjell einen Grashalm lässig zwischen den Lippen kaute.
    Auf den Rückweg probierten wir Galopp aus und es war großartig. Immer wieder streichelte ich Eir und sprach ihr gut zu. Ich glaube sie verstand und wir waren ein gutes Team. Als wir zurück waren, hieß es abrüsten und Abschied nehmen. Ich dankte Eir und Caro, unserem Guide, für die tolle Erfahrung. Eir bekam noch einen Apfel, den ich vom Frühstücksbuffet mitgenommen hatte. Er schmeckte ihr sichtlich. Ein letztes Tschüss und Danke auf der Weide und dann gesellte sie sich zu den anderen.

    https://www.komoot.de/tour/79549986?ref=itd
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  • Day16

    "Braincooler?"

    July 16 in Norway ⋅ ⛅ 15 °C

    Obwohl wir in der Unterkunft elf Pilger waren, versammelten sich nur drei von ihnen in der kleinen Kapelle. Marchetta aus Tschechien, Philipp und ich. Ebenso wie die Abendandacht, hielt die Morgenpredigt und den Pilgersegen die Bischöfin aus Hamar. Sie macht gerade in Fokstugu Fjellstue Urlaub. Es war ein schöner Moment und der Ort hatte etwas besonderes. Ebenso wie die Herberge allgemein und Christiane, die Gastgeberin. Sie hatte sich alle Namen der Pilger gemerkt und sprach uns immer persönlich an. Zum Abschied wünschte sie uns Gottes Segen, stand in der Tür ihres Hauses und winkte noch lange hinterher.
    Bei schönstem Sonnenschein gingen die ersten Meter wieder hinauf über die Baumgrenze. Meinem Fuß ging es ganz gut und das Fjell sah in der Sonne wunderschön aus. Hier und da waren noch Schneereste, die wohl nicht mehr schmelzen werden. Der Anstieg war heute lange nicht so anstrengend wie gestern. Dafür musste man ziemlich genau schauen, wohin man trat, um nicht auf den zahlreichen Steinen umzuknicken. Stellenweise sah ich kaum etwas von der Landschaft, da ich mich auf den Weg konzentrierte. Eigentlich waren heute 20km vorgesehen. Philipp hatte aber von einer anderen Pilgerin gehört, dass fünf Kilometer weiter ein Pferdehof sei, wo man durch das Fjell reiten kann. Erst versuchte Philipp sein Glück per Telefon. Bedingt erfolgreich, da der Herr am anderen Ende kaum Englisch sprach. Ich versuchte es ebenfalls und hatte mit einer Dame ähnliches Glück. Wir hofften einfach, dass wir nun zwei Betten und einen Reitkurs hätten und steuerten diesen Hof an. Das bedeutete heute 25km. Ich finde leider keine weiteren Worte, um diese schöne Natur zu beschreiben. Die Bilder bringen die Weite auch nur ansatzweise rüber.
    Nach zehn Kilometern machten wir Rast und hatten Dank Christiane Streichhölzer für unseren Kaffee. Der Rastplatz war umgeben von Fjellmoos an einem kleinen Teich. Die Sonne schien und hatte die Steine, auf denen wir saßen, angewärmt. Leider hatte ich mir nun links eine Blase gelaufen, die ich mit einem Blasenpflaster verarztete. Es gab Kaffee aus der Bialetti und unseren Proviant. Wir legten uns für einen Moment zurück und wären bei der Wärme und der Stille beinah eingeschlafen. Traumhaft. Doch wir mussten weiter - es lagen noch 15km vor uns. Wir passierten wieder mehrere Furten und moorige Abschnitte, wo Holzbohlen über die nassesten Bereiche führten. Hier noch ein Tipp: Wasserfestes Schuhwerk sei wärmstens empfohlen! Aus der Ferne sahen wir einen See, kamen näher, umrundeten ihn am Ostufer und dann lag er hinter uns. So zogen sich die Kilometer und die Landschaft dahin. Nach zwanzig Kilometern kamen wir an einen Zeltplatz, der unser eigentliches Ziel sein sollte. Wir wollten kurz Rast machen. Philipp wollte eigen Kaffee und ich hatte unglaublich Bock auf diesen Braincooler, den ich im Mageli Camping getrunken hatte. In Deutschland als Slush bekannt.
    Wir betraten den Schankraum des Campingplatzes. Hinter der Theke stand die Clint-Eastwood-Version eines norwegischen Campingplatz-Betreibers. Ich sah keine knallbunten Braincooler-Maschinen, welche die eiskalte und zuckersüße Masse stetig rührten. Doch ich hatte so einen Bock drauf, dass ich Clint Eastwood zögerlich fragte "Do you have braincooler?"
    ...
    Ein kurzer Moment der Stille und dann kam in tiefster Saloonstimme nur ein Wort als Antwort: "Braincooler?"
    Ich fühlte mich, als hätte ich in einem amerikanischen Saloon zur Goldgräberzeit ein Glas Milch bestellt. Die Situation war so lustig, dass Philipp und ich loslachten. Clint fand es auch witzig. Ich nahm dann eine normale Limonade aus dem Kühlschrank. War auch okay.
    Ich verarztete meine Blase mit einem weiteren Pflaster und wir nahmen die letzten fünf Kilometer in Angriff.
    Der Pferdehof ist riesig und neben 30(?) Pferden gibt's hier Esel, Hunde, Kaninchen und Katzen. Unsere Reservierung passte und nun haben wir hier zwei Übernachtungen und morgen reiten wir den ganzen Tag übers Fjell. Meine Füße freuen sich.
    Die Pilgerunterkunft ist eine Hütte für fünf Leute. Sie ist voll und wir kennen uns bereits aus Fokstugu Fjellstue. Die Aussicht von meinem Bett ist phantastisch und ich freue mich auf den morgigen Tag.
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  • Day15

