Janina Lampe

Joined February 2019
  • Day92

    3 Monate unterwegs - Taghazout

    December 3 in Morocco ⋅ ☀️ 17 °C

    Heute sind wir seit genau 3 Monaten unterwegs - Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht! Aktuell sind wir in Taghazout, einem kleinen Dörfchen nördlich von Agadir, welches erst von Hippies entdeckt wurde und sich dann zu einem touristischen Surferörtchen entwickelt hat. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und haben es mit unserem Hostel richtig gut angetroffen. Von der Dachterrasse aus hat man einen tollen Ausblick auf den 5km langen Panoramabeach und die drei Hostelschildkröten leisten einem beim Frühstück Gesellschaft - Die sehen einfach so verdammt niedlich aus, wenn sie mit ihren kleinen Füßchen über die Fliesen "flitzen" 🐢❤️ Da Christoph immer noch etwas erkältet ist, verbringt er den Großteil seiner Zeit dort und ich nutze die Zeit, um nochmal Surfen zu gehen - Diesmal ganz alleine😱, aber die netten Mädels aus dem Hostel haben mir den perfekten Surfspot empfohlen und ich finde mich gut zurecht... Entlang der Strandpromenade befinden sich super viele kleine Cafés in denen man günstig Essen oder bei einem frisch gepressten Orangensaft den Sonnenuntergang genießen kann... Nach dem wir zwei Wochen in Sidi Ifni waren, tut es gut einen neuen belebteren Ort für sich zu entdecken und hätten wir nicht bereits einen Flug nach Ägypten für Sonntag gebucht, so hätten wir sicher noch ein, zwei Wochen dort verweilt... Merkwürdig, dass wir jetzt nach genau einem Monat in Marokko das erste mal das Gefühl haben dort angekommen zu sein :P Das fühlt sich gut an, auch wenn es morgen weiter nach Essaouira geht....Read more

