El viaje de los ratones

Joined November 2017
  • Day206

    Back on the road!

    Nach unserer Ankunft in Deutschland verbrachten wir einige Zeit in Bürstadt, auf der kulturellen Landpartie im Wendland und in Einhaus, ehe wir wieder dem Ruf der Straße folgten.
    Lange Überlegungen und einiges Hin und Her brauchte es für eine neue Routenfindung. Es standen drei Möglichkeiten zur Auswahl: Skandinavien, Baltikum oder Balkan. Schlussendlich entschieden wir uns für Option vier, nämlich erst einmal nach Polen zu reisen, um uns die Optionen Baltikum und Balkan offen zu lassen.
    Einen Bus buchten wir uns von Lübeck nach Breslau, wo wir nach acht Stunden Fahrt gegen Nachmittag bei Nieselregen eintrafen, was sich aber im Laufe unseres Aufenthaltes in satten Sonnenschein verwandeln sollte.
    Wir bezogen unser Doppelzimmer in einem zugegebenermaßen heruntergekommenen Haus im Herzen der Stadt am Hauptplatz. Der äußere Schein bestätigte sich nicht, eine moderne Wohnung erwartete uns.
    Draußen bestaunten wir eine wunderschöne Altstadt und ich war überrascht, gerade in Polen auf eine wunderbar große und zudem leckere Auswahl an veganen Restaurants zu stoßen. So ließen wir die architektonischen und kulinarischen Eindrücke auf uns wirken und bummelten an Kirchen und kleinen Gässchen vorbei, ließen uns auf Bänken in den verschiedenen Grünanlagen nieder, liefen über den Markt in der Markthalle und einen Jahrmarkt in der Altstadt.
    Nach zwei Nächten bestiegen wir einen Zug und nahmen Kurs auf Krakau.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day177

    Ahoi, ihr Landratten!

    April 26 in Germany

    Zurück in Santo Domingo, für eine Übernachtung auf dem Weg nach La Romana, durchstreiften wir erneut die Zona Colonial, die Altstadt, und genehmigten uns einen Coco Loco. Aus püriertem Fruchtfleisch einiger grüner Kokosnüsse, Kondensmilch, Zucker und Rum entsteht so ein köstlicher Cocktail.
    Mit der nötigen Bettschwere begaben wir uns ins Bett. Am folgenden Tag bewahrheitete sich die ab und an gehörte Warnung, es gebe nicht immer fließendes Wasser, denn eben dieses fehlte leider, als wir uns im Bad für den Tag fertig machen wollten.
    So fuhren eben ungeduscht in Richtung unseres neuen Domizils für die nächsten 19 Tage - die Aida Luna. Gewohnt chaotisch war die Fahrt, doch kamen wir gegen Mittag am Hafen von La Romana an. Vor Ort überkamen uns Zweifel, ob wir die richtige Entscheidung getroffen hatten: mit dem Betreten des Hafengeländes hatte sich bereits eine Parallelwelt aufgetan. Überall deutschsprachige Menschen in „höheren“ Altersklassen und am Meckern. Was hatten wir uns da bloß eingebrockt!
    Aber das Schiff war nun mal gebucht und so nahmen wir all unseren Mut zusammen und betraten das schwimmende Resort. Die angebotenen kostenlosen Cocktails stimmten uns milder und unsere Kabine tat ihr Übriges, da wir uns dank des Fensters mit Meerblick nicht allzu eingesperrt fühlten.
    Die nächsten drei Tage waren Landgänge in Martinique, Guadeloupe und Antigua angesagt und so konnten wir langsam Abschied von der Karibik nehmen (und Rum und Zigarren einkaufen).
    Die folgenden fünf Seetage verbrachten wir weitestgehend unter Dreck und nutzen die Zeit, um uns ordentlich auszukurieren. Gar kein so unpassender Augenblick, um krank zu werden... In den Momenten, in denen wir es trotzdem nach oben schafften, machten wir eine merkwürdige Entdeckung: fliegende Fische sprangen immer wieder neben dem Schiff mitten im Atlantik her.
    Ein aufkommender Sturm führte zu einer Kursänderung. Ein weiterer Seetag kam hinzu und unser nächster Halt sollte, anstelle der Azoren und A Coruña in Spanien, Madeira sein. Nicht weiter tragisch fanden wir, dort waren wir schließlich auch noch nie.
    Die Blumeninsel verzauberte uns so gleich und wir merkten deutlich, dass wir Festland-Europa näher kamen. Plötzlich hatten wir nach dem Überqueren einer Straße nicht länger das Gefühl eine Nahtoderfahrung durchlebt zu haben.
    Der schönste Moment der Tages sollte uns jedoch erst nach dem Ablegen des Schiffes wiederfahren: ein Schwarm Delfine begleitete uns! Ganz und gar kitschig schwammen und sprangen sie im Rot der untergehenden Sonne.
    In den folgenden Seetagen wurde die Luft kühler und das Wasser wandelte sich von strahlendem Blau zu Grau. Dies führte dazu, dass wir unsere neuen Lieblingsorte an Board fanden. Gegen Abend huschten wir in Bademänteln an Deck, wo sich bei Regen und Wind niemand befand, hüpften in den Pool, bis uns die Luft frieren ließ und liefen von dort in die Sauna. Hier ließen wir unsere eisigen Körper mit Blick auf den wilden Ozean aufwärmen.
    Danach folgten drei Landgänge und in Windeseile verging die Zeit. Le Harvre, Dover und Amsterdam kamen und gingen und wir mit ohne wirklich etwas von ihnen gesehen zu haben.
    Einen weiteren Seetag brauchten wir noch für die Umrundung Dänemarks bis wir am 26.4. in Kiel anlandeten nach einem halben Jahr wieder deutschen Boden unter den Füßen hatten. Ohne Passkontrolle gingen wir hinaus und fühlten uns ein wenig fremd in dieser vertrauten Umgebung, als wir von Lisa in die Arme geschlossen wurden.
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  • Day157

