Susanne Neumann-Groh

Joined July 2019
  • Day16

    Granville Market & Rooftop Barbecue

    Yesterday in Canada ⋅ ⛅ 19 °C

    Gestern Abend haben wir zusammen überlegt, was wir noch alles sehen wollen in den noch verbleibenden zwei Wochen und zwei Tagen. Ella möchte noch viel baden. Dafür hat uns Bobby, der Taxifahrer die Seen empfohlen. Jeder scheint hier einen Lieblingssee zu haben. Es ist herrlich, sich mit den Leuten darüber zu unterhalten. Ich möchte gerne noch in den Banff- und Jasper-Nationalpark mit den dazugehörigen Orten Banff und Jasper. Dirk möchte noch die große Hängebrücke im Norden Vanvouvers sehen und natürlich drüber gehen. Das klingt für mich auch spannend. Ich war schon drauf und dran, Vancouver Island zu streichen, als mich nach dem Frühstück eine junge Deutsche, die ich am Beginn unseres Vancouver-Hostel-Aufenthaltes eingeladen hatte, bei uns am Tisch Platz zu nehmen, damit sie nicht alleine essen muss, ansprach. Sie ist zum dritten Mal in Kanada und findet Vancouver-Island unbedingt sehenswert, selbst wenn es nur für drei Tage sein sollte. Auch sie plant ihre Aufenthalte ganz spontan. Ich möchte jetzt für den Rest der Reise alle Hostels buchen und hoffe, dass alles gut klappt.

    Heute Morgen möchten wir alle drei auf den Granville Market. Für den Nachmittag planen Ella und Dirk, zusammen in das große Schwimmbad im Stanley Park zu gehen und ich möchte mir ein Kunstmuseum ansehen.
    Der Granville Market war so groß und es gab so viel zu sehen, dass ich es nicht mehr ins Museum geschafft habe. Wir haben alle zusammen am Hafen gesessen, gefühlt war die halbe Stadt dort auf dem Markt und viele Musiker und interessante Leute. Nachher gibt es noch ein Barbecue auf dem Dach des Hostels.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day15

    BMW SUV & Canada Place

    July 19 in Canada ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir haben mal wieder Krachmacher unter uns - diesmal wirklich im Zimmer unter uns, aber morgen reisen sie ab, spätestens dann schlafen wir hoffentlich durch. Heute habe ich Muskelkater in den Armen (vom Yoga) und Ella in den Beinen (vom Schwimmen).
    11 Uhr - Dirk und ich holen den neuen Mietwagen ab. Da er kein Navi hat, der Ford Focus, müssen wir einen BMW SUV-Style nehmen. Ella findet das Auto blöd, weil es von innen schwarz ist. Ich finde es schick. Wollte ich schon immer mal fahren. Wenn man die ganzen Mietwagenkosten aufaddiert für die 28 Tage, hätte man zu Hause auch ein gebrauchtes kaufen können. Darf man gar nicht erst drüber nachdenken. Während wir mit dem Sky-Train zur Avis-Autovermietung am Flughafen in Vancouver gefahren sind und eine ganze Weile brauchten, um das neue Navi in Gang zu setzen, war Ella ganz alleine am Strand spazieren - ist ja schon groß, das Kind. Es war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl für mich, dass sie so einfach alleine losgezogen ist, bis zum Schwimmbad im Stanley Park und wieder zurück. Sie fand es sehr entspannend und schön, brachte große Muscheln mit.
    Danach für jeden ein Stück Pizza in der Davis-Street über uns - das ideale Essen für Stadtreisen - und zu Fuß die lange Burrard Street zum Canada Place, dem Business- und Shopping-Zentrum Vancouvers, gegenüber vom Stanley Park und ebenfalls am Wasser gelegen, der English Bay. Wasser gibt es in Vancouver jede Menge: Pitt River, Nord- und Südarm des Fraser Rivers fließen durch die Stadt und dann in die Strait of Georgia. So gibt es hier auch viele Brücken, unter ihnen echte Schmuckstücke.
    Architekten können ihre Kreativität in Kanada offensichtlich ausleben. Ich schicke heute mal ein paar Stadtansichten.
    Auf unserem Weg durch die Stadt haben wir Schülerinnen getroffen, die für eine Europa-Klassenreise in zwei Jahren Donuts verkauft haben. Wir haben natürlich auch etwas gekauft und etwas gespendet. Die Jugend muss unterstützt werden, wenn sie die Welt kennen lernen möchte!
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  • Day14

