Sophia Künnell

Joined March 2019Living in: Forchheim, Deutschland
  • Day338

    Dunedin und die Halbinsel Otago

    February 22 in New Zealand ⋅ 🌧 13 °C

    Wir kamen abends später erst in Dunedin in der Unterkunft an. Diesmal waren wir privat untergekommen, in der Hoffnung mal etwas länger und intensiver mit einer Lokalen reden zu können. Die sahen wir nur leider weder am Abend noch am nächsten Morgen, sondern überhaupt nicht.😂

    Dunedin wurde von Schotten gegründet und ist mit ihren 120.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Südinsel. Die Stadt besticht mit ihren Bauten im viktorianischen und gregorianischen Baustil, vor allem Gebäude wie z.B. der Bahnhof, das Gericht, das Rathaus etc. Wir gingen dann auch am nächsten Tag zunächst in die Innenstadt und schlenderten umher. Es war ruhig und gemütlich, leider war das Wetter mit teilweise Regen und 19° Celsius nicht so toll, was aber die Einheimischen nicht davon abhielt weiterhin in kurzen Hosen und T-Shirt herumzulaufen. Sind halt doch ehemalige Schotten und Engländer.😂 Dunedin kann noch mit einer weiteren Kuriosität aufwarten, nämlich der Baldwin Street. Die ist mit schlappen 35° Steigung die steilste Strasse der Welt. Die mussten wir uns natürlich auch noch anschauen.

    Dann fuhren wir auf die Halbinsel Otago, immer am Meer entlang bis zur nördlichen Spitze. Auch wieder so ein wunderschöner Fjord. Ziel war das Royal Albatros Centre und der daneben liegende Pilots Beach. Dort gibt es weltweit die einzige Kolonie an Königsalbatrosen auf dem Festland. Sonst siedeln die immer auf Inseln. Wir konnten dann auch ein paar aus der Entfernung sehen. Schon beeindruckend. Unten am Pilots Beach gab es noch ein paar freilebende Robben obendrauf. Die hier ebenfalls lebenden Gelbaugenpinguine sowie die kleinsten Pinguine der Welt, die blauen Pinguine, liessen sich aber leider nicht blicken. Dann fuhren wir noch auf die andere Seite der Halbinsel zur Sandfly Bay, wo es ebenfalls Robben, Seelöwen und Pinguine gibt. Die Bucht ist wunderschön und von hohen Klippen umgeben. Das Wetter war nur so schlecht, dass wir umdrehen mussten. Schade, aber bei schönem Wetter ein Muss auf jeden Fall. Für uns ging es dann so 2 Autostunden an der Küste entlang in die Gegend The Catlins weiter.
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  • Day336

    Banks Peninsula

    February 20 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

    Zur Banks Halbinsel haben wir bewusst einen Umweg genommen. Anstatt auf dem Highway zu fahren konnten wir so die Aussicht auf Wiesen, Berge und Fjorde von kleinen, schmalen Wegen aus genießen. Dabei sind uns viele Schafe, Hasen und Vögel begegnet. Am frühen Abend kamen wir in Akaroa, einem kleinen Ort an einer Bucht, an. 1838 kam hier der französische Kapitän eines Walfangschiffes an und siedelte sich an. Nachdem er in seiner Heimat Werbung gemacht hat kamen 1840 63 französische Siedler nach. Die Spuren der Franzosen sind nach wie vor überall, es gibt definitiv mehr französische Flaggen als neuseeländische, und zu unserer Freude gibt es auch eine französische Bäckerei mit leckeren Baguettes. Wir setzten uns mit einem Bierchen an den Steinstrand und ließen so den Tag ausklingen.

    Bevor wir Akaroa wieder verließen, schlenderten wir noch durch den Ort und schauten uns den Leuchtturm an. Da gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hatte war in dem verschlafenen Örtchen plötzlich ganz schön was los! Wir ergriffen die Flucht und fuhren die Hilltop Road entlang, die uns nochmal tolle Ausblicke auf den Fjord ermöglichte. Die Landschaft Neuseelands begeistert uns jetzt schon, selbst bei bewölktem Himmel.

