2 Frauen und Liese auf dem Balkan
  • Day14

    Geschafft!

    September 4 in Austria ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach einem gemütlichen Frühstück in der slowenischen Ferienwohnung brachen wir auf, ließen noch die letzten Fotos fürs Roadbook entwickeln und überquerten dann die Grenze nach Österreich, dem letzten Land auf dieser Rallye. (Der Balkan Express wird ja beworben mit "13 days, 14 countries". Tatsächlich sind es aber 14 Tage - Start Donnerstag, Finish Mittwoch -, und da wir keinen Abstecher nach Serbien gemacht haben, waren es für uns nur 13 Länder. Also genau anders herum.)

    In Österreich erwarteten uns schöne breite Autobahnen (deren Benutzung auf der ersten und letzten Etappe der Rallye erlaubt ist), aber auch viele Baustellen und Staus. Dadurch schmolz unser Zeitpolster bis zum offiziellen Zieleinlauf von 16 bis 17 Uhr immer weiter zusammen. Dann nahmen wir am Knoten Salzburg auch noch genau die falsche der beiden möglichen Autobahnen, woraufhin wir erst einmal die deutsche Grenze überqueren mussten (schon mit Blumenkränzen im Haar für den Zieleinlauf), um dann einen Haken zu schlagen und wieder nach Österreich reinzufahren (immer noch mit Blumenkränzen). Außerdem war es mal wieder sehr heiß und sonnig, und Liese war schon einige Stunden am Stück gelaufen. Als wir also endlich von der Autobahn abfuhren, setzte das vertraute Stottern gerade wieder ein. Zum Glück war das Casino Salzburg direkt um die Ecke, so dass wir es über die Ziellinie schafften, ohne noch schieben zu müssen. Wir waren zwar drei Minuten zu spät, aber Maschine schwenkte noch höchstpersönlich die Zielflagge, und Jan war da, um unseren Ziel-Einlauf für die Nachwelt festzuhalten und uns zu begrüßen.

    Wir parkten Liese direkt vor dem Casino, wo sie sich erstmal die nächsten paar Stunden von den Strapazen erholen konnte. Wir hingegen schmissen uns in Schale (das Motto lautete "James Bond meets Orient Express"), trafen jede Menge Leute wieder, die wir unterwegs kennengelernt hatten, tauschten uns über die Erlebnisse seit der letzten Party aus, es wurden unzählige Erinnerungsfotos geschossen und schließlich gab es auch die offizielle Siegerehrung.

    Die Fat Pandas mit ihrem als Panda verkleideten Toyota Yaris und ihren aufblasbaren Panda-Kostümen gewannen natürlich den "Pimp my Ride"-Wettbewerb und das "Doc Sausage"-Team (Metzgermeister Andi, der für Susanne zum Geburtstag gesungen hatte, und seine Frau Karin) hatte das beste (und schwerste) Tauschobjekt mitgebracht, nämlich einen Satz Schneeketten. Gesamtsieger mit den meisten Punkten wurden tatsächlich "Berti und Klausi" mit ihrem orange Manta. Sie hatten es geschafft, die meisten der Tages- und Fotoaufgaben zu lösen, weil sie mit ihrem auffälligen Gefährt und Styling sehr schnell mit den Leuten unterwegs in Kontakt kamen.

    So ging für uns die Balkan-Express-Rallye zu Ende. Wir sind stolz, trotz der Hitze und der Berge nach einer Strecke von insgesamt 4754 Kilometern mit Liese tatsächlich einigermaßen rechtzeitig ins Ziel gekommen zu sein - 15 andere Teams haben es nicht geschafft (das ist etwa ein Zehntel des Starterfeldes).

    Schön war's! Und gerne wieder!
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  • Day14

    Her mit der Kohle!