    Back on track

    July 15 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C

    Kurz nach sechs klingelte heute der Wecker. Ich musste um 07:18 Uhr den Bus nach Åldasnes und dort den Zug nach Dombås bekommen. Duschen, Kaffee und los. Gepackt hatte ich gestern bereits. Der Bus kam pünktlich und dann hatte ich erstmal zwei Stunden Zeit, um noch etwas zu dösen. In Åldesnes hatte ich nur 15 Minuten Umstiegzeit und ich wollte noch schnell in den Intersport huschen, um mir ein wenig Trockennahrung für das Fjell zu besorgen. In Dombås gab es meines Wissens kein Sportgeschäft. Der Bus war zwei Minuten früher da. Ich sprang raus und "lief" zum Intersport. Um diese Zeit waren doppelt so viel Verkäufer (zwei) wie Kunden (ich) im Laden, was den Einkauf sehr beschleunigte. Nach zehn Minuten war ich wieder am Bahnhof und bestieg den Zug.
    Ich genoss erneut die traumhafte Landschaft, durch die, die Raumabahn führt. Eine Empfehlung für alle, die in der Nähe von Dombås bzw. Åndalsnes sind und etwas Zeit haben!
    Als ich in Dombås ankam, schaltete ich Komoot ein und ging los. Ich versuchte in meinen Fuß zu spüren, ob er die kommenden Strapazen abkönne. Er fühlte sich okay an. Ich merkte jeden Schritt, doch es war bereits um einiges besser als noch vor ein paar Tagen.
    Ich ging zur Kirche. Ich dankte für all die wundervollen Begegnungen, die ich bisher machen durfte, für all die Hilfe, die mir zuteil wurde und für die unglaubliche Natur, die ich sehen durfte. Ich bat um Kraft für die nächsten vier Tage und ging los. Es fühlte sich gut an.
    Es lagen 14km vor mir und auf etwa der Hälfte, am höchsten Punkt, würde ich wieder auf den Olavsweg treffen. Dort, an einer Steinpyramide wollte ich mich mit Philipp treffen. Kurz nach Dombås querte ein Elektrozaun den Wanderweg. Keine Zauntreppe weit und breit wenn man Mal eine braucht. Etwas unelegant und mit leichtem Bodenkontakt (der Rucksack war schuld!) überwandt ich dieses Hindernis.
    Der Weg führte stetig bergauf und wechselte von steil auf sehr steil auf "Ohne Klettergurt?!?". Okay, leicht übertrieben ;) Aber es brannte ganz schön in den Oberschenkeln. Ich näherte mich der Baumgrenze und wenn ich zurückschaute (auch um etwas Luft zu holen), taten sich wundervolle Blicke ins Tal auf.
    Ich überschritt die Baumgrenze und es tat sich eine seltsame Stille um mich herum auf. Es war vorher nicht laut - aber irgendwie war für einen Moment gar nichts zu hören. Der Blick wurde von keinem Baum gestört und konnte über endlose Weiten schweifen. Hier oben war alles von Moosen und Sträuchern bewachsen. Eine ganz eigene Landschaft. Ich folgte dem Weg. Irgendwann blickte ich mich um und links von mir, vielleicht drei-, vierhundert Meter sah ich jemanden winken. Es war Philipp am vereinbarten Treffpunkt. Es war irgendwie cool und besonders, ihn an diesem besonderen Ort wieder zu treffen. An der Steinpyramide legen Pilger Steine ab, die sie mitgebracht haben und nutzen den Moment für ein Gebet. Ich hatte einen Stein heute Morgen in Ålesund aufgenommen und mitgebracht. Ich legte ihn zu den anderen.
    Leider wurde aus unserer Kaffeepause nix, da der Anzünder meines Gaskochers streikte. Nach zwei Wochen!
    So zogen wir ohne Kaffee und etwas enttäuscht weiter. Jetzt ging es nur noch bergab bis zur Unterkunft. Es galt einige kleine und größere Flüsse/Bäche auf Steinen oder Behelfsbrücken zu überqueren. Der Weg wurde nasser und an besonders morastigen Stellen führten Holzbohlen drüber hinweg. Wir kamen wieder in Höhen, wo Krüppelbirken wuchsen und irgendwann wieder an die E6. Hier liegt unsere heutige Unterkunft.
    In dem kleinen Hofladen holten wir uns Brot und Eier fürs Abendbrot. Um 20:30 Uhr gab es eine kurze Abendandacht.
    Meine Sehne ist leider wieder angeschwollen. Ich hoffe, morgen früh ist es wieder besser. Ich dehne und creme so gut ich kann.
    Ich bin froh, wieder ein Stück auf dem Olavsweg zu gehen.
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  • Day14