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  • Day90

    Camino Surfcamp - Sidi Ifni

    December 1 in Morocco ⋅ ☀️ 16 °C

    In letzten beiden Wochen hieß es für uns drei SURFEN SURFEN SURFEN!!!
    Als Einstieg in unsere Profikarrieren haben wir uns das Camino Surfcamp in Sidi Ifni ausgesucht und sind gespannt was uns erwartet.
    Sidi Ifni ist ein ruhiger kleiner Küstenort in dem man auch zur Rushhour getrost über den breiten Hauptboulevard spazieren kann, denn Verkehr gibt es nicht wirklich und in unserer 30-Minütigen Sidi-Ifni-Tour hat Ayub aus dem Camp uns bereits alle Highlights des Ortes gezeigt. Die Leute sind super freundlich und freuen sich immer, wenn sie einen grüßen können, aber was sie dort eigentlich machen außer den ganzen Tag auf der Straße rumzustehen/gehen ist uns ein Rätsel - Irgendwie fühlt es sich merkwürdig und künstlich an, ähnlich wie in der Truemanshow. Aber hey wir sind schließlich zum Surfen hier!
    Am nächsten Morgen beginnt unser Surfkurs und wir lernen unseren Surflehrer Ben kennen. Ben bedient so ziemlich jedes Klischee, er sieht gut aus, ist mega durchtrainiert, hat blonde lockige Haare, ist braun gebrannt, tierlieb und immer suuuuuper happy (liegt wohl an dem ganzen Gras), getoppt durch seinen unwiderstehlichen französischen Akzent! Wir beginnen den Kurs mit einer Theoriestunde und lernen wie Wellen entstehen und im Laufe der zwei Wochen auch weitere nützliche Dinge, wie den Einfluss von Ebbe und Flut, das Lesen des Forecasts zum Abchecken neuer Surfspots, die Geschichte hinter dem Surfsport und die Auswahl des richtigen Boards - So weit so gut! Nachdem wir im Anschluss unsere Neoprenanzüge und Boards bekommen haben geht es das erste Mal am Hafen ins Wasser. Hier gibt es einen Beachbreak (O-Ton Ben: "Bitchbreak") in dem die Wellen "sanft" zu Weißwasser brechen auf dem wir unsere ersten Takeoffs üben. Ganz schön wackelige Angelegenheit, aber wir schaffen es alle direkt am ersten Tag ein paar Weißwasserwellen zu stehen und sind am ersten Abend zwar mega platt vom Kampf gegen das Wasser, aber happy und top motiviert für die nächsten Tage.
    Die Woche sollte "BIG" werden und  die Wellen wurden so hoch das sogar einige der Fortgeschrittenen mit uns Beginnern an den Hafen kamen, weil die Wellen am Riff einfach zu riesig wurden. Und auch bei uns am Beachbreak waren die Wellen teilweise fast unüberwindbar und unsere ganze Gruppe wurde von manchen Wellen regelrecht zerlegt. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt mit dem Surfen. In meiner Vorstellung chillt man den ganzen Tag an einem idyllischen Strand und bekommt mit zwei Paddelzügen eine Welle, die man dann ganz entspannt surft, wenn einem danach ist - Stattdessen ringt man unentwegt ums Überleben, hat den Muskelkater seines Lebens und überall Schrammen und blaue Flecken! OK zugegeben so schlimm ist es nicht, aber surfen ist definitiv kein Sport für Ausdauerschwache und empfindsame Persönchen - Naja irgendwo muss so ein trainierter Surferbody halt auch herkommen.... Wir freunden uns also immer mehr mit dem Meer an, lernen die Wellen (Sets) zu lesen und mit etwas Aufmerksamkeit und Vorraussicht lassen sich die meisten Waschmaschinen umgehen :) Nachdem der Takeoff sitzt und wir die ersten Kurven fahren können gehts raus ans Riff in die richtigen Wellen🌊
    Hierfür lernen wir erstmal die wichtigsten Überlebensbasics - Die wohl wichtigste Regel: Don't Panic! Versuche nie vor einer Monsterwelle weg zu paddeln, weil sie definitiv schneller als du ist, also immer Flucht nach vorne oder Richtung Channel und im Notfall mit einer Turtleroll 🐢 unter der Welle durch... Wie schön dass ich diese ganze zweimal vorher im Weißwasser geübt hatte, ich fühlte mich immens sicher - Aber die anderen überleben ja auch! OK los geht's, ab ins Lineup - Der Bereich in dem die Wellen brechen und in dem man sich zum anpaddeln der brechenden Welle positioniert. Bereits beim rauspaddeln brauchte ich eine Pause und hätte gerne meine Arme gegen ein paar neue ausgetauscht, aber das sollte von Tag zu Tag einfacher werden.... Es kostete mich ganze vier Wellen, bis ich mich überwinden konnte endlich den kompletten Takeoff durchzuziehen und komplett aufzustehen und man war das ein Wahnsinnsgefühl... Die Welle hatte so viel Power dass mein Board mega stabil im Wasser lag und     mich wahnsinnig schnell (von außen betrachtet viellicht doch nicht ganz so schnell :D) Richtung Strand zurück trug. Dieser Adrenalinkick war einfach der Hammer und entschädigte einen für jeden blauen Fleck, jeden Waschgang oder die brennenden Arme 😍 - Wer das einmal erlebt hat kann gar nicht mehr anders als diesem Sport zu verfallen! Zwei Wochen waren zwar super anstrengend aber ideal zum Surfen lernen und auch wenn wir grade erstmal zwei Tage chillen möchten, haben wir uns in Taghazout direkt in das nächste Surfhostel eingebucht, mit der Option uns Bords zu leihen...
    Leider heißt es aber heute nicht nur Abschied nehmen vom Camino Surfcamp sondern auch von Christina - Danke das du uns ein Stück auf unserer Reise begleitet hast! Du wirst uns definitiv fehlen.... ❤️
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  • Day76

