Michael Danger

Joined June 2019
  • Day182

    Tagestrip asiatisch: 1x alles in 10Std

    November 24 in Peru ⋅ ⛅ 12 °C

    Ich hab wegen diesem blöden Magen-Darm zu viel hier nicht gesehen, also machen wir heute ALLES, ganz nach asiatischer Art. 😜 Die Tour dauert 10 Stunden, involviert viel Fahrerei, und man steigt nur zum Fotoknipsen aus bevor man dann, kurze Zeit später später, zum nächsten Highlight braust.
    Der Selfiestick ist eingepackt, es kann loooosgehen! 😍

    Wir fahren an einer Kondorfarm vorbei. WOW! Da merkt man erstmal wie riiiesig die Vögel sind! Ein Mann steht neben dem Vogel, während dieser sich bereitmacht zu fliegen. Der Kondor schlägt mit seinen riesigen Flügeln, breitet die 3m Teile aus, und segelt los. Woooow! Das Spektakel können wir 2x beobachten, Knips Knips, dann gehts weiter. Lama und Alpaka Farm, yeah! Bislang konnte ich die Tiere nicht auseinander halten, aber heute hat der Guide toll erklärt und ein Entscheidungsmerkmal gegeben: Den Kopf. Lamas haben eine langen Kopf genau wie Kamele. Das Fleisch ist nicht lecker und die Wolle nicht gut, die Kernnutzung der Lamas ist der Einsatz als Lastentiere (15Kg können die tragen). Alpakas habe einen fluffigen Kopf, voll mit Wolle. Manchmal ist der wirklich kreisrund vom ganzen Fell, mega witzig. Es gibt Alpakas mit “Rastas”, bestimmt 30cm langem, glatten Haaren, oder welche mit krüsseligem Haar wie Schafe. Alpakafleisch ist super lecker, schrumpft nicht beim braten weil hochwertig und fettarm, und die Wolle ist sehr hochwertig, besonders das Ersthaar (“Baby Alpaka”). Und dann gibts noch die Vincuñas, die sehen aus wie Rehe mit weiß-hellbraunem Fell. Das Fell ist MEGA weich, das beste was man auf dem internationalen Markt kriegen kann, Cashmere isn Witz dagegen. Das Vincuña Haar war früher nur den Inka Herrschern vorbehalten, heute kann es sich jeder kaufen, der bereit ist, 6.000€ für einen Schal auszugeben. 😳

    Wir kommen zu unserem ersten Inka-Stopp, Pisac. Hier sehen wir wieder die kreisrunden Agrarflächen auf verschiedenen Höhen wie in Moray. Die Inka haben experimentiert, auf welchen Höhen und folglich bei welchen Temperaturen die verschiedenen Agrarprodukte wie Kartoffeln und Mais am besten wachsen. Die ganzen Agrarflächen bestanden hier in Pisac aus 5 verschiedenen Materialien (die die Inka hier irgendwie rangeschleppt haben), damit der Boden ultra fruchtbar und das Regenwasser von oben nach unten geflossen ist anstatt zu versickern. Zusätzlich waren die Terrassen aus Steinen gebaut, sodass, wenn tagsüber die Sonne draufgeknallt hat, sich die Steine erhitzt und nachts die Wärme an die Erde abgegeben haben. Mega genial. Die Erkenntnisse, wie z.B. dass Mais am besten bei 22° und mit viel Wasser wächst, haben die Inkas dann auf das ganze Reich umgesetzt, sodass alle Einwohner die meiste und beste Ernte aus ihren Feldern kriegen konnten. Zusätzlich befindet sich hier in Pisac der größte Inka-Friedhof. Tote wurden zu Mumien gemacht und dann in kleine Höhlen in den Berg gelegt. Und die sind da nicht verrottet, sondern man hat die Mumien und die Höhlen so präpariert, dass die Mumien erhalten blieben, da man sie jährlich aus der Höhle geholt hat um mit ihnen zu feiern/ sie zu huldigen. (🥴)

    Im Gegensatz zu Cusco sind die Häuser hier nicht aus so imposanten, exakt geformten riesigen Steinen gepuzzelt, sondern mit normalen Steinen und mit „Inka-Zement“ dazwischen. So nennt unser Guide das, der ist mega gut, war 16 Jahre Guide aufm Inka-Trail zum Machu Picchu bevor er auf diese familienfreundlichere Alternative umgestiegen ist, weiß sau viel und erzählt viele spannende Sachen. Inka-Zement bestand aus Lehm, Kaktussaft, Eiweiß und Lamahaaren. Die Inka Häuser haben im Gegensatz zu moderneren Gebäuden Erdbeben überstanden, auch weil die Wände, Türen und Fenster nicht gerade sondern nach innen gerichtet sind wie ein Trapez. Die Inka hatten so krass viel Wissen, und sooo viel davon ist mit der Eroberung der Spanier verloren gegangen. Mega schade.

    Wir fahren durch “Meerschweinchen-Town”: Die Restaurantbesitzer winken einen mit der einen Hand zu sich heran, in der anderen halten sie einen langen Spieß, an dessen Spitze ein kross-braun gebratenes, gestrecktes Meerschweinchen thront. 🙈 Mega die Delikatesse hier. Die Dinger sind super pflegeleicht in der Haltung, nämlich freilaufend in der Küche, und alles was beim kochen runterfällt fressen die auf. Will man eins kochen tut man etwas Essen auf den Boden, dann kommen alle angerannt, sodass man sich eins für die Pfanne schnappen kann. 🥴 „Ich kann das nicht essen - bei uns sind das Haustiere!“ lässt ein Brite verlauten. Ich hatte nie ein Meerschweinchen, also hab ichs in Huaraz gegessen, fands sehr lecker, auch wenn der Kopf und die angewinkelten Krallen auf meinem Teller nicht sooo appetitlich waren.

    Nächstes Highlight: Ollantaytambo. Hier sehen wir alte Inka Häuser, einen Altar oben aufm Berg aus riiiiiesigen Steinen, und ehemalige Vorratsspeicher der Inka. Jeder Einwohner musste unter den Inka Steuern zahlen, jedoch kein Geld, sondern Dinge wie Kartoffeln, Mais, gewebte Kleidung, etc. Damit wurden dann die Vorratsspeicher gefüllt, zum einen, damit die Menschen bei schlechter Ernte Reserven hatten, zum anderen, damit das Volk das Inka Militär ernähren könnte, sollte es die Hilfe des Militärs benötigen, zB aufgrund eines Angriffes eines benachbarten Volkes. Genial, denn das wusste jeder, sodass ein Angriff aufs Nachbarvolk wohl überlegt sein sollte. Hier in Peru gibt es über 5.000 Kartoffelsorten, und wenn man den Kartoffeln das Wasser auf spezielle Weise entzieht dann sind die sogar JAHRZEHNTE haltbar! 😳

    Der Guide fragt gerade, wer von Ollantaytambo weiterfährt, um morgen Machu Picchu zu machen. Machu Picchu? “Wir waren gestern.” So unwirklich. WIR WAREN GESTERN AUFM Machu Picchuuuuu!!! 😍😍😍