    Surfen und dominikanische Tattoos

    April 6 in Dominican Republic

    In Cabarete angekommen vermissten wir zunächst die Ruhe Las Galeras‘. Ein Souvenirshop reihte sich an den nächsten, Restaurants gab es in Hülle und Fülle und die Luft roch nach den Abgasen der Motorräder, deren Fahrer uns zuriefen, ob wir nicht mit ihnen fahren wollen.
    Glücklicherweise lag unser Hostel ein wenig außerhalb und wir bezogen eine Holzhütte auf Pfählen, das Tarzan House.

    In den nächsten Tagen lernten wir nach anfänglicher Ablehnung die Vorzüge Cabaretes kennen und so gefiel uns die Stadt immer besser.
    Morgens fuhren wir zum Playa Encuentros, der etwa neun Kilometer außerhalb der Stadt liegt.
    Am ersten Tag wagten wir uns auf ein Mototaxi, nachdem wir uns einen einigermaßen vertrauenserweckenden Fahrer ausgesucht hatten, der uns entgegen kam und seine Dienste offerierte. Nach kurzer, aber harter Verhandlung einigten wir uns auf einen annehmbaren Preis. Darin enthalten war ebenso ein sogenanntes dominikanisches Tattoo, das sich nach kurzem Überlegen gerne an Josephin abtrat. Sie stieg auf und verbrannte sich just in einer schwungvollen Bewegung ihren rechten Unterschenkel am glühend heißen Auspuff. Nach dem schmerzhaften Aufsitzen ging die wilde Fahrt los — erst innerorts, dann außerhalb. Bei einer gefühlten Spitzengeschwindigkeit jenseits der 100 Kilometern pro Stunde, die in Wahrheit nur 65 war, wurden unsere Haare durchgewirbelt. Da Helme bekanntlich alleine durch ihr Gewicht den Benzinverbrauch erhöhen, wird generell und von jedem darauf verzichtet und so mussten diesmal wir auf die Gottesmutter Maria vertrauen, während das Motorrad am Straßenrand neben Autos und anderen Motorrädern vorbeischoss und hupte.
    Irgendwann ging es rechts ab in einen Weg, der zum Strand führte und die Geschwindigkeit wurde geringer. Wir näherten uns einigen Hütten, an denen Surfbretter verliehen werden und stiegen ab.
    Da waren wir nun endlich wieder, nach fast dreimonatiger Abstinenz vom Wellenreiten. Es fühlte sich großartig an, wieder auf dem Board zu sein!
    In den nächsten Tagen wählten wir jedoch anstatt des Mototaxis doch lieber den Shuttlebus vom Hostel oder ein Guagua, das uns für einen Apfel und ein Ei fast bis zum Strand brachte.
    Das Wellenreiten gelang uns immer besser, auch wenn wir am zweiten Tag unsere Muskeln ordentlich spürten. Die Wellen am Surfspot waren ausgezeichnet für Einsteiger geeignet, dementsprechend voll war es am Anfang des Tages, weswegen wir unseren Start etwas nach hinten verschoben.