    Zwischenstop in Agadir

    November 17 in Morocco ⋅ ☀️ 19 °C

    Auf geht's Richtung Meer! Um unsere Anreise nach Sidi Ifni etwas zu entspannen beschlossen wir einen Zwischenstop in Agadir einzulegen - Dafür in den richtigen Bus zu steigen sollte jedoch zur Challenge werden.... Wie beschreibt man den Busbahnhof in Marrakesch wohl am besten?! Einen Haufen Busse (Natürlich ohne Anzeige) die hupend durcheinander fahren und unzählige Marktschreier die umherrennen und versuchen Tickets zu verkaufen. Anzeigetafeln gibt es nicht, aber nach ca. 5 Minuten wussten alle, daß wir die einzigen Europäer, nach Agadir möchten. Dementsprechend hatten wir unzählige "nette" Helfer, die uns alle zu einem anderen Gleis schicken wollten und uns ihre Tickets anboten... Letztendlich fanden wir aber eine nette Omi die auch nach Agadir fahren wollte und uns in ihre Obhut nahm! Und ohne ihre Hilfe wäre es echt schwierig geworden, denn unser Bus der eigentlich um 11:20Uhr Abfahren sollte trudelte irgendwann um 12:40Uhr ein und fuhr auch nicht zu dem Busbahnhof in Agadir den wir eigentlich beabsichtigten, aber hey wir haben es nach Agadir geschafft 💪
    Heute geht es weiter nach Sidi Ifni zu unserem Surfcamp🏄‍♀️🏄🏼‍♂️🏄‍♀️
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  • Day75

    Marrakesch - Merhaba Christina

    November 16 in Morocco ⋅ ⛅ 15 °C

    Marrakesch hat in der letzten Woche mehrfach als Ausgangspunkt für unsere Trips gedient, doch jetzt sind wir nicht mehr alleine unterwegs. Gestern haben wir am Flughafen Christina abgeholt, die mit uns in den nächsten zwei Wochen ein Surfcamp in Sidi Ifni besuchen wird :) Unsere Sightseeingtour haben wir uns deshalb für heute aufgehoben und mit ihr eine lange Tour entlang der Suks und Sehenswürdigkeiten Marrakeschs unternommen! Dabei haben wir an Straßenständen gegessen, Minztee über den Dächern der Medina genossen, um Mitbringsel für die Lieben daheim gefeilscht, eine verborgene Bäckerei entdeckt in der wir Brot direkt aus dem Ofen kaufen konnten und uns in den engen Gassen von Rollerfahrern fast umnieten lassen :) Also der perfekte Start in ihren Marokkourlaub ❤️Read more

  • Day73

    Das Ende unserer Wüstentour - Tag 3

    November 14 in Morocco ⋅ ⛅ 8 °C

    Heute heißt es früh aufstehen, denn um 6:30Uhr wartet unser Kameltaxi bereits vor dem Camp. Obwohl es ganz schön frisch und noch dunkel ist, sitzen wir auf und reiten dem Sonnenaufgang entgegen. Der Sonnenaufgang in der Wüste hat einfach etwas magisches und ich liebe es den super feinen Sand durch meine Hände gleiten zu lassen. Es ist einfach unglaublich sich vorzustellen, dass diese Wüste noch hunderte von Kilometern so weiter geht, wo man doch nur einen Miniteil davon gesehen hat. Bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen, nutze ich nochmal die Gelegenheit unsere Kamele ausgiebig durchzuknuddeln. Zugegeben Kamele sind nicht die hübschesten Tiere, aber ihre gelassene und entspannte Art machen sie einfach so unglaublich liebenswert ❤️ Wieder am Ausgangspunkt angekommen, gibt es Frühstück und wir treten glücklich und zufrieden die lange Rückreise nach Marrakesch an. Auch wenn wir uns anfangs etwas schwergetan haben mit dieser Art der geführten Reise, war es im Nachhinein genau das Richtige. Wir haben super nette Leute kennen gelernt, haben Kamele geritten und geknuddelt und eine tolle Nacht in der Wüste verbracht :)Read more