    Zurück auf dem Highway machten wir uns auf den Weg in Richtung Dunedin, unserem nächsten Ziel. Unterwegs haben wir uns noch die Moeraki Felsen angeschaut, große runde Felsen an einem Strand, die über 4 Millionen Jahre alt sind. Der kalte Wind machte es ein bisschen ungemütlich, sodass wir nicht lange blieben.
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  • Day335

    Christchurch

    February 19 in New Zealand ⋅ ☀️ 22 °C

    Von Cairns aus flogen wir also nach Christchurch in Neuseeland weiter. Leider gab es keinen Direktflug und so führte der Weg über Melbourne mit einer Zwischenlandung nach Christchurch, wo wir mit fast einer Stunde Verspätung endlich um kurz vor 1.00 Uhr mitten in der Nacht landeten. Das Wetter war hier deutlich kühler, so um die 23° Grad tagsüber und das merkte man sofort beim Verlassen des Flugzeugs. Für Neuseeland braucht man auch seit November 2019, ähnlich wie für Australien oder den USA, eine Einreisegenehmigung, die NZeTA heißt und problemlos über eine App zu beantragen ist. Dafür geht es bei der Einreise dann auch schnell: einfach den Reisepaß scannen, ein automatisches Foto und schon ist man durch. Keine lästige Schlangen und endlose Fragen. Dann holten wir noch den Mietwagen ab. Da unsere Mietwagenfirma um 17.00 Uhr Feierabend macht, haben die unseren Wagen einfach am Fahrbahnrande ausserhalb des Firmengeländes abgestellt, der Wagen war offen und Schlüssel im Handschufach. Das nannten wir mal Gottes Vertrauen, aber geht gut.😀 Das Auto war noch da, als wir gegen 1.30 Uhr dort ankamen. Dann ab ins Hostel und um 3.00 Uhr fielen wir müde ins Bett.

    Am nächsten Morgen oder besser gesagt Mittag, ging ich (Michael) erstmal eine Runde zum Botanischen Garten joggen. Sophia hatte noch Schlafbedürfnis und nahm den Joker.😎 Nach dem Duschen und einem späten Mittagessen beim Container-Thai konnte es dann endlich losgehen: wir fuhren zunächst zum Kunstwerk “185 empty chairs“, das an die Todesopfer des Erdbebens 2011 erinnern sollte. Christchurch wurde damals, wie auch in 2010 und 2016, von einem Erdbeben getroffen. In 2011 lag leider das Epizentrum direkt unter der Stadtmitte und zerstörte diese wie auch nördliche Teile der Stadt komplett. Bei der anschließenden Stadtbesichtigung stach die Neuheit der Gebäude richtig ins Auge. Zum Teil gab es noch Baulücken oder Gebäude, die noch nicht abgerissen waren. Leider fielen den Erdbeben aber auch viele historische Gebäude zum Opfer, unter anderem auch die katholische Kathedrale. Dann ging es weiter zum Canterbury Museum, das kostenlos war. Dort wurde die Geschichte Neuseelands dargestellt wie auch die einheimische Tierwelt und andere Themen wie z.B. die Antarktis. Uns gefiel das gut und wir hätten auch noch länger bleiben können. Im Botanischen Garten nebenan, einer der schönsten übrigens auf unserer Reise, vertraten wir uns anschließend kurz die Beine bevor es weiter zur Bridge of Remembrance ging, eines Kriegerdenkmals in Form eines Bogens über den Fluß Avon. Christchurch hat auch mal wieder viel Street Art und eine gute Kostprobe davon befindet sich in der Brockworth Street Art Gallery, die wir danach anschauten. Das gefällt uns einfach immer wieder. Schließlich ging es noch zum Cathedral Square, dem Hauptplatz in der Innenstadt. Dort stehen auch noch die Überreste der anglikanischen Kathedrale, die die Erdbeben, im Gegensatz zur katholischen, fast überlebt hat und nun wieder aufgebaut wird. In einem Irish Pub machten wir dann noch kurz Pause und gingen danach Abendessen.