    Zum krönenden Abschluss machten wir noch eine Führung durch das Gebiet einer in Cabarete ansässigen Gemeinschaft mit. Auf geschütztem Grund liegen ein paar unterirdisch durch ein Seesystem verbundene Höhlen, von denen drei zu besichtigen sind. Unser Führer Philippe aus England erklärte zudem interessante Dinge über die umgebende Flora.
    Die Besichtigung der ersten Höhle erforderte einen Abstieg von etwa 25 Meter. Unten angekommen, blickten wir auf ein fünf mal fünf Meter großes und drei Meter tiefes Wasserloch von fast reiner Qualität, in das wir unsere sonnenerhitzten Körper tauchen durften. Eine wahre Wohltat war ebenfalls die absolute Stille. Philippe meinte, es sei der einzige Ort der Nordküste ohne Lärm von Motorrädern, Lautsprechergeschrei und hupenden Autos.
    Höhle Nummer zwei wartete mit Stalaktiten und Stalagmiten auf und hier und da ließen sich damit Tiere oder Gesichter assoziieren.
    Auch Nummer drei, bestehend aus einem großen Wasserloch, lud zum Plantschen und hineinspringen ein.
    Nach eineinhalb Stunden kamen wir wieder am Empfangshäuschen an, beendeten die Tour und tags darauf auch unsere Zeit in Cabarete.
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  • Day152

    Von Touristenhochburgen zu Traumstränden

    April 1 in Dominican Republic

    Unser Zimmergenosse aus Chile war bereits seit zwei Monaten in der Dominikanischen Republik und empfahl uns zwei der schönsten Strände, die er gesehen hatte. Da seine Beschreibung mit der des Taxifahrers übereinstimmte und in den Norden der Insel führte, machten wir uns am nächsten Tag auf in Richtung der Halbinsel Samaná. Das Verkehrssystem der Dominikanischen Republik war für uns allerdings noch nicht ganz durchschaubar, weshalb wir zunächst nur bis Santo Domingo, der Hauptstadt, fuhren.
    Hier besichtigten wir das historische Zentrum „Zona colonial“ und tranken Coco loco und Limettensaft mit Crushed Ice und Minze. Außerdem kaufte sich Joni Kontaktlinsen, um beim Surfen endlich auch die Wellen zu sehen, bevor er von ihnen überrollt wird.
    Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus weiter nach Samaná, der Hauptstadt der Halbinsel Samaná. Hier fanden wir noch ein kleines, günstiges Hotel. Ein Glück, denn unsere vorherigen Recherchen hatten nichts ergeben und wir waren auf gut Glück hierher gefahren. Den Abend beschlossen wir mit einem Spaziergang an der Hafenpromenade und gegrillten Auberginen mit Pommes an ebendieser.
    Die Nacht war von lauten Motorengeräuschen der Motorräder, die das hiesige Lieblingsgefährt waren und lauter Musik geprägt, die das Osterwochenende ankündigten.