  • Day72

    Sahara wir kommen - Tag 2

    November 13 in Morocco ⋅ ☀️ 24 °C

    OK zugegeben das Hotel war nicht zu Unrecht schlecht bewertet, aber das inklusive Abendessen und Frühstück haben uns gut gesättigt und wir starten ausgeruht in den nächsten Tag.
    Todra Schlucht:
    Zu Beginn besuchen wir die Todra Schlucht und als uns drei Wanderer begegnen denke ich mir "Mist, ich würde jetzt auch gerne die Schlucht und ihre Höhlen erkunden!", aber unser Alternativprogramm sieht vor das wir unseren Guide mit zu einer Kommune begleiten, in der Frauen Teppiche weben, die uns dann natürlich ganz unverbindlich zum Kauf vorgeführt werden - "No push to buy, but you can if you like, if not you are welcome again" in Dauerschleife... Unsere Gruppe ist leider nicht so die typische Buyer-Fraktion, wie gesagt wir sind recht jung und es fehlt einfach der Platz im Koffer oder in unserem Fall die Wohnung um spontan einen Teppich mitzunehmen. Dementsprechend verlassen wir nach einem köstlichen Minztee, mit einem leicht schlechten Gewissen, die Kommune erneut und begeben uns weiter Richtung Wüste.
    Kostümparty:
    Kurz vor dem Stop zum Mittagessen hält unser Fahrer und als wir leicht schläfrig feststellen, dass es sich hier um keinen Fotostop handelt, hat Christoph auch schon eine marrokanische Kluft an und einen Turban auf dem Kopf :D Ich, die dem 11.11. immer noch ein wenig nachtrauert, finde die ganze Nummer aber ziemlich witzig und lasse mich bereitwillig von den netten Damen in ein Fünfhorn verwandeln - Das Einhornoutfit war leider aufgrund der hohen Nachfrage ausverkauft! Es dauert nicht lange und unsere Gruppe hat sich in eine marokkanische Karawane verwandelt, der perfekte Zeitpunkt für ein Gruppenfoto - TAJIIINE :)! Bevor wir weiter fuhren ließen wir uns aber noch erklären wie man einen Turban bindet, um gewappnet zu sein für unsere Wüstenexpedition.
    Sahara:
    Christoph stellte sich beim Turbanbinden als so ein Naturtalent heraus, dass er unsere ganze Reisetruppe versorgen musste, bevor wir uns auf die Kamele schwangen und uns in die Dünen stürzten. Selten habe ich so entspannte Tiere gesehen und die Kamele tragen uns bereitwillig auf ihren großen Platschfüßen die Sanddünen herauf. Dabei war ich unentwegt mit Christophs Kamel am schmusen, welches es richtig genoss sich den Kopf kraulen zu lassen. Ziel unserer Tour war ein Berbercamp am Rande der Wüste in dem wir die Nacht verbringen sollten. Das Camp war super schön eingerichtet mit kleinen arabischen Lampen am Wegrand, einem zentralen Feuerplatz und gemütlichen Zelten in denen sogar Doppelbetten aufgebaut waren - Luxus ❤️! Nach dem Essen begleiteten die Jungs aus dem Camp den Abend am Lagerfeuer mit ihren Trommeln und obwohl es keinen Alkohol gab, wurde viel getanzt und gelacht - Na ja Christoph umging geschickt die Tanzsession :P Anschließend setzten wir uns, mit ein paar anderen, vor das Camp um Sterne zu beobachten, aber der Mond strahlte so sehr, dass es taghell war. Doch selbst wenn wir kaum Sterne sehen konnten, war der Anblick der Dünen im Mondschein einfach unglaublich....
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  • Day71