    Rooftop-Yoga & Stanley Park by bike

    July 18 in Canada ⋅ ☁️ 16 °C

    Seit ein paar Tagen träume ich auf Englisch. Das ist ein gutes Zeichen. Ich bin wieder ganz gut in der Sprache angekommen. Habe ich erzählt, dass das kanadische Französisch ganz anders ist, als das europäische? Es klingt in etwa so, wie schweizer Deutsch für deutsche Ohren. Ich habe mich in Montréal und Québec ständig darüber beäumelt (ist das eigentlich Duden-Deutsch?). Ich fand es jedenfalls sehr, sehr lustig. Aber man kann sich einhören. Als ich gerade soweit war, sind wir aber auch schon wieder abgereist aus Québec.
    Heute haben wir (zumindest Ella und ich) einen Triathlon Vancouver Art absolviert: Yoga, Radfahren und Schwimmen (und Dirk eigentlich auch: Laufen, radfahren, schwimmen). Von 8 - 9h15 Rooftop-Yoga mit Thomas, einem Franzosen, der mit seiner Partnerin kanadischer Staatsbürger werden möchte. Ich habe noch nie morgens Yoga gemacht. Abends hatte sich erst eine Person dafür angemeldet. Wenn Ella und ich nicht mitgemacht hätten, wäre der Kurs evtl. ausgefallen aufgrund einer Mindestteilnehmerzahl von 3 Personen. Das konnte ich natürlich nicht zulassen. Sich aufzuraffen war nicht so einfach, aber es hat sich gelohnt. Man startet so herrlich geschmeidig und voller Energie in den Tag. Ella hat es auch Spaß gemacht.
    Danach waren Dirk und ich am Strand spazieren und haben prompt unter der Borrard Street Bridge, ganz in der Nähe des Hafens noch einen Gemeinschaftsgarten entdeckt - ein Blütenmeer, herrlich. 10 Minuten vom Hostel entfernt liegt der Hafen. In Hafennähe ist das Baden untersagt, aber nachmittags hatten wir uns zu einer geführten Radwanderung durch den Stanley Park angemeldet und sind auf dem Weg dorthin an schönen Stränden vorbei gekommen. Es gibt hier übrigens keine Strandkörbe, sondern 'logs' - große Baumstämme, die angeschwemmt werden und dann von der Stadtverwaltung für die Strandbesucher schön ordentlich aufgereiht werden. So hat man schöne Sitzreihen und auch etwas Schatten, da die Baumstämme sehr mächtig sind.
    Zwei Stunden Rundfahrt mit mehreren Fotostopps im Stanley Park, der auf einer Halbinsel im Norden von Downtown Vancouver in der English Bay liegt, zunächst an der Küste entlang, die teilweise sehr bretonisch aussieht, mit Felsstränden und dann noch durch den Regenwald mit seinen wirklich hohen Zypressen.
    Am Second Beach, mit dem Fahrrad 10 Minuten vom Hostel entfernt ist ein riesengroßes Freibad. Dort sind wir nach der Radtour noch extra für Ella hingefahren. Ich bin nur kurz eine Runde geschwommen, aber Ella hat bravourös ihren Triathlon gemeistert - 11 lange Bahnen!
    Bei der Radtour habe ich Cherrie kennen gelernt. Ich ja hatte erst überlegt, von Montréal aus mit dem Zug nach Vancouver zu reisen - vier Tage dauert die Fahrt. Einerseits hatte der Rest meiner Familie keine Lust dazu und die Fahrt wäre auch viel teurer gewesen als der Flug, andererseits hatte die Freundin einer Hausnachbarin diese Reise unternommen und fand sie eher langweilig, also habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht. Aber Cherrie lebt in Toronto und ist gestern mit dem Zug in Vancouver angekommen. Sie war die 'Musician' auf der Reise - hat die Gäste mit Gitarre und Gesang unterhalten und ist somit gratis gereist. Sie meinte, es gäbe da einige Möglichkeiten, gratis zu reisen. Ist das nicht toll? Corina und Michael - solltet ihr mal nach Kanada reisen... Und Regina, wenn ich wieder zu Hause bin, müssen wir gleich wieder Ukulele zusammen spielen. So. Heute müsste ich schlafen wie ein Stein. Liebe Grüße und gute Nacht!

    P.S.: So, wie ich mich nach einigen Tagen mit unserer Navidame dann doch noch ganz gut verstanden habe, geht es mir scheinbar auch mit FindPenguins: Ich habe heute ein paar Footprints, die ich privat geschaltet hatte, freigeschaltet. Zwischendurch habe ich immer 'privat' angeklickt, um sicher zu gehen, dass wirklich nur Freunde und Familie meine Einträge lesen können. Da habe ich es mit der Sicherheit wohl etwas übertrieben. Sorry. Dasselbe gilt für Fotos. Ach, zu Hause sollte ich wohl wirklich einmal einen kleinen Computer- und Internetkurs besuchen. :-)
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  • Day13

    Vancouver im Regen

    July 17 in Canada ⋅ 🌧 19 °C

    Laut FindPenguins sind wir gestern 3300 km geflogen. Drei Zeitzonen weit. Von Deutschland sind wir jetzt 9 Zeitzonen entfernt, d.h., zu Hause ist es jetzt 9 Stunden später. Hier beginnt der Tag gerade, zu Hause ist er bald schon vorbei. Eine komische Vorstellung. An der Ostküste waren wir in 10 Tagen ca. 1.300 km mit dem Auto unterwegs. Gar nicht so viel eigentlich, aber jetzt wollen wir uns erst einmal vom Autofahren ausruhen. Vancouver entdecken ist angesagt.