    Tags darauf kostete es Josephin viel Überzeugungsarbeit, Jonathan die Vorteile der sogenannten „Guaguas” darzulegen. Dabei handelt es sich um äußerst preiswerte Minibusse oder Autos, die bis zur Belastungsgrenze mit Mensch und Gepäck beladen sind. Ein solches brachte uns schlussendlich nach Las Galeras, einem kleinen Küstenstädtchen im Norden der Halbinsel, wo wir eine nette Unterkunft unweit des Traumstrandes bezogen, den uns der Chilene vom ersten Abend genannt hatte. Leider war der Großteil der Bananen, Mangos und Avocados, die sonst im Garten wuchsen, bei der letzten Hurrikansaison weggepustet worden.
    Auf den Tipp von Mel hin, dem Betreiber der Unterkunft und gebürtigen Engländer, gingen wir zum Strand und genossen herrlich über Feuer gebratenen frischen Fisch gekocht in einer kleinen blauen Wellblechhütte und Kokosnusswasser. Welch delikates Mittagessen mit traumhaftem Blick über das Meer!
    Kulinarisch konnten wir uns dank eigener Küche endlich wieder selbst versorgen. Inspiriert von der einheimischen und südamerikanischen Küche stieg Jonathan in seinem Rang zum Patacones-Meister auf und war nicht mehr vom Gemüsestand mit Kochbananen wegzubekommen.
    Außerdem verwöhnten uns die hiesigen Obstsorten mit purer Erfrischung, die wir im Mixer zu leckeren Säften verarbeiteten. Eines der Dinge, die wir definitiv vermissen werden.
    Unsere Tage verbrachten wir mit Spaziergängen über unwegsames Gelände hin zu einsamen Stränden, genossen die Sonne und das Meer, kochten, aßen und tranken und spannten auf dem Balkon bei einer Partie Schach aus. Sogar die „Samana Santa“ konnten wir in unserer Unterkunft einigermaßen unbeschadet überstehen. Im Gegensatz zu Deutschland wird in der Dominikanischen Republik Ostern lautstark und mit viel Alkohol gefeiert, auch Karfreitag bildet dabei keine Ausnahme.
    Viel zu schwer fiel der Abschied, nicht zuletzt wegen Mel, der ein hervorragender Gastgeber war und uns jeden Wunsch erfüllen konnte (einfach fragen, sollten wir etwas brauchen. Gäbe es das nicht zu kaufen, so würde er es irgendwo klauen). Wenn also jemand eine Unterkunft in der Dominikanischen Republik suchen sollte: die kleinen Appartements der „Green Garden Villa“ können wir definitiv empfehlen!

    Das Surfcamp in Cabarete rief und wir brachen wieder auf. Hineingestopft und gestapelt im Guagua ging es mit offener Schiebetür nach Samaná, wo wir den Bus in Richtung Cabarete bestiegen. Jonathan erlitt unterwegs eine leichte Panikattacke, als im kleinen Bus zwischen die Sitzreihen Bretter zum darauf sitzen geklemmt wurden, um jede auch nur so kleine Lücke bestmöglich zu belegen. Hätten wir vor unserem Ziel aussteigen wollen, es wäre misslungen.
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  • Day147