    Unterwegs als Pauschaltouristen - Tag 1

    November 12 in Morocco ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach der doch recht frostigen Toubkal Besteigung sehnten wir uns nach Wärme und Sonne. Welcher Ort wäre dafür wohl besser geeignet als die Sahara?! Da die aber ganz schön weit weg ist und wir nur noch wenige Tage haben bis Christina in Marrakesch landet, beschlossen wir uns etwas zu wagen, was wir seit Jahren nicht gemacht haben - Wir buchten eine geführte Dreitagestour inklusive Kamelritt bei Sonnenuntergang und Übernachtung in einem Berberzelt in der Wüste :)
    Unser erster Eindruck - Unsere Reisetruppe ist echt jung und wir fühlen uns auf Anhieb wohl! Da wir bis zur Sahara jedoch einiges an Kilometern zurückzulegen haben, besteht unser erster Reisetag vorzugsweise aus Autofahrt mit gelegentlichen Fotostops, an denen Einheimische versuchen Prüll an Touristen los zu werden - Ein Hoch auf den Pauschal Tourismus! Witzig ist auch, dass wir bei jedem Stopp zwei Spanierinnen aus unserem Hostel in Marrakesch wieder treffen, die eine ähnliche Tour bei einer anderen Organisation gebucht haben - ¡Hola Chicas!
    Für heute steht die überaus authentische Karawanserei Ait Ben Haddou auf dem Programm, welche bereits als Drehort für einige Filme wie beispielsweise Gladiator gedient hat - Wie es sich für eine echte Hollywood Kulisse gehört sind sogar einige Teile der Stadt fachmännisch aus Pappe rekonstruiert worden. Noch ehe unser Bus vollständig zum Stehen gekommen ist, sprang bereits ein lokaler Guide in den Bus, der ziemlich überteuert seine Dienste als "kompetenter" Reiseführer anbot. Wir konnten glücklicherweise direkt seinen Fängen entfliehen und das kleine Dörfchen ganz entspannt auf eigene Faust erkunden, ohne auch nur durch einen Souvenirladen geschliffen zu werden :) Und wir sollten nicht die letzten gewesen sein, denn nach und nach schlossen sich uns etwa die Hälfte unserer Reisetruppe an...
    Nach einer langen Autofahrt freuen wir uns jetzt auf ein schlecht bewertetes 4 Sterne Hotel und sind weiterhin super gespannt auf die Wüste morgen!
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  • Day70