    Am nächsten Tag fuhren wir dann noch zur Christchurch Gondola, einer Seilbahn auf den Mount Cavendish (500 Meter hoch). Da wir aber motiviert waren, sind wir natürlich hoch gelaufen. Von dort oben hatten wir dann auch einen herrlichen 360° Grad Ausblick auf die Ebene mit Christchurch wie auch auf das Meer und einen traumhaften Fjord auf der anderen Seite. Danach brachen wir Richtung Banks, einer Halbinsel im Süden von Christchurch, auf.
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  • Day332

    Cairns - letzte Station in Australien

    February 16 in Australia ⋅ ☀️ 34 °C

    Von Airlie Beach aus fuhren wir nachmittags um 16.30 Uhr nach dem Segelturn zu den Whitsunday Islands noch los weiter Richtung Cairns. Um 20.00 Uhr kamen wir in Townsville am Campingplatz an, wo wir nur übernachteten und sofort am nächsten Morgen die Weiterreise nach Cairns antraten. Auf dem Campingplatz waren mal wieder viele bunte Wellensittiche unterwegs. Unterwegs sahen wir auf beiden Seiten der Straße Zuckerrohr und Bananenfelder. Bei der Ankunft in Cairns räumten wir schnell unser ganzes Zeug vom Auto ins Hostelzimmer, dann mussten wir unseren Camper abgeben. Es war ein geiler Roadtrip! Abends gingen wir dann noch zur Promenade direkt am Meer, die mit einem breiten Grünstreifen und Bäumen zum Flanieren einlädt. Cairns selbst ist bereits im tropischen Gebiet vom Bundesstaat Queensland und hat 150.000 Einwohner. Die Stadt gilt als Tor zum Great Barrier Reef und ist vor allem bei Backpackern beliebt. Entsprechend war auch auf der Uferpromenade und den Restaurants wie auch Kneipen für australische Verhältnisse viel los.

    Am nächsten Tag schauten wir uns zunächst die Uferpromenade nochmals bei Tageslicht an und gingen von dort Richtung Rusty's Market, einem offenen Markt für vor allem Obst und Gemüse, der nur am Wochenende stattfindet. Dort kauften wir die restlichen Lebensmittel für die nächsten Tage ein und freuten uns über die Auswahl, die wir im Supermarkt in der Form nicht gesehen hatten. Auf dem Weg dort hin zog ein lautes Geschrei aus Bäumen unsere Aufmerksamkeit an. Wir staunten nicht schlecht, als wir bei näheren Hinsehen hunderte bis tausende an Flughunden in den Bäumen sahen. Die flogen dann auch zum Teil dort umher. Später im Internet fanden wir heraus, dass die Tiere erst seit 2015 hier ansässig sind und die Stadt entschieden hat, die Flughunde trotz Lärms und natürlich auch Unsauberkeit dort zu lassen. Wir waren begeistert. Vor allem beim Fliegen sehen sie mit den ausgestreckten Flügeln aus wie Vampire, und sie sind auch ziemlich groß. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Stadtbus nach Palm Cove, das für seinen kilometerlangen Palmenstrand bekannt ist. Es hatte mal wieder an die 40° Celsius und wir freuten uns über die anstehende Abkühlung. Daraus wurde leider nichts, da der Strand wie auch die anderen Strände in der Umgebung wegen Quallengefahr heute gesperrt waren. Also zurück mit dem Bus nach Cairns und ab ins Lagoon, einem kostenlosen Freibad direkt an der Uferpromenade. Keine Ausnahme in Australien. Da war zwar viel los, aber die Abkühlung tat uns richtig gut.

    Tags darauf hatten wir einen Tauchtrip zum Great Barrier Reef gebucht und wurden früh morgens um 7.10 Uhr vorm Hostel abgeholt. Auf dem Boot befanden sich allerdings “normale“ und Schnorchelausflügler und kaum Taucher. Hier gibt es schlichtweg keine reinen Tauchboote. Dementsprechend war das Ganze dann auch nicht ganz so tauchergerecht organisiert, aber wir kamen unter Wasser trotzdem auf unsere Kosten. Bei beiden Tauchgängen konnten wir herrliche Soft- und auch Hartkorallen in unterschiedlichen Ausprägungen wie auch Farben bewundern. Auch die Untwerwassertierwelt hatte einiges zu bieten: neben ganzen Schulen an großen Fischen sahen wir eine grüne Wasserschildkröte und einen grauen Riffhai.😀 Immer wieder ein Highlight! Den nächsten Tag verbrachten wir damit unsere Sachen mal wieder auf Vordermann zu bringen und das nächste Land, Neuseeland, zu planen.