    Ankommen auf der Partyinsel

    March 27 in Dominican Republic

    Der fünfstündige Flug von Lima nach Punta Cana verging schnell, jedoch stellte sich die Suche nach einer Unterkunft im Vorfeld als etwas schwieriger heraus. Zwar hatten wir schon bald ein Surfcamp für die zweite Woche gefunden, doch wussten wir nicht, wohin mit uns in der Zeit davor.
    Nach ewigem Durchforsten des Internets fanden wir schließlich neben unzähligen Resorts ein (!) Hostel in Punta Cana, in dem wir die erste Nacht verbringen konnten.
    Nach der Ankunft am Flughafen von Punta Cana, der mit einem mit Palmblättern bedeckten Dach aufwartet und dem Abholen unseres Gepäcks ging es hinaus in die Hitze der Karibik. Noch bevor wir richtig draußen waren, riefen, rissen und zerrten die verschiedensten Taxifahrer an uns. Um eine Transportoption hatten wir uns im Vorfeld nicht gekümmert, so war uns nicht bekannt, ob und wo ein öffentlicher Bus abfahren würde.
    Im ersten Verkaufsgespräch auf dem Flughafenvorplatz wurden uns horrende Preise für die Fahrt zum acht Kilometer entfernten Hostel genannt. Fehlende Barreserven stellten eine gute Verhandlungsbasis dar, denn mehr zu geben, als wir hatten, war sowieso nicht möglich. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns auf etwas mehr als die Hälfte des Startpreises und fühlen uns wie zwei Trophäen, die vom Meistbietenden am Rest, der leer ausgegangen war, vorbeigeführt wurden.
    Auf der Fahrt kamen wir an riesigen Bettenbunkern vorbei, ein Resort am nächsten. Mit dem Fahrer unterhielten wir uns und bekamen ein paar Tipps zu weniger touristischen und schöneren Plätzen auf der Insel. Außerdem stellte er uns die Frage, warum Europäer erst so spät Kinder bekamen. Sie würden immer arbeiten und so das Schönste verpassen. Er selbst habe eine Tochter, die sein größtes Glück sei.
    Angekommen am Hostel liefen wir drei Stockwerke hinauf, um hinein zu gelangen und kamen in eine Oase der Gemütlichkeit. Wir richteten uns in zwei Betten des 10er Schlafsaals ein und konnten aus dem Fenster Resort über Resort erblicken. Auch wenn das Hostel sehr schön war, wollten wir hier keine Nacht länger bleiben.
    Wir gingen hinaus, um den Strand zu erkunden, der zu unserer Verwunderung fast menschenleer und wunderschön war. Genau so, wie man ihn sich in der Karibik vorstellte: weißer Sandstrand, Palmen, türkises Meer und kleine Boote, die darauf schipperten.
    Der Hunger trieb uns schließlich zurück in die Stadt und gerade aus Peru kommend, waren wir von den Preisen geschockt.
    Nach dem Essen wollten wir, müde wie wir vom Flug und dem frühen Aufstehen nun mal waren, einfach nur ins Bett fallen, doch unsere Zimmergenossen hatten andere Pläne.
    Gemeinsam mit einem Reisenden aus Chile und einem Urlauber aus Deutschland suchten wir eben jenen Strand auf, den wir Stunden zuvor bereits besichtigt hatten. In der Abenddämmerung setzten wir uns in den Sand und lauschten den Klängen des Meeres und der Ukulele, die mit von der Partie war. Karibik-Feeling pur!
    Die Nacht war laut, da unser Hostel über keine Fenster verfügte (wie fast alle Häuser in der Dominikanischen Republik) und die Clubs direkt auf der anderen Straßenseite waren. Dank der Ohrstöpsel, die mir Nika in weiser Voraussicht vor der Abreise geschenkt hatte und der Müdigkeit, war uns trotzdem eine schlafreiche Nacht gegönnt.
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  • Day146

    Von Piura flogen wir mit dem Flugzeug nach Lima, um dort noch ein wenig Zeit mit Paula, meiner peruanischen Gastschwester, zu verbringen.
    Mit dem Taxi fuhren wir zu dem direkt in der Stadt gelegenen Flughafen Piuras, vor dessen Toren wir allerdings noch eine Weile warten mussten, da sie erst um sechs Uhr morgens öffneten. Der vermeintlich zweit betriebsamste Flughafen Perus stellte sich als eine kleine Wartehalle mit Landebahn heraus.
    Der Flug verging schnell und in Lima waren wir froh, mit einem Flughafenbus in die Stadt fahren zu können, da die Taxifahrer mal wieder an uns zerrten. Den ersten Abend verbrachten wir in Miraflores, einem der reichen und sehr touristischen Stadtviertel Limas. Wir picknickten im Park und genossen die Aussicht auf den Pazifik.
    Am nächsten Mittag trafen wir uns mit Paula zum Essen. Sie holte uns vom Hostel ab, wo wir uns nach acht Jahren wieder in die Arme fielen. Mit von der Partie war Kemberly, ihre beste Freundin und Mitbewohnerin, die ich bereits von früher kannte.
    Sie führten uns in ein veganes Restaurant in der Nähe (mmmmh lecker!) und wir erkundeten gemeinsam die Stadt. Abends trafen wir uns noch mit ihren Tanten, unter anderem Otilia, die in Lüneburg wohnt und den Kontakt zwischen uns vermittelt hat, im Parque del amor. Danach trennten sich unsere Wege für das Erste, davor wurden wir jedoch eingeladen, die nächsten Tage in ihrer Wohnung zu verbringen. So schliefen wir noch eine letzte Nacht in unserem Hostel, bevor wir am nächsten Morgen in den Stadtteil Surco umzogen.
    Paula holte uns wieder ab, da sie einen Termin in der Nähe hatte und wir fuhren gemeinsam mit dem Bus in die Wohnung, in der ich mit 16 Jahren meine erste Nacht in Peru verbracht hatte. Mittlerweile war aus der Geschäftswohnung des Vaters José jedoch die WG von Paula, ihrem Bruder Jota und Kemberly geworden.
    Die nächsten Tage spazierten wir mit Paula, Jota, Kemberly und Cintha, einer weiteren Freundin aus Ayacucho, durch Lima, waren in einem Geschichtsmuseum, den Katakomben und lernten viele Ecken Limas abseits der touristischen Pfade kennen. Das historische Zentrum war jedoch ein gefährliches Gebiet, das wir uns erst am Wochenende anschauen konnten. Der Präsident Perus war wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten und im Zentrum fanden Demonstrationen statt.
    Unsere Spaziergänge waren begleitet von unglaublich gutem Essen, da Paula, die sich mittlerweile vegan ernährte, uns immer wieder anhielt, auf Märkten, in Restaurants und an Straßenständen diese und jene peruanische Delikatesse zu probieren. So konnte Joni endlich all das und noch viel mehr probieren, wovon ich ihm seit Jahren vorschwärmte: Mora con arroz con leche, Chicha morada, Cheviche de champiñones,...
    Zudem entführte uns Jota in die Bars von Lima und Jonathan und er probierten sich durch die Happy Hours und Pisco Sours der Stadt.
    So wurde uns der Abschied aus Südamerika nicht leicht gemacht, von all den lieben Menschen (und den leckeren Früchten) und wir standen am 26. März mit mehr als einem weinenden Auge am Flughafen.
    Peru, du siehst uns wieder und das nächste Mal länger!
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  • Day136

