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Kanada Sommer 2019

Seit 30 Jahren mein Traum. Jetzt sind wir unterwegs. Yippie! Zuerst an der Ost- und dann an der Westküste, zusammen mit Ella und Dirk.
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  • Day31

    Letzter Tag vor der Abreise

    August 4 in Canada ⋅ ☀️ 19 °C

    Ohne Wecker aufgestanden, Lauren föhnt ihre Echthaarextensions - spannend, so etwas habe ich noch nie gesehen. Lauren ist nett, kommt aus Yorkshire, das ich ja auch so gerne mag. Sie möchte heute zum Christopher-Street-Day in Vancouver - dem größten in ganz Kanada. Ella würde auch gerne dorthin gehen, der ist aber in Downtown und wir wollten doch eigentlich einen ganz ruhigen letzten Tag hier verbringen - mal sehen, welchen Kompromiss wir finden werden. Jetzt geht es erstmal zum Strand. Dort treffen wir nachher auch Dirk, der zum Frühstücken unterwegs zu einem Café ist. Ella und ich hatten ganz einfach unser Porridge mit frischem Obst und Tee. Ich freue mich so darüber, dass wir zwei das so unkompliziert genießen können.

    Bevor ich zum Strand bin habe ich erst einmal ein Kilo Prospekte aussortiert, damit mein Koffer leichter wird. Einige wollen wir gerne mitnehmen, denn diesmal möchten wir wieder ein Fotoalbum von unrerer Reise machen, in das Tickets und Zeitungsberichte gehören. Außerdem möchten wir nach der Reise und nach dem Jetlag, der sicherllich folgen wird, ein Kanadafest machen, zu dem Dirk schon genaue Vorstellungen hat - lasst euch überraschen.

    Als ich dann zum Strand kam, war vom Meer kaum noch etwas zu sehen ;-) Dort, wo ich gestern am Baumstamm gelehnt hatte, war gestern Abend 1,50m vor mir noch Wasser - also das Meer. Jetzt lagen dort vertrocknete Algen und das Wasser war sehr weit zurück gegangen. Dirk und Ella waren bereits Schwimmen gewesen - im hüfthohen Wasser. Jetzt war dort, wo sie vorher noch im Wasser gewatet waren nur noch Schlick. Es war interessant, zu beobachten, wie schnell das Wasser sich zurückzog. Wir haben dann sozusagen eine Wattwanderung gemacht und ich habe mich in die kniehohen Fluten gestürzt. Beweisfotos gibt es keine, denn wir waren ja alle im dann doch recht warmen Pazifik, wenn man das so nennen kann. Sehr salzig, das Wasser - und wahrscheinlich sehr gesund durch die vielen Algen... Hatte ich mir etwas anders vorgestellt, ist jetzt aber auch in Ordnung. Es war schön, am Strand zu sitzen und den Segelbötchen zuzuschauen. Ich habe Ella übrigens vorgeschlagen, zum Christopher Street Day nach Berlin zu fahren. Das war völlig okay für sie - es hätte nämlich zu lange gedauert, mit dem Bus und dann zu Fuß zum Strand nach Downtown zu fahren. So hatten wir einen ganz entspannten Mittag am Strand.

    Der letzte Tag war dann doch recht entspannend. Nachmittags sind Dirk und ich noch zu seinem Café 'gewandert' - es liegt gute 20 Minuten vom Hostel entfernt - und haben danach in einem kleinen Supermarkt Gemüse fürs Abendbrot eingekauft. Dann war ich noch einmal mit Dirk am Strand und habe mich in die zurück gekehrten Fluten begeben. Nur ganz kurz - aber immerhin! Ich war jetzt auch einmal so richtig im Pazifik schwimmen.

    Wir haben uns heute Nachmittag darüber unterhalten, wie verwöhnt wir doch sind: Vancouver Island war nicht so, wie wir es erwartet hatten und das Meer am Hostel ist auch nicht so schön mit den ganzen Algen... Aber wir sind ja auch nicht zum Baden nach Kanada gekommen - der Rest war super - und überhaupt: In einem saubereren Wasser als im Shuswap Lake habe ich wahrscheinlich noch nie gebadet - und das war wirklich wunderschön. Allein die Tatsache, dass wir hier 31 Tage lang unterwegs sein konnten war ja schon ein riesengroßes Geschenk - und dass wir es so lange miteinander ausgehalten haben auch. Eine junge Deutsche, mit der ich mich im Hostel in Nanaimo unterhalten hatte, meinte, man würde wohl auch deshalb überall auf der Welt so viele Deutsche trefffen, weil wir so viel Urlaub bekommen. Kanadier hätten wohl nur 14 Tage im Jahr frei. US-Amerikaner haben auch nicht so viel Urlaub. Wir können schon froh sein, dass wir so viel Urlaub im Jahr bekommen und dass viele es sich auch finanziell leisten können, zu verreisen und auch andere Länder kennen zu lernen.
    So - nun ist auch der Check-In via Internet erledigt - wir fliegen mit Air France, steigen in Paris noch einmal um und sind dann am 6. August morgens wieder in Deutschland.
    Rückblickend war diese Reise wunderbar, um einmal abschalten zu können. Dirk meinte heute, er habe in der ganzen Zeit nicht einmal an unsere Wohnung gedacht oder an den Garten oder die Arbeit. Ich selbst habe auch wenig an zu Hause gedacht - nur ab und zu gehofft, dass es in Dessau auch regnet, damit unsere fleißigen Helfer nicht so viel gießen müssen. Und Ella kann sowieso gut abschalten - war alles wie immer ;-)
    Ich würde die Reise genau so wieder machen - aber dann nur die Hälfte einpacken! Die Schlafsäcke haben wir in unseren Unterkünften gar nicht benötigt - und durften sie in den Hostels bei Strafandrohung auch gar nicht auspacken. Und von meinen anderen Sachen hätte die Hälfte an Kleidung auch gereicht - also 2 Jeans, 1 Kleid, halb so viele Pullover - wir konnten in den Hostels ja immer unsere Wäsche waschen und auch trocknen. Und das Buch, das ich mir zum Lesen eingepackt hatte, liegt noch genau so im Koffer, so viele Gespräche habe ich geführt und neue Eindrücke gesammelt - da hatte ich gar keine Lust zu lesen (bis auf Stadt- und Reiseführer).
    Letztendlich ist es auch das, was diese Reise für mich so wertvoll gemacht hat - die Erlebnisse mit der Familie, das Land kennen zu lernen und der Austausch mit den vielen netten Menschen - unbezahlbar.
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  • Day30