    Danach besichtigen wir noch eine Silberschmiede, bei dem Schmuck mit 950 anstatt 925 Silber gemacht wird. Wusste nie was die 925 heißt: Das ist der Anteil an Silber, übliche 92,5% bei uns in Deutschland, die restlichen 7,5% sind andere Metalle wie zB Kupfer, um das von Natur aus weiche Silber hart zu machen. Hier in Peru besteht der Schmuck sogar aus 95% Silber, weil es härter ist und daher nicht soviel anderes Metall braucht. Hab gerade nochmal nach Silber gegoogelt und dabei rausgefunden, was diese komischen Zeichen vor der Silberprägung bedeuten. Hab ich mich noch nie gefragt, aber wissen tu ichs auch nicht. „Echtes Silber erkennt man an der Stempelung. Alle silbernen Artikel deutscher Hersteller tragen einen Stempel [seit 1884]. Er zeigt neben Halbmond und Krone das Firmenzeichen des Herstellers und den sogenannten Feingehalt an.“ Der Halbmond steht für Silber, und die Krone für die Reichskrone. Aha! Danach waren wir noch bei einem Handwerksmarkt für peruanische Kleidung, wo wir gelernt haben, wie man mit natürlichen Mitteln die Alpakawolle färbt, in alle möglichen Farben! Weiße Parasiten aufm Kaktus ergebem ein krasses knallrot, was man mit Salz aus Maras zu einem hellrot mischen kann. Sehr spannend. Da ich aber mittlerweile zu einer Alpaka-Expertin mutiert bin konnte ich mit Gewissheit sagen, dass der ganze angebotene Kram kein hochwertiges Alpaka war (🤓), weswegen wir trotz hartnäckiger Überzeugungsversuche der Verkäuferinnen nichts gekauft haben.
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  • Day182

    Machu Picchu

    November 24 in Peru ⋅ ☁️ 9 °C

    Yippiiiiiie, es geht looos!

    Gestern Abend haben wir alle unsere Sachen, die wir für den Machu Picchu nicht brauchen, bereits in das Hotel gebracht, in dem wir nach Rückkehr für eine Nacht unterkommen werden. Morgens um kurz vor 7 standen wir dann abfahrbereit an der Shuttlebus Station, um in 6,5 Stunden in das Dorf vorm Machu Picchu zu fahren. Von dort aus mussten wir allerdings mit unseren relativ schweren Rucksäcken (sind nix mehr gewohnt, und haben komplette Campingausrüstung dabei), auf Antibiotikum und Micha zusätzlich noch erkältet, noch 10km an Bahnschienen entlang gelaufen, um zu unserem Campingplatz zu kommen. Der Bahnschienenabschnitt ist offizieller Teil vom Salkantay Trek, machen also sau viele. Auf der ganzen Strecke ist uns auch nur eine Bahn begegnet. Die macht sau viel Krach, schon Kilometer vorher, und ist mit gefühlten 10Km/h auch imposant langsam. Die meisten müssen noch 2km weiter an den Bahnschienen langlaufen bis in das Machu Picchu Dorf, und die 2km dann am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrüh wieder zurück.

    Wir hatten unser schönes neues Zelt dabei, und konnten so direkt am Fuß des Machu Picchu, 2 Gehminuten vom ersten Einlass entfernt, unser idyllisches Nachtlager aufschlagen. Der Zeltplatz war riesig, es waren aber nur noch 3 andere Zelte aufgeschlagen, unter anderem das Zelt von einem Pärchen, die wir ebenfalls im Colca Canyon kennengelernt hatten. Es ist krass wie häufig man hier in der Ecke um Arequipa und Cusco Leute wiedertrifft, haben doch alle die gleichen Highlights auf ihrer Reiseroute. 😅

    Um 4Uhr klingelt der Wecker, um 03:58Uhr werde ich bereits ruckartig wach, etwas besorgt, denn in meinem Traum ist es 10:15Uhr und wir haben somit unseren 4-stündigen Eintritt von 06:00-10:00Uhr zum Machu Picchu verpasst. Das wärs noch gewesen. Alles ist zum Glück gut, es ist erst 4Uhr und passend um 4:45Uhr stehen wir in der Schlange für den Einlass um 5Uhr. Das Antibiotikum hatte zum Glück bereits seine Wirkung entfaltet, die 1.200 Treppen zu den Ruinen konnten wir in eins zügig hoch, dadurch alle überholen die vor uns aufgestanden und in der Schlange am Einlass standen, und waren dann ganz vorne für den zweiten Einlass zu den Ruinen um 6Uhr. 🙏

    Das war mega, denn so standen wir oben, mit Blick auf die Ruinen, und kein einziger Mensch wuselte unten in den Ruinen rum, um einem durch seine knallrote Regenjacke das Foto zu vermasseln 😅 Das Wetter war perfekt, kein Nebel, der die Sicht verdeckt hat sondern ganz viel Sonnenschein 😍 Ich hatte vorab gelesen, dass man ohne Guide nicht mehr reinkommt. Als wir dann aber drin waren und den ersten Guide-aussehenden-Mann angesprochen hatten, sagte der, dass man sich den Guide vor der Einlasskontrolle hätte nehmen müssen. Oh neeeeeein! 😱 Raus- und wieder reingehen war nicht erlaubt, also hatten wir keinen Guide. Mit Guide ist aber immer viel besser! 😭 Ich hatte vorab ein Machu Picchu Bildband mit Texten in unserem Hostel verschlungen und zum Glück, für den Fall dass unser Guide wortkarg sein sollte, jede Seite abfotografiert. 🤩 Also hab ich halt unseren Guide gespielt. Irgendwann auf der Hälfte war mir aufgefallen, dass unsere GPS Offlinekarte die Highlights innerhalb von Machu Picchu sogar eingezeichnet hatte, was die Orientierung zu den verschiedenen Tempeln und das Suchen der dazu passenden Bilder auf meinem kleinen Handybildschirm deutlich vereinfacht hat. Ich war sehr zufrieden mit meiner Guide-Performance, bis zu dem Moment, wo wir kurz vorm Ausgang sind und ich merke, dass wir am Anfang den Sonnentempel ausgelassen hatten. Eins der wichtigsten Gebäude schlechthin. Da alle Touris durch Einwegstraßen geschoben werden konnten wir nicht zurück, haben also DEN SONNENTEMPEL NICHT GESEHEN!! 😭 Sowas ärgerliches. Da zeigt sich einfach wieder wie wertvoll es ist, in menschliche Guides zu investieren. Egal wie gut seine Performance gewesen wär, den Sonnentempel hätte er uns gezeigt. 🥴

    Auf der Tour durch Machu Picchu, nach ungefähr 10 Fotos, sagt mir mein Handy, dass der Speicher voll ist und ich keine Fotos mehr machen kann. 😱Das ist genau das was man braucht, wenn man einmal in seinem Leben am Machu Picchu steht. Michaaaaa! Haaaandy!!! 😂 Micha war längst nicht so heiß auf die Anlagen wie ich, war ihm doch schon vorher bewusst, dass die ganze Stätte hier voll mit Touristen sein wird. Zusätzlich war Micha erkältet und hat sich daher nicht so fit gefühlt wie ich, die zusätzlich noch begeisterte Indiana Jones geworden war und alles sehen wollte, wo Inka dranstand. So auch die Inka Brücke. Ich hatte nirgends vorab davon gelesen, kann also nicht so das mega Highlight von Machu Picchu sein, aber hey, da steht Inka dran, also mussten wir dahin. Micha voll am rumnörgeln, er gehe keine einzige Treppenstufe mehr, wieso müssen wir jetzt von der eigentlichen Machu Picchu Ruine weg (durch die wir zu dem Zeitpunkt noch nicht gegangen waren)? WIE LANGE DENN NOCH? (Uoooor 😂) „KEINE AHNUNG, ich war hier auch noch nie!“ Maaan. Da clashten einfach zwei Gegensätze aufeinander, ein „Ich will alles sehen!🤩“ zu ein „Ich bin krank und nicht scharf auf jeden Stein, der mal von einem Inka berührt wurde 🙄“ Die Brücke war ein kleines Highlight, die haben einfach so lange Steine neben einem Berg aufgestapelt, bis daraus eine Treppe mit Einlass zum hochgelegenen Machu Picchu geworden ist. Fand Micha zum Glück auch, und so haben wir dann doch noch gut zufrieden zusammen jedes kleine und große Highlight in Machu Picchu mitgenommen. ❤️
    Bis auf den Sonnentempel.
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  • Day176