    Der Grenzübertritt nach Peru gestaltete sich äußerst unspektakulär. An einem Container, in dem auf ecuadorianischer Seite der Grenzposten eingerichtet ist, mussten wir den Bus verlassen und unsere Pässe stempeln lassen. Der Bus fuhr samt Gepäck über die Brücke des Grenzflusses. Dort wurde scheinbar stichprobenartig das Reisegut inspiziert. Da wir aber weder Bananen einschmuggeln, noch blinde Passagiere über die Grenze bringen wollten, blieb unser Gepäck unbeanstandet.
    Zu Fuß ging es auf die peruanische Seite, wo wir einen weiteren Stempel für unsere Sammlung erhielten, nachdem wir zu den Details unserer Reise befragt und meine neuere Ausgabe des deutschen Passes mal wieder argwöhnisch beäugt wurde.
    Die weitere Fahrt gen Piura, einer Großstadt in der Wüste im Norden Perus, wurde fast unerträglich heiß. Das Fehlen der Klimaanlage wiegte uns immer wieder in einen kurzen Schlaf und während der wachen Phasen schauten wir hinaus auf das Land, das am Fenster vorbeizog.
    In dieser lebensfeindlichen Gegend fuhr der Bus an Häusern am Straßenrand vorbei, die in ihrer Masse ganze Städte bildeten. Der Unrat, in dem die Kinder spielten, die baufälligen Hütten und der Zustand der Fahrzeuge zeugten von der Armut der Menschen, die hier leben.
    Piura präsentierte sich bei unserer Ankunft nicht viel anders. Auf staubigen Straßen rollten wir in die Stadt hinein zum Busbahnhof. Während des Aussteigens zerrten die Fahrer von Motorrikschas an uns, um ihre Dienste anzubieten, was wir jedoch ausschlugen. Das Hostal, das der Reiseführer vorschlug, befand sich nur 10 Gehminuten vom Ankunftspunkt entfernt und so gingen wir - allen Sicherheitswarnungen zum Trotz - zu Fuß weiter.
    Mit all dem Gepäck fühlten wir uns ein wenig unsicher auf den Straßen Piuras, erreichten besagtes Hostal jedoch ohne von Hunden gefressen oder Räubern überfallen zu werden und auch verdurstet waren wir bei 35 Grad in der prallen Sonne nicht.
    Das Zimmer ließen wir uns zeigen, entschieden uns aber schnell gegen Deckenventilator und Fenster zum Innenhof (man lernt ja im Laufe der Zeit dazu), was uns in die missliche Lage brachte, auf den letzten Tipp des Reiseführers vertrauen zu müssen („ideal für anspruchslose Traveller“). Die Ankündigung bewahrheitete sich: Der Preis für das Zimmer fiel, und mit ihm sämtliche Schönheit, Sauber- und Gemütlichkeit.
    Etwas ratlos verließen wir die Unterkunft mit Gepäck, denn dort wollten wir auch nicht bleiben. Aus der Not heraus betraten wir die Lobby der Hotels, an dem wir auf dem Weg vorbeigekommen waren und wurden bei der Rezeptionistin vorstellig, die uns versehentlich erst den Preis für Peruaner nannte. Dieser sprengte unser Budget, doch nach Abzug der Steuern war es nun doch eine Überlegung wert. Wir quartierten uns vorerst für eine Nacht ein.
    Da uns Piura bisher noch nicht überzeugt hatte, gingen wir nach Ablage des Gepäcks auf Entdeckungstour und fanden zu unserem Erstaunen einige Blocks weiter einen hübschen Plaza de Armas, den Hauptplatz mit netter Fußgängerzone und noch verwunderlicher, vegetarischem Restaurant. Der Laden war erstaunlicherweise recht voll und sowohl Qualität als auch Preis ließen uns noch einige Male während unseres Aufenthaltes dorthin zurückkehren.
    Die geplante Fahrt zu einem bedeutenden Kunsthandwerksmarkt der Region am folgenden Tag zerschlug sich leider, da wir keine passenden Transportmittel fanden, die uns die acht Kilometer stadtauswärts hätten bringen können. Zwar wurde auf bestehende Sammeltaxilinien verwiesen, diese stellten sich für uns jedoch als nicht existent heraus. In all dem Gewirr auf der Straße zwischen hupenden Autos, Bussen, Motorrädern und LKW konnten wir an keiner der Windschutzscheiben einen auf unsere Bedürfnisse passenden Zielanzeiger finden.
    Die folgenden zwei Tage verbrachten wir mit der weiteren Planung und einem ausgedehnten Bummel in den klimatisierten Kaufhäusern und Läden der Stadt sowie am Abend in den Straßen, in denen wir kleine Leckereien an Ständen erstehen konnten.
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  • Day135

