• Dusty's Reise
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Dusty's Reise

Mit unserem Oldtimer LKW Dusty auf Reisen Baca lagi
  • Le Mont St. Michel in der Normandie

    6–9 Mac, Perancis ⋅ ⛅ 14 °C

    Da in der Wettervorhersage nur noch Regen angesagt ist, verbringen wir zunächst zwei Tage in Ploërmel auf einem großen Parkplatz in der Nähe eines Einkaufscenters. Hier heißt es Vorräte auffüllen, Texte schreiben, Haare schneiden und auch mal wieder Essen gehen. Diesmal asiatisch. Zudem überlegen wir, wo wir aufgrund des Wetters überhaupt noch hinfahren. Rob möchte sich zumindest noch ein paar Dolmen in der Nähe anschauen. So fahren wir, nachdem wir zu unglaublichen 1,94€ pro Liter Diesel tanken (drei Tage vorher hatten wir für 1,66€ getankt und 1 Woche zuvor in Spanien noch für 1,36€), weiter bis nach Saint-Just. Hier liegt ein riesiger Dolmen teilweise zugewuchert in einem klitzekleinen Waldstück, ein weiterer im Garten eines Bauernhofs und weitere großflächig verstreut an einem Wanderweg inmitten schöner Heidelandschaft.
    Ich möchte als nächstes an die Küste, den Mont St. Michel nochmal sehen. Auch wenn's regnen sollte, wenigstens einen Blick erhaschen. Wir fahren abends also direkt noch ca. 100km, vorbei an Rennes, bis zur Küste und parken 5 km vor der kleinen felsigen Klosterinsel. Ursprünglich im 8. Jahrhundert als religiöse Stätte gegründet, entwickelte sich der Mont Saint-Michel zu einem Pilgerort und einer Festung und ist heute wohl eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Frankreich. Die Insel ist bei Flut vom Meer umgeben und bei Ebbe mittlerweile über eine Brücke erreichbar. Als wir 2010 das erste Mal hier waren, konnte man noch über einen Damm hinüber. Am nächsten Morgen laufen wir bei schönstem Wetter etwas über eine Stunde bis zur Insel. Die Kulisse ist auch beim zweiten Mal mehr als beeindruckend. Wir schlendern durch die kleinen Gassen unterhalb der Abtei, stiefeln aber auch nochmal hoch bis zur Abtei. Erinnerungen an unseren ersten Urlaub und Fotos, die hier entstanden sind, tauchen vor unserem geistigen Auge auf. Rundherum ist es diesig, einige Menschen gehen im Watt spazieren. Und im Vergleich zu damals begegnen uns hier viele chinesische und amerikanische Touristen. Auch auf dem Rückweg lässt der angekündigte Regen auf sich warten. Gut, dass wir nochmal hier waren...
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  • Die letzten Kilometer...

    9–12 Mac, Belgium ⋅ ⛅ 14 °C

    Wir haben keinen festen Plan, keine genau festgelegte Route und somit auch noch nicht fix, wann genau wir zu Hause sein werden. Die letzten Tage stehen an, das ist klar. Die ganze Reise über haben wir größtenteils nur Tag für Tag geplant, meist erst morgens überlegt, wo es hingehen soll.
    Wir fahren die Nordküste entlang über die Brücke der Normandie, eine 2.143 Meter lange Schrägseilbrücke, die die Mündung der Seine nach Le Havre überspannt. Mit ihrem hohen Bogen sieht sie von Weitem schon spektakulär aus. Unser letztes Ziel in Frankreich ist Étretat. Ein weiterer Ort, an dem wir schonmal waren. Er ist bekannt für seine hohen Kreidefelsen und Felsbögen wie dem „Porte d’Aval“.
    Als wir abends ankommen, ist es leicht bewölkt, während es am nächsten Morgen komplett bewölkt und diesig ist. Das besondere Farbenspiel aus Sonne und glitzerndem blauen Wasser gepaart mit den hellen Kreidefelsen können wir so nicht noch einmal erleben. Trotzdem ein besonderer Ort. Denn auch das alte Dorf selbst mit teilweise uralten Fachwerkhäusern hat seinen Charme. Die Promenade ist allerdings in die Jahre gekommen, das kaputte Holzgeländer an vielen Stellen nur mäßig mit Flatterband abgesperrt sowie auch einige Lokale direkt angrenzend. Viele Geschäfte haben noch zu. So schlendern wir durch die Gassen und versuchen uns auch hier an damals zu erinnern.
    Während Rob am liebsten noch weiter reisen möchte, bin ich seit einigen Tagen gedanklich schon zu Hause.
    Bei der Abreise von Étretat entscheiden wir dann, auch aufgrund des Wetters, nun die Heimreise anzutreten. Die letzten 600km wollen wir in drei Etappen aufteilen. Wir übernachten noch zwischen einem Fußballplatz und Pferdewiesen in Belloy-sur-Somme und auf einem Parkplatz in Namur, Belgien, bevor es am 12. März die letzten 200km weiter über Landstraßen durch Belgien und die Niederlande nach Hause geht.
    Nach 219 Tagen und 24.053 gefahrenen Kilometern kommen wir am frühen Nachmittag in Duisburg an.
    Wir haben an 139 unterschiedlichen Orten übernachtet, davon 52x auf Camping- oder Stellplätzen und 71x frei auf Park- oder Rastplätzen, am Straßenrand, am Strand, in den Bergen und in der Wüste. 12 Tage waren wir in einem Airbnb, 6x sind wir mit einer Fähre gefahren und durch insgesamt 17 Länder gereist. Richtung Osten waren wir in Ushguli, Georgien mit 4.027km am weitesten weg und Richtung Süden mit 3.397km in Zagora, Marokko. Der höchste Punkt betrug 2.550m und war der Ilgar Dagi Geçidi in der Türkei. Und das alles mit einem mittlerweile 53 Jahre alten ehemaligem Militär-LKW, der uns ohne Murren und ohne Probleme überall hingebracht hat. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dafür hatten wir weder ein Radio im Fahrerhaus, noch irgendwelchen Schnickschnack wie eine Klimaanlage, geschweige denn Sicherheitsgurte. Alles in allem war die Fahrt mit unserem lieb gewonnenen Gefährt schon ein Abenteuer an sich. Wir sind uns als Paar nach 18 Jahren wieder näher gekommen, auch wenn es ab und an gekracht hat. Das unterwegs sein hat uns gefallen!
    So werden wir auf jeden Fall die unendlich vielen Aus- und Weitblicke vermissen, aber alles hat nunmal einen Anfang und ein Ende?
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    Tamat perjalanan
    12 Mac 2026