"Ich weiß nicht, wohin ich von hier aus gehe, aber ich verspreche es wird nicht langweilig." (David Bowie, 1947-2016) Frei nach diesem Motto möchte ich zu Fuß die Welt erkunden und aufgeregt meinem Leben folgen.
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  • Jul14

    Ich bin in Norwegen!

    July 14 in Norway ⋅ ⛅ 19 °C

    Ich bin in Norwegen! 😱🤷🇧🇻
    Ich bin in Bergen! 🤗🙋🥳
    Ich bin in Norwegen! 🚶🚴🚣🏃🤸

    Thomas Heindl

    🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳💯💯💪🏿💪🏿💪🏿💪🏿💪🏿 Herzlichen Glückwunsch

    Bernhard Grießler

    Danke Thomas! 😊🙏🥳

    Georg Braun

    Herzlichen Glückwunsch zu deiner Leistung 👍🏻

    Bernhard Grießler

    Danke Georg! 😊🙏

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  • Explore, what other travelers do in:
  • Jul13

    Die letzten Kilometer in Dänemark

    July 13 in Denmark ⋅ ☁️ 21 °C

    Die letzten Tage hatte ich wunderbares Glück mit dem Wetter. So gab es zumeist strahlenden Sonnenschein und für die Nordsee untypisch wenig Wind, wie mir erzählt wurde.

    Ich wanderte entlang des Nordseetrails, dem Weitwanderweg Hærvejen und dem Nordseeküstenradweg. Immer wieder wechselte ich zwischen diesen Wegen hin und her. So war es für mich sehr abwechslungsreich - Mal bin ich direkt am Strand entlang gelaufen, mal in den gleich dahinterliegenden Dünen oder noch weiter im Landesinneren, wo es dann meist sehr flach wurde und sich viele landwirtschaftlich genutzte Flächen zeigten.
    Landschaftlich einzigartig war dabei die "Rubjerg Klitplantage", wo bis vor etwa 120 Jahren noch Wald stand und rundherum Landwirte lebten zeigt sich nun eine wüstenähnliche Landschaft - zum Ansehen und Durchstreifen wirklich traumhaft.
    Gestern nutzte ich dann noch die Gelegenheit ein paar Kilometer entlang des Flusses "Liver Å" zu paddeln, der direkt in die Nordsee mündet.

    Spät aber doch durfte ich nun leider auch noch die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt mit einer blutgefüllten Blase am Fußballen zu wandern. Hatte ich zuvor nie ein Thema mit Blasen, weiß ich jetzt auch wie dankbar ich darüber sein darf 😬 so bin ich heute die letzten 12 Kilometer bis zum Fährhafen doch eher gemächlich - mit dem Ziel nicht ganz so viel Druck auf die Blase auszuüben - und mit vielen Pausen gewandert.
    Abgesehen davon war es für mich sehr schön wieder länger zu Fuß unterwegs zu sein. Ich mag es sehr ein Land, seine Menschen und dessen Landschaft so kennenzulernen. Durch das viele Draußen sein und dem Kennenlernen eines Stück Landes zu Fuß, hab' ich das Gefühl als würde ich mich dadurch viel mehr in die Landschaft einfügen und für kurze Zeit zu einem gewissen Grad ein Teil von ihr sein.

    Auf den Shelterplätzen bin ich mal alleine und mal treffe ich Leute.
    Gestern habe ich unter anderem Annika kennengelernt. Nachdem sie ihren Bruder in Kanada besucht hat, durchquerte sie das Land mit ihrem Rad einmal von West nach Ost. Und danach ist sie scheinbar erst so richtig in Fahrt gekommen, weil sie sich dann auf den Weg Richtung Süden aufmachte um Nordamerika, Zentralamerika und Südamerika zu durchradeln. Aufgrund von Corona musste sie leider in Argentinien die Reise nach zwei Jahren vorzeitig abbrechen, aber dennoch unglaublich. Und jetzt... Jetzt radelt sie gerade von Berlin ans Nordkap. 👌🤩

    So und ich sitz jetzt gerade am Fährhafen von Hirtshals. Irgendwie meinem inoffiziellen Ziel meiner Reise - immerhin wusste ich das mich von hier die Fähre nach Norwegen bringen wird 😍 und die ganz bestimmte Fähre die das machen wird, fährt auch gerade ein 🤗

    Somit darf ich mich von Dänemark verabschieden. Einem vom Meer und dem Wasser geprägten Land. Von seinen offenen und so hilfsbereiten Menschen.
    Ich durfte hier eine wirklich schöne Zeit verbringen und eure Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, die häufigen Wünsche für eine "god tour" und vieles mehr, haben dazu beigetragen - Mange tak! 🙏🇩🇰
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    Bernhard Grießler

    ich lach' auf dem Foto übrigens so, weil der erste Versuch mega unscharf geworden ist und ich total davon überzeugt war, dass auch das nichts werden würd'. und das war dann schon ausreichend amüsant für mich 😃

    Bernhard Grießler

    Weiß jemand von euch, woran das liegt, dass der Sand so wellenförmige Muster macht?

    Niki HK

    Dachte vom Wind stimmt das ?

    Alexandra Lee

    Hätt ich auch gedacht?

    Bernhard Grießler

    okay, das heißt da bilden sich quasi die Wellen des Windes ab? 🙃

    Niki HK

    Ja das ist sehr poetisch ;) Lt hr. Google nennt man das „ripple-Mark“

    Bernhard Grießler

    oh danke fürs recherchieren!

    2 more comments
     
  • Jul10

    Vorupør und die dänische Nordseeküste

    July 10 in Denmark ⋅ ⛅ 17 °C

    Den Sonntag und den Montag habe ich es mir in Vorupør gut gehen lassen.
    Essen kochen, Spazierengehen am Strand und zwischen den Dünen, Musik hören, lesen, schreiben und dem Regen von drinnen zuschauen.
    "Pete's Hideout" war dafür der ideale Platz. Der leidenschaftliche Surfer ist im vergangenen Jahr von København nach Vorupør übersiedelt und betreibt hier eine kleine, aber feine Unterkunft.