    Toubkal 4167m - Unser erster 4000er ✔️

    November 11 in Morocco ⋅ ☁️ 1 °C

    Heute haben wir den Toubkal bestiegen, der mit 4167m der höchste Berg Nordafrikas ist und für uns der erste Berg über 4000m Höhe, den wir bis jetzt bestiegen haben!
    Eigentlich hatten wir vor den Berg auf eigene Faust zu besteigen, aber seit Anfang des Jahres ist es notwendig einen offiziellen Guide dabei zu haben und das wurde auch mehrfach auf dem Weg nach oben von der örtlichen Polizei kontrolliert. Unser Guide hieß Mohamed, war 40 Jahre alt und mindestens doppelt so fit wie wir - Ich habe ihn auf jeden Fall nicht einmal schwer atmen gehört 💪
    Los ging unsere Tour in Imlil, einem kleinen Bergdorf was in ca. 1,5h von Marrakesh aus zu erreichen ist und auf 1700m Höhe liegt - Unser Ziel ein Refuge auf 3200m. Morgens um 10Uhr trafen wir Mohamed und wanderten erstmal weiter nach Armed zu seinem Haus, wo wir mit Minztee, Brot und Oliven begrüßt wurden und unsere Ausrüstung um eine Stirnlampe und zwei Paar Handschuhe erweiterten. Gut gestärkt machten wir uns dann an den Aufstieg zum Refuge. Hierzu wanderten wir entlang eines kleinen Baches aus Schmelzwasser, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 17°C. Auf unserem Weg begegneten wir immer wieder Maultieren die Lebensmittel, dicke Muttis oder Gepäck von faulen Touristen den Berg hochtrugen - Wir haben unsere Rucksäcke natürlich selbst getragen! Ungefähr vier Stunden später kamen wir gut erschöpft im Refuge an, bezogen unsere Betten im Bettenlager und genossen die letzten Minuten Sonne, bevor diese hinter den hohen Bergen die uns umgaben verschwandt. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass wir ohne Mohamed bestimmt 5 Stunden gebraucht hätten, aber wir beide zu stolz waren, um ihn zu bitten langsamer zu gehen. Mit seinem freundlichen "Jalla, jalla" hat er als Junge wahrscheinlich Ziegen den Berg raufgetrieben, aber auch bei uns zeigte es Wirkung :P
    Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, schließlich wollten wir bei Sonnenaufgang am Gipfel sein. Nach einem einfachen Frühstück um 4:30Uhr begannen wir also um 5Uhr unseren Ansturm auf den Gipfel. Der Gipfel war nur schemenhaft im Mondlicht zu erkennen, aber die Kulisse der Berge mit dem wunderschönen Sternenhimmel war einfach unglaublich und entschädigte einen für das viel zu frühe Aufstehen. Unser erster Eindruck "Hmh ist ja gar nicht so kalt" - Das sollte sich schnell ändern! Nach ca einer Stunde kraxeln durch Geröllfelder in absoluter Dunkelheit und immer stärker werdendem Wind, sagte uns Mohamed, wir hätten bereits die Hälfte geschafft. Dabei sollte der Anstieg zügig gegangen mindestens drei Stunden dauern - Und ich dachte, dass ich kontinuierlich an meinem persönlichen Limit war, würde an der Höhe liegen :D Der Wind wurde immer stärker, sodass man bei einem zu großen Schritt leicht mal einen Satz von 1-2m machte, zum Glück gab es kaum ausgesetze Stellen. 30 Minuten vor dem Gipfel sagte Mohammed plötzlich, der eigentlich nicht so der Fan von Pausemachen bei Minusgraden war, setzt euch in diese Spalte und ruht euch 5 Minuten aus, dass nächste Stück wird noch sehr viel windiger. Da wir ziemlich platt waren kam uns die Pause ganz willkommen, doch als er dann plötzlich verschwand um zu beten, gleich nachdem er den aktuellen Wetterbericht gecheckt hatte, waren wir dann doch etwas beunruhigt... Wären wir ohne Guide unterwegs gewesen, wären wir definitiv umgekehrt, aber wir hatten Vertrauen in ihn und seine Erfahrung mit dem Berg! Und er hatte Recht der Weg zum Gipfel war nochmal um einiges windiger, aber als wir oben ankamen, Riss der Himmel auf und wir wurden mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang begrüßt, der einen schlagartig für alle Strapazen entschädigte! Leider sind alle Bilder von uns auf dem Gipfel durch den Wind so verwackelt, daß es sich nicht lohnt diese hochzuladen, aber ein scharfes Bild vom Gipfel konnte ich doch noch machen als wir den Abstieg begannen :)
    7 Stunden nach unserem Start im Morgengrauen kamen wir letzten Endes mega platt, aber glücklich wieder in Imlil an....
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  • Day67