    Tagestrip: Maras & Moray

    November 18 in Peru ⋅ ⛅ 0 °C

    Heute haben wir nen Tagestrip von Cusco aus nach Maras und Moray gemacht! Erst mit dem Colectivo nach Maras und von dort aus einen Taxifahrer zusammen mit 2 dort aufgegabelten Amerikanerinnen für den Tag gemietet. Die beiden Amerikanerinnen waren Mitte zwanzig, die eine hatte nach 4 Wochen reisen für sich herausgefunden, dass Reisen momentan nichts für sie ist und damit ihre 3-12 monatige Reise abgebrochen. Konnte ich gar nicht nachvollziehen. Die Andere reist seit Jahren nur rum, und immer wenn das Geld leer ist fliegt sie wieder nach Hause zu ihrer Mutter nach New York, kellnert dann 3-4 Monate in Bars, und reist dann wieder rum bis das Geld ausgeht. Konnte ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Und genau deswegen war es super spannend zu sehen, dass es auch andere Lebenskonzepte außerhalb unserer BWL-Blase gibt, in dem eben nicht alle Vollzeit am Schreibtisch sitzen und arbeiten, weil man das halt so machen muss.

    In Maras sind riesige und unzählig viele Salzbecken, in Summe 3.000 Stück, die seit Jahrhunderten aufgeteilt und von den Familien der umliegenden Region bewirtschaftet werden. Die Salzgewinnung findet auf rein natürlichem Wege statt. Das salzhaltige Wasser (Grundwasser umspült einen durch Plattentektonik im Berg verschwundenen Salzsee) wird über ein ausgeklügeltes Kanalsystem in die gerade einmal 30cm tiefen Becken geleitet. Die pralle Sonne lässt das Wasser verdunsten. Zurück bleibt das schneeweiße, kristalline Salz – das sogenannte „Weiße Gold“ der Anden. So wertvoll, dass es zu Inka-Zeiten sogar für Tauschzwecke diente.

    In Moray befinden sich verschiedene Terrassen, von denen man davon ausgeht, dass sie den Inka als Agrarversuchsfeld gedient haben. Denn durch die Terrassierung und die Anordnung im Kreis ergeben sich ganz viele, für jede Terrasse verschiedene Mikroklimate, die sich in Temperarur, Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt im Boden unterscheiden. Alles von den Inka gewollt gesteuert. So konnten die Inka testen, welches Gemüse unter welchem Bedingungen am besten wächst, und die Erkenntnisse auf das ganze Reich ausweiten.

    Auf dem Ruckweg (überall hammer schöne Landschaften hier) fahren wir an Feldern vorbei, auf denen die ganze Familie in traditionellen Sachen steht, und das Feld per Hand bearbeitet. Die pflügen hier sogar noch mit Oxen, die son Holzgerät hinter sich herziehen! 😳
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  • Day174

    Im Zentrum der Inka: Cusco

    November 16 in Peru ⋅ ⛅ 0 °C

    Oh mein Gott, Cusco gefällt mir so gut!! Die Stadt war das vergoldete Zentrum der Inka, von hier aus haben die die ganze (ihnen bekannte) Welt regiert. Es gab ungefähr 100.000 Inka, die ein Reich von Quito in Ecuador bis runter in den Norden Chiles mit 10 Millionen Einwohnern regiert haben. Mit Ankunft der Inka in Cusco wurde diese Stadt damals als Zentrum auserkoren, und daher hat die Stadt auch ihren Namen: In Quechua, der Sprache der Einheimischen, bedeutet “Cusco” nämlich “Nabel der Welt”. Es gibt so viel Geschichte hier, so viel zu sehen, und überall mega leckeres Essen, ich möchte hier gar nicht weg! 🤩

    Und obwohl die Stadt mich sofort in ihren Bann gezogen hat, und der ganze Lonely Planet vollgekritzelt ist mit Dingen, die ich unununbedingt sehen will, habe ich kaum Fotos und gefühlt viel zu wenig gesehen. Micha und ich haben nämlich direkt seit Ankunft Magenkrämpfe und Magen-Darm. Genau das was man an so einer top location braucht! 😫 Einen Tag sind wir beide im Bett geblieben, an den anderen haben wir uns ausm Bett geschleppt, um was von dieser tollen Stadt zu sehen. Aber wir sind einfach so schlapp. Nachdem wir das Hostel auf 5 Tage verlängert hatten sind wir weiter in ein schönes AirBnb in San Blas zum Auskurieren - mega das schöne, hippe Viertel, aber ungelogen 150 Treppenstufen steil nach oben vom Hostel entfernt. Mit den mittlerweile bestimmt 30kg aufm Rücken, 3.400m Höhe auf der Cusco liegt, und die krasse Schlappheit vom Kranksein hätte ich beim Umzug zum AirBnb fast geheult. 😅 Das war so anstrengend, ich hab so gekeucht, musste andauernd stehen bleiben um Luft zu kriegen. Und dazu noch diese abartig schweren Rucksäcke aufm Rücken und vor der Brust, die einen so gen Boden ziehen, besonders dann wenn man den nächsten Schritt auf der Treppe machen will. Ich wär schon ohne die Dinger nicht hochgekommen. Die darauffolgenden Tage sind wir immer mit Taxi hochgefahren, gehen war einfach nicht drin. 😅 Durchfall hab ich hier in Südamerika schon tausendmal gehabt aber das war echt ne krasse Nummer. Viel schlimmer noch, dass wir von Cusco aus die 5-Tage Wanderung zum Machu Picchu geplant hatten, in unserer aktuellen Verfassung aber keinen einzigen Wandertag durchgestanden hätten. Und dabei hatten wir uns extra in voller Vorfreude bereits in Arequipa unser Traum-Leichtgewicht-Zelt gekauft und schon die komplette Route ausgearbeitet, um in Eigenregie und ohne Veranstalter uns den traumhaften Weg zum Machu Picchu zu erwandern. Ich kann nicht in Worte fassen was für eine herbe Enttäuschung es war, den Start der Tour vor uns herzuschieben, ohne einen Hauch der Besserung unseres Zustands, bis wir irgendwann Zeitdruck gekriegt und die Planung gekippt haben. Denn schließlich wollen wir Bolivien, Chile und Argentinien auch noch sehen. Nachdem alle Medikamente in der sicherlich 1Kg schweren Reiseapotheke nichts, aber auch wirklich gar nichts gebracht haben, haben wir uns zu zweit die Notfall-Antibiotikum Packung geteilt, die Nina uns kurz vor Abreise noch fürsorglich mitgegeben hatte. Gold wert, 3 Tage später konnten wir zur “Machu Picchu Light”- Eroberung aufbrechen. Es nagt nach wie vor an mir, dass wir nicht sogar den Inka-Trail zum Machu Picchu gemacht haben. Der ist zwar hart überlaufen, muss Monate im Voraus gebucht werden, und ist weniger anstrengend als der Salkantay Trek (gewesen wär), aber ich wär so gern auf den ehemaligen Inka Straßen gelaufen! Ich hab in meinem Buch so viel darüber gelesen! Die Inka-Straßen waren nur dem Inka Herrscher und seinen direkten Mitarbeitern vorbehalten, sowie denjenigen, die eine Nachricht vom oder für den Herrscher transportiert haben. So gab es ein Netzwerk aus Chaskis, speziell ausgebildete Läufer, die jeweils zu zweit Rücken an Rücken auf den Inka Straßen in kleinen Hütten gesessen haben. Die Hütten waren jeweils so weit voneinander entfernt, dass ein Chaski sie durchlaufen konnte, und so wurden dann die Nachrichten in Windeseile von A nach B durch das ganze Reich transportiert. Die Chaskis haben in 3 Tagen soviel Strecke gemacht, wie man mit Pferden in 2 Wochen schaffen konnte. Ich glaube, ich muss nochmal wiederkommen 😅