    Wir waren insgesamt 1 Monat in Australien unterwegs, davon gute 3 Wochen mit dem Camper. Mit diesem sind wir insgesamt 6.500 km gefahren, also 3 mal nach Moskau von Forchheim aus oder 1 mal von Forchheim bis nach Muscat, der Hauptstadt des Omans. Australien ist einfach riesengroß. Wir haben die Menschen als entspannt und nett erlebt, die Tierwelt hat uns begeistert, aber auch zum Teil herausgefordert (Stichwort: Spinnen).
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  • Day329

    Whitsunday Islands

    February 13 in Australia ⋅ ⛅ 31 °C

    Nach einer weiteren Nacht in Hervey Bay machten wir uns auf den Weg nach Airlie Beach. Ganze 900 Kilometer hatten wir zu bewältigen, somit war genug Zeit die nächsten Tage zu planen! Da vor Airlie Beach die berühmten Whitsunday Islands liegen, suchten wir nach einer Segeltour und wurden fündig. Gleich Morgen geht es los.

    Nachdem wir spät angekommen waren verbrachten wir noch eine Nacht in Airlie Beach auf einem Campingplatz, am nächsten Morgen fuhren wir gleich zum Hafen. Hier konnten wir den Van die nächsten zwei Tage stehen lassen. Dann gingen wir auch schon an Board der Matador. Dabei waren 20 weitere Gäste sowie drei Crewmitglieder. Kapitän Marc war mit seinen 64 Jahren ein sehr erfahrener Segler und hatte viel zu erzählen. Vor 15 Jahren kam er mit einer Segelyacht in einen Sturm, das Schiff krachte gegen einen Felsen und sank innerhalb weniger Minuten. Er konnte sich noch aufs Beiboot retten und überlebte wie durch ein Wunder elf Tage ohne Essen und Trinken. Darüber hat er das Buch “Beyond all limits“ geschrieben, das wir uns gleich gekauft haben. Wir können kaum erwarten es zu lesen!

    Fürs Segeln fehlte heute leider der Wind, also ging es mit Motorkraft voran. Nachdem wir alle unsere Schlafplätze unter Deck bezogen haben, saßen wir auf dem Deck, lagen in der Sonne, lasen und knüpften erste Kontakte. Das Wetter war perfekt, Sonne und strahlend blauer Himmel. Zum Mittagessen gab es Sandwiches und Salate. Am frühen Nachmittag kamen wir vor Whitsunday Island an. Mit dem Beiboot wurden wir gruppenweise rüber auf die Insel gefahren, dort hatten wir dann fast vier Stunden Zeit alles anzuschauen und zu genießen. Tessa aus Deutschland schloss sich uns an, und zu dritt liefen wir erstmal zu den Aussichtspunkten. Der Blick auf die unzähligen Sandbänke im seichten türkisen Wasser war genial! Danach liefen wir zum Whitehaven Beach, wo wir im Wasser Abkühlung suchten. Das Wasser hatte hier allerdings Badewannentemperatur, trotzdem war es angenehm. Zum Schutz vor Quallen hatten wir die Anzüge an, die wir bekommen hatten. Mit der Zeit kam die Ebbe, und war ziemlich schnell da, wo wir kurz vorher noch im Wasser lagen und es war weit und breit nur noch Sand. Das war ein richtiger Bilderbuchstrand, der sicherlich zu Recht als einer der schönsten Strände der Welt gelobt wird.

    Am späten Nachmittag wurden wir wieder abgeholt und zurück auf die Matador gebracht. Eine richtige Dusche gab es nicht, aber das kannten wir ja schon von unserem letzten Segeltrip. Wir fuhren noch eine Weile und wurden von drei Seeadlern umkreist, die unser Koch fütterte. Dann ankerten wir und es gab Abendessen, Spaghetti Bolognese. Beim Essen hatten wir einen schönen Sonnenuntergang, danach lagen alle noch auf dem Deck herum und schauten beim ein oder anderen Bier den Sternenhimmel an. Als es anfing zu regnen gingen wir rein und versuchten zu Schlafen. Alles war sehr eng, zwischen Matratze und der Decke war nicht viel Platz. Ich (Sophia) wachte immer wieder auf und ging irgendwann mit Kissen und Decke raus aufs Deck, wo schon ein paar rumlagen, die die gleiche Idee hatten. Hier ging ein angenehmer Wind und das Meer glitzerte im Mondlicht. Da konnte ich wesentlich besser schlafen als unten, wo es mit so vielen Leuten recht stickig wurde.