    So hab' ich die Tage auch schon ein wenig dafür verwenden können zurück zu schauen auf all das was bisher auf meiner Reise sein hat dürfen, auf all die Anstrengungen und all das Schöne. ☺️

    Am Dienstag habe ich schließlich wieder meinen Rucksack gepackt, meine Laufschuhe geschnürt und ich bin in meine letzte etwa 180 lange Etappe zu Fuß Richtung Hirtshals gestartet. Dabei bin ich die Nordseeküste entlang Richtung Norden durch den Nationalpark Thy und durch denSurferspot Klitmøller, der auch Hawaii des Nordens genannt wird, spaziert, um schließlich zu meinem Shelterplads für die Nacht in der Nähe des Nors Sø zu gelangen.
    Ich hab mich an diesem Tag doch etwas beeilt, da die Wettervorhersage einen ziemlichen Starkregen für den Nachmittag prognostiziert hat.
    Kurz nachdem ich am Shelterplads angekommen bin, setzte schließlich auch schon der Regen ein.

    Gemeinsam mit Jen aus Hamburg haben wir dem Regen zugesehen und waren froh, dass wir im Trockenen saßen. Jen war gerade am Nordseeküstenradweg von Skagen zur deutschen Grenze unterwegs. Sie erzählte mir dabei auch von ihren längeren Wanderungen in Schottland, Island und dem Norden Schwedens und ihrer Fähigkeit besondere Wetterereignisse magnetisch anzuziehen. 😬
    Wir tauschten unsere Erfahrungen aus und so sind die regnerischen Stunden auch recht schnell vergangen.
    Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam ausgiebig und lange, sodass ich erst gegen Mittag losgestartet bin. Ich wanderte durch das Landesinnere ehe ich am Abend wieder die Küste der Nordsee bei Visgø erreichte.

    Am Donnerstag ging ich dann 10 km direkt am schier endlos wirkenden Strand der Nordsee entlang, wechselte dann in eine Dünenlandschaft und erreichte am Nachmittag eine etwa 84 Meter hohe Felsküste aus Kalkstein - den Bulbjerg. Sehr markant in der Landschaft bietet er eine wunderbare Aussicht über die Dünenlandschaft und die Nordsee. Im zweiten Weltkrieg erbauten die Deutschen hier einen Bunker - den Würzburger Riesen - der nach wie vor besteht.
    Nicht weit von hier schlug ich mein Zelt auf und lernte Espen (ich hoffe das ist die richtige Schreibweise?) und Liz' kennen. Das Pärchen genoss die "kinderfreie" Zeit. Sie schenkten mir, da meine Essensvorräte gerade etwas knapp waren, Essen von der dänischen Army und boten mir an mich am nächsten Tag ein Stück des Weges mitzunehmen, was ich dankend annahm 🙏 Es war sehr schön sich mit ihnen zu unterhalten. Liz' war bereits wandern am Kungsleden im Norden Schwedens und Espen radelte mit einem Freund und sehr einfacher Ausrüstung in nur 4,5 Tagen von København nach Amsterdam.

    So fand ich mich schließlich am Freitag am späten Vormittag in Fjerritslev wieder, kaufte Essensvorräte ein und machte mich auf den Weg zur Küste. Gestern Abend hab ich dann wieder einmal einen Shelterplads für mich alleine gehabt. Ich hab mir ein Lagerfeuer gemacht und die Zeit mit mir dabei sehr genossen.

    Und jetzt mach' ich gerade Mittagspause. Das Wetter ist heute erfreulicherweise besser als erwartet und mich trennen mittlerweile von Hirtshals und der Fähre nach Norwegen nur noch knapp 70 Kilometer - also quasi ein "Klacks" 😃

    Habt ein schönes Wochenende und eine gute Zeit ☺️
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  • Jul2

    Åhrus

    July 2 in Denmark ⋅ ⛅ 20 °C

    Von Mittwoch Abend bis Samstag Vormittag habe ich nun in Åhrus verbracht.
    Eine sehr nette und belebte Stadt mit einer entspannten Atmosphäre in der Innenstadt und vielen jungen Menschen.

    Schön war auch das Hostel in dem ich war - sehr modern und neu und vor allem sehr sauber. Außerdem hatte ich ein 140x200 cm großes Bett. Mein Zelt ist innen lediglich etwas mehr als 100 cm breit, also hatte ich mal echt viel Platz 😃

    Im Hostel lernte ich einige nette Menschen kennen.
    Blynn (22) und Luke (21) aus England verbringen gerade drei Wochen hier, da sie einen Sommerkurs im Rahmen ihres Studiums absolvieren. Ich war mit den beiden am Donnerstag Vormittag gemütlich im Park picknicken.
    Auch zwei Brüder aus Polen hab ich getroffen, die gerade am Weg auf die Insel Anholt waren, wo sie den Sommer über arbeiten würden.
    Und am Freitag Abend kam ich dann mit Caspar und Anders ins Gespräch. Caspar, ein Familienvater, nutzte die vergangene Woche, um erste Wandererfahrungen zu machen. Er schien sichtlich erschöpft und hatte von allerlei Learnings zu berichten. Wir teilten auch unsere Erfahrungen, die wir in der "Wildnis" gemacht haben und was einem nicht alles draußen nervös machen kann, wenn man alleine unterwegs ist.😬
    Anders (24) hörte unser Gespräch und gesellte sich zu uns. Er wolle gerne ein minimalistisches Leben führen und möglicherweise ein Mönch werden. Wichtig sei ihm auf jeden Fall aus diesem Hamsterrad - dem immer mehr und mehr in unserer Gesellschaft - auszusteigen. Er zeigte mir eine sehr nützliche dänische App, die mir Orte anzeigt, wo ich essbare Wildbeeren und Wildkräuter finden kann.

    Nachdem ich am Donnerstag die Stadt zu Fuß durchstreift habe, habe ich am Freitag zwei Museen besucht.
    Zunächst das Moesgaard Museum etwas außerhalb der Stadt. Dort kann man die Geschichte des Menschen in einer Art Multimedia-Ausstellung erleben. Durch die abwechslungsreiche Wissensvermittlung bleibt das ganze sehr kurzweilig. Auch die Architektur des Gebäudes ist sehr beeindruckend- es wirkt nämlich so wie, wenn sich die Erde öffnen würde und wir einen - wenn auch nur sehr kleinen - Einblick in eine längst vergangene Zeit bekommen würden.
    Am Abend war ich dann noch im Kunstmuseum Aros und hab mir die Stadt von oben in 🌈-Farben angesehen. Einzigartig!
    Was mir übrigens total gut gefallen hat. Es hat in beiden Museen Pausenbereiche gegeben, wo die Möglichkeit besteht die ganzen Eindrücke und Informationen mal auf sich wirken zu lassen und das ohne, dass man dabei etwas konsumieren muss. Das find ich schön!
    Danke Karin für deine Empfehlungen! 😊