    Bevor es zu unserer Machu-Picchu-Light Wanderung ging haben wir uns in den Tagen vorm Antibiotika allerdings noch zu den eigentlich viel imposanteren Highlights im ehemaligem Inka-Machtzentrum Cusco geschleppt. Mit Ankunft der Spanier wurde hier viel zerstört und über die heiligsten Anlagen Kirchen platziert, sodass häufig nur noch Ruinen zu sehen sind. Das steht im Kontrast zu Machu Picchu, was die Spanier nicht gesehen und folglich noch zu 85% original erhalten geblieben ist. Besonders gut gefallen hat mir die imposante Bauweise der Inka in ihrem Zentrum der Welt und das Eintauchen in die Geschichte dieses spannenden Volks. So sind ehemalige Gebäude wie der Tempel Coricancha (früher ein Gebäude komplett mit Gold ummantelt) oder die Inka-Festung Sacsayhuaman aus riiiiiesigen, sau schweren Steinen gebaut, die wie laserscharf geschnittene Puzzleteile perfekt ineinander greifen, ohne dass noch ein Stück Papier dazwischen passen würde. An einer anderen Ruine gibt es einen riesigen Stein, der 12 Ecken hat, und sich damit perfekt an die umliegenden Steine anpasst, um eine astrein-gerade Mauer zu bilden. Die Inka haben grob vom 13.-16. Jahrhundert regiert, sprich damals noch mit einfachsten Mitteln gearbeitet. Um die Steine in Form zu bringen haben die Inka mit einem Meißel Löcher auf einer geraden Linie in den Stein gemeißelt, und diese dann mit Wasser gefüllt. Das Wasser ist über Nacht gefroren, hat sich dadurch ausgedehnt, und nach Jaaahren ist so der Stein an den gewünschten Stellen gebrochen. An den Orten an denen es nachts nicht friert, hat man in die Löcher Holzkeile getan und die mit Wasser aufgegossen. Die haben sich dann mittels Osmose vollgezogen, sich ausgedehnt und dann so den Stein gespalten. Den “Feinschliff” hat man mit Meteoritengestein als Schleifpapier gemacht. [Zusatz Micha: Obwohl Micha an der Meteroitengestein-Theorie noch ein wenig zweifelt.] Son Gebäude hat dann schonmal 150 Jahre bis zur Fertigstellung gebraucht. 😳 Einige Fenster in Gebäuden sind so ausgerichtet, dass die Sonne bei Sonnenaufgang zum Zeitpunkt der Sonnenwenden 2x im Jahr da exakt durchscheint. Mega. Zeitgleich hab ich diverse Bücher über die Inka gelesen, darunter eins, das in Cusco gespielt hat und die ganzen Anlagen enhält, dessen Ruinen wir uns dann in live angeguckt haben. Micha musste immer schon lachen, wenn wir in Museen vor irgendwelchen Gemälden oder Stätten standen, und ich dann strebermäßig Dinge korrigiert (“Hmm..der Mond wird aber eigentlich immer in silber dargestellt...”) oder mit meinem Wissen erweitert habe. 😅 Ich finde dieses Land und diese Kultur einfach SO spannend! ❤️

    So waren die Inka zB eng verwoben mit der Natur, da sie stark davon anhängig waren. Götter wurden angebetet, wie der Gott für die Sonne, den Regen, die Berge, das Unwetter, denn man wollte sich gut mit den Göttern stellen. So geben die Indigenen heute immer noch den ersten Schluck des Bieres/ Mais-Alkoholgetränks Chicha/ oder was auch immer getrunken wird, an Pachamama ab, an Mutter Erde, damit sie einem eine gute Ernte beschert. Und das haben wir bei unserer Wanderung in Huaraz genauso erlebt, der erste Schluck des Donkey drivers, Koch und Guides ging immer an Pachamama. Ebenso konnten die Inka anhand den Verfärbungen der Milchstraße (nicht den Sternen) ablesen, wann die beste Zeit für die Saat und die Ernte in dem gegebenen Jahr ist. Konnte man zu einem bestimmten Zeitpunkt die bekannten Formationen im Himmel klar erkennen, wurde per Chaski Netzwerk die Nachricht „Ihr könnt anfangen zu säen!“ in Windeseile an das ganze Reich überliefert. Alpakas und Vincuñas wurden zur Perfektion gekreuzt und gezüchtet, sodass man die beste Wolle mit ihren Fellen produzieren konnte. Als die Spanier kamen haben sie das eigentliche Gold der Inka, nämlich die perfekt gezüchteten Tiere, nicht als solches erkannt, sondern sich nur für das Gold und Silber interessiert, was für die Inkas reines Dekorationsmittel war. Man geht heutzutage davon aus, dass die Qualität des Vincuña-Fells noch immer nicht der Qualität zu Inka Zeiten entspricht. Da die Inka keine Schrift hatten (was krass ist für so ein fortschrittliches Volk), sondern nur extrem komplizierte Knotengeflechte (Quipus 🤓), die man nicht eindeutig entziffern kann, ist der große Teil des Wissens verloren gegangen.

    Am letzten Tag haben wir noch Thomas in Peru getroffen, den Zwischenmieter unserer Bonner Wohnung, mega witzig. Und er hat uns angeboten Gepäck mit nach Hause zu nehmen und nach Hause in unsere Wohnung zu bringen 😄 So haben wir gute 10 Kilo aus unseren Rucksäcken rausgeholt (staut sich schon was an nach 3 Monaten durch Südamerika reisen), und es ist einfach soooo geil nicht mehr jeden Tag Tetris spielen zu müssen beim Rucksack packen! 😍

    ***
    Ach ja, kleine „Danke, nie wieder“ Story von unserem AirBnb Apartment. An Tag 2 war uns aufgefallen, dass der Toaster kaputt war. Also kam die Vermieterin direkt, um diesen auszutauschen. Abends hatten wir dann Leute eingeladen, die wir im Colca Canyon kennengelernt und dann zufällig in Cusco wiedergetroffen hatten. Micha und Matze hatten ein 2,5kg schweres Forellenmonster auf dem Markt besorgt, um den schön in Salzkruste im Ofen zu machen, dazu sollte es leckeres Gemüse auch aus dem Ofen geben. Beim Vorwärmen des Gasofens knallt es auf einmal, und danach gibt es nur noch ein komisches Geräusch. Daraufhin hat Micha den Hauptgashahn abgestellt und erneut die Vermieterin gerufen. Als diese sich dann ein eigenes Bild vom Ofenknall machen wollte, stellt sie das Gas und den Ofen wieder an. BOOM! Mega Feuerexplosion im Ofen. Wooooooooh! Gott sei Dank war die Ofentür in dem Moment geschlossen! Gashahn sofort wieder aus, mit dem Ding kochen wird nichts. Der rohe 2,5kg Kollos liegt noch kalt aufm Tisch, mittlerweile sind auch die hungrigen Gäste da. Wir dürfen den Ofen eines anderen Apartments nutzen, und können morgen früh dann in dieses Apartment umziehen, um ne funktionierende Küche zu haben (Micha hatte sich sooo auf endlich wieder selber kochen gefreut!). Bis 10Uhr sollten wir umgezogen sein, denn dann käme der Handwerker und werkele am Ofen rum. 9:15Uhr, wir, Deutsch, haben unsere ganze Sachen bereits in die andere Wohnung geschleppt, schreibt uns die Vermieterin, wir könnten jetzt in ein drittes, anderes Apartment ziehen. Das Andere hätte ab morgen andere Gäste. 😑 Ich fand schon schlimm genug, dass wir in den 4 Tagen überhaupt umziehen mussten, denn genau deswegen hatten wir uns ein Apartment genommen: Endlich mal 4 Tage lang nicht packen müssen. Nur lesen. N bisschen kochen und vor dem Kamin lümmeln. Und gesund werden. Nun waren alle Sachen halt schon in dem zweiten Apartment, das ab morgen anderweitig vermietet war. Mega ätzendes hin- und her am frühen Morgen vorm Frühstück, letztendlich sind wir dann den Tag und die Nacht in dem zweiten Apartment geblieben, und für die letzte Nacht wieder in unser Ofenexplosions-Apartment gezogen, dessen Ofen mittlerweile ausgetauscht wurde. Was für ein Stress. Zur Krönung ist Micha dann noch der Glas-Standmixer im zweiten Apartment runtergefallen, sodass wir die Vermietern deswegen nochmal anrufen mussten. Ich glaube zum Schluss waren wir alle heilfroh, als wir wieder ausgezogen waren. 😂🙈
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  • Day169