    September 4 in Slovenia ⋅ ⛅ 16 °C

    So, ihr Lieben, nachdem ihr hier so fleißig mitgelesen habt, dürft ihr auch etwas beitragen!
    Wir sammeln mit unserer Rallye nämlich Spenden für das Mehrgenerationenhaus Sternschnuppe des Kinderschutzbundes Mansfelder Land. Susanne engagiert sich dort und weiß, dass jeder Euro gebraucht wird.
    Nachdem wir euch so viel Unterhaltung geboten haben, gebt euch einen Ruck und macht uns und den Eisleber Kindern eine Freude:
    http://betterplace.org/p58622
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  • Day13

    Dann halt Karawanken statt Karpaten

    September 3 in Slovenia ⋅ 🌙 12 °C

    Da wir morgen Nachmittag zwischen Vier und Fünf in Salzburg sein müssen, wenn wir den Zieleinlauf nicht verpassen wollen, haben wir nach dem Abstecher nach Željava schweren Herzens Abschied von der Adria genommen und uns auf den Weg Richtung Österreich gemacht. Nun sind wir in Slowenien, in einer Pension kurz vor der österreichischen Grenze.

    Von Slowenien selbst habe ich keine Fotos, denn bei unserem Transit war es schon dunkel. (Aber sie haben sehr dekorative Kreisverkehre!) Dafür gab es da eine andere Foto-Aufgabe, die wir aus Zeit- und Dunkelheitsgründen in Rumänien nicht geschafft haben, aber unbedingt nachholen wollten...
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  • Day13

    Bora Bora hey...

    September 3 in Croatia ⋅ ☁️ 15 °C

    So, so, der Bora also!
    Wir hatten uns gestern Abend, als wir uns so langsam den 250 Kilometern näherten, die wir am Entspannungstag höchstens fahren sollten, eine kleine Ferienwohnung in Karlobag direkt an der Küste gesucht. Dort saßen wir dann auf der Terrasse vor dem Haus, aßen Abendbrot und lauschten mit Staunen den immer heftiger werdenden Windstößen des Bora. Das Haus war tüchtig aufgeheizt von der Hitze der letzten Tage, so dass wir mit offenen Fenstern schliefen und dadurch das Lärmen des Sturms die ganze Nacht lang hören konnten.

    Heute früh wehte es uns vor dem Haus fast weg, und da ich auch noch gelesen hatte, dass der Bora schon Reisebusse ins Meer geweht hat (citation needed!), beschlossen wir, nicht weiter der Küste zu folgen, sondern ins Inland abzubiegen, weil es dort mit unserer rollenden Schrankwand deutlich entspannter zu fahren sein dürfte. Dazu mussten wir natürlich erstmal vom Bora gebeutelte Serpentinen rauf, bis es auf der anderen Seite tatsächlich etwas ruhiger wieder ins Tal ging.

    Nach dem Tanken wollte Liese erstmal nicht mehr anspringen, so dass wir erstmal einen Kühl- und Frühstücksstop an der Tankstelle einlegten. Nachdem es allen wieder besser ging, fuhren wir weiter und stellten dabei fest, dass wir ja schon auf halbem Wege zu einer der heutigen Detour Missions waren. Wir hatten sie eigentlich abgeschrieben, da wir statt dessen über Istrien fahren wollten. Wenn wir nun aber eh im Inland unterwegs waren, konnten wir auch den Schlenker zur bosnischen Grenze mitnehmen und die verlassene Flugzeugkaverne Željava besuchen. Wikipedia vermittelt einen guten Eindruck von den gewaltigen Ausmaßen des Komplexes: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Flugzeugkaverne_Željava

    Im Gegensatz zu anderen Teams fuhren wir lieber nicht rein (wäre irgendwie doof gewesen, da drin die Benzinpumpe kühlen zu müssen...), sondern begnügten uns mit den Eindrücken der Umgebung und ein paar Schritten bis zum Ende der Vorhalle. Die dänischen Cowboys, die später kamen, nahmen mich zwar in ihrem Auto mit, trauten sich aber auch nicht weiter rein als ich schon zu Fuß gewesen war.