    Am Samstag bin ich nun weitergezogen. Das Wetter prognostizierte Regen und so entschied ich mich weiter zu trampen. Das Ziel war die Nordsee an der Westküste Jyllands.
    Und so versuchte ich mein Glück und trotz miesen Wetters oder vielleicht auch deshalb nahmen mich sechs verschiedene FahrerInnen auf der Strecke nach Vorupør im Nationalpark Thy mit.
    Da war der junge Gymnasiast am Weg seine Großmutter zu besuchen, der nach seiner Matura wie seine Mutter ein Jahr lang auf Weltreise gehen wolle.
    Oder die Mitte 50-jährige Frau, die früher ebenso trampte, sechs Jahre lang in Benidorm in Spanien lebte und am Montag erfahren würde, ob sie Hautkrebs habe.
    Dann hat mich ein Pensionist mitgenommen, der seine eigene Firma hatte und mir vom Hype in Dänemark rund um das Puch Maxi erzählt hat.
    Oder das Paar Mitte 30, das unterwegs zu den Eltern der Frau war. Sie erzählte, dass ihre Mutter teil einer Hippiegemeinde ist, die für sich entschieden hat, dass sie sehr einfach leben wollen. So hat ihre Mutter erst vor einem Jahr einen Wasseranschluss in ihrem Haus bekommen. Sie erzählt, dass es für diese Kommune ein eigenes Gesetz gebe, die ihnen dieses Leben dort in dieser Form ermöglichen würde. Das es zu diesem Gesetz gekommen ist, sei dabei ein sehr langer und mühsamer Weg.
    Dann nahm mich noch eine ältere evangelische Priesterin mit. Für mich als römisch-katholisch geprägter Mensch tatsächlich etwas ungewöhnlich. Aber vielleicht wär das ja auch mal was für die römisch-katholische Kirche? 🙃

    Und so erreichte ich am späten Nachmittag meine Unterkunft für die nächsten drei Nächte.

    Schön langsam komme ich meinem Ziel - Norwegen und somit dem Ende meiner ersten Etappe näher. 😃
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  • Jun30

    Daumen hoch und schauen was passiert

    June 30 in Denmark ⋅ ⛅ 20 °C

    Und so stehe ich gerade am Straßenrand strecke meine Hand aus und zeige mit dem Daumen meiner rechten Hand nach oben. Es ist ein merkwürdiges Gefühl und schon nach wenigen Sekunden, denke ich mir, dass ich das doch nicht machen kann.

    Ich gehe weiter. Mittlerweile habe ich etwa 9 Kilometer vom Stadtzentrum Kopenhagens weg zurückgelegt. Ich möchte mir heut einige gerne die Domkirche in der früheren dänischen Hauptstadt Roskilde ansehen. Und so gehe ich die Hauptstraße entlang, die direkt dorthin führt und bin ständig auf der Suche nach einer passenden Stelle zum Trampen.
    Nach meinem ersten sehr kurzen Versuch starte ich den nächsten Anlauf und diesmal halte ich immerhin 5 Minuten durch, bevor ich an meinem Platz zweifle. Immerhin sollten meine potentiellen Mitfahrgelegenheiten mich rechtzeitig sehen und eine gute Möglichkeit zum Stehen bleiben haben. So setze ich also meinen Weg neuerlich zu Fuß fort und dennoch bleibt kurze Zeit später ein Auto neben mir stehen.

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    Zu trampen war früher - so haben mir das viele erzählt - sehr verbreitet. Immerhin bietet es eine zumeist kostenlose Möglichkeit von A nach B zu gelangen.
    Ich frage mich, warum das wohl weniger geworden ist?
    Vielleicht liegt es daran, dass uns die Zeit dafür fehlt?
    Vielleicht aber auch daran, dass es viel Vertrauen braucht, um sich in das Auto eines fremden Menschen zu setzen?
    Ist die Welt gefährlicher geworden oder hat sich unser Empfinden für Sicherheit verändert?
    Eine gesunde Mischung aus Vorsicht und Vertrauen ist zumindest das, was ich versuche dabei zu finden.

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    Der Fahrer des kleinen weißen Autos, das neben mir am Straßenrand stehen geblieben ist, fragt mich wohin ich möchte und bietet mir an mich ein kleines Stück mitnehmen zu können. Er erzählt mir, dass er mich gesehen und extra umgedreht habe, damit er mich ein Stück mitnehmen könne.
    Nach etwa 7 Kilometer endet meine erste Tramp-Erfahrung in Dänemark. Erfreut darüber mache ich mich mit meinem Rucksack auf den Weg zu meinem nächsten Platz und mittlerweile fühle ich mich dabei auch etwas selbstbewusster. Und nach etwa 10 Minuten bleibt Ali (siehe gemeinsames Foto) stehen. Ein gebürtiger Türke, der seit 11 Jahren mit seiner Familie in Dänemark lebt. Er wohnt in einem Ort zwischen Kopenhagen und Roskilde, lässt es sich allerdings nicht nehmen, dass er mich dennoch bis Roskilde und direkt vor die Domkirche fährt. ☺️🙏

    So sitze ich bereits zu Mittags vor dem beeindrucken Dom, jausne und mach' anschließend eine Besichtigung davon. Beeindruckend - immerhin wurden hier zahlreiche dänische Könige gekrönt und beerdigt.
    Am Nachmittag wandere ich dann Richtung Süden und übernachte in meinem Zelt.
    Am Sonntag wandere ich durch den Nationalpark Skjolundgernes Land. Nach einer wunderbaren Mittagspause an einem See erreiche ich bald meinen Zielort, von wo ich weiter trampen wollte. Und es nehmen mich an diesem Sonntag vier verschiedene FahrerInnen insgesamt 50 km mit und dabei hat es nie länger als 10-15 Minuten gedauert bis ich das Glück hatte, das mich jemand mitnimmt.
    Audun, meine letzte Mitfahrgelegenheit, hat es dabei sehr lustig ausgedrückt. Er meinte, als er mich gesehen hat, dass ich nicht wie ein "Hells Angel" aussehen würde und er mich deshalb mitnehmen könne.😁
    Er war dann so freundlich und hat mich zu sich nach Svebølle eingeladen. Ich durfte in seinem Garten zelten und neben zahlreichen Geschichten und interessanten Gesprächen bekam ich von ihm ein Abendessen, eine Dusche, ein Frühstück und sogar ein Lunchpaket ToGo. Dabei war es ihm sehr wichtig zu betonen, dass er keine Gegenleistung dafür erwarte. Er wünsche sich lediglich, dass ich, wenn ich sehe, dass ein Mensch Hilfe benötige, ich ihm dann ebenso helfen würde.
    Eine wirklich schöne Geste und eine schöne Art und Weise, die Welt in der wir leben mitzugestalten.