    Fit & Fitter: Colca Canyon

    November 11 in Peru ⋅ ☁️ 12 °C

    Die letzten 3 Tage waren wir im Colca Canyon. Mit einer Tiefe von 4,160m ist der Colca Canyon einer der tiefsten Canyons weltweit, fast doppelt so tief wie der Gran Canyon in Amerika. Im Unterschied zum Gran Canyon kennt den allerdings keine Socke. 😅

    Wir sind aus Arequipa mit nem Colectivo nach Chivay gebraust, um von da aus mit nem anderen Colectivo weiter zum Startpunkt des 3-Tage-Treks zu fahren. In diversen Blogs im Internet stand, dass die Colectivos in Chivay stehen und unmittelbar nach Ankunft dort weiter zum Colca Canyon fahren. In Chivay treffen wir auf eine alleinreisende, verzweifelte deutsche Studentin. Sie hatte das Gleiche im Internet gelesen, stehe allerdings schon seit 1,5 Stunden hier in Chivay und keine Mitreisende für eins der Colectivos in Sicht! Und die fahren erst ab, wenn sie voll sind. Die Fahrt kostet pro Person 10 Soles für ca. 1 Stunde Fahrt, das sind ungefähr 2,50€. 😳 Busfahrten hier in Südamerika sind einfach so unglaublich günstig! Und das, obwohl Spritt die Hälfte kostet wie bei uns, im Verhältnis zum Verdienst der Leute hier also mega teuer! Das Colectivo kann 7 Leute mitnehmen, nach wenigen Minuten entscheiden wir das ganze Colectivo zu kaufen und fahren zu dritt plus Fahrer los.

    Die Einzelfahrt stellt sich als mega Glücksgriff raus. Der Fahrer sieht nämlich andauernd Kondore (“Condooooor!”) und hält letztendich sogar an einer Stelle an, wo 3 Kondore gleichzeitig den Auftrieb über dem Canyon genießen. Wir steigen alle aus und bewundern die großen Vögel. Das eine Weibchen (braun statt schwarz und kleiner) schwebte ganz nah über unseren Köpfen, immer in einer 8 hin und her, und war so nah, dass man sogar mit bloßem Auge das Gesicht sehen konnte! Der Kondor hat keinen einzigen Flügelschlag gemacht sondern ist die ganze Zeit mit dem Auftrieb der warmen aufsteigenden Luft gesegelt, und einmal scheint ein kleiner unerwarteter Wirbelwind gewesen zu sein, denn die Füße grätschten auf einmal auseinander und die ca. 20cm lange Federreihe am Hintern hat sich krass zu Seite bewegt, wie bei nem Flugzeug. Das sah mega witzig aus, und war gleichzeitig total cool zu sehen wie die Natur funktioniert - und der Luftfahrt als optimales Vorbild gedient hat.

    Die Landschaft im Canyon ist relativ bunt, durchzogen von Terrassen, auf denen u.a. Mais, Kartoffeln und Quinoa angebaut werden. Diese Terrassen zusammen mit dem passenden Bewässerungssystem stammen noch aus Inka Zeiten (ich bin so fasziniert von dieser Kultur!). Ebenfalls gibt es dort heiße Quellen, in denen man wie im Whirlpool (allerdings ohne Whirl) den Nachmittag nachm Wandern genießen kann. Das Wasser kommt bereits warm aus den Steinen raus und wird dann in kleine Becken geleitet. Das Ganze haben wir dann auch nochmal in einer Nummer krasser gesehen: Aufm Rückweg ausm Canyon sehen wir ne riesige weiße Wolke direkt auf der Brücke, über die wir aus dem Canyon raus müssen. Brennt unsere Brücke? Beim drauf zu laufen fällt Micha zum einen auf, dass der Rauch weiß ist, kann also kein Feuer sein, und dann fällt ihm auch noch der passende Begriff für dieses Naturphänomen ein: “Ah, das ist ein Geysier!” (... Heißt das, die Brücke brennt nicht?) Ein kurzer Check auf unserer mega geilen Offlinekarte: “Yup, ein Geysier, steht hier eingezeichnet.” Guuuut, das ist der Moment, an dem ich mich outen muss: Was zum Teufel ist ein Geysier? Und wieso kennst du das? 😂 Ich kriege die volle Erdkundestunde, denn Micha kann sich solche Dinge, leider im Gegensatz zu mir, immer merken. Ein Geysier, wie ich gleich selber sehen werde, ist heißes, aus der Erde raussprudelndes Wasser, einhergehend mit krass viel weißem Rauch, Wasserdampf, weil so heiß. Kiekes. Ich warte jetzt schon auf den Moment, wo ich das nächste Mal vor Freunden sagen kann: Oooh, seht her, ein GEYSIER. Und dann das Ganze wirken lasse. 😁

    Unser Highlight - nach den Kondoren - war der Weg zurück aus dem Canyon. Tag 1 war runter in den Canyon gehen, Tag 2 durch den Canyon mit Blick auf eine Oase, und Tag 3 alles wieder hochkraxeln. Hoch ist meine beste Disziplin, ich liebe die stundenlange, schweißtreibende Anstrengung, die die Lungen laut aufheulen lässt. In nem Blog hatte das Autoren-Pärchen geschrieben, dass sie 7 Stunden für den Aufstieg gebraucht haben, inklusive Fluchen und Tränen weil so konstant steil nach oben, wenn man sportlich und im Training sei könne man es auch in 6 Stunden schaffen.
    Wir haben 4,5 Stunden gebraucht. Inklusive Frühstückspause. 😎🥳
    Das waren sagenhafte 800 Höhenmeter in der Stunde, in den Alpenwanderführern ist der Richtwert 300 Höhenmeter pro Stunde. KATSCHING! 🤩 Hat mega Bock gemacht da so hochzusprinten, sau cooles Workout. Micha hat sich auf den letzten 4 Kilometern noch das Knie leicht verdreht, aber das hat uns nicht davon abgehalten weiter zu preschen. Während Micha damit den ganzen Tag in sich reinstopfen konnte was er wollte und es sichtlich genossen hat, 2 Gerichte beim Dönermann zu bestellen, und ernsthaft noch überlegt hat ein Drittes nachzuschieben, war das bei mir selbstverständlich nicht der Fall. Uuuuungerecht. Nichtmal die sich haltende, kleine Pocke von meiner Schoki-Strategie ausm Huayhuash Hike ist damit weggegangen. Die hält sich erstaunlich hartnäckig 🙄
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  • Day167