    Keiner großen Erwähnung wert, verbrachten wir hier eine Nacht in einem günstigen Hotel der Stadt auf der Durchreise von Loja nach Piura. Da wir uns gegen eine nächtliche Direktfahrt entschieden hatten (unser Leben ist uns lieb), verlief unsere Reise in zwei getrennten Stücken.
    Die Nacht war unruhig, wie wir es schon gewöhnt waren, und das fensterlose Zimmer erdrückte uns mit seiner Hitze. Die Sehnsucht nach Ruhe war mal wieder größer denn je.Read more

  • Day134

    Von Loja aus fuhren wir für zwei Tage nach Zamora. Dorthin ging es mal wieder mit einer sehr abenteuerlichen Busfahrt, an die wir uns jedoch langsam gewöhnten.
    In Zamora angekommen, schien es, als wären wir die einzigen Touristen vor Ort und dies gefiel uns ausgesprochen gut. Nichts war schön hergerichtet und es gab keine speziellen „internationalen“ Restaurants, die Burger und Pizza servierten.
    Als wir auf der Suche nach unserem Hotel durch die Stadt spazierten, merkten wir deutlich die höheren Temperaturen des Tieflandes. Circa sechzig Kilometer waren wir von Loja entfernt und es schien eine ganz andere Welt zu sein.
    Nach der Reise waren wir zunächst platt und fielen in unsere Betten. Aufgeweckt wurden wir ein wenig später von einer lieblichen Melodie, die die Müllabfuhr ankündigte.
    Dies war unser Zeichen aufzustehen und wir machten uns auf die Suche nach etwas Essbarem. An der mit vielen Familien belebten Promenade am Fluss der Stadt fanden wir eine kleine Parilla und mit viel Überzeugungskraft konnten wir sie dazu bringen, uns anstatt gegrilltem Fleisch, Reis mit Bohnen, Patacones und Salat zu servieren. Sehr lecker! Mit gefüllten Mägen liefen wir noch ein wenig am Fluss entlang und legten uns bald schlafen, um am Morgen fit für die Erkundung des Nationalparks zu sein.
    So fuhren wir früh am nächsten Tag, nach einer etwas lauten, aber trotzdem geruhsamen Nacht, mit einem Taxi in den Park. Der Fahrer vertraute dabei für unseren Geschmack ein wenig zu sehr auf die heilige Maria und raste auf der sandigen Piste mit einem steilen Gefälle auf linker Seite Richtung Fluss, als gäbe es kein Morgen mehr. Unsere Gebete wurden zum Glück erhört und er brachte uns ohne Gegenverkehr, dem wir nicht hätten ausweichen können, zum Eingang des Parks. Dort verabredeten wir uns mit ihm auf fünf Uhr am Nachmittag für die Rückfahrt.
    Dann ging es hinein in das Grün, es wucherte um, über und unter uns und viele der Bäume waren mit mehreren Orchideenarten besetzt. Auch hörten wir die Gesänge vieler Vögel, konnten jedoch keinen von ihnen erblicken.
    An der Hütte angekommen, schrieben wir uns ins Register ein und sahen unzähligen von Schmetterlingen zu, die vor der Hütte auf dem Boden saßen. Wir rissen uns von ihrem Anblick los und entschieden uns für einen Wanderweg, der uns auf einen der Gipfel bringen sollte.
    Bald kamen wir jedoch an eine Weggabelung und liefen zunächst den kurzen Weg zu einem Wasserfall. Wir erfrischten uns im kühlen Nass und aßen ein paar Kekse und Bananen, bevor wir uns weiter an den Anstieg wagten.
    Mittlerweile erfreuten uns auch die Vögel mit ihrem Anblick und von den bunt gefiederten Gesellen konnten wir gar nicht genug bekommen. Doch bald merkten wir die Höhenmeter ordentlich in den Muskeln, da half auch der 74-jährige Franzose nicht weiter, der uns lächelnd, aber verschwitzt mit freiem Oberkörper entgegen kam. Wir kämpften uns weiter und irgendwie erreichten wir den Gipfel. Von hier oben bot sich eine fantastische Aussicht auf den Park, die Bäume und den Fluss. Dafür hatte sich die Anstrengung mehr als gelohnt!
    Als wir erschöpft wieder aus dem Nationalpark herauskamen, gerade zur rechten Zeit, stand zum Glück auch bald unser Taxi an Ort und Stelle und wir fuhren im halsbrecherischen Tempo zurück nach Zamora.
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  • Day132