    In Vancouver regnet es häufig. Der Taxifahrer erklärte uns gestern, dass wir uns jetzt praktisch im Regenwald befinden. Bobby, so heißt er, kommt aus Nordindien und lebt seit 20 Jahren in Vancouver. Er liebt diese Stadt und hat uns gestern auf der Fahrt vom Flughafen zum Hostel (HI Vancouver Downtown) genau erklärt, wie Leben in Vancouver funktioniert: Alles geht für eine Großstadt (Vancouver hat gut 2,5 Millionen Einwohner) ruhig vonstatten. Am Wochenende fährt man zu einem der 50 Seen im Umkreis von 100 km, um zu Baden und sich von der Arbeitswoche auszuruhen. Manchmal wollen seine Frau und die Kinder auch zum Shoppen in die Mall in der Stadt. Auch dann geht man danach zum Strand, denn Vancouver liegt am Pazifik, aber baden könne man dort nicht. Das Wasser sei zu kalt, im Winter ca. 8 Grad und auch im Sommer würden keine Badetemperaturen erreicht. Nur die Touristen würden im Atlantik schwimmen. Man würde diese auch an den teuren Plastiktrinkflaschen erkennen. Der typischer Vancouveraner trinke Wasser aus dem Wasserhahn, seiner Meinung nach das beste auf der ganzen Welt. Ich finde, dass das Wasser hier nicht so gut schmeckt wie bei meiner Mama zu Hause oder etwa in Berlin oder Magdeburg, aber man kann es gut trinken im Vergleich zum sehr stark gechlorten Trinkwasser an der Ostküste Kanadas.
    Bobby hat uns in mein Reisetagebuch noch genau eingetragen, wie wir zu seinem Lieblingsurlaubsresort kommen und seine Telefonnummer, falls wir noch Fragen haben. Das ist die zweite Telefonnummer, die ich hier bekomme. Die erste war von Julie aus Montréal. 'Then you can text me.ˋ Da Dirks Telefone hier nicht funktionieren und er keine SMS schreiben, er aber das Internet nutzen kann, überlegt er sich jetzt, doch What's App zu benutzen, falls wir uns einmal verlieren. Ich denke, wir werden jetzt bald alle What's App-fähig sein - nicht nur Ella. Mal sehen, was die Sicherheitsbestimmungen hergeben... Und dann kann ich auch 'texten'.
    Beim Einchecken ins Hostel habe ich mich sehr über die Preise erschrocken. Hier bezahlt man fast doppelt so viel wie an der Ostküste. Auch die Preise im Supermarkt sind höher. Heute Morgen habe ich mich mit einer Familie aus Lille in Nordfrankreich darüber unterhalten, die mit 4 fast erwachsenen Kindern hier sind. Vor 4 Jahren waren sie auch in Québec und sind jetzt an der Westküste zum Wandern. Wenn wir mehr Kinder hätten und öfter verreisen wollten, bzw. auch einmal nach Kanada, müsste ich wohl eine ganze Stelle arbeiten. Die Französin ist auch Englischlehrerin, wie ich, aber an einem Gymnasium, an dem man dann in zwei Jahren nach dem Abitur noch einen Beruf erlernen kann.
    Heute und morgen soll es den ganzen Tag regnen. Für heute haben wir uns das First Nations Museum vorgenommen, wenn die zwei Maschinen Wäsche gewaschen und getrocknet sind.
    Ich nenne es das First Nations Museum, richtig heißt es Museum of Anthropology. Es geht dort nicht nur um die First Nations in Nordamerika (Indianer darf man nicht mehr sagen, genausowenig wie Eskimo, wozu man jetzt Inuit sagt), sondern auch um andere Ureinwohner anderer Kontinente. Mich hat aber besonders die Geschichte der First Nations an der Westküste Nordamerikas in der Region um Vancouver interessiert - schließlich sind wir gerade hier - und als wir gerade einmal 5 Minuten im Museum waren, begann eine Führung, an der ich teilnahm. Dirk und Ella wollten ihre eigene Tour machen. Ich liebe ja mittlerweile Museumsführungen. Hinterher hat man ja immer noch Zeit, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen und diese dauerte auch nur 30 Minuten und war sehr kurzweilig. Es wurde erklärt, wie die 'Indianer', also die First Nations Behältnisse herstellten - große Holzkisten aus rotem Zedernholz und geflochtene Körbe, die sogar wasserdicht waren, so dicht waren sie geflochten, wie ein Kanu hergestellt wurde und was die Totempfähle darstellen und welche Familienbräuche es gab. Auch zeitgenössische Indianische Kunst wird ausgestellt und erklärt. Auf ein Ausstellungsstück, das wie viele andere eigens für dieses Museum hergestellt wurde, ging die Führerin besonders ein. Dazu gibt es eine Geschichte - siehe Anhang.
    Das MOA ist auf dem Gelände der University of British Columbia (in diesem Staat liegt Vancouver), das mich sehr beeindruckt hat. Es gibt dort einen Rose Garden mit Ausblick auf den Atlantik - siehe Anhang. Wir waren zum Mittagessen in der Uni - aber statt Mensa ganz einfach aber gut ein xxx
    Vor dem Gebäude der Rechtswissenschaften waren Sprüche über Menschenrechte in den Boden gemeißelt, die mir sehr gut gefallen haben.
    Wir sind mit dem Bus bis zum MOA gefahren - auf der Hinfahrt hat uns der Busfahrer gratis mitgenommen, weil der Fahrkartenautomat defekt war - und wieder zurück. Heute wollten wir abends im Hostel Spaghetti kochen und sind noch einkaufen gewesen. Auf dem Weg zum Supermarkt gab es einen Stadtgarten - 100 Leute bearbeiten ihn, seit 10 Jahren, jeder muss dafür nur 10 Dollar im Jahr bezahlen (das zahlen wir in unserem Garten im Monat) - wunderschön und sehr gepflegt und doch kunterbunt, mit kleinen selbst gemachten Kunstwerken und Sprüchetafeln. Bald wird dort jedoch ein Gebäudekomplex entstehen. Das Grundstück ist nämlich 150 Millionen Dollar wert - da haben die Urban Gardener keine Chance. Einer der Gärtner sprach uns an und ermunterte uns, so viele Fotos wie möglich zu machen. Eine Passantin sprach mich an, als ich von der Straße aus in den Garten hinein fotografierte und erzählte mir, von wem die witzigen Sprüche stammen, selbst ganz begeistert davon. Irgendwie denke ich manchmal, hier sind viele Leute wie ich.
    Es gibt in Downtown jede Menge solcher Community Gärten, auch auf Hausdächern. Und Ella ist begeistert von den bunten Zebrastreifen, die es in jeder Stadt gibt, sie kennt das von Instagram, ich muss sie morgen noch einmal nach den Kürzeln dafür fragen - meine Familie ist nämlich schon schlafen gegangen und das mache ich jetzt auch. Hier ist es jetzt gleich 23 Uhr und ihr seid schon im neuen Tag und habt wahrscheinlich schon gefrühstückt. Witzig. Ich wünsche euch einen guten Tag!
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  • Day12