    Krasser Komplex jedenfalls. Man sollte aber eine starke Lampe und viel Zeit dabeihaben... (Und keine Abkürzungen durchs Unterholz nehmen. Das Gelände ist wirklich noch stark vermint.)
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  • Day12

    Abenteuer am Entspannungstag

    September 2 in Croatia ⋅ ⛅ 26 °C

    Der heutige Tag ist eindeutig einer von den dreien, die zusätzlich eingeschoben wurden, nachdem die Rallye letztes Jahr viel zu hektisch für die Teilnehmer gewesen war. Es gibt keine Tagesaufgabe, außer sich zu entspannen ("Relax!"), und auch keine Road Missions, außer dem Auftrag, nicht mehr als 250 Kilometer zu fahren.

    Wir verbrachten den Morgen erstmal gemütlich auf unserem Luxus-Campingplatz, frühstückten ausgiebig, wuschen endlich mal Wäsche (damit die Schlüpfer auch reichen!) und versuchten irgendwie, mit der unerträglichen Schwüle klarzukommen. Egal was man machte, man schwitzte die ganze Zeit. Dabei knallte die Sonne nicht einmal so runter wie an den letzten Tagen, aber die Wolken und der Dunst machten es noch schlimmer...

    Schließlich brachen wir auf und fuhren an der Küste entlang bis nach Zadar, wo wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbanden und in einem Einkaufszentrum sowohl die Kühle genossen als auch Fotos für das Roadbook entwickeln ließen. Danach fuhren wir weiter die Küste entlang (es war immer noch nicht erträglicher) und widmeten uns einer bisher ungelösten Aufgabe.

    Damals in Rumänien, vor neun Tagen oder so, sollten wir nämlich eigentlich als Tagesaufgabe im Apunesi-Gebirge eine Höhle suchen und darin Höhlenmenschen mimen. Da wir uns an diesem Tag aber lieber auf die Jagd nach verschollenen Brieffreunden als nach Mammuts gemacht hatten, war diese Aufgabe immer noch offen. Und das, wo wir doch so tolle Ideen für ein Höhlenmenschen-Outfit hatten! Da sich nun aber das Ende der Rallye nähert und es hier an der Adriaküste viele Felsen gibt, hielten wir heute nun angestrengt Ausschau nach einer Höhle.

    Am späten Nachmittag kamen wir an einem Felsen vorbei, der tatsächlich eine kleine Aushöhlung zu bieten hatte. Wir hielten sofort an und ich begann, durch Gras und über Steine (und einigen Müll) hopsend der Felswand weiter zu folgen, weil sich ja um die Ecke noch eine bessere Höhle verstecken könnte. Als ich dabei ein Stück kahlen Fels überquerte, sah ich dort einen braunen, glänzenden, mehrfach gebogenen Stock auf der Erde liegen - eine Schlange! Und zwar eine echte, keine Blindschleiche, locker einen halben Meter lang und dunkelbraun (ohne erkennbare Zeichnung).
    Ich erschrak ziemlich, da ich zum einen fast auf sie draufgelatscht wäre und sie zum anderen keine Anstalten machte, abzuhauen, sondern sich in meine Richtung umdrehte. Wahrscheinlich war ich so plötzlich aufgetaucht, dass es ihr für eine Flucht zu spät erschien und sie deshalb direkt zum Angriff überging... Zum Glück war ich eh noch in Bewegung und konnte meinen Schwung nutzen, um an ihr vorbei zu hopsen, woraufhin sie sich dann ins nächste Gebüsch verkrümelte.

    Nach dieser Begegnung kamen wir zu dem Schluss, dass die Mini-Höhle vorn an der Straße vielleicht doch für unser Unterfangen ausreichte. Dort hatten wir dann nur mit Dornen, der unerträglichen Schwüle, neben uns zerbröselnden Felsen (deshalb gibt es hier kaum Höhlen!) und der langsam einsetzenden Dämmerung zu kämpfen. Am Ende hatte Susanne blutige Beine und ich war klatschnass geschwitzt, aber wir hatten ein halbwegs brauchbares Höhlenmenschen-Foto fürs Roadbook hinbekommen.

