• Lofoten, die Trauminseln

    June 8, 2023 in Norway ⋅ ⛅ 6 °C

    Nix da! Pustekuchen! Jetzt kommt nicht das tägliche Gejammer über das Dreckswetter! Es schien nämlich fast durchgehend die Sonne! Es reichte zwar nicht für mehr als 6°, aber trotzdem für die kurze Hose!
    Der letzte Abschnitt auf den Vesteralen war toll, schöne Landschaften, wenig Verkehr. Dann ging es rüber zu den Lofoten. Wenn ich bis jetzt dachte, landschaftlich ist das bisher Gesehene nicht mehr zu toppen, so wurde ich eines Besseren belehrt. Sicherlich sind Senja und die Vesteralen auch wunderschön und nicht umsonst ein Geheimtipp bei vielen Norwegenfans, aber die Lofoten treffen einen mit voller Wucht. Wie aus dem Nichts wachsen da plötzlich 1000m hohe Felsen in den Himmel und im Hintergrund noch höhere schneebedeckte Gipfel. Dazu die engen Fjorde mit dem türkisgrünen Wasser und die Straße schlängelt sich an deren Rand Kurve um Kurve dahin! Gut, dass es hier weder Mücken noch Fliegen gibt, ich hab den Mund vor Staunen gar nicht zu bekommen! Und es riss nicht ab! Hinter jeder Kurve ein neuer phänomenaler Ausblick, der absolute Wahnsinn!
    Aber wie das so ist, alles Gute ist nie beisammen. Während in den anderen Teilen Norwegens der Straßenverkehr dünn und verhalten war, hier ist es umgekehrt. Wohnmobil an Wohnmobil zieht an einem vorbei, von vorne oder von hinten. Holland und große Teile Deutschlands dürften in diesem Augenblick menschenleer sein! Der Verkehr ist zwar lästig, aber nur ganz selten gefährlich. Norweger fahren sowieso generell sehr rücksichtsvoll und auch die meisten Wohnmobilisten fahren ziemlich bedacht! Trotzdem, die norwegische Ruhe ist dahin, zumal hier jetzt auch die Ferien beginnen! Daher gibt es für mich keinen großen Aufenthalt und außerdem lockt das warme Wetter im südlichen Norwegen! Die heutige Etappe endete nach etwas mehr als 100 km auf einem sündhaft teuren Campingplatz. Die angefragte Hütte (es gibt überall in Norwegen auf den Campingplätzen einfache Hütten für Radfahrer oder Wanderer mit Bett, Tisch, Heizung und kleiner Kochnische meist für 55 bis 60 €) kostet hier 100€. Zu teuer! Also endlich mal wieder zelten. Stellplatz fürs Zelt 35€, anstatt der üblichen 12 bis 18 €. Beim Zelt aufbauen stellte ich fest, dass ich meine Heringe verloren habe. Also doch die teure, aber dafür völlig verwahrloste und runtergekommene Hütte gemietet. Das schmerzt und hat den Lofoten erheblich den Flair gekostet! Die tägliche Dosis Pasta musste ich mir in der versifften Gemeinschaftsküche köcheln, war auch kein Vergnügen! Wenigstens auf die beiden Dosen Nordlands Pils ist Verlass!
    Mein Lied des Tages: Driftin' back von Neil Young
    Gute Nacht Muchachos, ich muss morgen ganz früh los!!
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