    Drei Flughäfen an einem Tag - Teil 1

    July 16 in Canada ⋅ ⛅ 31 °C

    Der Wecker klingelt um 6h30. Duschen, Zähne putzen, kurzes Frühstück und Fahrt zum Flughafen Trudeau in Montréal. Wir konnten gestern leider den Check-In nicht übers Internet machen, weil letzteres in unserem netten Hostel leider fast gar nicht funktioniert hat. Das Navi meint, unsere Fahrt zum Flughafen würde 1 3/4 Stunden dauern. Dirk fährt. Ich bin müde. Große Verkehrsdichte, teilweise 5-spurig - auf der mittleren Spur die LKWs - riesige Trucks, die auch mal ohne den Blinker zu setzen einfach die Spur wechseln. Doch alles geht gut, wenn auch mit leicht erhöhtem Adrenalinspiegel kommen wir sogar noch eher als erwartet am Flughafen an. Auto zurück geben geht auch völlig einfach und als wir das Flughafengebäude betreten, stehen da schon drei junge Damen vom Bodenpersonal und eine bringt uns sogar persönlich zum Check-In-Schalter der Westjet (2017 Kanadas beliebteste Fluglinie). Check-In geht ganz schnell. Ich habe mittlerweile so viele Infomaterialien angesammelt, dass mein Koffer fast so viel wiegt wie Dirks. 23 kg sind erlaubt. Die haben wir bis auf wenige 100 g erreicht. In Vancouver muss ich dringend Materialien aussortieren. Eine gute Übung in Vorbereitung auf mein Büro und Zimmer nach unserer Reise... Wir haben dann trotz großem Zeitpuffer den Flug fast nicht mitbekommen, weil Ella und ich kurz vor Abflug noch mal aufs kleine Örtchen sind. Das war ein Spaß für alle Beteiligten, kann ich euch sagen. Aber am Ende hat alles gut geklappt und Dirk hat uns beim Eilen übers Rollfeld ;-) sogar noch fotografiert... Und dann waren wir sogar noch 10 Minuten eher als erwartet in Toronto. Da hätten wir ja eigentlich noch länger auf der Toilette bleiben können... just kidding! Haben wir natürlich alles nur gemacht, damit Dirk Englisch sprechen musste - hat er dann natürlich auch. :-)
    In Toronto mussten wir umsteigen in einen anderen Westjet-Flieger nach Vancouver. Mit diesem konnten wir aber erst mit 56 Minuten Verspätung starten, weil ein Gerät kurzfristig ausgewechselt werden musste. Damit hatten Ella und ich aber nichts zu tun. Ehrlich.
    Jetzt sind wir aber gut angekommen. Ella hatte bei der Landung nur heftige Ohrenschmerzen, die Arme. Nichts half. Aber jetzt ist wieder alles gut.

    Vancouver wirkt auf mich jetzt erstmal wie Marseille: Berge und Meer. Das könnte eine große Liebesgeschichte werden. Mal sehen. Wenn wir das Gepäck haben, wollen wir zum Downtown-Hostel. Mitten in der Stadt. Per Taxi. Ein bisschen Luxus muss sein. Habe keine Lust auf Kofferschlepperei.
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  • Day11

    Les Trois-Rivières

    July 15 in Canada ⋅ ⛅ 20 °C

    Abreise aus dem Hotel Monte-Cristo und Fahrt nach Les Trois-Rivières, wieder zurück in Richtung Montréal, auch am St. Lorenz River gelegen. Von hier aus wollen wir morgen früh zum Flughafen Montréal Trudeau - den Leihwagen abgeben und dann gegen 13 Uhr nach Vancouver fliegen mit Umstieg in Toronto. Abends um 18 Uhr wollen wir dann in Vancouver sein.