    Mega Highlight: Peruanischer Kochkurs

    November 9 in Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Das mega Highlight in Arequipa war der 5-stündige, peruanische Kochkurs. Micha und ich hatten das Glück an dem Tag die einzigen Schüler zu sein und haben so einen Privatkochkurs bekommen. 😍

    Zuerst gings auf den Markt. Auf dem Weg dorthin hatte Arthur, unser Koch und Besitzer seines eigenen Restaurants, eine Polizistin (!) gefragt, ob heute Politessen unterwegs seien. Mit seinem Nummernschild darf er nämlich heute nicht fahren. (Das war in Kolumbien auch so, damit soll der Verkehr minimiert werden. Montags dürfen dann zum Beispiel die Autos mit Kennzeichen, die mit 1 und 2 starten, zwischen 8-18Uhr nicht in Bewegung sein). Die Polizistin bestätigt, ja, heute seien Politessen unterwegs, sodass Arthur zusieht sein Auto schnell zu parken. Merkwürdiges Justizsystem 😂

    Zurück zum Markt. Ich liebe Märkte! Wenngleich mir meine letzte Markterfahrung in Kolumbien mit der abartig stinkenden Fleisch- und Fischanteilung noch in sehr unangenehmer Erinnerung ist. Dieser Markt hat mich wieder geheilt. Erst gings in die Fruchtabteilung, Gott wie ich diese Vielfalt vermissen werde! Und alles für quasi umsonst! Wir haben 9 verschiedene unbekannte Früchte probiert, darunter auch die Arequipanische Bananenpassionsfrucht - sieht aus wie eine Minibanane, ist aber statt mit Bananenfleisch bis oben hin proppenvoll gefüllt mit Passionsfruchtkernen. Mega unerwartet 😂 Dann gings weiter zu den Stoffen, wo wir so wunderschönen kunterbunten Stoff gekauft haben, der so typisch für Peru ist. Danach hatte ich gestern den ganzen Tag vergebens gesucht, ich war SO glücklich! Keine Ahnung, was wir mit dem 2m Kunterbunt machen, aber da wird sich schon was finden 😅 Danach weiter zu den Oliven fürs Oliventasting, dann Käseverkostung, dann in die Fisch- und Fleischabteilung. Alles ungekühlt, schockt mich mittlerweile ja gar nicht mehr, aber, und das war mega, alles in frisch, geruchlos, und ansprechend drapiert. Hmmm, ich liebe geruchlose Fleisch- und Fischabteilung! 😍 Da lagen so riiiesige Fische aus der Art der Thunfische, gute 2 Kilo, direkt frisch von der 1 Stunde entfernten Küste, für - Achtung - 4€ 😳 Frisch, 2 Kilo, bester Fisch. Ich könnte heulen, zuhause zahlt man dafür ein Vermögen! Das sei das gute an Peru, sagte Arthur, unser Koch: Gutes, gesundes Essen wie Früchte und Fisch seien wahnsinnig günstig, sodass sich auch die Menschen mit wenig Geld gesund ernähren können. Danach gehen wir noch zu Mama Rosa, hier gibt es das beste Käseeis überhaupt! Der Laden ist rappelvoll mit Einheimischen, ein gutes Zeichen, und mittendrin kann man sehen, wie das Eis vor den eigenen Augen hergestellt wird: Eine große Schüssel voll mit Eiswürfeln, darin schwimmend eine weitere, kleinere Schüssel, in der das Eis gemacht wird. Das Eis besteht aus Milch, süßer Kondensmilch, Zimt, und den Rest hab ich vergessen, und durch drehen der inneren Schüssel gefriert das Milchgemisch und bleibt an der Wand hängen. Dies wird dann mit einem Spachtel von der Wand entnommen, und auf einem kleinen Teller aufgeschichtet wie aufeinanderliegende Käsescheiben. Oben drauf noch etwas Zimt, fertig. Absolut köstlich! 😇Abschließend besuchen wir noch den Heilpflanzenstand. Da hängen kleine getrocknete Baby-Lamas! Wie sich herausstellt: Lebendig noch vor Geburt aus dem Fötus entnommene Baby-Lamas! Würg? Was soll das denn? Die Baby-Lamas werden von den Indigenen der „Pachamama“ (Muttererde) geopfert, in Anbetung für eine gute Ernte. Das haben die Inca früher auch gemacht, sogar mit kleinen 10-14-jährigen Kindern - die reinste Form eines Menschen und daher die höchste Opfergabe. 😳 Einige Mumien dieser Opfergaben hat man auf den Bergen gefunden, die bekannteste ist Juanita, das Eis-Mädchen, die man sich in Arequipa im Museum angucken kann. Konnte ich nicht, finde den Anblick von Mumien mit rausguckendem und zu gut erhaltendem Gesicht traumatisch, also haben wir dieses „Highlight“ ausgelassen. 🥵

    Zurück in Arthurs Restaurant haben wir dann zusammen mit seinen Köchen in der Restaurantküche gekocht, die gerade das Mittagessen für die Gäste zubereitet haben. Mega cool! Es gab als Vorspeise Ceviche und als Hauptgericht Lomo Saltado mit Alpaka Fleisch. 2 typisch peruanische und hart leckere Gerichte. Zwischendrin gabs noch einen Pisco Sour Workshop. Was für ein perfekter Kochkurs. 😍
    Jeder hat sein eigenes Gericht kredenzt, das war total cool, denn so weiß man nachher nicht nur wie man die Soße fürs Lomo Saltado zubereitet sondern kennt das ganze Gericht. Arthur hat immer demonstriert und wir haben dann nachgemacht. Dabei hat er uns auch tolle Schneidetechniken gezeigt, wie man das Messer festhält (Daumen, Zeige- und Mittelfinger AUF die Klinge, wie beim Kulli), denn so hat man die beste Kontrolle über die Klinge, und die richtige Stellung zum Brett (seitlich, Füße bilden ein L wenn man Rechtshänder ist), damit der Schneidearm gerade und nicht abgeknickt ist. Und so andere Kniffe, wie z.B., dass rohe, rote Zwiebeln in kaltem Wasser ihre (unangenehme) Schärfe verlieren, dass man Ingwer am besten mit dem Löffel schält/ kratzt anstatt alles gute unter der Schale mit dem Messer abzuschneiden, und man Knoblauch am saftigsten und feinsten kriegt, wenn man entweder mit dem flachen breiten Messer einmal kräftig aud die ganze gepellte Zehe draufhaut oder mit der stumpfen Seite des Messers die Zehe „schneidet“/ eher püriert. Mega. Meine Zwiebeln hatte ich sogar so vorbildlich hauchdünn geschnitten, dass Arthur die seinen Köchen gezeigt hat, mira!, mira!, schaut her!, schaut her!, und ebenfalls meine schöne Präsentation des Lomo Saltado. 🤩 Dafür fand er die Würzung von Michas Ceviche besser. 😄 Und genau da zeigt sich auch die Aufteilung in unserer Küche zuhause: Ich schnippel, Micha kocht, würzt, und entwirft eigene Kreationen, und das schön Anrichten übernehm ich dann wieder 😄

    Arthur mochte uns glaube ich gerne, und zusätzlich war er mega nett, denn er ist echt noch einige Extrameilen für uns gegangen:
    - Micha lies fallen, dass er seine Haare mal wieder schneiden muss. Daraufhin ruft Arthur seine Frau an, fragt nach ihrem Frisörsalon, und macht noch am gleichen Abend zwei Termine beim Frisör für uns beide. Die Eigentümerin des Frisörladens macht nachher noch ein Foto von uns vorm Schild ihres Salons, ich schätze wir waren die ersten Gringos in dem wuselig vollen Laden 😂
    - Arthur bittet seinen Koch mit den guten Connections uns auf die Gästeliste des tollen Clubs zu setzen für heute Abend, nachdem er erfährt, dass wir gerne tanzen
    - Er schickt uns im Nachgang Adressen zu Festivals und Events, die gerade in Arequipa stattfinden sowie zu seiner Lieblings-Picanteria, einem - wie sich herausstellt - mega beliebten, mit Peruanern vollen, traditionellen Mittagsrestaurant.