    Liese war mit dem Zwischenstop jedoch nicht so ganz einverstanden gewesen: Im nächsten Dorf blieb sie mal wieder liegen. Wir haben ja so langsam schon Routine damit, also Sprit nachfüllen, Gepäck wegschieben, Motorklappe auf, Lappen nassmachen und den Passanten erklären, dass lediglich die Benzinpumpe abkühlen muss. Ein altes Männchen kam vorbei und schenkte uns ein paar Feigen (lecker!) und einer der Nachbarn empfahl uns sehr, doch lieber mal die Pumpe austauschen zu lassen, statt immer nur Kühlstops zu machen. Außerdem erzählte er, dass schon seit drei Monaten kein richtiger Regen mehr gefallen wäre. Am 15. August hätte es geregnet, aber nur eine Stunde lang. Seine Zisterne ist nun bald leer, einen Wasseranschluss hat er nicht, also wird er einen Wasserlaster bestellen müssen.

    Außerdem meinte er, dass es ja morgen endlich mal kühler werden soll, weil der Bora kommt. Bora, stimmt, irgend so ein Wind am Meer, das hatte ich schon mal gehört. Aber so, wie er davon sprach, klang es ein wenig, als wäre dann Ausnahmezustand...
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  • Day11

    Von Mostar zur Adria

    September 1 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ⛅ 34 °C

    Auf dem Weg von Sarajevo zurück zur Adria kamen wir in Mostar vorbei, dessen Altstadt und namengebende Brücke wir uns nicht entgehen lassen wollten. Ich war überrascht, wie touristisch es dort ist. Von der Brücke springen regelmäßig junge Männer in das 20 m weiter unten liegende Wasser, nachdem sie genug Münzen von den Schaulustigen eingesammelt haben. Die engen Gassen der Altstadt haben so ziemlich das unpraktischste Pflaster der Welt und sind gesäumt von Souvenirshops und Restaurants. Wir stießen sogar auf eine große asiatische Touristengruppe (eine der Foto-Aufgaben, ihr erinnert euch vielleicht an Budapest...), allerdings genau in dem Moment, als die Führung vorbei war und sie sich zur Freizeit in der Stadt verstreuten.

    Nach dem kurzen Zwischenstop ging es weiter Richtung Küste. Das Fahren war recht angenehm heute (im Vergleich zu gestern), auch weil wir diesmal auf einer größeren Straße unterwegs waren (und ausgeschlafen). Ansonsten fahren die Bosnier sowieso recht entspannt. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie meist mit kleinen Autos aus den Neunzigern unterwegs sind. So viele Golf 2 sind mir seit 20 Jahren nicht mehr begegnet! (Erinnerungen an mein erstes Auto...)

    Nachdem wir die Grenze zu Kroatien passiert hatten, wo irgendwie niemand so richtig unsere Papiere sehen wollte, ging es weiter bis zur Adria. Wir folgten eine Weile der empfohlenen Küstenstraße, dann konnten wir die Hitze und den Anblick des Meeres nicht mehr ertragen und gingen baden.

    Wir übernachteten schließlich auf dem erst besten Campingplatz hinter Split, der zufällig vier Sterne, eine freche Katze und beunruhigend ruhige Gäste zu bieten hatte.
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  • Day11

    Sie haben den Klappstuhl ausgegraben!

    September 1 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ⛅ 21 °C

    Wir hatten abends im Hotel einen Schotten getroffen, der in Glasgow lebt, monatsweise in Sarajevo arbeitet und dabei einen Haufen Knete verdient. Er meint, wenn seine Familie mitmachen würde, würde er sofort herziehen. Ihn stört, dass man mit Sarajevo nur den Krieg verbindet, obwohl der doch so lange her ist und sich seitdem eine Menge geändert hat. Das wäre ja so, als würde man wegen des Krieges nicht nach Vietnam fahren...