    Am Montag bin ich dann zu Karin weitergewandert. Sie hat mir auf Christiansø (einer der Inseln auf den Ertholmene) angeboten, dass ich einige Tage bei ihr verbringen dürfe, wenn ich möchte und mich mein Weg bei ihr vorbeiführt.
    Und so bin ich nicht ganz eine Woche bei ihrem gemütlichen, kleinen Haus im Wald mit einem wunderbaren und sehr schönen Garten mit traumhaften Weitblick auf den See gelandet.
    Es gibt so Orte des Ankommens, wo ich spüre, dass ich innerlich gleich ruhiger werde und das ist definitiv so ein Ort.

    Ich hab die Zeit bei und mit Karin sehr genossen. Sie hat mir ihr Zuhause gezeigt. Wir haben einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt, sind am Strand entlang gegangen, waren im Meer schwimmen und wir haben unglaublich interessante Gespräche über die verschiedensten Themen geführt.
    Und in der Zwischenzeit hab ich neben meiner Lieblingsbeschäftigung - im Garten mit einer Tasse Kaffee vor mich hinstarren - ein bisschen was im Garten gearbeitet, ein bisschen geschrieben, ein bisschen geschlafen, ...
    Es war eine sehr erholsame Zeit bei ihr und wird mir wohl als etwas sehr besonderes in Erinnerung bleiben. 🙏😊

    Und heute habe ich dann noch mit ihr mitfahren dürfen. Wir haben mit dem Auto die Insel Sjælland verlassen, sind über eine fast 20 Kilometer lange Brücke über das Meer auf die Insel Fyn und dann weiter auf die Halbinsel Jylland gefahren. In Skanderborg haben wir uns dann verabschiedet und ich bin dann noch weiter nach Åhrus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks, getrampt, wo ich mittlerweile in einem sehr modernen und schicken Hostel ein Bett habe.

    Ich wünsch' euch, dass es euch allen gut gehen möge 😊
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    Georg Braun

    Das besondere am Reisen, sind die Menschen die du triffst!

     
  • Jun25

    København

    June 25 in Denmark ⋅ ☁️ 19 °C

    Am Dienstag erreichte ich gegen Mitternacht das Hostel, in das ich mich bis Samstag einquartiert hab. Ziemlich irritiert von den gefühlt hundert betrunkenen und ausgelassen feiernden 20-jährigen drängle ich mich mit meinem riesigen Rucksack am Rucksack durch die Menschenmenge und suche die Rezeption für den Check-in auf.

    Ein 10-Bettzimmer wartete auf mich. Da allerdings trotz Lockerungen der Coronamaßnahmen der Tourismus dennoch noch braucht bis er in Schwung kommt (lt. Hostel-Betreiberin sind lediglich 10% der Betten belegt), teile ich mir glücklicherweise nur mit vier anderen ein Zimmer. Wir sind ein ziemlich bunter Haufen aus Spanier, Amerikaner, Litauer und Österreicher, wobei nicht besonders viel gesprochen wurde. Was mich allerdings auch nicht weiter störte.

    Meine Tage in Kopenhagen gestalteten sich sehr abwechslungsreich und vielfältig.
    Am Mittwoch habe ich nach einigen Besorgungen und Wäsche waschen den botanischen Garten besucht. Kaum einen Tag bin ich in der Stadt und sofort zieht es mich ins Grüne 😆
    Später am Tag bin ich dann vorbei an einem der vielen Schlösser und über einige der vielen Brücken Richtung Freistaat Christiania.

    Das ist schon unglaublich faszinierend. Da liegt mitten in der Hauptstadt Dänemarks ein unbenutztes Militärgelände, dass infolge von Wohnungsmangel & steigenden Mietpreisen Anfang der 70er Jahre von Hippies besetzt wurde.
    Mittlerweile haben die etwa 1000 Bewohner das Gelände gekauft und eine eigene Art des Zusammenlebens etabliert. So werden Entscheidungen nur nach dem Konsensprinzip getroffen, das heißt alle müssen dafür sein. Neben einem ökologischen und nachhaltigem Zusammenleben soll hier jeder Mensch die Möglichkeit haben sich (kreativ) entfalten zu können, was auch an den wunderbar bunten Hausfassaden, den architektonisch-kreativen Häusern und Skulpturen sichtbar wird. Außerdem fordern die Einwohner Christianias die Legalisierung von Cannabis. Eine Verkäuferin in einem Kunstladen argumentierte, dass damit ein Markt, der sowieso existiert, besser kontrollierbar werden würde und der Staat zudem Steuern aus dem Verkauf einnehmen könnte. Kurz zuvor wurde mir auf jeden Fall auf der berühmten "Pusher Street" unzählige Male Haschisch zum Kauf angeboten.
    Später esse ich dann in einem kleinen vegetarischen Selbstbedienungsrestaurant zu Abend und lese nebenbei noch so einiges über die Geschichte von Christiania. Immer wieder ist es vor allem aufgrund des Drogenhandels zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und negwtig r medialer Berichterstattung gekommen. Ein weiterer Zeitungsartikel beschäftigt sich damit, dass viele Kinder die in den 70er und 80er Jahren in Christiania aufgewachsen seien oftmals von ihren Eltern vernachlässigt worden seien. In einer Dokumentation, die ich mir später angesehen habe, erzählen die Bewohner selbst davon, dass Christiania keine Utopie sei und nicht frei von Problemen.

    Bei all der Kritik, die öffentlich immer wieder an dem Freistaat geübt wird, wird mir bewusst, dass letztlich jede Gesellschaftsform vor ihren "eigenen" Problemen steht.
    Christiania ist für mich definitiv ein einmaliger und sehr spannender Ort, der so schön aufzeigt, dass es viele Möglichkeiten und Arten des Zusammenlebens geben kann und darf.

    Am Abend bin ich dann am Heimweg vorbei am klassischen Fotomotiv von Kopenhagen den Häusern des Nyhavn auf ein Sonnenwendfeuer gestoßen. "Sankt Hans" und damit der längste Tag des Jahres wird auch in Dänemark gefeiert. So wurde mir erzählt, dass die Dänen sowieso keine Gelegenheit zum Feiern auslassen würden. Die Kulisse war wirklich einmalig.