    Von Vilcabamba fuhren wir zurück nach Loja, eine Stadt, die wir bis jetzt nur von der Durchreise kannten.
    Hier mieteten wir uns, da wir über Airbnb ein Schnäppchen gemacht hatten, in einem Boutiquehotel ein, das mit Kunst an den Wänden und einer sauberen Küche glänzte. Zudem kamen wir in den Luxus der Suite, da die restlichen Zimmer ausgebucht waren und fühlten uns wie zwei Götter in Ecuador.
    Von hier aus erkundeten wir die Stadt, deren Altstadt sehr hübsch ist und kosteten viele ecuadorianische Leckerbissen. Außerdem fanden wir hier in dem Hotel einen Ort, wo wir uns mal wieder richtig auskurieren konnten.
    So starteten wir nach zwei Tagen der Ruhe einen weiteren Anlauf, den Nationalpark „Podocarpus“ zu erkunden. Bereits von Vilcabamba hatten wir an seinen Toren eine Wanderung begonnen. Allerdings starteten wir erst am Nachmittag und der eigentliche Nationalpark beginnt erst 8 Kilometer ab der Straße, wo uns der Bus herausließ.
    Dieses Mal waren wir also schlauer, schnürten unsere Wanderschuhe früher und ließen uns von einem Taxifahrer bis an die Hütte bringen, an dem die Wanderwege starten.
    Der Nationalpark „Podocarpus“ ist Ecuadors Nationalpark mit der höchsten Biodiversität und eines der artenreichsten Gebiete der Erde; so leben hier unter anderem Brillenbären und Tapire. Diese bekamen wir jedoch nicht zu Gesicht, stattdessen aber Vögel, Schmetterlinge und vor allem die großartige Natur des Bergregenwaldes.
    Der Nationalpark umfasst Höhenunterschiede von 900 Meter im Flachland bis zu 3600m im Hochland und beherbergt die Fauna und Flora des Amazonas-Regenwaldes, des Pazifischen Flachlandes, der Anden und den feuchten Übergangsgebieten, vor allem Nebelwald.
    Unser Besuch machte Lust auf mehr und so fuhren wir am nächsten Tag weiter hinunter Richtung Amazonas nach Zamora, um einen weiteren der drei für Besucher zugänglichen Eingänge in den Nationalpark „Podocarpus“ zu erkunden.
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