    Der gute Schotte meinte auch, die Bob-Bahn der Olympischen Winterspiele 1984 (die gestrige Tagesaufgabe) wäre gar nicht weit entfernt und leicht zu finden. Also brachen wir heute frohen Mutes in die angegebene Richtung auf. Nach dreimaligem Anhalten und Nachfragen und fast einer kompletten Runde um den Trebević-Berg hatten wir sie dann auch schon gefunden... (Auf unserer Irrfahrt sahen wir aber, was die Leute hier sonntags so machen: Sie gehen mit Klappstühlen in den Wald. Offensichtlich gehört hier zu einem Picknick auch eine vernünftige Sitzgelegenheit!)

    Nach dem ersten Foto-Stop an der Bob-Bahn wollte Liese allerdings die darauffolgende Steigung nicht mehr hoch, so dass wir wieder einmal anhalten und die Benzinpumpe kühlen mussten. Immerhin ließ sich die Wartezeit gut nutzen, um die Gegend zu erkunden. Aber nicht abseits der Wege - angeblich könnten hier immer noch Landminen im Wald liegen (gruselig).

    Vom Berg runter hat man einen grandiosen Blick über Sarajevo im Tal, und eine Seilbahn gibt es auch. Ich fühlte mich ein wenig an Skopje erinnert, nur dass die Seilbahn hier niegelnagelneu ist und alles daran blitzt und blinkt. Außerdem ist die Attraktion hier kein riesiges Kreuz (wäre wahrscheinlich auch ein super Ort dafür...), sondern eine verfallene Bob-Bahn, die man in Deutschland aus Sicherheitsgründen schon längst eingezäunt und abgesperrt hätte. (Wie Ronan so schön sagte: "Brandschutz!")

    Nach der obligatorischen halben Stunde war Liese dann auch wieder willens, anzuspringen, und so konnte die Fahrt weitergehen. Erstmal zurück nach Sarajevo und dann weiter Richtung Mostar. Und gerade, wenn man wirklich nicht mehr an den Krieg denkt, kommt man tatsächlich an Hochhäusern mit verdammten Einschusslöchern vorbei...
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  • Day10

    Susanne am Abgrund

    August 31 in Montenegro ⋅ ⛅ 30 °C

    Der Tag nach der Party begann viel zu früh, weil die Sonne fleißig auf die Zeltwiese schien und so die Temperaturen im Bus sehr schnell unerträglich wurden. Da wir aber erst mal in aller Ruhe frühstückten, duschten, Route planten und bloggten, waren die allermeisten anderen schon längst weg, als wir endlich aufbrachen. (Bis auf einige wenige Schnapsleichen - siehe Foto.)

    Die heutige Road Mission führte uns entlang der Bucht von Kotor, die wirklich wunderschön anzuschauen ist. Und die Straße mit den tollsten Panorama-Blicken führt eben an einem steilen Hang über 25 Serpentinen hinunter zum Meer. Susanne fuhr und war mal wieder am Schwitzen und Fluchen wegen der steilen Abgründe, unebenen Straße oder engen Kehren. Wobei man sagen muss, dass diese Strecke auf jeden Fall breiter und der Rand besser befestigt war als gestern die Piste zum Campingplatz. Dafür hatte man hier teilweise Reisebusse im Gegenverkehr - auf einer Straße, auf der sich schon normale PKW aneinander vorbeidrücken müssen!

    Nach reichlich Aufregung waren wir endlich am Meer angelangt und konnten der malerischen Bucht folgen, bis wir irgendwann ins Inland abbogen, um zur bosnischen Grenze zu gelangen. Vorher streikte Liese mal wieder - nach dem Tanken war es ihr zu warm, um gleich wieder anzuspringen. Also kühlten wir fleißig die Benzinpumpe und schwatzten derweil mit anderen Teams, die vorbeikamen, bis es nach einer halben Stunde wieder weitergehen konnte.