    Les Trois-Rivières liegt auf halbem Weg zwischen Montréal und Québec. Es ist ein kleines ruhiges Städtchen und wir übernachten hier im Backpackers. Wie schon in Ottawa gefällt mir diese Unterkunft sehr gut - sehr familiär und sehr 'artistique'. Alle Türen sind kunstvoll bemalt und auch in den Zimmern hängen Kunstobjekte, bei denen man Lust bekommt, zu Hause auch einmal so etwas zu gestalten, meist aus Naturmaterialien. Ella wollte dann auch gleich dort bleiben, in der Jugendherberge (in der zum ersten Mal unsere Jugendherbergsausweise zum Einsatz kamen - 78 Dollar zahlen wir drei hier pro Nacht im Familienzimmer). Sie brauchte nur den Wifi-Code. Dann sind Dirk und ich auf Entdeckungstour gegangen: Bibliothek mit Kunstausstellung in der ersten Etage, den sehr gemütlichen Park, den die Einwohner gut nutzen mit seinen vielen Sitzgelegenheiten im Schatten. Uns fällt auf, dass scheinbar alle Kommunen hier viel Geld in die Hand nehmen bei der Gestaltung ihrer Blumenrabatten in den Städten. Das ist oft sehr kunstvoll, aber auch sehr liebevoll gestaltet. Nach einem kleinen Aufenthalt in einem sehr schrägen Einkaufsladen, der so aussah wie ein Kindereinkaufsladen aber für Erwachsene, mit ausgefallenen Süßigkeiten, die es auch einzeln zu kaufen gab und alles sehr antik aussehend. Ich habe mir dort eine Metalldose mit Ingwer Kaubonbons (Ginger Chews) und eine weitere mit Lakritzstückchen gekauft, sitzen wir nun am Hafen am Sankt Lorenz Strom, der zwar sehr breit ist aber ansonsten völig unspektakulär in einem Café namens Frida (nach Frida Kahlo). Hier gibt es allerdings spektakuläres Essen und ein kunterbuntes und doch ganz normale Publikum aller Altersklassen. Dirk findet das Café sehr alternativ. Rundherum stehen Blumenkästen mit Kräutern bis hin zu Grünkohl, Gurken- und Tomatenpflanzen. Das Interieur sieht aus wie eine ausrangierte Schuleinrichtung mit alten Holzstühlen und -pulten. Am Fenster ist eine Tischreihe mit Laptops, an denen man arbeiten kann. Es gibt hier auch T-shirts, Kräuterseife und Bonbons zu kaufen. Ich hatte gerade eine kalte Spargelsuppe und Dirk einen Erdbeermuffin mit einer zweiten Tasse Kaffee gratis zum ersten (refill). Wenn man drinnen bestellt hat, bekommt man eine große Tierfigur mit an den Tisch - Pinguin, Tiger oder Giraffe - die dann gegen das Essen ausgetauscht wird. Ich finde das Konzept gut. Die Leute sind nett, nur die Musik ist mir zu psychadelic.
    Auf dem Weg zum Pop-Museum kommen wir noch einmal an der Post vorbei, wo wir eben Briefmarken gekauft haben. Davor steht auf einem Platz mit Springbrunnen ein Klavier - überall in der Stadt stehen Klaviere, auf denen man bis abends, wenn sie abgeschlossen und sicher eingepackt werden, spielen kann. Dirk und ich setzen uns auch daran und haben unseren Spaß.
    Noch ein kleiner Nachtrag: Ein kanadischer Dollar beträgt ungefähr 70 Cent. Trois-Rivières liegt lediglich an zwei Flüssen - dem Sankt Lorenz Strom und dem St. Maurice River. Die ersten Siedler sahen jedoch an der Stelle, an der der St. Maurice River in den St. Lawrence River fließt eine Insel und dachten, es seien zwei Flüsse, die in den St. Lawrence River fließen. So entstand der Name Trois-Rivières.
    In der Jugendherberge lernten wir übrigens Luc kennen, der uns in Empfang nahm, als der 'Herbergsvater' mit seiner Tochter Fahrradteile shoppen war und kurzfristig für seinen Freund eingesprungen ist. Eigentlich ist er ein Business-Man und öfter in Deutschland unterwegs in Sachen Biochar - eine ganz interessante Geschichte, die man sich unter www.biochargeneration.com ansehen kann.
    Luc sprach ganz selbstverständlich englisch mit uns, was die meisten Québecer machen, wenn man sie selbst so anspricht. Die Beschilderung ist in Québec jedoch nur auf Französisch, was Dirk gleich auffiel. In Ontario ist alle zweisprachig ausgeschildert und erklärt.
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  • Day10