    Am Donnerstag hab ich dann mein Boot gepackt und bin einige wenige hundert Meter von meiner Unterkunft zu Wasser gegangen ⛵.
    Auf den kleineren Kanälen war das ja noch recht idyllisch. Im viel breiteren Hafengelände wurde es dann schon richtig abenteuerlich. 🏴‍☠️ Sightseeingboote, Linienschiffe (als öffentliche Verkehrsmittel innerhalb der Stadt) und jede Menge Mietboote, die zurzeit vor allem von feierlaunigen Jugendlichen, die gerade ihren Schulabschluss lautstark feiern. Gut erkennbar an den Schiffskappen, dir die alle tragen.
    Und ich weiß jetzt zumindest, dass mein Boot auch einem stärkeren Wellengang ganz gut standhält 😌 ich hab mich natürlich bei all den großen Booten immer schön zurück gehalten und versucht möglichst früh schon auszuweichen - immerhin war das Kräfteverhältnis ja eindeutig geklärt 😬
    Ich muss sagen, dass ist mir auch wirklich gut gelungen. Bis auf das eine Mal. 🤦 Es kommt mir ein großes, gelbes Schiff entgegen. Das ist eines dieser "Öffi-Schiffe". Ich versuche möglichst an der Seite entlang zu paddeln und wundere mich, dass das Schiff trotzdem weiterhin Kurs auf mich nimmt. Es kommt tatsächlich immer näher und mittlerweile gibt mir der Kapitän per Handgefuchtel zu verstehen, dass ich mich auf gut wienerisch "schleichen soi". Auch ein Passagier schlägt dann in die selbe Kerbe und ja da war ich dann im Kopf auch nicht gerade der schnellste. Aber irgendwann hab ich es dann auch verstanden, dass ich mich da gerade direkt vor der Haltestelle befinde, die er da gerade anfahren möchte. Ups.
    🤭😂 Dann hab ich doch ein bisschen einen Stress bekommen und hab versucht mich aus dem Staub zu machen. 😏
    Ich bin dann an noch so manchen großen Schiffen und auch Kriegstankern vorbeigekommen, bis ich mein Ziel - die Skulptur der kleinen Meerjungfrau - erreicht hab.
    Ja das war schon recht lustig und für den einen oder anderen Passanten dürft ich auch ein amüsantes Fotomotiv abgegeben haben 😁

    Nach meinem Bootsabenteuer bin ich dann in einem kleinen Club, in dem vorwiegend junge dänische Musiker auftreten, auf meinem ersten Konzert seit langem gewesen. Das war echt schön!

    So und heute war ich dann noch im Nationalmuseum. Spannend. Die gesamte dänische Geschichte von der Urgeschichte bis zur Gegenwart.
    Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viele Stunden in einem Museum verbracht hab. Vor allem die Frühgeschichte hat es mir da heute angetan.
    Und als ich mich schon wieder auf den Weg machen wollte, wundere ich mich, dass hier so viele gut gekleidete Menschen herumlaufen, ein Catering aufgebaut wurde und eine kleine Musikgruppe gerade probte. Letztere spielt Musik der Wikinger nach und ein Bandmitglied erklärt mir, dass heute eine Ausstellung eröffnet werde und ich Glück hätte, da die dänische Königin Margarete II. zur Eröffnung käme (Am Foto die Dame mit dem roten Hut). 😃

    Ja das mit dem Timing ist so eine Sache. Vieles lässt sich einfach nicht planen 😌🙏

    Eine schöne Zeit hab ich da erleben dürfen in Kopenhagen, dass wie so viele andere Orte ja nicht auf meiner ursprünglichen Reiseroute gelegen ist. Ja so ist das mit dem Leben und den Plänen. Was einem wohl so alles entgeht, wenn man sein Leben nur nach den eigenen Plänen und Vorstellungen zu leben versucht?

    So für mich geht's morgen auf jeden Fall wieder weiter - und zwar quer durch Dänemark! 🇩🇰

    Schönen Start ins Wochenende wünsch ich euch🙃
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  • Jun22

    Die Ertholmene (dt. Erbsensinseln)

    June 22 in Denmark ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Ertholmene sind ein besonderer Ort.

    Lange Zeit waren die kleinen Inseln unbewohnt. Im 16. Jahrhundert haben sich dann Bornholmer Fischer Unterkünfte gebaut, um in der Hochsaison der Heringsfischerei Nächtigungsmöglichkeiten zu haben. Im 17. Jahrhundert wurden die beiden größeren Inseln Christiansø und Frederiksø zu Festungen ausgebaut.
    Die Festungsmauer umschließt noch heute die beiden Inseln, die durch eine kleine 30 Meter Brücke miteinander verbunden sind. Und um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie klein die größte der Inseln ist - nicht mal 2 Kilometer ist eine Insel Runde zu Fuß lang.
    Als die militärische Nutzung vorüber war, blieben einige Soldaten mit ihren Familien auf den Inseln und seither sind diese fest bewohnt. Aktuell leben etwa 90 Menschen hier. Es gibt eine kleine Schule, ein kleines Geschäft, ein Gasthaus und auch einen kleinen, aber feinen Campingplatz 🏕️ 😊

    Aufgrund der militärischen Geschichte der Insel ist dies auch der einzige Ort in Dänemark der nicht einer bestimmten Region zugeteilt ist, sondern direkt dem dänischen Verteidigungsministerium unterstellt ist - schon irgendwie kurios.