    Zurück nach Vancouver

    August 3 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Also, das mit der Fähre heute morgen hat super gut geklappt. Das mit dem Aufstehen und Sachen zusammen packen klappt auch immer besser - erinnert mich an meine Zeit beim Katastrophenschutz, wo wir mit der Stoppuhr Zelte aufgebaut haben.
    Schon vor 8 Uhr waren wir an der Fähre und um 8h45 ging es zurück nach Vancouver 'Horseshoe Bay' - ich finde den Namen so klasse - alles wie im Wilden Westen... Auch 'Kicking Horse River', 'Hummingbird Guesthouse' oder 'River Bend Store' finde ich gut - der Laden an der Biegung des Flusses... besser kann man doch kaum beschreiben, wo ein Geschäft zu finden ist.
    Als wir wieder auf dem Festland waren, sind wir gleich zum Capilano Park fahren. Dirk und ich wollten gerne über die 'Suspension Bridge' laufen - über die Hängebrücke, aber zum Einen wollte Ella nicht mitkommen und zum Anderen hätte die Wartezeit zu lange gedauert - 50 Minuten - plus die Wanderung durch den Capilano Park am Capilano River entlang. So lange wollten wir Ella dann doch nicht auf uns warten lassen. Die nette Parkplatzeinweiserin hatte natürlich gleich eine Idee, was wir machen könnten. So ist das hier - jeder hat Lieblingsplätze und teilt diese gerne mit anderen. Sie empfahl und das 'reservoir' - den Stausee, von dem die Stadt Vancouver ihr Trinkwasser bezieht. Dort ist sie gerne zum Wandern. Das machten wir also dann auch. Zufällig sollte heute am Stausee mit Blick auf die Berge eine Hochzeit ausgerichtet werden - es war schon alles dafür vorbereitet. Wir gingen in den Park und liefen durch einen echten Urwald - auf umgestürzten Bäumen wuchsen neue und da es dort so feucht war, hing Moos von den Bäumen. Der größte Baum war 61 Meter hoch - ganz ordentlich! Lange hielten wir uns in einer Lachs-Aufzuchtstation auf, wo auf englisch, französisch und japanisch sehr anschaulich dargestellt wurde, wie die Tiere leben und man in die Fischtreppen im Querschnitt hineinschauen konnte (und weil ich nicht wusste, welche Schriftzeichen das da vor mir waren, habe ich den nächst besten Asiaten danach gefragt, einen älteren Herrn und so noch eine Lehrstunde über chinesische und japanische Schriftzeichen bekommen - die Japaner haben sie sich nämlich von den Chinesen abgeschaut, wie sie überall auf der Welt sich gute Ideen abschauen und deshalb ihre Wirtschaft auch so stark ist - und so verstehen die Chinesen ungefähr 30-50 % dessen, was auf Japanisch geschrieben steht... erzählte mir also der nette Taiwanese).
    Nach einer sehr anstrengenden Fahrt durch die Innenstadt Vancouvers sind wir jetzt in der Jugendherberge Jericho Beach angelangt und wollen auch gleich noch an den Strand, der gleich in der Nähe sein soll. Am Montag ist in British Columbia ein Feiertag, deshalb sind alle Leute unterwegs, um das lange Wochenende zu genießen - deshalb waren wohl auch so viele Leute mit dem Auto unterwegs (aber vielleicht ist das hier ja grundsätzlich so - trotz toller Radwege).
    Eben war ich noch am Strand - eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, einmal im Pazifik schwimmen zu gehen, aber der war zwar eben gar nicht so kalt, aber nicht sehr appetitlich. Das Seegras stirbt und wird hier am Strand angetrieben, sagte die Dame der Life Guard. Und dann waren hier auch sehr viele Fähren unterwegs. Na ja, morgen ist auch noch ein Tag - allerdings der letzte hier. Damit ihr auch in den Genuss des am Pazifik am Strand Sitzens und aufs Meer hinaus Schauens kommt, hier zwei ganz kleine Filmchen ;-)
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  • Day29

    Nationalpark 'The Pacific Rim'

