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  • Day10

    Susanne am Abgrund

    August 31, 2019 in Montenegro ⋅ ⛅ 30 °C

    Der Tag nach der Party begann viel zu früh, weil die Sonne fleißig auf die Zeltwiese schien und so die Temperaturen im Bus sehr schnell unerträglich wurden. Da wir aber erst mal in aller Ruhe frühstückten, duschten, Route planten und bloggten, waren die allermeisten anderen schon längst weg, als wir endlich aufbrachen. (Bis auf einige wenige Schnapsleichen - siehe Foto.)

    Die heutige Road Mission führte uns entlang der Bucht von Kotor, die wirklich wunderschön anzuschauen ist. Und die Straße mit den tollsten Panorama-Blicken führt eben an einem steilen Hang über 25 Serpentinen hinunter zum Meer. Susanne fuhr und war mal wieder am Schwitzen und Fluchen wegen der steilen Abgründe, unebenen Straße oder engen Kehren. Wobei man sagen muss, dass diese Strecke auf jeden Fall breiter und der Rand besser befestigt war als gestern die Piste zum Campingplatz. Dafür hatte man hier teilweise Reisebusse im Gegenverkehr - auf einer Straße, auf der sich schon normale PKW aneinander vorbeidrücken müssen!

    Nach reichlich Aufregung waren wir endlich am Meer angelangt und konnten der malerischen Bucht folgen, bis wir irgendwann ins Inland abbogen, um zur bosnischen Grenze zu gelangen. Vorher streikte Liese mal wieder - nach dem Tanken war es ihr zu warm, um gleich wieder anzuspringen. Also kühlten wir fleißig die Benzinpumpe und schwatzten derweil mit anderen Teams, die vorbeikamen, bis es nach einer halben Stunde wieder weitergehen konnte.

    An der bosnischen Grenze hatten wir die bisher längste Wartezeit (ca. 45 min) und brauchten auch die meisten Papiere: Ausweise, Fahrzeugschein, grüne Versicherungskarte UND Führerschein. (Bloß die Vollmacht von Jochen wollte noch niemand sehen - dabei haben wir diesmal sogar eine echte!)

    Gleich hinter der Grenze kamen wir in eine Polizeikontrolle - die erste, die wirklich mal Dokumente von uns sehen wollte. Auch sonst ist die starke Polizeipräsenz im Land auffällig. So vielen Polizisten sind wir in noch nirgendwo sonst begegnet.
    Ähnliches gilt für die Kühe, die hier ohne Zaun oder Leine direkt neben der Straße weiden und gern auch mal gemählich über die Fahrbahn schlurfen, wenn ihnen das Gras auf der anderen Seite grüner zu sein scheint. Zum Glück scheinen die aber bei Einbruch der Dunkelheit alle zurück im Stall zu sein.

    Wir schlichen auf gewundenen Straßen durch die Berge, in endlosen Kurven und Kehren immer rauf und runter. Die Landschaft war schön, aber wir waren müde und wollten auch endlich mal ankommen. Wir wechselten uns ab mit Fahren und Nickerchen machen und freuten uns über den Regen, der ein wenig Abkühlung brachte. (Und die Scheibe ist jetzt auch wieder sauber!)
    Als wir endlich in Sarajevo ankamen, war es schon dunkel und wir total knülle. Wir suchten uns eine kleine Pension mit Restaurant am Wegesrand und aßen dort erstmal, was auch immer der Kellner empfahl (war lecker), und waren froh, danach endlich ins Bett sinken zu können.
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    Uwe S

    Die beiden kleinen Inseln hab ich doch schonmal gesehen. Habt ihr in Kotor die Altstadt besucht?

    9/2/19Reply
     
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  • Day9

    Mal wieder Party time!

    August 30, 2019 in Montenegro ⋅ ⛅ 30 °C

    Die zweite Party fand auf einem geräumigen Zeltplatz am Ufer des Flusses Crnojević statt. Da wir ausnahmsweise mal rechtzeitig da waren, konnten wir an einer der angebotenen Bootsfahrten teilnehmen. (Da wir das Tablet dabeihatten und der Tracker noch lief, ist sie nun auch Teil unserer Route hier.) Es war sehr malerisch: Der Fluss voller Seerosenblätter, die umliegenden Berge im Abendsonnenschein, unzählige, mir größtenteils unbekannte Wasservögel... Die zwei Fantomasse waren auch mit von der Partie, sowie die versoffenen Holländer, die natürlich Musik dabei hatten und immer mal "Albania!" grölten, weil das auf ihren Handtüchern stand. Zwischendrin sangen sie allerdings auch ein Ständchen für Susanne, weil die nämlich heute Geburtstag hatte.

    Wir hatten aus diesem Anlass schon vorher eine kleine (ziemlich leckere) albanische Torte mit den beiden Fantomassen und einigen zufällig vorbei gekommenen Rally-Teilnehmern verdrückt, wahlweise mit Kaffee oder albanischem Bier.