    Die Fahrt ging weiter zum ersten Schnorchelplatz. Hier konnten wir an einem schönen Korallenriff entlang schnorcheln, das bereits zum Great Barrier Reef gehört. Auf die gefährlichen Quallen, wegen denen wir die Anzüge anhatten, sind wir zum Glück nicht gestoßen. Beim zweiten Mal schnorcheln standen eher die Fische im Vordergrund. Bereits als wir ins Wasser gingen wurden wir von drei Rundkopf-Fledermausfischen umkreist, und der riesige Napoleon-Lippfisch, der hier immer wieder gesehen wird, ließ auch nicht lange auf sich warten. Dieser war gut einen Meter lang und ca. 40 Zentimeter hoch und somit noch ein Jungtier, die ausgewachsenen werden um die zwei Meter lang. Sehr beeindruckend!

    Nach dem Schnorcheln gab es Wraps zum Mittagessen, dann ging es auch schon zurück in Richtung Airlie Beach. Wir sonnten uns, lasen und schliefen, so lässt es sich aushalten! Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Hafen angekommen und konnten die Weiterreise antreten.
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  • Day326

    Hervey Bay und Fraser Island

    February 10 in Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Von Brisbane aus ging es ca. 300 km weiter Richtung Hervey Bay. Es regnete wie in den vergangenen Tagen immer wieder, und so beschlossen wir die Fahrt in Ruhe anzugehen. Irgendwann hielten wir dann an einem Rastplatz an und machten gemütlich Mittag in unseren Campingmöbeln. Wir kamen am Nachmittag in Hervey Bay an und gingen dann noch zum Urangan Pier. Dieses wurde in 1917 mit einer damaligen Gesamtlänge von ca. 1.100 Metern (heute sind noch knapp 900 Meter davon übrig) gebaut und diente dazu Waren wie z B. Zucker, Holz und Kohle mit der Eisenbahn an die Schiffe zu bringen. Heute ist es eine Touristenattraktion und bei den Einheimischen ein beliebter Treff zum Flanieren und Angeln.

    Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour nach Fraser Island gebucht. Die Insel ist mit ihren 120 km Länge die größte Sandinsel der Welt und aufgrund von Sandwegen nur mit Geländefahrzeugen zu besichtigen. Wir wurden am Campingplatz früh um 7.30 Uhr vom Touranbieter abgeholt und waren 16 Leute in der Gruppe. Mit der Fähre ging es dann 1 Stunde lang zur Insel rüber. Dort fuhren wir zunächst zum Lake McKenzie, einem Süßwassersee mitten auf der Düne, der ausschließlich von Regenwasser gespeist wird und seine blaue Farbe aus der Kombination Sonne und Öl aus herabgefallenen Blättern erhält. Der Strand gehört zu den 10 schönsten der Welt. Wir gingen dort baden und es war ein magisches Erlebnis. Insgesamt gibt es 200 Süßwasserseen auf Fraser Island. Danach fuhren wir zur Central Station, auch mitten auf der Insel. Als es auf der Insel noch eine richtige Holzindustrie gab, war dort wirklich der Hauptbahnhof und eine Ortschaft mit 400 Einwohnern. Heute ist davon nur noch der Name übrig geblieben. Auf der Insel leben auch nur noch wenige Leute, vor allem Rentner. Weiter ging es zum 75 Mile Beach, der wirklich so lang ist und bei Ebbe offiziell eine Autobahn mit Verkersregeln ist, wie auch eine Start- und Landebahn für Flugzeuge. Am Rand stehen sogar Verkehrsschilder, und die maximal erlaubte Geschwindigkeit sind 80 km/h. Und das am Strand! 😂