    An der bosnischen Grenze hatten wir die bisher längste Wartezeit (ca. 45 min) und brauchten auch die meisten Papiere: Ausweise, Fahrzeugschein, grüne Versicherungskarte UND Führerschein. (Bloß die Vollmacht von Jochen wollte noch niemand sehen - dabei haben wir diesmal sogar eine echte!)

    Gleich hinter der Grenze kamen wir in eine Polizeikontrolle - die erste, die wirklich mal Dokumente von uns sehen wollte. Auch sonst ist die starke Polizeipräsenz im Land auffällig. So vielen Polizisten sind wir in noch nirgendwo sonst begegnet.
    Ähnliches gilt für die Kühe, die hier ohne Zaun oder Leine direkt neben der Straße weiden und gern auch mal gemählich über die Fahrbahn schlurfen, wenn ihnen das Gras auf der anderen Seite grüner zu sein scheint. Zum Glück scheinen die aber bei Einbruch der Dunkelheit alle zurück im Stall zu sein.

    Wir schlichen auf gewundenen Straßen durch die Berge, in endlosen Kurven und Kehren immer rauf und runter. Die Landschaft war schön, aber wir waren müde und wollten auch endlich mal ankommen. Wir wechselten uns ab mit Fahren und Nickerchen machen und freuten uns über den Regen, der ein wenig Abkühlung brachte. (Und die Scheibe ist jetzt auch wieder sauber!)
    Als wir endlich in Sarajevo ankamen, war es schon dunkel und wir total knülle. Wir suchten uns eine kleine Pension mit Restaurant am Wegesrand und aßen dort erstmal, was auch immer der Kellner empfahl (war lecker), und waren froh, danach endlich ins Bett sinken zu können.
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  • Day9

    Mal wieder Party time!

    August 30 in Montenegro ⋅ ⛅ 30 °C

    Die zweite Party fand auf einem geräumigen Zeltplatz am Ufer des Flusses Crnojević statt. Da wir ausnahmsweise mal rechtzeitig da waren, konnten wir an einer der angebotenen Bootsfahrten teilnehmen. (Da wir das Tablet dabeihatten und der Tracker noch lief, ist sie nun auch Teil unserer Route hier.) Es war sehr malerisch: Der Fluss voller Seerosenblätter, die umliegenden Berge im Abendsonnenschein, unzählige, mir größtenteils unbekannte Wasservögel... Die zwei Fantomasse waren auch mit von der Partie, sowie die versoffenen Holländer, die natürlich Musik dabei hatten und immer mal "Albania!" grölten, weil das auf ihren Handtüchern stand. Zwischendrin sangen sie allerdings auch ein Ständchen für Susanne, weil die nämlich heute Geburtstag hatte.

    Wir hatten aus diesem Anlass schon vorher eine kleine (ziemlich leckere) albanische Torte mit den beiden Fantomassen und einigen zufällig vorbei gekommenen Rally-Teilnehmern verdrückt, wahlweise mit Kaffee oder albanischem Bier.

    Später gab es leckeres Gegrilltes, Bier und Schnaps und fast ein illegales Autorennen (die Veranstalter haben da mal lieber eingegriffen), außerdem wurden Leute auf einem Skateboard über die Wiese gezogen (die meisten hoben recht schnell ab). Verschiedenste Teams hatten verschiedenste schräge Verkleidungen, es gab Vokuhila-Perücken und dicke Goldketten, Cowboyhüte und karierte Westen, Kuh-Overalls, Leopardenjacken und einen Herren in einem Einteiler mit Flamingomuster. Die Fat Pandas schossen mit ihren Aufblas-Pandakostümen aber mal wieder den Vogel ab.

    Es gab natürlich auch Musik und eine großzügige Tanzfläche, allerdings waren wir noch etwas geschafft von der letzten, irgendwie zu kurzen Nacht, und wollten deshalb zeitig ins Bett gehen.