    August 2 in Canada ⋅ ⛅ 16 °C

    Super geschlafen! Ich hatte ein französisches Bett ganz für mich alleine :-)
    Es hat aufgehört zu regnen und zum Frühstück stand für alle Pancaketeig bereit. Auf einer rechteckigen elektrischen mobilen Kochplatte haben wir unsere Pancakes zubereitet und sie mit frischen Blaubeeren, Bananen, raw sugar und Peanutbutter gegessen (die wir mittlerweile selbst gekauft haben - von Kraft, die grüne, smooth, crémeux - hier ist ja immer alles auf englisch und französisch beschriftet - ideal für Leute, die die Sprachen lernen wollen...).
    Jetzt muss sich nur noch die Sonne zeigen, damit sich der Nebel auflösen kann, der noch in den Hügeln hängt und dann kann es los gehen. Wir wollen heute den Nationalpark 'The Pacific Rim' erkunden und dabei auch Halt an dem einen oder anderem Strand machen, um den Surfern zuzusehen, die ja sehr wetterfest sind. Der eine meinte gestern zu mir: 'Ob es regnet oder nicht, im Meer wird man ja sowieso nass, dann kann man auch surfen gehen.' Gute Einstellung. Dirk hat gestern seine Schuhe noch trocken gefönt - dann kann es jetzt los gehen. Regenjacken haben wir ja auch für alle Fälle dabei.
    Okay - das mit dem Schuhe trocken föhnen hat wohl nicht so ganz geklappt. Dirk hat jetzt ein paar Schuhe und ein paar Socken weniger. Er trägt seine Schuhe sowieso immer so lange, bis die Sohle durch ist. So war es auch bei diesen - und da unsere Koffer ja sowieso schon so schwer sind, hat Dirk entschlossen, dass er sich von seinen alten Schuhen trennt.
    Wir haben heute Beach-hopping gemacht und uns die Surferstrände angeschaut. Begonnen haben wir mit dem Standpaddling-Strand. Der hat uns am besten gefallen. Die Standpaddler sind ein lustiges Völkchen. Ich habe einer Frau dabei zugeschaut, die nur mit Bikini bekleidet (die Surfer tragen Neopren-Anzüge), versucht hat, nur auf einem Bein auf ihrem Standpaddlingbrett zu stehen. Es sah aus wie eine Yogaübung - der Baum auf dem Brett. Es gibt sogar Standpaddlingbretter zum Aufblasen, die man dann ganz einfach im Rucksack transportieren kann. Ich habe mich mit einem Ehepaar darüber unterhalten, die gerade dabei waren, ihre Bretter aufzupumpen. Die Surferstrände waren eher enttäuschend, da schmuddelig und grau. Ich hatte einen hellen Sandstrand wie in Malibu erwartet - schließlich schwärmen alle von Vancouver Island - grauer Sand wurde nie erwähnt. Außerdem waren auch kaum Surfer dort oder einfach nur im Wasser wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Das sah ganz merkwürdig aus. Vielleicht warteten sie auf die perfekte Welle, die dann doch nicht kam, wer weiß. Aber ich bin eben auch keine Surferin. Standpaddling würde ich gerne mal ausprobieren. Das geht sicherlich auch zu Hause auf einem See. Ella meinte zwar, das sei viel schwieriger als surfen. Sie hat mit der Schule ja im Juni einen Surfkurs an der Ostsee gemacht, aber ich glaube ich bin eher der Typ 'Baum auf Brett'.
    Mittagessen noch einmal im 'The Blue Room' und dann zurück nach Nanaido, von wo aus wir morgen früh die Fähre zurück nach Vancouver nehmen wollen. Wir haben noch versucht, die Fähre von Sonntag auf morgen früh umzubuchen und ich habe mich dabei lange mit der Service-Dame unterhalten, die mir erklärte, dass heute Nachmittag das Computersystem zusammengebrochen ist. Als nach einer guten halben Stunde immer noch niemand per Telefon erreichbar war - die Tickets werden per Telefon gebucht - haben wir entschieden, es morgen früh um 8 Uhr einfach so zu versuchen. Wird schon klappen.
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  • Day28

    The real rainforest experience

    August 1 in Canada ⋅ 🌧 15 °C

    Wir haben es tatsächlich geschafft, noch vor 6 Uhr aufzustehen und nach Tofino aufzubrechen. Wie schon so oft in diesem Urlaub scheint der Weg das Ziel zu sein. Im Moment sind wir gerade im 'The Blue Room', einem kleinen netten Restaurant (Diner-like) mit Water View - was heute Himmel und Erde in einem ist, denn es regnet an der Westküste gerade in Strömen. Aber wir haben tatsächlich freien Blick in eine kleine Bucht, die am Pazifik liegt. Wir sind in Ucluelet (you-clue-let), einem Nachbarort von Tofino, dem Surferparadies an der Westküste Vancouver Islands. Am Nachbartisch durfte ich einen außergewöhnlichen Cocktail fotografieren, den sich gerade viele Leute hier bestellt haben - scheinbar die Spezialität des Hauses - mit kandiertem Schinken... - wir befinden uns in Kanada - manchmal merkt man das auch am Essen, äh Trinken.
    Die nette junge Coastal Rangerin meinte im Info-Büro gerade, wir würden jetzt das 'real rainforest feeling' mitbekommen, so wäre das Wetter im Winter immer - jeden Tag. Es regnet in Strömen und dabei haben wir nur heute und morgen bis zum Nachmittag, um die Gegend hier am Pazifik kennen zu lernen. Na gut. Dann wissen wir nach dem Urlaub eben, wie es an der Westküste im Winter aussieht.
    Im Hostel in Tofino: Direkt am Meer gelegen, von unserem sehr geräumigen (sehr teuren) Familienzimmer haben wir einen hervorragenden Blick aufs heute sehr dunkelgraue Meer. Dafür hatten wir auf dem Weg hierher herrlich klare Seen, siehe unten. Ich schicke euch Erklärungen für interessante Orte und Umweltinformationen ganz einfach immer zum Lesen mit. Ella gefällt das Hostel hier am besten von allen, weil es über schöne im ganzen Hostel verteilte Kuschelecken mit dicken Matratzen verfügt, in die man sich zum Lesen oder U-Tube-Videos schauen zurückziehen kann. Und eben haben wir alle Billiard an einem wirklich schmucken Billiardtisch gespielt. Mein Favorit ist noch immer das Hostel in Nanaimo. Hier in Tofino haben wir beim Einchecken einen jungen Deutschen wiedergetroffen, der vorher in Nanaimo war und eben sind die Kanadier aus Québec eingetroffen, die gestern in Nanaimo mit mir an einem Tisch saßen. Die Hostel-Reisenden wirken so langsam wie eine Gemeinschaft, die sich immer wieder über den Weg läuft. Es gefällt mir gut, nette Leute wieder zu treffen und ich hoffe, dass unsere Franzosen morgen noch im Painted Turtle in Nanaimo sein werden. Hier in Tofino sind viele junge Leute. Wir sitzen gerade im Aufenthaltsraum vor der Küche und ich höre die Gespräche um mich herum - es wird deutsch gesprochen, aber auch von vielen englisch - die Gäste sind international, die 'staff' französisch und deutsch (eine deutsche Hostelleiterin gibt es hier). Ich habe gerade so ein Auslandssemesterfeeling - so war es in England, wenn alle sich auf englisch unterhalten haben mit ihren unterschiedlichen Akzenten - schön.
    Morgen gegen 11 Uhr werden wir sehen, wie das Wetter wird, meinte die Französin, die hier an der Rezeption arbeitet - in Frankreich ist Kanada gerade der Renner. Viele bewerben sich in der 'Lotterie' für eine Aufenthaltsgenehmigung für zwei Jahre. Sie ist schon zum zweiten Mal in Kanada - das erste Mal war sie in Québec, jetzt hier im Westen. Wie ich schon erzählt habe, genießen es die Leute, die im Hostel arbeiten, dass sie dann frei in allen Hostels in Kanada wohnen können, wenn sie verreisen.
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  • Day27