    Nach dem Mittagessen ging es auf dem 75 Mile Beach weiter zum Maheno Shipwreck, einem ehemaligen neuseeländischen Kreuzfahrtschiff von 1905, das hier 1935 gestrandet ist und seitdem dort liegt und nach und nach verfällt. Danach ging es zu den Coloured Sands. Hierbei handelt es sich um Klippen aus Sand, die durch Erosion entstanden sind und bei entsprechenden Sonneneinfall rot, gelb, braun und orange schimmern. Für die Aborigines ein heiliger Ort. Zum Abschluss machten wir noch Halt am Eli Creek, einem Bach, der auf der Insel entspringt und pro Stunde bis zu 4 Millionen Liter Wasser in den Pazifik führt. Im Allgemeinen gibt es auf der Insel außergewöhnlich viele Süßwasserquellen, die aus dem Grundwasser entstehen. Das Wasser besticht mit seiner Klarheit. Um 17.00 Uhr fuhren wir mit der Fähre auf's Hauptland zurück. Unser Guide hatte uns während des Tages sehr viel erklärt und auch in die Pflanzen- und Tierwelt der Insel eingeführt. Dort leben zum Beispiel auch Dingos, einen haben wir sogar gesehen. Auf den ersten Blick sind sie von Hunden kaum zu unterscheiden!

    Fraser Island war eines unserer Highlights in Australien. Wir waren von der Insel begeistert und hatten vor allem auch richtig Glück mit dem Wetter, denn die Tage zuvor hat es ja ständig stark geregnet. Der Ausflug dorthin lohnt sich allemal.
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  • Day324

    Brisbane

    February 8 in Australia ⋅ 🌧 28 °C

    Von Gold Coast aus war es für australische Verhältnisse nur ein Katzensprung nach Brisbane: 90 km und ca. 1 Stunde später waren wir schon da. Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland und mit seinen 2,5 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Australiens.

    Wir kamen gegen Mittag an und fanden einen Campingplatz in Zentrumsnähe. Zudem gab es gleich gegenüber einen Supermarkt, diverse Restaurants und ein Kino. Perfekt. Heute hatte es wieder geregnet, ich (Michael) wurde morgens bevor wir losfuhren beim Joggen bis auf die Knochen naß. In Brisbane hörte es dann auf, es war dampfig und heiß, richtig schwül. Wir fuhren mit dem Bus ins Zentrum und gingen erstmal zur Southbank. Auf dem Weg dorthin machten wir im Theater einen “Boxenstopp“ und staunten nicht schlecht. Es wurde um 13.00 Uhr eine Vorstellung gegeben und das Theater war proppenvoll. Dann ging es am Fluß Brisbane, der der Stadt ihren Namen gab, entlang zum Riesenrad, The Channel Seven Wheel. Heute durften alle Erwachsene zum Kinderpreis fahren und wir nahmen das gerne als Einstieg in die Stadt an.

    Dann schlenderten wir über die Viktoria Brücke zur Queen Street Mall, der Fußgängerzone. Diese geht dann mit der Queen Street weiter und endet wieder am Fluss mit bestem Blick auf die Story Bridge und den Howard Smiths Wharves. Zurück gingen wir dann am Fluß den Eagle Street Pier entlang und durch den Botanischen Garten wieder Richtung Fußgängerzone, wo wir nach einem wieder sehr gutem Eis noch das Rathaus und dessen Turm anschauten. Am Abend regenete es leider wieder und wir gingen ins Kino gegenüber vom Campingplatz. Das war vollbesetzt und hatte eine Bestuhlung, bei der man sogar die Rückenlehne absenken konnte. Wir genossen es, mal wieder ins Kino zu gehen.

    Am nächsten Morgen ging es nach dem Joggen dann auch schon wieder weiter. Hervey Bay stand als nächstes auf dem Programm.
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  • Day322

    Anna Bay und Gold Coast

    February 6 in Australia ⋅ 🌧 24 °C

    Wir verließen das Stadtzentrum von Sydney und fuhren per Bahn zum außerhalb gelegenen Campingplatz, wo wir den Camper gelassen hatten. In Sydney hatten wir uns drei Tage Campingpause gegönnt, unter anderem, weil es keinen annähernd zentralen Campingplatz gab. Aber jetzt konnte der Roadtrip wieder weiter gehen!