    Norwegische Gastfreundschaft

    July 14 in Norway ⋅ ⛅ 12 °C

    Heute morgen gegen zehn, ich hatte mir gerade meinen Kaffee gemacht und eine Tiefkühlpizza in den Ofen geschoben (wer weiß, wann ich das nächste Mal einen Backofen zur Verfügung habe), kam Peer vorbei und brachte mir meinen filetierten Fang von gestern. Aus 670g Fisch schnitt er mir 360g feinstes Filet. Er hatte es gut verpackt und sagte, so würde es sich bis zum Abend halten. Hierbei bot er mir an, ich könne auch gern noch eine weitere Nacht bleiben. Kostenlos - als sein Gast. Ich brauchte einen Moment, um mir klar zu werden, ob ich das Angebot annehmen könne. Aber eigentlich sprach einiges dafür - und kaum etwas dagegen. Heute ist Sonntag und die Zug- und Busverbindungen sind sonntags eine Katastrophe. Ich komme heute nur bis Dombås und nicht bis zu meinem eigentlichen Ziel Dovre. Dort ist Philipp heute und geht morgen weiter ins Fjell. Philipp schrieb, man könne auch von Dombas aus ins Fjell starten. Aber auch da müsste ich mir noch eine Unterkunft in Dombas suchen und das sah online nicht günstig aus. Ich entschied mich, hier zu bleiben. So könnte ich den Fuß einen ganzen Tag Ruhe gönnen, würde heute Abend meinen Fisch essen und morgen mit dem ersten Bus nach Dombas aufbrechen. Von dort sind es 14km bis nach Fokstugu Fjellstue, wo auch Philipp übernachten wird. Ich rief an und reservierte uns für morgen ein Doppelzimmer ;)
    Den übrigen Tag verbrachte ich mit Dehnübungen, las in Jessi's Pilgerführer (Lieben Dank nochmal!) für die nächsten Etappen und relaxte. Mein Plan ist es, morgen das Fjell anzugehen und in vier Tagen in Oppdal zu sein. Das sind nicht ganz 100km. Dort gibt es wieder einen Bahnhof. Von dort werde ich wohl den Zug nach Trondheim nehmen. Ich möchte meinem Fuß nicht zuviel zumuten, aber die vier Tage muss er irgendwie durch. Wie es dann weitergeht, werde ich sehen.

