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  • Day18

    Asher's Farm Sanctuary

    September 22, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 23 °C

    Übersät mit Blessuren aller Art, verursacht durch Schweinebisse, Hühnerattacken, Ziegenangriffe und Farbverätzungen, haben wir die vergangenen zwei Wochen als Voluntäre zwar leicht lädiert, aber glücklich beendet.

    Eine unserer Hauptaufgaben auf dem Gnadenhof für Farmtiere war, Zeit mit den Hühnern zu verbringen. Diese wurden hauptsächlich aus Massentierhaltungen befreit. Aufgrund genetischer Manipulation wachsen die Körper dieser Hühner schneller als die Füße sie tragen können. Leider mussten während unseres Aufenthaltes zwei Hühner eingeschläfert werden, da sie sich nicht länger auf ihren Beinen halten konnten. Es war bemerkenswert, hautnah zu erleben, dass jedes Huhn seinen eigenen Charakter hat. Während sich Linus beispielsweise genüsslich streicheln ließ, machte Zoolac uns das Leben schwer, indem er uns nur zu gerne seinen spitzen Schnabel tief in die Haut rammte. So lieb wir die Hühner gewonnen hatten, wollten wir doch nicht den ganzen Tag im Hühnerstall sitzen. Und so suchten wir uns auch körperliche Arbeit. Diese erledigten wir stets mit deutscher Effizienz, wofür uns sowohl die dortigen Arbeiter als auch die Besitzer mehr als bewundert haben. Besonders viel Spaß hat es uns bereitet, aus alten Reifen einen kleinen Spielplatz für Basil, die Ziege, zu errichten.

    Anfangs haben wir uns auf der Farm tatsächlich noch etwas verloren gefühlt, da unsere Gastgeber selten Kontakt zu uns suchten und uns kaum Aufgaben zutrugen. Wie sich jedoch im Laufe unserer Aufenthaltes herausstellte, war dies vor allem schlechten Erfahrungen unserer Gastgeber mit vorherigen Voluntären geschuldet. Das Prinzip, Arbeit gegen Kost und Logis zu tauschen, endete wohl oft in einer Einbahnstraße. Allerdings verflogen unsere anfänglichen Zweifel und die Skepsis unserer Gastgeber spätestens nach einem gemeinsamen "Braai". Das südafrikanische Barbeque unterscheidet sich in sofern von der deutschen Variante als dass es nicht mit dem Essen beginnt sondern damit endet. Dies wurde uns leider erst im Laufe des Abends bewusst. Trotz unseres Hungerleidens bis kurz vorm Schlafengehen, hatten wir einen fantastischen Abend mit dem sehr lustigen, politisch inkorrekten Kartenspiel "Cards Against Humanity" und interessanten Gesprächen. So erfuhren wir zum Beispiel einiges mehr über die so genannten 'Farm Murders': Was sich für uns wie ein schlechter Horrorfilm anhörte, ist in Südafrika brutale Realität. Dabei handelt es sich um rassistische Gewaltverbrechen gegen weiße Farmer.

    Viel Sonnenschein, frische Landluft, ausreichend Schlaf, veganes, abwechslungsreiches Essen und der Kontakt zu Einheimischen und ihren Farmtieren sorgten dafür, dass wir gestern mit einem guten Gefühl das Asher's Farm Sanctuary verlassen haben und gerne zurückblicken.
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