    Ein Highlight durften wir aber nicht verpassen: Andi, der Metzgermeister aus München, hatte eine Geburtstagsüberraschung für Susanne vorbereitet. Nachdem ich sie zur Tanzfläche gelotst hatte, sang er dort "Happy Birthday Susi" zur Melodie von "Happy Birthday Baby" (goldiger Song, kannte ich noch gar nicht), danach kamen jede Menge Leute zum Gratulieren vorbei und es wurde natürlich "Mit 66 Jahren" gespielt.

    Wir tanzten noch ein bisschen und wollten dann aber wirklich ins Bett gehen, aber irgendwie waren die verschiedenen Gespräche dann doch zu interessant und es wurde ziemlich spät für mich... Zusammen mit den beiden Fantomassen lauschte ich noch verschiedenen Schnarchern, sah mir den Menschen an, der auf einer Motorhaube schlief, und bestaunte das Durchhaltevermögen der Schweden, die auch nachts um Drei noch unermüdlich ihr Trinklied (sie hatten nur eins) sangen und dabei ihren Campingtisch kurz und klein hauten. Und dann waren da noch die beiden Typen, die den ganzen Abend einfach am Fluss standen und angelten...
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  • Day9

    Auf gewundenen Wegen zur Party

    August 30 in Montenegro ⋅ ⛅ 32 °C

    Nach einem viel zu großen Frühstück (wir hatten ja keine Ahnung, wie viel man für 10 Euro bekommt!) fuhren wir weiter Richtung Montenegro. (Übrigens fanden wir hier, in der Nähe von Tirana, zum ersten Mal eine Stehtoilette. Da muss man also schon bis nach Albanien fahren...)

    Da wir endlich gut im Zeitplan lagen, fanden wir auch die Muße, um die gestrige Tagesmission noch zu erledigen: In einer der zahllosen Waschstationen am Wegesrand ("Lavazh") einem Albaner beim Waschen seines Autos zu helfen (gefragt war eigentlich ein Mercedes, aber ich glaube, ein Audi geht auch). Außerdem verstanden wir jetzt, was die Esten in Skopje gemeint hatten, als sie uns nach unserer Einschätzung der hiesigen "driving culture" gefragt hatten. Gestern Abend war uns nur aufgefallen war, dass die Tempolimit-Schilder offensichtlich Deko sind und beim Überholen im Dunkeln der Vorausfahrende im Allgemeinen mit Lichthupe kurz gewarnt wird (was gar nicht so unpraktisch ist). Heute erlebten wir dann, wie die Albaner mit Stau umgehen: Es werden einfach zusätzliche Spuren im Schotter neben der Straße oder auf der Gegenfahrbahn aufgemacht. Wenn aber auf der Gegenfahrbahn tatsächlich jemand kommen sollte (wir zum Beispiel!), dann muss der halt warten, bis der Überholende irgendwo wieder in die Schlange reingelassen wurde...

    Schließlich überquerten wir die Grenze nach Montenegro und erreichten die Adria! Allerdings war es mal wieder schrecklich heiß, es herrschte sehr viel Verkehr auf der Küstenstraße und wir wollten mal ausnahmsweise rechtzeitig zur Party kommen. Also begnügten wir uns mit ein paar sehnsüchtigen Blicken aufs blaue Wasser und bogen bald Richtung Inland ab. Dort ging es über 25 km einspurige Straße mit zahlreichen Serpentinen zur Party nach Rijeka Crnojevica am Nordende des Skadar-Sees. Susanne schwitzte und fluchte bei jeder Haarnadelkurve, wenn uns mal wieder jemand entgegenkam oder wenn es neben uns ohne Randbegrenzung steil bergab ging. (Aber selbst fahren war ihr lieber als von mir gefahren werden!) Zum Glück waren auf der Strecke noch zahlreiche andere Rallye-Autos unterwegs, und irgendwann erreichten wir das Ende einer Autoschlange, an deren Anfang zwei teilnehmende LKWs den Weg für alle anderen freiräumten. Ab da war das Fahren deutlich entspannter und wir konnten die atemberaubenden Ausblicke über das Mittelmeer und den Skadar-See auch ein wenig genießen.
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