    Die Inseln stehen alle unter Naturschutz und unzählige Möwen und andere Vogelarten 🐦 leben hier.
    Es ist schon ein sehr besonderer Ort und die zwei Tage hier waren wirklich total entspannend.
    Und wie Karin - eine 71-jährige Dänin, die ich am Campingplatz kennengelernt hab - gesagt hat: Es ist ein sehr friedlicher Ort.
    Karin ist eine sehr interessante Frau. Sie arbeitet nach wie vor als Lehrerin, wohnt in einem 40 m² Haus im Wald und hat in ihrem Leben tatsächlich mal für zwei Jahre in einem zu einem Camper ausgebauten Lieferwagen gelebt mit dem sie durch Dänemark gereist ist, wobei sie aufgrund des unglaublich hohen Spritverbrauchs ihres mobilen Zuhauses immer nur sehr kurze Distanzen zurückgelegt hat.
    Ich finde es ja total beeindruckend, dass sie mit ihren 71 Jahren immer noch zelten geht. Sie hat wörtlich gesagt: So lange ich mich hinknien kann, kann ich auch Zelten gehen und solange werde ich das auch machen. Das ist mal eine Ansage und auch eine Einstellung! 😌
    Wir haben uns immer wieder lange über die verschiedensten Themen unterhalten. Trotz des Altersunterschiedes haben sich sehr viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Weltanschauungen finden lassen und es war letztlich immer interessant und spannend sich mit ihr auszutauschen. Von ihr hab ich einiges über die - und das hab ich irgendwie nicht erwartet - Freizügigkeit und Offenheit der Dänen erfahren und auch schon ganz viel Input für mein nächstes Ziel - København - bekommen. 😃

    Waren wir am Sonntag noch zu viert am Campingplatz war ab Montag dann doch ganz schön was los. Eine Schule von der Insel Bornholm hat als Ausflug in ihrer letzten Schulwoche eine Nacht auf Christiansø verbracht. Da waren dann auf einmal statt 3 Zelte und einem Tarp - 25 Zelte mehr hier 🤷

    Beim Essen bin ich dann ins Gespräch mit einem der Schüler - Anton - gekommen. Als er von meiner Reise gehört hat, hat er mir begeistert von seinen Plänen berichtet, dass er nach Abschluss seiner Ausbildung eine ausgiebige Reise durch Irland machen möchte 👌
    Anton stammt von der im Süden Dänemarks liegenden Insel Falster und war jetzt für zwei Jahre in Bornholm in einer Efterskole und im Herbst wird er nun eine neue Ausbildung - so etwas ähnliches wie bei uns die Lehre - beginnen. Er möchte gerne im Sozialbereich arbeiten.
    Anton hat erzählt, dass er sich durch den Besuch der Efterskole, die mit einem Internat verbunden ist und einen klaren Tagesablauf mit vielen Freizeitaktivitäten bietet, von einem introvertierten PC-Zocker zu einem offenen, sehr kommunikativen Mountainbiker entwickelt hat.
    Eine sehr schöne Veränderung wie ich finde. Auch er wirkte durchaus stolz als er davon berichtete. 👍

    Heute bin ich dann mit dem Schiff wieder zurück auf die Insel Bornholm. Am Nachmittag hab ich mir noch die größte Rundkirche der Insel - Osterlars Kirk - angesehen, die früher nicht nur Kirche sondern auch als Festung diente.

    Und jetzt sitze ich gerade auf meiner nächsten Fähre und bin am Weg zur größten dänischen Insel - Sjælland - zum Fährhafen Køge von wo ich dann mit dem Zug nach Kopenhagen weiterfahren werde.

    Liebe Grüße an euch alle nach Österreich und Deutschland 🙋
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    Leo Grießler

    Danke für die schönen und interessanten Reiseberichte, so können wir deine Reise und Eindrücke immer fast hautnah miterleben. Viel Spass und dass du weiterhin viele interessante Leute triffst.

    6/22/21Reply
     
  • Jun20

    Die dänische Sonneninsel Bornholm

    June 20 in Denmark ⋅ ☀️ 23 °C

    Bis vor kurzem wusste ich nicht, dass im baltischen Meer soweit im Osten noch dänische Inseln zu finden sind.
    Ich habe immer wieder nach Fährverbindungen recherchiert, aber den Weg über Bornholm habe ich erst vor etwas mehr als einer Woche entdeckt - was für ein Glück! 😃

    Bei traumhaftem Wetter und auch für diese Region unglaublich warme Temperaturen - teilweise knapp unter 30 Grad, was das Wandern schon zu einer richtig schweißtreibenden Angelegenheit macht - habe ich mich seit Donnerstag zu Fuß auf Erkundungstour im Norden der Insel begeben. So bin ich von Rønne die Westküste entlang an Sandstränden und eindrucksvollen Felsklippen und -formstionen zur Eremitenhöhle von John (Jon's Capel) und zur Ruine Hamershus gewandert. Ich bin neben über 3000 Jahre alten Felsritzungen und -malereien gesessen und habe malerische kleine Orte, Häuser und hier und da kleine Einblicke in das typisch skandinavische Interieur und Design bekommen.

    In Dänemark ist das Zelten ja wunderbar einfach. Es gibt unzählige "Shelterplads" (da gibt's sogar eine eigene App dafür) - das sind kostenlose Zeltplätze oder kleine Holzhütten oftmals sogar mit einem WC vor Ort oder in der Nähe. Das ist wunderbar einfach und auch bei den Dänen sehr beliebt. So habe ich beispielsweise zwei Mütter getroffen, die mich zu einem Cider eingeladen haben. Die beiden nehmen sich einmal im Monat Zeit für sich und ihre Freundschaft und verbringen gemeinsam eine Nacht in einem Shelter - was für eine schöne Idee.😊

    Ich hab gerade das Glück, dass ich jeden Morgen und jeden Abend entweder in einem der wunderbaren Seen oder in der Ostsee schwimmen gehen kann, was eine richtig schöne Erfrischung an diesen heißen Tagen ist 😊

    Und in der Zwischenzeit habe ich bei den Zeltplätzen nochmals ein deutsches Ehepaar kennengelernt. Heinrich und seine Frau sind mit dem Fahrrad unterwegs. Sie wirken auf den ersten Blick mit ihrer Kleidung der deutschen Bundeswehr und des österreichischen Bundesheers so ein bisschen, wie so richtige Survival- und Bushcraft-Profis. Sie bringen auch schon jede Menge Outdoorerfahrung mit und so haben sie die Erfahrung gemacht, dass die beste Sportkleidung einfach nur teuer und nicht besonders langlebig ist. Im Gegensatz dazu bekomme man Kleidung vom Bundesheer sehr günstig, das Material sei sehr angenehm zu tragen und halte unglaublich lange. Die beiden Konsumverweigerer - wie sie sich selbst nennen - haben mir nochmals viel über die ehemalige DDR erzählt und mein Gefühl dafür geschärft, was es bedeutet in einem so ganz anderen wirtschaftlichen und politischen System aufzuwachsen. So haben die beiden immer auch die Möglichkeit den Kapitalismus mit dem früheren Sozialismus zu vergleichen und sowohl die Schattenseiten als auch das beste beider Welten zu erkennen. Das hat nochmal ordentlich dazu angeregt darüber nachzudenken, wie sehr ich selbst die kapitalistische Denkweise verinnerlicht habe. So wird vielleicht Heinrich und seiner Frau die weitverbreitete Überzeugung "nicht gut genug zu sein" und das Gefühl das eines innerrn Mangels vielleicht weniger vertraut sein, als vielen westlich und kapitalistisch geprägten Menschen?