    Die Ostküste um Nanaimo

    July 31 in Canada ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute wollten wir einen ruhigen Tag einlegen. Morgens habe ich die Planung der nächsten Tage weiter voran gebracht, weil es gestern Abend nicht mehr funktioniert hat, die Jugendherberge in Tofino für eine Nacht zu buchen. Wir wollten morgen nach Tofino an die Westküste - die Pazifik - Surferküste - fahren und zu einem kleinen Ort namens Ukluelet. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück meinte das Navi - bis zu fünf Stunden müssten wir rechnen bei dichtem Verkehr meinte der Manager des Hostels, der 17 Jahre im Hostel in Tofino gearbeitet hat. Also haben wir die Nacht vom 1. auf den 2. hier im Hostel storniert und dann auch gleich noch die vom 3. auf den 4. - denn Nanaimo finden wir nicht so spannend und schön. Das Hostel hier ist allerdings das schönste und am besten organisierteste - aber der Ort selbst... Wir wollen lieber am Ende unserer Reise noch eine Nacht länger in Vancouver verbringen.
    Ich war heute eher missmutig, denn eigentlich war es so gedacht, dass wir uns in der letzten Woche auf Vancouver Island ausruhen, dass Ella schwimmen kann und ich in einem Strandcafé sitze und Postkarten schreibe oder ganz einfach am Strand spazieren gehe. Ostsee auf Vancouver Island eben. Nun ist die Ostküste scheinbar nicht so schön. Und die Westküste ist zu dieser Zeit total überlaufen. Lauter Deutsche in der Jugendherberge in Tofino, meinte der Hostelmanager - sogar das Personal. Also schauen wir uns Tofino nur für einen Tag an, bleiben für eine Nacht dort und fahren noch für eine Übernachtung zurück nach Nanaimo und nehmen dann am Samstag die Fähre von dort aus zurück nach Vancouver. Am Montag geht unser Flug zurück nach Berlin.
    Es ist übrigens eine gute Möglichkeit, in Kanada zu arbeiten, in einem Hostel anzuheuern - hier gibt es immer Jobs - und dadurch hat man in allen Hostels die Übernachtungen frei und noch andere Annehmlichkeiten.
    Wir haben viele junge Leute hier getroffen, die für ein paar Monate zum Arbeiten nach Kanada gekommen sind.

    Also unser Tag in Nanaimo bestand darin, einen schönen Strand zu finden. Der Stadtstrand ist schmutzig. Im Hafen sind natürlich Ölschlieren im Wasser und am benachbarten Strand mochte ich deshalb nicht ins Wasser gehen. Ein paar Kilometer weiter hatte uns der Hostelmanager einen Strand empfohlen, aber als wir dorthin kamen, war Ebbe und der Sand sah dort auch nicht sehr appetitlich aus. Noch ein paar Kilometer weiter oben an der Küste waren große Kieselsteine - bis zu Faustgroß - da machte es wenig Spaß, barfuß zu laufen - allerdings war das Wasser hier schön warm. Dirk wollte gleich zurück nach Nanaimo, aber ich habe mich dazu entschieden, am Strand entlang zu laufen, wenn das auch nicht so einfach ging auf den Steinen - aber wenn man schon mal am Strand ist, dann ist es doch ganz schön, aufs Wasser hinaus zu schauen. Das war dann für eine Stunde auch ganz nett. Danach haben wir auf der Rückfahrt einen Wasserfall gesucht, den uns unser Hostelmanager empfohlen hatte und fanden ihn nicht. Wir hatten schon glücklichere Tage - aber wir waren uns einig, dass wir in den Rockys so grandiose Wasserfälle gesehen haben, dass der hier auf der Insel gar nicht so beeindruckend sein kann (nachdem uns die anderen Tipps unseres Vermieters auch nicht so angesprochen hatten). Also zurück nach Nanaimo und ein schönes Café gesucht. Das, in dem Dirk heute Morgen seinen Kaffee getrunken hat (weil der im Hostel zu stark war), hatte schon geschlossen um 18 Uhr - ist eben ein kleiner Ort hier - aber ein anderes hatte noch geöffnet - das Board Game House - und das war unsere Entdeckung des Tages: Man kommt hierher, um zu spielen. An der gesamten Wand links von der Theke war ein großes Regal voller Spiele - also ungefähr vier Meter lang mal zwei Meter hoch. Neben der Theke rechts an der Wand war ein Regal, in dem Spiele waren, die man dort kaufen konnte. Das haben auch einige Leute gemacht, solange wir dort waren. Die Stimmung in dem Café war unglaublich angenehm. Es kam nach einer Weile eine Gruppe Behinderter (geistig und körperlich) herein, für die in der Mitte des Cafés ein großer Tisch reserviert war und an drei weiteren Tischen spielten weitere Leute aller Altersstufen.
    So. Heute wollen wir früher schlafen gehen, weil wir morgen um 7 Uhr hier auschecken wollen, um an die Westküste zu fahren. Gute Nacht!

