• Auckland, Teil 1

    January 26 in New Zealand ⋅ ☁️ 20 °C

    Nachdem wir von Fakarava Abschied nehmen mussten, haben wir uns bewusst entschieden, unsere letzte Station noch auf einer weiteren Inselwelt Polynesiens zu setzen: Aotearoa – die Māori-Bezeichnung für Neuseeland, meist übersetzt als „Land der langen weissen Wolke“. 

    Weil es diesmal (leider) nur gut eine Woche war, haben wir uns auf die Auckland Metro-Region beschränken müssen. Wir sind eigentlich nicht so die Stadttypen – aber Auckland tickt herzlich offen, unkompliziert und irgendwie „menschlich“. Und vorneweg: Die Neuseeländer:innen gehören zu den freundlichsten Menschen, die wir im Commonwealth kennenlernen durften. So freundlich, dass man sich im Smalltalk fast wieder üben muss: hilfsbereit, zuvorkommend, höflich – und gefühlt immer mit einem echten Lächeln.

    Wir haben uns Zeit gelassen für kleine Tagesausflüge – und einer davon hat uns direkt erwischt: Waiheke Island. Mit dem Velo erkundet, sofort verliebt. Die Insel ist bekannt für ihre Boutique-Weingüter (rund 30 sind über die Insel verteilt), viele mit Tasting Rooms, Restaurants und Aussicht, die man nicht so schnell vergisst. 
    Unsere Radtour war gegen Ende… sagen wir: leicht wackelig. Rein hypothetisch wegen der vielen „Probier-Stopps“ in den Vineyards. 🍷

    Dann die Kontraste: Piha Beach – wild, dramatisch, schwarzer Sand, Westküste. Und gleich daneben die Waitākere Ranges: rund 16’000 Hektaren native Regenwald- und Küstenlandschaft, erstaunlich nah an der Stadt. 
    Und ja, sehr touristisch: Der Sky Tower musste auch sein – 328 Meter Blick über Tāmaki Makaurau (Auckland in Māori) inklusive. 

    Was uns überrascht hat: Es gibt in Auckland stellenweise wirklich schöne Radwege – aber wir haben tatsächlich keinen einzigen Bike-Rental-Shop gefunden, der „normal“ und unkompliziert Velos vermietet hätte, wie schade (wie lieben Fahrradfahren). Also: viel zu Fuss. Oder mit den überall stehenden E-Scootern in der Stadt (nicht so unser Ding).

    Und dann kam noch diese Erinnerung aus der Atoll-Welt, die wir aus Fakarava (und überhaupt aus dem Pazifik) mitnehmen: Wie fragil und ausgesetzt solche Orte sind- in Neuseeland wird enormer Wert auf „Biosecurity gelegt- zwischen den kleinen Inseln wird erwartet dass man sich Schuhe, bei Rädern die Reifen schrubbt und wäscht um keine invasiven Arten / Pilze oder andere Pathogene zu verschleppen. Vorbildlich! Von sowas träumen wir in der Schweiz.

    Auckland selbst hat zwar ein grosses Busnetz – aber wenn der Verkehr steht, steht halt alles. Dafür fanden wir es stark, dass ansässige Kinder am Wochenende und an Feiertagen gratis mit Bus, Zug und teilnehmenden Fähren fahren können. Uns hat’s nichts genützt – aber die Entlastung von Familien hat uns gefreut.

    Und ganz zum Schluss haben wir uns den Abschied noch gekrönt: auf einem echten America’s Cup Segelboot auf dem Waitematā Harbour – Crew-Feeling, Grindern, Helm in der Hand. Leider zu wenig Wind für die ganz grosse Segel-Action… aber wir haben einen Voucher bekommen, der „für immer“ gilt. Heisst für uns: Wir müssen nochmals zurück nach Neuseeland, um den einzulösen. ⛵️😉

    Aotearoa war als letzte Station genau richtig: nicht „perfekt“, sondern ehrlich. Eine Stadt, die offen empfängt, Inseln, die entschleunigen – und Menschen, die einem ganz nebenbei wieder zeigen, wie weit man mit Freundlichkeit kommt.
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