Emily Berlage

📍MMR “To travel is to discover that everyone is wrong about other countries.” – Aldous Huxley
Living in: Deutschland

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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day186

    Und schon gehören vier Wochen Myanmar schon wieder der Vergangenheit an. Myanmar, du warst für mich die große Unbekannte. Zuvor stellte ich mir die Frage, wie es wohl sei ein Land zu besuchen, dessen Entwicklung durch das Diktat eines Militärregimes für fast ein halbes Jahrhundert zum Stillstand kam. Ein Land, in dem der Alltag seines Volkes noch immer von Krieg und Mord bestimmt wird. Ein Land, das zu den größten Heroinproduzenten weltweit gehört. Wie ist das Reisen in einem der ärmsten Länder der Welt?
    Im ehemaligen Burma angekommen herrscht eine friedliche, für Reisende offenkundige Oberfläche. Doch weite Teile des Landes sind noch immer nicht für die Öffentlichkeit geöffnet, die Stimme des Volkes ist verstummt, schwere Unruhen erschüttern das Land bis heute.
    Myanmar, du giltst als das goldene Land, als das Juwel Asiens. Deine Tempel und Pagoden glänzen im gesamten Land prächtig um die Wette. Deine Liebhaber sagen, hier sei alles Gold, was glänzt! Im Gegensatz hierzu gibt es kaum Kühlschränke, eine miserable Energieversorgung und katastrophale Straßen. Die Armut deines Volkes ist nicht zu übersehen. Aber offensichtlich ist auch die pure Freude in ihrem Gesicht, wenn sie mich mit ihren von Betelsaft zerfressenen Zähnen anlächeln. Noch haben sie ihre Seelen nicht an den Tourismus verloren, noch sind dieses Lächeln und diese Freude echt.
    Myanmar, ich bin mir selbst nicht sicher was mich an dir so fasziniert, aber ich habe mein Herz an dich verloren. Das Reisen ist kein Leichtes, aber gerade das macht den Reiz aus. Noch lässt sich das authentische Myanmar erkunden. Reisen mit dir ist noch teilweise ein Abenteuer.
    Ein kulinarisches Highlight bist du nicht. Das Bier ist meist zu warm und das Essen oft zu ölig, dafür jedoch ein kulturelles und religiöses. Als Vielvölkerstaat hieltst du für mich ein abwechslungsreiches Programm bereit.
    Myanmar, für mich bist du nicht das Juwel Südostasiens. Für mich bist du ein ungeschliffener Diamant, leider noch eingebettet in Kampf und Gewalt. Bis zum nächsten Mal, Myanmar! Auf deine Veränderungen bin ich gespannt.
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  • Day183

    Auf der Strecke von und nach Tedim stockt mir mehr als einmal der Atem, mein Puls rast pfeilgerade Richtung 180 und der Angstschweiß macht sich langsam aber sicher auf meiner Stirn breit. Der Monsun hat hier in der Gegend ganze Arbeit geleistet und die Straßen im Schlamm versinken lassen. Unser Minivan rutscht mit seinen abgefahrenen Reifen die ungeteerte Straße entlang, oft kommen wir dem Abhang näher als gewünscht. Regelmäßig bleiben wir im zentimeterdicken Schlamm stecken. Das ist wohl das Zeichen für unseren Fahrer mal richtig Gas zu geben. Die Dame hinter mir hängt schon von Beginn an mit dem Kopf aus dem Fenster.
    Einen Lastwagenfahrer haben diese unschönen Straßenbedingungen wohl aus den Socken gehauen, sein Gefährt liegt mitsamt der Fracht im Schlamm und versperrt den Weg. Also alle mal raus aus dem Wagen und mithelfen die Ladung aus dem Weg zu schaffen. Viele helfende Hände landen zwischendurch im Dreck. Auf der glatten Straße rutschen sie einfach aus.
    Mein Vorschlag, das Sorgenkind einfach den Hang hinunter zu stürzen sorgt zwar für Gelächter, findet aber wenig Anklang. Aber nach einer Stunde mühsamen Hin und Hers taucht dann endlich der Bagger auf, der dem Schlamm den Kampf ansagt und den Lastwagen wieder in Position bringt. Freudensprünge auf Seiten des jungen Fahrers und Gejubel unter den Helfern und Schaulustigen, als das Ding endlich wieder steht.
    Nun ist der Weg wieder frei und die ganze Kolonne an wartenden Fahrzeugen setzt sich in Bewegung. Damit ist die Zitterpartie aber noch lange nicht vorbei.
    Erst, als wir nach 40 Kilometern Höllenritt die geteerte Straße erreichen, freunde ich mich langsam mit dem Gedanken an den Sonnenuntergang des heutigen Tages doch noch zu erleben. Sechs Stunden, 79 Kilometer und dem ein oder anderen Abschiedsvideo später fahren wir in den Busbahnhof ein. Erleichterung pur! Wir leben noch!
    Sowohl die Straßenverhältnisse im Chin-State als auch die Auswirkungen der Regenzeit habe ich deutlich unterschätzt. Nicht noch einmal!
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  • Day182