    P.S.: Von heute sind nur die ersten vier Fotos. Die anderen sind noch von gestern aus Victoria
    P.P.S.: Und als ich eben aufstehe und aus dem Gemeinschaftsraum nach oben in unser Zimmer im dritten Stock gehen wollte, kommt die französische Familie herein, die ich im Hostel in Vancouver kennen gelernt habe. Das war ein nettes Wiedersehen! Sie waren heute im Norden der Insel zum Whale Watching mit ihren vier Kindern und wollen morgen nach Victoria und, ja, Nanaimo finden sie auch nicht so super.
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  • Day26

    Vegan in Victoria

    July 30 in Canada ⋅ ⛅ 18 °C

    Im Painted Turtle Hostel haben Ella und ich ein Doppelzimmer mit großem französischem Bett und nur einer großen Bettdecke und Dirk schläft in einem Gemeinschaftszimmer mit drei anderen Männern im Raum. Das waren bei Buchung die letzten freien Betten im Hostel. Dirk schläft oben in einem Doppelstockbett. Alles ganz okay soweit. Besser als in Whistler allemal. Kein lautes Schnarchen, kein helles Blinklicht nachts, kein weit geöffnetes Fenster über das man sich einigen muss.
    Da Dirk zum Frühstück einen Kaffee braucht (und wir nicht wussten, dass er den gratis im Hostel bekommt), habe ich ihm heute Morgen vorgeschlagen, dass er frühstücken gehen könnte, während Ella und ich Porridge mit frischem Obst aßen und ich meinen Tee dazu trank. Dirks Frühstück ist dann heute auch etwas reichlicher ausgefallen - ein guter Start in den Tag also. Dafür sind wir jetzt in Victoria, an der Südspitze der Insel, der Hauptstadt Vancouver Islands und ganz British Columbias in einem vegetarischen Restaurant mit self-service-Buffet - und nicht nur vegetarisch, wie es heißt, sondern vegan. Wir haben alles probiert - auf drei Tabletts von jeder Speise eine Kleinigkeit - jeder hat von jedem probiert und sogar Dirk hat etwas gefunden, was ihm schmeckt - die besten Falafel, die er je gegessen hat. Ella meinte nur zu einem Nachtisch 'schmeckt nach Handcreme', was wohl an der Kokosmilch lag. Und für Dirk ist der Kaffee mit Mandelmilch nach dem Essen jetzt auch nicht so toll - aber super gut besucht ist das Restaurant, quer Beet durch alle Altersgruppen und Kulturen - ein schöner Ort. Victoria ist auch eine schöne Stadt mit alter Bausubstanz und schöner Chinatown. Es war nur recht schwierig, einen Parkplatz zu finden - alles 'full'. Am Ende haben wir ganz entnervt in einem Parkhaus noch den letzten ergattert - auf dem Gehweg leuchtete '1 free'. So ein Glück! Und als wir einparkten, parkten noch andere aus. Wir hatten dann sogar die freie Wahl ;-)
    Victoria ist eine sehr britische Stadt mit vielen schönen Pubs, einem irischen Shop und gestern einem Dudelsackspieler im Schottenrock in der Nähe des Parlaments. Wir sind durch die Stadt gebummelt und haben uns umgesehen - und ich habe schön bemalte Hauswände fotografiert.
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  • Day25