    Später gab es leckeres Gegrilltes, Bier und Schnaps und fast ein illegales Autorennen (die Veranstalter haben da mal lieber eingegriffen), außerdem wurden Leute auf einem Skateboard über die Wiese gezogen (die meisten hoben recht schnell ab). Verschiedenste Teams hatten verschiedenste schräge Verkleidungen, es gab Vokuhila-Perücken und dicke Goldketten, Cowboyhüte und karierte Westen, Kuh-Overalls, Leopardenjacken und einen Herren in einem Einteiler mit Flamingomuster. Die Fat Pandas schossen mit ihren Aufblas-Pandakostümen aber mal wieder den Vogel ab.

    Es gab natürlich auch Musik und eine großzügige Tanzfläche, allerdings waren wir noch etwas geschafft von der letzten, irgendwie zu kurzen Nacht, und wollten deshalb zeitig ins Bett gehen.

    Ein Highlight durften wir aber nicht verpassen: Andi, der Metzgermeister aus München, hatte eine Geburtstagsüberraschung für Susanne vorbereitet. Nachdem ich sie zur Tanzfläche gelotst hatte, sang er dort "Happy Birthday Susi" zur Melodie von "Happy Birthday Baby" (goldiger Song, kannte ich noch gar nicht), danach kamen jede Menge Leute zum Gratulieren vorbei und es wurde natürlich "Mit 66 Jahren" gespielt.

    Wir tanzten noch ein bisschen und wollten dann aber wirklich ins Bett gehen, aber irgendwie waren die verschiedenen Gespräche dann doch zu interessant und es wurde ziemlich spät für mich... Zusammen mit den beiden Fantomassen lauschte ich noch verschiedenen Schnarchern, sah mir den Menschen an, der auf einer Motorhaube schlief, und bestaunte das Durchhaltevermögen der Schweden, die auch nachts um Drei noch unermüdlich ihr Trinklied (sie hatten nur eins) sangen und dabei ihren Campingtisch kurz und klein hauten. Und dann waren da noch die beiden Typen, die den ganzen Abend einfach am Fluss standen und angelten...
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  • Day9

    Auf gewundenen Wegen zur Party

    August 30, 2019 in Montenegro ⋅ ⛅ 32 °C

    Nach einem viel zu großen Frühstück (wir hatten ja keine Ahnung, wie viel man für 10 Euro bekommt!) fuhren wir weiter Richtung Montenegro. (Übrigens fanden wir hier, in der Nähe von Tirana, zum ersten Mal eine Stehtoilette. Da muss man also schon bis nach Albanien fahren...)

    Da wir endlich gut im Zeitplan lagen, fanden wir auch die Muße, um die gestrige Tagesmission noch zu erledigen: In einer der zahllosen Waschstationen am Wegesrand ("Lavazh") einem Albaner beim Waschen seines Autos zu helfen (gefragt war eigentlich ein Mercedes, aber ich glaube, ein Audi geht auch). Außerdem verstanden wir jetzt, was die Esten in Skopje gemeint hatten, als sie uns nach unserer Einschätzung der hiesigen "driving culture" gefragt hatten. Gestern Abend war uns nur aufgefallen war, dass die Tempolimit-Schilder offensichtlich Deko sind und beim Überholen im Dunkeln der Vorausfahrende im Allgemeinen mit Lichthupe kurz gewarnt wird (was gar nicht so unpraktisch ist). Heute erlebten wir dann, wie die Albaner mit Stau umgehen: Es werden einfach zusätzliche Spuren im Schotter neben der Straße oder auf der Gegenfahrbahn aufgemacht. Wenn aber auf der Gegenfahrbahn tatsächlich jemand kommen sollte (wir zum Beispiel!), dann muss der halt warten, bis der Überholende irgendwo wieder in die Schlange reingelassen wurde...

    Schließlich überquerten wir die Grenze nach Montenegro und erreichten die Adria! Allerdings war es mal wieder schrecklich heiß, es herrschte sehr viel Verkehr auf der Küstenstraße und wir wollten mal ausnahmsweise rechtzeitig zur Party kommen. Also begnügten wir uns mit ein paar sehnsüchtigen Blicken aufs blaue Wasser und bogen bald Richtung Inland ab. Dort ging es über 25 km einspurige Straße mit zahlreichen Serpentinen zur Party nach Rijeka Crnojevica am Nordende des Skadar-Sees. Susanne schwitzte und fluchte bei jeder Haarnadelkurve, wenn uns mal wieder jemand entgegenkam oder wenn es neben uns ohne Randbegrenzung steil bergab ging. (Aber selbst fahren war ihr lieber als von mir gefahren werden!) Zum Glück waren auf der Strecke noch zahlreiche andere Rallye-Autos unterwegs, und irgendwann erreichten wir das Ende einer Autoschlange, an deren Anfang zwei teilnehmende LKWs den Weg für alle anderen freiräumten. Ab da war das Fahren deutlich entspannter und wir konnten die atemberaubenden Ausblicke über das Mittelmeer und den Skadar-See auch ein wenig genießen.
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    Ja die "letzten 25km" bis zur 2. Party haben/hatten es in sich. Einerseits die traumhafte Aussicht und die Klasse zu fahrende kurvenreiche Bergstraße, andererseits immer ein halber Fuß auf der Bremse und vor dem Gegenverkehr gewarnt. Habt weiterhin viel Spaß. Und: sollte es nicht im RB stehen, schaut euch in Kroatien die "Flugzeugkaverne Željava" an. Das hatte ich vergessen Susi zu sagen :) LG Thomas M.

    8/31/19Reply
     

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