    Poison Ivy am Chute Montmorency

    July 14 in Canada ⋅ ⛅ 23 °C

    Wie ökologisch verträglich ist so eine Reise denn eigentlich? Laut Regina ist die bloße menschliche Existenz ja schon klimaschädlich, zumindest unsere sogenannten zivilisierten Existenzen. Was wir hier anstellen mit Langstreckenflügen und Autofahrten im fetten Ford Taurus geht eigentlich gar nicht (schlimmer sind für mich nur Kreuzfahrten oder Reisen ins Weltall, wovon wir allerdings noch keine CO2-Bilanz kennen). Also, schon im Flugzeug wurden Unmengen von Plastikmüll produziert. Alles, was gereicht wird ist aus Plastik und teilweise zusätzlich noch eingeschweißt. Beim Frühstück in den meisten Hotels sind die Brotaufstriche in kleinen Töpfchen aus Plastik mit Aludeckel. Was da so an Bettwäsche und Badetüchern anfällt, wenn wir nur jeweils 1-2 Tage an einem Ort bleiben, darüber darf man auch gar nicht nachdenken. Das Hotel Monte Cristo, in dem wir nun für drei Tage bleiben, schlägt jedoch in Sachen Plastikmüll alle Rekorde. Gestern beim Frühstück sind wir erst recht spät erschienen, weil wir noch so kaputt waren von der Fahrt aus Montréal. Da lagen große Plastikberge im Speisesaal, weil auch die Croissants und Muffins und sonstige Frühstücksfutteralien vor dem Anreichen in Plastikdosen waren. Das Frühstück ist hier im Hotelpreis inbegriffen - sonst muss man es extra dazu buchen, was dann, wie in Toronto schon mal 25 - 30 Dollar pro Person kosten kann. Hier im Hotel gibt es Styroporbecher und -teller und Plastikbesteck und -becher (für die Kaltgetränke). Heute Morgen bin ich dann in den Plastikstreik getreten - demonstrativ mit unserem Campinggeschirr bewaffnet (auch aus Kunststoff, aber immerhin wiederverwendbar) habe ich zumindest keine Styroporbecher und -teller benutzt und bin hinterher mit meinem bunten Geschirr zur Rezeption gegangen und habe einen Verbesserungsvorschlag eingereicht (oh, diese Deutschen, die alles besser wissen...). Der Herr an der Rezeption meinte, den Hinweis hätte er der Hotelleitung auch schon gegeben. Sonst sind die Kanadier auch eher umweltbewusst unterwegs. Gestern waren Dirk und ich noch in einer Galerie in Québecs Unterstadt, die nur Recyclingkunst angeboten hat - aber was für Kunst! Wirklich edle Stücke. Schmuck und Alltagsgegenstände.
    Dirk und Ella waren heute morgen im Hoteleigenen Pool und ich habe in FindPenguins geschrieben. Danach sind wir zum Chute Montmorency gefahren, einem Wasserfall bei Québec, der sogar 30 m höher ist als die Niagarafälle. Und da er in Stufen nach unten fällt, kam er der Geräuschkulisse des Rheinfalls in Schaffhausen sogar sehr nahe. Letztere ist zwar immer noch mein Vavorit, aber der Montmorency-Wasserfall hat Dirk und mir schon ziemlich gut gefallen. Er muss auch im Winter sehr beeindruckend aussehen.
    Auf dem Weg zum Wasserfall gab es, wie schon am Pink Lake in Ottawa ein Warnschild vor Poison Ivy. Auf dem Rückweg vom Wasserfall standen ein älteres Ehepaar mit Enkeltochter davor und unterhielten sich offensichtlich darüber. Ich sprach die Dame an und fragte, was denn das Poison Ivi bewirke und sie meinte, Ausschlag. Sie sei auf Poison Ivi allergisch und beschrieb mir, wie so ein Ausschlag dann aussieht. Dirk musste schmunzeln und meinte, so sei das, wenn man älter wird, jetzt würde ich mich schon mit anderen Leuten über Krankheiten unterhalten... Ja, so ist das eben. Ich habe dabei aber auch gelernt, wie Poison Ivy aussieht. Genau vor uns wuchs nämlich so ein Pflänzchen.
    Abendessen in einer Pizzeria in einem ehemaligen Arbeiterviertel in Québec. Auf Dirks Pizza Funghi war übrigens Trüffelöl. ;-)
    Ich finde es schön, dass wir in den zwei Tagen doch einiges von Québec gesehen haben - und nicht nur schicke Straßen - eine schöne bunte Mischung. Es ist eine schöne Stadt mit netten Menschen und das Chateau Frontenac ist wirklich sehr beeindruckend. Aber, ich glaube, noch einmal hierher kommen muss ich nicht. Bis jetzt finde ich Europa und vor allem Frankreich, schöner. Ich würde nur gerne etwas von der Freundlichkeit der Menschen hier mit nach Hause nehmen.
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  • Day9