    In Nanaimo auf Vancouver Island

    July 29 in Canada ⋅ ⛅ 19 °C

    Durch den Ironman haben wir die Stadt Whistler gar nicht mehr gesehen. Die Landschaft dort hat uns sehr gut gefallen und die Landschaft auf der Fahrt zur Fähre in Vancouver war auch sehr schön. In der letzten Nacht hatten wir dann doch noch zwei Zimmernachbarinnen - aus der Nähe von Birmingham, wo ich vor 30 Jahren als Au pair war. Die beiden waren frisch gebackene Lehrerinnen - die eine für Englisch und die andere für Geografie - ist das nicht witzig? Als ich sagte, dass ich beide Fächer unterrichte, meinte die eine, das seien doch zwei absolut unterschiedliche Fächer (so nach dem Motto - wie geht das denn???). Die Lehrerausbildung in England ist scheinbar noch genau so, wie ich sie vor 25 Jahren im Auslandssemester kennen gelernt habe: Man studiert ein Fach - ist dann darin Spezialistin und macht dann ein Jahr lang eine Lehrerausbildung - und ist dann nach nur 4 Jahren fertige Lehrerin. Auch gut.
    Auf der Fähre begann nach ca. 45 Minuten eine Infoveranstaltung über Lachse und wie man umweltbewusster leben kann. Ein Coastal Environmentalist leitete die Veranstaltung sehr Kind- und auch Erwachsenengerecht. Jedenfalls fühlte sich das Kind in mir absolut angesprochen, als Tyler über die 'super power' der Lachse sprach. 1. Super-Power: Wenn Lachse schlüpfen, schaufelt ein erwachsener Lachs Kies über sie, damit sie geschützt sind. Damit sie nicht auf Nahrungssuche gehen müssen, verfügen sie über einen kleinen Beutel am Bauch, ein Nahrungsdepot, aus dem sie schöpfen, bis sie groß genug sind, um aus ihrem Kiesbett herauszukommen.
    2. Super-Power: Lachse haben 'Querstreifen', die sie nahezu unsichtbar werden lassen, so sehr können sie sich damit der Umgebung anpassen - außerdem können sie sich farblich anpassen.
    3. Super-Power: Lachse können von Süßwasser, den Flüssen, in denen sie geboren werden, ins Salzwasser überwechseln. Auf der Erde gibt es ungefähr 30.000 Fischarten - Süß- und Salzwasserfische zusammen gefasst - davon verfügen nur ca. 300 über diese 'super-power'. Außerdem können Lachse dann, wenn sie sich im Nahrungsreichen Ozean so richtig groß gefuttert haben, wieder ins Süßwasser zurück, also in den Fluss, an den Ort, an dem sie geboren sind - und das geht, weil Lachse sich den Geruch des Flusswassers merken, aus dem sie stammen.
    Wie können wir jetzt die Lachse schützen? Indem wir Fisch kaufen, der das Ocean Wise Zeichen trägt, indem wir zu Hause nur wenig und Bio-Reiniger nutzen, indem wir unsere Einkaufstüten mehrmals benutzen.
    Am Ende des Vortrags hat sich der Umweltschützer Tyler ein rotes Cape umgehängt und gefragt, wer von den Anwesenden ein paar der Tipps befolgen könne. Da gingen die Arme hoch. Dann die Frage: Und wer möchte einmal das rote Cape anziehen? Die Kinder waren begeistert. Und ich auch. So eine schöne Unterrichtsstunde über Lachse und ihre super power. Die Umweltschützer versuchen, auf so vielen Fährüberfahrten wie nur möglich, solche Informationsveranstaltungen anzubieten, zu unterschiedlichen Themen - und ich habe die Erlaubnis, ein Foto von Tyler in meinen Blog zu stellen :-)
    Die Herberge in Nanaimo ist sehr nett - mit einem großen sehr ansprechend gestalteten Küchen- und Aufenthaltsbereich, in dem wir gerade mit 10 anderen, vor allem sehr jungen (vor allem deutschen) Gästen sitzen. Ella und Dirk spielen Rommé und ich schreibe. In dem Ort selbst sind laut Dirk doch auch einige recht 'fertige' Leute. Obdachlose haben wir hier im Land überall gesehen - leider. Das passt nicht zu dem sonst so schicken Kanada. Es gibt eben auch diese andere Seite. Aber hier sehen einige Leute nicht wie Obdachlose, sondern ganz einfach wirklich 'fertig' aus. Der 'Herbergsvater', der uns heute ins Painted Turtle Hostel aufgenommen hat, arbeitet erst seit Neuem hier. Er ist US-Amerikaner und möchte hierbleiben. Er schreibt ein Buch über das Rechtssystem in den USA, das er scheinbar gut kennt. Er meinte zu mir, man müsse dort die richtige Hautfarbe haben und sei ganz schnell auch draußen aus dem System, da bräuchte nur ein Unglücksfall in der Familie dazwischen kommen, oder man würde so mir nichts dir nichts den Job verlieren - und die Polizisten in den USA seien nicht dazu da, um den Leuten zu helfen, sondern sie seien vor allem gut an der Schusswaffe ausgebildet. Auch hier in Nanaimo gäbe es Frauen, die ganz normal aussehen würden, aber neben den kleinen Einfamilienhäusern in einem Zelt übernachten würden, weil sie aus dem System geflogen sind. Als hier ein Job im Hostel frei wurde, hat er gleich gesagt, das wolle er gerne machen. Er ist wohl so alt wie Dirk.
    Morgen wollen wir in die Hauptstadt Victoria fahren und auf der Fahrt dorthin an einem Strand anhalten. Allerdings ist es hier gerade nicht so warm wie in Deutschland - nur 21 Grad - zum Land kennen lernen gerade richtig.
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  • Day24

