• Wanderung zum heiligen Baum von Garoé

    February 25 in Spain ⋅ ☀️ 19 °C

    Das Naturschutzgebiet rund um den heiligen Baum von Garoé gehört zu den mystischsten Orten der Insel. Eingebettet in eine sanfte, grüne Hügellandschaft nahe San Andrés, wirkt die Umgebung wie eine Oase – ein friedlicher Kontrast zur sonst so rauen Vulkanlandschaft. Für die Ureinwohner, die Bimbaches, war dieser Baum lebensrettend: Seine Blätter kondensierten die Feuchtigkeit der Passatwolken zu Wasser, das in Mulden aufgefangen wurde. Dieses Phänomen des „horizontalen Regens“ machte den Baum zu einem heiligen Symbol. Auch wenn das Original im 17. Jahrhundert einem Sturm zum Opfer fiel, erinnert sein 1949 gepflanzter Nachfolger heute eindrucksvoll an diese Legende.

    Wir folgen der „Ruta del Agua“, die tief in die Geschichte und Identität der Inselbewohner führt. Man spürt hier schnell: Es ist nicht nur Natur, sondern gelebter Mythos.

    Doch El Hierro wäre nicht El Hierro, wenn das Wetter nicht seine eigenen Pläne hätte. Als wir etwa ein Drittel der Strecke und die meisten Höhenmeter hinter uns haben, zieht es schlagartig zu. Innerhalb weniger Minuten stecken wir mitten in einer dichten Nebel- und Regenwolke. Da wir keinerlei Regenschutz dabei haben, stehen wir vor der Entscheidung: Weiterlaufen oder umkehren?

    Wir warten einen Moment ab, entscheiden uns dann aber vernünftigerweise für den Rückzug. Interessanterweise wirkt die Strecke in umgekehrter Richtung wieder ganz anders. Wir genießen die herrliche Natur, das Spiel der Farben, die wilden Blumen und das Konzert der Vögel, die uns begleiten.

    Lektionen des Tages: 1. Vor dem Start unbedingt die regionale Wetter-App checken. 2. Das morgendliche Styling mit dem Föhn ist auf dieser Insel völlig zweckfrei – der Wind verwandelt jede Mühe innerhalb von Sekunden in eine waschechte Sturmfrisur.
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