    Für alle, die auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft bei Ålesund sind, kann ich Terje nur empfehlen. Ihr habt ja gelesen, wie man hier Gastfreundschaft lebt und ich würde jederzeit wiederkommen. Es gibt eine gute Busverbindung ins Zentrum (alle 15 Minuten) und der Bus braucht nur etwa 10 Minuten.

    Hier ist der Link zu Terje's Unterkunft
    https://abnb.me/fHkJpZgLjY

    Und hier noch ein Link, wo wohl ich und ihr etwas sparen könnt, wenn ich das richtig verstanden habe ;)
    https://abnb.me/e/0OEdVl8EjY
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  • Day13

    Petri Heil!

    July 13 in Norway ⋅ ⛅ 10 °C

    Ich nahm den Bus zurück zu meiner Unterkunft. Zwei Haltestellen vor meinem Airbnb gibt es ein Openair-Museum. Also stieg ich aus und schaute es mir an. Es behandelt die lokale Kultur und Geschichte. Es waren alte Häuser zu sehen und eine alte Kirche. Zu meinem Erstaunen war an der Kirche ein Zeichen des Olavsweges und da lag auch ein Stempel. In meinem Pilgerpass mögen eine Menge Stempel zwischen Oslo und Trondheim fehlen - dafür ist jetzt einer drin, den vermutlich nur wenige Pilger haben. Mein ganz persönlicher Olavsweg.
    Als ich zurück war, hatte ich einen Medizin-Check bei Terje. Er ist pensionierte Chiropraktiker und hat in seinem Haus ein richtiges kleines Behandlungszimmer. Er prüfte meine Hüfte und die Länge meiner Beine. Ob hier vielleicht die Ursache meiner Schmerzen liegen könnten. Er konnte aber nichts feststellen - was ich sehr gut fand. Also doch "nur" überlastet. Er zeigte mir zwei Dehnübungen um die Waden zu dehnen und die Achilles-Sehne zu entlasten. Diese Übungen und Ruhe sollten helfen. Draußen vor der "Praxis" erwartete mich Fie. Wir waren uns heute morgen bereits kurz begegnet und es hatte direkt gefunkt. Das Wiedersehen war leidenschaftlich. Wir gestanden uns unsere Zuneigung, wussten aber auch beide, dass dies keine Zukunft hätte. So ist es halt - das Vagabundenleben.
    Ich wollte mich eben auf einen gemütlichen Abend vorbereiten, da lernte ich Peer kennen. Er ist Ferje's Sohn und der Eigentümer des Apartments. Er wechselte ein paar Lampen aus und wir kamen ins Gespräch. Irgendwann kam er auf die Idee angeln zu fahren und fragte, ob ich Lust hätte. Ich war noch nie Angeln - aber wenn nicht in Norwegen, wo dann?!?
    Wir fuhren wieder nach Alesund und er sagte, die Makrelen beißen wie verrückt. Er wollte mir eigentlich nur zeigen, wie man den Köder ins Wasser wirft und *schwupps* hing der erste Fisch dran. Ähnlich war es bei mir und ich hatte meinen ersten Fisch gefangen. Und so ging es weiter. Wir hatten viel Spaß. Peer filetierte mir vor Ort eine Makrele und das war dann heute mein Abendbrot. In Öl gebraten mit Salz und Pfeffer - das beste Abendessen, was ich in Norwegen bisher hatte. Ich bleibe nun noch eine Nacht und morgen geht's zurück nach Dombasn oder Dovre.
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  • Day13