    Nach knapp zwei Stunden Fahrt kamen wir in Anna Bay an, einem kleinen Ort an der Küste. Hier schauten wir uns die großflächigen und vor allem hohen Dünen an und beschlossen spontan Sandboarding zu machen. Mit einem alten Geländewagen wurden wir in die Dünen reingefahren, bis wir an einem steilen Hang standen. Wir probierten es erstmal im Sitzen aus, aber da es eh nicht so schnell vorwärts ging stürzten wir uns bald auch im Stehen die Dünen runter. Ein riesen Spaß! Die Aussicht von oben war auch gigantisch, auf einer Seite das Meer, auf der anderen der Wald, und vor uns Sand soweit das Auge reicht. Danach suchten wir uns einen Campingplatz, gingen noch kurz einkaufen und kochten zu Abend. Als es dunkel wurde besuchten uns drei Wildkaninchen auf dem Campingplatz.

    Am nächsten Tag fuhren wir weiter und wollten eigentlich noch ein paar Küstenorte anschauen, aber schon bald begann es heftig zu regnen. Das zog sich den ganzen Tag über so durch, sodass wir wenig inspiriert waren anzuhalten. Wir machten kurze Stopps um zu Essen, zu Tanken oder Fahrerwechsel zu machen, aber sonst verbrachten wir den Tag weitgehend im Auto und fuhren bis zur 700 Kilometer entfernten Gold Coast. Hier blieben wir auf einem Campingplatz in der Nähe des “Miami Beach“. Auch der nächste Tag war durchwachsen, aber wir legten einen Tag Pause ein. Wir hingen am Campingplatz rum, schmökerten in unseren Büchern und machten mal einen Spaziergang zum Strand.

    Nach zwei Nächten hier fuhren wir weiter in Richtung Brisbane, ohne Aussicht auf besseres Wetter. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet, eigentlich ist ja in Australien gerade Sommer. Vor ein paar Tagen waren es noch die Brände die das Land auf Trab hielten, jetzt gibt es schon erste Überflutungen weil der Boden das Wasser gar nicht aufnehmen kann. Die wunderschönen Strände der Gold Coast können wir bei dem Wetter leider nicht genießen, aber man muss es nehmen wie es kommt.
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  • Day319

    Sydney

    February 3 in Australia ⋅ ⛅ 26 °C

    Nachdem die restliche Weiterfahrt ohne weitere Probleme über die Bühne ging, kamen wir am Sonntag Nachmittag in Sydney an. Den restlichen Tag relaxten wir dann endlich mal wieder.

    Am nächsten Tag machten wir dann eine Tour zu Fuß durch die Stadt. Los ging es mit dem im CBD gelegenen Hyde Park, der der erste öffentliche Park Australiens ist. Gleich gegenüber liegt die Kathedrale St. Mary, die im neogotischen Baustil gebaut wurde und Sitz des Ertzbischoffs ist. Danach liefen wir zum Botanischen Garten. Dieser liegt östlich von der Oper und dem Circular Quay und bietet einen tollen Blick auf die Skyline. Im Sommer finden dort auch viele Veranstaltungen statt, z.B. auch ein Freiluftkino. Anschließend gingen wir zur weltberühmten Oper, dem Circular Quay und der Harbour Bridge. Es war heute mit knapp 30° Grad und blauem Himmel das perfekte Wetter für unsere Tour. Wir schlenderten dann noch durch das Viertel The Rocks, das viele alte Gebäude aus den Anfängen der Stadt hat. Zum Abschluss gingen wir noch in den erst 2015 fertig gestellten Barangaroo Park, der zuvor ein Industrieviertel war und direkt vor dem Hafen liegt. Die Anlage ist wirklich gelungen und lädt zum Verweilen ein. Der Blick auf die Harbour Bridge ist von dort aus gigantisch. Wir ließen den Tag in einem Pub später ausklingen.