    Gin Tonic in Québec & Chateau Frontenac

    July 13 in Canada ⋅ ⛅ 25 °C

    Yippie! Seit 30 Jahren möchte ich nach Québec. Jetzt bin ich hier und kann es gar nicht fassen. Die ganze Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe und viele Häuser sehen antik und doch so aus, als hätte man sie gerade erst fertig gestellt. Dirk und Ella gefällt es auch gut. Im edlen Chateau Frontenac, dem riesiegen Hotel mit Edelboutiquen und -galerie und preisgekröntem Koch des Jahres 2019, schauen wir uns um, wie viele andere Touristen mit uns und fotografieren, fotografieren. Habe ich schon erzählt, dass es in Kanada überall Popcorn gibt? Wie zu Hause z.B. Hussel gibt es hier Popcornläden mit Popcorn in allen möglichen Geschmacksrichtungen (üblicherweise gesalzen, aber auch mit Karamell oder Cheddar Cheese). Auf der Speisekarte des Chateau Frontenac stand Trüffel-Popcorn. Das hätte ich ja gerne probiert, aber Dirk hat sich in dem super edlen Ambiente nicht wohlgefühlt. War auch nicht so ganz unsere Preislage. Aber wie witzig ist das denn, Trüffel-Popcorn. Das muss ich zu Hause unbedingt einmal ausprobieren (mit Trüffel-Butter von Meggle, oder so :-).
    Wir haben Glück: Wie bereits in Montréal ist auch hier in dieser Woche noch ein riesiges Musikfestival. Hier ist es jedoch das größte in ganz Kanada - das 'Festival d'été de Québec'. Nachmittags ist auf vielen Plätzen Musik - eine sehr nette Stimmung in der Stadt - viele junge Leute. Dazu kommen die vielen Straßenmusikanten, die es hier wahrscheinlich sonst auch gibt - unter ihnen auch ältere Herren, die französische Chansons zum Besten geben. Ich habe hier großen Spaß und singe mit.
    Mittags essen wir in einem typisch frankokanadischen Restaurant, Chez Jules. Es gibt Quiche mit Pommes und Salat und für Dirk einen Burger Parisienne, auch mit Fritten und Salat. Wir sind schon ziemlich hungrig und erschöpft. So verspricht sich Dirk beim Bestellen. Eigentlich möchte er ganz einfach Ginger Ale trinken. Das hatte ich uns abends in Ottawa bestellt, als wir ohne Ella unterwegs waren. Das ist hier sehr lecker und sieht auch sehr nett aus, wenn es mit riesigen Eiswürfeln im Glas serviert wird. Ich bemerke gar nicht, dass er sich versprochen hat und dann bekommt er einen Gin Tonic. Ist eben so ein bisschen Westernstadt hier. Da kann das schon mal passieren. Wir haben das Getränk dann zurück gehen lassen. War gar kein Problem. Alles ganz unkompliziert und nett hier. Wir laufen mit vielen Besuchern der Stadt durch die kleinen hübschen Straßen bis es dunkel wird. Abends wird die Stadt noch voller, weil dann die angesagten Bands spielen. Gleich gegenüber vom Parlamentsgebäude, das ich sehr schön finde (mit großen Skulpturen ist hier die Geschichte Kanadas nachgestellt - grandios! - und sehr kindgerecht, wie ich finde) ist auch eine große Bühne aufgebaut. Hier ist auch unser Parkhaus. Als wir aus dem Parkhaus kommen, fängt es plötzlich an zu regnen, so heftig, dass man kaum noch etwas sehen kann. Jetzt aber schnell nach Hause ins Hotel - ab auf die Autobahn. Und dann geht fast gar nichts mehr. Das gesamte Wasser des Atlantiks scheint sich über uns zu ergießen. Man sieht die sonst auch nur spärlich erkennbaren Fahrbahnmarkierungen praktisch gar nicht mehr. Zu Hause in Deutschland wäre man auf den Haltestreifen gefahren und hätte gewartet, bis das Unwetter vorbei ist. Den gibt es hier aber gar nicht. Alle fahren jetzt ganz langsam. Ich orientiere mich am Auto vor mir und bin sehr froh, dass unsere mittlere Spur dann ganz einfach für einen Moment zum Stehen kommt. Links und rechts fahren die Autos langsam weiter. Ella achtet auf das Navi und auf den Verkehr um mich herum und Dirk ebenso. So kommen wir langsam aber sicher zum Hotel. Das war eine super gute Teamarbeit! Und eines ist sicher: Wenn unterwegs im Unwetter, dann bitte in Kanada! So umsichtig, wie hier alle reagiert haben - das hat mir wirklich gut gefallen.
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  • Day8

    Grande Bibliothèque und Mont-Royal

    July 12 in Canada ⋅ ☁️ 23 °C

    Kurzes Frühstück und Zimmer räumen. Die Vermieterin unseres Hotel Mini flitzt andauernd durch den Aufenthaltsbereich - unsere offene Küche/Wohnzimmer. Es gibt außer unserem noch zwei weitere Zimmer, die dazu gehören. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass die Räumllichkeiten 12 Leute auf einmal nutzen sollen. Aber wir wissen natürlich nicht, wie viele Betten sich hinter den zwei anderen Türen verbergen. Wir haben dort auch unser eigenes Campinggeschirr und -besteck benutzt, weil praktisch kein anderes da war (bis auf eine schöne große Tasse, aus der ich meinen English-Breakfast-Tee getrunken habe).
    Auf dem Weg zur Bibliothek der Stadt Montréal laufen wir wieder die Sainte Cathérine entlang, die Flanier- und Ausgehmeile der Stadt. Sie ist allerdings nicht schick, sondern ganz einfach sehr praktisch mit kleinen Holzterrassen, auf denen die Leute hier gerade ihr Frühstück einnehmen und sich abends mit Freunden treffen. Die Leute sind sehr 'easy going'. Ein krasser Gegensatz zu Toronto mit seinem Financial District, den schicken Bars und Restaurants und Touristen, die das Nachtleben genießen wollen. Montréal ist eine kunterbunte Stadt, die sich ganz klar zu allen sexuellen Orientierungen bekennt, was man auch im Straßenbild sieht. Hier habe ich zum ersten Mal 'so richtig' eine Drag Queen gesehen, die die Sainte Cathérine auf unglaublich hohen Schuhen hinunterging.
    Also die Grande Bibliothèque, die BAnQ, ist wirklich grandios: Auf fünf sehr geräumigen Etagen alles, was das Herz begehrt. Man kann sich zum Arbeiten vor Ort Tablets ausleihen. Im Obergeschoss stehen zwei große Plattenspieler und ich habe mir Kopfhörer ausgeliehen und alte Nana Mouskouri-Platten (auf französisch) und die Beatles gehört. Im Untergeschoss finden Kinder sehr gemütliche Sitzecken, frei stehend oder in die Regale eingelassen, für ein bis zwei Kinder mit Kissen bestückt. Ella hat sich dort gleich in einen kleinen Strandkorb gelegt und Dirk und ich erkundeten das Gebäude. Jeder Bewohner der Stadt kann Mitglied werden, was nichts kostet. Danach gleich hinter der BAnQ ein Straßenantiquariat, in dem Ella einen 'Harry Potter' auf chinesisch hätte kaufen können, der auch schön illustriert war, wobei die Schriftzeichen allein schon sehenswert waren. Harry Potter von oben nach unten zu lesen statt von links nach rechts... ob das menschliche Gehirn wohl dadurch geprägt wird, in welche Richtung wir beim Lesen unsere Augen bewegen?
    Mittagessen in der Futtermeile der Stadt in einem sehr italienischen Restaurant (mit Plastikschinken und -paprikazöpfen an den Wänden und vielen, vielen Fotos mit der italienischen Nationalmannschaft von 2006, als sie Weltmeister geworden sind...).
    Damit die Montréaler im Winter, der ja sehr lange dauert, 7 Monate, trockenen Fußes und beinahe ohne warme Kleidung zur Arbeit gehen können, gibt es unter der Stadt eine Stadt für sich mit Boutiquen, Cafés, Supermärkten, allem, was man zum Leben benötigt. Jetzt, im Sommer, gibt es auch dort, wie im Zentrum der Stadt, viele Straßenmusiker und Artisten. Wir werfen noch einen Blick hinein in diese Montréaler Unterwelt, bevor wir wieder das Auto um 15 h30 abholen müssen, wofür wir noch einmal schnell die Métro benutzen. Mit dem Auto zum Mont-Royal, dem Berg mitten in der Stadt, mit seinem Grand Chalet, von dessen großer Terrasse aus man eine schöne Aussicht auf die Stadt genießt, was außer uns noch gefühlte andere 300 Touristen taten. Mitten auf der Terrasse stand ein Klavier. Ella hatte in Montréal, als wir an einem Musikgeschäft vorbei kamen, schon gesagt, dass sie gerne wieder einmal Klavier spielen möchte, weshalb wir extra hinein gingen und sie ausgiebig spielen durfte. Jetzt also noch einmal auf dem Mont-Royal. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Ella sich getraut hat, vor so vielen Leuten zu spielen. Ich denke, das kam ganz gut an. Dirk meint, ich soll natürlich noch erwähnen, dass man vom Mont-Royal aus tatsächlich einen königlichen Blick auf die Stadt Montréal hat. Dafür hänge ich euch natürlich ein Foto an. Danach eine lange Autofahrt nach Québec. Auf halber Strecke hat Dirk mich beim Fahren abgelöst. Und dann konnten wir nach dem Hotel Mini mit seinem Minizimmer in ein geräumiges Hotelzimmer ziehen.
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  • Day7