    Am frühen Vormittag brechen wir von Tedim auf, um die Gegend zu erkunden. Begleitet von einer wundervollen Aussicht auf die umliegenden Berge, Täler, Dörfer und Felder wandern wir die Straße entlang. Die meisten Menschen, denen wir begegnen schauen uns ganz verdutzt an. Zu Fuß gehen ist gilt in Asien eher als eine Seltenheit. Wofür gibt es denn den Motorroller? Scheinbar ist es für das Suppenhuhn auch ein ungewohnter Anblick, dass Menschen ihre Füße benutzen.
    Unsere Exkursion verschlägt uns in ein kleines, an einem Hang gelegenen Dorf, das auf der Karte nicht eingezeichnet ist. Und wie der Zufall so will laufen wir auch gleich einer Dame namens Mao in die Arme, die unsere knurrenden Mägen anscheinend schon von Weitem gehört hat. Ehe wir uns versehen, hocken wir in ihrer kleinen (bescheidenen) Hütte am Mittagstisch. Die ganze Familie ist versammelt, sowohl live und in Farbe, als auch in Form von unzähligen Bildern an der Wand. Gekocht wird am offenen Feuer im Haus, zu Mittag gibt es Reis, Mais und Chili. Maos Ehemann, das Oberhaupt der Familie sorgt dafür, dass wir das Haus auf keinen Fall nüchtern verlassen. Passend zu Keksen und Milch servieren sie uns einen Maiswein, Marke Eigenkreation. Mais ist fast das Einzige, was auf dieser Höhe wächst und gehört daher zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen hier im Chin-Staat.
    Nach Speis und Trank trommelt Mao noch einmal alle zusammen für ein Erinnerungsfoto. Ich frage mich, ob dieses Bild bald seinen Platz zwischen Mama und Papa, drei Söhnen mit Ehefrauen, zwei Töchtern mit Ehemännern und Enkelkindern an der Wand findet. Aber da bin ich mir fast sicher.
    Natürlich beinhaltet Maos Rundum-Sorglos-Paket auch einen Dorfrundgang. Die Bewohner des 80-Hütten-Dorfes begegnen uns ausnahmslos mit einem breiten Grinsen, viele zücken die Smartphonekamera. Die Schule des Dorfes erreichen wir zum Ende unserer kleinen Tour. Die Kinder reagieren scheu, wissen nicht so recht, was sie mit diesen Thanaka tragenden Weißgesichtern anfangen sollen. Beißen die? Tun die uns was Böses? Das Eis scheint jedoch gebrochen, als wir anfangen uns mit vollem Körpereinsatz vor den Kleinen zum Affen zu machen. Dieses herzliche Kindergelächter reicht bestimmt noch bis nach Tedim!
    Gegen 15 Uhr ist Schulschluss, die Jungen und Mädchen schnappen sich ihre Stofftaschen und machen sich in kleinen Grüppchen auf den Weg nach Hause. Auch wir machen uns auf nach Tedim, mit vier Maiskolben als Abschiedsgeschenk im Gepäck. Dieser Tag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Die Herzlichkeit der Menschen in diesem Dorf und ganz Myanmar ist unvergleichlich. Die Selbstlosigkeit, mit der sie sogar Fremden begegnen, ist einfach rührend.
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  • Day181

    Willkommen hoch oben in den Bergen des Chin-Staates! Dieser Verwaltungsbezirk liegt im Westen Myanmars und grenzt an Indien und Bangladesh. Der Chin-Staat gehört zu den abgelegenen und wenig entwickelten Regionen Myanmars. Erst seit ein paar Jahren ist dieser Teil des Landes überhaupt für Touristen geöffnet und bis heute verirren sich nur wenige dorthin. Unverständlicherweise.
    Das Volk der Chin unterscheidet sich stark von den anderen Völkern in Myanmar. Der wohl größte Unterschied liegt in der Religion, denn die Chin sind zu etwa zwei Dritteln Christen, was in dem ansonsten buddhistischen Land nicht immer auf Verständnis stößt. Da die Chin jedoch recht zurückgezogen in ihren Bergen leben, gibt es heute nur wenige Konflikte.Read more