    HI Whistler

    July 28 in Canada ⋅ ⛅ 22 °C

    Von Whistler haben wir vor allem das Hostel kennengelernt. Es ist riesengroß und man kann sich hier schon mal verlaufen. Wir haben drei Maschinen Wäsche gewaschen. Ella hat sich überwiegend in 'ihrem' Zimmer aufgehalten, denn bis jetzt haben wir das Vierbettzimmer noch für uns alleine. Ich glaube, sie genießt es sehr, im Gegensatz zu Shuswap wieder das Internet nutzen zu können und den halben Tag im Bett zu sitzen und zu lesen. Wir waren uns gestern alle einig, dass das Auto heute auf dem Parkplatz des Hostels bleibt.
    In Dirks Zimmer wohnt auch ein junger Deutscher, genau gesagt 18 Jahre jung, mit frisch abgelegtem Kölner Abitur. Er ist jetzt seit 5 Tagen in Whistler im Hostel und findet alles mehr oder weniger so gar nicht gut hier. Demnächst wird er in Whistler als Steinmetz arbeiten. Er ist über einen deutsch-kanadischen Jugendaustausch hier - für zunächst zwei Monate. Er hat sich total darüber gefreut, nach fünf Tagen wieder deutsch sprechen zu können und hat Dirk heute Morgen sein Leid geklagt, dass er gerne Mountainbike fahren würde, dass hier aber alles so teuer ist - Fahrrad ausleihen kostet wirklich viel und die Gondel auf den Berg mit dem Fahrrad 50 Dollar. Kanadische Preise eben - finden wir ja auch oft krass. Da er zu faul zum Kochen ist, wie er selbst sagt, isst er seit 5 Tagen Rohkost. Als er uns seinen Cheddar-Käse anbietet, weil er ihm nicht schmeckt, lade ich ihn zum Mittagessen ein - mal wieder Spaghetti mit Zucchini und fertiger Tomatensoße. Dazu würde sein Cheddar in geriebener Form doch noch ganz gut passen. Wir haben uns nett beim Mittagessen unterhalten. Die Zucchini hat übrigens Max geschnitten - die erste Zucchini, die er in seinem Leben kleingeschnitten hat. Ich habe Ella und ihn dann mal kochen lassen, während ich heute Mittag den Block der letzten zwei Tage nachgeholt habe. Diese Mütter, die ihren Kindern nicht zeigen, wie man kocht undsoweiter, weil sie sie so doll lieb haben... Ich selbst habe ja auch erst in Frankreich kochen gelernt - mit 21. Also die beiden haben ein ganz nettes Essen gezaubert. Ich denke, Max hat sich bei uns ganz wohl gefühlt. Wir haben uns nach dem Essen noch eine ganze Weile unterhalten.
    Was wir vorher nicht wussten: Ausgerechnet an diesem Sonntag fand in Whistler der Ironman statt (ohne Rooftop-Yoga...). Deshalb war die Route 99 nach Whistler gesperrt und es fuhren keine Busse in die Stadt. Also war wandern angesagt. Dirk und ich waren nachmittags noch einkaufen - eine Stunde Fußweg bis nach Whistler Creekside. Ein schöner Fuß- und vor allem auch Radweg war das. Das wünschen sich die Radfahrer zu Hause wahrscheinlich - siehe Foto. Auch auf diesem Weg ist uns kein BÄR begegnet..., obwohl die junge Frau an der Rezeption genau dort morgens einige gesehen haben will.
    Aber vor dem Hostel habe ich zwei Mountainbiker aus Deutschland getroffen und mal gleich an Max vermittelt. Sie scheinen sich gut zu verstehen.
    Morgen müssen wir gegen 10 Uhr aus Whistler abfahren, damit wir rechtzeitig in Vancouver an der Fähre sind. Deshalb gehen wir jetzt schlafen. Gute Nacht!

    P.S.: Wir haben gelesen, dass es in Deutschland sehr heiß war - ich hoffe, Benni hat nicht zu viel Arbeit mir unserem Garten und ich hoffe, das galt auch für Harold und Kerstin. Bei uns hier hat es ja zwischendurch ordentlich geregnet. Ja, liebe Corina, es geht mir wieder ganz gut. Ich muss nur mit den Klimaanlagen hier aufpassen. Wenn ich in einen Supermarkt gehe, ziehe ich mir z.B. immer eine Jacke an, so heruntergekühlt sind die Läden hier. Aber Supermärkte hier sind schön. Übersichtlich und sauber und unglaublich gut sortiert.
    Zu den Rockys muss ich noch sagen, dass ich dort ständig die Winnetou-Melodie im Kopf hatte, weil ich immer dachte, da müsste doch jetzt mal auf einem der vielen Felsen Pierre Brice auf seinem Pferd auftauchen ;-)
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  • Day23

    Fahrt nach Whistler

    July 27 in Canada ⋅ ⛅ 17 °C

    Dirk wollte gar nicht nach Whistler. Im Hostel in Vancouver hatten wir darüber eine etwas längere Diskussion. Dirk wollte auch nicht nach Shuswap. Das gehört jetzt zu seinen Lieblingsplätzen unserer Reise.
    Die Fahrt nach Whistler war landschaftlich so abwechslungsreich wie noch keine auf unserer Reise. An die gigantischen Seen sind wir mittlerweile gewöhnt. Es ist so unendlich schön, an diesen großen Gewässern entlang zu fahren und an den wilden Flüssen. Aber auf der Fahrt nach Whistler, hatten wir zunächst noch satt grüne Hügellandschaft und Felder um uns, dann plötzlich eine sehr karge Hügellandschaft, Halbwüsten-ähnlich und dann plötzlich wieder schneebedeckte Berge.
    Unten sind ein paar Eindrücke von unserer Fahrt. Besonders beeindruckend fanden wir den See mit den großen, langen Baumstämmen, Duffy Lake, im L'íl wat territory, also mitten in einem der vielen Indianerreservate, siehe Schautafel in den Fotos (4). Um invasive Arten einzudämmen, wird die Bevölkerung hier überall auf Hinweistafeln um Mithilfe gebeten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das viel bringt, aber einen Versuch wert ist es vielleicht - Bild 8. Und mittlerweile sind wir im Bereich der Grizzlys angekommen. Dirk und Ella sind sehr enttäuscht, dass wir noch keinem begegnet sind. Gestern Abend am Shuswap Lake wurde übrigens in der Nähe des Hostels von einigen Gästen ein mittelgroßer Schwarzbär gesichtet. Ich bin dann am Abend nicht mehr alleine draußen herumgelaufen...
    Nach langer Fahrt sind wir abends um 20 h 30 in Whistler im Hostel angekommen. Just als wir uns angestellt hatten, um einzuchecken, fällt der Strom aus. Alle Lichter im ganzen Viertel waren aus - und natürlich der Computer. Drei Stunden haben wir im Dunkeln gesessen und darauf gewartet, dass das Licht wieder angeht und wir in unsere Zimmer können. Ich habe die Zeit genutzt, um mich mit einem 23-jährigen Franzosen zu unterhalten, der jetzt hier seit zwei Jahren lebt und nach Kanada auswandern möchte. Er leitet das kleine Café im Hostel und hat vorher in Frankreich in der Gastronomie gearbeitet. Sein Fazit: In Europa seien die Leute chronisch unzufrieden. In Frankreich habe er 70 Stunden in der Woche gearbeitet und nur 35 davon bezahlt bekommen, also ständig viele unbezahlte Überstunden machen müssen. Hier habe er es mit netten Leuten zu tun, bekommt das dreifache bezahlt und hat geregelte Arbeitszeiten. Für ihn steht fest, dass er nicht mehr zurück möchte, obwohl er seine Familie vermisst und das Fest, das es jetzt gerade in der letzten Juliwoche bei ihm zu Hause im Baskenland gibt. Mich hat es sehr beeindruckt, dass ein 23-jähriger junger Mann schon so gut weiß, was er will. Ich selbst habe mit 23 mein erstes Studium begonnen und wußte, was ich nicht will, immerhin.
    Um 23 h 30 war zwar das Licht immer noch aus, aber wir bekamen unsere Zimmer - Ella und ich in einem Frauen-4-Bett-Zimmer und Dirk in einem Männer-4-Bett-Zimmer. Im Dunkeln, bzw. im Licht von Ellas Handy haben wir noch schnell Zähne geputzt und die Betten hergerichtet. Die anderen beiden Frauen schliefen schon und sind am nächsten Morgen auch schon früh abgereist. Außer von ihrem Handyschein habe ich von ihnen nichts mitbekommen (meine Schlafmaske kam zum Einsatz - ich liebe sie!) und dem Weckerklingeln am nächsten Morgen, aber das hat nicht weiter gestört.
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  • Day23