    Gestern Abend hab ich dann mein Boot noch an der Ostseeküste erprobt. Ein Däne erzählte mir später, dass er schon viele Jahre und Jahrzehnte nach Bornholm komme und die Ostsee selten so ruhig erlebt habe.
    Derselbe ist auch heute am morgen nachdem ich am Strand gefrühstückt hab, noch extra kurz zu mir gekommen, um mir alles Gute für meine weitere Reise zu wünschen und dass es ihn meine Art und Weise zu reisen wirklich beeindrucke - wie unglaublich nett & herzlich von ihm 🙏

    Und nachdem ich jetzt noch ein paar Kilometer nach Gudhejm gewandert bin, mich mit unfassbar viel Essen eingedeckt hab, bin ich mit einem weiteren Schiff auf den Weg zu den Ertholmen (dt. Erbseninseln), wo ich meine nächsten beiden Tage & Nächte verbringen werde.
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    Maria Kalteis

    Schön ... da bekomm ich auch bald Fernweh ...

    6/21/21Reply
     
  • Jun17

    Die Ostseeinsel Rügen

    June 17 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C

    So die Ruhe & Pause für mich hab' ich in den letzten Tagen noch ein bisschen ausgedehnt.

    Am Sonntag bin ich mit Bus & Zug nach Lietzow (auf Rügen) zu meiner neuen Unterkunft - einem Hostelzimmer - dem ProjectBay weitergereist. Das ProjectBay bietet eine Verbindung von Arbeit (Coworkingspace) und Urlaub an - Workation wird das genannt. Bei wunderbarem Seeblick vom Büro aus kann nach der Arbeit der schöne See genossen oder die Insel Rügen erkundet werden.

    Mein Aufenthalt und die Ruhe dort haben mir sehr gut getan.

    Gleichzeitig konnte ich auf meine neue Isomatte warten. So unkompliziert & einfach die Zusendung meines ⛵ geklappt hat - so umständlich und langwierig wars dieses Mal.
    Ursprünglich sollte das Paket noch vor mir mittels Expressversand bei Georg in Berlin ankommen. Obwohl dieser Zuhause war, konnte es laut Versanddienstleister nicht zugestellt werden. Als ich das Paket dann im Paketshop abholen wollte, war es auch da nicht. Und so habe ich in den letzten eineinhalb Wochen nach zahlreichen Telefonaten und wiederholtem Aufsuchen von Paketshops in Berlin, Greifswald und Bergen (Rügen) nun am Dienstag nach fast zwei Wochen meine neue Isomatte bekommen 🥳. Das war schon wirklich ein Grund für mich innerlich abzufeiern 😆🙏

    Im Hostel durfte ich die verschiedensten Menschen aus der IT- und Wirtschaftsbranche kennenlernen. Viele sind dazu aus den größeren Städten Deutschlands angereist. Spannend war für mich vor allem die Begegnung mit Diego. Diego stammt aus Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens. Er lebt seit 2019 in Berlin und hat hier sein Masterstudium - das er vor kurzem abgeschlossen hat - absolviert. Interessant, wie er erzählt hat, dass er hier auf Rügen kennenlernen wollte, wo viele Deutsche ihren Urlaub verbringen.
    Diego hat mir viel von seinem Heimatland erzählt. Vor allem die Situation rund um Covid19 dürfte sehr, sehr schwierig und belastend sein. Er erzählt - sichtlich um Fassung bemüht - davon, dass er glücklicherweise noch keine Verwandten durch Covid19 verloren hätte. Allerdings seien viele Bekannte und teils auch Freunde, die noch relativ jung gewesen sind, daran verstorben. Täglich würden in Brasilien 1000 Menschen daran versterben und immer wieder erhält er Nachrichten davon, dass jemand aus seinem Umfeld davon betroffen ist.
    Diego gibt dabei vor allem der brasilianischen Regierung unter dem Präsidenten Jair Bolsonaro die Schuld für diese traurige Situation.
    Seine Betroffenheit, seinen Schmerz und auch den Ärger in seinen Erzählungen werden mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

    Gestern war ich dann mit Nina aus Greifswald an den Rügener Kreidefelsen unterwegs. Über einen Feuersteinstrand sind wir an der Steilküste entlang gewandert, die sich über die Jahre und Jahrzehnte nach und nach durch den Einfluss des Wassers verändert. So schwemmt das Wasser der Ostsee immer wieder Kreide der Klippen an der Küste weg, was dazu führt, dass es immer wieder zu großen Felsstürzen kommt und so nach und nach Teile der Kreidefelsen im Baltische Meer (wie die Ostsee international bezeichnet wird) verschwinden.

    Und nach diesem sehr schönen Ausflug hat es Abschied nehmen von Nina geheißen und ich hab am Abend noch ein bisschen die weiteren Schritte meiner Reise organisiert und geplant.

    Heute morgen hab ich mich dann auf den Weg in Richtung Fährhafen gemacht, bin noch an den Ruinen der "Kraft der Freude" aus der Zeit des Nationalsozialismus vorbeigewandert. Hier war geplant für 20.000 Deutsche eine Urlaubsmöglichkeit zu schaffen. Wobei die Idee dahinter darin bestand durch eine möglichst durchstrukturierte Freizeit dem deutschen Volk "wirkliche" Erholung zuteil werden zu lassen und somit die Arbeitstüchtigkeit und die Nervenstärke zu fördern.

    So und jetzt gerade sitze ich auf meiner ersten Fähre.
    Ich sage Deutschland auf Wiedersehen und bedanke mich für die schönen Begegnungen, die wunderbare Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft und die vielfältige Landschaft und Natur, die ich hier kennenlernen durfte. Es war sehr schön hier 🤗🙏

    Und mit Vorfreude & Aufregung bin ich jetzt am Weg auf die dänische Insel Bornholm. Ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Währung, viele neue Menschen, Landschaften und Einblicke in Kultur und Geschichte, ... warten da auf mich.