  • Day180

    Monywa - 4.30 Uhr. Alles geht an Bord. Die Passagiere begeben sich noch völlig schlaftrunken auf ihre Sitzplätze. Nur die Bauchladenverkäuferinnen laufen munter auf und ab. Die Aussicht auf ein paar Kyat reißt sie jeden Morgen um diese Zeit aus den Federn. Die in Kartons verpackten Küken von der letzten Bank machen sich lauthals bemerkbar. Wie viele von ihnen die stundenlange Bootsfahrt wohl nicht überleben werden?
    Gegen 5 Uhr legt das veraltete Schiffchen ab. Aus den knackenden Lautsprechern dröhnen buddhistische Gebete in unmenschlicher Lautstärke, an Schlaf ist also nicht zu denken. Ich warte sowieso lieber auf den Sonnenaufgang. Gegen 5.30 Uhr klettere ich auf das Dach des Flussriesens, die Kamera im Anschlag. Die Männer auf dem Dach scheinen erstaunt mich hier zu sehen, diese Blicke bin ich mittlerweile jedoch gewohnt und denke mir nichts dabei. Kurze Zeit später jedoch werde ich mit Händen, Füßen und in gebrochenem Englisch darum gebeten, das Dach des Schiffes zu verlassen. Frauen sei es nicht gestattet sich hier aufzuhalten. Für mich ein herber Rückschlag, aber ich möchte keinen Ärger und schaue mir den Sonnenaufgang also vom Bug des Schiffes an.
    Mit lautem knattern nähert sich ein Motorboot und Passagiere samt Gepäck steigen zu. Was ein Timing! Während der gesamten Bootsfahrt legen wir des Öfteren am Ufer an, lassen Passagiere sprichwörtlich über die Planke gehen oder sammeln welche ein.
    Für mich endet der Spaß nach etwa zehn Stunden und ich gehe in Kalewa von Bord. Die Küken aber setzen ihre Reise auf dem Chindwins fort.
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  • Day176

    Die alte Königsstadt Bagan - Das Highlight eines jeden Besuchs in Myanmar. Insgesamt sprießen in dieser Region 13.000 Tempel und Pagoden wie Pilze aus dem Boden. Gut 2.200 von ihnen sind noch intakt und warten nur darauf sportlich mit dem Fahrrad, langweilig mit dem Auto, traditionell mit der Pferdekutsche oder einfach mal anders mit dem Elektro-Roller erkundet zu werden.
    Meine Tage hier beginnen früh und enden spät. Pünktlich zum Sonnenaufgang sitze ich oben auf einem Tempel, meine Füße baumeln in der Luft. Langsam lässt sich die Sonne hinter dem Horizont blicken und befreit die Tempelwelt Bagans vom nächtlichen Nebel. Tagsüber heißt es sich einfach treiben lassen und sehen, wohin es meinen E-Roller und mich verschlägt.
    Rechtzeitig zum Sonnenuntergang klettere ich erneut auf einen Tempel und sehe zu wie die Sonne hinter den Wolken verschwindet und die unzähligen Tempel und Pagoden Bagans nur noch erahnen lässt. Langsam Ausgetempelt? Noch lange nicht!
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  • Day174

    Der Inle See gilt als kulturelles Herz des Shan-Staates. Der gesamte Lebensalltag der hier lebenden Burmesen basiert auf den 22 Kilometer langen und bis zu elf Kilometer breiten Inle See. So auch das tägliche Leben der Fischer. Da stehen sie auf einem Bein, den Fischen auf der Schliche und stochern im Wasser nach einem schuppigen Abendessen. Das mit dem Bein eingeklemmte Ruder erlaubt ihm, eine Hand frei zu haben und dennoch manövrierfähig zu sein. Für uns auf den ersten Blick komisch, für sie aber äußerst effektivRead more

  • Day169

    Nach einer unschönen Nacht im Bus heißt es gleich wieder: Bitte nur das Nötigste einpacken, Regenjacke natürlich nicht vergessen. Diese Tour führt uns aus der kleinen Stadt Kalaw durch verschiedene, urige Dörfer bis hin zum 60 Kilometer entfernten Inle See. Die Wanderung an sich ist ein Leichtes und wir bleiben weitgehend vom Regen verschont. Der schlammige Boden macht uns aber das Leben schwer und so wird das Ganze zur Rutschpartie!Read more