    Was für ein tolles Gesamterlebnis!
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  • Day165

    Die "weiße Stadt", Arequipa

    November 7 in Peru ⋅ ☀️ 22 °C

    Arequipa ist eine alte Kolonialstadt der Spanier und sieht auch noch genauso aus. Der „Plaza de Armas“ (wörtlich: Platz der Waffen, so heißen alle Ortskerne hier in Peru). Mega schön hier, sieht aus wie in Europa, voll die schöne Abwechslung von den anderen großen Städten Südamerikas, die mit dem ganzen Verkehr, den Slum Siedlungen und den abgeranzten Häusern eher nicht so ansehnlich sind. Arequipa wird auch „Die weiße Stadt“ genannt, vordergründig weil hier die alten Häuser alle aus weißem Quaderstein gebaut sind, im Kern jedoch weil es früher die Stadt war in der die meisten Weißen gelebt haben. Und die haben die Präsenz von Weißen als Qualitätsmerkmal aufgefasst. Da wurde der Stadt der Beiname „La Ciudad Blanca“ gegeben. Das Forbes Magazin hat Arequipa in 2018 zu den 10 coolsten must-visit Städten weltweit gewählt. Wegen der hammer Aussicht auf die Anden, dem kolonialen Flair, sowie der fundamentalen Rolle, die Arequipa in der gastronomischen Renaissance Perus gespielt hat. Arequipa sei wie München oder Barcelona - wohlhabend, und anders als der Rest des Landes, daher gibt es ebenfalls Unabhängigkeitsbestrebungen.

    Gestartet sind wir mit einer Walking Tour, der Guide hat gesprochen wie ein Maschinengewehr und dazu immer mit seinen Fingern geschnippst, tak tak tak!, neues Thema. Konnte man sich wirklich gut anhören und war mega informativ. So hat die Regierung vor einigen Jahren eine Umfrage gestartet um herauszufinden, weshalb Touristen nach Peru kommen. Hauptgrund ist die Biodiversität des Landes, welches Küste, Anden und Dschungel vereint. Welches Land kann das schon von sich behaupten? Weitere Gründe sind die kulturelle Diversität, die Geschichte und Ruinen der Inca (Machu Picchu!), das hammer leckere Essen, sowie die Teilnahme an spirituellen Zeremonien der Schamanen mit Heilpflanzen/ Halluzinogene wie Ayahuasca. Vielleicht als Resultat aus der Umfrage werde seit einigen Jahren wieder Quechua (die Sprache der Indigenen) in den Schulen unterrichtet, und die Lebensverhältnisse in den Anden und im Dschungel verbessert. Damit möchte man die kulturelle Diversität aufrecht erhalten sowie die Landflucht in die Küstenregionen aufhalten. In der Tour haben wir ebenfalls eine Alpaka- und Lamastätte besucht. Dort wurde in einem open air Museum das Handwerk erklärt, wie man aus der Wolle Kleidung herstellt, eine Einheimische saß sogar da und hat vor Ort mit traditionellen Webetechniken aus der Zeit vor der Inca Herrschaft einen Schal hergestellt (3 Wochen braucht man dafür!), es liefen Lamas und Alpakas rum, und nebenan konnte man die feine fertige Ware kaufen.

    Kulinarische Highlights gabs ebenfalls. So haben wir einen Tee getrunken, einen Kakaotee, der aus den Schalen der Kakaobohne hergestellt wird. Riecht intensiv wie heiße Schokolade, schmeckt aber leicht wie ein Tee mit zarter Kakaonote. Sehr lecker. Wer gut aufgepasst hatte konnte bei den Fragen des Guides Köstlichkeiten gewinnen, wie zum Beispiel Kaffe (hab ich gewonnen 🤩), „Käseeis“ (hat Micha gewonnen, wir Streber), Alfajores (auf der Zunge zergehender Mürbeteigkeks mit karamellähnlicher Füllung dazwischen) oder Schokoladenhäppchen. Nachdem der Guide die typischen und beliebten Köstlichkeiten erklärt und verschenkt hatte, hatten wir 5 Minuten Zeit, um uns umzugucken. Mega schlau, jeder ist an die diversen Stände und hat sich einige der Köstlichkeiten gekauft. In dem uuuultraleckeren Käseeis ist - im Unterschied zu Kolumbien - übrigens kein Käse drin oder dran, der Name ist angelehnt an die Form. Richtig zubereitet und präsentiert sieht das Eis nämlich aus wie gestapelte Käsescheiben. 😄

    Nach der Tour ist Micha ins Hotel zum ausruhen (hatten ne Nachtfahrt im Bus hinter uns und waren ab 05:30Uhr in Arequipa), während ich den Rest des Tages auf Alpaka/Lama-Kleidung Shoppingtour war. Ich hätte gerne nen schönen Alpaka-Winterschal mit peruanischen Mustern, aber hab keinen gefunden. Ich war bestimmt in 20 Läden! In den edlen Boutiquen haben die die bunten Muster nicht, die gibts nur in den Souvenirläden, die dann aber das edle Material nicht haben. Was für ein Drama! Son Lama-Schal wär so ein schönes Souvenir!
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  • Day163

    Nazca-Linien

    November 5 in Peru ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir sind gerade in Nazca - eine kleine Stadt, dessen Name durch die riiiiesigen Linien in der umliegenden Wüste bekannt ist: Die Nazca Linien. Mega beeindruckend.

    Gestern Abend sind wir zum Observation Tower gefahren, um 3 der Unesco Weltkulturerbe Linien von oben sehen zu können. Die fette Panamericana Straße, die sich mit Ausnahme kleiner Unterbrechungen durch den gesamten amerikanischen Kontinent von Nord- nach Süd erstreckt, liegt praktisch- oder frecherweise nämlich direkt zwischen den Linien. Genauergesagt fährt sie sogar über eine Zeichnung, und schneidet dadurch einem Tier den Schwanz ab. 🙈 Zum Ausblick auf die Linien gabs noch nen traumhaften Sonnenuntergang dazu. Hat mir mega gefallen.

    Bevor wir hier waren kannte ich zwar den Namen und vage die Zeichnungen, wusste allerdings nichts über die Linien. Seit wir hierher gefahren sind habe ich allerdings das starke Bedürfnis, den ganzen Tag über die Linien zu lesen. Mega spannend! Micha sieht das minimal anders, für ihn sehen die Dinger so aus, als ob das Tourismusministerium die vor zwei Jahrzehnten selbst mit der Hacke in den Dreck gezogen hat. 😂

    Aus diversen Artikeln und Buchausschnitten geht hervor, dass die Nazca Bodenbilder („Geoglyphen“) zu den eindrucksvollsten Hinterlassenschaften gehören, die je eine Zivilisation fertiggebracht hat. Mehr als 1.500 Linien sind im Süden von Peru auf einer Fläche von 500 km2 in den Wüstenboden geritzt! Und die finden sogar noch heute immer weitere! Die Linien und Bilder wurden zwischen 800 vor bis 600 nach Christus von der Paracas- und Nazca-Kultur gemacht, sind also bis 2.800 Jahre alt! 😳 Die Figuren sind bis 300m lang, die (geraden) Linien sogar bis zu 9km! Die Leute damals hatten nur rudimentäre Methoden, wie haben die so exakte Linien malen können, und zu welchem Zweck?