    Jugendstil

    July 13 in Norway ⋅ ☁️ 12 °C

    Die Wahl meiner Unterkunft war ein Volltreffer. Terje ist super nett. Ich hatte gestern Abend noch eine Waschmaschine angeworfen, da ich nun seit ca. zwei Wochen mit zwei T-Shirts, drei Unterhosen, zwei Paar Socken und zwei etwas dickeren Sweatshirts auskomme. Waschen konnte ich bisher immer nur sporadisch in Waschbecken und mit Dr. Bronners Superseife. Endlich mal wieder richtige Wäsche. Leider war die heute morgen noch nicht ganz trocken. Doch Terje bot an, sie drüben im eigenen Haus in den Trockner zu stecken. Mit den Wollsocken war ich skeptisch, vertraute aber Terje. Ich hatte also Zeit für ein Frühstück. Ich teile mir das Apartment mit einem Schweden, der in Norwegen als Krankenpfleger arbeitet und eben ist noch ein Koreaner für eine Nacht eingezogen, der wohl bei der Armee ist. Außerdem gibt's noch jemanden, den ich bisher nur gehört und nicht gesehen habe. Mit dem Schweden kam ich ins Gespräch und er kannte erstaunlicherweise Union Berlin. Sein Lieblingsclub sind die Queens Park Rangers aus London und die hatten wohl ein Freundschaftsspiel gegen Union.
    Als meine Sachen trocken waren, nahm ich den Bus in die Stadt. Es findet gerade das Boat-Festival statt. Es gab also eine Musikbühne, Fahrgeschäfte, Stände mit Krims-Krams und jede Menge Fressbuden. So Feste sind irgendwie nicht meins. Aber man konnte bei einigen Ständen probieren und so hatte ich ein kleines zweites Frühstück am Lachsstand. Der war zart wie Butter. An der Touristen-Info holte ich mir einen Stadtplan, ein paar Informationen und zog los. Terje hatte mir schon erzählt, das Ålesund 1904 durch ein Feuer nahezu vollständig zerstört wurde. Der deutsche Kaiser Wilhelm schickte daraufhin finanzielle Mittel und Arbeiter und half beim Wiederaufbau. Deshalb sind die Häuser alle nach 1904 gebaut und im Jugendstil gehalten. Es gibt auch eine Keiser Wilhelms Gate.
    Außerdem gibt es einen Berg, den man mit 418 Stufen besteigen kann und einen wunderschönen Blick auf Alesund und die Jugendstilhäuser hat. Das war mein erster Anlaufpunkt. Danach ging es in die Altstadt. Ich klapperte die Hotspots auf meiner Touri-Karte ab und hatte teilweise wirklich schöne Blicke auf den Hafen und die umliegenden Inseln.
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  • Day13

    Nützliche Apps in Norwegen

    July 13 in Norway ⋅ ⛅ 12 °C

    Folgende Apps habe ich auf meiner Reise in Norwegen schätzen gelernt. Vielleicht sind sie für den einen oder die andere Leser(in) nützlich.

    Wanderkarten von Norwegen (Tip von Jakob). Offlinefunktion der Karten ist kostenpflichtig aber bei mir bisher nicht notwendig.
    Norgeskart von Norgeskart AS
    https://apps.apple.com/de/app/norgeskart/id727189627

    Kennen vermutlich die Meisten. Ebenfalls Wanderkarten. Offlinefunktion der Karten kostet ebenfalls etwas. Ich hatte mal das Komplettpaket gekauft, als es im Sale war. Seitdem nutze ich die App regelmäßig.
    Komoot — Fahrrad & Wander Navi von komoot GmbH https://apps.apple.com/de/app/komoot-fahrrad-wander-navi/id447374873

    (Fern-)Busverbindungen (zB zwischen Geiranger - Alesund - Andalsnes)
    FRAM von Møre og Romsdal fylkeskommune
    https://apps.apple.com/de/app/fram/id943432753

    Zug- und Busverbindungen
    Entur - Journey Planner von Entur AS
    https://apps.apple.com/de/app/entur-journey-planner/id1225135707

    ÖPNV in Oslo
    RuterBillett von Ruter As
    https://apps.apple.com/de/app/ruterbillett/id581486486

    Wettervorhersage vom norwegischen Wetterdienst. (Tip von Lisa)
    Hinsichtlich der Orte sehr viel genauer als herkömmliche Wetter-Apps. Vorhersagequalität gilt es zu testen - scheint aber sehr gut zu sein. Außerdem fancy ;)
    Yr von NRK https://apps.apple.com/de/app/yr/id490989206

    Wer weitere Vorschläge/Tips hat, kann sie gern in den Kommentaren posten ;)
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