    Gletscher, Giant Ceders & Lagerfeuer

    July 27 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Frühstück in Golden in einem total witzigen Café, in dem Ella aus Versehen auf der Herrentoilette landete und - wie ich auf der Damentoilette - dort die vielen Sprüchetafeln fotografierte, was dann etwas länger dauerte...
    Weiterfahrt in Richtung Shuswap Lake jetzt bei strahlendem Sonnenschein - dadurch haben wir statt der Nebelfelder auf der Hinfahrt endlich die Gletscher bei strahlendem Sonnenschein gesehen. Wie aus dem Lehrbuch - ich war entzückt!
    Giant Ceders in gleich zwei Giant Ceder Parks, die sehr schön angelegt waren mit Holzwegen, die auf einem Rundweg hindurchführten. Wir waren dort im einzigen Inland-Regenwald der Welt - so war er ausgeschildert - aber so beeindruckt war ich nicht davon. Die Bäume sind beeindruckend hoch und sehr dick, da sehr alt, aber der Nebelwald auf La Gomera hat mir seinerzeit besser gefallen. Na ja, kann man vielleicht nicht so vergleichen.
    Abends dann nach langer Fahrt nach Shuswap Lake erstmal in den doch recht kalten See zum Abkühlen - ich war so stolz auf mich! Da die Strömung recht stark war und ich so vorsichtig, bin ich nicht lange drin geblieben, ich bin da ja sehr vorsichtig - und habe mich immer schön in der Nähe des Bootsstegs aufgehalten. Aber die Abkühlung und die Bewegung nach der langen Autofahrt hat gut getan. Danach schnell Spaghetti mit frischer Zucchini und Fertigtomatensoße aus dem Glas gekocht und beim Essen unserer Vermieterin Blaire von unseren Erlebnissen erzählt. Sie hat sich gefreut, dass uns ihre Tipps so gut gefallen haben und meinte in Sachen Pferdehof, dass es manchmal ganz gut sein kann, wenn man sich verläuft oder verfährt, weil man so Neues kennen lernt.
    Bevor wir nach Shuswap Lake zum Hostel gekommen sind, waren wir noch kurz in einem kleinen Ort kurz davor. Dirk hat einen Kaffee getrunken und ich bin durchs Städtchen spaziert und habe ein Buch über die Region Shuswap gefunden, halb Sachbuch, halb Bildband, mit einer Legende über Shuswap, das mit so gut gefallen hat, dass ich es einfach kaufen musste. Ich dachte, dass Blaire es gut im Hostel auslegen kann, für die anderen Gäste und dass es ihr vielleicht auch gefallen könnte. Sie hat sich sehr über das Geschenk gefreut, kannte das Buch und den Autor, hatte es aber noch nicht selbst. Sie fragte, ob sie mir dafür einen 'hug' geben könne, eine Umarmung - na klar doch!
    Robby, der 14-jährige Junge mit dem ich mich vor zwei Tagen so nett unterhalten hatte, war noch im Hostel mit seiner jüngeren Schwester (mit der sich Ella anfreundete) und seinem Vater, der schon seit 26 Jahren seinen Urlaub am Shuswap Lake bei Blaire verbringt. Die Kinder kamen mit uns zum Schwimmen an den Steg und wir saßen nach dem Abendessen noch beim Lagerfeuer zusammen. Wir hatten Marshmallows mitgebracht. Ich wollte schon immer mal Marshmallows am Lagerfeuer grillen. Ella hatte ihren Spaß daran.
    Neu im Hostel war ein junger Mann aus Chile, der für ein paar Monate nach Kanada gekommen ist, um hier sein Englisch zu verbessern. Mit ihm habe ich mich am nächsten Morgen beim Frühstück länger unterhalten. Er arbeitet morgens im Hostel und nachmittags hat er Zeit, am Computer zu arbeiten. Einer seiner Freunde schreibt gerade einen Patagonienführer. Jonathan hat die Fotos dafür gemacht und schreibt jetzt noch Texte dazu. Die beiden wollen Patagonien hörbar machen, indem sie typische Geräusche aufnehmen und den Hörer so akustisch nach Patagonien versetzen. Als noch andere am Frühstückstisch mit denen von Blaire selbst demachten Pancakes waren, haben wir englisch geredet, dann spanisch und als sich herausstellte, dass Jonathan drei Jahre lang mit einer Französin zusammen war, auf französisch. Das war sehr nett.
    Ella war inzwischen mit ihrer neuen Freundin Julie losgezogen, um den kleinen Erlebnispfad, den Blaire und ihre Helfer angelegt hatten, mit neuen Häuschen auszustatten für das Feenreich...
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