    Um das rauszufinden hat Maria Reiche, eine in Peru lebende, deutsche Mathematikerin, ihr Leben gewidmet. Als man Anfang des 20. Jahrhunderts die Linien während der ersten Passagierflüge über Nazca zufällig entdeckte wurde sie durch einen Mann namens Kosok angeheuert und hat ziemlich schnell die Arbeiten im Alleingang übernommen. Sie wurde damals hart belächelt, als sie per Hand und ganz alleine die Figuren vermessen, mit einfachem Besen die Figuren freigefegt, und im Alleingang ihr gesamtes Leben dafür gekämpft hat, dass die Linien unter Denkmalschutz gestellt werden. Die Regierung wollte die Flächen nämlich als Agrarfläche nutzen. Die ist von Amt zu Amt gerannt und hat Veröffentlichungen geschrieben und Vorträge gehalten, alles im Alleingang, als Frau, in einer Macho-Gesellschaft. Während ihren Arbeiten hat sie so viele Besen verheizt, dass die Peruaner ihr den belächelnden Spitznamen „Die Frau, die die Wüste fegt“ gaben. Kurz vor ihrem Tod wurden die Linien dann als Unesco Weltkulturerbe aufgenommen und sind mittlerweile ein Touristenmagnet, der den Peruanern eine neue Einnahmequelle beschert hat.

    Laut ihren Zeichnungen und Forschungen bilden die Nazca Linien einen riesigen Astrokalender, mit denen die frühen Kulturen Geschehenisse vorhersagen konnten - wie zum Beispiel die Sonnenwende. Das Bild ihres anfänglichen Kollegen Kosok zeigt, wie die Sonne zur Zeit der Sonnenwende exakt mit einer der Linien übereinstimmt. Laut ihren Arbeiten seien die Linien zu exakt und mit detaillierter Perfektion ausgearbeitet, als dass sie lediglich der primitiven Götteranbetung gedient hätten. Letzteres, also die Anbetung der Götter, ist allerdings die heute vorherrschende Meinung. Die heutige Archäologie geht davon aus, dass die Nazca-Linien Flächen für Anbetungsrituale gewesen sind, bei denen die Völker ihre Götter um Wasser und Fruchtbarkeit angebetet haben. Auf den Linien haben demnach große, festliche Prozessionen stattgefunden, wie sie heute noch in den Anden vorkommen. Die Peruaner marschierten, tanzten, boten Opfer dar und flehten so die Götter um Regen an. Dazu liefen sie in den Linien, daher sind diese fest im Gegensatz zum drumherum liegenden Steinsand. Das ist auch einer der Gründe, warum die Linien über Jahrtausende bis heute erhalten geblieben sind. Es bläst hier zwar ein starker Wind, aber der Sand bleibt nicht in den Zeichnungen, sondern wird aus den Zeichnungen herausgeblasen. Regen konnte die Linien ebenfalls nicht zerstören, denn die Ebene von Nasca ist eine der trockensten Plätze der Welt, trockener als die Sahara, in der es nur eine halbe Stunde alle 2 Jahre regnet.
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  • Day163

    Wüstenoase

    November 5 in Peru ⋅ ⛅ 26 °C

    Okay, das hier war harter Touristenabklatsch. Eine Oase in der Mitte der Wüste, komplett umzingelt von Partyhostels und -bars. Nicht wirklich ein unentdeckter Juwel 😅

    Cool anzusehen war es trotzdem. Besonders von einer der 100m (!) hohen Dünen. Krass wie anstrengend das war dort hochzukraxeln!! Hat uns gute 22 schweißtreibende Minuten gekostet. Wir sind extra ganz nah hintereinander gegangen, sodass der Zweite in die Fußstapfen des Ersten treten konnte. Der Vorgeher sackt bei jedem Schritt nach oben ein und verliert durch den nach unten wegrieselnden feinen Sand fast die Hälfte der gemachten Schrittlänge. Mörderanstrengend. Für den Nachläufer ist es erstaunlich einfach, solange er unmittelbar und 1:1 in die Fußstapfen des Vordermanns tritt.

    Unmittelbar nach Ankunft in Huacachina sind wir allerdings zuerst Sandbuggy und Sandboard gefahren. Die Sandbuggies waren krass. Wir waren zu 8 in einem Auto plus Fahrer, und da wir mit den ganzen alten Leuten in einen Wagen gesteckt wurden ist der Fahrer extra mega langsam über die ersten buckeligen Dünen getuckert. Mega lame - dachten wir. Und dann reißt der Typ auf einmal das Lenkrad nach rechts und tritt volle Karacho aufs Gas. Wooooow! Mit Vollspeed die Düne hoch, (die alte Dame neben Micha krallt sich an ihm und ihrem Mann fest und schließt für die gesamte Fahrt die Augen) dann auf die Spitze der spitzen Düne, AAAAHHH, ich sitze links hinter dem Fahrer und kann schon sehen was uns gleich blüht, das schwerelose Gefühl, wie wenn man mit dem Auto über einen Buckel segelt, und RUNTER, Vollspeed, bruuuuuumm, KRASS! Das hatte ich nicht erwartet von „Sandbuggy Tour“. Und weiter gehts, unvorhersehbare Rechtskurve, Buckel Buckel, alle fliegen nach oben und zurück auf ihre Sitze, der Fahrer ist bestimmt 60 aber noch mega der Draufgänger. Wir rasen auf die bereits stehenden 6 anderen Buggies zu, die bereits beim ersten Stopp stehen, der Fahrer hält Kurs und, was?, drückt nochmal volle Kanne aufs Gaspedal. Der Typ fährt die um! Aaaah, wir schreien, und der Fahrer legt ein erstklassiges Vollbrems- mit gleichzeitigem Einparkmanöver hin. Krasser Typ. Wir haben den coolsten Sandbuggyfahrer erwischt. 🥳 An einigen Stellen können wir die riesigen Dünen aufm Bauch mitm völlig kaputten und folglich mega langsamen Sandboard runterfahren. Einige Leute sind da echt mit gut Speed runtergekommen, aber einige Bretter waren auch so kaputt, dass die Leute nach 3m auf diesen riesigen, 70m langen Dünen bäuchlings steckengeblieben sind und das Brett keinen Meter mehr gefahren ist. Und schön alle Leute hinter einem oben an der Düne stehend und beobachtend, wie man sich aus dieser unglücklichen Lage wieder befreit - Gott sei Dank ist mir das nicht passiert! 😂

    Von Huacachina gings dann weiter mit unserem Peru Hop Bus zu den Nazca Linien. Aber zuerst haben wir noch an einer Pisco Herstellung angehalten. Die Sonne knallt hier in Ica so gut, dass die Herstellung des Piscos, der für den berühmten Pisco Sour benötigt wird, lediglich 2 Wochen braucht. Nix mit 20 Jahre langer Lagerung in Bourbon Holzfässern. Die Herstellungsstätte ist ebenfalls mega simpel. Die Trauben werden von 5 Leuten plattgetreten, liegen gelassen bis sich Alkohol gebildet hat, erhitzt, der Dampf wird aufgefangen, runtergekühlt, und die daraus resultierenden Tröpfchen sind dann der Pisco. Wie simpel!
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  • Day162

    Wüste trifft auf Ozean

    November 4 in Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Direkt nach den Islas Ballestas ging es weiter zu dem Paracas National Reserve, wo eine der trockensten Wüsten direkt auf den Pazifischen Ozean trifft. Ganz trocken auf ganz nass, was für ein Spektakel!
    Das ganze haben wir bequem auf amerikanisch-asiatische Weise gemacht: Der Bus fährt direkt bis vor den Aussichtspunkt, der ganze Bus steigt für 10 Minuten aus, alle schießen Fotos, und danach fahren wir weiter zum nächsten Aussichtspunkt. Und das ganze wurde 3x wiederholt 😅Read more

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