    Tags darauf kümmerten wir uns zunächst um die weitere Reiseplanung in Australien und dem nächsten Land. Dann kochten wir zu Mittag, was wir im Moment echt genießen, da wir so lange keine Küche mehr hatten. Am Nachmittag ging es dann zum Bondi Beach, der vor allem durch das Surfen bekannt ist. Dort verbrachten wir dann auch die Zeit bis kurz vor dem Abendessen. Morgen geht es dann schon wieder weiter an der Ostküste in Richtung Brisbane.
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  • Day317

    Von Phillip Island nach Sydney

    February 1 in Australia ⋅ ⛅ 35 °C

    Wir verließen Phillip Island mit dem Ziel an der Küste entlang in 2-3 Tagen bis Sydney zu fahren. Der Weg ist zwar länger als der direkte im Landesinneren, aber dafür durch die Nationalparks und Strände umso reizvoller. Zunächst ging es über den Princess Highway in den Gippsland Lake District, wo wir nach ca. 320 km am frühen Nachmittag ankamen. Bereits einige Kilometer vor den Seen sahen wir, dass der Himmel mit Rauch verhangen war. Die Sonne verschwand dahinter und die Wolken waren nur noch stellenweise zu erkennen. Man konnte den Rauch auch deutlich riechen. Wir machten kurz Fotos und fuhren weiter, da wir heute noch einige Kilometer vor uns hatten. Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und war nun gänzlich verschwunden. Uns war klar, dass das durch die Buschbrände kommen musste. Nach weiteren 110 km war dann auch in der Ortschaft Orbost Schluss. Der Highway war gesperrt und es gab kein Durchkommen mehr. Die Luft roch überall nach Rauch. Die ganze Situation hatte etwas von einer Apokalypse. Wir gingen in der Ortschaft in das Rathaus, wo auch der Krisenstab für die Buschbrände in der Umgebung war. Uns wurde erklärt, dass aufgrund der aktuellen Wetterlage neue Brände entstanden waren und an der Küste entlang bzw. in der Nähe der Küste (in Australien bedeutet das bis zu 300 km ins Landesinnere) kein Durchkommen nach Sydney war. Zudem war der nächste Tag als höchst riskant in Sachen weiterer Brandausbrüche eingestuft. Wir entschieden dann sofort wieder zurück zu fahren und erreichten gegen Abend den 180 km entfernten Lake Glenmaggie, wo wir in Sicherheit auf einem Campingplatz übernachten konnten. Später recherchierten wir im Internet, dass wir nur wenige Kilometer von den Buschfeuern entfernt waren und der Nachbarort von Orbost evakuiert wurde. Auch das Wetter forderte uns heraus: mit 44° Grad erlebten wir unseren Hitzerekord. In den nächsten beiden Tagen sollte es dann auch bei über 40° Grad bleiben.

    Am nächsten Tag wollten wir dann früh morgens über die Berge zur Autobahn fahren, die Melbourne mit Sydney im Landesinneren (M31) verbindet. Auf halber Strecke nach 1 1/2 Stunden kam uns ein Geländewagen entgegen, der uns andeutete zu halten. Der Fahrer meinte, dass er gerade von dort komme und die Strecke ohne Geländewagen nicht zu machen wäre. Da hatten wir Pech mit unserem Camper und mussten, ob wir wollten oder nicht wieder bis nach Melbourne zurück fahren, um von dort aus auf die M31 nach Sydney zu gelangen. Ein Schild wie “4WD Only“ wäre hier mal angebracht gewesen, denn offenbar kommt man nur mit Allradantrieb durch. Letztendlich sind wir dann noch bis Gundagai gefahren, einem Ort mitten im Nirgendwo und so um die 400 km vor Sydney. Heute saßen wir geschlagene 12 Stunden hinterm Steuer und waren froh, dass wir es trotzdem soweit schafften. Am Campingplatz konnten wir wieder zahlreiche Kakadus bewundern.

    Der Rest unserer Reise nach Sydney verlief dann ohne weitere Probleme. Wir fuhren tags darauf gut 4 Stunden bis wir am Frühnachmittag ankamen. Leider hatten wir von der Küste so gut wie nichts gesehen und erlebt. Insgesamt hatten wir mehr als 1000 Kilometer Umweg hinter uns. Das heben wir auf der Karte im Bild unten gelb markiert. Aber wir sind wohlauf und unser Mitgefühl gilt den Menschen, die in den Flammen ihre Bleibe und manchmal noch mehr verlieren.
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