    Montréal im strömenden Regen

    July 11 in Canada ⋅ 🌧 21 °C

    Morgens regnet es schon in Strömen und es gewittert. Zum Glück haben wir noch die Regencapes von der Bootsfahrt an den Niagarafällen. Die kommen beim Einkauf unseres Früstücks im nahe gelegenen Supermarkt zum Einsatz. Der junge Kassierer ist begeistert: Sie sprechen deutsch? - Er lernt es seit zwei Jahren.
    Da wir unsere Unterkünfte immer erst spontan buchen, nutzen wir den Morgen, um nach Übernachtungsmöglichkeiten in Québec zu schauen. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht: Von Freitag bis Montag sind die Familienzimmer in den Hostels ausgebucht und günstige Hotels liegen weit außerhalb der Stadt. Booking.com bietet uns das Luxushotel Chateau Frontenac für drei Nächte zum Preis von mehreren Tausend Dollar an... Schließlich finden wir noch ein Hotel, sogar mit Außenpool - dafür aber mitten in einem Gewerbegebiet und 5 km außerhalb der Stadt, aber mit Frühstück.
    Wir müssen das Auto umparken, da wir auf dem Parkplatz gegenüber des Hotels nur bis 15h30 stehen dürfen und dann erst wieder ab 17h30. Also fahren wir auf einen Parkplatz, den uns unsere Vermieterin empfiehlt. Dabei biege ich mal wieder falsch ab und muss zweimal über die sehr schöne Brücke, die Ella aufgrund ihrer Stahlkonstruktion an den Eiffelturm in Paris erinnert - stammt ja auch aus derselben Zeit - ein Wahrzeichen Montréals - und gleich in der Nähe das wirklich riesige Riesenrad im überdimensionalen Vergnügungspark mit Mega roller coaster (Achterbahn). Verfahren hatte hier den Vorteil, dass wir diese Sehenswürdigkeiten dabei zu sehen bekamen. Der Parkplatzwart ist auch begeistert, dass wir aus Deutschland kommen: Da war seine Tochter erst für vier Wochen. Gestern Abend ist sie zurück gekommen. Am besten gefallen hat ihr eine Stadt südlich von Berlin. Wir überlegen - Dresden? Nein. Er schaut auf seinem Handy nach. Es war München...
    Als wir in der Innenstadt Montréals ankommen ist es schon 16 Uhr, als es schon bald wieder zu regnen anfängt. Da sitzen wir ganz gemütlich in einem kleinen Restaurant und ich lerne ein neues Wort kennen: pitcher. Das ist eine Karaffe Bier, fasst ca. 4 1/2 Biergläser. Die Leute am Nachbartisch haben den pitcher bestellt und ich darf sie damit fotografieren. Das ist nun etwas typisch Kanadisches und sehr praktisch, wie ich finde, wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist. Bald regnet es sozusagen 'dogs and cats'. Sehr beeindruckend, was da so vom Himmel fällt. Trotz Regencapes sind wir klitschnass und sehr müde, als wir abends wieder im Hotel ankommen.
    Morgen wollen wir früh aufstehen und uns die Bibliothek ansehen und ich möchte noch in den Mont Royal Park, mitten in der Stadt.
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