• Fatehpur Sikri

    December 30, 2025 in India ⋅ ☀️ 17 °C

    Die zweite Zugfahrt in Indien steht heute an.

    Mit Taxis werden wir zum Bahnhof nach Sawai Madhopur gebracht, um von hier aus mit dem Zug nach Bharatpur zu fahren.

    Der Morgendunst ist noch nicht verzogen und die Feuchtigkeit hängt in der Luft.
    Neben dem Bahngelände verbrennen Menschen Plastikmüll, um sich am Feuer zu erwärmen und Gesellschaft beim Warten am Bahnsteig leisten uns einige Affen, die sich ihr Frühstück zusammensuchen.

    Während der ca. 2-stündigen Fahrt, lasse ich mir das mitgebrachte Frühstück aus dem Hotel schmecken.
    Dieses mal sitzen wir in einem sehr in die Jahre gekommenen Waggon mit Sitzplatzreservierung.
    Genau wie in Deutschland 😉, dauert die Fahrt allerdings auch länger als geplant.

    In Bharatpur wartet schon unser Bus, der uns von hier aus nach Fatehpur Sikri bringt, in die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches mit seinem Königspalast.
    Erbaut wurde die „Stadt des Sieges“ mit seinen vielen Palästen in der Zeit von 1569 bis 1574 vom damaligen Großmogul, nachdem ihm nach vielen Jahren endlich drei Söhne geboren wurden. Allerdings bereits 11 Jahre später wurde die Stadt aus militärischen Gründen und weil es einfach zu wenig Wasser für die Bewohner gab, wieder aufgegeben und fristet ihr Dasein seitdem als Geisterstadt.

    Dank umfangreicher Restaurierungen ist der aus rotem Sandstein erbaute weitläufige Palastkomplex in einem recht guten Zustand.
    Es macht Spaß hier durchzulaufen und sich von einem Mix aus islamischer und hinduistischer Bauweise verzaubern zu lassen.
    Aber auch die Gärten gefallen mir sehr gut.

    Die auf höchster Stelle der Anlage erbaute Moschee Jama Masjid ist das älteste Gebäude in der Stadt und beherbergt im Hof das Mausoleum von Scheikh Salim Christi, der dem Großmogul die drei männlichen Erben vorhergesagt hatte.
    Da die damalige Vorhersage in Erfüllung gegangen ist, wird er noch heute sehr verehrt und kinderlose Frauen beten hier oft in der Hoffnung, dass ihr Kinderwunsch in Erfüllung geht. Allerdings bezieht sich der Kinderwunsch in der Regel noch immer auf männlichen Nachwuchs.

    Der Königspalast besteht aus mehreren Bauwerken, die zusammen ein wunderschönes Bild abgeben.
    Die Audienzhalle „Diwan-i-Am“ ist von Bogengängen umgeben.
    Das Haus der türkischen Sultanin, der „Anup Talao-Pavillion“, wurde voraussichtlich von der Lieblingsfrau des Moguls bewohnt und hat diverse Balkone und Holzschnitzereien.
    Der Privatpalst des Moguls „Daulat Khana“ bedeutet Ort des Glücks und liegt an einer Seite des Gartens.
    Der fünfstöckige Palast „Panch Mahal“ hat insgesamt 176 Säulen und verjüngt sich nach oben zu einem Pavillon.
    Im Frauengemach „Sunahra Makan“ hat wahrscheinlich die Mutter des Moguls gewohnt oder eine seiner Frauen.
    Der Hauptharem „Palast der Jodhabai“ hat ebenfalls viele Balkone und Dachpavillons.
    Read more