    Und langsam komme ich meinem Ziel - Norwegen - näher.
    Eine Einreise nach Norwegen ist allerdings derzeit noch immer nicht möglich. Aber ein bisschen Zeit ist ja noch und es liegen ja noch einige Kilometer vor mir.
    Ich bin dennoch gespannt, ob sich neben dem Weg und neben der Art des Reisens möglicherweise auch noch das Ziel der Reise verändern darf.
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    Reisefan

    Bornholm wird dir gefallen, abwechslungsreich

    6/17/21Reply
    Bernhard Grießler

    da freue ich mich schon drauf 😊

    6/17/21Reply
    Niki HK

    Falls dir Norwegen weiterhin die Einreise verweigert treffen wir uns einfach im August in Schweden 😝

    6/18/21Reply
    Bernhard Grießler

    na das wär ja cool, wenn sich da irgendwo unsere Wege kreuzen würden. ich bin ja gespannt, wo ich in zwei Monaten sein werd 🙃

    6/18/21Reply
    Niki HK

    Ich auch 😅😊ich glaub du wirst schon weiter sein als südschweden ... 😎

    6/18/21Reply
     
  • Jun12

    Ruhetage in Greifswald an der Ostsee

    June 12 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Habe ich die letzten Wochen zumeist gehend, radelnd oder paddelnd verbracht, war die vergangene Woche gekennzeichnet von liegen. Liegend im Bett und seit Freitag wieder liegend im ⛺. Und da die Zustellung der Isomatte sich mehr als kompliziert und langwierig herausstellt leider nicht ganz so bequem, wie die letzten Wochen.

    Gehen und in Wahrheit jede andere Art der körperlichen Fortbewegung war in dieser Woche für mich irgendwie so gar nicht vorstellbar. So haben sich zur körperlichen Ermüdung noch Halsschmerzen dazu gesellt und somit war mehr als klar - Ich brauch' Pause! Ich brauch' Erholung!

    Und nachdem das für mich in der Großstadt Berlin irgendwie nicht so ganz vorstellbar war, recherchierte ich wieder mal nach Mitfahrgelegenheiten und konnte so am Dienstag morgen mit Nina von Berlin Richtung Norden nach Greifswald fahren.

    In Greifswald habe ich mich zunächst in einem Slube - einer 5 m² "großen" Ferienwohnung einquartiert, später durfte ich dann mein Zelt bei Nina in ihrem Kleingarten aufschlagen und ja tatsächlich - abgesehen von Essensbesorgungen - hab ich diese Tage beinahe ausschließlich liegend verbracht.
    Das war mitunter gar nicht so einfach bei strahlendem Sonnenschein und der Ostsee so nahe vor mir. Aber Letzt war und ist es dringend nötig meinem Körper und meinem Geist Zeit zu geben sich zu erholen und all die Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen Revue passieren und nochmals auf mich wirken zu lassen.

    Am Montag sind es genau zwei Monate her, als ich mit Benji in den Ötschergräben gestartet bin und es hat sich viel bewegt seither - ich hab mich viel bewegt seither - und viele Kilometer liegen mittlerweile hinter mir. So ist es zum einen ein Rückblick auf all das was ich bisher erleben durfte und was das auch mit mir "gemacht hat" und zum anderen auch ein Ausblick auf das was noch kommen darf und was ich mir vielleicht auch für meine Reise noch so wünsche.

    So ist jetzt auch mal Zeit für einen Abgleich zwischen den Wünschen und Vorstellungen, die ich in welcher Form auch immer an diese Reise gebunden habe mit den gemachten Erfahrungen und Eindrücken.

    Die Möglichkeit, dass ich zeitlich ungebunden bin und somit nicht immer auf das schnellstmögliche Fortbewegungsmittel angewiesen bin, eröffnet mir ganz neue Perspektiven auf das Reisen.
    Immer wieder tun sich dabei - abseits meiner ursprünglich geplanten Route - neue Wege und Möglichkeiten auf.
    Und dabei versuche ich stets selbst mein eigener Kompass zu sein.

    Weil letztlich sollte, so finde ich, nicht die Außenwirkung, wie zB Fotos, die zeigen, was für eine tolle Reise, was für einen tollen Urlaub wir gerade machen - das entscheidende oder vordergründige sein.

    Spannend ist doch immer, was es mit einem selbst macht.
    Spannend wird es dort, wo etwas in meiner Umgebung direkt an meinem Leben - im Hier und Jetzt - andockt, weil dann berührt oder ergreift mich etwas und kann so das eigene Leben mitgestalten oder sogar prägen.

    Als Beispiel kommt mir dazu das Entlangwandern an der tschechischen Grenze in den Sinn. Das von der persönlichen Erfahrung her weit spezieller für mich war als vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu stehen.
    Das ist jetzt meine individuelle Erfahrung, die ich euch da berichten darf und falls wer mehr wissen mag - einfach fragen 😊

    Für mich ergeben sich aus all der Reflexion und Auseinandersetzung wieder einmal so einige Fragen und manche davon begleiten mich gar täglich auf Schritt und Tritt:
    Was brauche ich?
    Was sind abseits vom Erreichen von Norwegen Ziele meiner Reise?
    Wie passen meine eigene Vorstellung und die erlebte Wirklichkeit miteinander zusammen?
    Worum geht's mir bei den verbleibenden Kilometern Richtung Bergen?

    Ich hab ja dabei so die Vermutung, dass sich diese Fragen eigentlich auch ganz gut auf andere Themen, Projekte, ... übertragen lassen. Hmm. 😉

    Zwischen dem Herumliegen und Erholen hab' ich mir dann doch immer wieder mal - wenn auch viel, viel weniger als in der letzten Zeit - einen Eindruck von meiner Umgebung verschafft und somit auch ein paar Fotos von meiner neuen Umgebung gemacht, die ich mit euch teilen mag.

    Und so wie sich das bei mir gerade anspürt, wird's bei mir wohl auch in den nächsten Tagen noch ruhig bleiben.

    Liebe Grüße an euch alle 🙋
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    Georg Braun

    Hallo Bernhard, viele verwechseln Reisen mit Urlaub, aber Reisen erfordert immer etwas Planung und stets eine neue Orientierung. Das macht es auch interessanter als nur Urlaub. Darum braucht ein Reisender so wie du auch mal eine Pause. Gönn sie dir und dann geht es mit frischer Kraft an neue Ziele. Lg Georg 😀

    6/13/21Reply
    Bernhard Grießler

    Servus Georg, ja da hast du völlig Recht. Diese Erfahrung kannte ich in der Form noch nicht. Aber die Pause tut wirklich gut 😌 Liebe Grüße nach Weiding!

    6/14/21Reply
     

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