• Fake News: Seemenschgarn 🌊🐙😜

    5月21日, モロッコ ⋅ ☀️ 23 °C

    Eine ausgedachte Geschichte nach einer wahren Begebenheiten auf einer Radtour:

    Der Weg zum Kap Bedouza verschwand nach und nach im Nebel 🌫️. Das schreckte uns aber nicht ab, da die Aussicht auf ein Kaffee in einem Café dort lockte ☕. Plötzlich tauchte auch schon der Leuchtturm mit Café nebendran auf.

    Frisch gestärkt ging es dann aus dem Ort hinaus und auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Dafür verließen wir die Straße und bogen auf einen Feldweg ab, der hinter alten Steinmauern in Richtung Meer führte. Auf einmal endete der Weg an einer Klippe, die den Blick auf die Nebelsuppe über dem Atlantik Preis gab. In der Ferne war das tiefe dröhnen eines Nebelhorns zu hören, davon abgesehen wurden die meisten Geräusche von Nebel verschluckt 🌫️📯.

    Etwas weiter von der Klippe entfernt bauten wir die Zelte auf, bevor wir beschlossen, ein wenig entlang der Klippe zu gehen, und zu schauen, ob man irgendwo gut ans Meer hinunter kam.
    Ein Pfad führte an der Klippe entlang und nach einigen hundert Metern tauchten zwei Gestalten aus dem Nebel auf, die gemeinsam einen schweren Sack trugen. Sie schienen überrascht über unsere Anwesenheit, und bemühten sich, möglichst schnell und unauffällig an uns vorbei zu kommen.

    Wir gingen den Pfad weiter in die Richtung, aus der die zwei gekommen waren. Der Pfad wurde unebener und führte ein Stück die Klippe hinab. Der Pfad war mit Sandalen und Schlappen gut zu bewältigen, also gingen wir weiter.
    Aus dem Nebel tauchten einzelne Pfähle auf, die auf einem Zwischenplateau der Klippe fest betoniert waren. Beim Näherkommen stellte sich heraus, dass es viele dieser Holzpfähle gab entlang des Pfads, der sich teilte, um in beiden Richtungen entlang der Küste auf dem Zwischenplateau weitergehen zu können. An einigen Pfählen waren seltsame Spuren zu erkennen, fast wie Schnitzereien sahen sie aus. Scheinbar hatten sich Seile tief in das Holz geschnitten. An Zwischen zwei Pfosten war eine Strickleiter befestigt, die nach unten hing, und deren Ende nicht erkennbar war. Eine kurze Prüfung ergab, dass sowohl die Seile, als auch die Sprossen stabil waren. Da wir noch ca. 2 Stunden Tageslicht hatten, siegte die Neugier und wir kletterten die Strickleiter nacheinander hinab. 🪜
    Sie endete in einer Höhle am Fuß der Klippe. Die Höhle war zum Teil unter Wasser, da sie zum Atlantik hin offen war. Ein vorgelagerten Felsen schütze die vor großen Wellen und wegen der hohen Decke bestand auch erstmal keine Gefahr, dass die Höhle komplett unter Wasser liegen würde. Die Frage war eher, ob sie bei Ebbe nicht trocken fallen würde. So jedenfalls hatte sie ein bisschen etwas von einem kleinen, gut geschützten Hafen. Und tatsächlich, es gab einen provisorischen Schwimmsteg aus leeren Kanistern und Holz, der vom trockenen Teil der Höhle ins Wasser ragte. Ein Boot war aktuell aber nicht da.
    Vom Meer her allerdings, waren Stimmen zu hören, die deutlich näher klangen, als das Nebelhorn, das weiterhin in der Ferne tönte. Wenig später waren auch von oben Stimmen schwach über das Meeresrauschen zu hören. Wegen mangelnder arabisch-Kenntnisse konnten wir leider nichts verstehen, aber dachten uns, wir bleiben wo wir sind, und machen uns nicht bemerkbar.

    Kurz darauf klatschte etwas aufs Wasser, und ein kleiner Außenbord-Motor war zu hören, es schien also tatsächlich ein Boot auf dem Wasser in der Nähe der Höhle zu sein. Das Boot wurde langsam erkennbar im Nebel, da es näher kam. Zum Glück hielt es aber vor der Höhle wieder an, sodass wir nicht entdeckt wurden.
    Jemand vom Boot fischte etwas aus dem Wasser, zog es an Bord, befestigte etwas unförmiges großes daran, und rief dann hinauf zu den Leuten oben auf der Klippe. Daraufhin wurde das Etwas nach oben gezogen und verschwand aus unserem Blickfeld, während sich auch das Boot entfernte. 🛥️

    Was genau hier passierte, war uns nicht klar, aber das Ganze wirkte ganz schön dubios, und wir wollten nicht als Zeugen entdeckt werden. Wir warteten leise ab, bis von oben von den Klippen nichts mehr zu hören war und noch ein bisschen länger flüsternd überlegten wir, was wir am besten tun könnten. Da es langsam anfing zu dämmern und weder von oben an der Klippe, noch vom Meer (abgesehen vom Nebelhorn) etwas zu hören war, beschlossen wir , die Strickleiter wieder leise hochzuklettern. Zum Glück war oben niemand zu sehen. Die Markierungen an den Pfosten ergaben jetzt mehr Sinn. Wahrscheinlich wurde um sie ein Seil gelegt, an dem Dinge hochgezogen werden konnten, wenn ein Boot auf dem Meer sich von der Klippe entfernt und dabei am anderen Seilende zieht.
    Schnell, und so leise es ging, folgten wir dem Pfad wieder zurück in Richtung unserer Zelte und waren ganz schön erleichtert, als wir dort ohne Überraschungen ankamen.👣⛺

    Was genau hatten wir da eigentlich miterlebt? Wurden da Schiffe im Nebel ausgeraubt, und die Beute an Land gebracht? Oder hatten wir Schmuggler erwischt? Oder hatten wir einfach nur gesehen, wie die Locals hier ihren frischen Fisch möglichst schnell ans Land bringen?

    Aufgeputscht, verwirrt und etwas paranoid schliefen wir in unseren Zelten mit dem Meeresrauschen im Hintergrund ein. 😴Am nächsten Morgen schien alles ziemlich surreal. Da wir aber alle das gleiche erlebt hatten, war es wohl kein Traum.

    -Lea

    PS: Die Geschichte ist frei erfunden! Jegliche Ähnlichkeit zu realen Personen und Ereignissen ist zufällig und es sind weder Tiere noch Menschen zu Schaden gekommen.
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