    Verloren in der Medina von Fes

    November 8 in Morocco ⋅ ⛅ 13 °C

    Der mittelalterliche Stadtkern (Medina) von Fes ist heutzutage mit 70.000 Einwohnern der größte autofreie Wohnbezirk, den es auf der Welt gibt. In diesem Labyrinth aus kleinen Gassen, gefüllt mit Läden, verlaufen sich selbst Einheimische gelegentlich und auch Google Maps stößt an seine Grenzen. Um die zahlreichen Läden zu beliefern greift man gerne mal auf Pferde und Esel zurück :) Fes ist außerdem bekannt für seine Ledergerbereien, in denen seit Jahrhunderten auf traditionelle Weise ohne die Hilfe von Chemikalien (?) Leder bearbeitet und gefärbt wird. Dafür kommt das Leder einschließlich Fell erstmal für 10 Tage in die weißen Wannen, welche mit Ammoniak (Chemikalie?) und Taubenkacke gefüllt sind - Auf die Frage woher die Taubenkacke kommt, habe ich von unserem überaus kompetenten Guide leider keine Antwort erhalten... Aber der Geruch war dennoch überzeugend! Anschließend wird dann per Hand das Fell vom Leder entfernt und das Leder getrocknet bevor es erneut 7 Tage lang in den bunten Wannen in die gewünschte Farbe gebracht wird. All das wird immer noch per Hand gemacht und ich möchte mir nicht vorstellen wie man riecht, wenn man nach seinem harten Arbeitstag nach Hause kommt...Read more

  • Day65

    Chefchaouen - Mehr als eine blaue Stadt

    November 6 in Morocco ⋅ ⛅ 15 °C

    Von Chefchaouen über Cannabis Plantagen zum Lonely Dog Summit - Für uns sehr merkwürdig, in Marokko normal!
    Chefchaouen ist eine kleine Stadt im Norden Marokkos und grenzt an das Rifgebirge (in dem man wunderbar wandern kann, aber hierzu später mehr :D) Die kleine Stadt war lange heilig und für Touristen unter Androhung der Todesstrafe verboten. Doch zum Glück hat sich das geändert, so dass wir heute die wunderschönen kleinen blauen Gassen der mittelalterlichen Medina besuchen können! Warum blau? Weil blau vor bösen Blicken schützt :)
    Nachdem wir uns einen Tag durch die Gassen der Medina haben treiben lassen, wollten wir am nächsten Tag hoch hinaus auf den Jebel El-Kelaa, welcher von Chefchaouen gut zu erreichen ist und über dem Ort thront - Ein ideales Training für unsere baldige Toubkal Besteigung (höchster Berg Nordafrikas!). Wir starteten also recht früh und begleitet von Sonnenschein und dem mega schönen Panorama auf die Rif-Berge begonnen wir unseren 1200HM Anstieg. Auf unserer Reise passierten wir nur wenige Häuser, doch als uns sogar von einem 4-Jährigen Haschis angeboten wurde, begannen wir uns zu fragen, was das eigentlich für Felder sind, durch die wir die ganze Zeit wandern?! Es dauerte nicht lange und uns war klar, dass unsere wunderschöne Wanderung entlang unzähliger Cannabis Plantagen führte :P Leider war die Ernte schon abgeschlossen und wir konnten uns nicht mehr als Erntehelfer bewähren... Spaß beiseite, im Rifgebirge leben rund 80.000 Familien vom Cannabis Anbau und ca 65% des weltweit verkauften Cannabis kommen aus Marokko - Da kann Südamerika leider nicht mithalten :P Nun gut, es fühlte sich zwar irgendwie komisch/falsch/illegal an da vorbei zu spazieren, aber anscheinend ist es ganz normal, schließlich wurde mir im Hostel diese Tour empfohlen und wir wollten doch auf den Gipfel! Leider wurde uns dieser verwehrt, denn als wir oben ankamen mussten wir feststellen, dass sich ein Rudel von ca 20-30 wilder Hunde auf dem schmalen Gipfel tummelte und obwohl wir gegen Tollwut geimpft sind, wollten wir unseren Impfschutz doch nicht ganz so schnell auf die Probe stellen... Aber auch wenn wir den Gipfel nicht erreicht haben bereuen wir unsere irgendwie absurde und merkwürdige Wandertour keineswegs :P...
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